Versuch der Schneckenradherstellung

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Ergebnis aus Versuch 2

Hallo,

ich will euch mal wieder auf Stand bringen was die Getriebemanufaktur angeht.

Inzwischen sind die beiden Schneckengetriebe (RA und DEK) fertig. Oder besser gesagt, es ist je 1 Stk. aus der Kellerarbeit hervorgegangen (ob ich wirklich fertig bin... siehe unten).


So sieht das RA-Getriebe im eingebauten Zustand aus:


Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/ramess1.jpg


Oben die Schneckenwelle, gelagert in Messing-Buchsen als Gleitlager, die in Alu-Lagerböcken eingeklebt sind. Am rechten Ende der Schneckenwelle sitzt ein kleines 50er Schneckenrad (Modul 0,5 von Mädler). Dieses wird über eine kleine Welle mit aufgeklebter Schnecke angetrieben. Diese Welle läuft beidseitig in Miniatur-Kugellagern. Ein kleiner Schrittmotor (aus einem Laptop-Drucker, evtl. doch zu schwächlich) treibt über eine 15/30er Zahnradkombination die Welle an.

Auf dem linken Ende der Schneckenwelle sitzt eine Wellenmutter, die zur Einstellung des axialen Spiels der Schneckenwelle dient. Der linke Lagerbock ist das Festlager, der rechte das (axiale) Loslager.

Unterhalb des Schneckenrades auf der Stundenachse ist ein Teil der Hebelplattenkupplung zu sehen, mit der später die Achse geklemmt wird (wo das "R" drauf ist).

Unterhalb des Rades lugt übrigens bereits eine Ecke der halbmond-förmigen Platine der späteren RA-Elektronik hervor.


In diesem Foto ist der Messaufbau dargestellt, mit dem ich den periodischen Fehler gemessen habe. Der bereits von früher bekannte Drehgeber (schwarzes Gehäuse) sitzt auf einer extern befestigten Linearführung, hat ein Reibrad, und wird von ein paar Gummis gegen den Umfang der Kupplungsscheibe gedrückt, und wird entsprechend bei Drehung der Achse mitgenommen.

Noch ein paar Details:

Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/ravorg1.jpg

Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/raworm1.jpg

Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/raworm2.jpg



Das RA-Getriebe habe ich inzwischen auch eingeschliffen. Die gleiche Methode wie oben beim Kremp-Rad beschrieben (15u-Alox in Vaseline, 20 Umdrehungen mit Akkuschrauber-Unterstützung).

Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/ralaepp1.jpg




Ziemlich gespannt war ich natürlich auf den periodischen Fehler, den das Teil jetzt produziert. Und der ist gar nicht mal so erfreulich:

Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/pe_112.jpg

Die y-Achse ist in Drehgeber-Inkrementen skaliert. Man erkennt einen Pendelfehler mit ca. 5 Inkrementen Höhe, das entspricht 32,5 Bogensekunden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />
Freundlicher geschrieben immer noch +/-16".

Dieser Fehler sah vor dem Läppen exakt gleich aus, in Höhe und Verlauf. Obwohl das Läppen den gefühlten Schneckenlauf deutlich geschmeidiger gemacht hat, war der Einfluß auf den PE nicht erkennbar. Das kann eigentlich nur bedeuten dass der PE auf einen _axialen_ Pendelfehler der Schnecke zurückzuführen ist. Es scheint dass die Genauigkeit meiner Drehmaschine beim Gewindeschneiden dieses Problem verursacht hat!

Der Fehler von +/-16" entspricht einem Axialfehler des Gewindes von ca. +/- 6um.
Das Rad scheint ziemlich gut zu sein, nur die Schnecke nicht! Die 2. vorhandene Schnecke für DE zeigt übrigens exakt das Gleiche.


Der recht sinusähliche Verlauf des Fehler brachte mich auf die Idee einen Gegen-Sinus durch gezieltes radiales Versetzen des kleinen Vorgetriebe-Schneckenrades zu erzeugen. Dabei kommt folgendes raus:


Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/pe_115.jpg


Der PE reduziert sich also auf ca. die Hälfte ( +/- 8,2"), verdoppelt aber seine Frequenz.


Jetzt ist natürlich Guter Rat teuer, wie ich weiter verfahren soll. Zur Auswahl stehen:

- versuchen die Schnecke mit höherer Präzision zu fertigen. Das würde bedeuten ich müsste an meine Drehe eine Kugelrollspindel dranbasteln, um das Gewinde genauer zu schneiden. Und diese Spindel qualitativ hochwertig an die Hauptspindel ankoppeln (Übersetzung 1:2). Eine solche Spindel hätte ich rumzuliegen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

- versuchen den Fehler mit "PEC" zu erschlagen. Hier würde ich dann aber schon eine fest parametrierte Kurve in der Steuerung hinterlegen, die den Sinus wirklich gleichmäßig durchfährt. Für sinnvollen Betrieb wäre ein Nullpunktgeber auf der Schneckenwelle erforderlich. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" />

- irgendwie mechanisch was tricksen? So wie mit dem versetzten Vorgetriebe...? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/erschreck.gif" alt="" />

- einfach mal so lassen und glücklich sein? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pftroest.gif" alt="" />


Was meint Ihr dazu? Habe gerade den Blues... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/krank.gif" alt="" />


Viele Grüße
Martin
 
Re: Ergebnis aus Versuch 2

Hallo Martin

Leider ist das eine typische Erfahrung, wenn man das "Rad ein weiteres mal" erfinden will. Ganz am Anfang (26.01.06)schrieb ich einmal, daß der Aufwand für die ganze Bastelei sich wohl kaum lohnen wird......und nun nach diesem Marathonthread wäre interessant, welche Superantriebe man für den Aufwand wohl kaufen hätte können - aber das ist ja hier nicht die Frage.
Ich finde es trotzdem eine mehr als anerkennenswerte Leistung, was hier mit nicht geeigneten Mitteln zustande gebracht wurde und vor allem als äusserst lehrreich mit handfesten Ergebnissen. Da ich nicht annehme, daß mit Bastlermethoden wesentlich bessere Ergebnisse zu erzielen sind als Deine hier, denke ich man kann die Erkenntnissreihe hiermit eher abschließen.

Nochmals Hut ab vor Deiner Leistung, ich denke ein von Dir gefertigter Antrieb unter Verwendung geeigneter Maschinen wäre allemal ein Spitzenprodukt.

Gruß

Johann
 
Re: Ergebnis aus Versuch 2

Hallo Martin,

ich hätte einen Vorschlag, um den periodischen Fehler der Schnecke zu verringern:

Du könntest eine zur Schnecke passende Mutter drehen und diese unter Zugspannung mit der Schnecke einschleifen. Beide Teile werden wohl den selben periodischen Fehler haben, aber durch das Schleifen könnte er verschwinden.

Voraussetzung ist dabei, dass Schnecke und Mutter fest in einer linearen Führung montiert sind. Sonst führt der Fehler zu einer Kreiselbewegung der Mutter und die Fehlerkurve wird nur 'runder'.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Cibulski
http://www.martin-cibulski.de/atm/
 
Re: Ergebnis aus Versuch 2

Hallo Martin

das mit dem Muttern-Drehen ist schwierig. Für M16
sind die normalen Innen-Gewindemeißel zu groß. Außerdem müßte man diese Mutter genau in der richtigen "gegenphasigen" Orientierung zur Schnecke ansetzen. Es gibt leider keinen festen Bezug bei der Gewindeherstellung, d.h. man müsste die Mutter zuvor vermessen wo ihre "dicke" Seite ist. Und dann das Führungsproblem... wird wohl nicht ganz so einfach.

Viele Grüße
Martin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Die China-Drehe ist schuld !

Hi zusammen,

der PE spricht chinesisch! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/ooo.gif" alt="" />


Habe mal schnell eine Idee der vergangenen Nacht getestet: Messen wie gleichmäßig der Vorschub zum Gewindeschneiden bei meiner Drehmaschine eigentlich funktioniert.

Kurz als Einführung für die Nicht-Selbstdreher unter uns: zum Gewindeschneiden an der Drehmaschine gibt es eine sogenannte Leitspindel. Diese dient dazu den Support, das ist der Schlitten wo das Werkzeug montiert ist, exakt synchronisiert mit der Hauptspindel (das ist die Welle mit dem Futter, wo das Werkstück eingespannt wird) linear weiterzubewegen. Das Übersetzungsverhältnis bestimmt die Gewindesteigung.

Um diese Steigung für das jeweilige Gewinde einzustellen sind bei einfachen Drehen sogenannte Wechselräder verfügbar. Ein paar dieser Zahnräder, mit den passenden Zähnezahlen, verbinden Haupt- und Leitspindel miteinander.

Bei meiner Drehe ist das Verhältnis für eine Gewindesteigung von 2mm (für das M16-Schneckengewinde) genau 1:1, da zufällig auch die Leitspindel 2mm Steigung hat.

Hier ist zu sehen das in diesem Fall 5 Zahnräder im Spiel sind, um den Weg zwischen Haupt- und Leitspindel (ganz unten) zu überbrücken:

Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/leitsp2.jpg


Die Spindel selbst ist bei meiner Drehe recht grobschlächtig. Ein einfaches Trapezgewinde TR20x2.

Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/leitsp3.jpg


Auf dem Foto rechts verschwindet sie im sogenannten Schloßkasten. Das ist der untere Teil des Supports. Dort drin befindet sich eine geteilte Mutter, die über einen Hebel geschlossen werden kann, und dann den Support an die Spindel kuppelt, damit dieser bei Drehung der Spindel mitgenommen wird.

Um der Sache jetzt mal genauer auf den Zahn zu fühlen habe ich einen schnellen Versuchsaufbau gemacht: Der Drehgeber wird so montiert dass sein Reibrad von der Linearbewegung des Supports mitgenommen wird (hier ist einfach ein Prisma als Distanzstück und glatte Fläche zwischengelegt).


Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/leitsp1.jpg


Die Pulse des Drehgebers werden einfach in festem Zeitraster in den PC eingelesen, während die Drehe läuft. Das ist eine grobe Methode: es wird nicht wirklich der Übertragungsfehler zwischen Hauptspindel-Drehung und Support-Verschiebung gemessen, sondern einfach die Verschiebung über die Zeit. Das Ergebnis stimmt nur wenn die Hauptspindel-Drehung wirklich mit exakt konstanter Geschwindigkeit erfolgt.

Deshalb war diese Messung nur mal als grobe Orientierung gedacht.



Was dann aber rauskam hat mich echt verblüfft:

Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/pe_leitsp.jpg


Wenn ** DAS ** nicht meinen PE erklärt... !

Die Höhe des Fehlers beträgt ca. 8 Inkremente, das entspricht 12,6um in der Linearbewegung. Also ein Pendeln mit einer Amplitude von +/- 6,3um. Und das passt GENAU zu dem gestern vermuteten Axialfehler der Schnecke von +/- 6um...
Auch die Periode stimmt genau.

Und auch die Form des Fehlers! Eine Seite eher spitz, die andere eher abgerundet...


Wie genau wäre mein Getriebe wohl geworden ohne diese schrottige Spindel??


Natürlich ist die Entscheidung bereits gefallen dass ich jetzt nochmal was nachlegen muss... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />


@Matthias: Nach dieser Erkenntnis werde ich es bestimmt nicht schaffen mit dem aktuellen Stand glücklich zu sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

@Johann: Nüchtern betrachtet hast Du natürlich recht. Inzwischen betrachte ich es aber fast nur noch sportlich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />
Danke für die anerkennenden Worte!


Viele Grüße
Martin
 
Re: Ergebnis aus Versuch 2

Hallo Martin,

vielleicht habe ich mich nicht klar ausgedrückt, aber ich denke, die Phase ist bei dem Verfahren egal. Die Mutter soll nur auf der Schnecke hin und her geschraubt werden. Dabei kommen alle Positionen des Gewindes einmal aufeinander zu liegen. Also auch ein 'Berg' an der Flanke des Schneckengewindes mit dem Berg am Muttergewinde, was sich abschleifen würde.
Wenn dann auf der gegenüberliegenden Seite die Täler sich gegenüber liegen, ist dort ein Spalt von 2 x 12 µm und es wird nichts abgeschliffen. In anderen Positionen ist die Schleifwirkung anders, aber es wird nie so sein, das die Täler sich besonders stark abschleifen.

Ich denke, es müsste ähnlich wie beim Spiegelschleifen funktionieren, wo alles, was übersteht, abgeschliffen wird und schließlich perfekte eine Kugelfläche übrigbleibt.
Genauso würden Schnecke und Mutter am Ende eine gleichmäßige Steigung haben, so dass die Schleifwirkung an allen Stellen gleich ist.

Vielleich lohnt sich ja ein spezieller Gewindestahl, um das mal auszuprobieren.
(Oder das Schleifmittel in die Schlossmutter geben, da müsste es auch funktionieren ;-)

Mit freundlichen Grüßen
Martin Cibulski
 
Re: Die China-Drehe ist schuld !

Hallo Martin

Seit Ende Januar komm ich aus dem Staunen nicht mehr raus! Es würde mich natürlich um so mehr feuen, wenn Du mit einer ordentlichen Drehe deinem Projekt den letzten Feinschliff verpassen würdest und den PEC auf < 5" drückst.

Losmandy hat wohl in seiner Werkstatt auch zwei Drehen stehen, den sonst würde er nicht optionell die präzisen Schneckenwellen anbieten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Viel Erfolg und ....
 
Re: Ergebnis aus Versuch 2

Hi Martin,

ok, das hatte ich wirklich erst mal falsch verstanden.

Du meinst man müsste die Teile bei etwa konstanter axialer Belastung gegeneinander schleifen, wobei beide Teile gegen Verkippen geführt werden.

Dann hat man bei Berg-Berg eine kleine Kontaktfläche mit starker Schleifwirkung, und bei der Winkelstellung (180° später) wo beide Teile genau (oder zumindest besser) zusammenpassen wenig Schleifwirkung.

Wobei erforderlich sein müsste dass das "Werkzeug" die gleiche oder weniger "Schiefe" hat als das Werkstück, also z.B. auch eine perfekte Mutter sein dürfte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" />

Interessante Idee... wird sowas irgendwo angewendet?


cs
Martin
 
Re: Ergebnis aus Versuch 2

Hallo Martin,

ob solch ein Verfahren schon angewendet wird, weiß ich nicht. Ich habe mir das ausgedacht, weil ich bei meinem Teleskop wohl einen ziemlich großen Schneckenfehler habe und daran zum Fotografieren etwas verbessern möchte.

Die lineare Führung sollte einfach möglich sein. Die Schnecke ist bereits präzise drehbar gelagert. Die Mutter muss sich dann nicht drehen und kann z.B. an einem Winkeleisen befestigt (geschweißt) werden, welches an einer Linearführung angeschraubt ist.
Vielleicht probiere ich das einmal mit meinen M8 Schrauben aus. Da kann ich dann eine normale M8-Mutter verwenden.

Gruß,
Martin
 
Re: Ergebnis aus Versuch 2

das mit über mutter einschleifen hört sich ziemlich vernünftig an. eben auf der arbeit hab ich wieder mal nen bock geschossen, anstatt den pinsel in den fetttopf zu tauchen, hab ich ihn in der dose mit handwaschpaste versenkt, nicht gemerkt, fett ins loch, 24er schraube mit schlagschrauber hinterher gejagt.....
ich sag euch, die sah nachher aus <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/totlach.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/totlach.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/totlach.gif" alt="" /> sowas darf man eigentlich keinem sagen...... naja, wie auch immer, das funzt bestimmt.
 
Re: Ergebnis aus Versuch 2

Hi Martin,

sehe ich das richtig, dass die Führung *exakt* parallel sein muss, damit man hinterher nicht wieder ein verkipptes Gewinde hat?

Die Schnecke hat einen Fehler von 6um, der wirksame Durchmesser liegt um die 14mm. d.h. wenn man den Fehler um einen Faktor 3 auf 2um reduzieren wollte, müsste die Parallelität der Anordnung atan(2um/14mm) = 0,008° sein?


cs
Martin
 
Re: Ergebnis aus Versuch 2

Hi Martin,

das dürfte beim Einschleifen nach dem Negativ-Verfahren das Hauptproblem sein, das Mutterngewinde ausreichend genau auszurichten.

Mit einer normalen Mutter wird das nicht gehen, dafür fehlen zum Einrichten die Referenzflächen, eher mit einem Fräsling mit entsprechend orientieren Flächen und einem Steg, in den dann das Gewinde gesetzt wird. Dazu noch eine Bohrung normal zum Gewindeloch zum Einbringen des Schleifmittels -Schleifemulsion <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />-.

CS

J.
 
Schneckenfehler wegschleifen ?

Hallo Martin,

wahrscheinlich reicht es, wenn die Mutter auf die Schnecke gedreht und dann fixiert wird. Im schlimmsten Fall steht sie dann um 6 µm schief.
Trotzdem sollte das Gewinde am Ende gerade werden, denn auch an der Mutter wird etwas weggeschliffen (wie an einer Spiegel-Schleifschale, die ja zu Beginn auch nicht perfekt sphärisch ist).`
Wenn die Mutter zu Beginn möglichst gerade fixiert wird, hat das den Vorteil, dass insgesamt weniger lange geschliffen werden muss (weniger Materialverlust !).

Gruß,
Martin Cibulski
 
Re: Ergebnis aus Versuch 2

Hallo Martin,

auch ich kann nur Staunen was Du da so schaffst. Am beeindruckendsten sind für mich die Meßmethoden und Deine Fehleranalysen, also wirklich Hut ab.

Der Fehler kann wie Du annimmst von der Gewindespindel her kommen. Es kann aber auch sein daß ein Zahnrad im Antrieb,
Wechselrad zb., im Teilkreis nicht genau rund läuft. Dann kommt es zu einer geringfügigen Drehzahländerung der Spindel
während einer jeden Umdrehung und zu dem gleichen Fehler als wenn das Trapezgewinde selbst nicht stimmt.

Ob die Methode mit dem Einschleifen über eine Mutter funktioniert kann ich nicht sagen, aber ich bezweifle daß man die Sache entsprechend zueinander ausgerichtet bekommt.

Warum drehst Du die Schneckenwellen nicht nochmal auf einer anderen Drehmaschine neu? Es gibt zwar keine Garantie daß es dann klappt aber bestimmt eine reelle Chance.

Nun weiß ich nicht wo Du wohnst, aber ich würde Dir meine
Drehmaschine, eine ältere aber geplegte Weiler LZ 220 dazu
zur Verfügung stellen. Ich bin im Odenwald in Südhessen zuhause. PN ist zur Zeit etwas schwierig weil ich nur über meinen Firmenlaptop zu meinem Server komme, aber machbar.

Bei Interresse und nicht zu langem Anfahrtsweg bitte melden.
Weiterhin alles Gute und frohes Schaffen!

Grüße!
Hans
 
Re: Ergebnis aus Versuch 2

Hallo Hans,

dein Hinweis dass die Fehlerursache statt der Spindel auch die Wechselräder sein könnten ist völlig richtig. Es kommen jedoch nur die Verzahnung der Hauptspindel und das Zahnrad auf der Leitspindel in Frage, da die anderen Räder nicht mit der gleichen Drehzahl laufen wie die Leitspindel. Das wäre dann bei meiner Messung aufgefallen, in dem Fall hätte der Fehler keine Periode von 2mm gezeigt.

Um auszuschließen dass es die Verzahnung auf der Hauptspindel ist habe ich inzwischen noch eine weitere Messung gemacht, mit einer Übersetzung für Steigung 1,5mm. Aber auch hier ist der Fehler genau periodisch mit der Drehung der Leitspindel.

Mittlerweile tippe ich als Ursache auch auf die Lagerung der Leitspindel. Zur axialen Führung wurde dort einfach ein Stellring auf die Spindel aufgeschoben und verstiftet. Wenn das Ding um 6um schief sitzt, was ich durchaus zu glauben bereit bin, kann es auch hiervon kommen.


Inzwischen habe ich mit eine Lagerung für eine Kugelrollspindel gefertigt, die ich demnächst mal als Ersatz für die Leitspindel einbauen und vermessen werde. Damit hoffe ich auf genauere Ergebnisse.

Ich werde dann einfach das jetzige Schneckengewinde nochmal minimal nachschlichten.


Vielen Dank für das Angebot die gute alte Weiler benutzen zu können! Ein Arbeitskollege spekuliert seit langem auf eine Weiler, interessanterweise ist er auch Odenwälder <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Mal sehen wie weit ich mit meinen Keller-Methoden komme...

Viele Grüße
Martin
 
Re: Versuch 2: jetzt mit Führungsgetriebe

Hallo,Martin
erstmal <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/i_respekt.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grknie.gif" alt="" /> vor deinen Mechaniker-versuchen-klingt jetzt vielversprechend
warum wird denn professionell Guß-Bronce bzw. messing verwendet?und warum die schnecke in stahl?
selbst plane gerade ne neue Monti(ein wenig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />)mit Rekt. 85er achse,dekl.77er achse gelagert in kegelrollenlager O-Anordnung
fürs den Refraktor (ab 8" aufwärts) brauch ich mind. ein 300er Schneckenrad(viele Anbieter gibts ja nicht,dann gleich 2000-3000 € <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/erschreck.gif" alt="" />)
was spricht gegen maschinebau-schneckenräder(Fa.Hoener)(tauschen kann mna später immer noch jetzt Rekt.später Dekl. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />,wenn die Kohle dann reicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" />

selbermachen(schneckenräder) scheidet aus-bin nur Holzwurm <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />
Gruß
 
Hallo nochmal,

wegen gelegentlicher Rückfragen, und um diesem alten Thread einen Abschluss zu verpassen: in Interstellarum 59 sind Verfahren und Ergebnis beschrieben.

Das nur zur Info, da ich den Inhalt erst nach 12 Monaten an anderer Stelle veröffentlichen darf.

cs
Martin
 
Hallo Martin,

"Hut ab" vor Deinem Selbstbauwillen und Durchhaltevermögen. :respekt2: :applaus:

Ich habe eben erst den Beitrag entdeckt und komplett durchgelesen.
Das war spannender als jeder Kriminalroman.

Bei meiner Eigenbau-Monti habe ich D=150 Schneckenräder von Kremp verbaut.
Den Schneckenfehler habe ich bisher noch nicht vermessen.
Aber soweit läuft alles prima, nachdem ich die Rundlauffehler der Schnecken korrigiert habe.
Der Autoguider wirds (falls nötig) hoffentlich richten, wenn ich mal Deepsky-Fotos mache.

Der Bericht in der Interstellarum interessiert mich.
Eine Drehbank habe ich, aber Schneckenräder werde ich wohl weiterhin kaufen.
Sonst werde ich mit meinen Bastelaktionen nie fertig. :pfeif:

Liebe Grüße
Uli
 
Haben sich die Gleitlager eigentlich als optimal erwiesen? FAG rät ja gerne mal zu einer Kombination aus Schrägkugellagern (Festlager) und Rollenlager (Loslager) ...
 
Hallo Eike,

ich sehe bei den Gleitlagern eigentlich kein Problem, dass man mit Wälzlagern nicht auch hätte.

Eine Wälzlagerung braucht jedoch mehr Bauraum, d.h. auch eine längere Schneckenwelle, und das war für mich das entscheidende Kriterium zugunsten der Gleitlager. Es ist auch etwas schwierig die Steifigkeit der Kugellager abzuschätzen.

cs
Martin


 
Hi,

ich habe mich für mein Projekt für Nadel-Schrägkugellager entschieden. Etwas größer als Gleitlager, aber kann einwandfrei als Festlager wirken.

Hast Du bei den Gleitlagern die Möglichkeit eine axiale Spannung einzustellen?
 
Hallo Martin,

erstmal Hut ab vor der sauberen Leistung!

Trotzdem eine Anmerkung:
Da drehst de Dir aufwendig Schnecke und Schneckenrad, um sie dann mit nem Akkuschrauber einzuschleifen? ?)
Geht das nicht auf Deiner Drehe?

Also da würde ich nochmal drüber nachdenken: Deine Schnecke ist ziemlich lang und ich kenne keinen Schrauber, der wirklich rund läuft. Die Schnecke kriegt mit jeder Umdrehung mindestens zwei Schläge 180° versetzt. Wenn ich das richtig sehe.

Ich hab das auch mal mit nem Schrauber gemacht. Das is irgendwie nix. Oder?

Viele Grüße
Matthias
 
Hallo Matthias,

die Einschleiferei liegt schon 3 oder 4 Jahre zurück, und hat in Anbetracht des erreichen PE dem Getriebe keinesfalls geschadet...

Der Rundlauf des Akkuschraubers dürfte kaum eine Rolle gespielt haben, der war ja sowieso nur von Hand gehalten und hat entsprechend rumgeeiert. Aber die Schnecke ist ja beidseitig gelagert.

Einschleifen macht man am besten nur im End-Montagezustand, d.h. in die Montierung eingebaut.

cs
Martin
 
Hallo Martin,

ja, ist ne Weile her, stimmt schon.

Naja, wie dem auch sei.
Ich würde es nicht zum Nachahmen empfehlen. Man sollte wenigstens versuchen, eine flexible Kupplung zwischen zu bringen und sachte mit der Drehzahl sein.

Viele Grüße
Matthias
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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