Wie findet man Objekte zwischen 2 Sternen?

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Iceman

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Am Wochenende wollte ich im Sternbild Leier den Ringnebel M57 beobachten. Er liegt genau auf einer "Verbindungslinie" zwischen den Sternen ß und y.
Nur gelang es mir nicht ihn zu finden.
Selbst durch den Blick des Suchers konnte man immer nur einen Stern der beiden ins Bild bekommen und sich eben so schlecht orientieren.
Wie macht ihr das?
Ich habe gehört das es Sucher mit Leuchtspur gibt macht so etwas sinn?

Mfg
Felix
 
Moin Felix!

> Nur gelang es mir nicht ihn zu finden.

Tja, wenn man nicht weiß, was einen erwartet, dann hat man auch mit eigentlich einfachen Sachen wie dem Ringnebel so seine Probleme - und damit bist Du auch nicht der Erste hier.

Ein Bild vielleicht...?

Link zur Grafik: http://www.ki.tng.de/~winnie/ade/m57-ak.jpg

Beta und Gamma Lyr solltest Du mit jedem x-beliebigen Sucher finden. Ich hoffe, Du hast den "Karkoschka - Atlas für Himmelsbeobachter" immer am Mann?! (ansonsten: Sofort besorgen!)

> Sucher mit Leuchtspur

"Munition mit Leuchtspur" gibt das - zum Sterneschießen nicht schlecht... ;)
Was Du meinst, ist ein Leuchtpunkt-Peilsucher bzw. Telrad-Finder (und wie sie alle heißen). Schau Dich mal bei den bekannten Händlern im Web-Shop um, da findest Du sie...
Ein Peiler oder Telrad ist aber auch nix besseres oder schlechteres als ein Sucher, höchstens eine Ergänzung. Wenn Du so'n Ding am Teleskop pappen hat, heißt das noch lange nicht, daß Du jetzt M57 automatisch erkennst - dazu wirst Du immer noch durch's Teleskop gucken müssen. ;)
 
Hallo Felix,

der Ringnebel steht nicht genau auf der Linie, sondern leicht daneben. Außerdem ist er sehr klein - wenn der Sucher nichts taugt, sieht man ihn nur als Sternchen.

Stell den Sucher (der hoffentlich parallel zum Teleskop steht) in etwa auf die Position und schaue durchs Teleskop mit etwa 50x Vergrößerung. Dann sieht man ihn als winziges Scheibchen, wie einen Stecknadelkopf auf etwa halbe Armlänge (geschätzt). Groß ist er wirklich nicht, aber recht hell.


Gruß Coyote
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Felix,

Selbst durch den Blick des Suchers konnte man immer nur einen Stern der beiden ins Bild bekommen
Das verstehe ich nicht, die beiden Sterne stehen gerade mal 2° auseinander und sollten in jedem Sucher beide im Gesichtsfeld sichtbar sein. Ergo hast du wahrscheinlich an der falschen Stelle gegraben und deshalb M57 nicht gefunden! Die Skizze vom Michael zeigt deutlich wo er sich befindet. Am besten bei mittleren Vergrößerung genau auf die Mitte der Verbindungslinie zielen und dann sollte er irgendwo im Gesichtsfeld des Okulars auftauchen.

Gruß
Lots
 
Hallo Felix,
ich bin auch Anfänger. Habe auch so meine kleinen Problemchen
mit dem Auffinden der nächtlichen Objekte meiner Begierde ;)
Aber wie es so ist mit allen Dingen im Leben :
Es klappt nicht alles gleich auf Anhieb.
Ein befreundeter Astrokollege hat mir folgendes geraten:
Nie aufgeben, sondern üben,üben und nochmals üben.
Bleib dran !

MfG Catrin
 
Hallo Felix und Catrin,

ja, das Starhopping fällt nicht jedem von Anfang an leicht. Besonders lichtschwache Objekte wie Galaxien oder Nebel übersieht man schnell beim Drüberschwenken, vor allem wenn der Himmel in stadtnahen Gebieten zu hell ist. Vielleicht sind da einfachere Objekte wie Sternhaufen zum Üben die geeigneteren Objekte. Zum Starhopping braucht man nicht nur eine einfache Sternkarte mit den hellsten Sternen eines Sternbildes, die Aufsuchkarte sollte auch schwache Sterne zeigen, über die man sich dann im Okular ans eigentliche Ziel herantastet. Dabei sollte man schon wissen, wo im Okular quasi oben und unten ist, also ob das Okularbild seitenverkehrt ist oder auf dem Kopf steht. Ich habe auch mit dem von Micha angesprochenen Karkoschka angefangen, für Anfänger ist er einfach ein Muss. Mit Übersichtskarten und Detailansichten auf einer Seite lässt sich das Starhopping gut erlernen.

Wer allerdings nicht mit dem Umdenken von Sternkarte zum seitenverkehrten Okularanblick zurecht kommt, kann sich ganz einfach mit entsprechender Software eine Aufsuchkarte erstellen, die den richtigen Anblick im Okular liefert.

Warum du aber beta und gamma Lyr nicht zusammen im Sucher gesehen hast, ist mir schleierhaft. Vielleicht warst du ja wirklich an der falschen Stelle. Versuch doch mal beim nächsten Mal direkt die Mitte zwischen den beiden Sternen anzupeilen. Sofern der Sucher richtig eingestellt ist und du ein Okular mit großem Gesichtsfeld verwendest, sollte, wenn alle Sterne punktförmig sind, ein leicht unscharfer Stern zu sehen sein. Vielleicht klappt's ja so.

Viel Glück. Wie schon richtig gesagt wurde: Nur nicht aufgeben, sondern üben, üben ...
 
Hallo zusammen!

Ich habe auch mit M57 angefangen. Bei mir war die Grenzgröße (soweit ich mich erinnere) ca. fst 3-4 mag - also nicht sonderlich gut.

Ich arbeite mit einem 9x50 Sucher - bekomme dabei aber beide Sterne hinein.

Am Anfang habe ich mich immer am Himmel orientiert - den Sternenatlas hinaufgehalten, bis sich die Sternenkonstellationen deckten und dann den Sternenatlas um 180° gedreht - so habe ich das Sucherbild gehabt.

Und dann von einer kleinen Sternenkonstellation (Dreieck oder Viereck oder Linie) zur anderen gehantelt und bin dann bei dem gesuchten Objekt gelandet.

Mit viel Geduld wirds schon....

lg und CS
Markus
 
Moin zusammen!

> Ich arbeite mit einem 9x50 Sucher - bekomme dabei aber beide Sterne hinein.

Wo ich mir eben nochmal die Karte angeschaut habe: Gamma und Beta Lyr liegen genau 2° am Himmel auseinander, also gute vier Vollmonddurchmesser. Beide Sterne in einem Sichtfeld zu sehen geht also mit jedem Sucher (die haben 5-7° Gesichtsfeld) und u.U. sogar mit einem langbrennweitigen Okular im Teleskop. Den Ringnebel als unscharfes Sternchen erkennt man bereits bei 20facher Vergrößerung, wenn man ein schafes Äuglein hat. Anfänger sollten höher (50x) vergrößern und zunächst einen Stern scharfstellen, bevor es auf die Suche nach M57 geht.
 
Hallo Micha!

Ja - in meinem Übersichtsokular 32mm (bei einem 200/1200 Newton) habe ich sie ebenfalls beide oben, oder zumindestens beinahe.

lg und cs
Markus
 
Hallo,
Danke für Eure Antworten,
habe ein dob 200/1200 weis jetzt nicht aus dem Kopf welche Werte de Sucher hat, da bestelle ich mir doch lieber erstmal den "Himmelsführer"
Alternativ kann man ja dann bestimmt auch durch ein Weitwinkelokular mit geringer Vergrößerung sich orientieren.
Die niedrigste Vergrößerung die ich besitze ist 48mal ein 25mm Okular glaube aber mit nur 50 grad Gesichtsfeld. Es wäre dann bestimmt gut noch eine Stufe niedriger zu vergrößern?

Mfg
 
Hallo Felix,

das Übersichtsokular kann schon zwischen 30 und 35mm Brennweite haben. Mit einem großen Gesichtsfeld kannst du dann 2° überblicken.

Ich hab den gleichen Dobson wie du, als Übersichtsokular verwende ich ein 35mm Panoptic, das bildet bis zum Rand scharf ab. Damit kriege ich beta und gamma Lyr knapp in ein Feld, wie Markus ebenfalls schon schrieb.
 
Moin Felix!

> Es wäre dann bestimmt gut noch eine Stufe niedriger zu vergrößern?

Ist gar nicht nötig! Laß mal das 25er schön drinnen. Wenn Du mit dem Fadenkreuz Deines Suchers genau zwischen Beta und Gamma Lyr hältst, dann hat Du garantiert auch M57 im 25er Okular. Da wette ich mit Dir! :cool:
 
Hallo Felix,

ich erkläre hier mal einfach wie ich den M57 auch mit dem Popelsucher (5x24?) von meinem Tschibo-Torpedo ganz einfach finde (z.B. gestern Nacht bei bereits kräftigem Mondlicht):

1. Anpeilen der Vega (Peilen mit Sucher und freiem Auge gleichzeitig)

2. Beim Blick durch nur durch den Sucher weiter schwenken, so dass auch noch ε und ζ Lyrae (zusammen mit der Vega als Dreieck) sichtbar werden.

3. Weiter schwenken zu γ und β

4. Fadenkreuz genau mittig zwischen β und den schwächeren Begleiter von γ (der auch auf der Verbindungslinie liegt) Lyrae positionieren. Man kann dabei auch noch ein kleinwenig (nach Aussen bezüglich dem Kasten der Leier) von der Verbindungslinie abweichen.

5. Im Okular bei hoher Vergrößerung (ca. 80x bis 120x) den nebligen Fleck "auflesen" ;)

Wichtig ist mir dabei immer, dass der Sucher sehr genau justiert ist. Das sogenannte Übersichtsokular erspare ich mit dabei regelmäßig und so oft es geht. Dadurch kann ich zum Beispiel "unterwegs" sozusagen im Vorübergehen an ε Lyrae optimal fokussieren und brauche nicht in der Pampa (in der Nähe von M57 gibt es nur wenige minderhelle Sterne an denen man die Schärfe beurteilen kann) mir die Augen verbiegen.

Wie Lothar schon schrieb scheinst du gleich zu Beginn ein Problem zu haben bei der Identifikation der wichtigsten Umgebungssterne. Da muss man am Anfang immer sehr genau hinschauen, denn nur wenn man sich sicher ist auch vom richtigen Ausgangspunkt zu starten, kann man zielsicher seinen Weg finden. Was mir auch sehr oft hilft ist eine Gesichtsfeldschablone (mit angedeutetem Fadenkreuz), die ich mir auf Folie gedruckt habe. Damit kann ich im Karkoschka sehr leicht abschätzen, welches Bild im Sucher zu erwarten ist. Gerade als Anfänger verschätzt man sich nämlich leicht mit der Größe der zur Orientierung benutzten Asterismen.
Zu wissen, wie groß in Relation zum Gesichtsfeld eine bestimmte Konstellation erscheinen muss, erleichtert die Suche danach ungemein.

Viele Grüße
Stephan

PS. Man liest hier gelegentlich den Rat, man solle diese mickerigen vollchromatischen Popelsucher am besten gleich wegschmeißen oder aber ihre Linsen heraus brechen. Ich würde ehrlich gesagt an meinem Tschibo-Torpedo diesen Sucher nicht gegen einen Rotpunkt-Peiler eintauschen wollen.
 
Auch von mir ein paar Anmerkungen, denn an meine Anfängererfahrungen mit M57 kann ich mich noch gut erinnern. ;) Der Ringnebel war auch eines meiner "Testobjekte" nachdem mein 10",f/5-Dobson (mit 8x50 Sucher) zusammengebaut war.

Am ersten Abend gelang es mir nicht, M57 zu finden - obwohl ich die beiden Leitsterne Beta und Gamma im Übersichtsokular zweifelsfrei drin hatte. Am nächsten Tag fand ich ihn dann, nachdem ich einen Stern in der Mitte, der sich nicht so recht scharf stellen ließ, mit dem 9mm Okular anvisierte. Da war er dann tatsächlich, der Ringnebel! - eine etwas eckig wirkende "Unterlegscheibe".

Grund meines Misserfolgs vom Vorabend war eindeutig die falsche Erwartung. Man sieht eben nur das, was man sehen will. ;) Und in dem Fall war meine Erwartungshaltung halt eine Ringscheibe, die bei der niedrigen Vergrößerung des Übersichtsokulars aber (für den Anfänger) nicht sofort auszumachen war.

Thomas

P.S. Mit dem Übersichtsokular hat man oft das Problem, dass *sooo* viele Sterne sichtbar werden (da man ja die volle Öffnung des Spiegels nutzt), dass man den Anblick nur schwer mit den auf Sternkarten eingezeichneten Sternen in Übereinstimmung bringen kann. Das braucht Erfahrung: Denn auf den Sternkarten werden helle Sterne als dicke Kreise, schwache Sterne als kleine Kreise dargestellt. Im Okular sieht man aber keine Kreis, sondern nur mehr oder weniger intensiv leuchtende Punkte - das erfordert etwas intellektuelle Arbeit, bzw. Beobachtungserfahrung.
 
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