Verwirrender Markt für kurze Refraktoren

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Reccios
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Reccios

Mitglied
Hallo zusammen,

in meinem ersten Thema habe ich mich noch ganz allgemein nach einer zukunftstauglichen Einsteigerausrüstung informiert, es kamen dazu auch einige hilfreiche Antworten, mit denen ich die Richtung einschränken konnte. In den vergangenen Tagen habe ich mir die zwei vorgeschlagenen Wege, ein kurzer Refraktor und einen leichtbauenden Reisedobson, näher angeschaut. Ich bin mir nun zu 90% sicher, dass es der kurze Refraktor als Startpunkt sein soll.

Mein Plan sieht aktuell wie folgt aus: Anschaffung eines hochwertigen, kurzen Refraktors auf einer leichten Montierung, mit der zum einen der Refraktor visuell und zum anderen eine Kombination aus CSC und Standard- sowie Teleobjektiven (bis 200mm, maximal 300mm) photographisch genutzt werden soll. Ziel ist eine leichte Reiseausrüstung für erste Widefield-Erfahrungen (bisher habe ich nur Strichspuren und Kurzzeitbelichtungen gemacht), die später um eine stabilere Montierung für die Photographie durch den Refraktor oder durch ein anderes Teleskop ergänzt werden soll, mit dem dann tiefer in den Deep-Sky-Bereich eingestiegen werden soll.

Als Montierung hatte ich etwas in der Richtung EQ2 gedacht, für die es auch ein astrophotographisches Set gibt. Das Stativ würde ich wohl gegen ein Berlebach ersetzen (davon habe ich mehrere hier). Ob diese Lösung für meine Zwecke taugt weiß ich allerdings nicht. Die NEQ3 erscheint mir fast schon wieder zu schwer als Reiselösung?

Neben der Frage der Montierung gibt es für mich die noch weit größere des Refraktors. Da ich ein leichtes Reisegerät suche wollte ich nicht über 80mm Öffnung gehen. Hochwertig sollte es schon sein, preislich allerdings mit ein oder zwei Okularen unter 1.000 Euro liegen.
Nun habe ich bei verschiedenen Händlern geschaut und bin von der Masse an Produkten fast erschlagen. Zumal sich die Unterschiede teilweise kaum zeigen. 80/480 klingt für mich zum Beispiel nach einer guten Lösung, da kriege ich bei einem Händler eine APM Triplet APO 80/480, zum gleichen Preis auch ein TS Triplet APO 80/480, bei dem es sich scheinbar um das gleiche Teleskop handelt. Etwas teurer ist das Explore Scientific 80/480, das dafür aber auch mehr Zubehör bietet (unter anderem auch einen Feldkorrektor). Nur wie unterscheiden sich die drei optisch? Kommen sie womöglich vom gleichen Band? Als Alternative gibt es auch ein TS Quadruplet APO 80/520 mit integrierter Feldkorrektur, oder günstigere Teleskope als 80/500mm, 80/560mm oder 80/600mm, anscheinend aber nur zweilinsige Bauweise (wobei mir ein guter Zweilinser lieber ist als ein schlechter Dreilinser). Ein 70/420 Zweilinser wird gerade bei einem Shop günstig beworben, auch ein Quadruplet 65/420 scheint gerne empfohlen zu werden.

Aktuell gefällt mir speziell das Explore Scientific 80/480 ganz gut, weil die Werte in meinen Augen stimmen, ich das umfangreiche Zubehör als Einsteiger gebrauchen kann und daher der Preis attraktiv ist, aber auch weil ich eine sehr schnelle und freundliche Reaktion vom Service des Herstellers bekam und mir auch dieser Punkt wichtig ist (ich habe allerdings andere Hersteller diesbezüglich noch nicht getestet, also keinen Vergleich). Nur finde ich gerade zu diesem Teleskop fast gar keine Berichte.

Langer Rede kurzer Sinn, ich blicke da überhaupt nicht durch, habe aber auch noch keine Seite gefunden, die nachvollziehbare Vergleiche anbietet. Beispielaufnahmen findet man zuhauf, aufgrund meines photographischen Hintergrundes kann ich auch einschätzen was ich da sehe - nur fällt es mir schwer zuzuordnen, was der Optik, was der Kamera und was den sonstigen Bedingungen zuzuordnen ist.

Wer kann helfen?

Liebe Grüße
Sascha
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sascha,

Wenn ich es mal aus meiner Sicht drastisch formulieren darf: Also konsequent für die Tonne eingekauft. Der kleine Refraktor wird einer derjenigen sein, mit denen man nach 2 Jahren sowieso nicht mehr wird fotografieren wollen, die EQ-2 wird eine Montierung sein, von der man nach weniger als 2 Jahren erkennt, dass die wohl doch nicht für die Fotografie gedacht war und final entscheidet man sich dann für eine Montierung, für die das ganz vernünftige Berlebach dann doch wieder zu klein ist. Weil man bei den Okularen seine Vorlieben noch nicht kannte, oder irgendeine Eigenschaft die andere "überbewertet" nannten dann doch haben will, kommen auch die unter den Hammer.

Summa summarum hat man dann für viel Geld eine Menge Erfahrung gesammelt, was ja auch was wert ist. Dann wird alles neu angeschafft, und zwar vermutlich sowohl der dicke Dobson mit dem man für kleines Geld beobachtet, während der Edelapo auf Edelmontierung mit Autoguider belichtet.

Oder nicht?

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

bei der EQ-2 gebe ich Dir absolut recht, die ist fototechnisch platt gesagt unbrauchbar.

Aber welche Alternative schwebt Dir beim APO vor?

Meines Erachtens sind zumindest die genannten Triplet APOs sehr gut für den Einstieg in die Astrofotografie geeignet.

Lieber 2 Jahre Erfahrungen sammeln statt 2 Jahre auf den EdelAPO zu sparen. Da gibt es genug zu lernen und verbessern, bis es nur noch die Abbildungsqualität betrifft.

Kleiner Tipp: Hol Dir als Erstausrüstung was vom Gebrauchtmarkt, die kriegste normalerweise ohne großen Wertverlust wieder veräußert, wenn Du merkst Du brauchst doch was besseres.

CS
Volker
 
Hallo Sascha, Hallo Sven!

Sascha, ich würde mir da nicht zu viel Stress machen. Ich habe sehr lange Zeit damit verbracht, mich für einen 4"-Apo zu entscheiden und am Ende hatte ich doch nur Ärger - mit verschiedenen Modellen.

Mein Vorschlag - fachlich nicht nachvollziehbar aber pragmatisch: entscheide Dich für das Gerät, welches Dir intuitiv am besten gefällt. Dass ein bestimmtes Fabrikat im Vergleich zu einem anderen in einem Test besser ist, heißt noch lange nicht, dass dies für die gesamte Serie gilt, die vom Band gefallen ist.

Svens Meinung, dass das Geld für Dein geplantes Gerät in die Tonne geworfen ist, kann ich überhaupt nicht teilen. Als Reisegerät ist so ein kurzer Refri doch super!

In jedem Fall solltest Du bei dem Kauf sicherstellen, dass Du keine Gurke erwischst, v.a. Rückgaberecht einräumen lassen. Mein Tip geht auch zu diesem Anbieter:

http://www.teleskop-spezialisten.de/shop/ED-APO/bis-80mm:::1_32.html

Der testet und justiert die Geräte, bevor er sie verkauft. Viele Händler behaupten, sie testen vorher, er tut es wirklich.

Beste Grüße,
Norman

 
Hi,

noch kleine Anmerkung:

Wenn ich das richtig verstanden habe und zu zunächst mit Teleobjektiven fotografieren möchtest, dann spar Dir das Geld für den kleinen APO und arbeite mit Sucherguiding. Das ist gut genug bei den Brennweiten und um Klassen günstiger.

Steck das gesparte Geld dann lieber in die Monti + nen guten Autoguider.
Den haste ja noch gar nicht erwähnt.

CS
Volker
 
Hallo zusammen,

danke für die Antworten, aber irgendwie läuft das Thema in meinen Augen in die falsche Richtung. Ich verstehe nicht ganz, warum ein kleiner Refraktor nach ein paar Jahren keinen Spaß mehr bereiten sollte? Genau dieser wurde mir, was ich ganz nachvollziehbar finde, doch als sinnvoller Einstieg in die Astrophotographie und als langfristig sinnvolles Reiseteleskop für die visuelle Beobachtung empfohlen. Wenn es logische Gründe dagegen gibt, dann nur heraus damit. :)

Auch was die kleine Montierung angeht finde ich die Äußerungen zweifelhaft, sofern da keine Begründung mehr kommt. Ich habe schon etliche Berichte gelesen, in denen Hobbyastronomen neben dem großen Equipment für zu Hause eben auch eine leichte Montierung für Unterwegs nutzen, teilweise sogar häufiger. In meinem Urlaub werde ich eine Montierung wie die HEQ5, EQ6 oder noch größer jedenfalls ganz sicher nicht mitnehmen. Auch habe ich nicht vor, das Berlebach dann dafür zu nutzen - mein Leica-Vermessungsstativ (Ausführung schwer) schon eher. Aber beides ist eh schon vorhanden und erzeugt keine Zusatzkosten. Ob da eine EQ2 nun reicht kann ich natürlich nicht beurteilen, aber nochmal: eine schwere Montierung mit in den Urlaub zu nehmen erschließt sich mir nicht.

Ich bin seit über zwanzig Jahren leidenschaftlicher Hobbyphotograph im Landschaftsbereich und photographiere da sowohl mit analogen Fachkameras, deren Qualität von keiner aktuellen Digitalkamera erreicht werden kann, bis hin zu kleinen kompakten Systemkameras. Für jeden Zweck das richtige Werkzeug.

Eigentlich war meine Frage ja, wie ich bei dem Dschungel an Angeboten durchblicken soll. Danke Norman für deinen Beitrag dazu, genau das hatte ich mir so ähnlich auch schon gedacht. Falls dazu noch ein paar weitere Antworten kommen bin ich dankbar dafür.

Und bitte nicht falsch verstehen, falls auch zu den restlichen Punkten noch Anmerkungen kommen freue ich mich. Für mich ist der Astrobereich eine Welt, die sich gerade erschließt und ich suche hier Hilfe, weil ich eben keine Lust habe zweimal zu kaufen, sondern die Einstiegslösung auch langfristig nutzen möchte.
 
Hi,

kurz zur EQ-2.

Es fehlt die Korrekturmöglichkeit (sprich Motor) für die Deklinationsachse und Du hast keinen Polsucher.

Reicht das als Argument? ;)

Minimalst würde ich die EQ-3 nehmen. Außer Du willst ein Ultra leichtes Reisegerät.

Grüße
Volker
 
Hallo Sascha,

kleiner APO-Refraktor ist super, ein Gerät was man immer wieder gerne mitnimmt u. superschnell aufgebaut hat.

Da Du bis ca. 1000.- Euro gehen willst hier mein Tip, und der ist garantiert nicht für die Tonne, sondern wenn man will für's ganze Leben:

Takahashi FS-60CB, 60mm Öffnung u. 355mm Brennweite, zwei TeleVue Okularen mit den Brennweiten Deiner Wahl.

Vielleicht geringfügig mehr als 1000.- Euro, würde so sagen 1300,(inkl. Okulare) aber im Öffnungs/Leistungsverhältnis nicht zu überbieten. Ein kleines Traumgerät mit atemberaubener Abbildungsqualität, und Mechanik, wofür es keinen Grund gibt es je wieder herzugeben.

Grüsse Manfred
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Sowohl ich als auch ein Sternfreund "um die Ecke" haben den Triplett-Apo von Wolfi, 80/480. An den Gerät gibt's es nichts zu meckern, visuell. Fotografisch müsste man sich noch um die Bildfeldebnung kümmern.
Solch ein Gerät wird ein Leben lang Freude machen, auch wenn man sich irgendwann etwas Größeres kauft.
 
Hallo Sascha,

EQ2 und Photo: Tonne.

80mm f/6 ED Triplett plus Flattener für Photo: Gut.

60mm Tak für Photo: o.k.

60mm Tak für visuell: Zu klein.

Alternativen für Photo? Borg:

www.sciencecenter.net/hutech/borg/71fl/index.htm

Weitere Alternativen für Photo:

5" oder 6" Newton + Komakorrektor. Der bringt visuell mehr.

Mein ernstgemeinter Tip:

Egal welches Teleskop du dir kaufst: Spare nicht an der Montierung!

CS,Karsten
 
Hallo Sascha,

Zitat von Reccios:
Auch was die kleine Montierung angeht finde ich die Äußerungen zweifelhaft, sofern da keine Begründung mehr kommt. Ich bin seit über zwanzig Jahren leidenschaftlicher Hobbyphotograph im Landschaftsbereich und photographiere da sowohl mit analogen Fachkameras.... Für jeden Zweck das richtige Werkzeug.

in meiner Ausbildung war die Hasselblad für drausen und 9x12cm und 13x18cm im Studio der Standard. Ich kenne also die entsprechenden Stative. Fotographie und Astrofotographie sind zwei Paar völlig verschiedene Stiefel.

Ich habe den gleichen 80/480 wie Uwe Pilz, ein feines,kleines Gerät. Aber ein Linhofstativ mit einem 2D-Neiger ist selbst visuell damit überfordert. Glaub mir, unter einer EQ3 geht da gar nichts.

Gegenfrage: was kostet denn ein 2-fach Konverter für Dein 200er Tele? Wäre das kein Weg für Dich um Erfahrungen zu sammeln?

Gruß Uwe
 
Hallo Karsten,

warum waere ein 60mm Tak fuers Visuelle zu klein? Ich denke es kommt auf die Einstellung an.
Von der Aesthetik her wuerde ich den kleinen Tak vor einem 80mm ED stellen.

Gruss

Mike
 
Moin Mike!

> warum waere ein 60mm Tak fuers Visuelle zu klein?

...wenn ich mich als rein Visueller mal in eure Ergüsse dazwischenmogeln darf: 60 mm ist eine Sucheroptik, auch wenn sie dreilinsiger ED-Super-APO oder sonstwas Edles ist! Das ist der Kasus knacktus: Es fehlt in solchen Röhrchen an Licht und Auflösung - wegen zu geringer Öffnung!
Aus demselben Grund würde ich mir auch kein 80 mm APO-Röhrchen für x-hundert Euro anschaffen wollen, weil das einfach zu mickrig ist. Okay, "Reise-Optik" - aber wie oft verreist man im Jahr schon?

Wer mit 80 mm Öffnung rumfotografieren möchte, soll das machen, und es werden auch sicher brauchbare Ergebnisse dabei rumkommen. Dann aber bitte nicht bei der Montierung sparen: Was nützt der dickste Hammer, wenn der Stiel wackelt?! ;)

BTW: Ästhetik nützt dir garnix, wenn Du Sachen wegen mangelnder Öffnung nicht siehst. 60 mm haben nunmal enge optische Grenzen, da hilft auch nicht der berühmte Name oder irgendeine Form der Sonderphysik, die ja gerne mal bei den Besitzern als Argument herhalten muß.
 
Hallo Winni,

kommt Dir dieses bekannt vor:

Jetzt aber los...
Ab und an wird - entweder aus Unkenntnis oder aus was für Gründen auch immer -
über "so kleine Teleskope" gelästert. Solchen Leuten kann man folgendes Beispiel
aus der Geschichte der Astronomie vorhalten:
Friedrich W. Argelander schuf zusammen mit seinem Assistenten 1852-59 die
berühmte "Bonner Durchmusterung". Es handelt sich dabei um einen Katalog für
die Positionen und Helligkeiten von 324.198 (!) Sternen. Einziges Hilfsmittel
bei der Erstellung dieses Werks war ein Fernrohr von 78 mm Öffnung, 630 mm
Brennweite und neunfacher Vergrößerung! (Das Teleskop aus der Werkstatt von J.
Fraunhofer befindet sich heute noch in Bonn und kann besichtigt werden.)
Das zum Thema "Kleine Teleskope sind nutzlos, Spielzeug" usw. - Galilei wäre
froh gewesen, wenn er so einen Tchibo-Spiegel gehabt hätte. :)


Hab ich auf Deiner Homepage gefunden.. :Trost:

Denke jedes Teleskop hat seinen Himmel....



Grüsse u. immer CS Manfred

 
Hallo Mike,

Gegenfrage:
Was heißt für dich "Ästhetik" im Zusammenhang mit Teleskopen?

Winnie hat das schon zusammengefaßt was ich auch denke:
Es fehlt dem 60mm Apo an Licht und an Auflösungsvermögen.

Ersteres und letzteres bedeutet daß es ab etwa D x 1,5 am Planeten
an seine natürlichen Grenzen kommt. Am Mond geht Helligkeitsbedingt
auch D x 2 aber das Auiflösungsvermögen des Teleskopes
ist eben begrenzt, mehr als bei D x 1,5 sieht der Normalsichtige
bei D x 2 auch nicht.

Das begrenzte Lichtsammelvermögen macht sich bei vielen
Deep Sky Objekten bemerkbar. Besonders die Galaxien
brauchen fast alle so viel Lichtsammelvermögen wie nur möglich.

Mit relativ kleiner Öffnung zu photographieren halte ich,
anders als Winnie, aber für eine ganz gute Entscheidung.

Damit kann man lernen und später, wenn man die Grundlagen beherrscht,
dann eine größere Öffnung mit mehr Brennweite wählen.

CS, Karsten
 
Hallo Manfred,

Bei der Bonner Durchmusterung wurden Sterne beobachtet und vermessen. Das ist für 78mm Öffnung und 300.000 Zielobjekte eine ordentliche Fleißleistung, aber optisch kein Problem. Aber erstens reden wir hier von 60mm Öffnung und nicht von 78mm, und desweiteren sollen keine Sterne beobachtet werden, sondern Planeten und Deepskyobjekte.
Insofern vergleichst Du hier Äpfel mit Birnen.

Auch ich halte 60mm visuell für zu klein. Egal ob Tak oder Omegon oder was auch immer. Ich habe einen 80er ED und wünsche mir oft genug mehr Öffnung für meinen Schnellspechtelrefraktor.

Öffnung ist nur durch mehr Öffnung zu ersetzen.

Bis dann:
Marcus
 
Moin Manfred!

> kommt Dir dieses bekannt vor:

Ja, sicher kommt mir das bekannt vor - das Kapitel ist bei mir seit Februar 2004 (8 Jahre und 3 Monate) beendet, dem Datum der letzten Änderung im Tchibo-FAQ. Aber es ist doch ein Unterschied, ob man einen farbreinen 50-Euro-Tchibo-Torpedo einsetzt oder eine 60-mm-Takahashi-Optik, die was-weiß-ich-für-wieviel-x-Hundert Euro hier als Wunderteleskop verkauft wird. Da müssen die Verhältnisse doch einigermaßen stimmen...

Jedes Teleskop hat seinen begrenzten Himmel - besonders die kleinen Röhren.
 
Hi Karsten, hi Winnie,

Karsten, unter "Aesthetik" in Zusammenhang mit Teleskopen vertehe ich zunaechst die Abbildung der Sterne. Das heisst nadelfein, ohne irgendwelche Schwaenze oder Farbhoefe.

Natuerlich sind bei 60mm Grenzen gesetzt, gar keine Frage. Aber einen Kugelsternhaufen als Beispiel loese ich auch mit 3 Zoll nicht auf. Dann doch lieber bei dieser Groessenordnung 1 Zoll weniger und eine perfekte Abbildung, so sehe ich das. Und natuerlich kann man auch mit einem 80mm ED schoene Beobachtungen machen.

Ich finde man sollte so kleine Optiken nicht unterschaetzen, wie gesagt, ist sicher eine Sache der Einstellung.
Und wo ist hier die Grenze? Im Bereich Deep Sky gibt es viele Objekte, die ich schon mit 4 Zoll wunderbar beobachten kann. Aber auch viele, fuer die selbst 12 Zoll nicht reichen.

Gruss

Mike
 
Servus.

Und natuerlich kann man auch mit einem 80mm ED schoene Beobachtungen machen.

Ich habe 80mm als Sucher wenn auch keinen ED, aber - es fehlt einfach an Licht, das lässt sich nicht wegdiskutieren.

In diesem 80mm Refraktor sind nicht viele Nebel und Galaxien zu sehen, die allermeisten sind zu schwach.
Auch von den hellen Messierobjekten sieht man einfach nicht viel, da er eben nicht viel Licht sammeln kann.

die ich schon mit 4 Zoll wunderbar beobachten kann. Aber auch viele, fuer die selbst 12 Zoll nicht reichen.

Natürlich kann man mit vier Zoll viele Beobachtungen machen, das habe ich auch schon getan, aber man stößt auch schnell an die Grenzen mit vier Zoll Öffnung.
Es gibt auch Objekte, die für 20 Zoll grenzwertig sind, aber man kann mit 12 Zoll einiges mehr machen als wie mit vier Zoll.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Hallo Mike,

Das heisst nadelfein, ohne irgendwelche Schwaenze oder Farbhoefe.

dem kann ich m ich anschließen.

Aber ich sehe nicht daß das ein "Alleinstellungsmerkmal" des 60mm Tak wäre.
Das können doch alle anderen visuell farbreinen und annähernd perfekt
justierten Refraktoren ebenso.

Mir dem 60mm Tak kommt man bei D x 1,5 nur auf 90x
während man mit dem 80mm Apo wenigstens auf 120x kommt.
Gut, am Planeten ist das auch nicht gerade der Bringer.

Naja, ich sehe es eben eher wie Winnie und Marcus:
Visuell zählt die Öffnung, solange die Qualität der Optik
dabei gut genug ist.

MfG,Karsten
 
Hallo Sascha,

Zitat von Reccios:
Auch was die kleine Montierung angeht finde ich die Äußerungen zweifelhaft, sofern da keine Begründung mehr kommt. Ich habe schon etliche Berichte gelesen, in denen Hobbyastronomen neben dem großen Equipment für zu Hause eben auch eine leichte Montierung für Unterwegs nutzen, teilweise sogar häufiger.

Natürlich tun sie das. Astrofotografie lässt sich ja nicht einfach nur mit ja/nein beantworten in Bezug auf ein Setup.
Schau, wenn ich Sternfelder fix auf einem Stativ bei ca 15sec einfangen kann, daß gerade noch so keine Sternverzeichnung stattfindet, dann ist ja klar, daß selbst eine EQ2 mit ungefährer Nachführung hier treue Dienste leisten kann, eben solange ich mit der Brennweite sehr sehr moderat umgehe. Schau mal im Netz, was einige Leute aus einer einfachen Uhrwerkmontierung wie der Purus oder einer selbstgezimmerten Barndoor so alles rausholen. Mit steigender Brennweite, sprich Vergrößerung steigt aber die Anforderung an die Montierung, und zwar nicht nur was die Tragfähigkeit betrifft, sondern auch die Ganggenauigkeit der Getriebe.
Die EQ2 nun ist eine recht preisgünstige Montierung, da wird eben an allen Qualitätsschrauben gedreht bis der Preis passt.
Was heraus kommt ist eine visuell brauchbare Einstiegsmontierung für kleine u/o kurze Rohre.

Ich schätze aber, DEINEN Ansprüchen, was Fotografie betrifft, wird sie schon nach sehr kurzer Zeit nicht standhalten können.

Genannt wurde ja auch schon, daß sie keinen Polsucher besitzt. Der Polsucher würde helfen, die Montierung von Grundauf schon einmal genauer Aufstellen zu können.

Hilfsweise ginge das auch mit Kompass und ungefährer Polhöhe, aber wieder a) nur visuell brauchbar oder b) Fotografie mit kurzen Brennweiten und kurzen Belichtungszeiten.

In meinem Urlaub werde ich eine Montierung wie die HEQ5, EQ6 oder noch größer jedenfalls ganz sicher nicht mitnehmen.

Stimmt, die beiden Montierungen sind ob ihres Gewichtes wirklich nicht dafür gedacht, mit ihnen weite Strecken zu gehen. Vielleicht wäre eine alte aber gepflegte Vixen GP oder GP-DX für dich das Mittel der Wahl. Kurzfristig kannst Du damit schonmal vernünftig einsteigen und langfristig könntest du die Montierung zum Autoguiding aufrüsten.

Zu den Optiken kann ich wenig beitragen. Ich selbst habe mir günstig und gebraucht einen 120/600mm FH von Skywatcher besorgt, mit dem ich an und wann mal herum knipse. Für meine Begriffe sind die Bilder brauchbar, aber weit von Highendaufnahmen entfernt. Ich sag ja, mir reichts und für ebenso gelegentliche visuelle 'Spaziergänge' in der Milchstraße ist der kleine Refraktor gepaar mit einem schönen Weitwinkelokular ein Genuss.
 
Hallo Karsten,

nein nein, als "Alleinstellungsmerkmal" wollte ich den Tak nicht hinstellen. Ich denke Du verstehst wie ich es meine.

Dein letzter Satz bringt es auf den Punkt. Oeffnung, solange die Qualitaet der Optik mitspielt ;)

Gruss

Mike
 
Hi Zusammen,

tja, ich wollte natürlich vor allem Nachdenken provozieren. Hat seine Gründe.
Es ist einfach so, dass die geplante Ausrüstung in einigen Punkten nicht zusammen passt. Natürlich gibt es Sternfreunde die vehement die Foto-Möglichkeiten einer EQ-2 verteidigen aber denjenigen, die sich weiter entwickelt haben, wird sie einfach nicht gerecht und das auch nicht als Reisemontierung. Wobei sich die Frage stellt, was man fotografisch von einer Reisemontierung erwartet - und man findet sich dann schnell bei Giro oder Ayo für unterwegs.

Was den Refraktor angeht, möchte ich den Finger in die Wunde legen, dass das Gerät als Reisegerät und Allrounder und Fotooptik beschafft werden soll und das für teures Geld zwar besser erfüllt als alles andere von der Stange, dann aber eben doch nur in Form von Halbheiten. Als Widefield-Teleskop macht es eben nur das, während man mit mehr Öffnung, zum Beispiel 110mm oder 120mm auch schon deutlich mehr Deepsky bekommt - nur dann als Refraktor wieder nicht mehr transportabel. Fotografisch wird man, damit man die Optik längerfristig nutzen mag, auf einen passenden Reducer/Flattener achten. Da will man doch gerne f/6 anstreben. Diejenigen Fotografen die mit f/6 schon feststellen, dass sie nicht mit einer Stunde Nettobelichtungszeit auskommen, werden mit f/7,5 überhaupt nicht mehr zu bedienen sein, denn mit Darks und Pausen und je nach Kamera RGBI oder Linienfiltern stellt man dann auf einmal fest, dass ein Objekt nicht mehr in einer Nacht machbar ist. Es kommt dann eben eine Foto-Optik mit passend ausgesuchtem Flattener ins Haus. Die kann dann meist auch noch sehr gut Widefield.

Für die Reise aber weise ich immer wieder darauf hin, dass man unterwegs doch vermutlich gerne Deepsky schaut, also Öffnung, Öffnung, Öffnung will. Planeten kann man doch gut von zu Hause aus schauen und dann auch konsequent mit ganz anderem Equipment in anderer Leistungsklasse. Jedenfalls brauche ich bestimmt kein Flugzeug, um eine 80mm Optik am Planeten auszureizen!
Es ist dann konsequenter, sich einen 6" oder 8" Spiegel als Reiseoptik verpacken zu lassen. Da diese Option besteht und man das nach einigen Jahren Erfahrung auch weiß, halte ich es für leicht möglich (und konsequenter), wenn die 80mm Optik also auch in dem Punkt bald ausrangiert und durch das Bessere (des Guten Feind) ersetzt wird.

Wenn dann aber Zug um Zug die als ED recht teure 80mm Optik in allen Disziplinen ersetzt wird, wo bleibt denn dann der Anspruch, jetzt eine Optik anzuschaffen, die auch längerfristig nutzbar bleibt? Ich sehe das ganz und gar nicht umgesetzt und es wäre in dem Falle besser, den Start anders, womöglich mit einer Billigoptik, zu wagen, als so.

Es muss nicht so kommen, jeder entwickelt sich anders, aber die Möglichkeit besteht.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sascha,

wenn Du bereits ein stabiles Fotostativ hast, ist evtl. eine Astrotrac oder Fornax-10 eine gute Alternative zu den üblichen EQ-Montierungen.

CS
Chris
 
Hui, hier ging es ja heiß her :)

Ich sammel mal meine Antworten thematisch:
@Volker, Uwe & Karsten: Danke für eure Erklärung zur EQ2. Die ist für mich nachvollziehbar und verständlich. Es ging mir auch nicht direkt um diese Montierung, ich habe sie nur beispielhaft genannt weil ich sie zumindest schonmal in echt sehen konnte, sondern generell um eine der leichteren Montierungen. Die Idee dahinter habe ich von einigen Webseiten, die empfehlen anfangs eben mit kurzen oder sehr kurzen Brennweiten (also Photoobjektive) mit relativ kurzen Belichtungszeiten (für Astrophotographische Maßstäbe) anzufangen. Zumal ich auch für photographische Experimente eine motorisierte Montierung gut gebrauchen kann. Hier hielt ich die EQ2 für geeignet, ohne mich damit freilich auszukennen. Ich werde mir jetzt nochmal die NEQ3 anschauen und dann entscheiden, ob dir mir gerade für unterwegs noch passt. Die Anschaffung einer größeren Montierung ist von mir auf jeden Fall eingeplant - mir geht es also nicht darum, an dieser Stelle zu sparen sondern vielmehr ein für mich passendes Duo zu finden :)

@alle zur Takahashi-Diskussion: Ich fand den Exkurs ganz interessant, wenn auch wenig zielführend für mich. Als Freund amerikanischer Muscle Cars kann ich wohl bedenkenlos Öffnung mit Hubraum gleichsetzen - man kann nie genug davon haben. Aber in beiden Fällen wünsche ich mir für die Reise dann doch etwas "kompakteres". Und weil Micha es erwähnte, ich Reise viel, weil für mich dazu auch schon die langen Wochenenden bei der Familie auf dem Land zählen. Ein kleines aber feines Reiseteleskop würde sich da lohnen, ein größeres Gerät werde ich hingegen sicher nicht jedesmal mitnehmen.

@Karsten: Den von dir verlinkten Borg schaue ich mir nochmal genauer an, das sieht auf den ersten Blick recht spannend aus. Die vorgeschlagenen Newtons wären sicherlich photographisch eine Alternative und Mittel- und Langfristig möchte ich auf jeden Fall auf den Bereich 6-8 Zoll Newton oder Mak-Newton mit einer entsprechenden Montierung gehen. Nur bin ich mir zum einen nicht sicher, wie gut das als Einsteiger funktioniert, zum anderen will ich damit auch nicht verreisen. Deshalb auch meine ursprüngliche Idee zu etwas kleinem, als kurzfristig als Einstieg und langfristig als Reiseausrüstung.

@Uwe: Wenn ich wollte könnte ich auch direkt zum 500er Tele greifen, nur ist das nicht leichter oder kleiner als einer der genannten 80/480er. Um das Astrophotographisch nutzen zu können müsste also trotzdem eine entsprechende Montierung her. Zudem fehlt mir dann die visuelle Einstiegsmöglichkeit.
Abgesehen davon bleibt bei mir auf Reisen die DSLR mit den größeren Objektiven meist zu Hause. In der Regel ist nur die kleine CSC dabei, eben mit Brennweiten bis 200mm plus eine wirklich kompakte 4x5-Feldkamera mit leichtem Weitwinkel.

----

"Öffnung, solange die Qualität mitspielt" und ich es bezahlen kann, dann stimme ich da gern zu. Und da lande ich eben bei 80mm, wenn ich zu den Dreilinsern schaue und 100mm bei den Zweilinsern. Nur weiß ich bei letzteren nicht, wie sie sich qualitativ verhalten, zumal sie in der Regel eben auch deutlich schwerer sind und damit ein weiterer Schritt bei der Montierung passieren muss - genau das will ich aber eben für die Flexibilität auf Reisen vermeiden.

Und damit stehe ich fast wieder am Anfange, denn eine vernünftige, soll heißen informative Übersicht über die einzelnen Geräte sowie einen nachvollziehbaren Vergleich gibt es nicht.

Ich danke für eure Beiträge und freue mich auf weitere :)

Liebe Grüße
Sascha
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sven,
weil ich meine Antwort verfasste als dein Beitrag noch nicht da war hier nun ein eigenes Posting:

Im Grunde genommen hätte dein Beitrag besser in meinem anderen Thema gepasst, denn da ging es genau um die Frage, welcher grundsätzliche Weg am sinnvollsten ist. Dort hatte ich sowohl meine bisherige Erfahrung, als auch mein langfristiges Ziel genannt, meine gewünschten Motive und die Einschränkungen.
Anfangs wollte ich, wie wohl viele Einsteiger, gleich von Null auf Hundert. Eingebremst hat mich dann genau der Aspekt, der hier immer wieder empfohlen wird - sich selbst anschauen, bewusst machen welcher Aufwand sowohl beim Transport, bei der Vorbereitung, der Ausübung und letztlich auch finanziell von nöten ist. Das hat mich schon auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und für mich steht deshalb fest, dass ich mit einer Lösung beginnen möchte, die mich langsam heranführt ohne deswegen langfristig überflüssig zu sein.
Der Reisedobson, der mir auch vorschwebte und den du ja im Grunde auch als eher langfristige Lösung nennst ist bei mir aus dem Grund ausgeschieden, dass ich damit photographisch gar keinen Einstieg machen kann, also nebenher auf jeden Fall trotzdem noch eine leichte aber gute Montierung für den Einstieg mit Kamera und Teleobjektiven, nur eben ohne Teleskop beschafft werden müsste.
Oder wie sähe dein Plan in meiner Angelegenheit aus?

@Chris: Danke für den Hinweis, beides werde ich mir mal anschauen, da ich was Stative angeht für einen großen Bereich immer das passende bereits hier habe :)

Schöne Grüße
Sascha
 
Hallo zusammen,
ich denke der Ansatz "Schnellpechtel-Reisemontierung" und fotografieren mit dem selben Equipment, ist nicht empfehlenswert. Mit dem kleinen Refi kann man wunderbar auf leichten
Eq- oder auch AZ-Montierungen zur Sachen gehen und es macht trozdem Spaß (allerdings nur im Rahmen der Öffnung- und die ist nun mal begrenzt), aber für Fotografie sollte es eine vernüftige Montierung sein. Warum ?
Eine Fotosession ist schon wegen der Vorbereitung (Planung der Nacht , schiere Dauer der Belichtungszeit, genaues einordnen, Akku-Pack , usw.......) keine spontane Schnell-mal-nebenbei-Aktion.
Nichts desto trotz bleibt ein 80mm ED, oder APO ein gutes Fotogerät, das man auf keinen Fall nach 2 Jahren in die Tonne wirft. Für ausgedehnte Objekte ist er sogar eine hervorragende Wahl. Auch Galaxiegruppen entfalten erst mit genug (Foto-)Umfeld ihren Reiz.
 
Hallo Sascha,

wenn ich mal annehme, dass du fotografisch gut bestückt bist, dann brauchst du doch eigentlich:
1. eine fotografisch nutzbare Montierung
2. eine Röhre für den visuellen Einstieg in die Astronomie
Bedarf an Foto-Optik wirst du anfangs nur bedingt haben. Zuerst gilt es die Nachführung etc. in den Griff zu bekommen.

Als Reise-Optik verwende ich ein Celestron SC mit 5" / f:10.
Bei nicht einmal 30cm Länge und unter 3kg Gewicht passt es incl. Zenitspiegel und Okulare in eine normale größere Fototasche. Gegen meinen Refraktor 4"/f:6 ist es an schwachen Objekten eindeutig leistungsfähiger und wesentlich transportabler.
Durch die lange Brennweite von 1,25m ist es von den Okularen her relativ anspruchslos.
Ich beobachte damit wenn es schnell und transportabel gehen muss auf einer Giro 2 (auf einem Berlebach Stativ).
Für eine gute visuelle Beobachtung brauche ich aber (persönlicher Anspruch) eine vernünftige Nachführung und einen Beobachtungsstuhl, eventuell ein paar Filter, Beobachtungsbuch, Stirnlampe und Karten ..
Da kommt schnell einiges an Geraffel zusammen!
Als Montierung käme für mich, um auch fotografisch loslegen zu können, eher ein Duo aus Giro oder ähnlichem für rein visuell oder aber Super Polaris bis Astro Physics 400 in Frage. Die dazwischen hatte ich teilweise auch und kann sie nur als Lehrgeld abhaken.

Gruß, Andreas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sascha!

Hier geht ganz schön die Post ab wie du inzwischen bemerkt hast. Und falls das noch nicht so direkt geschrieben wurde: die Fotografie muß von der visuellen Beobachtung getrennt werden. Wenn du versuchst, beides unter einen Hut zu bringen, wirst du nur mit irgendwelchen Kompromissen leben mussen. Kompromisse, mit denen du dich ständig rumärgern wirst. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht.
Du hast deine Teleobjektive 200mm und 300mm erwähnt. Wieso benutzt du nicht erst die bevor du dich auf etwas länger brennweitigeres konzentrierst.

Ich habe hier eine GreatPolaris von Vixen, kurz "GP", im Einsatz. Darauf montiert ist eine 450Da mit einem 200mm f/2,8 L. Verpackt in zwei Kisten von 45x35x15cm. Dazu noch ein schweres Vermessungsstativ und das war es dann auch schon. Ich habe aus Gründen der Mobilität in den letzten Jahren immer mehr "gedowngradet", angefangen von einen 150/750-Newton über einen 72er Megrez von WilliamsOptics und bin nun am 200er Tele hängen geblieben. Für viele ist das unverständlich. Aber wenn man betrachtet, wie viele Probleme es mit den Optiken(Newton und Megrez) schon von seiten der Bildfeldkorrektur oder Farbfehler oder der Justierung gibt bzw. gegeben hat, bin ich nun soweit, dass ich eine Optik einsetze, die ausschließlich für die Fotografie entwickelt und gebaut wurde. Da verkippte der Okularauszug, da stimmte der richtige Abstand des Korrektor oder Flattener nicht, da gab es Probleme mit der Justierung - ich hatte irgendwann keinen Bock mehr, mich mit all den Mist in den eh recht seltenen fototauglichen Nächten rum zu schlagen. Und dann gab es wieder nur mittelmäßige Ergebnisse. Ist schon derb frustrierend, kostet Nerven und geht mit der Zeit ins Geld.

Du hast diese Optiken bereits, benutze diese. Du wirst Jahre brauchen bis dir die Motive ausgehen. Die Brennweiten lassen sich sehr gut handhaben. Klar, für Galaxien ist die Brennweite zu kurz, aber für "galaxienfreundliche" Brennweiten brauchst du dann ein ganz anderes Setup.
Als brauchbare, stabile und upgradefähige Montierung schlage ich dir die EQ5 SkyScan vor. Dieser GP-Nachbau bietet dir neben der GoTo-Funktion(autom. Objektpositionierung - sehr hilfreich in der Astrofotgrafie) auch eine Autoguiderschnittstelle an. Alternativ dazu gibt es noch die CAM und die LXD75 von Meade. Alle drei sind GP-Nachbauten die sich nur in der elektr. Ausstattung unterscheiden. Die angegebenen Gewichtgrenzen sind Humbug, fotografisch ist die Hälfte sinnvoll. Da paßt dann später auch ein 80/480 Triplet drauf ohne das es wackelt.
Mit etwas kleineren als der GP(und deren Klone) als Montierung würde ich nicht anfangen. Entweder fehlen die Motoren oder die Autoguiderschnittstelle, eine vernünftige Motorensteuerung oder die Montierung wackelt bei den kleinsten Windhauch und versaut dir das Bild. Die in der Diskussion erwähnten EQ2 oder EQ3-2 sind Spielzeuge und später für größere Optiken nicht zu gebrauchen da zu schwach.

Was du nun noch brauchst ist ein Autoguider. Der MGEN hat sich seit seinem Erscheinen als super brauchbar erwiesen. StandAlone, also ohne unnötiges Laptopgerödel, steuert er sowohl die Montierung als auch die Kamera und kontrolliert die Positionierung der Montierung gegenüber dem Sternhimmel. Ein einfacher 8x50-Sucher reicht als Leitoptik.

Visuell? Da habe ich meistens einen 10"f/5-Dobson neben drann stehen. Aber auch ein 10x50 Fernglas, von mir aus auf einen Stativ, macht Spaß und zeigt viele interessante Objekte.

Mit den von mir beschriebenen Setup wirst du viel Spaß haben und sehr schnell zu einen brauchbaren Ergebnis kommen ohne dich mit Unzulänglichkeiten herum schlagen zu müssen. Eigentlich hätte ich das schon seinerzeit in deinen ersten Thread schreiben müssen, ist aber meinerseits untergegangen. Du hast deine Teleobjektive, benutze sie bevor du dir Gedanken über ein Upgrade machst. Das kostet dir nichts...

Grüsse,
Matthias
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben