Welchen OAG?

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Thiel

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Hallo zusammen,

ich plane mal tiefer in die Fotografie einzusteigen und stelle mir gerade das Equipment zusammen. Filterschublade ist eine UFC von Baader, als Kamera ist eine ASI6200MC geplant. Jetzt geht es an den OAG. Zur Auswahl stünden

ToupTek54 (TS-Optics Off-Axis-Guider M54x0,75 Teleskopanschluss mit Mikrofokus-TS-OAG-M54)
Askar 54 (ASKAR Off-Axis-Guider mit T2, M48 und M54 Anschlüssen an Teleskop- und Kameraseite-ASOAGM54)
ZWO OAG L (ZWO Großer Off Axis Guider-ZWO-OAG-L)

Welcher wäre eurer Meinung nach besonders empfehlenswert oder wo liegen Vor/Nachteile?

Würde mich auf Antworten freuen.

CS, Peter
 
Hallo Peter,

ich habe bei mir nur den OAG-L im Einsatz, unter anderem auch mit einer ASI6200MC. Deswegen kann ich auch nur über ihn berichten. Den OAG-L habe ich drei Mal, und kann von keinen Problemen berichten. Die Verarbeitung ist hochwertig, der helical Fokussierer funktioniert einwandfrei, das Prisma bietet einen großen Spielraum in der Bewegung. Das einzige was mich hier vielleicht etwas stört, dass man das Prisma erst lösen kann, wenn man die Tilt-Platte vorne entfernt. Das kann vielleicht am Anfang zur Justierung des Prismas etwas störend sein, aber das macht man ja im Grunde nur einmal.

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Was aber hierbei vielleicht hilfreich ist, der OAG-L ist standardmässig auf der Kameraseite für das Anschrauben an ein Filterrad ausgestattet, und hat somit üblicherweise kein Schraubgewinde. Es gibt aber soweit ich mich erinnere mittlerweile einen Adapter von ZWO, welcher darauf ausgelegt ist, die Kamera mit dem OAG-L auf 55mm Arbeitsabstand zu bekommen. Je nach dem welchen Arbeitsabstand zu haben willst, ist das vielleicht ungünstig, oder wie in meinem Fall, zu lang mit der Kombination mit einem UFC. Ich habe mir hierzu eine Adapterplatte anfertigen lassen, welche die vier Bohrungen in ein Schraubgewinde umwandeln, welches man in den Baader UFC schrauben kann. Bei meiner damaligen ASI2600MC war es ein M48, und bei der 6200MC ein M54.

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Was vielleicht auch zu erwähnen ist, dass beim OAG-L auf jeden Fall, primär 1,25" Kameras eingesetzt bzw. eingeschoben werden. Das sollte man vielleicht je nach Kamera berücksichtigen.
 
Hallo Dane,

schon mal danke für die Infos zum ZWO.

Beim ASKAR ist mir jetzt aufgefallen, dass der kameraseitige Adapter offenbar nur mit drei Schrauben geklemmt wird (ist zwar dadurch bisl rotierbar aber verschraubt ist mir dann doch lieber).
 
Hallo Peter,

ja das Prinzip kenne ich noch von den normalen ZWO OAGs welche ich zuvor hatte. Ich hatte aber durch die Klemmung hierbei nie Probleme, aber ja, sie bietet die Möglichkeit zur etwas eingeschränkten Rotation. Und natürlich auch der Option verschiedene Gewinde anzubringen. Ich würde in diesem Fall die Klemmung nicht unbedingt negativ werten. Ich bin sonst aber auch ein Verfechter, dass alles verschraubt ist. In diesem Fall hält das nämlich recht gut, da diese drei Klemmflügel auch nach außen geformt sind, und dadurch eine Art Schwalbenschwanz Klemmung bieten. Nicht zu vergleichen mit den üblichen 3-Schrauben Klemmungen für die Hülsen.

Ach, was mir noch einfällt. Durch den Baar braucht man Teleskopseitig nicht unbedingt die Rotation. Die Adapterplatte kann man da ja in der UFC Basis einfach drehen und mit den Madenschrauben fixieren.
 
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Hallo Dane,

Welche OAG Kameras setzt Du für Dein Edge HD 11 ein?

Vielen Dank und viele Grüße,

Günther
 
weil's mir gerade auffällt Dane, wie groß ist denn der Grundkörper Durchmesser vom ZWO OAG? So wie der UFC wenn ich richtig sehe?

Ich frage deshalb weil ich befürchte, dass der Giuderanschluss stört, wenn ich den OAG an das M54 Gewinde bei diesem Flattener anschrauben will und ich einen Abstandsring bräuchte (TS-Optics Vollformat 1.0x Korrektor für APO Refraktoren - M92x1 Anschluss -JUSTIERBAR-TSFLAT3-Koll) Ob's sich dann mit dem Abstand wieder ausgeht ...?

Könnte aber ein grundsätzliches Problem sein...
 
Hi Peter,

der Durchmesser müsste genau gleich sein wie die Kamera mit 90 mm, da hier auch die gleichen Tilt Platten eingesetzt werden. Laut diesem Bericht hat der UFC einen Durchmesser von 88 mm, was also 2 mm Differenz sind, welche man aber nicht so direkt sieht.

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Ich werde jetzt aber nicht ganz schlau draus, wo hier der Flatter anstoßen sollte? Der nächst größere PartTeil vom Flattner am M54 Gewinde sollte kleiner als die 90 mm vom OAG sein, wenn ich die Zeichnung anschaue. Es steht bei dem Teil mit der Skala leider keine Dimension, aber geschätzt zum M92 Anschluss vorne, ist das noch mal ein gutes Stück kleiner.

Die Frage ist halt auch, welchen Arbeitsabstand du benötigst?

Bei einem TSCFAPO102 sind es 67,36 mm ab M48. Beim M54 muss man noch 10,5 mm hinzurechnen, also kommt man hier auf 77.86 mm. Da wirst du wohl sicher noch eine M54 Verlängerung dazwischen brauchen. Jedenfalls bei dem Beispiel.

Die Kamera hat 17,5 mm, der UFC hat 16mm, bei 1mm Filter kannst du noch 0.5mm hinzunehmen, dann der Adapter zum OAG-L mit 4mm, dann der OAG-L mit 22.5 mm, da bist du schon mal bei 60.5mm.

Der Askar OAG wäre hier wohl schmaler, zudem er keinen Adapter benötigen würde. Der Askar hat insgesamt 19,5 mm. Der ZWO OAG-L mit Adapter kommt auf 26.5 mm.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Dane,

Du hast Recht. Abstand vom M54 bis Sensor müssen bei meinem Equipment 69,5mm sein. Dann braucht's eh 10mm zusätzlich. Dann könnte ich eine 8mm M54 Verlängerungshülse nehmen (dann wäre sicher nichts mehr im Weg) und den Rest über die Feineinstellung des Flatteners.

Danke :y:
 
Hi Peter, was du hier bei diesem Thema halt noch berücksichtigen musst, ist die Sache mit dem Filter. Ich muss sagen, ich habe bei meiner 6200MC sowie meiner 4200MC jeweils den UFC dran, habe aber schon lange keinen Filter mehr im Einsatz. Vielleicht lege ich mir eines Tages mal wieder einen Mehrlinien Filter wie z.B. ein Antlia ALP-T zu.

Die Sache ist eben die, das sich ja durch den Einsatz von Glas der optische Weg auch ändert, weshalb ich ja in meiner Rechnung oben die 0.5 mm für 1 mm Glasstärke hinzugerechnet habe. Wenn du dann wieder ohne Filter arbeitest, müssten die 0.5 mm eigentlich wieder ausgeglichen werden. Das hängt auch ein bisschen vom System ab. Aber damals bei meinem 10" Newton und der ASI2600 mit kleinerem APS-C Sensor, hat das schon gereicht, und beim entfernen des Filters hatte ich elongierte Sterne am Rand.

Das bedeutet, in meinem Beispiel hätte ich mit einem Klarglasfilter arbeiten müssen, der sonst immer drinnen ist. Ich hatte aber auch keinen Korrektor mit Feinstellung wie du. Du kannst wohl das Glas mit der Feineinstellung nachkorrigieren. Vielleicht am besten sogar mit einer Markierung am Drehring. Dann kannst du da einfach hin und her wechseln um den Abstand zum Korrektor wieder anzupassen, wenn die Glasstärke immer gleich ist.

Was ich jetzt hier nicht weiss, wenn du den Abstand im Korrektor mit der Feineinstellung korrigierst, muss man hier auch den Fokus neu setzen? Denn hier kommt noch ein anderer Faktor ins Spiel, und zwar der Fokus der Guidecam. Der UFC ist ja zwischen OAG und Kamera, und verändert somit mit Einsatz von Filter den Fokus hinter dem OAG. Man muss also je nach dem die primäre Kamera wieder neu in Fokus setzen, der OAG ist aber immer in gleicher Position, also muss hier auch nachkorrigiert werden.

Ich habe das praktisch noch nicht ausprobiert, aber meine Vermutung wäre, dass bei so einem Prinzip der Einsatz von einem Klarglasfilter gleichen Stärke, das der einfachste Weg ist. So würde ich das jedenfalls in zukunft einplanen, wenn ich mir wieder einen Filter anschaffe.

Was vielleicht auch sein kann, das die 0.5 mm vielleicht nur ganz minimal zu einer elongierung führen, und das einfach noch akzeptabel ist. Das hängt wohl auch etwas vom System ab.

Ein anderer Weg wäre, dass man die elongierten Sterne in Kauf nimmt, es aber so abstimmt, das diese nur beim Einsatz mit Filter auftreten. Und wen der Filter hauptsächlich nur ein Schmalband/Mehrlinien ist, entfernt man hier in der Bearbeitung eh die Sterne. Oder arbeitet einfach mit BlurXTerminator. :)
 
Hallo Dane,

ein kurzes Update: ich hatte mir über Aliexpress aus China den ASKAR und den ToupTek bestellt (beide 60% vom Preis hierzulande :cool:)

Der ASKAR ist mittlerweile da und ich bin soweit recht zufrieden. Verarbeitung usw einwandfrei. Nur die Klemmung für den kameraseitigen Adapter ist leider nicht konisch sondern plan. Dadurch besteht die Gefahr einer leichten Verkippung wenn man nicht aufpaßt. Man muss entweder drücken, oder ziehen, damit alles in der gleichen Position ist. Der OAG selbst ist deutlich kleiner im Durchmesser, ca 70mm, weshalb man etwas schlecht an die Klemmschrauben ran kommt wenn davor und dahinter alles 90mm hat.

Der ToupTek soll dieser Tage auch kommen, dann hab ich was zum Spielen und Vergleichen.
 
Hallo Peter,

danke für das Update mit den Informationen. Das finde ich ja spannend, dass beim Askar die Klemmung nicht konisch ist. Dann habe ich das auf den Fotos wohl falsch gedeutet. Meiner Meinung nach eigentlich schon nachlässig wenn es nicht konisch ist. Das mit dem deutlich kleineren Durchmesser ist natürlich auch nicht praktisch. Je nach gäbe es hier vielleicht die Abhilfe, die Rändelschrauben durch welche zu ersetzen, die ein längeres Gewinde haben.

Ich bin gespannt, wie dein Vergleich aussehen wird. Das würden wohl durchaus Informationen sein, welche auch für andere hier interessieren könnten.
 
Ja da täuscht man sich schnell. :D Über die Jahre in dem Hobby habe ich mittlerweile auch schon ein recht umfangreiches Sortiment an ganzen Schraubensets zugelegt. Und letztens musste ich mir "8 - 32 UNC x 1/2 Zoll Länge" Schraube bestellen. Wenigstens hatte ich schon mal passende Zoll Inbusschlüssel im Sortiment. Also wenn man sich kuriose Schrauben bestellt, dann genau für dieses Hobby. :)
 
Hallo zusammen, servus Dane,

jetzt ist auch der ToupTek da und ich konnte schon mal erste Vergleiche anstellen. Über AliExpress hat der ASKAR 140€ gekostet, der ToupTek 150€ (was nach Zoll 170€ geworden sind). Es hat sich gezeigt, dass jeder einen großen Vorteil und einen großen Nachteil hat. Aber jetzt zu den Details:
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Die Verarbeitung ist bei beiden ganz hervorragend, es gibt keinen Anlass zur Kritik.

Beide besitzen fernrohrseitig einen M54 Anschluss. Beim ASKAR sind noch diverse Reduzierungen mit dabei. Den ToupTek gibt es in fixen Gewindegrößen (M48 / M54/ M68). Adapter muss man sich anderweitig kaufen.

Das Prisma des ASKAR ist mit 10x10 etwas größer als das ToupTek mit 10x7. Die Verstellung und Fixierung des Prismas erfolgt jeweils über eine Inbusschraube. Ein Unterschied besteht drin, dass es beim ASKAR noch seitlich geklemmt wird (sieht man hier auf dem Bild nicht, weil ich die Rändelschraube gegen eine Madenschraube getauscht habe. Der Sinn dürfte folgender sein:

Der Helikalfokusierer beim ASKAR ist am Alukörper des Prismas befestigt. Somit liegt mit eingesetzter Guidecam das ganze Gewicht an dieser Klemmung an. Die seitliche Fixierung dient wohl dazu, dass da nichts verkippt. Das bedeutet gleichzeitig, dass mit dem Verschieben des Primas auch der oberer Teil verschoben wird. Dazu müssen dann wieder zwei Klemmschrauben gelöst werden und man kann den Helikal rauf/runter schieben. Das war eh nötig, da der ASKAR Grundkörper mit 70mm deutlich kleiner ist als der Toupteck mit 90mm und sonst nicht zwischen das andere Zeug gepaßt hätte (auf Danes Bild oben kann man ganz gut sehen, dass es knapp werden kann). Beim ToupTek liegt ein kleiner Abstandshalter bei (ist hier schon dran). Ein Vorteil beim ASKAR wäre, dass man nicht ans Prisma langen muss beim Einstellen sondern den Helikal festhalten kann (aber ob das viel wert ist?) Ansonsten unterscheiden sich die Heikals quasi nur im Fokusweg: 10mm ASKAR zu 6mm ToupTek sowie der Stecktiefe: 40mm Askar / 30mm ToupTek.

Jetzt kommen wir zum großen Unterschied nämlich dem kameraseitigen Anschluss. ASKAR hat hier mehrere Adapter beiliegen, die im Grundkörper geklemmt werden. Hier liegt aber ein großes Problem: die Nut ist nicht konisch sondern absolut plan und hat auch noch etwas Spiel:
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Darin liegt die Gefahr, dass es zu einer Verkippung kommt. Was sich ASKAR hier gedacht hat weiß der Himmel. Die Möglichkeit den Adapter um 30° drehen zu können, um den Sensor auszurichten, macht das auch nicht wett. Der ToupTek hat aber ein anderes Problem: der M54 Kameraanschluss ist als Abstandshalter für 55mm Abstand gedacht. Der Grundkörper hat selbst kein Gewinde. Teleskop-Service bietet einen kurzbauenden Adapter an aber 99€ dafür ist schon heftig. Für Bastler gibt es folgende Alternative: der UCF M54 Adapter von Baader paßt von den Maßen her genau auf den OAG. Wer es sich zutraut kann in den OAG Gewindelöcher bohren und den UFC Kameraadapter für 30€ dranschrauben (das werde ich am WE mal versuchen). Mit allem drum und dran kommen die OAG auf eine Bauhöhe von 19mm (mit Baader-Lösung).

Fazit: der ASKAR ist gut und erfüllt seinen Zweck. Die Verkippung muss im Hinterkopf bleiben. Der ToupTek schlägt sich etwas besser, wird mit dem Sonderadapter aber deutlich teurer (außer man bastelt selbst).

CS, Peter
 
Hallo Peter,

vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag. Da kommt ja schon etwas zum Vorschein. Was hier vielleicht auch interessant ist, ist die Ausleuchtung bei größeren Sensoren. Ich habe hierzu z.B. beim ZWO OAG-L auch mal versuche gemacht, da ich unter anderem mit zwei ZWO ASI 174MM Minis arbeite. Siehe hier: ZWO OAG-L und die Einstellung vom Prisma bei Vollformat

Wenn du natürlich nur mit kleinen Sensoren arbeitest, spielt das nicht so eine Rolle.

Wenn sich bei dir aus der Praxis heraus später noch Erkenntnisse ergeben, gerne her damit. Oftmals kommen ja beim realen Einsatz ja gerne doch mal der eine oder andere Punkt zum Vorschein.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg damit!
 
Jetzt konnte ich es doch nicht abwarten. :giggle: Der UFC Adapter sieht aus wie dafür geschaffen (die zwei unteren Schrauben gingen nicht weil ein anderes Gewinde genau gegenüber liegt)
20240222_182836.jpg
 
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