Wie plant Ihr Eure Beobachtungsnächte? | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Wie plant Ihr Eure Beobachtungsnächte?

Ollie

Mitglied
Ich fange zumeist mit clearoutside.com an um zu checken, wann es an meinem Ort wohl die besten Chancen herrschen, dann gehe ich in Calsky und schaue mir für den Tag entsprechende Informationen an (Jupitermonde usw.)

Ich benutze kein Goto und ich suche "traditionell" die Objekte auf. Ich nutze Cartes Du Ciel, Stellarium und hab jetzt mal das E&T entdeckt und gestartet um die Stunden gezielt einzusetzen.

So wirklich zufrieden bin ich mit der "Übersicht" noch nicht. D.h. ich stehe dann doch oft wie der Ochs vom Berg.

Wie macht Ihr das?
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Ollie,

ich habe mir eine umfangreiche Tabelle angelegt, aus der ich nach bestimmten Kriterien picken kann. Da trage ich alles ein, was mir so als interessant über den Weg läuft.

Dann habe ich ein Beobachtungstagebuch wo ich aber auch Anregungen für die nächste(n) Session(s) notiere. Dazu kommen dann noch spontane Ideen.

Und dann schau ich mir das alles kurz vorher nochmal über Stellarium alles an ob es auch passt von der Höhe und der Abfolge.

Als ich nur visuell unterwegs war, stellte sich allerdings oft auch raus, dass das was ich gedacht hatte nicht funktionierte. Dafür funktionierten dann plötzlich andere Dinge, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Da ist es dann gut, wenn man die große Tabelle oder auch einen Himmelsatlas dabei hat. Ich nutze den von Stoyan.

Jetzt mit EAA ist das alles etwas besser planbar, weil man doch meist was sieht.

CS.Oli
 

Zehnzöller

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Hi Ollie
Ich plane meine Beobachtubgsnächte meist nur ganz grob. Meine gestrige Nacht hats mir mal wider gezeigt, dass grossartige Planung meist noch grossartigere Planänderungen mitsich bringen :LOL:

Plan gestern: Planeten und Sternhaufen. Mond spielt Spielverderber aber Seeing dürfte gut sein. 23.00 Uhr, ich stell' auf. Jupiter - guck - Mars - guck - Saturn etwas länger guck - hmm...
Mal zu Wega rüber geschwenkt weil mir die Leier senkrecht auf die Rübe leierte und eigentlich eher aus Blödsinn mal M57 aufgesucht.
Hab fast mein 13er Okular verschluckt, denn der Ringnebel stand ja sowas von Hammer da, ich hab' sicher eine Stunde Ringnebel geguckt und später noch ein zweites Mal und dann war auch IC1296 auszumachen :geek:

Auch M27 War trotz des Mondscheins sehr schön zu sehen und machte keine Anstalten zu schlechter Sichtbarkeit.

Zum Schluss mal wieder die Plejaden studiert.

Hab' also mal wieder alles andere getan als Planeten geguckt...

Bei mit sind immer Sternenkarten dabei, wenn ich raus gehe und ich setze mich während der Auskühlungsphase hin, studiere den Himmel und die Sternbilder und nehme mir einige Objekte raus die ich anpeilen will - Kaffee dabei und gut...

Natürlich konsultiere ich vorher das Stellarium+ oder SkyGuide um herauszufinden obs was Spezielles gibt.

Gruss Oli
 
Zuletzt bearbeitet:

komposer

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Hallo Ollie,

ich plane erst einmal mit Stellarium. Z.B. gibt es heute Mondereignisse beim Jupiter ?
Außerdem kann ich einen Blick auf die Seeingprognosen nicht lassen.
Meteoblue und skippysky sind da meine Anlaufstellen.

Ob klare Sicht herrscht, da schaue ich mir erst einmal den ARD Wolkenfilm an.
Kurz vor der Beobachtung hilft das Wetterradar von Wetteronline. Da habe ich wirklich noch nichts Besseres gefunden. Das ist nicht einfach nur ein riesen Satellitenbild von ganz Deutschland. Hier kann man sein Bundesland auswählen und dann sogar noch weiter auf seinen Ort ranzoomen. So sehe ich recht genau ob eine Wolkenlücke auf mich zukommt. Auch eine kurze Prognose der Wolkenbewegungen wird angezeigt. So ca. 1 Stunde im Voraus lässt sich da gut einsehen.

Gruß,
Holger
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Ollie,

klar - die Satellitenbilder gehören dazu. Ausserdem der Mondkalender, den ich mir auch individuell für ein Jahr im Voraus erstelle. Da sehe ich sehr schnell vorab an welchen Tagen ich gar nicht raus brauche und wo ich mich schonmal hin orientieren kann. Das Wetter muss dann natürlich mitspielen.

Ein ganz gute Quelle ist auch clearoutside.com mit der Wolkenvorhersage für die nächsten Tage. Da kannst Du Deine Stadt angeben und bekommst eine Übersicht.

CS.Oli
 

Foxi

Mitglied
Ich Plane meist gar nicht, mein Teleskop steuere ich ja mit Cartes du Ciel an, und dann seh ich ja
was so zum Beobachten wäre .ein klick und Summmmmmmmm....
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Ich vergleiche die Angaben im Fernsehprogramm mit den Werten in meteoblue. _affeaugen:
Je nachdem, wo das seeing besser scheint... :cool: :coffee:

Spaß beiseite. (Obwohl...) ;)
Oft fahre ich zur Sternwarte, parke, gehe zu den Beobachtungsplattformen der Vereinskollegen und frage: "Und, was sieht man heute so?" Viel besser kann man nicht planen, denn die wissen, was sie tun und lassen mich dann netterweise durchgucken. :p

lg
Niki
 

christian79

Mitglied
Hallo Ollie,

für mich gibt es da kein "Patentrezept", es hängt von den Gegebenheiten ab.

Zunächst verschaffe ich mir, insbesondere nach ein paar Wochen Beobachtungspause, einen Überblick über den jeweils sichtbaren Sternenhimmel. Hier gibt es für mich persönlich trotz aller sehr guten Planetariumsprogramme nichts praktischeres als die klassische, drehbare Sternkarte.

Für Mondphasen und Jupitermond-Erscheinungen setze ich auf das Kosmos-Himmelsjahr. Kuliminationszeiten und Ephemeriden, sofern benötigt, ermittel ich mit Calsky. Allerdings schaue ich mir bei Calsky etc. vorab generell keine Simulationen des zu erwartenden Planetenanblicks an: Die Erkennbarkeit von Details hängt ja auch stark von atmosphärischen Bedingungen ab. Da möchte ich nicht vorab im Unterbewusstsein beeinflusst werden und mir ggf. nicht einreden, etwas zu sehen, was vielleicht gar nicht wirklich erkennbar ist. Das gleiche ich immer erst nach der Beobachtung ab.

Allerdings bin ich bei meinen Beobachtungsschwerpunkten, nämlich Mond und Planeten, oft auch spontan und stelle das Teleskop bei gutem Wetter dann ohne konkrete Planung auf den Balkon. Ohne Mond beobachte ich dann spontan auch helle DS-Objekte.
 

Thomas_Pfleger

Mitglied
Ich benutze kein Goto und ich suche "traditionell" die Objekte auf. Ich nutze Cartes Du Ciel, Stellarium und hab jetzt mal das E&T entdeckt und gestartet um die Stunden gezielt einzusetzen.

So wirklich zufrieden bin ich mit der "Übersicht" noch nicht. D.h. ich stehe dann doch oft wie der Ochs vom Berg.

Wie macht Ihr das?
Hallo Ollie,
Meinst Du mit "Übersicht" eines der Planungsdokumente aus E&T? Vielleicht kann ich Dir dann dazu ein paar Tipps oder Hinweise geben, wie Du damit erreichst, was Du möchtest.

E&T habe ich entwickelt, weil ich damals schon ziemlich viel am Himmel gesehen hatte, die Standards gut kannte und den Wunsch hatte, mangels Vorbereitung nicht immer wieder ohne für mich neue Objekte nach Hause zu fahren.
Zwar ist es mit etwas Erfahrung auch keine Hexerei, die Sichtbarkeitschancen eines Objekts einzuschätzen, bevor man es versucht aufzufinden. Und wenn man es trotz vermeintlich korrekter Stelle am Himmel dann doch nicht sehen kann, dann ist das zwar nicht spannend, aber eben auch ein Ergebnis.
Der entscheidende Unterschied zwischen einem "planlosen" Beobachten und einem etwas "ernsthafteren" Ansatz ist das Aufzeichnen der Beobachtungen in einem Logbuch. Dabei ist es grundsätzlich egal, ob man das mit Software macht oder lieber ohne. Je mehr man allerdings beobachtet hat, desto weniger nützlich werden Aufzeichnungen auf Papier, denn man müsste ja die ganzen Kladden zeitaufwändig durchsuchen oder sehr viel Disziplin dabei haben, manuell einen entsprechenden Index mit Verweis auf die Seitenzahlen fehlerfrei und lückenlos fortzuschreiben. So etwas können Programme besser und schneller als müde Beobachter.
Hat man nun ein Logbuch, dann ist die Informationsquelle, wenn man nach Objekten fragt, die einem fehlen, um in irgendeiner Hinsicht komplett zu sein. Wenn Du alle Messierobjekte beobachten willst, musst Du ja wissen, welche Dir noch fehlen. Das Logbuch im Programm kann dann mit einer Messier-Liste abgleichen und zeigen, was noch nicht im Log steht.
Und so etwas wie eine "Messier-Liste" ist bei E&T ein Beobachtungsprojekt. Da packt man sich Objekte rein, die man irgendwie, irgendwo, irgendwann sehen will. Und sieht dank des Logs, welche davon noch unbeobachtet sind. Die restlichen Hilfsmittel von E&T zielen dann darauf ab, die zeitliche Planung für diese Kandidaten zu machen und mit Hilfe der Sternkarte kann man sie dann auch per Starhopping oder auch per Goto finden.

Aber selbst als derjenige, der wahrscheinlich jeden Trick und jede Funktion in E&T kennt, beobachte ich oft ohne seine Hilfe: für den schnellen Blick mit einem kleinen Fernrohr vor dem Zubettgehen ("Oh, es ist ja noch klar geworden") oder für Fotos mit DSLR und Tracker oder für Mond und Planeten brauche ich es nicht. Es sei denn, ich wollte etwas loggen. Aber die x-te Beobachtung meiner Favoriten logge ich schon lange nicht mehr. Wenn ich aber mal Bock habe, mit dem Dobson rauszufahren und so richtig tief einzusteigen, dann schätze ich mein Werkzeug noch heute sehr.

VG Tom
 

Ollie

Mitglied
@Thomas_Pfleger : das ist großartig! Besten Dank! Ich bin noch kein Freund von Computern während der Sitzungen. Aber zur Vorbereitung schon. Den Hinweis mit dem Beobachtungsprojekt hab ich gleich mal umgesetzt. Aus Excel die Mx eingefügt. Gute Sache. Es inspiriert mich.
 

Thomas_Pfleger

Mitglied
Hallo Ollie,

ja, Computer am Fernrohr haben etliche Nachteile. Man muss sich um Stromversorgung kümmern und vor allem dafür sorgen, dass sie einem die Dunkeladaption nicht versauen. Tippen im Dunkeln ist auch so eine Sache. Ich brauche Licht dafür und auch wenn es rot ist, ist es überflüssiges Licht.
In der analogen Zeit hatte ich der Reihe nach so ziemlich alle erhältlichen Sternatlanten am Start und auch 3 Bände Burnham oder andere Bücher in der Kiste. Damit konnte ich mich orientieren, aber die Sucherei nach der richtigen Kartenseite kostet Zeit und für ganz krasse Sachen war es eh unvermeidlich, zusätzliche Aufsuchkarten mitzunehmen oder selbst auszudrucken. Notizen habe ich in dieser Zeit leider unsystematisch gemacht.
Wer sich gründlich vorbereitet, hat ein paar gute Aufsuchkarten vorbereitet und das reicht. Mir war das halt zu unflexibel: spontan auf die Pirsch gehen erfordert Informationen. Und weil ich oft kurz entschlossen zum Beobachten aufbrach, wollte ich eine Lösung finden, die Infos vor Ort zu haben, ohne oder fast ohne Vorbereitung.
Wenn man seine Ziele per Starhopping sucht, finde ich digitale Karten trotz der bekannten Nachteile sehr viel praktischer als analoge. Bei E&T habe ich das so gemacht, dass man die Karten alleine mit der Maus schwenken, zoomen und auch drehen kann. Man kann es so einstellen, dass Objekte nach eigener Auswahl gezeigt werden oder auch automatisch nach den Kriterien der Kontrastreserve. Das benutze ich sehr gerne, wenn ich keine Vorbereitung gemacht habe, sondern einfach "frei Schnauze" den Himmel durchforste und dann wissen will, welche Objekte in einer bestimmten Himmelsgegend noch nicht beobachtet wurden. Das könnte man analog auch lösen, wenn man alles im Atlas markiert, was man schon gesehen hat. Aber digital ist es viel flexibler. Vor allem bei Refraktor oder SC mit Zenitprisma!
Mit einem Goto-Teleskop oder digitalen Teilkreisen ist das Einstellen zwar schnell und einfach, aber wenn es sehr schwierige Objekte sind, die man nicht direkt sieht, braucht man doch wieder eine detaillierte Karte, um sicher zu sein, dass man an der richtigen Position ist. Ganz ohne Karte möchte ich auch mit Goto oder Sky Commander nicht dastehen. Da nehme ich aber statt E&T alternativ und gerne SkySafari auf dem Smartphone.
Wenn ich E&T am Fernrohr benutze, dann im Nachtsichtmodus und mit einer dunkelroten Acrylglasscheibe vor dem Bildschirm. Die LEDs am Rechner klebe ich mit Hockeytape ab. Dieses schwarze Textilklebeband kann man einfach mit den Fingern abreissen und kriegt damit nicht nur den Rechner, sondern auch LEDs an Netzteilen, Kameras etc. oder auch die Beleuchtung im Kofferraum dunkel. Eine Rolle davon habe ich immer an Bord. Statt einer Maus nehme ich lieber einen wireless Trackball. Der braucht keine glatte Unterlage, man kann ihn irgendwo platzieren, wo es passt.
Um im Dunklen nicht viele Beschreibungen einzutippen, quatsche ich gerne auf eine Diktiergerät und trage das dann später nach. Dann geht das Loggen am Fernrohr sehr fix, denn man wählt nur ein paar Angaben aus und das war's schon. Auch noch eine Überlegung wert ist, wo man den Rechner beim Beobachten hinstellt. Bei mir ist er meistens im aufgeklappten Kofferraum, weil das erspart, einen (Camping)tisch mitzunehmen.
Clear skies!
 

Lots

Mitglied
Hi,

seit Frühling diesen Jahres mit Guide 8 (hatte ich auch schon vorher, seit 2002) und dem Läpi. Den auf schwächste Monitorhelligkeit eingestellt + flux-setup.exe für Rotlicht. Dazu kommt noch The Cambridge Double Star atlas 2nd edition. fertig.

Früher hatte ich ausgedruckte Karten aus Guide/CdC, 4 Leitzordner voll, will die jemand haben?

cs
Lothar
 

kieslstoa

Mitglied
Servus,

wenn ich plane, mach ich das auch mit Stellarium und nutze teilweise noch den DeepSky Atlas. Draussen kommen dann ab und zu noch die Apps "Star Walk 2" oder "SkEye" (für PushTo zu gebrauchen) hinzu. Meistens lass ich das Planen aber komplett bleiben und guck spontan.

@Lots: das flux-setup kannte ich noch gar nicht. Sowas erleichtert mir das arbeiten mit'm Laptop draussen ungemein, wenn ich fotografieren und visuell machen will.

Grüße
Mathias
 

Specht

Mitglied
...ich mach´s gern altmodisch, lese gern in alten Büchern wie dem Burnham, Wolfgang Schwinges altem "Fotografischen Mondatlas" oder im Hynes (Planetary Nebulae). Fast immer wird´s dann ein seltsamer PN oder eine obskure Mondrille.

Dann mach ich mir bei PNs eine Aufsuchkarte mit GUIDE oder CdC, bei sehr schwierigen Objekten auch schon mal eine DSS-chart, anschließend wird der Dob in den Garten gestellt und los geht´s dann. Meist sind das nur ein oder zwei Objekte, da konzentriere ich mich dann aber auch drauf. Weniger ist manchmal mehr...

Ich bin notorisch altmodisch, GOTO oder EQ-Plattformen gibt´s bei mir nicht, die Objekte werden traditionell am 8x50-Sucher "eingekreist", und am Übersichtsokular aufgespürt, hochvergrößert und nachgeschubst... ;-)

Ich versuche, dabei so wenig Technik wie möglich zu verwenden. Das visuelle Erlebnis - irgendwie durch nichts zu ersetzen...

Vor meiner Dobson-Zeit habe ich auch gerne mal was fotografiert. Neuerdings machen mir Mondfotos mit dem Handy am Dobson einen Riesenspaß... ;-)

salü+cs, volker.
 
Zuletzt bearbeitet:

AstroPZ

Mitglied
... dann ab und zu noch die Apps "Star Walk 2" oder "SkEye" (für PushTo zu gebrauchen)
...
Mathias
Hi Mathias,

SkEye habe ich mir auch installiert. Aber das versprochene PushTo hat bei mir nicht funktioniert.
Hat das PushTo bei dir funktioniert?
Wenn ja, wie hast du das gemacht?

Hatte hier auch einen Faden dazu:

Danke und Gruss
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
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