Verschwommenes Bild bei beobachtung

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Hallo Rainmaker,

also wäre deine Schlussfolgerung für mich:
Lieber kein Dobson, sonder eher ein 114/900 oder 114/1000er für deepsky, da ich sonst mit dem Dobson zu viele Schwierigkeiten haben würde es zu justieren?

MFG Marvin
 
Hallo Marvin,
der Regenmacher meint ganz sicher Dein Bresser Pollux.
Einen Newton zu justieren ist ein Kinderspiel. Ein Dobson wird grundsätzlich und immer vor der Verwendung justiert. Aufbau, Abbau, Transport und vieles mehr sorgen immer für eine mehr oder weniger starke Dejustage. Das gehört einfach dazu.
Mit einem 15 € Justierlaser ist die Justage in 1-2 Minuten erledigt.
Also keine Bange!

CS

Dietmar
 
@Rainmaker Die Optik des 114/900 war auch gut, aber: Der Hauptspiegel war gedämmt und der Tubus hinten dicht, d.h. keine Auskühlung möglich. Der Fangspiegel war geklammert und die Klammer war im optischen Weg, was beim Sterntest grauenhafte verbogene Beugungsringe zeigte. Die Fangspiegelspinne hatte zu dicke glänzende Arme. Der Okularauszug war zu lang, fokussiert im optischen Weg und verchromt.

Das sind alles Dinge, die man ändern kann, aber ohne gab es halt keine gute Abbildung. Von daher kann ich den 114/900 nicht empfehlen, auch wenn er im Budget liegt.

Marvin: Mit Dobson meint einen Newton in einer Dobson-Montierung. Mir ist kein Dobson mit einem 114/900 bekannt, Selbstbauten ausgenommen. Die 114/900 Newtons haben eine (schlechte) parallaktische Montierung. Es ist eine Geschmackssache, welche Montierung man bevorzugt. Im Forum werden in der Regel Dobsons empfohlen, weil sie billig und stabil sind. Eine Nachführung kann man mit einer Eq-Plattform realisieren, wobei die nicht billig sind, wenn man sie kauft, aber man kann ohne leben. Eine parallaktische Montierung ist in stabiler Ausführung sofort teurer.

Ein 114/900 ist ein klassisches optisches Design, was trotz sphärischem Spiegel ganz gut funktioniert. Ein 114/1000 ist typischerweise ein Katadiopter, wie Du einen hast, und die funktionieren ziemlich schlecht. Klingt ähnlich, ist aber was ganz Anderes.

114 mm liefert leider nicht viel Licht. Klar kann man damit viel Spass haben, aber 150 mm liefert mehr Licht und macht mehr Spaß. Wie ich sehe, gibt's keine Dobsons mit 150 mm und f/6, sondern nur mit f/8, was weniger Blickfeld hat und einen längeren Tubus, oder f/5, was teurere Okulare braucht, um es auch zu nutzen.

Das hier wäre sowas:


Und das hier wäre eine parallaktische Montierung, die so einen 150 mm Newton wie im Dobson gut tragen kann (ohne Teleskop!):


Ich denke, jetzt siehst Du den Preisunterschied.

Michael
 
Hallo,

@ Marvin,

das war ganz sicher nicht meine Schlussfolgerung. Nutze deine Gurke und versuche sie so gut wie möglich zu justieren. Mit einer Vergrößerung von knapp 70x und 150mm Öffnung geht schon eine ganze Menge. Ja es hätte alles besser laufen können, aber Fehler ermöglichen dir zu lernen. In diesem Fall wirst Du nachher wohl nie wieder Angst vor einem Justierlaser oder einem Justierokular haben. ;)

Die 114/900 kann man zur Not recht gut benutzen, aber die Montierung ist üblicherweise eine EQ-2 und die ist selbst auf einem guten Stativ unter so einem Gerät ein Wackeldackel. Falls dein Gerät wirklich absolut unbenutzbar bleibt, dann würde ich gebraucht einen ollen 114/900 mit 1,25" Anschluss für max. 50,- Euro beschaffen und auf deine EQ-3 montieren. Auf der fühlt sich der kleine Newton deutlich wohler. Aber Achtung der Rückschritt bei der Lichtsammelfläche ist kein ganz kleiner.

Die 114/1000 Katadiopter würde ich keinesfalls anschaffen, deshalb auch der Tip direkt einen Wegschmeißhenkel anzuschaffen, denn den wirst du sofort benutzen wollen.

@ Michael,

alle genannten Punkte sind richtig. Die Ausführung ist ganz sicher nicht optimal, zumal sie ja mindestens 50 jahre alt ist. Nur verbiegen sich nicht die Beugungsringe, nur weil etwas in den Strahlengang hineinragt. Ich schätze, dass da ein Problem bei einer oder mit beiden Fassungen der Spiegel vorlag. Der einseitige Verschluss des Rohres ist übrigens nicht ganz so schlimm wie man annehmen mag. Die thermische Masse des Spiegels ist ja recht gering und ermöglicht trotzdem relativ schnell das Gerät zu nutzen, selbst wenn es aus der warmen Stube kommt. Ich habe mehr als acht Jahre so ein Gerät genutzt und auch einigen anderen Amateuren so eines vermittelt und nie gab es Probleme mit unrunden Beugungsringen. Die kleinen Spiegel scheinen zu einem sehr großen Prozentsatz ziemlich gut zu sein. Die Mechanik der EQ-2 ist da ein ganz anderes Thema.
Die 150er f/8 Dobsons sind sicherlich etwas länger, aber gerade diese zusätzliche Länge macht sie meiner Meinung nach etwas einfacher in der Handhabung. Man muss nicht gar so sehr vor dem Dobson auf die Knie fallen und die Sitzposition ist etwas angenehmer. Klar, man erkauft sich das mit einer größeren Sperrigkeit des Gerätes, aber wer auch nur halbwegs körperlich fit ist sollte beim Transport keine Probleme haben. Sehr hilfreich ist auch, dass mit f/8 auch die einfacheren Okulare ziemlich problemlos funktionieren, was die Kosten am Anfang doch sehr deutlich drücken kann. Silberplössel reinwerfen und zufrieden sein, außer vielleicht mit dem Augenabstand. ;)


MfG

Rainmaker
 
@Rainmaker Bei im Vergleich zur Öffnung sehr dicken Streben sieht man die Interferenz zwischen den Mustern der Apertur und der Streben, was die Ringe verzieht. Das war bei der Blechklammer auch so. Die Entfernung der Blechklammer am Fangspiegel hat sehr geholfen. Der geschlossene Tubus hat definitiv Probleme bei Planeten gemacht, denn nach der Öffnung war das Bild viel ruhiger. Ich habe mit einer Kamera Sterntests vor und nach den Veränderungen gemacht, d.h. es war klar messbar. Das Bild "pumpte" regelrecht. Vielleicht hatte der dicke Dämmschaum unter dem Spiegel aber mehr Einfluss. Ich kann das nicht sagen, weil ich den zusammen mit dem Deckel dahinter entfernte. Zum Schluss war das Teleskop jedenfalls klasse und ich erinnere mich gerne an viele Beobachtungsabende. Für mich als Anfänger war das damals aber eine steile Lernkurve, dahin zu kommen.

Ein 150 mm f/8 ist ein schönes Gerät, aber ein 150 mm f/6 ist ähnlich unkritisch bei Okularen und immer noch ziemlich lang, macht mit einem 2" OAZ aber wirklich einen Unterschied beim Feld. Ich finde es schade, dass f/6 so selten angeboten wird. Von den Kosten her sollte es kein Unterschied sein. Parallaktisch montiert wird man aber unter einer EQ5 nicht glücklich und das ist natürlich schon ordentlich Geld im Vergleich zum Dobson.

Ein gebrauchtes Gerät ist ein guter Vorschlag bei kleinem Budget, idealerweise von Amateurastronomen in der Nähe, die bei den ersten Schritten helfen, damit man das Gerät auch einzusetzen weiss.

Michael
 
Hallo Michael,

richtigen Dämmschaum habe ich noch hinter keinem der 114er gesehen. Bisher gab es nur bei einigen eine strukturierte Kunststofffolie und eine sehr dünne Lage Schaumstoff (1mm?) hinter dem Spiegel. Bei den meisten Geräten die ich gesehen habe war diese Lage aber längst verloren gegangen, denn man konnte sie problemlos mit dem Finger entfernen ohne den Spiegel auszubauen.
Ich weiß ja nicht ob bei den neueren 114ern die Fangspiegelhalterung anders konstruiert ist, aber bei den alten war die Klammer nur sehr schmal gehalten und konnte gerade die Spitze des Fangspiegels klemmen. Große Störungen hat diese schmale Klammer bei mir nie verursacht und man hätte sie auch schwer entfernen können, denn da der Fangspiegelhalter hohl war hätte man auch nicht ohne weiteres kleben können.
Wirkliche Temperaturprobleme habe ich bei den kleinen Dingern eigentlich nie erlebt. Nach einer halben Stunde Auskühlzeit konnte man eigentlich immer richtig loslegen und die Cassiniteilung war im 6mm Zeiss-Ortho sehr deutlich. Mehr ging leider nicht, da zu der Zeit gute Okulare noch richtig Geld gekostet haben, das Zeiss war für mich schon ein absoluter Glücksfall.


MfG

Rainmaker
 
Ich meine, es wären wenigstens 5 mm Schaumstoff gewesen. Dünn war es jedenfalls nicht. Dahinter war dann die Kunststoffplatte, die alles dicht abschloss. Ich kann es ein wenig verstehen, dass man den Spiegel von hinten bei einem Anfängerteleskop mechanisch und vor Staub schützen will, und dass ein extra Deckel als Spritzteil mehr kostet. Ich baute Schaumstoff und Deckel aus, klebte Korkstücke als Abstandhalter auf den Spiegel und erlebte ein deutlich ruhigeres Seeing.

Die Klammer bedeckte einige Millimeter des Fangspiegels und war eigentlich zu groß für das Teil. Die Fangspiegelhalterung war in der Tat hohl und umschloss den Fangspiegel mit einem dicken Rand, d.h. durch eine neue Spinne mit neuer Halterung sank die Obstruktion deutlich. Den Fangspiegel verklebte ich. Die dicken glänzenden runden Streben wurden durch dünne Blechstreben ersetzt.

Vorher waren die Spikes dick und weiß, danach wesentlich dünner und in Regenbogenfarben, und die Beugungsringe rund und besser zu erkennen.

Es gibt sehr viele Variationen, wie Details eines 114/900 gebaut werden, wie man im Netz sehen kann. Vermutlich wird verbaut, was gerade an Teilen billig zu bekommen ist und da kam ich halt nicht gut weg, aber das kann jedem anderen Anfänger auch passieren.

Das Skywatcher 150/1000 ist da schon eine ganz andere Qualität. Nicht perfekt, aber wie ausgeliefert gut benutzbar. Der Tubus ist für den 2" Skywatcher OAZ zu kurz, also habe ich ihn verlängert und den OAZ getauscht. GSO baut direkt einen 2" OAZ ein. M44 ist mit 2" wunderbar. Und M27 oder M57 profitieren sehr von 150 vs. 114 mm. Das ist eine wunderbare Einsteigerklasse und als Dobson recht günstig, wenn auch dann mit f/8.

Michael
 
Nach all den Diskussionen hier, hätte ich nochmal kurz eine Frage an Dietmar. Wo könnte ich denn einen justierlaser für 15€ bekommen? Ich habe nur welche für das Geld gefunden, die aus China in 2 Monaten geliefert werden. 20€ wären auch Ok.

MFG Marvin
 
Marvin, da habe ich mich mit dem „15 €-Laser“ wohl etwas weit aus dem Fenster gelehnt.
Die Zeiten der Justierlaser für unter 15 € scheinen vorbei zu sein. Unser Laser kostete etwas über 10 €. Nicht zu unterscheiden von den Lasern, die im Fachhandel angeboten wurden. Das ist allerdings knapp 5 Jahre her. Ich bin ziemlich sicher, dass ich den über eBay gekauft habe. Der günstigste Preis, den ich heute für ganz kurzfristige Lieferung aus Deutschland gesehen habe, war € 26,47 incl. Versand. Dieser hier . Und der gleicht unserem Laser wie ein Ei dem anderen. Schau mal, das ist unserer:

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100 % noch immer der Gleiche.

Das Gute: Der Laser funktioniert. Er lässt sich in 7 Stufen dimmen, was die Justage am Tag, bei Dämmerung und auch bei Dunkelheit ermöglicht. Das haben oft Laser, die mehr als das Doppelte kosten nicht.

Beim Ali kostet da Ding übrigens € 13,73 + Versand. Allerdings mit erheblicher Wartezeit.


Bei einem sehr günstigen Justierlaser musst Du grundsätzlich aufpassen, dass er selbst gut justiert ist. Sonst nützt er Dir nichts. Aber ob der Laser ordentlich arbeitet, lässt sich einfach überprüfen: nach erfolgter Newton-Justage wird der Laser einfach in der Okularaufnahme verdreht. Trifft der Laser immer noch ins Loch, ist er OK. Ist er dagegen wieder auf der „Zielscheibe“ sichtbar, ist der Laser Schrott. Nachjustieren des Lasers selbst Ist bei den günstigen Modellen in der Regel nicht möglich.

CS

Dietmar
 
Hallo Marvin, ich habe gesehen, dass Du auch die Sonne abgebildet hattest. Dazu noch eine Anmerkung: hoffentlich mit einem Filter VOR der Öffnung des Teleskops und nicht mit Filtern zum Einschrauben ins Okular! Diese sind extrem gefährlich für Augen und Kamera, weil alles Licht und Hitze im Brennpunkt im Okular gebündelt wird. Können leicht platzen und dann ist Dein Auge kaputt durch die Strahlung der Sonne! Immer Frontfilter verwenden! CS Ulrich ?
 
Das stimmt. Und daran kann man sehen, wie sich die Erkenntniswelt bei den Amateurastronomen verändert und verbessert.
1985 habe ich noch ganz munter mit einem Vixen 60/800 mit den kleinen schwarzen Schraubfiltern auf dem Okular die Sonne beobachtet. Das war damals Hersteller-state -of-the-art und wurde so beworben und verkauft. Heute ist die Erkenntnis irgendwie weiter...
Heute schaue ich mir die Sonne mit dem Teleskop nur noch per Okularprojektion an. Und nur mit unverkitteten Huygens-Okularen.

Guido
 
Mir hats 1978 beim 114/900 Newton den roten Sun Filter in der Mitte durchgebrochen nach 1 Minute beobachten. Hab dann einen neuen gekauft und prompt das gleiche erlebt. Warnung gabs da keine. War gerade 15 Jahre alt.
 
Auf der Bresser Seite wird das Teleskop mit einem Filter abgebildet, der vorne auf dem Tubus aufgesetzt wird.
 
Hi alle, aber auch bei Filtern vorne gibt es solche und solche. Bei Markenfiltern fühle ich moch eher sicher, als wenn ich nicht weiss, was da dazugepackt wird. Ich will nichts negatives unterstellen-immerhin sehr positiv wenn Frontfilter sls Zubehör dabei sind. Schön wäre es wenn die Beschreibung was über den Filter aussagt - Marke, Transmission u. ä.

Ich hab mir die Okularfilter aufgehoben falls ich mal jemand den Unterschied erklären muss. Aber ans Teleskop kommen die niemals.

CS Ulrich
 
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