Vor- und Nachteile Mak vs. SC

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Hi Jan,

Praxisbeispiel von meinem Beobachtungsplatz weit weg von einer Ortschaft.

Auto (20 m weg von der Sternwarte) im Sommer klitschnaß gegen Ende der Beobachtungsnacht, Teleskopgeraffel auf der rießengroßen mit Platten belegten Dachterasse der sehr gut isolierten und ungeheizten Sternwarte: knochentrocken.

Auto im Herbst/Winter mit bis zu 1 cm Eis überzogen (auch auf dem Autodach), Newton außen leicht bereift (hauptsächlich durch meinen Atem rund um den OAZ), Velour innen bis etwa Höhe Fangspiegelstreben etwas feucht, beide Spiegel knochentrocken.

Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit läuft das Wasser außen am Tubus runter, auch die Montierung und das Stativ tropft leise plitschend vor sich hin, der Velour an der Öffnung ist naß, spätestens ab den Fangspiegelstreben nur noch feucht, 10 cm weiter innen trocken. Der Hauptspiegel des 8" Newtons ist nicht abgedeckt oder beheizt, der guckt als matte Fläche gen Boden.

Bei identischen Bedingungen war die Russentonne ohne Taukappenverlängerung immer völlig beschlagen, mit Taukappenverlängerung dagegen trocken.

Ich arbeite bei allen Teleskopen ohne Lüfter, Heizung oder sonstigem Kram. Ist mir die Russentonne beschlagen, weil ich die Taukappenverlängerung vergessen hatte, hab ich sie für 15 Minuten gegen den Boden gucken lassen. Dann war sie wieder frei und ich hab halt nicht mehr Richtung Zenit sondern nur noch bis etwa 60 ° Höhe beobachtet. Dann blieb sie auch trocken...
 
Hallo Fee,

vielen Dank für Deine instruktiven Kurzreportagen über Niederschlagserscheinungen an Deinen Newtons und an der Russentonne. Solche Berichte aus der Praxis sind natürlich immer überzeugender als Theorien. Andererseits helfen sie aber auch, die beobachteten Erscheinungen besser zu verstehen, um über mögliche Verbesserungen nachzudenken. Sehr erfreulich jedenfalls die offensichtliche Robustheit Deiner Newtonspiegel gegen Tau- und Reifbeschlag.

Könntest Du erganzend noch berichten, ob die Tuben außen mit Wärmedämmung ausgestattet sind, und welche Erfahrungen Du mit Tubus-Seeing gemacht hast?

Das Beschlagen der Russentonne an der Frontscheibe war ja zu erwarten unter den beschriebenen Bedingungen. Vielleicht könntest Du bei Gelegenheit einen Versuch mit Scheibenlüfter unternehmen, wie oben von Kurt beschrieben, oder eben auch mit einem großflächigen Ventilator, der das gesamte Teil von außen belüftet? Das Ergebnis sollte jedenfalls interessant sein für SC- und Mak-Betreiber, die ja hier unter dem Thema der Diskussion in besonderer Weise angesprochen sind.

Dank und Gruß, Jan
 
Hallo FEE,

ich denke mal, Deine zuverlässig funktionierende Taukappe für Die Tonne dürfte mindestens 2xD-Tubus über die Frontplatte hinausragen. Bei Newtons reicht mir 1,5 x D-Tubus.
Die Hinweis auf die Parkposition der ohne Taukappe zutauenden Tonne bei Nichtgebrauch ist für die Praxis von sehr entscheidender Bedeutung. Immerhin setzt Du mit einem Handgriff und ein wenig Wartezeit die Nutzbarkeit von 0 auf 100%.
Der Hinweis und auch die Tatsache, dass dir die Tonne ohne Taukappe nicht zutaut, wenn man sich bei der Beobachtung aus dem Zenitbereich heraus zu niedrigeren Deklinationen hin bewegt, ist aber auch für andere Teleskope wichtig.
Ein diesbezüglich gemischtes Beobachtungsprogramm, eine Parkposition in Schrägstellung oder (wenn machbar) auch nach unten bei Nichtgebrauch, was ja in Anwesenheit mehrerer Teleskope durchaus mal vorkommt, sind sehr simple Vorkehrungen um Problemen vorzubeugen oder sie zumindest deutlich zu verzögern.

Gruß
*entfernt*
 
Hi Jan,

Könntest Du erganzend noch berichten, ob die Tuben außen mit Wärmedämmung ausgestattet sind, und welche Erfahrungen Du mit Tubus-Seeing gemacht hast?

ich habe außen beide Newtons vor Jahren mit einer simplen weißen DC-Fix Folie "aufgemotzt". Innen drinn ist die Velousfolie. Denn die stehen Tage-, Wochen- oder Monatelang auf meinem Balkon tagsüber in der prallen Sonne. Wie im Backofen. Dabei hat sich insbesondere der schwarz lackierte Celestron-Tubus vom 8"er extrem aufgeheizt. Ich hätte Spiegeleier auf dem Tubus brutzeln können. Hinlangen mit ungeschützten Fingern ging definitiv auf der sonnenbeschinenen Seite nicht. Sonnenbeobachtung war schlicht unmöglich. Gewaber, Geschwabbel ohne Ende. :mauer:

In meiner Verzweiflung hab ich ihn dann probehalber mit einem weißen Kopfkissenbezug und 4 Wäscheklämmerle abgedeckt. Einfach drübergelegt und unten zugeklammert. Heureka, mit dem Fiebertermometer auf der Lackschicht nur noch 27°C gemessen. Sonnenfilter nachmittags nach der Arbeit draufgesetzt, in die Sonne geschwenkt und losbeobachtet. Ein fast perfektes Bild. :D

Also Teleskop ins Wohnzimmer geholt, Tisch freigeräumt und zum großen Entsetzen meines Mannes den OAZ abgeschraubt, Telradbasis weggeschnitten, 4 Stunden lang mit dem Fingernagel die Kleberreste weggeschoben, Sucherschuh weggeschraubt, DC-Fix Folie draufgepeppt, mit der Schuhbürste glattgestrichen (wie beim Tapezieren) alles wieder rangebastelt.

Am nächsten Tag das Teleskop wieder in die Rohrschellen und auf die Sphinx gewuchtet. Sonnenbeobachtung: suuuper. :biggrin:

Auf die Nacht gewartet. Mehr als handwarme Plättle. Die sorgten für lokales Seeing. :mauer:

Grübel, Hirnschmalz angeworfen, 3 oder 4 Eimer kaltes Wasser über die Platten gekippt, mit dem Feudel rumgewedelt und verteilt. Lufttrocknen lassen. -> kalte Plättle, kein lokales Seeing. :cool:

Göttergatten davon überzeugt, daß wir für den Balkon ne Markiese brauchen. Damit er von den Nachbarn unbeobachtet draußen sitzen kann. ;) Bissy gespart, angeschafft, feddisch war die Balkonsternwarte. :D

Sobald ich von der Arbeit zu Hause war, Markiese rausgefahren, Balkon lag zu 75 % im Schatten und die Platten haben sich nicht weiter erwärmt sondern wieder abgekühlt. 2 Stunden nach Sonnenuntergang perfekte Beobachtungsbedingungen. Spiegel ordentlich temperiert, kein Tubusseeing, kein lokales Seeing. Lüfter liegen seitdem zu Hause rum, hab sie nie anbringen und einsetzen müssen...

Fazit: weiß lackierte Teleskope sehen nicht nur edel aus, sie machen auch beim Durchgucken Freude. :)

Vielleicht könntest Du bei Gelegenheit einen Versuch mit Scheibenlüfter unternehmen, wie oben von Kurt beschrieben, ...

würde ich wahnsinnig gerne machen, aber die Tonne hats verspult. Die flog vor 4 oder 5 Jahren samt NP und hohem Holzstativ quehr über den Balkon bei einem lokal aufgetretenen kleinen Tornado. Ich hab die Hagelfront und den Rüssel aus dem Küchenfenster raus kommen sehen und hab in aller Eile unser Auto in die TG gefahren. Bis ich wieder in der Wohnung war, lag alles zerdeppert im Eck. :erschreck:

Die Sphinx mit dem 8"er dagegen war zufällig grad in der Wohnung. Für Schneckenspieljustage. Der ist nix passiert. Uff.

Sonnenblende und Blech der Tonne völlig zerknittert, die ließ sich nicht mehr abnehmen oder fokussieren. Hab schließlich die Tonne hinter der Frontlinse brutal mit der Eisensäge zersägt, um an die "guten Teile" ranzukommen. Ein Holzbein vom Stativ mußte ersetzt werden, die Gegengewichtsstange hat seither nen "Drall", aber die Monti tut noch. Sogar Fotografisch. :hochachtung: Schaut halt witzig aus mit der leicht verbogenen Stange.

Irgendwann werde ich die Linsen und den Spiegel zu einem neuen Teleskop verarbeiten, aber momentan ist das eben "Baustelle" und kann nicht benutzt werden... Somit auch kein Test machbar...

 
Hi Günther,

ich denke mal, Deine zuverlässig funktionierende Taukappe für Die Tonne dürfte mindestens 2xD-Tubus über die Frontplatte hinausragen.


Metallblende und Kunststoffaufsatz zusammen ja.


ganz ohne zusätzliche Taukappe wie im obigen Post beschrieben. Mit Taukappe aus ner ISO-Matte keinerlei Feuchtigkeit im Velour. Aus Faulheit hab ich nach den Versuchen auf die ISO-Matte verzichtet...

Die Hinweis auf die Parkposition der ohne Taukappe zutauenden Tonne bei Nichtgebrauch ist für die Praxis von sehr entscheidender Bedeutung. Immerhin setzt Du mit einem Handgriff und ein wenig Wartezeit die Nutzbarkeit von 0 auf 100%.

ich geb ja zu, daß ich das ohne Nachdenken echt aus Zufall gemerkt hab. Hab einfach frustriert die Tonne nach unten geschwenkt und beim Nachbar mitgespechtelt. Und als er dann fragte, warum ich net mit der Tonne beobachte, wollte ich es ihm zeigen. Tonne nach oben geschwenkt und eine klare Frontlise gesehen. :D

 
Hallo Felix,

ich meine mich zu erinnern daß Werner das bei seinem Gitterrohrtubus macht? Oder war es jemand anders?

Vielen Dank, dass du dich daran erinnerst...

Ja, da hast du vollkommen recht. Ich verwende bei meinem 18" einen ganz einfachen Ventilator für ein paar Euro aus dem Baumarkt und stelle den auf einen geeigneten Hocker neben die Spiegelbox. Der Ventilator hat 3 Geschwindigkeiten.

Es ist erstaunlich, welchen positiven Effekt dies in windstillen Nächten v.a. bei der hochauflösenden Planetenbeobachtung hat. Bei einer ständigen, leichten Luftbewegung wie man das in der Regel in den Bergen hat, benötigt man den Ventilator nicht mehr.

P.S.: In den sehr warmen Sommernächten wie dieses Jahr mehrfach vorgekommen, hat mein Mädel den Ventilator einfach "geklaut" und ihn ins Schlafzimmer verfrachtet. Man sieht, manches Teleskopequipment erfreut sich auch einer anderen Nutzung. ;) :biggrin: . Muss mir wohl einen zweiten anschaffen.... :D :D

Viele Grüße
Werner


 
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Hallo Fee,

Spiegeleier auf dem Tubus - Kopfkissenbezug und Fieberthermometer - Tornado mit Hagelfront und Rüssel - auf Deiner Terrasse ist ja echt was los! Vielen Dank für Deine lebhafte Beschreibung auch der recht überzeugenden Abhilfe- bzw. Verbesserungsmaßnahmen! Offenbar hilft die Markise - ähnlich wie eine Kuppel - bei Dir recht wirksam gegen Wärmeabstrahlung und Tubusseeing, falls man nicht direkt im Zenit beobachten will. Bedauerlich der Wetterunfall der Tonne, wir wünschen gute Besserung, vielleicht findest Du ja mal Zeit, sie wieder aufzubauen und dann auch die externe Lüftung auszuprobieren.

Gruß, Jan
 
Hi Jan,


jepp :D

Offenbar hilft die Markise - ähnlich wie eine Kuppel - bei Dir recht wirksam gegen Wärmeabstrahlung und Tubusseeing, falls man nicht direkt im Zenit beobachten will.

Stopp! Die Markiese verhindert Nachmittags das übermäßige Aufheizen vom Balkon/Tubus. Wenn die Sonne hinter den Nachbarhäusern verschwindet, wird sie eingefahren und der Deckel kommt vom Tubus runter, wird durch ein "Fliegengitter" ersetzt, damit Luftaustausch möglich ist. :D

Zenitbeobachtung ist trotzdem nicht möglich, weil ein weiterer Balkon oben drüber ist. :(

Also mach ich "Periskopastronomie". Alles zwischen 60 und 20 ° Elevation im Süden, Westen und Norden erwisch ich... Muß halt warten, bis es ums Balkoneck kommt...

Bedauerlich der Wetterunfall der Tonne, wir wünschen gute Besserung, vielleicht findest Du ja mal Zeit, sie wieder aufzubauen und dann auch die externe Lüftung auszuprobieren.

ooooch, der Unfall hat mir schlußendlich den 6" Newton beschert -> mehr Öffnung, und mit dem hab ich extrem viel Spaß beim Fotografieren. :teufelgrr:

irgendwann wird aus den Teilen der Tonne auch wieder was...
 
Zitat von Sternenfee123:
Zenitbeobachtung ist trotzdem nicht möglich, weil ein weiterer Balkon oben drüber ist. :(
Hallo Fee,

immerhin schirmt offenbar der obere Balkon einen größeren Teil des Himmels ab und vermindert die nächtliche Unterkühlung Deiner Newtons und damit deren Neigung zu Tubus-Seeing. Dann wünsche ich Dir schon mal viel Freude mit Deinen verschiedenen Teleskopen in der bevorstehenden Wintersaison!

Gruß, Jan
 
Hallo Fabian,

Ein größeres SCT oder Mak währe sicherlich eine gute Ergänzung zu deinem 80mm Refraktor. Ein Mak ist weniger Tau-empfindlich als ein SCT. Dafür ist er auch dauert der Temperatur-ausgleich aber länger und der Tubus ist schwerer. Ich hatte über Jahren ein Questar 7, und hab den auch verglichen mit einem Skywatcher MCT 180. Ein gutes exemplar des Skywatchers reicht um 90% an den Q7 heran, für eine Fraktion der Neupreis des Q's. Gebraucht sind die Skywatchers 180 ja schon für um die 400-500 Euro zu haben. Mit den 150 Mkt habe ich keine Erfahrung, sollte sich aber ähnlich verhalten und noch billiger zu haben sein.

Seit ein paar Wochen habe ich ein Klassiker, ein 1983'er C5 mit special coatings. Mann, hat mich das Teleskop positiv überrascht! Abkülung geht sehr schnell, fast wie ein Refraktor, und die Bilder sind sehr gut. Als Bonus ist das Gerät sehr leicht und kompakt. Es lasst sich leicht transportieren und ist sehr stabil montiert auf den Doppel-gabel. Dieses Exemplar hat eine sehr gute Optik. So was kann ich dir sehr empfehlen. Ein 6" wird da schon um wesentliches größer, schwerer und langsamer im Abkühlen!

In der Summe der Dinge ist ein guter C5/C6 meiner meinung nach die bessere Wahl.

 
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Hallo,

ich wollte nur mal kurz informieren, wie jetzt meine Kaufentscheidung bzgl. des ursprünglichen Threadthemas ausfallen wird. Nachdem ich mich ja entschlossen habe, lange auf einen qualitativ wirklich guten leichten Reisedobson als Deep Sky-Teleskop zu sparen und der vorhandene 80er ED bis dahin ohnehin das mit Abstand meistbenutzte Hauptgerät sein wird, werde ich für ein nicht so oft benutztes Ergänzungsteleskop nicht allzuviel Geld ausgeben und mir kommende Woche den günstigen Skywatcher 127mm-Mak kaufen.

Dass das kein Wunderteleskop ist, ist mir klar, aber ich merke eben, dass selbst der kleine 80er ED mit Prismenschiene, Rohrschellen und 2"-Zubehör schon ein wenig schwer und sperrig ist, wenn ich innerhalb der Stadt nur mal ein, zwei Stunden zur Mond- und Planetenbeobachtung rausgehe, sodass ich dafür meistens den 90mm-Mak nehme, der für diesen Anwendungsbereich schon ganz nett ist, aber etwas mehr Leistung besonders am Jupiter wäre dafür schön. Ich glaube, dafür wird der immer noch extrem kompakte 127er Mak mit immerhin 37mm mehr Öffnung schon eine deutliche Verbesserung darstellen, und wenn er mich gar nicht überzeugen sollte, kann man bei Teleskop Austria ja bei Nichtgefallen unkompliziert wieder umtauschen. Und schließlich kann der 127er Mak auch problemlos auf der vorhandenen AZ4 benutzt werden, sodass ich mir keine neue Montierung kaufen muss.
Der 80er ED für lange Beobachtungsnächte unter dunklem Himmel und ein 127er Mak für Mond- und Planetenbeobachtung in der Stadt werden wohl eine schöne Kombination sein, bis in 1-2 Jahren der große Gitterrohrdobson kommt.

CS,
Fabian
 
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Hallo Kurt,

ich habe mich mal durch Deinen Ventilatorbau anregen lassen (ich habe bei meinem Newton das Problem, dass de Fangspiegel beschlägt) und mir eine ähnliche Konstruktion gebastelt. Da ich den Ventilator aber abnehmbar haben wollte, habe ich mir eine Schwanenhalsklemme besorgt und den Ventilator darauf gesetzt. Jetzt bin ich mal gespannt, wie's klappt ....

Falls Interesse an einer genaueren Beschreibung meiner Bastelei besteht, kann ich das gerne mit Bildern posten.

Schöne Grüße aus Köln,
Ingo
 
Hi Fabian,

mein Teleskoppark hat Zuwachs bekommen. Einen 6" Mak von Skywatcher.

Eventuell hilft Dir meine Erfahrung mit dem Teil bei Deiner Entscheidung SC oder Mak.

Auslieferzustand: sehr gut kollimiert, bislang mußte ich überhaupt nicht dran rum schrauben. :)
Tubus:
Wandstärke laut Auskunft Wolfi: 1 mm Stahlblech
Außendurchmesser: 18 cm
Fassung Meniskuslinse/Hauptspiegelzelle: 19 cm
fest angebrachte Vixenschine steht nochmal 1 cm über, also 20 cm Gesamtdurchmesser
Länge von Abdeckung Meniskuslinse bis Ende Fokussierknopf: 44 cm

ohne Taukappe beschlägt die Meniskuslinde selbst bei moderater Luftfeuchtigkeit, mit Taukappe überhaupt kein Problem. :)

Gewicht: 5,6 kg

Er paßt in einen Rucksack. Aber so würde ich ihn nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren wollen. So ein Teil auf dem Rücken wäre mir zu unhandlich. Ich würde ihn in einen selbstgebauten Kasten auf einen Trolli setzen. So einen "Oma-Einkaufswagen" zum Hinterherziehen. Die Teile sind von Haus aus für 20 kg Belastung ausgelegt und haben etwa folgende Maße:

50 cm hoch, 30-40 cm breit und 20 cm tief.

Wenn Du da die Stoffbespannung durch ne absolut simpel herstellbare Holz- oder Metallkiste mit aufklappbarer Vorderfront sowie passendem Innenleben (Polsterung, Gurt zum Festspannen des Mak/SC, Okularablage, Tasche für Deepskyreiseatlas und Taschenlampe) ersetzt, hast die perfekte grostadttaugliche Transportmöglichkeit für ÖPV. Da paßt auch noch Deine Montierung samt Stativ mit rein. Und Du kannst Dich auch auf die Kiste draufsetzen. :)

Du hast geschrieben, daß Du Treppen zur U-Bahn runter mußt. Hat es da eventuell auch einen Aufzug/Rolltreppe? Oder Du schraubst oben auf die Kiste noch nen stabilen Griff ran und trägst sie so die Treppe runter.

Wäre jedenfalls für längere Strecken rückenschonender (rollen) statt Rucksack tragen (mit dem Du in der U-Bahn oder im Gedränge) irgendwo hängen bleiben könntest...

Wenn er austemperiert ist, tolles Bild an Planeten und wirklich kleinen DS-Objekten. Da keine Fangspiegelstreben auch keine Spikes. Ob man sich M57 jetzt mit f=12 oder f=10 System anguckt - ich seh da so gut wie keinen Unterschied. Da spielt die Umgebungshelligkeit eine viel größere Rolle.

Aber:
wenn ein wirklich heller Stern am Gesichtsfeldrand steht und man mit dem mitgelieferten Zenitprisma und dem beigelegten 28 mm Okular beobachtet, hat man eine sehr unschöne Beugungsfigur/Reflex oder wie auch immer das heißt. Eine hell leuchtende Elypse!

Das hat mich zuerst sehr erschreckt. Ich dachte, da ist was kaputt.

Mit meinen bereits vorhandenen Okularen konnte ich (ohne den ZS) diese Elypse aber nicht beobachten. Eventuell, weil deren Gesichtsfeld anderst ist, oder geschwärzte Kanten diesen Reflex verhindern? Oder es am ZS liegt? Keine Ahnung, denn ich nutze ihn hauptsächlich für die Planetenfotografie. Und da ist er saugut.

Wegen Auskühlung: Hast nen Keller? Falls ja, deponiere einfach die komplette Kiste dort. Dann wäre er da schon mal etwas vortemperiert, und der 20 Minuten Fußmarsch am Schluß Deiner Anfahrt zum Spechtelplatz + die Aufbauzeit reicht dann zum auskühlen. :)

Im Gegensatz zu den SC´s durch die ich bisher beobachtet habe, ist das Spiegelshifting dieses Mak deutlich geringer. Das habe ich als sehr angenehm empfunden. :super:

Und Deine AZ4 in Verbindung mit einem Berlebach-Stativ statt des "Schlabber-Alu-möchtegern-Statives" trägt ihn problemlos. Denn die ist damit deutlich besser was die Steifigkeit angeht.

Ich habe den Mak auf meiner Sphinx im Einsatz. Suuuperstabil. :)

Aber ich habe ihn auch mal probehalber auf meine aspach-uralt NP gesetzt. Und unter der sitzt genau das Alu-Stativ, was ursprünglich auch unter Deiner AZ4 saß. Bei mir ist es mit der NP auf Schlabberstativ ein bissy grenzwertig. Auf ihren originalen Holzstativ dagegen problemlos für visuell. :super:

Der Sprung vom 80er ED oder 90er Mak zu 6" ist besonders an Planeten deutlich sichtbar. Da hast lange was von, ehe das Öffnungsfieber zuschlägt.

 
Hallo Fee,

ein interessanter Erfahrungsbericht, der für meine Kaufentscheidung allerdings zu spät kommt - seit einem Monat habe ich jetzt einen 5"-Mak zuhause stehen ;-) Der Sechszöller wäre mir für den Transport zu Fuß doch schon ein wenig zu schwer gewesen und das erreichbare Gesichtsfeld etwas zu klein, wenn ich damit doch mal ein wenig Deep Sky gucken will. An Mond und Jupiter hat mich der Fünfzöller schon sehr überzeugt, für einen richtigen Deep Sky-Test hat das Wetter leider noch nicht mitgespielt.

CS,
Fabian
 
Hallo Fee..habe mir auch zur Planetenbeobachtung den 6" Mak Skywatcher bestellt und bin gespannt,was er an Planeten so zeigt.
Dein Bericht klingt ja recht positiv und bestätigt auch meine Vorliebe zu Maks.
Habe bereits eine Russentonne zur Sonnenbeobachtung und einen 90 er Seben.
Mal sehen,was der Öffnungssprung so bringt.

Gruß Hotte
 
Hallo Kurt,

ich habe unter "Instrumente >> Selbstbau, Reparatur" mal meine Ventilatorkonstruktion mit diesem Beitrag vorgestellt.

Schöne Grüße aus Köln,
Ingo
 
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