Walking Noise?

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Der Gain von 252 ist bei der 585 mc tatsächlich eine gewisse Grenze, weil ab dann die Kamera automatisch den HCG-Modus einschaltet, der das Ausleserauschen reduziert. Allerdings hab ich auch gelernt, dass das Ausleserauschen in unseren Breiten kaum eine Rolle spielt, weil die Hintergrundlimitierung (sofern man hintergrundlimitiert fotografiert), jedes andere Rauschen dominiert und sich Rauschen nicht addiert. Ich hab aber keinen blassen Schimmer, ab wann ich hier hintergrundlimitiert belichte.
Der hcg Modus ist für kurze Belichtungszeitszeiten zwingend, denn da bist nicht hintergrundlimitiert. Auch bei unserem Himmel. Selbst mit hcg nicht. D.h. Mit dem hcg erhöst du dein snr in den schwächsten Bereichen näherungsweise umgekehrt proportional zu deinem read Noise. Besonders wenn du noch einen schmalbandfilter nimmst.

Evtl löst dass das deine Probleme schon. Das sollte einen Unterschied machen. War mir nicht bewusst, dass du mit lcg arbeitest.

Wegen swamp factor und co…Frank sackenheim hat auf seinem Kanal ein gutes Video zu dem Thema gemacht. Auf deutsch kannst du nach hintergrundlimitierung suchen. Das ist für live stacking mit kurzen Belichtungszeiten allerdings nicht die Lösung des Problems, da man dann schon mit einem rasa aufnehmen müsste um auf die entsprechenden Werte zu kommen. Der Denkfehler ist auch, dass die meisten dann mit dem snr hantieren. Das ist aber so nicht richtig. Es geht nur um den Anteil des read Noise am Hintergrundrauschen. Das Signal und Rauschen deines Objekts kommt da immer separat oben drauf. Es geht nichts verloren. Es kann nur sein, das man für die schwächsten Bereiche entsprechend mehr Zeit braucht. Es ist auch nur für die schwächsten Bereiche relevant. Die helleren Bereiche bringen soviel signalrauschen mit, dass die das kamerasignal sowieso zudecken. Mit dem Hintergrund Faktor 2-3 über dem read Noise ist man schon auf der sicheren Seite wenn man guidet und dithert. Da wird man keinen großen Unterschied mehr sehen. Ohne das muss man allerdings so weit hoch um die Artefakte los zu werden, dass die meisten Montierungen ohne absolut encoder es nicht mehr hergeben. Zumindest unter meinem bortle 4 Himmel.
 
Guten Morgen zusammen,

anbei mein Ergebnis von gestern Abend Zwischen 22:15 und 23:45 ist diese Aufnahme entstanden. Unbearbeiteter Livestack aus 320 x 10 Sekunden, Astronomik UV L2 Filter, Gain 260, Dithern alle 10 Bilder. Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Wenn ich die Einzelframes mit Siril stacke, wird es vermutlich noch etwas besser.

Vielen Dank Euch allen noch mal für die Erklärungen und Tipps!

LG Olaf

IMG_2940.jpeg
 
du solltest wirklich länger belichten
siehe mein Rechenbeispiel
Ich habe auch eine Star Adventurer GTi und die trägt ausbalanciert auch deine 3kg TS 80/560 ED für 2 Minuten (mit Guiding)
Guiding ist mit der Asiair easy...
 
Okay, werde ich ausprobieren. Ich misstraue nur der Montierung ein wenig, was Langzeitbelichtung angeht. Aber ich probiere das aus. Gestern wollte ich die Ursprungseinstellungen beibehalten, nur Gain anpassen und guiden. Der Unterschied zum ersten Bild ist jedenfalls eindeutig. Wenn Belichtungszeiten von einer oder zwei Minuten noch mal einen Qualitätssprung bringen, dann wäre das natürlich super. Das Guiding hat gestern jedenfalls tatsächlich sehr gut funktioniert, keine Ausreißer und immer unter 1,0", meistens um 0,7".
 
@ Peter
zusätzlich zu dem unbestrittenen Dithern um das Walking Noise der kalibrierten Light zu korrigieren....
habe ich noch mal einen Nachtrag zum Thema "Walking Noise" Würmer im Bild ;)

Mir ist am Anfang meiner Astrozeit an meiner ungekühlten ASI183MC meist nicht gelungen, dass die Darks die exakt gleiche Sensortemperatur hatten wie die Lights
Diese Temperaturabhängigkeit des Darks von der ASI183MC hat Daniel mal super zusammengestellt (1 Kelvin ist da schon viel)
Quelle https://www.astro-fotografie.at/bildrauschen-bei-unterschiedlichen-sensor-temperaturen/
sensorrauschen.jpeg

Diese bunten Pixel sind jetzt keine hellen Hot-Pixel, sondern nur zu sehen, wenn man den Dark ordentlich streckt.

Jedenfalls führte schon ein geringer Temperaturunterschied während der Session dazu, dass beim Dunkelbildabzug diese Unebenheit des Sensors nicht sauber korrigiert wurden und dadurch im Stack ein Streifenmuster entstand.

Zusätzlich hatte ich wie Olaf auch mit ZWO-DuoBand-Filter viel zu kurz belichtet, weil meine Skywatcher AZ-GTi auf Fotostativ ordentlich wackelte.
Dadurch lag mein Light-Signal auch nur knapp über dem Dark Noise.
Zusätzlich verkippte irgendwie meine Guide-Kamera gerne im Laufe des Abends seine Achse gegenüber dem Teleskop.

In Summe sah das Ergebnis dann schlimmstenfalls ungefähr so aus
crop.jpeg

(ich habe leider in meinem Archiv nichts mehr gefunden und habe mich hier im Netz bedient)

Nachdem ich auf eine gekühlte ASI183 MC Pro umgestiegen bin, war der Spuk vorbei.

Wenn ich (aus Versehen) in Pixinsight WBPP unter Calibration Settings den Schalter setze
[x] Optimize Master Dark,
dann kann auch so ein Effekt entstehen.

@Olaf
unter 1" guiding ist doch super auf der SA GTI,
nur Mut zu längerer Belichtungszeit!
Beachte einfach in Asiair das Histogramm und meine einfachen Formeln, dann siehst du sofort, ob du ordentlich durchbelichtest.

Gruß,
jfried
 
Zuletzt bearbeitet:
@ Peter
zusätzlich zu dem unbestrittenen Dithern um das Walking Noise der kalibrierten Light zu korrigieren....
habe ich noch mal einen Nachtrag zum Thema "Walking Noise" Würmer im Bild ;)

Mir ist am Anfang meiner Astrozeit an meiner ungekühlten ASI183MC meist nicht gelungen, dass die Darks die exakt gleiche Sensortemperatur hatten wie die Lights
Diese Temperaturabhängigkeit des Darks von der ASI183MC hat Daniel mal super zusammengestellt (1 Kelvin ist da schon viel)
Quelle https://www.astro-fotografie.at/bildrauschen-bei-unterschiedlichen-sensor-temperaturen/
Den Anhang 350639 betrachten
Diese bunten Pixel sind jetzt keine hellen Hot-Pixel, sondern nur zu sehen, wenn man den Dark ordentlich streckt.

Jedenfalls führte schon ein geringer Temperaturunterschied während der Session dazu, dass beim Dunkelbildabzug diese Unebenheit des Sensors nicht sauber korrigiert wurden und dadurch im Stack ein Streifenmuster entstand.

Zusätzlich hatte ich wie Olaf auch mit ZWO-DuoBand-Filter viel zu kurz belichtet, weil meine Skywatcher AZ-GTi auf Fotostativ ordentlich wackelte.
Dadurch lag mein Light-Signal auch nur knapp über dem Dark Noise.
Zusätzlich verkippte irgendwie meine Guide-Kamera gerne im Laufe des Abends seine Achse gegenüber dem Teleskop.

In Summe sah das Ergebnis dann schlimmstenfalls ungefähr so aus
Den Anhang 350640 betrachten
(ich habe leider in meinem Archiv nichts mehr gefunden und habe mich hier im Netz bedient)

Nachdem ich auf eine gekühlte ASI183 MC Pro umgestiegen bin, war der Spuk vorbei.

Wenn ich (aus Versehen) in Pixinsight WBPP unter Calibration Settings den Schalter setze
[x] Optimize Master Dark,
dann kann auch so ein Effekt entstehen.

@Olaf
unter 1" guiding ist doch super auf der SA GTI,
nur Mut zu längerer Belichtungszeit!
Beachte einfach in Asiair das Histogramm und meine einfachen Formeln, dann siehst du sofort, ob du ordentlich durchbelichtest.

Gruß,
jfried
Hallo jfried,

da du mich direkt ansprichst, melde ich mich noch einmal dazu...

...ich stimme dir ja gern darin zu, dass eine Verminderung des Rauschens durch Verwendung von Darks und Kühlung stattfindet. Es ist ja ratsam, nicht nur Darks (nicht bei allen Kameras nötig) , sondern auch immer Bias Frames oder Flatdarks zu verwenden. Aber effektiver und sicherer vermieden wird das Regenrauschen durch hinreichenden Versatz zwischen den Lights und ausreichend viele Lights. Denn dann haben die Statistik bei der Mittelwertbildung und der Ausreißereliminierung beim Stacken leichtes Spiel.

Hand auf's Herz ;) , das obige Bildbeispiel aus ca. 20 Aufnahmen wurde doch gar nicht gedithert, oder? Die Hotpixelschlangen und das Regenmuster würden doch nicht so durchschlagen, wenn der Versatz durch Dithern ausreichend und eine Ausreißereliminierung beim Stacken aktiv gewesen wäre. Solche "Pixel-Schlangen" können sich bei der Registrierung gar nicht bilden, wenn es Versatz zwischen den Aufnahmen gibt. Es ist insofern m.E. kein gutes Beispiel im Sinne der Fragestellung.

CS Peter
 
da ich wirklich kein eigenes Bild mehr mit diesem Würmern aus meiner Anfängerzeit finde
- gebe ich mich jetzt vollumfänglich geschlagen :)

Walking Noise ist ausdiskutiert und Olaf kennt jetzt den Weg zum guten Bild.
 
Glaube ich nicht. Wenn das so wäre, dann hätte ich das Bild hier nicht machen können.

Bei der Aufnahme habe ich gegen so ziemlich jede der hier aufgeführten Regeln verstoßen. Kein guiding, keine Kühlung, Unmengen an hotpixeln, keinerlei kalibration, keine darks, keine Flats, kein bias, Belichtungszeiten im sekundenbereich und während der Aufnahme ist die Temperatur um 10 Grad runter.

Aber trotzdem ging das. Das Bild hat für 70min sogar gar nicht mal so eine schlechte Tiefe.

 
Hallo,

das Bild ist natürlich der Hammer, allerdings eben auch 12 Zoll Newton. Der hat sicher auch seine eigenen Probleme, aber halt Auflösung.

LG Olaf
 
das Bild ist natürlich der Hammer, allerdings eben auch 12 Zoll Newton. Der hat sicher auch seine eigenen Probleme, aber halt Auflösung.
Blende und pixelgröße sind eigentlich die Größen, die entscheidend sind. Weniger die Öffnung an sich. Bei dem Bild war ich hoffnungslos im oversampling für die Bedingungen an dem Tag.

Die Auflösung ist nicht wirklich toll. Das seeing war lausig. Das kann man auch mit 80mm Öffnung erreichen.
 
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