Venus im Rotkanal

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003sec

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Hallo Forum,
ich bin hier zwar seit über 10 Jahren angemeldet, habe meine Aktivitäten aber auf das andere Forum und die VdS-Planetenliste beschränkt. Kein Facebook, Twitter oder Insta ...
Das soll sich jetzt, zumindest teilweise, ändern, denn die Planetengemeinde ist ja doch recht klein und ich sehe hier im Forum oft sehr gute Planetenbilder deren Autoren ich aber gar nicht kenne. Mein Ziel ist es nicht Likes oder Häkchen oder Sterne zu sammeln, sondern eher, wie bei einem Stammtisch Bilder zu zeigen, Bilder anzuschauen, Tipps und Anregungen zu geben, aber auch zu bekommen.
Meinen "Einstand" möchte ich mit einer kleinen Serie der Venus geben. Wie man ihr Details entlockt, das steht in jedem Astrofotobuch. Im UV zeigt sie ja kontrastreiche Wolkenstrukturen, die zusammen mit einem IR-Kanal und einem künstlichen Grünkanal, ein schönes Farbbild ergibt.
Was da oft nicht steht, ist, dass sie auch in allen anderen Wellenlängen Details zeigt, nur sind diese sehr, sehr kontrastarm. Ich habe mich als Luminanz für den Rotkanal entschieden, da dort das Seeing am wenigsten stört. Kurz vor SU hatte ich 4 Tage in Folge für etwa 30 min. gutes Seeing und habe alles gegeben. UV kam auch zum Einsatz, wurde aber fast ausschließlich zur Erstellung der Farbe verwendet. Die meisten Daten stehen in den Bildern.
Ich habe seeingmäßig wohl einen recht guten Standort und 16" sind auch eine Hausnummer, aber ich denke, es könnte sich auch für den ein oder anderen von euch lohnen da mal bei Rot etwas tiefer zu schauen. An 2 von 4 Tagen glaubte ich übrigens im R-Livebild Wolkenstrukturen zu erkennen.
venus-r-17-4.jpg

venus-r-18-4n.jpg


venus-r-19-4.jpg


venus-20-4.jpg


Es gäbe noch viel zu sagen, aber das kommt dann vielleicht später.
Vorerst viele Grüße
ralf
 
Hallo Ralf / Venus-Kollege;),

Den 17. und 18. April habe ich auch aufgenommen, sehe aber keine Ähnlichkeiten:

Kannst du auch mal Summenbilder zeigen ?

Kann ich mir kaum vorstellen.
Ich nehme mit 12" im IR-Bereich auf und die Summenbilder zeigen da schon kleine Strukturen.
Erst recht grobe Schärfungen bringen die schwachen Details zum Vorschein.
z.B. 17.04.23
Venus_170423_194825_g4_ap9_2p150.jpg

Venus_170423_194825_g4_ap9_2p150_7g1.jpg


Vielleicht kannst du da nur dein Rotbild von 17.04. zeigen, um das besser vergleichen zu können.

Gruß,
Holger
 
Hallo Ralf,

willkommen! Auch wenn Du ausdrücklich nicht darauf aus bist, beim Anblick der Bilder bleibt mit aber nur :sternklar: und:y:

?
Grüße,
Alex
 
Hallo Stefan, Holger, Alex und Tom (hat sich überschnitten),
vielen Dank für eure Kommentare.
Das mit der Sichtbarkeit von Details im Livebild ist natürlich grenzwertig, da will ich mich nicht festlegen, könnten auch Einbildungen sein.

17-4-ade Kopie.jpg


Hier das gewünschte Rohsummenbild nebst Schärfung. Das war ein Filmchen von 30 s, davon hatte ich etwa 50 brauchbare machen können.
An allen 4 Tagen schlug das Seeing schlagartig um und die Bilder wurden besser. Das dauerte i.d.R. nur so 30 min. Das war deutlich vor Sonnenuntergang. In dieser Zeit habe so viel "Rot" gesammelt wie möglich.
Danach habe ich dann im UV belichtet, also bei eher mäßigen Bedingungen.
Hier das UV-Bild vom 17.
17-4-uv Kopie.jpg

und vom 18. drizz 1,5
18-4-uv Kopie.jpg


Die Ähnlichkeit zu deinen Bildern, Holger, ist klar vorhanden. Übrigens, sehr schöne Animation hast du da gemacht.
Ich habe mich auch selbst gewundert, warum im UV das Bild so anders aussieht. Der Grund liegt vermutlich darin, dass hier die allerhöchsten Wolken abgebildet werden. Mit zunehmender Wellenlänge dringt man immer tiefer in die Venuswolken ein. Zwischen UV und allen anderen Kanälen hatte ich immer schon einen großen Unterschied.
Hier mal zusammengestellt:


vergleich.jpg


Ich habe auch mal ein echtes RGB versucht, das sah aber gruselig aus.

Viele Grüße
ralf
 
Hallo Ralf,

willkommen im anderen Forum ?

Schön, das du deine Bilder nun auch hier teilst. Gegen deine Venusbilder gibt es absolut nichts einzuwenden. Es gibt ja immer das Grundrezept, welche Filter was hinsichtlich Wellenlänge darstellen und welche auf Planeten angewendet werden können. Experimentieren macht aber schlau. Deswegen finde ich es gut, dass du verschiedene Techniken anwendest. Man muss eben über den Tellerrand hinausschauen. Und ich glaube jeder hat so seine Technik und seinen Stil die vielleicht bei anderen weniger für funktioniert. Aber man hat zumindest Mal neue Erkenntnisse gewonnen und kann es selber Mal testen.
In einer Sache muss ich dir zu 100% Recht geben. Dein Standort scheint wirklich sehr gut zu sein. Ich habe Mal spaßeshalber bei gutem Seeing meine Kollimation verstellt, aber an der Feinheit der Strukturen oder den Details hat sich nur wenig getan. Man sieht am Ende des Tages, ob das Seeing gut oder schlecht war. Und wenn man dann noch den Fokus exakt trifft, sind es am Ende nur Feinheiten, die die Bildbearbeitung bringt. Wie ich Mal in einem anderen Forum schrieb, spiele ich oft am Lüfter. Läuft ser auf 100% und wird dann nach 2 Minuten z.B ausgeschaltet, habe ich für wenige Sekunde richtig gute Aufnahmen. Funktioniert aber nicht immer. Aber da hat jeder so seinen Weg. Du scheinst ja dein Teleskop auch gut in Griff zu haben. Vor allem deinen Stil gefunden zu haben deine Bilder zu bearbeiten.

Viele Grüsse,
Raul
 
Hallo Raul,
vielen Dank. Da gebe ich dir völlig recht, Seeing ist alles. Und wenn das passt, dann hat man hoffentlich im Laufe der Zeit genügend Erfahrungen gesammelt, um das dann auch voll auszunutzen.
Meine Bearbeitung gefällt mir übrigens noch nicht, da muss ich noch mal ran. Tendenziell bearbeite ich sie zuerst immer etwas zu hart.
Mein nächstes "Projekt" sollen Details auf der Nachtseite der Venus werden. Dazu braucht man einen Filter bei 1010 nm und auch nicht jeder Kamerachip macht das mit. Gibt es noch jemanden, der das vorhat?
An dieser Stelle auch noch mal einen herzlichen Dank an die Like-Verteiler, das hat mich dann doch sehr geehrt und gefreut.
VG ralf
 
Hallo alle,
großartige Aufnahmen! Hätte da eine Frage: Am 21.4 konnte ich bereits am Livebild am Bildschirm schwache, aber eindeutige Strukturen im UV erkennen und auch fotografieren( Foto war aber ziemlicher Murks da noch keinerlei Erfahrung mit Venusfotografie). Am 22.4, also nur einen Tag später, bei ähnlichem Seeing, war aber überhaupt nichts zu sehen, auch nicht auf den Fotos, weder im UV, noch im IR, obwohl ich mir wesentlich mehr Mühe beim Scharfstellen machte und auch einen ADC verwendete. Kann es sein, daß sich das Wetter auf der Venus innerhalb einen Erdtages so stark ändert, oder hab ich vielleicht falsch belichtet? Hab auch sonst kein Foto vom 22.4 mit Details gesehen, weder auf Alpo noch auf CN oder hier. Grübelgrübel....
CS Mike
 
Hallo Mike,
in der Tat ändert sich das Wetter auf Venus sehr schnell. Die Winde brauchen ca. 4 Tage, um einmal den Planeten zu umrunden. Kann schon sein, dass Venus zu der Zeit sehr kontrastarm war. Eine andere Möglichkeit wäre das Wetter hier auf der Erde, eben doch schlechteres Seeing.
Den ADC würde ich übrigens weglassen, da du ja ohnehin sehr schmalbandig im UV bleibst und das Ding schluckt sicher auch UV und im schlimmsten Fall streut es das sogar.
VG ralf
 
Danke Ralf,
vom 21.4 gibts auf Alpo ein gutes Bild von einem C14 mit Pierro Astro ADC und Monokamera.
Könnte es sein, daß die Prismen beim Pierro Astro im UV besser funktionieren, als mein TS ADC? Ja tatsächlich ist das so, hab gerade die Transmissionkurven auf skyinspector gefunden!
Und wieviel bringt der Wechsel von ASI462mc auf mm bei Venus im UV und IR? Theoretisch viel wegen der Bayermatrix, aber gibts praktische Vergleiche zwischen Farb und Monocams?
CS Mike
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo alle,
großartige Aufnahmen! Hätte da eine Frage: Am 21.4 konnte ich bereits am Livebild am Bildschirm schwache, aber eindeutige Strukturen im UV erkennen und auch fotografieren( Foto war aber ziemlicher Murks da noch keinerlei Erfahrung mit Venusfotografie). Am 22.4, also nur einen Tag später, bei ähnlichem Seeing, war aber überhaupt nichts zu sehen, auch nicht auf den Fotos, weder im UV, noch im IR, obwohl ich mir wesentlich mehr Mühe beim Scharfstellen machte und auch einen ADC verwendete. Kann es sein, daß sich das Wetter auf der Venus innerhalb einen Erdtages so stark ändert, oder hab ich vielleicht falsch belichtet? Hab auch sonst kein Foto vom 22.4 mit Details gesehen, weder auf Alpo noch auf CN oder hier. Grübelgrübel....
CS Mike
Hi Mike,
im UV den Fokus zu treffen, kann bei Venus manchmal schwierig sein. Du kannst ja ersteinmal grob mit dem rotfilter scharfstellen und dann um UV,wenn nicht anders möglich, mit dem Fokus minimal spielen. Dann hast du mit Sicherheit bei sehr vielen Aufnahmen auch ein paar scharfe dabei. Bei Venus kannst du nämlich locker einige Minuten ohne derotation aufnehmen.

Ich muss Mal demnächst mein Teleskop auch Mal wieder auspacken. Spätestens im August ist nämlich Jupiter wieder dran kommt

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Mike,
das ist sehr interessant, denn an anderer Stelle hatte auch jemand mit dem ADC bei Venus Probleme.
Wie das mit der MC-Kamera aussieht, kann ich nicht genau sagen. Im IR werden die Sensoren wieder durchsichtig und die Bayermatrix stört weniger. Wie das im UV ist, habe ich nie erfahren. Wichtig ist natürlich auch noch, was an Glas überhaupt im Strahlengang ist. Mein C11 war um das 400-fache unempfindlicher im UV als jetzt im Newton.
Bei schlechtem Seeing den Fokus zu treffen ist an sich schon nicht möglich, denn es gibt gar keinen echten Fokuspunkt. Man kann nur abschätzen, vor und zurück und vor und zurück und dann die Mitte nehmen.
VG ralf
 
Raul ich hab kein Filterrad, daher kann ich nicht wechseln um zu fokussieren, das dürfte aber auch nicht das Problem sein. Jedenfalls wird das Scharfstellen sicher einfacher, wenn die Venus spitze Hörner bekommt.
CS Mike
 
Hallo zusammen,
zum Thema ADC kann ich etwas beisteuern. Ganz kurz! Habe den zwb2 als UV Filter getestet. Der hat ja ein IR Leck.
Hatte den zwb2 mit einem IR cut zusammen im Strahlengang! Upps, Doppelvenus! Der ADC stand dabei auf neutral! Durch die Dispersion waren die beiden Bilder um 1/4 bis 1/5 verschoben. Das macht bei Venus mit aktuell 15", ungefähr 3" aus. Pi mal Daumen war ein Fenster von 400-700nm offen. Das ergibt pro 100nm ca. 1" Versatz. Im blauen ist die Dispersion höher also im roten. Venus stand da in 36-29⁰ Höhe. Ohne ADC bekomme ich im UV nur Matsch.
Ich habe also den ADC eingestellt und beide Bilder zur Deckung gebracht. Danach war ein fokusieten auf rot gut möglich und das passte dann auch für blau. Habe den neuen ZWO ADC, der nun auch UV tauglich ist.
VG Frank
 
Denkt dran, dass der ADC auch erst ab einer bestimmten Wellenlänge öffnet. Deshalb habe ich mir auch den Pierro ADC gekauft. Ebenso die Kamera.

Gruß, Raul
 
Hallo Holger,
das weiß ich nicht! Habe mir 2020 vor der Mars Opposition einen gekauft. Der ging zwar,aber die Hebel waren schief. Hab den dann zurückgegeben. Dann 2022 habe ich mir den direkt bei ZWO gekauft. Da gab's den alten und den neuen! Der neue wurde mit UV durchlässig beschrieben. Ist auch viel besser in der Verstellung. Habe damit 2022 Jupiter, Saturn und Mars fotografiert.


VG Frank
 
OK, dann habe ich den alten, zum Glück habe ich da mit dem ZWB2 keine Einbußen feststellen können.
Mit dem IR Cut zusammen geht es da aber auch erst bei 380nm los.

Gruß,
Holger
 
Hi, hab hier sehr brauchbare Info bei Johns B. reply auf CN gefunden:
Beste Kombi wäre Bessel U Chroma plus Pierro Astro ADC plus Newton.
CS Mike
 
Interessant Frank,
das würde dann meine TeleView 3x Barlow nicht betreffen, die ich ständig im Einsatz habe, aber sehr wohl meine TV Powermate5x, die aber mangels extrem guten Seeings eh kaum verwendet wird.
CS Mike
 
Hallo alle,
ich behaupte mal, dass die Unschärfe durch Seeing im UV größer ist als die atmosphärische Refraktion. Zum einen machen die Filter ja recht steil Schluss, zum anderen beginnt ja gerade da erst die Empfindlichkeitskurve der Kamera und ist ebenfalls recht steil. Somit hat man eigentlich einen recht schmalen Durchlassbereich.
In allen anderen Bereichen glaube ich schon, dass ein ADC notwendig ist.
Und hier ein neues Bild von mir,

venus 24-4.jpg


aber heute war es knapp. Den ganzen Tag hat es geregnet und als die Wolken aufrissen, war ich schon spät dran für mein Seeing-Beobachtungsfenster. 3 Filmchen konnte ich machen, dann kam eine Wolkenfront. 20 lange Minuten musste ich warten, bis diese vorbeigezogen war. Aber dann konnte ich immer noch etwa 30 gute Filmchen einsammeln.
Bei der Bearbeitung habe ich weitere Experimente gemacht und mit einem eigentlich zu kleinen Radius geschärft. Die Bilder waren verrauscht, aber das Randartefakt blieb sehr schmal.
Viele Grüße
ralf
 
Hallo Ralf,
schöne Aufnahme, könntest Du das mit den vielen Avis erklären ?
Sind die alle in diesem Bild verarbeitet oder nur das beste ?

Wie kommst du beim Dobson auf F12,5 ?

Gruß,
Holger
 
Erst recht grobe Schärfungen bringen die schwachen Details zum Vorschein.
Grobe Schärfungen bringen auf einer verrauschten Fläche generell Strukturen zum Vorschein. Auch wenn keine da sind. Das folgt einfach aus der Mathematik, die dahinter steckt.

Schärfung bewirkt immer eine Kontrastverstärkung. Das fängt am Rand an, wo der Kontrast schon maximal ist, in dem sich das Randartefakt bildet. Innerhalb des Randartefakts bildet sich dadurch eine dunklere Zone, die wiederum den selben Effekt in abgeschwächter Form nach innen in das nächste Artefakte weitergibt. Da noch etwas Rauschen drauf et voila hast du deine Strukturen. Bei der Venus hast du zusätzlich noch die Phasen, sodass sich an den Polen besonders helle Zonen bilden sollten. Meiner Meinung führt das bei der Venus sogar dann zu zusammengedrückten wurstartigen Zonen mit ein paar Klumpen drin, wenn im Material absolut nichts drin ist.

Im UV zeigt die Venus einigermaßen Strukturen. Im Weißlicht nicht. Kann ja sein, dass da noch irgendwo schwächste Strukturen im Material verborgen sind. Aber was daraus gemacht wird, hat nichts mit Realität zu tun. Das ist zum größten Teil geschärftes Rauschen.

Früher sahen so Bilder furchtbar aus. Heute machst du den mit einer Maske weg, lässt du noch selektiv eine KI drüber laufen und alles ist wieder schön glatt und natürlich. Bei Mars und Jupiter mit ihren starken Kontrasten macht das Sinn, aber Venus ist Venus. Die sollte man dann auch Venus sein lassen.
 
Hallo Holger,
die vielen Filme mache ich, weil ich beim Dobson eine Bildfelddrehung habe. Bei Venus jetzt fällt diese gerade aber kaum auf, da sie ziemlich genau im Westen steht. Außerdem habe ich das Gefühl, das Ergebnis wird besser, weil ich ja in einem 2. Schritt erneut die gestackten und vorgeschärften Bilder stacke und neu selektiere. Auch werden Helligkeitsunterschiede gerne von AS!3 als Qualitätsunterschied gewertet.
Ich nutze eine Abbe-Barlow, eigentlich auf 2x gerechnet. Wenn ich andere Planeten mache und einen ADC brauche, dann kommt noch etwas Abstand dazu und der Vergrößerungsmaßstab ist etwas größer, sie soll bis 3x gut funktionieren. Ich müsste aber noch mal nachrechnen, welcher Maßstab das gerade wirklich ist, denn ich habe wild mit Zwischenringen hantiert.
Viele Grüße
ralf
 
Hallo alle,
ich behaupte mal, dass die Unschärfe durch Seeing im UV größer ist als die atmosphärische Refraktion. Zum einen machen die Filter ja recht steil Schluss, zum anderen beginnt ja gerade da erst die Empfindlichkeitskurve der Kamera und ist ebenfalls recht steil. Somit hat man eigentlich einen recht schmalen Durchlassbereich.
In allen anderen Bereichen glaube ich schon, dass ein ADC notwendig ist.
Und hier ein neues Bild von mir,

Den Anhang 325574 betrachten

aber heute war es knapp. Den ganzen Tag hat es geregnet und als die Wolken aufrissen, war ich schon spät dran für mein Seeing-Beobachtungsfenster. 3 Filmchen konnte ich machen, dann kam eine Wolkenfront. 20 lange Minuten musste ich warten, bis diese vorbeigezogen war. Aber dann konnte ich immer noch etwa 30 gute Filmchen einsammeln.
Bei der Bearbeitung habe ich weitere Experimente gemacht und mit einem eigentlich zu kleinen Radius geschärft. Die Bilder waren verrauscht, aber das Randartefakt blieb sehr schmal.
Viele Grüße
ralf
Hallo Ralf,
könntest du uns bitte auch das geschärften UV Bild ohne Topaz Denoise zeigen?
CS Mike
 
Hallo "Joetaiga",
ich habe nichts gegen kritische Stimmen. Ergebnissoffen formuliert ist das sogar besser und führt zu mehr Erkenntnis. Ob deine Meinung "ergebnissoffen" ist, das kannst du am Ende dieses Beitrages nur selber entscheiden.
Im UV zeigt die Venus einigermaßen Strukturen. Im Weißlicht nicht.
Das ist falsch. Es gibt Weißlichtbilder von Venus, die zeigen deutlich Strukturen. Diese sind i.d.R. aber kleinräumig.
Aber was daraus gemacht wird, hat nichts mit Realität zu tun. Das ist zum größten Teil geschärftes Rauschen.
Mit Realität hat das wirklich nichts zu tun, denn es sind z.B. Falschfarbbilder und die Kontraste sind deutlich überhöht. Ein schmaler, etwas dunklerer Wolkenstreifen wird zu einem hunderte Kilometer breiten Wulst, auch das könnte man als "falsch" betrachten. Unrecht hast du aber, wenn du glaubst, das sei geschärftes Rauschen. Wenn ich meinen Stack in 2 Teile teile, und das habe ich zum Test auch gemacht, um die Wolkenbewegungen zu zeigen, dann tauchen dieselben Strukturen auf.
Weiter oben hatte ich ja vermutet, dass ich schon im Livebild Strukturen sehen kann und gestern konnte ich das wirklich bestätigen. Wind sorgte nämlich dafür, dass das Scheibchen deutlich bewegt wurde auf dem Laptop, so konnte ich Display-Artefakte ausschließen. Zur Bestätigung habe ich dann das Livebild in der Vorschau stark gestreckt und ich erkannte deutlich dieselbe Struktur. Übrigens konnte ich nur dunkle Strukturen erkennen.
Heute machst du den mit einer Maske weg, lässt du noch selektiv eine KI drüber laufen und alles ist wieder schön glatt und natürlich.
Mit Masken arbeite ich nur insofern, dass ich die Sobel-Randerkennung nutze. Kein Lasso, kein Radiergummi oder "Zauberstab" oder so etwas. Der Sobel-Algorithmus erkennt die kontrastreichsten Bereiche und maskiert diese.
Das mit der KI ist schwierig und ich bin mir selber noch nicht sicher, was ich davon halten soll. Es gibt furchtbare Ergebnisse. Ich selber verwende diese äußerst moderat. Ich schärfe ein Bild in Topaz DeNoise nach. Da kommen keine neuen Strukturen hinzu, aber die vorhandenen werden "knackiger". Ich bearbeite ein solches Bild fertig und mische es zu 30 oder 40 % unter das unbehandelte Ergebnis. Der Gewinn an subjektiver Schärfe ist aber marginal. Ich kann, wenn ich etwas Zeit habe, das auch gerne hier mal zeigen.
Und zum Schluss folgendes Angebot: Ich habe (aus gewissen Gründen) meine Rohdaten noch aufgehoben. Wenn Interesse besteht, dann kann ich mal einen Film hochladen, bzw. zur Verfügung stellen und jeder darf sich daran austoben.
Viele Grüße
ralf
 
Grobe Schärfungen bringen auf einer verrauschten Fläche generell Strukturen zum Vorschein. Auch wenn keine da sind.
Das sehe ich aus meiner Erfahrung bei der Venus nicht so.
Ich kann im sichtbaren Licht grob schärfen und es zeigen sich da keine Strukturen. Im IR, was als Summenbild eigentlich strukturlos wie die Aufnahme im visuellen Licht aussieht, tauchen Strukturen auf. Klar sind die dann überbetont.

Außerdem gilt für mich, je besser das Seeing und je mehr Strukturen im Summenbild, desto feiner die Radien.
Jupiter mit den zahlreichen Details schärfe ich viel feiner als die Venus. Da tritt bei sehr kleinen Radien sehr schnell ein generelles Rauschmuster in den Vordergrund.

So extrem grob sind meine Radien auch nicht. Das Summenbild vergrößere ich auch vor der Bearbeitung auf 150% damit die Schärfungen nicht so grob sind.
Hauptsächlich Fitswork Layer 2 & 3. Dennoch gegenüber z.B. Jupiter eine ganz andere Herangehensweise, da ist es eher Layer 1&2

Ralf: Dann addierst du also alles Summenbilder zu einem End-Summenbild ?
66% ist auch ein recht hohe Verwendungsrate.

die vielen Filme mache ich, weil ich beim Dobson eine Bildfelddrehung habe.
Ich versuche pro Avi ca. 10000 Frames zu sammeln und davon stacke ich meist 33 %.
Im IR bei 0,5ms geht das mit über 200fps sehr schnell.
Im UV komme ich bei 18ms auf knapp über 50 fps. Also um die 3 bid 4 Minuten auf der EQ-Plattform.
Da spielt die Bildfelddrehung eigentlich keine Rolle.

Gruß,
Holger
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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