Was macht der Liebers LTT Schiefspiegler?

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Re: Schiefspiegler, Newton, usw

Hallo Klaus (alias Tools),

weitere Beobachtungsberichte würden mich sehr freuen. Auch und insbesondere Bilder von Deinem Gerät!

Vielleicht wäre es möglich, dafür einen neuen Thread zu eröffnen, die von den detaillierten Theorie-Diskussionen frei bleibt? Da die Theorie-Liebhaber unter "Teleskope" offenbar ihr Feld finden (und es sei ihnen gegönnt) - eventuell unter "Beobachtungen visuell" anstatt unter "Teleskope"?

Ich hatte seinerzeit den Thread "Was macht der Liebers-LTT" eröffnet, war dann aber schon erschrocken, wie das in eine nackte Theorie-Diskussion überging. Diese Vergleiche sind für Leute, die solche Teleskope einfach lieben, total steril. Für alle die Leute wie mich, die etwas über DIESES BESTIMMTE TELESKOP erfahren wollen, ist das schon ärgerlich, gerade nachdem du mit deinen schönen Bildern das erste Lebenszeichen des LTT gesetzt hast. Inzwischen muss ich durch die Theorie waten, um deine Beiträge herauszufiltern. Da wüncht man sich schon manchmal die lockere Art der Britischen und Amerikanischen Foren, bei allem Respekt für die Tüftler.

CS
Christopher
 
Re: Schiefspiegler, Newton, usw

Hallo Christopher,

...Vielleicht wäre es möglich, dafür einen neuen Thread zu eröffnen, die von den detaillierten Theorie-Diskussionen frei bleibt? Da die Theorie-Liebhaber unter "Teleskope" offenbar ihr Feld finden (und es sei ihnen gegönnt) - eventuell unter "Beobachtungen visuell" anstatt unter "Teleskope"?...war dann aber schon erschrocken, wie das in eine nackte Theorie-Diskussion überging...

mach doch einen Thread auf z. B.: „Liebesgeschichten zu Schiefspieglern bitte per PM direkt an mich...“. Dann kannst du auch noch ein Spamfilter gegen Theorie einbauen und bekommst garantiert nur das was Du lesen was Du möchtest. Sorry falls ich dich mit meinen Beiträgen erschrocken haben sollte :blush:.

Gruß Kurt

 
Re: Schiefspiegler, Newton, usw

Hallo Klaus,

ich hätte noch eine Frage zum Himmelshintergrund im Schiefspiegler.

Hast du einmal die Helligkeit der Himmelshintergrundes zwischen deinem Mak-Cass und dem Schiefspiegler verglichen?

Beide Instrumente sollten für einen solchen Vergleich etwa die gleiche Austrittspupille (sprich Vergrößerung) haben.

Erscheint der Hintergrund in beiden Instrumenten gleich hell, oder kannst du einen Unterschied erkennen?
Wie sieht es mit der Erkennbarkeit schwacher Sterne aus (z.B. das 13m Sternchen bei M 57, oder die Sterne zwischen den Hauptkomponenten von epsilon Lyr?

Hoffentlich ist das Wetter bei Dir besser als bei uns am Alpenrand. Habe die Sterne seit (gefühlten) Wochen nicht mehr gesehen.

Viele Grüße,

Guntram
 
Re: Schiefspiegler, Newton, usw

Hallo Gutram,

ich befinde mich jetzt 2 Wochen im Urlaub. Beobachtungen finden also erst später wieder statt.

Zum Himmelshintergrund: Der Himmelshintergrund ist im LTT tatsächlich dunkler, wobei ich sagen muss, dass der Mak ja ohne Barlow mit f12 daherkommt. An meinem nicht so sehr dunklen Beobachtungsort ist der LTT schon im Vorteil. Man beobachtet im LTT immer mit recht langbrennweitigen Okularen - insgesamt bleibt die Austrittspupille aber immer recht klein - durchaus ein Vorteil bei nicht optimalem Standort. Mein längstes Okular hat zur Zeit 50mm Brennweite.

Bringe ich die Brennweite im Mak mit 2,5x Barlow auf ein ähnliches Niveau wie der Mak - so wird der Himmelshintergrund auch ähnlich dunkel. Ich meine aber da einen leichten Vorteil für den LTT erkennen zu können.

Bei der Beobachtung von M57 fällt mir auf, dass ich bei den schwachen 12m-13m Sternen um M57 herum im LTT ein paar mehr erkennen kann oder diese zumindest deutlicher erkennbar sind.
Das ist aber marginal und ich würde behaupten, dass der Schwerpunkt des LTT bei Mond und Planeten und nicht bei Deep-Sky liegt, da ist mir der Newton ob seine Lichtfülle schon lieber. Aber was der LTT zeigt, wird grundsätzlich sehr kontrastreich und damit deutlich wenngleich auch wenig hell dargestellt.

Viele Grüße
Klaus


 
Re: Schiefspiegler, Newton, usw

Hallo Klaus,

Zum Himmelshintergrund: Der Himmelshintergrund ist im LTT tatsächlich dunkler, wobei ich sagen muss, dass der Mak ja ohne Barlow mit f12 daherkommt. An meinem nicht so sehr dunklen Beobachtungsort ist der LTT schon im Vorteil. Man beobachtet im LTT immer mit recht langbrennweitigen Okularen - insgesamt bleibt die Austrittspupille aber immer recht klein - durchaus ein Vorteil bei nicht optimalem Standort.

die Helligkeit des Himmelshintergrundes sollte selbstverständlich
bei gleicher Austrittspupille verglichen werden, sonst macht
das ja keinen Sinn.

Daß der Schiefspiegler mit f/28 oder so daherkommt, der Mak
dagegen mit f/12 kann visuell ganz einfach über die Okularbrennweite
angeglichen werden. Also 12mm beim Mak und 28mm beim Schiefspiegler
um jeweils 1mm AP zu erreichen. 24mm am Mak und 56mm am
Schiefspiegler um 2mm AP zu erreichen, und so weiter.

CS,Karsten
 
Frischer input zum anastigmatischen Kutter-schief

Hallo Christopher,
sicher hast du recht, dass das hier so, wie es ursprünglich von dir gewünscht war, inzwischen leicht "entartet" ist.

Da kann ich der praktisch interessierten beobachter-klientel hier nur empfehlen, mit "Steuerung-F" im Firefox- oder IE-browser die suchfunktion nach >>Tools<< einzuschalten, um rasch und ohne umwege an Klaus' höchst aufschlussreiche anwenderberichte zum LTT150 zu gelangen.



Dann mal in schlechter manier weiter: :-)

Ich möchte hier auf ein schiefspiegler-design der "anastigmatischen anlage" aufmerksam machen, das möglicherweise wenig bekannt ist. Es geht auf Michael Brunn zurück, der anfang der neunziger jahre in bemerkenswerter weise einen abriss des damaligen stands erstellte und seine etwa 20 seiten starke studie "Die Schiefspiegler, Spotdiagramme, Zahlen, Daten, Fakten" dem vater des schiefspieglers, Anton Kutter gewidmat hatte.

In schon fast wissenschaftlicher manier beschreibt Brunn die beiden klassischen Kutter'schen anlagen, wie auch die Buchroeder-tris (USA) und die sehr interessanten tetras, mit "gehobener" bildfeldneigung und - haltet euch fest - öffnungen bis 1020 mm, allerdings zum preis des einsatzes asphärischer spiegel.

Ein exemplar von immerhin 203 mm öffnung beschliesst bei Brunn die reihe der anastigmatischen anlage nach oben, während da bei Kutter mit 150 mm schluss ist, vermutlich, weil für ihn ab da die verbleibende rest-koma nicht mehr beherrschbar ist.

Dabei erscheint der Brunn'sche ansatz recht einfach: rücke den fangspiegel weiter vom hauptspiegel ab und du bekommst weniger verkippung für alpha_1, dem winkel zwischen einfallendem strahl und der achse HS - FS.
Koma und asti, die abhängigen, nichtlinearen variablen über der verkippung als argument haben ja bekanntlich verschiedene nullstellen und lassen sich daher bei der anastigmatischen anlage nicht auf einen gemeinsamen nenner bringen.
Aber geringere verkippung bedeutet eben auch, dass beide fehler absolut nicht so gross ausfallen! Daraus resultiert für uns, dass dort (verkippwinkel), wo der asti null wird, die rest-coma kleiner ausfällt.

Das ergebnis ist eine wesentlich bessere strahlvereinigung innerhalb des Airy-scheibchens. Hier sollte die verbleibende coma nun wirklich entsprechend Kutters vorhersage in der beugungsbegrenzung verschwinden und in der praxis zu einem GESCHLOSSENEN, ersten beugungsring führen.

Ich habe den 203er-Brunn-anastigmaten mal auf 150 mm öffnung zurückskaliert und gleichzeitig von f28,4 auf f30 abgeblendet. Nachstehend das ergebnis in WINSPOT, das im vergleich zur Kutter'schen anastigmatischen anlage von 150 mm eindeutig für sich spricht, siehe spot-diagramm, unteres bild.

Ein solcher entwurf baut nur ca. 180 mm länger als mein jetziger LTT150, was bei einem teilbaren fangrohr kaum ins gewicht fällt.

Nachteilig allerdings ist der riesige ROC des konvexen fangspiegels von 10,315 m, der beim Foucault-test von hinten erhebliche luftunruhe mit sich bringt. Ohne webcam mit dickem teleobjektiv davor und Giotto-stacking lässt sich solch ein waberndes Foucault-bild kaum vernünftig erfassen und auf lambda/15-präzision auswerten.

Viele grüße
Lutz Liebers


Link zur Grafik: http://schiefs.com/Astronomie/mystuff/Brunn_20-8_150_f30_display.jpg


Link zur Grafik: http://schiefs.com/Astronomie/mystuff/Brunn_20-8_150_f30_spot.jpg
 
Re: Frischer input zum anastigmatischen Kutter-schief

Hallo Lutz,

Dein neues Design sieht wirklich sehr gut aus.
In Oslo erreicht es über Strehl 0,96 und die MTF lässt kaum Wünsche offen.
Ich habe mich auch mal mit dem Designen so eines Kutters beschäftigt.
Du schreibst das die gut 10m ROC des Fangspiegels ein Problem sein könnten.
Ich habe daher bei meinem Design den Radius etwas kleiner gewählt.

Um das zu erreichen und dennoch auch einen großen Abstand von FS und HS zu erhalten habe ich überlegt warum eigentlich muss der Fokus unbedingt hinter dem HS liegen. Beim Cassegrain ist das natürlich notwendig aber beim Kutter doch nicht unbedingt.
Man muss dann natürlich einen ZS nutzen.

Deshalb habe ich den Fokus mal weiter nach vorne gelegt.
Das hat den Vorteil das der FS einen höheren Verlängerungsfaktor haben kann (kleinerer ROC) und trotzdem der Abstand HS FS entsprechend groß sein kann und der FS wird natürlich auch noch kleiner, was ja auch noch mal ein Pluspunkt ist.

Ich habe mal mein Design von Oslo nach Winspot übertragen und stelle es hier mal vor.
Es erreicht ebenfalls über Strehl 0,96, ist sogar noch einen winzigen Tick besser wie Deines aber der FS hat nur noch gut 8m ROC.
Den Abstand HS FS habe ich größer gewählt als bei Deinem Design aber die Baulänge ist mit 2,06m nicht wesentlich größer wie die 1,96m bei Dir.

Was siehst Du denn da so als Schmerzgrenze für die Baulänge?
Muss ja auch Mechanisch noch stabil sein.
Hier die Daten.
 

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Re: Frischer input zum anastigmatischen Kutter-schief

Als zweites Design von mir möchte ich einen 150 f/25 Kutter vorstellen.
Die f/30 oben sind doch schon ziemlich heftig und man kommt faktisch mit handelsüblichen Okularen nicht mehr auf eine größere AP.
Die Baulänge mit rund 2m habe ich beibehalten, auch der Radius des FS liegt bei gut 8m.

Das Design kann natürlich nicht ganz mit dem des f/30 mithalten, bringt aber immer noch über Strehl 0,92 und ist damit besser als das Original Kutter Design mit f/28 was aber dafür eine geringere Baulänge hat.

Ich habe hier mal den Fokus noch weiter zum FS gelegt.
Man könnte dieses Design auch gut als Dobson montieren.
Die Lage des Fokus könnte noch für einen möglichst bequemen Einblick optimiert werden.
Hier auch noch mal Dein Winspot vom 150 f/28 Kutter zum Vergleich.

Link zur Grafik: http://www.schiefs.com/bilder/inhalte/kutter-spotplot.jpg

Grüße Gerd
 

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Re: Frischer input zum anastigmatischen Kutter-schief

Hallo Gerd,
besten dank für die beiden durchrechnungen weiterer anastigmatiascher schiefs-designs, was zeigt, daß in der zwei-spiegel-anordnung offenbar weiteres entwicklungspotential vorhanden ist.
Als grenze würde ich dabei eine baulänge von 2 m ansehen, darüberhinaus wird das gerät einfach zu unhandlich, selbst bei teilberem fangrohr.

Aus meiner sicht gibt es nur einen grund, der gegen den großen abstand zwischen brennpunkt und hauptspiegel deiner entwürfe spricht: die mechanische stabilität.

Kutter nennt den verbindungskörper, der das fangrohr mit dem hauptspiegeltubus fixiert: "chassis". Dieses muss recht verwindungssteif gestaltet sein, wenn solch ein vergleichsweise großer abstand zu überbrücken ist. Und der würde das gerät wohl deutlich schwerer werden lassen.

In folge käme dann der schwerpunkt in die nähe der brenn-ebene, was bei der sog. "meridionalen aufhängung" (Kutter-term) hinderlich werden könnte. Denn dabei befindet sich die prismenschiene in der symmetrie-ebene des geräts, wie auch der okularauszug. Da durch die mitte der prismenschiene eine der beiden schwerlinien geht, muss ein gewisser abstand zum OAZ gegeben sein, sonst würde dieser im worst case unter die prismenschiene geraten.

Natürlich ist die meridionale aufhängung kein muss, wie auch alternativ die verwendung eines gesamt-gehäuses aus dünnem sperrholz ausreichende stabilität für den grossen abstand OAZ zu hauptspiegeltubus erbringen könnte. Nur, dass diese schiefspiegler-holzkästen, wie man sie üblicherweise auch vom Yolo her kennt, nicht so elegant aussehen.

Viele grüße
Lutz Liebers
 
Re: Frischer input zum anastigmatischen Kutter-schief

Hallo Lutz,

..was zeigt, daß in der zwei-spiegel-anordnung offenbar weiteres entwicklungspotential vorhanden ist.

bezüglich zwei Spiegel Anordnung habe ich jetzt noch eine eigene Entwicklung auf die Beine gestellt die ich hier vorgestellt habe.

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=107037

Leider ist die Baulänge auch hier erheblich und die Spiegelradien sind es ebenso.
Da müsste man mit einem Interferometer testen.
Aber es ist möglich mit f/24 auszukommen, was ja auch was hat.

Was die Mechanische Lösung betrifft finde ich die Gitterkonstruktion von Kurt sehr interessant.

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=102469

Damit wären vielleicht auch die 2m Abstand mechanisch stabil hinzubekommen ohne das sich der Schwerpunkt zu weit in Richtung Sekundärspiegel verlagert.

Mein 2. Beispiel würde ich ohnehin als Dobson montieren.
Wenn da noch ne Rockerbox drunter kommt ergib sich eine für sitzende Beobachtung akzeptable Einblickhöhe.
Diese ließe sich auch noch optimieren, sprich über das Design noch etwas höher oder tiefer legen damit es wirklich Bequem wird.
Natürlich immer mit einem ZS.

Grüße Gerd
 
Re: Frischer input zum anastigmatischen Kutter-schief

Hallo,

als Alternative zum hier diskutierten anastigmatischen Kutter möchte ich mal einen mit Korrektor vorstellen.

Allerdings habe ich die Keillinse von Anton Kutter welche ja wohl schwierig herzustellen und praktisch nicht einzeln erhältlich ist durch einen dieser Keillinse deutlich überlegenen 2 Linsigen Korrektor ersetzt.

Der besteht aus 2 einfachen Linsen von der Stange.
Das Design habe ich hier vorgestellt.

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=109213

Weil es so gut klappt gleich mit 200mm Öffnung.
Diese Optik kann es locker mit jedem Super APO von 200mm Öffnung aufnehmen und wäre zwecks Planetenbeobachtung eine sehr kostengünstige Alternative.
Vielleicht hat Lutz ja an einer Umsetzung Interesse?
Wäre sicher eine Bereicherung im Teleskopmarkt.

Grüße Gerd
 
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Re: Noch was ähnliches

Hallo Gerd und weitere Interessierte

Ein ähnliches Design hatte Georg Dittie konstruiert und an seinem 250 mm F20 Schiefspiegler realisiert. Nach meinem Wissen wurden einer in den USA, einer in Kanada und einer von mir nachgebaut. Es existieren somit mindestens 4 dieser Geräte. Der Georg verwendete zwei Meniskuslinsen zu Korrektur. Die Korrektur ist anscheinend sehr weitreichend. Die Fokalebene ist annähernd völlig plan und steht dazu laut Dittie rechtwinkelig im Strahlengang und nicht um bis zu 7 Grad geneigt wie bei herkömmlichen Schiefspieglern nach Kutter-Bauart. Das in der Praxis nutzbare Feld ist mit bis zu 74mm!!! vergleichsweise riesig. Visuell werden Vergrößerungen über hundertfach generell mit der 2" Feldblende realisiert. Für Vergrößerungen da drunter läst sich deutlich mehr Feld nutzen. Mit dem 75 mm Rodenstock erreiche ich bei einer Feldblende von 65mm einen Sterndurchlauf von 3 Min 17 Sek. Das 100mm Rodenstock erfasst rund 66mm Feld mit einem Sterndurchlauf von 3Min. 28Sek. was immerhin ein Himmelsausschnitt von etwa 51.5 Bogenminuten entspricht und das bei 5 Meter Brennweite und einer Austrittspupille von 5mm. Nur mal zum Vergleich: eine 2" Garnitur liefert bei dieser Brennweite gerade mal einen Sterndurchlauf von 2 Min. und einen Himmelsausschnitt von 30 Bogenminuten. Eine Fokalebneneigung von 7° führt bei einem 66mm Feld zu einer Fokusdifferenz von rund 8,1mm und nichts davon ist im Okular zu sehen! Die Sterne sind im 75- und im 100MM-Okular bis zum Rand ohne Fokusdifferenz immer noch fein und sauber ohne Koma oder ähnliches. Der Schiefspiegler wird dadurch kein Richfieldgerät aber immerhin. Was erreichen denn die anderen Schiefen in dieser Richtung denn das kleine Himmelsfeld ist ja wohl im allgemeinen der Schwachpunkt von langen Brennweiten.

Hier mal die Kostruktionsdaten:

Hauptspiegel D=250mm, R= 6000mm ( konkav ) Alucoating ( Standardkutter )
Kippung: -3,3Grad, Distanz zum Fangspiegel : 1700mm

Fangspiegel: D=125mm, R= 6350mm ( konvex ) Alucoating ( Standardkutter )
Kippung: +6,78Grad, Distanz zum ersten Miniskuskorrektor: 750mm

1. Miniskuskorrektor: D=110mm, Dicke 12mm, R1= 1090mm konvex, R2= 1500mm konkav, Mat. BK7, AR-Coating
Kippung: +14,92 Grad, Distanz zwischen den Menisken 33mm ( Linsenmitte zu Linsenmitte )

2. Miniskuskorrektor: D=110mm, Dicke 12mm, R1= 1500mm konvex, R2= 1064mm konkav, Mat. Bk7, AR-Coating
Kippung: -17,72 Grad, Restdistanz zur Fokalebene: 1407,3mm

Währe mal interessant zu sehen was mit "Oslo" bei dieser Kostruktion heraus kommt.

Mein komplettes Gerät wiegt 17,5Kg und hat einen Okularauszug mit etwa 40cm (nix mm) Stellweg was noch die Vewendung einer 80mm Shapley-Linse von Lumicon zusammen mit einem Bino zulässt. Das System hat nur einen Nachteil: die Menisken sind Einzelanfertigungen und deswegen sündhaft teuer. Die beiden Linsen kosten beinahe noch mal so viel wie die Spiegel. Aber was kostet und wiegt eigendlich ein guter 8" Apo?
Aber wozu auch unbedingt die teuren Linsen. Der Lutz hat da schon einen schönen leichten 150mm Schiefen gebaut. Das muß man zu diesen Preis erst mal nachmachen. Schade nur, daß so wenig Leute bereit sind den gerechtfertigten Preis dazu zu zahlen. Es traut sich halt keiner. Man kauft sich leider lieber einen deutlich teureren 5" Apo, jammert oft genug über Farbfehler und mangelhafter Justierung und schleppt dann noch sein Gerät zum Fachmann um für weiteres gutes Geld eine Nachbesserung zu erreichen. So ist es eben.

Gruß Peter
 
Re: Noch was ähnliches

Hallo Peter,
danke für die interessanten Ausführungen!
Ich denke, mit den Design-Daten wird Gerd ein OSLO Modell basteln :super:

Auf dem ITV 2009 war so ein großer Schiefspiegler zu bewundern, er hatte wohl 250mm Öffnung.
Ein besonderes Merkmal waren einige extrem präzise Adapter für Okulare und Zubehör. Erinnern kann ich mich an eine Art Würfel mit mehreren großen Löchern, alles aufs 1/100 gefräst und abgerichtet.
War das zufällig Deiner?

Viele Grüße
Kai
 
Re: Noch was ähnliches

Hallo Kai

Der Carbon-Schiefspiegler auf dem ITV, das war meiner. Leider gab`s die ganze Woche wegen bedecktem Himmel nichts zu sehen. Der große Würfel ist ein 74mm Eigenbau-Klappspiegel der auch noch für Großfeldokulare ( 3" ) reicht. Zu der Zeit hatte ich für die Rodenstock-Okulare noch keine Adapter. Die 75MM Okular-Prisma-Kombination konnte ich übrigens in dieser Woche dort für 100€ von einem Sternfreund erwerben. Dieses Okular ist eine echte Bereicherung im Okularkoffer. Ich konnte es inzwischen ausgiebig nutzen. Es hat sogar ein schönes scheinbares Gesichtsfeld von etwa 65-70 Grad und funktioniert sehr gut. Man muß halt suchen dann findet man diese alten Schätzchen hier und da noch zu einem niedrigen Preis.

Gruß Peter
 
Re: Noch was ähnliches

Hallo Peter,

erst mal danke für die Daten, das ist natürlich sehr interessant.

Für Vergrößerungen da drunter läst sich deutlich mehr Feld nutzen. Mit dem 75 mm Rodenstock erreiche ich bei einer Feldblende von 65mm einen Sterndurchlauf von 3 Min 17 Sek. Das 100mm Rodenstock erfasst rund 66mm Feld mit einem Sterndurchlauf von 3Min. 28Sek. was immerhin ein Himmelsausschnitt von etwa 51.5 Bogenminuten entspricht und das bei 5 Meter Brennweite und einer Austrittspupille von 5mm.

Es ist allerdings auch so das Du bei den 250mm Öffnung und Vergrößerungen unter 100fach weit vom max. Auflösungsvermögen der Optik entfernt bist, das kannst Du ja erst ab der Förderlichen Vergrößerung also einer AP von 0,8 und damit rund 312 fach nutzen.
Vergrößerst Du nur 100 fach kann ein Fehler bei den 250mm Öffnung deshalb 3 mal so groß sein wie bei 300fach.
Deshalb fällt ja auch der Farbfehler eines schellen Achromaten bei niedriger vergrößerrung nicht so auf.
Auch das ist natürlich ein Grund für die gut erscheinende Feldabbildung und muss bei der Interpretation der Spots so weit im Feld berücksichtigt werden.


Währe mal interessant zu sehen was mit "Oslo" bei dieser Kostruktion heraus kommt.

Ja das mache ich natürlich schon aus eigenem Interesse gerne.
Allerdings hab ich exat mit den von Dir angegebenen Daten erst mal nicht das gewünschte Ergebnis bekommen.
Stimmen alle Winkel?
Insbesondere die 6,78° für den SP erscheinen mir recht wenig, es ist ja praktisch das gleiche Grundkonzept wie von Anton Kutter (Radien und Abstände der Spiegel), logischerweise ist auch der Kippwinkel des HS der gleiche nur beim SP hat Kutter 9,7° und für die anastigmatische Anläge wären 8,02° erforderlich.
Das muss aber nichts heißen auch mit 6,78° ist natürlich ein vernünftiges Ergebnis zu bekommen, allerdings müssten die Linsen etwas anders gekippt werden (Linse1....14,3° Linse2 ....-18,15°
Das Bildfeld ist hier tatsächlich praktisch nicht (nur 0,5°) geneigt.
 

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Re: Noch was ähnliches

Das geht aber noch besser wenn auch der Winkel des SP etwas angepasst (7,05°) wird, (Linse1 …14,4° Linse2…..-17,78°) allerdings ist das Bildfeld dann rund 1° geneigt.

 

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Re: Noch was ähnliches

Ich möchte jetzt nicht behaupten auf die Schnelle bereits das Optimum für die beiden Meniskuslinsen gefunden zu haben.
Die von mir im Astrotreff vorgestellte Lösung scheint aber trotzdem besser abzuschneiden, allerdings mit um 5,3°geneigtem Bildfeld.
Beide sehen aber im Feld sehr gut aus, die dargestellten 0,25° Feldwinkel entsprechen hier ja immerhin rund 45mm Felddurchmesser.
Hier also der gleiche 250 f/20 aber mit den beiden Linsen nach dem Grundprinzip des Ed-Jones Korrektors.

Grüße Gerd

 

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