welches Fernglas 10x50

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Cobalt

Neues Mitglied
Hallo Allerseits,

obwohl ich mir eigentlich ein Fernglas mit 10x50 Vergrößerung kaufen wollte, habe ich aktuell ein Nikon Action VII 8 x 40 CF hier. Kaufgrund war zugegebenerweise der 55,-€-Angebotspreis von Amazon zu Weihnachten.
Da ich es noch bis Ende Januar zurückschicken kann, überlege ich es doch gegen das Nikon Action VII 10 x 50 CF umzutauschen.
Lohnt es sich besser gleich nochmal 30,-€ draufzulegen für die etwas höhere Vergrößerung und v.a. den größeren Objektivdurchmesser?

 
Hallo "Cobalt",

das ist eher ausgesprochene Geschmackssache.
Ein 10x50 gleicher Qualität zeigt dir im astronomischen Einsatz etwas mehr, die Unterschiede sind aber subtil und nur dort deutlicher, wo sie aufgrund der Ausdehnung des beobachteten Objekts nicht weitgehend von der Handunruhe (freihändiger Einsatz) wieder aufgefressen werden. Ein Beispiel wären Kugelsternhaufen. Deutlicher würden die Unterschiede auf einem (Einbein)Stativ werden, dann aber empfiehlt es sich aus meiner Sicht, gleich nochmal ein, zwei Nummern größer einzusteigen und z.B. ein 15x70 zu nehmen (auch günstig).
Als universelles Freihandglas, das viel zeigt und noch halbwegs kompakt ist, ist 8x40 ziemlich unschlagbar.
Wenn dir unangestrengtes freihändiges Beobachten und Kompaktheit (Ausflüge, Reisen mit leichtem Gepäck) wichtig sind, würde ich bei 8x40 bleiben - die Verluste sind gering - und eventuell später bei 15x70 einsteigen (zumind. mit Einbein). Wenn du eine (sehr) ruhige Hand hast und dir 8x40 immer etwas zu wenig zeigen sollte, könntest du auf 10x50 umsteigen.
In jedem Fall würde ein Wahrnehmungsgewinn erst auf Stativ und bes. ab 15x70 deutlich(!) werden. Man kann es auch so sagen: Der Wahrnehmungsgewinn mit einem 8x40 auf Stativ ist in allermeister Hinsicht größer als durch einen Wechsel auf 10x50 freihändig. So gesehen wären die 30€ besser in ein Stativ investiert.
So viel zu meiner Einschätzung.

LG
Herbert
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Cobalt,

ich sehe es auf Grund von mehreren Gläsern anders.
Sicher, subjektiv.

Die Firma beim forsten des Beitrages aus den Augen verlieren, inhaltlich sollte dies auf deine Anfrage übertragbar sein.

HIER #857145 (Oben)
 
Hallo Herbert,
ich verstehe deine Frage als Antwort nicht.
Es geht nicht um 32er Parameter, es geht im Thread um die Tatsache, dass die höhere V von 10fach im Vergleich zu 8fach m.E. eine sichtbare, nicht subtile und nur geringe Steigerung der Leistung ergibt, freihändig. Wer Detailerkennbarkeit am Himmel mittels FG im A-B Vergleich von 8 und 10 anstellt, darf den Leistungsvorsprung selbstklärend von 10fach durch primär waagerecht ausgelöste Amplituden in Frage stellen, doch die Diff. zu 8 nicht außen vor lassen. Denn grundsätzlich eignet sich die Freihandbeobachtung, wenn mann es konkret betrachtet, nicht für die Himmelsbeobachtung. Ausgehend von der perfekt geometrischen Optik kann die Fernglasleistung eines 8fach bei bei Freihand auf ca. 55-60% und die der 10fach auf 40-50 %fallen. Abhängig von vielen Faktoren. Der Unterschied ist nicht klein, gravierend ist er aber auch nicht. Ferner gibt es Beobachter, die bis 10fach keine Einbußen im Vergleich verzeichnen.
M.E. stellt sich der direkte Vergleich nun recht einfach dar, da beide vom Fragesteller erwähnten FG AP 5mm haben.
Das 10x50 hat egal von welcher Seite man es nun THEORETISCH betrachtet mehr Leistung. In der DZ (hier nur weil davon auszugehen ist, dass die Augen AP > = 5mm ist, ansonsten ist DZ relativ zur Augen AP zu berechnen)
eben 25%, in der Licht sammelnden Fläche eben mit dem Faktor ~1,5. Und n.m.M. und E. sieht man das. Recht deutlich, bei recht guten Himmel. Im Liegestuhl beobachtend wird die Argumentation des "Wackelfaktors" einschlafen. Hier beobachte ich in aller Ruhe mit 10fach, gewinnbringend.

Optional auf ein 15x70 Bino zu verweisen mag erwähnenswert sein, sollte dann aber auch mit allen anderen Nachteilen aufgeführt werden, zumal vorab in Erfahrung gebracht werden müsste, welche Beweggründe Cobalt für den Einsatz des FG am Himmel hat.

 
Ich habe für unterwegs (Tierbeobachtungen, etc...) übrigens noch ein Nikon Sportster 8x25 EX, also ein kleines Dachkant-FG. Das Nikon Action 8x40 zeigt im Vergleich eine bessere Mittenschärfe, dafür aber eine zum Rand hin wesentlich früher eintretende und ich glaube auch größere Unschärfe und ebenfalls am Rand erheblich stärkere Farbsäume an kontrastreichen Kanten. Diese Verschlechterungen treten schon ab ~ dem halben Radius deutlich zutage, was mich doch etwas überrascht hat. Ich hatte mir vorsichtshalber zwei Exemplare zuschicken lassen, die sich darin aber nichts genommen haben. Kann natürlich auch sein, daß sie beide aus der gleichen Charge stammen.
So richtig begeistert bin ich also nicht. Aber ich habe es auch bislang wetterbedingt noch kaum genutzt und mir fehlt der Vergleich zu anderen Modellen identischer Vergrößerung/Objektivdurchmessers.

Ist die Benutzung eines Stativs für Fernglas-Beobachtungen die Regel? Falls ja, werde ich mir evtl. so oder so eines anschaffen, da ich für astronomische Beobachtungen wohl doch meist raus aus der Stadt fahren werde, also mich nicht auf eine Liege hauen kann und im Dunkeln allzu lange im Gras liegen ist mir selbst mit Matte wg. der Zecken nicht geheuer.
ich sehe grad, daß es Einbeinstative schon für unter 15,-€ gibt. Was für Stative nimmt man denn da und was für einen Adapter benötigt man dafür? Eine Befestigungsmöglichkeit hat das Nikon Action 8x40 nämlich gar nicht.

Neben dem Nikon Action 10x50 habe ich auch das Olympus 10x50 DPS-I im Visier, da dies schon ab 58,-€ erhältlich ist. Ist das Olympus hier bekannt? Wenn es dem Nikon ebenbürtig ist, wäre die Sache eigentlich schon entschieden und das 8x40 ginge zurück. Nicht ganz unwichtig an einem fernglas wäre mir aber auch die Möglichkeit, es ohne allzu größe Verluste wieder gebraucht verkaufen zu können, falls der Wunsch nach einem besseren Modell aufkommt.

15x70 hatte ich auch in Erwägung gezogen (z.Bsp. Celestron Skymaster 15x70). Würde diese Größe auch als einziges Fernglas Sinn machen, oder wäre es eher eine Ergänzung zu einem kleineren?

 
Hallo Dominique,

ich meinte nicht den 32er-Parameter, sondern dass man beim sinnvollen Aufbau eines kleinen "Fernglas-Teams" vielleicht/wahrscheinlich eher ein 10x50 als sinnvolle Ergänzung zu einem schon vorhandenen 8-fach-Glas betrachtet, als wenn man kein solches hat (und auch schon eine 32er-Öffnung läßt sich astronomisch einsetzen, bes. bei einem Spitzenglas).
Ich betrachte die Unterschiede unserer Argumentation als subtil, da ich ja keineswegs geleugnet hatte, dass ein gleichwertiges 10x50 mind. theoretisch mehr Leistung bringt. Und wenn man den Liegestuhl als (idealen) Ausgangspunkt der Beobachtungen nimmt, dürfte sich der Wackelfaktor als Argument tatsächlich so ziemlich erübrigen. Nun schreibt "Cobalt" aber, dass er im Gelände keine Liege zur Verfügung haben würde und das wäre für mich wiederum ein Argument für das 8x40 - ein 10x50 frei stehend zu verwenden ist m.E. kein langes Vergnügen.

Hallo "Cobalt",

jedes Stativ birgt mit geradsichtigen Ferngläsern verwendet nat. Schwierigkeiten mit dem zenitnahen Beobachten. Ein wenig besser wird das, wenn man sich zusätzlich hinsetzen kann. Wenn die Vergrößerung nicht zu groß wird, und da ist 10-fach sicher noch im Rahmen, ist das Hinlegen deshalb für viele die bessere, freiere Variante bei der (Zenit)Beobachtung. Dominiques Hinweis auf die von mir fürs Erste tatsächl. verschwiegenen Schwierigkeiten mit 15x70 zielt wohl v.a. darauf ab: Auch im Liegen könnte 15-fach für viele grenzwertig oder zu viel sein. Daher taugt es m.E. eher nicht als einziges Glas, auch nicht neben deinem 8x25 (das ja astronomisch noch nicht viel bringt). Du solltest im Gelände wenigstens nach einer möglichst bequemen Sitzgelegenheit Ausschau halten. Beim Stativ ist es wichtig, dass es hoch ausziehbar ist (mind. über 180cm). Das halte ich für das wichtigste Kriterium, der Rest ist eher höherer Bedienungskomfort, der sich in höheren Preisen ausdrückt. Die üblichen Fernglasadapter liefern noch mal knapp 10cm Höhe dazu. Du kannst im Prinzip alle nehmen, die Plastikadapter wackeln und sollten dagegen mit Kunstharz (2-Komponentenkleber) in den Hohlräumen ausgegossen werden.
Noch etwas zur Randschärfe: Bedenke, dass das 8x40 ein wesentlich größeres Sehfeld hat! Da ist es für das 8x25 kein Kunststück, randschärfer zu sein. Zusammenfassend: Ein 8x40 kann man eher noch freihändig im Stehen verwenden (im Gelände). Sitzend, angelehnt, wird es viel besser. Ein 10x50 stehend, das macht man nicht lange gerne. Man muss sich m.E. dafür zumindest anlehnen können.

CS! ( - zur Zeit von mir aus betrachtet ein SEHR frommer Wunsch, leider)
Herbert
 
Hallo Herbert,
mit einem 8fach mag man einige Zeit beobachten, mit einem 10fach weniger. Ob nun 30min zu 20min ist m.E. derart unerheblich, dass ich weniger darüber sondern mehr über das Mehr an Beobachtung nachdenken würde. Und wie erlange ich sie, wenn ich weiß, beides wirkt sich mit unterschiedlicher Zeit leistungsmindernd aus. Und nein, astronomische Beobachtung mit 32er ist auch bei einem, meinem Spitzenglas für MICH keine Überlegung.

Cobalt:
Wenn man allerdings im Nachgang zusätzliche Informationen aufführt, von denen ich im Vorfeld nicht wissen konnte, ist substanziell alles dem Mosaikverfall unterworfen.

Wenn du mit einem Stativ zu beobachten gedenkst, denke auch an die Überstreckung des Kopfes. Ob dann 7 oder 1Xfach - das ist auf einer Beobachtungsdauer von YXZ Minuten ermüdend und somit unvorteilhaft. Der Mensch empfindet es als bequem, wenn er sitzt oder liegt. Das gilt generell für die Beobachtung auch. Wenn du dich der Möglichkeit berauben willst, tu das und sammel deine Erfahrung. Wo das Problem des Liegestuhls ist bleibt mir unklar. Du scheinst nicht mobil zu sein, zumindest mit dem PKW. (?)
Wie dem auch sei. Ein Einbeinstativ muss im Stand größer sein als du. In die Knie willst du doch nicht gehen-oder?
Außerdem teste das mal mit einem langen Besenstil. Wenn der vor dir steht und du lehnst den Kopf nach hinten, musst du das Glas inkl. Halterung, auch wenn es überlagert, zu deinen Augen bringen, die eben nicht mit der Körperfront fluchten. Das Stativ muss also eine recht hohe Auszugsgröße haben.
Man kann sich Halterungen kaufen oder selber bauen.
Zecken krabbeln auch an Schuhen hoch,.....tsssss
Sorry.
Eine gekaufte Halterung Beispiel und ein halbwegs gutes Einbeinstativ kostet evtl. so viel wie dein Glas, evtl mehr. Da kann ein Klemmstativ und ein dicker Ast vll. die bessere, die günstigere Variante sein. Testen.

Die beste allerdings ist, Decke oder Liegestuhl und eine Wiese/Acker/Parkplatz...keine Zeckenangst... und gut.

Die unterschiedlichen Leistungen deines Taschenglases zum großen Bruder liegen in der Geometrie der Okulare und der Prismen. Das würde jetzt hier zu weit führen. Bitte nicht wundern. Der Verlust eines Glases beim Abverkauf ist unvermeidbar, zurecht, wenn es ein Billigprodukt ist.
50% vom Neupreis sind da schon viel. Bei 58€,.........!

Ich empfehle dir: Kauf Haferflocken, Schokolade und Toastbrot. Sparen und ein wenig mehr Invest. Billiggläser werden dir keine Freude am Himmel bereiten. Ebay und Co. - Gebrauchtmarkt, z.B. ältere CZJ Gläser bergen mehr Freude und Qualität.
 
Ok, mir war schon klar, daß die günstigen Porro-Prismengläser mit größeren Objektivdurchmesser zum Rand hin schneller unscharf werden und Farbfehler aufweisen. Aber das dies sooo früh Richtung Rand anfängt und am Rand so stark ausfällt hat mich doch erstaunt. Zumal die Amazon-Bewertungen so positiv ausfielen.

Nochmal ein paar Zusatzinfos: Ich bin weitgehender Astronomie-Laie, zumindest, was die Kenntnisse des Sternenhimmels betrifft. Habe mich bislang eher für Planetenforschung und Raumfahrttechnologie interessiert. Ich möchte mit dem Fernglas also erstmal einen Überblick über den Sternenhimmel gewinnen und schauen, was man mit einem Fernglas außer einfachen Sternen noch so an Strukturen sehen kann.
PKW ist leider nicht vorhanden. Ich wohne z.Zt. in einer Umgebung mit leichtem Mittelgebirge und bei schönem Wetter fahre ich abends gern mal 10-15km raus aus der Stadt und suche mir eine schöne Ecke, um die Ruhe zu genießen und draussen im Zelt zu übernachten. V.a. dabei würde ich das Fernglas benutzen. Ein Dreibein-Klapphocker und Stativ passen natürlich immer in die Radtasche.

Wenn ich für Tagsbeobachtungen unterwegs nicht schon das kleine Sportster 8x25 hätte, würde ich das Nikon Action 8x40 behalten, da in der Tat universeller als das 10x50 ist. Aber so ist mit der Unterschied zum kleinen FG nicht groß genug. Daher die Überlegung mit dem 10x50. Ich habe übrigens beim Beobachten der Jupitermonde gemerkt, daß bei mir schon mit dem 8x40 bei Freihandbeobachtungen keine rechte Freude aufkommt. Stativ dürfte also ein Muß sein.

@leicam: Gebrauchtkauf höherwertiger Gläser bei ebay & Co traue ich mir nicht zu. Dazu fehlt mir leider die Erfahrung mit Ferngläsern und es würde auf ein Lotteriespiel hinauslaufen. Ansonsten ist Sparen und ein wenig mehr investieren natürlich immer sinnvoll. Aber zumindest die
Nikon Action Modelle kann man aufgrund des Bekanntheitsgrades und guten Rufs als Einsteigergläser über ebay zu recht guten Preisen wieder verkaufen. Und da ich momentan noch nicht so Recht weiß, was für mich am geeignetsten ist, wäre eine preisgünstige Lösung vlt. doch erstmal die bessere Wahl.

 
Hi Cobalt,

nein das lohnt aus m. Sicht. Ich habe/hatte das Nikon Action 8x40 EX und habe es zeitweise auch durch ein 10x50 Modell ersetzt (Nikon 10x50 EX). Das hatte deutlich mehr Farbe und kein so scharfes Bild. Vllt ein Ausreißer. Auf jeden Fall bin ich wieder zurück zum Nikon 8x40 EX.

-lothar
 
Hallo Cobalt,
sicher ist es immer so eine Sache mit Käufen abseits der Neuware. Dennoch rate ich dir ein Glas an, welches mit der Zeit die Qualität der Zufriedenheit deckt und das sehe ich im Hinblick auf den Einsatzzweck Astronomie, wo gewisse Eigenschaften nun einmal "zwingend" sind, nicht bei einem Glas unterster Klasse. Hier im Sucheboard kann man ja eine Anzeige schalten oder suche Gläser deiner Wahl und schlage diese vor.
Optional können dir User ein paar Erfahrungswerte einiger Gläser vorschlagen.

Das du in deinen 8x25 im Vergleich zum 40er nicht den Unterschied erkennen kannst ist erklärbar, weil in der Beobachtung am Tag an sich dort auch keinen geben kann, rein theoretisch. Der Beobachtungskomfort im 40er ist nur etwas besser, sonst nichts. Die Leistung des 40er spielt erst dann seine merkliche innehabende Leistung aus, wenn deine Augen AP auf Grund der Lichtverhältnisse > 3mm wird. Bis dahin ist das Bild annähernd das gleiche. Andere Merkmale habe ich jetzt mal außen vor gelassen.

Eine m.E. schöne alternativ Parametrierung ist ein 10x42, für die Astronomie und auch für die Naturbeobachtung als Ergänzung deines vorhandenen Taschanglases, welches ich an deiner Stelle auch behalte würde.
 
>"Ich habe übrigens beim Beobachten der Jupitermonde gemerkt, daß bei mir schon mit dem 8x40 bei Freihandbeobachtungen keine rechte Freude aufkommt. Stativ dürfte also ein Muß sein."

Die Jupitermonde gehören aber auch zu den heikelsten Fernglasobjekten, was Verwackeln anbelangt. Da ist es immer gut, wenn man zumindest abstützen kann, wenn man möglichst alle vier sehen will (soweit gerade möglich). Die Jupitermonde sollten daher nicht unbedingt der Maßstab sein. Hatte zuletzt nur ein 7x30 dabei und das hat dabei(!) auch schon gehörig gewackelt. Die meisten Himmelsobjekte sind weniger anspruchsvoll.
 
Hallo zusammen,

ich finden die Jupitermonde sowie natürlich die Plejaden/Hyaden sehr gute Objekte un die Qualitäz des FG zu testen. Ein gutes 8x30 zeigt schon leicht alle 4 Monde, wenn sie weit genung von Jupiter stehen. Bei den Plejaden müssen feinste Sterne klar und deutlich als nadelköpfe feine Punkte erscheinen.

Auch hier finde ich meist die 8x40 FG besser als die 10x50 FG,

da leichter, größeres GF und besser verwackelungsfrei haltbar!

Gruß
Lothar
 
Zitat von leicam62003:
Gläser von XYZ sind modern, haben aber teils keinen Stativanschluss. Aus guten Grund.

Hallo Dominique,

mich würde jetzt doch interessieren, welchen guten Grund es für keinen Stativanschluss gibt? Aber bitte jetzt nicht Zeiss Binofix und andere Krücken als Alternative vorschlagen. Ich finde es gerade von den sogenannten Premiumherstellern eher peinlich, dass sie keinen Stativanschluss haben.
 
Hallo Ralf.
Da das Thema für mich sehr komplex ist, versuche ich mich kurz zu fassen und alle folgenden Überlegungen ruhen auf Überlegungen, Erfahrungen und Selbst,-bzw Umbau bestehender FG-Halter.
Und ich gehe mal von der Tatsache aus, dass wir uns hier nicht über Gläser mit Knickbrücke wie altbewährte Porros unterhalten. Hier ist ja die Befestigung relativ einfach. Wenn in meinen Augen auch hier schlecht gelöst. Der Halter von Zeiss für mein Dialyt 8x56 ging zurück und ich habe mir seinerzeit einen eigenen gebaut, den Markus Ludes [wenn ich mich recht erinnere ?] sofort in seinen Besitz nahm. Vll. hat er ihn noch. Dieser Halter hatte eben nicht den Mangel des originalen.
Demnach ist sicher das Dachkantenmodell der Anfechtung ausgeliefert.

So, kommt also davon, wenn ich eben nicht „m.E.“ oder „n.m.M“ schreibe. Den Umstand mag man mir verzeihen, vor allem dann, wenn ich doch, z.B. wie dich, Experten im Forum zu schätzen und mit deren Anwesenheit zu rechnen habe. Deine Frage ist berechtigt, denn sie wir ja Desöfteren aufgeführt. Und mag mag´s glauben oder nicht, ich wusste das jemand nachfragt, was auch gut ist.

Für mich zählen erst mal zwei Hauptgründe:
1. Die Konstruktion
2. Die Nutzungsanforderung

Aber generell:
Wenn man sich die FG Designentwicklung ansieht, strebt doch alles in Richtung Miniaturisierung der Bedienelemente, die eben bekannte im Vergleich zu früheren Modellauslegungen andere Eigenschaften aufweisen. Kurzhub, Naheinstellgrenze, Gewichtsersparnis, Ergonomie und Design etc. Ob das besser oder schlechter ist, bleibt mal außen vor. Neue Materialien erlauben eben diese Experimentierfreude und ab und an kann man schon den Anschein gewinnen, die neue Fernglasgeneration ist überzüchtet.
Ansichtssache.

Aus Sicht der Konstruktion und Auslegung eines FG Gehäuses bleibt m.E. aber ein Fakt:
So ein Stativgewinde hinterlässt Spuren in den Dimensionsgrößen, die in keinster Weise zu vernachlässigen sind. Kein Schmetterlingseffekt und doch kann es zu gravierenden neuen Überlungen in der Designauslegung führen.
Um uns dies zu verdeutlichen müssten wir uns eine Modellreihe eines Herstellers heraus picken.
Aber aus meinen Erfahrungen früherer Modelle wie Zeiss und Leica und Nikon, und auch aus denen der derzeitigen Modelle, sehe ich keinen Anlass und auch keine Möglichkeit der Integration eines Stativgewindes. Die Designs der neuen Generationen gefallen nicht nur mir, sondern andere User auch. Meist wohl so wie es ist. Für viele in die Hand konstruiert. Größe, Gewicht und Handhabung, sagen wir mal das Gefühl geht mit in die Kaufentscheidung ein. Das ist auch eine Marktstrategie. Ob dies sinnvoll ist oder nicht,............. es macht aber Umsatz.
Ich möchte nicht wissen, wie oft der Techniker dem Designer oder umgekehrt den Vogel zeigt.
Was ich sagen will ist, es sind derart kleine Nuancen der FG Gehäusekonstruktion, Konzeptionen der Mechaniken und deren Platzbedarf, dass so ein Gewinde dem oftmals kontrovers gegenüber steht.
Ich denke auch deshalb, da die Befestigung dem üblichen Überlegungen, also, das Glas ist bis in kleinste Detail „perfekt“, in seiner ganzen Konzeption, Mechanik wie die Optik inkl. der verwendeten Materialien und Anstoß dieser Gesinnung wird das Stativgewinde-warum?
Um mich jetzt hier nicht zu verfangen, komme ich auf den 2. Punkt, der in meinen Augen der wichtigere ist und sich mit der gerade genannten Anmerkung deckt.

Was sollte so eine Befestigung per Stativgewinde denn erfüllen?
Für mich jedenfalls genau die, die wir doch alle auch am Teleskop erwarten. Eine stabile Einheit, die nicht bei Anstoß gleich das Zittern hervorruft. Nun, wenn ich mir die Gewichte mancher Gläser ansehe, Bereich von 800-1200 Gramm, bekomme ich angesichts der Dimensionierung der Schraube so meine Bedenken. Gerade bei den neuen Formen der FG mit Durchgriff, EL und andere, kann so eine Gewindemuffe nur am Ende der objektivseitigen Knickbrücke platziert werden. Siehe SLC Serie oder auch z.B. Meopta. Hier kann man dann nur von Glück sprechen, wenn der Schwerpunkt des Glases dann mit der Schraubenverbindung zusammen fällt. Bei den meisten FG wird das nicht der Fall sein. Ich kann jetzt nicht für alle FG sprechen, im Grundsatz wird das Problem dasselbe sein. So bei einem EL. Wo soll da das Gewinde hin? Nur an das Ende. Am Mitteltrieb im Durchgriff würde die ganze Konstruktion eine vollkommen andere Gehäuseform fordern. Vor allem dann, wie oben erwähnt, wenn der Hersteller auch hier die ganze vorangestellte Überlegung der Perfektion auch auf diese Befestigung ausweiten würde. Denn schwächeln dürfte er hier nicht. Mach´s richtig oder lass es.
Ein Hauptproblem welches ich erkenne ist folgendes:
Wenn ein Anwender z.B. einen auf einen Fluss startenden Schwan beobachtet, oder im Grundsatz bewegte Objekte verfolgen will, wird alle Kraftübertragung seitens des verwendeten Equipments auf die Nahtstelle FG und Schraube übertragen. Und das unbefriedigend, meine Erfahrung. Wenn ich einen mit Friktion ausgestatteten KK oder einen Neiger oder.... benutze, muss ich die gewählte Einstellbremse mit dem FG+Halter überwinden. Zu diesem Umstand im Lastfall kommt die Masse, die einen Überhang in Richtung Okular oder Objektiv erzeugt, da der Stativanschluss nicht im Schwerpunkt liegt. Die Schraube/Verbindung wird also bei „aktiver“ Nutzung m.E. unsachgemäß beansprucht und unweigerlich auch das FG-Gehäuse. Soll die Auslegung entsprechend sein............ siehe Gehäuseauslegung. Von der Steifigkeit guter FG ausgehend, sollte man sorgenfrei so arbeiten können(?) Aus welchen Gründen auch immer sollte man nicht an dieser Verbindung Stützkräfte einbringen. Wer kann das ausschließen? Ein heftiger Anstoß ist schnell geschehen und gar ein Sturz der Einheit hat dann wohl Folgen, die den Serviceeinsatz rechtfertigen. Ich denke, all das will man umgehen, da eben wie oben erwähnt, die Grundphilosophie der Produktlinie eine nachhaltige sein soll, die durch den Stativanschluss unterbrochen werden kann, ein eingebaute Schwachstelle eben.
So ein Stativgewinde ist für mich nicht praxisgerecht, im Sinne des Wortes. Da mag der eine oder andere Anwedner nur seine Anwendung sehen, Astro, Jäger im Ansitz,........ – doch der Hersteller kann die Verwendung nicht einschränken, er muss all die Beobachtungsvarianten einfließen lassen.
Viele Birder arbeiten mit Einbeinstativen und sind per Fuß im Feld hier und dort. Das Glas an dieser im Kontext der Kombo nur an einer Schraube zu wissen beunruhigt. Denn beim Aufsetzen des Einbein auf dem Boden, weil schnell etwas gesichtet, wird nicht schonend an das FG und dem Anschluss gedacht. Das meist im Ungleichgewicht befestigte FG muss also die Wipp,- also die frequenzartigen Hebelkräfte aufnehmen. Für Dauereinsatz geeignet?
Aus der stationären Befestigung muss m.E. das Glas schnell entnommen werden können, wenn eben ein Federtier doch quick fort fliegt.

Und von dieser kurzen Betrachtung her, lieber Ralf, sind die deinerseits erwähnten „Krücken“ das Beste was es gibt. Denn diese sind in Kombo mit dem Stativ steif und fest, per Kupplung verbunden und das FG findet Ganzheitlich seinen Halt. Das lässt sich ganz anders fokussieren und nachführen.
Da eine ausgewogene Gesamtmasse bewegt wird. Das FG ist schnell zu entnehmen und wieder losgelöst vor Augen zu führen. Auch im Astoeinsatz sehe ich da mehr Vorteile.

Wenn wir ehrlich sind, die meisten Anbieter solche Anschlüsse werben auf Grund des Absatzes und dem Vorsprungmerkmal in der Ausstattung. Taugen die verbauten Konstruktionen? Wenn ich mir so mache langen FG an diesen unsäglichen dünn wirkenden Halter ansehe,..........naja!

Ich hoffe, ich konnte dir meine abgespeckte Sicht zufriedenstellend aufführen.
Die selbstverständlich keine Allgemeingültigkeit stellt.

Ich persönlich empfinde das Nichtvorhandensein als Gewinn, davon abgesehen, ich würde es auch in der bekannten Verwendung nicht nutzen.
 
Beschränken sich die Unterschiede der Nikon Action Modelle zu den Action "EX" Modellen eigentlich auf die Stickstofffüllung, oder gibt es da auch noch qualitative Unterschiede in der Optik oder der Verarbeitung (und vlt. Qualitätskontrolle)?

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Nicht zu vergessen: Die EX-Serie ist für Brillenträger konzipiert, hat Okulare mit langem Augenabstand (lange Pupillenschnittweite) und Drehaugenmuscheln.
 
dass man sich überhaupt noch ferngläser ohne bildstabilisierung antut, finde ich unglaublich!

der informationsgewinn, den man damit erreicht, ist so immens - insbesondere bei terrestrischer beobachtung - dass für mich schwerlich jemals etwas anderes in frage kommt.

aber klar: wenns mal wieder nichst kosten darf. landet man nat. schnell bei aldi, tchibo und co....

horst
 
Zitat von alzheimer:
dass man sich überhaupt noch ferngläser ohne bildstabilisierung antut, finde ich unglaublich!

der informationsgewinn, den man damit erreicht, ist so immens - insbesondere bei terrestrischer beobachtung - dass für mich schwerlich jemals etwas anderes in frage kommt.

aber klar: wenns mal wieder nichst kosten darf. landet man nat. schnell bei aldi, tchibo und co....horst

?)
 
Mein Canon 12x36 IS II hat nach 2 Jahren und 4 Wochen den Dienst aufgegeben, die Reparatur sollte lt. Canon KVA bescheidene 400 EUR kosten (der Neupreis meines Glases waren seinerzeit ca. 520 EUR). Ich habe nun ein unförmiges 12 x 36 mit recht guter Optik, aber ohne IS.

Mein Fujinon 10x50 FMT-SX ist 6 Jahre alt, sieht aus wie neu, hat eine wunderbare Optik und ich sehe damit so gut wie am ersten Tag. Neupreis damals ca. 600 EUR.

Warum tut man sich Ferngläser mit Bildstabilisierung an ...?

;)
 
mein canon 12x36 IS II marschiert jetzt ca. 6 jahre ohne mucken, ist ständig auf reisen und mit dem bike dabei. warum stellst du wg. einem einzigen fehlerbehafteten missgriff - bei allem verständlichem ärger und enttäuschung - die ganze serie in frage?

h.
 
ps: wolltest ja wissen, warum ich bei einem stabi gelandet bin.

1. weil ich mich über die randunschärfe meines damaligen leica trinovid 10x50 geärgert habe, für das ich in den 90er jahre stolze 2500 DM berappt hatte. dann auf nachfrage bei leica noch der lächerleich kommentar, das sei "prinzipbedingt". unglaublich! jeder flohmarkt-feldstecher war schärfer am rand.

2. weil ich neugierig war. wenn du das canon IS kennst, weißt du ja auch, welchen info-verlust du ohne stativ mit nicht-stabiliserten gläsern erleidest...

h.
 
1. weil ich mich über die randunschärfe meines damaligen leica trinovid 10x50 geärgert habe, für das ich in den 90er jahre stolze 2500 DM berappt hatte. ........

........ und für alle zur weiteren Erklärung:

-man musste sich in den 90er Jahren für ein Produkt entscheiden
-auch die Gepflogenheit zu zahlen hatte Gültigkeit
-erst nach Abschluss des Kaufvertrages durfte der Karton geöffnet werden
-das Produkt wurde gesichtet und getestet
-sich im Vorfeld über Qualität und Leistung zu informieren galt als Vertrauensbruch-gefolgt vom Hausverbot
-Telefone hatten bereits Tasten
-Leica Mitarbeiter hatten kein Ahnung
-auf Flohmärkten war alles besser

2013, gut das wir dort angekommen sind und immer noch Gläser ohne Stabi angeboten werden

nachdenklichen Abend noch
 
Ich finde es unglaublich: Zeiss (Ost? West?), Leica usw. in dieselbe Ecke wie Aldi, Tchibo zu stecken - vielleicht habe ich die Ironie nicht erkannt...

Wahrscheinlich sollen wir jetzt alle unsere Teleskope wegschmeißen, weil die neuen soooooooo viel besser sind, die Okulare dazu... (Deine Provision???)

Im Ernst: Ich lobe mir meine CZJ-Gläser, wohl nur historisch wertvoll... Weil ich sie bezahlen konnte, ohne meine Kinder verwahrlosen zu lassen. Ich habe schon Dinge mit einem 10x50 gesehen, die fast alle nur mit größeren Optiken erkennen konnten. Und ich fand beim Direktvergleich mit diesen stabilisierten Dingern dort die Sternabbildung eher schlecht. Und wennn ich es ganz stabil brauche, habe ich ein Stativ, für einige wenige Euro. Ich fordere zum Duell!


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo "Cobalt",

heute gibt es eine schöne Jupiter-Konstellation, die aufgrund des Föhnwetters in Österreich auch schon bei dunkelblauem Himmel gerade prächtig zu beobachten war. Meine beiden 10x50 (Porro) gegen 8x42 (Dachkant): Alle vier großen Monde stehen links von Jupiter, Kallisto ganz außen, Europa, Ganymed und Io als Dreierguppe weiter innen. Die 10x50 FG trennen die Dreiergruppe ganz deutlich, im 8x42 weiß man nicht, ob innen zwei oder drei Monde stehen (nur in kurzen Mini-Momenten, in denen die Handunruhe gestoppt werden kann, kann ich - mit Mühe - dort drei Monde erkennen). Jeweils mit abgestützten Ellenbogen stehend beobachtet. Insoferne also (doch): 10x50 ;-)

CS!
Herbert
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
So, als Zauderer habe ich bis zum letzten Tag der Rückgabefrist gewartet, aber heute ging das 8x40 dann zurück zum Händler.
Nun stellt sich mir die Frage: erstmal Nikon Action VII 10x50 CF oder vielleicht gleich ein 15x70, wie bspw. das Celestron Skymaster 15x70? Einfaches Einbeinstativ bestelle ich in beiden Fällen gleich mit. Bei letztgenannter Vergrößerung habe ich zugegebenerweise keine Ahnung, welche Modelle in der unteren Preisklasse akzeptabel sind.
Ich vermute aber mal, daß das Nikon Action 10x50 als Einsteiger erstmal die bessere Wahl wäre? Es wird bei ebay auch zu hohen Gebrauchtpreisen gehandelt, so daß es kein Beinbruch wäre, wenn schnell der Wunsch nach einer höheren Vergrößerung aufkommt.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben