Hallo Alf,
nimm die 66 Zentimeter mal als gegeben hin und zwar mit eingefahrenem OAZ und ohne Zenitspiegel, den Du für sinnvolle Beobachtungen durchaus benötigst.
In Schönrechnungen fehlen solche Kleinigkeiten häufig und zwar nicht nur in der Länge (mein ZS packt z.B. 7 cm drauf), sondern auch beim Gewicht.
Gewichtstechnisch kommt zum, ZS wohl aus rein praktischen Gründen auch noch ein Okular hinzu, ein Sucher kann leicht (billiger Peiler) sein, muss aber nicht.
Man rechnet also im Normalfall, bei jedem Teleskop und fairerweise eher 1000 Gramm Zubehörgewicht drauf als 500 Gramm runter, nimmt die Länge und damit den Hebel praxisgerecht konfiguriert und schaut sich dann die Herstellerangaben zur Tragfähigkeit von Monti und Stativ an.
Davon nimmt der Praktiker nochmal lieber 20% (besser mehr) weg als 10% mehr draufpacken zu wollen, denn die Hersteller sind in ihren Angaben zur Tragfähigkeit IMMER überaus optimistisch.
Lediglich beim Transport hat eine abnehmbare Taukappe einen Nutzen, leider war sie bei den Geräten die ich aus dieser Produktkette kenne nicht abnehmbar, auch nicht mit Gewalt. Andere schaffen das (ist wohl Serienstreuung), z.B. auch der Vater dieses Threads
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=171656
Der Thread ist interessant, weil er recht ehrlich die Gründe für das regelmäßig und fast ausnahmslos schlechte Abschneiden dieser Optiken in der Praxis aufdeckt, nein eigentlich nur mal sattsam Bekanntes benennt. Die Anleitung zur Verbesserung kann ich hingegen nicht empfehlen, ich gehöre zu den Kritikern des zu risikoreichen Vorgehens mit fragwürdigem Erfolg, außer man hätte nun wirklich eine extremst schlechte Optik erwischt und keine Rückgabemöglichkeit.
An der Stelle nun mal der Schwenk zu den Azimutalen Einarmgabeln auf Stativ, möglichst mit GoTo.
Schau mal hin! Ein Teleskop welches bis in den Zenit druchschwenken soll darf hinten nur max 20 cm über den Drehpunkt hinausragen.
Die Abbildungen verraten schon, das wird mit Refraktor und Reflektor nichts, zumal man die frühere Rohrschelle (Teleskop verschiebbar) durch Prismenschiene/Klemmung ersetzt hat (starr).
Da erstaunt sogar mich, dass der Hersteller der von Dir genannten Montierung so realistisch ist, nur einen 102/500er Refraktor zuzumuten.
Der ist das oberste Limit, ebenso wie der 130/600er Newton, wobei der größere, universellere und leistungsstärkere Newton sogar preislich günstiger liegt.
Der Newton hat den kürzeren Hebel, die günstigere Gewichtsverteilung und erfordert unabhängig von sitzender oder stehender Beobachtungsposition immer eine geringere Stativhöhe, weil der Einblick (außer bei absoluter Horizontbeobachtung) deutlich höher liegt.
In der Summe sind 102/500er Refraktor und 130/650er Newton also je nach Sichtweise gleich schlecht oder gut auf einer Skyscan GoTo aufgehoben.
Ein 120/600er Refraktor ist deutlich über Limit und wer mir nicht glaubt, mag den Herstellern glauben die ihn so nicht anbieten. Das kann sich aber schnell ändern, wenn Bedarf angemeldet wird. Für die ist sinnvoll, was sich verkaufen lässt. Was Du siehst interessiert die wenig.
Sollte Dich die uneingeschränkte Erreichbarkeit des Zenits interessieren, heißt es auch bei anderen azimutalen Lösungen genau hingeschaut.
Die Idee von 6" oder 8" Reisedobson, eventuell sogar Umbau des eigenen Teleskops (eisern sparen und machen lassen, z.B. Dieter Martini) ist schon nicht so leicht auszuhebeln, denn alles andere wird auch nicht billig oder sehr kompromissbehaftet.
Andererseits ist ein kleines transportables Zweitteleskop bei fast jedem aktiven Beobachter mit Geräten ab 8" aufwärts zu Hause, was halt bei Leuten mit 20" Zöllern schon mal dazu führt, dass ein 8-Zöller der kleine Transportable ist.
Sollte es so ein Skywatcher oder Chelestron Teil werden, dann bedenke, dass die Elektronik (in meinem Fall) weder Frost noch Feuchtigkeit mochte und dann gerne mal ausfiel.
Erwärmst Du Dich nicht für den 130er Newton darauf, dann verzichte auf gute Planetenbeobachtung, lass den reinen Richfielder 120/600mm ohnehin aus und nimm den leichteren, kürzeren und mit noch weiterem Feld aufwartenden 4-Zöller.
Dabei gilt, was schon Fabian (Deylon) ansprach.
Je kleiner die Öffnung, um so wichtier ist ein wirklich guter, ein sehr guter Himmel.
Gruß
*entfernt*