Habe mir gerade im Internet die Säulen der Schöpfung angeschaut, aufgenommen vom Hubble Teleskop. Da kann keiner von euch mithalten.
Das ist so nicht ganz richtig. Das Hubble hat eine andere Brennweite und die Filter haben andere Frequenzbereiche. Außerdem ist es im Weltraum. Hubble kann höher auflösen und braucht theoretisch weniger Belichtungszeit. Dafür hat es aber f/24. Da können die Pixel noch so groß sein. Man kann sich die Rohdaten der Hubbleaufnahmen herunterladen und selbst entwickeln. Die Daten sind voller Artefakte. Die Bearbeitung ist eine Pest.
Wenn ich mit einem Amateurteleskop entsprechend sample, und nachführe, habe ich Bilder in einer besseren Qualität, besserer Tiefe mit weniger Artefakten. Nur halt nicht in der Auflösung. Aber wenn man den Abbildungsmaßstab außer acht lässt, kann jeder Amateur ohne Probleme Bilder in Hubblequalität hinbekommen.
@Pelzebub Dein Setup ist für die Größe schon eher eins der leichteren Varianten. Gewicht einzusparen wird hier teuer. Die Belastung messe ich immer an der schwersten Komponente. Eine superleichte Harmonic Drive Montierung hilft wenig, wenn das Teleskop genauso schwer bleibt.
Da du offenbar einen eigenen Garten hast und regelmäßig beobachten kannst, würde ich darüber nachdenken eine Säule zu betonieren, wo die Montierung dauerhaft drauf ist. Grillhaube drüber und fertig. Das habe ich schon seit 10 Jahren so. Die Gewichte bleiben montiert, Teleskop drauf, Okular rein, einschalten, fertig. Dauert keine drei Minuten. Selbst fotografisch bin ich in drei Minuten am Start. Da kannst du auch den S50 im EQ Modus drauf hängen und die ganze Nacht laufen lassen. Das muss nicht perfekt sein. Einfach ein Kanalrohr eingraben, vielleicht bisschen Schotter drunter, mit Beton verfüllen und anstreichen. Kann man auch paar alte Holzbalken zusammenschrauben. Besser als ein Stativ ist das allemal.
Ansonsten bringt ein Binokularansatz große Vorteile in der Wahrnehmung. Das hat allerdings eine Einschränkung. Wenn man ein sehr stark dominantes Führauge hat, dann ist der Effekt weniger groß. Bei mir ist das nicht der Fall. Mond und Planeten sind für mich am Bino eine Offenbarung im Vergleich zum Einzelokular. Selbst Deepsky sehe ich viel mehr, obwohl das Bild weniger hell ist. Bei letzterem kann man mit einem echten Bino, also Großfernglas oder Doppelteleskop, nochmal gut etwas herausholen bei großen Austrittspupillen. Aber das Grundproblem bleibt natürlich: Galaxien und Nebel sind nicht knallhell und bunt. Das sind blasse Flecken mit wenig Struktur. Vom Prinzip her ist das rein visuell unveränderbar. Man kann höchstens den Hintergrund dunkler machen in dem man Lichtverschmutzung vermeidet oder durch beidäugiges Beobachten die Wahrnehmung verbessert.
Wenn du schon eine Kamera mit Wechselobjektiven hast, kannst du einfach einen passenden T2 Adapter kaufen und die Kamera ans Teleskop hängen. Das ist das einfachste und billigste. Nachführung hast du ja. Programmierbarer Fernauslöser ist da halt hilfreich und stacken musst du das selber. Und auch sonst ist das Handwerk. Smartscope ist halt einfacher. Da hast du sofort Erfolge. Das Scope macht alles automatisch, Objekt zentrieren, nachführen, scharf stellen, stacken, Bildbearbeitung. Wenn du einfach die Systemkamera dran hängst, musst du dich um das alles selber kümmern. Es ist jetzt nicht soo schwierig. Aber es ist trotzdem ein Handwerk.
Grüße
Joachim