Vor- und Nachteile Mak vs. SC

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Zitat von *entfernt*GMS:
die Angleichung der Optik(temperatur) ist nicht neben dem Tubusseeing zu betrachten sondern als eine seiner (Haupt)Ursachen die mittels effektiver Lüftung beschleunigt beseitigt werden kann.
Hallo Günther,

auch nachdem der Hauptspiegel - mit oder ohne Lüfter - längst "ausgekühlt" ist, werden Luftturbulenzen im Inneren des Tubus durch das während der ganzen Nacht bestehende Temperaturgefälle zwischen Ober- und Unterseite des Tubus, sowie insbesondere auch durch die gegenüber dem Hauptspiegel deutlich geringere Temperatur der dem Himmel zugewandten Frontverglasung von SC- und MAK-Systemen, nachhaltig angetrieben.

Zitat von *entfernt*GMS:
... ab welchem Durchmesser über den Optikdurchmesser hinaus man mit Deinem offenen Konzept auf einer Welle liegt, also Auskühlung, Tubusseeing kein Thema mehr sind.
Auch ein größerer Tubusdurchmesser hilft nur bedingt gegen die Ausbildung von "Fallwinden" im Inneren des Tubus, die den optischen Weg kreuzen und damit die Wellenfront verzerren.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

wenn man den Strum im Wasserglas beschwört kann man den Wind im Garten eigentlich schlecht ignorieren, denke ich.

Ich denke tatsächlich an Tubuszustände ohne Fallwinde, die eben mit richtiger Dimensionierung doch offensichtlich machbar sind, wie meine geschilderten Erfahrungen mit den russischen MAK-Newtons (Lochring um die Frotnverglasung, Öffnung in der Heckabdeckung) eigentlich ebenso nahelegen könnten, wie nicht nur von mir vorliegende Berichte von Newtonteleskopen mit luftoffen gestalteten Tuben.
Im für mich ausschließlich interessanten visuellen Bereich gibt es bei überdimensionierten Tuben an Newtonteleskopen immer auch den Interessenkonflikt zwischen Tubusdurchmesser und der Notwendigkeit, über einen entsprechend dimensionierten Fangspiegel den Fokus außerhalb des Tubus zu legen. Daher bevorzuge ich das Konzept mit relativ engen, aber nicht vignettierenden Isotuben und Lüftung.
Bei Teleskopen mit Heckeinblick kann man da andere Überlegungen anstellen.

Für Leute die SC, MAK und Co bevorzugen, sich aber mangels Belüftungsmöglichkeiten über ewige Kühlzeiten ärgern, könnte es doch mal ein interessanter Ansatz sein, einer solchen Optik einen überdimensionierten Isotubus mit großzügigen Luftdurchlässen zu verpassen.
Hilft mit großzügiger Überlänge vorne eventuell sogar gegen Tau und Vereisung und der Versuch dürfte, da bin ich sehr sicher, schneller zu bewerkstelligen sein als Hersteller auf Antieisbeschichtung umstellen werden.
Bei den MNs hatte ich mit Taukappe keine Probleme, kam aber auch nicht in ganz miese Bedingungen.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther,

Deine geschilderten Erfahrungen sprechen ja für sich, wenngleich die äußeren Bedingungen, unter denen Du sie erlebt hast, ungenannt bleiben.

Mit Isotuben kann man gewiss die abstrahlungsbedingten Temperaturunterschiede im Inneren des Tubus gering halten und die Situation weitgehend entspannen, aber unmittelbar an der strahlungsgekühlten Frontlinse lassen sich Temperaturgradienten und entsprechende Luftströmungen quer zur optischen Achse wohl kaum vermeiden, jedenfalls nicht mit passiven Belüftungsmaßnahmen. Da wird man m.E. auf ein geschickt ausgelegtes, aktives Belüftungssystem nicht verzichten können.

Mit der geschickt dimensionierten Auslegung von Pteng wird offenbar eine weitgehend laminare Strömung an der Tubuswand in Achsrichtung erzeugt, die eine wirksame Absaugung aller thermisch bedingten Luftschlieren, auch von der Innenseite der Frontlinse, gewährleistet.

Gruß, Jan
 
Zitat von fquadrat:
Hallo Christian,

die Trennung der Komponenten von Epsilon Lyrae hängt von mehreren Faktoren ab. Die Luftunruhe in Südwestfalen ist oft überhaupt nicht gut, viele Beobachtungen kommen freilich nicht einmal bis dahin, weil durch Wolken kein Licht hindurchfällt.

Es gibt allerdings wirklich eine Art "Tagesform", bei der das Teleskop mal schlecht trennt, mal gut. Warum dies so ist, weiß ich allerdings nicht.

Meistens liegt es allerdings tatsächlich an der Luftunruhe, wie ein Blick in einen 114/900 zeigt.

Grüße

fquadrat
OK, ich danke dir für die Info. Dann wünsche ich mal gutes Wetter und erfolgreiche Trennungen! :)


Grüße,
Christian
 
Zitat von Christian_P:
OK, ich danke dir für die Info. Dann wünsche ich mal gutes Wetter und erfolgreiche Trennungen! :)
Danke, Dir auch!

Grüße

fquadrat

PS
Mitte 2010 war Porrima so eben trennbar. Zu dem Zeitpunkt lag der Winkelabstand im Bereich der theoretischen Auflösung eines 90-mm-Teleskops.
 
Dabei fällt mir ein, dass ich noch nie versucht habe, Epsilon Lyrae mit dem 90mm-Mak zu trennen, muss ich mal ausprobieren, wenn irgendwann in den nächsten Jahrzehnten die Wolkendecke mal wieder aufbrechen sollte. Wenn es mit dem 80mm ED gut funktionierte, sollte der kleine Mak das eigentlich auch schaffen können, wenn Seeing und Auskühlung passen.

CS,
Fabian
 
Nachtrag

Zitat von *entfernt*GMS:
Hilft mit großzügiger Überlänge vorne eventuell sogar gegen Tau und Vereisung und der Versuch dürfte, da bin ich sehr sicher, schneller zu bewerkstelligen sein als Hersteller auf Antieisbeschichtung umstellen werden.
Möglicherweise entsteht hier ein falscher Eindruck bezüglich der Wirkungsweise einer Taukappe. Die Taukappe bindet lediglich einen Teil der Luftfeuchtigkeit durch Niederschlagsbildung an ihrer Innenseite. Die mit der Optik in Kontakt stehende Luft wird auf diese Weise getrocknet, so dass dort eine verminderte Niederschlagsneigung besteht. Die Taukappe verhindert aber nur zum Teil die Wärmeabstrahlung in den Himmel und die daraus resultierende Unterkühlung der Optik, siehe hierzu insbesondere auch die Eingabe #794608 - 2011-02-17 13:36:26 im Rahmen der Diskussion um das tubusfreie Spiegelteleskop.

Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jan,

die lange Taukappe verkleinert den Abstrahlungswinkel enorm.
Das verringert die Infrarotabstrahlung deutlich.
Meine Taukappe ist aus Isomaterial und kann die Luft nicht trocknen.

MfG, Karsten
 
Hallo Jan und Karsten,

meine Taukappen bestehen aus Isomaterial und Veloursfolie innen.
Sie sind nach der Beobachtung innen immer feucht, manchmal (feuchte Nächte) klatschnass (hab mir am Korktubus, wo ich sie immer parke schon Stockflecken eingefangen).
Mit diesen Taukappen + Isotubus + Lüftung hatte ich noch nie(!) Tau auf FS und HS.
Die Feuchtigkeit geht in langen Nächten auch bis aufs Velours im Tubus über. Tatsächlich von oben nach unten oder in Luftströmungsrichtung des (von hinten saugenden) Ventilators, jedenfalls auch über die Fangspiegelebene hinaus.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Karsten,

Zitat von KaStern:
die lange Taukappe verkleinert den Abstrahlungswinkel enorm. Das verringert die Infrarotabstrahlung deutlich.
Richtig! Die Auskühlung der Optik wird dadurch verringert.

Zitat von KaStern:
Meine Taukappe ist aus Isomaterial und kann die Luft nicht trocknen.
Warum sollte sie das nicht können? Auch Isomaterial kann auskühlen, die Wärmekapazität des Materials ist gering.

In meiner letzten Eingabe habe ich soeben noch einen Hinweis zur Wirkung einer ebenfalls aus Isomaterial zusammengetackerten Taukappe nachgetragen.

Gruß, Jan
 
Hallo Günther,

meine Taukappe besteht innen nur aus geschwärztem Styropormaterial.
Der Tubus hat innen Velours. Einen zugetauten Spiegel hatte ich nur 1x
als ich den Lüfter in einer sehr feuchten Nacht angelassen hatte.
Wie du es sagst, mit der durchgesaugten Luft kommt auch die Feuchtigkeit.

Gruß, Karsten
 
Zitat von *entfernt*GMS:
meine Taukappen bestehen aus Isomaterial und Veloursfolie innen. Sie sind nach der Beobachtung innen immer feucht, manchmal (feuchte Nächte) klatschnass ... Die Feuchtigkeit geht in langen Nächten auch bis aufs Velours im Tubus über.
Wenn die Taukappe am oberen Ende nass ist, und es weiter unten - wenn überhaupt - erst nach längerer Zeit beginnt feucht zu werden, dann weist das doch ganz deutlich darauf hin, dass die Luft nach unten hin zunehmend austrocknet, und dass mithin die Schutzwirkung der Taukappe ganz wesentlich auf ihrem Lufttrocknungseffekt beruht.

Von der Beeinträchtigung durch Niederschläge sind natürlich Teleskope mit Frontlinse, wie sie hier diskutiert werden, in viel höherem Maße betroffen als offene Systeme. Darum erscheint mir die Niederschlagsdebatte an dieser Stelle in der Tat nicht ganz abwegig.

Gruß, Jan
 
Dabei fällt mir ein, dass ich noch nie versucht habe, Epsilon Lyrae mit dem 90mm-Mak zu trennen, muss ich mal ausprobieren, wenn irgendwann in den nächsten Jahrzehnten die Wolkendecke mal wieder aufbrechen sollte. Wenn es mit dem 80mm ED gut funktionierte, sollte der kleine Mak das eigentlich auch schaffen können, wenn Seeing und Auskühlung passen.

Das Ergebnis würde mich wirklich sehr interessieren!

Viele Grüße,
Volker
 
Hallo Jan,

ausdrücklich stelle ich voran, dass inch in der Folge spekuliere und vermute, also nichts sicher weiß.

Ich denke nicht, dass von Austrocknung der Luft zu sprechen ist.
Natürlich erzeuge ich einen gleichmäßigen, schwachen Luftstrom durch den Tubus und am Rand streicht die feuchte Luft am Velours vorbei, Feuchte bleibt hängen, das Zeug wird nass.

Von Austrocknung könnte man sprechen, wenn nun die feuchtere Luft weiter innen im Luftstrom sofort bestrebt ist, den Ausgleich mit der trockeneren Randschicht zu suchen. Man müsste auch bedenken, dass bei klatschnassem Velours eine Feuchtigkeitsübersättigung eintreten könnte und dann Feuchte an die Luft abgegeben werden müsste.

Naheliegender scheint mir, dass die Feuchtigkeit in der Luft sich zwar am Velours absetzen kann, weil sie dort in Längsrichtung entlangstreicht, genau das aber eben beim FS (45° Winkel und mit der Spiegelfläche im "Schatten" des Stroms) und beim HS (der umströmt, aber nicht voll auf der Fläche getroffen wird) nicht kann.

Die Umströmung von HS und FS reicht allerdings aus, beide Spiegel auf Temperatur zu bringen, die oft unterstellte Warmluftblase über dem HS gibt es offensichtlich nicht. Experimente mit Rauch und feinsten Daunenfedern, die mir bekannt sind, zeigen das nicht. Sehr wohl zeigen sie, dass hier Luftaustausch auf sehr feinen Skalen stattfindet.
Damit wären wir an dem Punkt wo von unterschiedlichen Lufttransportgeschwindigkeiten oder auch -richtungen gerne auf negative Auswirkungen auf die Bildruhe gerschlossen wird, also wieder resultierendes Tubusseeing unterstellt wird.
Auch davon ist im meiner Praxis mit solchen Tuben (bis 12" Öffnung) wenig zu bemerken. Es dürfte auf die Temperatur und deren Ausgeleich ankommen.
Taufrei blieben meine Spiegel jedenfalls bisher immer, auch unter Extrembedingungen.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Zitat von *entfernt*GMS:
Ich denke nicht, dass von Austrocknung der Luft zu sprechen ist.
Hallo Günther,

also, bei ganz simpler Betrachtung muss man doch feststellen, dass Luft, aus der Feuchtigkeit in Form von Niederschlag ausgeschieden wird, einen Teil ihrer Feuchtigkeit verliert und somit trockener wird. Die Taukappe betrachte ich dementsprechend als einen Becher voll niederschlagsgetrockneter Luft. Den Trocknungseffekt kennt man doch auch von Kühlschränken und Tiefkühltruhen sowie von gefriergetrockneten Lebensmitteln.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

austrockenen heißt für mich trocken machen.
Ich möchte nicht davon sprechen, dass mein nasses Velours am inneren Tubusrand darauf hindeutet, dass die den Tubus meines 12-Zöllers durchströmende Luft(säule) bis in ihren Kern trocken wird. Das erscheint mir....ein wenig gewagt.
:erschreck:
Gruß
*entfernt*
 
Hallo Ihr Lufttrockner :/


vermutlich kommen da mehrere Effekte zum Tragen: in der Nähe der Tubuswand wird die Luft Feuchtigkeit an die Tubusinnenseite abgeben, sonst würde es da nicht feucht werden. Die Frage ist: wie lange dauert es bis das Velours zu feucht ist um weitere Feuchtigkeit aufnehmen zu können? Kommt dieser Punkt überhaupt oder kann sich weitere Feuchtigkeit niederschlagen wenn bereits alles gut durchweicht ist: Bei ausreichender Kälte erscheint mir der Fall klarer: die Reifschicht wird halt immer dicker.

Fangspiegel bzw. Spinne neigen trotz Velour im sehr lang überstehendenTubus zum beschlagen wenn es feucht genug ist und man lang genug beobachtet. Ob das an irgendwann ausreichend niedriger Temperatur der Teile liegt oder an Sättigung des Tubus - keine Ahnung.

Jan, im anderen Thread über Dein Schüsselskop hatte ich ja mal Versuche mit zwei kleinen Spiegeln angekündigt. Ich hatte die Teile auch schon mehrfach draußen liegen aber kein sinnvolles Ergebnis. Meistens beschlagen beide bzw. sind beschlagen/zugereift wenn ich nachschaue. Muß mich mal daneben setzen und zugucken was passiert.


Viele Grüße Felix
 
Zitat von Felix42:
Die Frage ist: wie lange dauert es bis das Velours zu feucht ist um weitere Feuchtigkeit aufnehmen zu können? Kommt dieser Punkt überhaupt oder kann sich weitere Feuchtigkeit niederschlagen wenn bereits alles gut durchweicht ist: Bei ausreichender Kälte erscheint mir der Fall klarer: die Reifschicht wird halt immer dicker.
Genau das passiert auch bei höheren Temperaturen mit der Feuchtigkeit der Luft, die am Tubus kondensiert.
http://de.wikipedia.org/wiki/Luftfeuchtigkeit#Physikalische_Grundlagen
(Besonders der Punkt "Sättigung" ist imho für die Diskussion interessant.)

E.
 
Hallo,

die unterschiedliche Trennbarkeit von Epsilon Lyrae, so wie im untenstehenden Zitat

Zitat von fquadrat:
die Trennung der Komponenten von Epsilon Lyrae hängt von mehreren Faktoren ab. Die Luftunruhe in Südwestfalen ist oft überhaupt nicht gut, viele Beobachtungen kommen freilich nicht einmal bis dahin, weil durch Wolken kein Licht hindurchfällt.

Es gibt allerdings wirklich eine Art "Tagesform", bei der das Teleskop mal schlecht trennt, mal gut. Warum dies so ist, weiß ich allerdings nicht.

angesprochen, ist auffällig.

Mittlerweile denke ich, dass das unterschiedliche Trennvermögen der diversen Teleskope bei diesen zwei im Grunde doch einfach zu trennenden Systemen hauptsächlich auf Tubus- und Spiegelseeing zurückzuführen sind.
Es ist immer wieder auffällig, um wieviel besser ein und dasselbe Teleskop die Komponenten trennt, wenn es wirklich gut temperiert ist.

Das atmosphärische Seeing ist bei dem hohen Stand von Epsilon Lyrae von geringer Bedeutung.


Viele Grüße,

Guntram

 
Zitat von *entfernt*GMS:
... dass die den Tubus meines 12-Zöllers durchströmende Luft(säule) bis in ihren Kern trocken wird. Das erscheint mir....ein wenig gewagt.
Hallo Günther,

wenn Du natürlich durch absaugende Belüftung am unteren Tubusende Deines Newton ständig feuchte Frischluft von oben nachströmen lässt, ist damit zu rechnen, dass diese auf dem Weg in und durch den Tubus nicht "bis in ihren Kern" durchtrocknen kann. Beim Einsatz von Taukappen auf handelsüblichen SC- und MAK-Systemen mit frontseitiger Glasplatte - davon sprechen wir ja hier - bleibt die Luft jedoch innerhalb der Taukappe gefangen und hat genügend Zeit zum Durchtrocknen.

Gruß, Jan
 
Hallo Felix:

Zitat von Felix42:
... kann sich weitere Feuchtigkeit niederschlagen wenn bereits alles gut durchweicht ist ...
Warum denn nicht, schlimmstenfalls beginnt es zu tropfen.

Zitat von Felix42:
Fangspiegel bzw. Spinne neigen trotz Velour im sehr lang überstehendenTubus zum beschlagen wenn es feucht genug ist und man lang genug beobachtet. Ob das an irgendwann ausreichend niedriger Temperatur der Teile liegt oder an Sättigung des Tubus - keine Ahnung.
Da die Spinne der Strahlungskühlung durch den Himmel unmittelbar ausgesetzt ist, kann sie auch kälter werden als der Tubus und die in diesem engeschlossene Luft. Dann wird unmittlbar auf dem Fangspiegel der Taupunkt unterschritten und er beginnt zu beschlagen.

Zitat von Felix42:
Ich hatte die Teile auch schon mehrfach draußen liegen aber kein sinnvolles Ergebnis. Meistens beschlagen beide bzw. sind beschlagen/zugereift wenn ich nachschaue.
... auch wenn die spiegelnde Seite in den Himmel schaut? Auf welchem Untergrund legst Du denn die Teile ab bei den Versuchen?

Gruß, Jan
 
Zitat von Jan_Fremerey:
Zitat von Felix42:
Ich hatte die Teile auch schon mehrfach draußen liegen aber kein sinnvolles Ergebnis. Meistens beschlagen beide bzw. sind beschlagen/zugereift wenn ich nachschaue.
... auch wenn die spiegelnde Seite in den Himmel schaut? Auf welchem Untergrund legst Du denn die Teile ab bei den Versuchen?
Hallo Felix,

es kommt darauf an, dass die Unterseite der Spiegel einen ungehinderten Austausch von Wärmestrahlung mit dem Untergrund hat. Der Strahlungsaustausch wird bei handelsüblichen Teleskopen in der Regel durch die Spiegelzelle behindert.

In entsprechender Weise könnte bei unseren Versuchen eine wärmeisolierende Unterlage, wie etwa eine Styroporplatte, den Strahlungsaustausch behindern. In einem solchen Fall reicht dann die Wärmeabstrahlung in den Himmel selbst von der verspiegelten Fläche, um das Spiegelsubstrat unter den Taupunkt abzukühlen.

Ich würde die Spiegel einfach auf zwei schmalen Holzleisten oder auf den Leinen eines Wäscheständers auslegen, so dass die jeweilige Unterseite freie Sicht zum Untergrund hat.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

entschuldige, ich hab wohl den Faden verloren was wir(?) hier diskutieren.
Ich war der Ansicht, dass es auch um mögliche Luftung von Teleskopen mit Frontplatte geht und dass man daher eventuell auch meine Erfahrungen mit Newtons, gedämmten Tuben, Tau-/Störlichtkappen und Lüftung dabei bedenken kann.
Ich halte mich jetzt zurück, nichts für ungut!

Gruß
*entfernt*
 
Zitat von *entfernt*GMS:
Ich war der Ansicht, dass es auch um mögliche Luftung von Teleskopen mit Frontplatte geht ...
Hallo Günther,

die von Dir zitierte, spezielle Umbaumaßnahme von Pteng ist meines Wissens nicht im Handel erhältlich. Bei den handelsüblichen Teleskopen mit Frontlöchern ist der Luftstrom vergleichsweise langsam (laut Pteng viel zu langsam) und er wird aus wandnahen Zonen der Taukappe abgesaugt. Aus diesen Gründen gehe ich davon aus, dass die durchziehende Luft dort hinreichend trocken ist, jedenfalls im Vergleich zu den Verhältnissen an Deinem Newton mit möglicher Restfeuchtigkeit im Zentrum des Luftstroms.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

Umbau funktioniert ja und ich weiß nicht, ob Du Dich mit der Sache von Ekkehard wirklich beschäftigt hast, da gibts auch eine Lösung mit Lüftungsstopfen die vorne seitlich am Tubus, also nicht in einem Lochkranz um die Frontplatte herum (für den vielfach kein Platz vorhanden ist) zu machen ist.
Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten an die man denken und die man versuchen kann, wenn man denn will.

Woher nimmst Du eigentlich die so sebstverständlich anmutende Sicherheit mit der Du vorträgst?
Gibt es da irgendwelche praktische Versuche oder wenigstens durch theoretische Quellen so absolut gesicherte Tatsachen?
Ich lasse mich ja gerne von Erkenntnissen überzeugen. Wenn man was besser machen kann bin ich vorne dabei es auszuprobieren.
Wie gesagt, besser wäre kein Tau auf den Spigelflächen, kein Tubusseeing, keine Steu-Störlichteinflüsse mit geringerem Aufwand als ich ihn genau dafür betreibe (oder im Falle SC/MAK betreiben würde).

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther,

zu Deiner Frage:
Zitat von *entfernt*GMS:
Woher nimmst Du eigentlich die so sebstverständlich anmutende Sicherheit mit der Du vorträgst? Gibt es da irgendwelche praktische Versuche ...
Das sind für mich die oben zitierten eigenen Versuche mit den Keksdosendeckeln sowie die Tatsache, dass mein offener, unbelüfteter Spiegel selbst bei hoher Luftfeuchtigkeit und massivem Reifansatz auf der gesamten Apparatur beim Beobachten bislang noch kein einziges Mal angelaufen ist.

Als physikalische Grundlage für die auch von anderen Autoren - insbesondere von Kurt Schreckling - experimentell nachgewiesenen Erscheinungen kommt aus meiner Sicht nichts anderes in Frage als die wärmestrahlungsbedingten Temperaturverschiebungen an den exponierten Teilen des Teleskops mit den hieraus offensichtlich folgenden Konvektionserscheinungen und Taupunktverschiebungen.

Gruß, Jan
 
@ all,

Mann, Mann, Mann, wenn ich das so alles lese muß man wohl ausgebildeter Lüftungs und Klimatechniker sein um überhaupt eine akzeptable Abbildung mit einem, ganz wichtig, (Newton) Teleskop zu bekommen.

Was soll ein Anfänger/Einsteiger wohl denken wenn er diesen Thread liest?

Auch ich hab viel mit Teleskopen von der Stange, Newton, Catadiopter und Refraktoren, selbst und Umbau rumexperimentiert. Dieses ganze Teather bringt vieleicht statt 200facher 220fache Vergrößerung, also gerade mal 10%.
Dafür besteht vor allem für den Anfänger die Gefahr ein Teleskop zu 100% zu verbasteln und so zu verunstalten daß er nicht mal mehr durchschauen mag. Ist es das wert?

Deshalb, Einsteiger und Anfänger, freut Euch erst mal an den Geräten so wie sie sind, bevor Ihr auf diese mehr als obskuren Ratschläge dieser Experten anspringt und Eure Teleskope verhunzt.

Das musste mal Gesagt werden!

Grüße
Hans
 
Hallo.

unbelüfteter Spiegel selbst bei hoher Luftfeuchtigkeit und massivem Reifansatz auf der gesamten Apparatur beim Beobachten bislang noch kein einziges Mal angelaufen ist

Auch praktisch an meinem Teleskop zu sehen.
Die Bilder lasse ich unkommentiert (Alle Bilder sind von der
gleichen Beobachtungsnacht:

Link zur Grafik: http://www.gerd-kohler.eu/Bilder/Berichte/2012/2012_07.jpg


Link zur Grafik: http://www.gerd-kohler.eu/Bilder/Berichte/2012/2012_05.jpg


Link zur Grafik: http://www.gerd-kohler.eu/Bilder/Berichte/2012/2012_04.jpg


Der Beobachtungsbericht dazu:
Beobachtungsbericht von der Villacher Alpenstraße

Viele Grüße
*entfernt*
 
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