Wie wär’s 102mm Universalteleskop für 259 Euro.

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hallo,

ja klar, wie Günther vorrechnet, am Tag bei kleiner Augenpupille kriegt man mit langbrennweitigen Okularen nicht die ganze Farbpracht mit.

Ganz streng genommen sind die kurzen Achromate eigentlich nicht mal Achromate,
denn als solche sollten sie zwei Farben gleichzeitig zum Fokus bringen,
nämlich die F und C Linien bei 486 und 656nm,
so stehts zB. im Smith/Ceragioli/Berry auf Seite 105 definiert.
Das können die nicht.

Für einen Richfielder aber kein Problem.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

ich verstehe ja, dass die meisten halt einfach mal durchschauen wollen. Aber dabei geschehen dann eben auch derbe Fehleinschätzungen, die nicht bös gemeint, aber doch am Ende gefährlich unbrauchbar sind.
Hier übrigens im nächsten Beitrag gut beobachtet, dass man durch seitliches Verschieben des Einblicks mit der Irisöffnung quasi farbfehlerbehaftete Bereiche aus der AP wählen kann - und dennoch sieht man mangels Auflösung usw. nicht das volle Ausmaß des Farbfehlers.
Man sollte sich einfach öfters klar machen, wo das Licht so lang läuft. Es dürfte nur wenigen Bewusst sein, dass beim Blick in den 7x50 mit einer dem Tageslicht angepassten Iris von 2mm Durchmesser weniger als 15mm des Linsendurchmessers genutzt werden. Man schaut eben unter solchen Verhältnissen mit genau jener AP, die durch den Irisdurchmesser vorgegeben wird. Erst wenn die Iris weiter aufgeht, als die AP der Optik vor dem Auge, beeinflusst sie nicht mehr das effektive Öffnungsverhältnis, die Toleranzen beim Augenabstand und daraus resultierend auch das nutzbare Gesichtsfeld.

Man sollte halt schauen, was man schaut. Geht's um das eigene Teleskop, muss man nur mit sich selbst ausmachen, wenn der Farbfehler im Dunkeln plötzlich doch aus dem Stern kriecht...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Tommy,

Ganz streng genommen sind die kurzen Achromate eigentlich nicht mal Achromate,
denn als solche sollten sie zwei Farben gleichzeitig zum Fokus bringen,
nämlich die F und C Linien bei 486 und 656nm,
so stehts zB. im Smith/Ceragioli/Berry auf Seite 105 definiert.
Das können die nicht.

aber Tommy, selbstverständlich vereinigen auch kurze Achromate und selbstverständlich auch die beiden von dir ausgemessenen Exemplare immer 2 Farben in einem gemeinsamen Fokus.
Und selbstverständlich sind das daher auch ganz streng genommen waschechte Achromate.
Mit dem Öffnungsverhältnis hat das übrigens absolut nichts zu tun!!!
Ob besonders langsam oder schnell oder auch extrem schnell, das ist völlig Wust, ein jedes Doublet kann prinzipiell immer 2 Farben in einem Fokus verneigen und das können wenn man das denn möchte selbstverständlich auch immer F und C sein, völlig egal wie schnell oder langsam die Optik nun ist.

Die Frage ist nur ob man überhaupt möchte das ausgerechnet F und C einen gemeinsamen Fokus haben.
Diese antiquierte Korrektur macht heutzutage praktisch keiner mehr.
Nicht alles was in alten Büchern steht oder in neuen Büchern einfach so aus Alten übernommen wurde ist auf der Höhe der Zeit.
Die antiquierte FCe Korrektur rührt aus einer Zeit als man nur Brechzahlen für ein paar FH Linien zur Verfügung hatte.
Die FH Linien nimmt man nur aus rein praktischen Gründen da diese nun mal physikalisch ganz exakt definiert sind.

Nun gab es aber in der Evolution keinen Grund die spektrale Empfindlichkeit unserer Augen mit den FH Linien zu „synchronisieren“ oder für diejenigen die mit Darwin nichts am Hut haben, der liebe Gott hatte bei der Festlegung der FH Linien und der Festlegung der spektrale Empfindlichkeit unserer Augen beides nicht aufeinander abgestimmt.
Daher ist das menschliche Auge photopisch also beim Farbsehen bei F mehr als doppelt so Lichtempfindlich wie bei C.
Es ist daher unsinnig ausrechnet F mit C in einem Fokus zu vereinigen.
Wesentlich sinnvoller ist es 2 Wellenlängen zu wählen bei denen das menschliche Auge auch die gleiche Lichtempfindlich hat.
Das währen zb. 650nm und 472nm.

So Tommy und nun schau dir mal deine eigenen Messwerte an.

Link zur Grafik: https://farm5.staticflickr.com/4164/34434163785_f09b1242a3_o_d.jpg

Welche Schnittweite haben wir nach deiner Kurve beim Skywatcher denn bei 650nm, es sind so 0,28mm und welche Wellenlänge hat denn noch die gleiche Schnittweite?
Ja eben es ist etwas um die 472nm.
Damit sind also 650nm und 472nm nach deinen Messungen beim Skywatcher in einem gemeinsamen Fokus vereinigt.
Erstaunlich also wie gut man beim Skywatcher den optimalen Korrekturzustand getroffen hat.

Und noch ein paar Grundsätzliche Dinge zu einem Doublet die sich mit deinen Kurven sehr gut erklären lassen.
Es steht grundsätzlich immer einer Wellenlänge unterhalb der Hauptwellenlänge auch eine Wellenlänge oberhalb der Hauptwellenlänge mit exakt dem gleichen Fokus gegenüber.
Einzig die Hauptwellenlänge steht allein und sie fällt immer am kürzesten.
Alle anderen Wellenlängen fallen immer weiter.
Man kann sich daher ein beliebiges Wellenlängenpaar mit gemeinsamem Fokus heraussuchen.
Fokussiert man also auf eine Wellenlänge unterhalb der Hauptwellenlänge fokussiert man zwangsläufig immer auch auf eine Wellenlänge oberhalb der Hauptwellenlänge.

Ein Doublet vereinigt zwar „nur“ 2 Wellenlängen in einem gemeinsamen Fokus aber es gib unendlich viele Wellenlängenpaare die einen gemeinsamen Fokus haben.
Das scheint einigen nicht so recht klar zu sein, die glauben offenbar es gäbe nur ein einziges Wellenlängenpaar mit gemeinsamem Fokus, das ist falsch.

Grüße Gerd
 
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hallo Gerd,

vielen Dank für deine Ausführungen, habe ich dich erfolgreich aus deiner Höhle gelockt mit meiner antiquierten Lehrmeinung. :)

Freilich hat eine U Kurve unendlich viele Wertepaare auf der X Achse, und man kann durchaus vernünftigere finden als die F und C Linie. In diesme Fall wären 472 und 650nm aber bereits ca. 0,25mm hinter dem Gipfelwert der U Kurve und damit deutlich defokussiert.

Aber jetzt zu 2 dazupassenden Fragen:

Ich habe überlegt, ob man nicht einen Filter schnitzen könnte, welcher einem so schnellen Achro noch zu einen halbwegs scharfen Bild verhelfen könnte. Also sagen wir zb für einen maximalen Defokus von 0,1mm müsste der Filter bei ungefähr 490nm aufmachen und bei 600nm schliessen. Meinst du, hätte sowas Sinn?

Von Aries gabs ja auch mal einen Chromakorrektor, welcher einiges bewirkt hat wenn auch nicht perfekt. Hier eine Webseite dazu:
http://astronomie.n-t-l.de/chromacorr.htm

Könnte sich sowas mit heutigen Mitteln auf einfacher Basis als Verbesserung für solche Achros verwirklichen lassen?

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

Ich habe überlegt, ob man nicht einen Filter schnitzen könnte, welcher einem so schnellen Achro noch zu einen halbwegs scharfen Bild verhelfen könnte. Also sagen wir zb für einen maximalen Defokus von 0,1mm müsste der Filter bei ungefähr 490nm aufmachen und bei 600nm schliessen. Meinst du, hätte sowas Sinn?

na ja das hat dann ja Ähnlichkeit mit einem Grünfilter.
Nur denkst du sicherlich daran das de Filter von 490 bis 600nm den vollen Durchlass hat und dann recht schnell zu macht also steile Flanken hat.
Eine Verbesserung bringt das sicherlich vermutlich ähnlich wie ein ganz normaler Grünfilter nur dürfte hier das Bild weniger Grünlich erscheinen.

Was man auch nicht außer Acht lassen darf ist das man ja nicht stur auf die Hauptwellenlänge fokussierst.
Da sowohl Blau als auch Rot hinter der Hauptwellenlänge liegt wird man den Fokus ein wenig nach hinten verlegen und bei der Hauptwellenlänge einen kleinen Defokus in Kauf nehmen damit dann Blau und Rot etwas weniger weit aus dem Fokus laufen.
Man fokussiert also auf ein Wellenlängenpaar etwas abseits der Hauptwellenlänge.
Das ist dann der polychromatische Fokus der Punkt der die beste Abbildung beringt.
Man kann das mit einem Optikdesign Programm sehr gut nachvollziehen.
An diesem Punkt ergibt sich der maximale Polystrehl.
Das ist zb. für einen FH 102 f/7 mit der Hauptwellenlänge 550nm und optimaler Lage der Schnittweiten das Wellenlängenpaar 528nm/574nm auf das man da fokussieren würde.

Hier ist der polychromatische Fokus auch noch mal schön beschrieben.
http://www.telescope-optics.net/polychromatic_psf.htm

Link zur Grafik: http://www.telescope-optics.net/images/def0.PNG

Von Aries gabs ja auch mal einen Chromakorrektor, welcher einiges bewirkt hat wenn auch nicht perfekt. Hier eine Webseite dazu:
http://astronomie.n-t-l.de/chromacorr.htm

Könnte sich sowas mit heutigen Mitteln auf einfacher Basis als Verbesserung für solche Achros verwirklichen lassen?

Der Chromacorr verwendet ein eigens für diesen Zweck entwickeltes Sonderglas, mit „üblicherweise“ verfügbaren Gläsern ist das nicht so einfach möglich.
So etwas als universellen Zusatz zu machen hat auch Nachteile denn der Korrektor muss eigentlich genau auf das Objektiv abgestimmt werden.
Daher waren die Ergebnisse mit dem Chromacorr auch recht unterschiedlich, je nachdem wie gut er nun zum verwendeten Objektiv gepasst hatte.

Grüße Gerd
 
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Hallo Tommy,

wenn Du mal den Astronomik CLS oder den Explore Scientific CLS anschaust, tun die schon etwas recht ähnliches. Leider machen sie im tiefroten schon recht früh wieder auf, so dass man photopisch wohl leider noch sehr viel Rot sehen wird.

http://www.astroamateur.de/filter/astronomik_cls-filter.html
http://www.carlostapia.es/curvas_filtros/Explore_Scientific_CLS_files/Explore_scientific_cls.png

Etwas ähnliches hatte ich schonmal mit dem 500nm Bandpass versucht:
http://www.astroamateur.de/filter/baader_schott_vg6.html
Er ist für sich genommen zu breitbandig und lässt weiterhin zuviel Blausaum übrig. Ich habe erst nach dem Experiment die Kurve betrachtet und da war leider sofort klar, dass man mit dem Filter etwas anderes anfangen sollte. Er macht sich aber ganze gut bei Weißlicht-Sonnenbeobachtung.

Leider sind die Transmissionslinien von anderen gängigen Filtern alle nicht passend, um mit so einem CLS kombiniert die rote Transmission zu blocken. Die sind eher Wirr. Eigentlich sucht man einen Kantenfilter, der im roten zu macht - was je nach Produkt ein Cold Mirror z.B. aus einer Digiknipse tut, leider mit recht unterschiedlichen Wellenlängen. Vielleicht findet sich bei Dir was passendes? Die normalen DSLR-Filter müssen ja vor H-Alpha dicht gemacht haben, das würde sich wunderbar mit dem CLS ergänzen zu einem Filter, wie Du ihn brauchst. Zumindest experimentell könntest Du dann mal gucken, was so ein Filter leisten könnte.

Clear Skies
Sven
 
hallo,

schade dass der Chromakorr so ein Spezialglas braucht, damit wird er wohl zu teuer - besonders wenn er dann auch nur zum Teil korrigieren kann.

Filter werde ich mal ausprobieren, ich kann mir vorstellen dass die Kombi eines Astronomik OWB:

Link zur Grafik: http://www.astronomik.com/media/produktabbildungen/astronomik/transmission/full/astronomik_owb-ccd_trans.png

mit einem Blau beschneidenden Filter da was bringt.
Der CLS macht ja bei 550nm schon zu, das wollen wir in diesem Fall ja nicht.

Link zur Grafik: http://www.astronomik.com/media/produktabbildungen/astronomik/transmission/full/astronomik_cls_trans.png

Vielleicht lässt sich da ein Filter stricken der so von 490 bis 610nm Hauptdurchlassbereich hat.
Ich frage mal unseren Vakuum Saunameister, ob er mir so eine Charakteristik bedampfen kann, oder ob das zu kompliziert ist.

lg Tommy
 
Hallo,
was macht Ihr eigentlich für einen Bohei um dieses Fernröhrchen. Wie Tommy gemessen hat, ist es ein Achromat aus gewöhnlichen Gläsern - das wäre nun geklärt. Diese Dinger wurden früher als Kometensucher bezeichnet, und wurden eigentlich immer bei großer Pupille für DS-Objekte genutzt (speziell Kometen, für hellere, mit größerer Fläche gibt es eigentlich - neben einem Feldstecher - fast kein besseres Beobachtungsinstrument). Ich habe auch so ein 4" Gerät (nicht das von Bresser, ein Selbstgebasteltes, da ist ein Kittglied aus einem Feldstecher drin). Hellere Sterne beobachte ich damit eigentlich nicht (ich ärgere mich eher, wenn die im Gesichtsfeld sind und blenden, was kann man eigentlich sonst an helleren Einzelsternen bei geringer Vergrößerung sehen?). Bei größerer Pupille sieht man hellere Sterne ohnehin, auch mit bester Abbildungsgüte, nicht punktförmig (liegt an unserem Auge). Das von Tommy geprüfte Gerät dürfte eh aufgrund des festgestellten Öffnungsfehlers nicht für Detailbeobachtungen bei Höchstvergrößerung geeignet sein (unabhängig vom Fasrbfehler).
Ist aber eine interessante Frage, ich werde mal die Bilder heller Sterne im Kometensucher und einen 80mm Apo bei etwa gleicher Pupillengröße vergleichen.
Eine andere Frage ist der Hinweis von Gerd, dass jetzt für einfache Achromate "bessere" Gläser kostengünstig zur Verfügung stehen. Optikdesign ist nun mal eine spezielles technisches Gebiet, die Kenntnisse darüber sind nicht weit verbreitet. Da ist es wichtig, dass von kompetenter Seite auf bestehende Möglichkeiten hingewiesen wird - deshalb - Danke Gerd für Deine Mühe :super: :applaus: .

C.S. Frank
 
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Hallo zusammen,

diese 'Filterstrickerei' finde ich sehr interessant.
Also nicht direkt wegen den Filtern, sondern wegen dem Grundgedanken:
Ein universelles und auch noch günstiges Teleskop wird niemals allen Bedürfnissen und Ansprüchen gerecht.
ABER: Man kann so ein Teleskop dahingehend konzipieren, dass es mit den Bedürfnissen und Ansprüchen bis zu einem gewissen Maß mitwachsen kann - sei es durch Filter, Flattener, Reducer oder auch Extender.
Vielleicht sogar mittelfristig für eine Reihe mit 3", 3,5", den ursprünglichen 4", 5" und 6" (darüber wird es leider utopisch knifflig).

cs
Jürgen
 
Hallo Gerd,


ich denke der 4"ED ist mit etwa f6 sinnvoll eingeordnet, das fügt sich alles ganz sinnig zusammen. Mit um f9 steht er weniger passend zwischen dem was es sonst gibt, die mögliche Farbkorrektur wäre zwar nett aber man kann nicht alles haben und das "Konzept preiswert" verlangt einen kurzen bezahlbar montierbaren Tubus. Abgesehen davon soll das ja auch nicht Volksapo 2.0 sein sondern ein zeitgemäß verbesserter Fh wenn ich das so sagen darf. Was denkst Du zu 102/660? Das gibt es als FH und sollte etwa einem solchen mit f15 entsprechen. Sieht man das schon? Für (noch) günstige(re) Okulare wäre es gut.

Wenn ein 4" ED Refraktor wirklich für diesen Preis machbar ist und mechanisch alles passt ist das schon sehr brauchbar. Weitere Versionen mit entspannterem Öffnungsverhältnis oder einzelne Obejtkive zum vorhandene "FH auffrischen" sind ja später denkbar. Ich finde es auf jeden Fall sehr interessant was bezahlbar machbar sein könnte. So was als klassischer 80/1200....wäre so langsam da überhaupt noch nötig? Sehr farbrein wäre das jedenfalls.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Tommy,

ich denke da hat dich der Sven auf eine völlig unsinnige Fährte geführt.
Was soll denn der CLS Filter, der hat einen ganz anderen Spektralbereich und ist daher für diesen Zweck absolut nicht zu gebrauchen, beim besten Willen nicht und auch in Kombination mit dem OWB wird das nicht besser.
Den OWB könntest du zumindest bei einer FCe Korrektur ohnehin weglassen da hier ja F und C den gleichen Fokus haben also da wo der Filter im roten wieder aufmacht wird eh der Fokus liegen wenn man auf die HWB des blauen Spektralbereichs fokussiert und der IR Bereich interessiert uns visuell eigentlich nicht wirklich, unser Auge benötigt keinen extra IR Sperrfilter.

Wesentlich geeigneter ist wie schon geschrieben ein Grünfilter, der kommt deinen Vorstellungen auch wesentlich näher.

http://www.baader-planetarium.com/de/g-ccd-filter-(gr%C3%BCn).html#

Link zur Grafik: http://assets.baader-planetarium.com/media/extendware/ewimageopt/media/inline/3b/b/g-ccd-1-1-4-filter-2e6.jpg

ok er macht schon etwa bei 580nm zu, das könnte ruhig noch bis etwas über 600nm gehen um auch noch ein wenig den rötlichen Bereich anzuschneiden und so einen etwas weniger grünlichen Farbeindruck zu erhalten aber ansonsten ist es ziemlich genau das was wir brauchen und auf alle Fälle 10 mal besser als der Unfug mit dem CLS.
Es ist übrigens erstaunlich welche Detailfülle geübte Beobachter mit Grünfilter an relativ schnellen Achromaten am Planeten wahrnehmen.
Es gibt da eindrucksvolle Zeichnungen die ich auch schon verlinkt hatte aber ich find die gerade nicht.

Grüße Gerd
 
Hallo Felix,

Was denkst Du zu 102/660? Das gibt es als FH und sollte etwa einem solchen mit f15 entsprechen. Sieht man das schon? Für (noch) günstige(re) Okulare wäre es gut.

sicherlich wäre auch das eine Variante.
Wir haben hier ja eh eine fließende Entwicklung und es gibt keine Stufe wo man sagen könnte exakt hier muss das Öffnungsverhältnis nun unbedingt liegen.
Aber dennoch ist f/6 schon ein guter Orientierungspunkt auch weil sich ab hier der Gaußfehler mit der von mir vorgeschlagenen Glaskombination in Grenzen hält und irgendwann muss man sich ja auch mal entscheiden und kann nicht ewig rumeiern wie man es denn nun genau machen soll.
Und weil man sich eben nun mal entscheiden muss habe ich mich für f/6 entschieden, auch wenn das dem einen für seine Zwecke vielleicht noch etwas zu langsam und dem Anderen am Ende noch etwas zu schnell ist.

Aber neben der optischen Seiten ist für mich auch die Mechanische ein wichtiger Punkt.
Ein preisgünstiges Teleskop sollte auch auf einer preisgünstigen und noch gut zu transportierenden Montierung vernünftig aufgehoben sein und das wäre für mich die N-EQ3 Klasse oder auch was nettes Azimutales mit ähnlicher Tragfähigkeit.
Das begrenzt den Hebel und damit natürlich das Öffnungsverhältnis.
Bei 102mm Öffnung würde ich daher aus Stabilitätsgründen eher zu f/6 tendieren.

Grüße Gerd
 
hallo Gerd,

hatte ich eh gemeint, der CLS macht zu früh auf und zu früh wieder zu. Bei Edmund finde ich auch nichts passendes, kein Bandfilter der in die Nähe käme, und auch keine Kombi von Kurz und Langpassfiltern. Ausserdem werden die Edmund Filter manchmal schnell kaputt und kristallisieren zu.

Der Baader G Filter iat einen Versuch wert. Mit einem einfachen Spektroskop kann man das auch schön darstellen:
Link zur Grafik: https://teleskop-austria.at/support/testphotos/Filter_Spectra/Baader_LRGB_G.png

Der Astronomik Typ2c hat keine steilen Kanten, könnte aber sogar was bringen fliessend ein und auszublenden:
Link zur Grafik: https://teleskop-austria.at/support/testphotos/Filter_Spectra/Astronomik_LRGB_G.png

Der einfache F56 ist sehr ähnlich, aber weniger Transmission und noch etwas weiter im Bereich:
Link zur Grafik: https://teleskop-austria.at/support/testphotos/Filter_Spectra/F56.png

Die ganze Filterspektren Sammlung:
https://teleskop-austria.at/support/testphotos/Filter_Spectra/Filter_test.html

Vielleicht komm ich heute dazu, das mal anzutesten. Meine Nachtzeit im Sternenschein ist ganz schön verplant. :D

Ich bin ja noch immer der Meinung, mit einem 130/650 Spiegelchen bekommt der Einsteiger noch günstiger noch mehr Licht, und das mit exzellenter Farbreinheit und entsprechend sinnvoller Möglichkeit der Hochvergrösserung. Aber das will nicht jeder, aus verschiedenen Gründen, und wir wollen auch schauen was machbar ist und wie weit es was bringt.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

an welches 130/650er Spiegelchen denkst du?

Weitfeldtauglich mit 2" OAZ kommt eigentlich nur der Skywatcher PDS in Frage, sonst wüsste ich nichts, bis auf den Chelestron NexStar, der aber an das GoTo gebunden ist.

Nimm Dir mal den PDS vor, miss mal ein paar Eckdaten nach (nicht nur, aber auch die Fokuslage über Tubus) und jage die Daten durch ein Programm wie "MyNewt".
Die knapp 40% Obstruktion sind zu wenig! :mauer:

Nun gut, eventuell fällt Dir ja was dazu ein, was ich übersehe, aber in dem Preissegment und in der Öffnungsklasse gibt es kein gutes (Allround)Teleskop von der Stange, weder Linse noch Spiegel.

Es gibt nichts! Es ginge schon was!?

Der von Gerd angedachte 4" f/6 ED käme in die Richtung
und
ich habe selbst einen 114/660er Newton als Machbarkeitsstudie gebaut.

Anstatt so was auch nur anzudenken, lässt man höchst innovativ lieber Justageeinheiten weg, weil der Kunde eh nicht weiß wie das geht. :applaus:

Gruß
*entfernt*

 
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Gerd,

den Unfug hättest Du Dir sparen können. Sehr nett, dass Du einen besseren Filter wusstest, als jene die ich verlinkt habe und auf deren Einschränkungen ich auch hinwies.

Bleibt Deine eigene Feststellung, zu der Tommy - vielleicht ohne Dich zuvor zu befragen - schon gekommen ist: Filter selber stricken.

CS
Sven
 
Hallo Tommy,

ich kam bei einem PDS den ich mal hier hatte auf 0 mm Ausleuchtung, ja sogar in den Bereich der Öffnungsbeschneidung, also ins Minus. Der OAZ mit Verlängerung, die Du visuell brauchst, baut schon 80-90 mm über Tubus.
Das sah man auch.
(Da liegt m.E. ein großer Teil des Lichts, welches angeblich die Spiegel durch Refleltionsverluste fressen. Die Öffnung wird schlicht gar nicht genutzt, sondern abgeblendet.)

Bei richtiger Auslegung und ohne diesen Verlängerungszauber am OAZ käme man mit Originalteilen und einem etwas längeren Tubus mit dem FS auf eine ordentliche Ausleuchtung, hätte nicht diesen Turm von OAZ-Aufbau mit dem man (die passenden Okulare dran) den Tubus verbiegt oder man könnte sogar den FS noch etwes kleiner machen.

Und überhaupt, warum muss man denn bei einem Gerät was derart auf Einsteiger zielt und ein Alleskönner sein soll (siehe Bewerbung) auf f/5. Ist doch genau das Gleiche wie mit dem f/4,5 Pseudo-ED.

Alles Augenwischerei.

Schau Dir den PDS bitte bei Gelegenheit noch mal richtig an und schau durch. Mich würde es wundern, wenn sich da was zum Guten geändert hätte.....obwohl es wirklich an der Zeit wäre, dass man jemand was ändert! :/

Gruß
*entfernt*
 
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hallo Günther,

ich weiss, aber 90% der Einsteiger die zu mir in den Laden kommen, wollen auch knipsen - das ist also ganz wichtig zu können für ein Einsteigergerät. Es hilft alles argumentieren nix, das ist für die meisten Einsteiger eine muss Bedingung. Auch wenns nur das billigste 60mm unter 100.- ist, knipsen wollen sie. Wenigstens nur den Mond, wenn ein Motor zu teuer ist. Der f/5 wackelt dann wenigstens nicht so herum wie ein längerer.

Kleine Newtons sind schlechter fürs Generelle zu bauen, die Parameter laufen schnell aus dem Ruder, es gibt keine Korrektoren im 1.25" Format und ein Wynne Korrektor ragt in den Strahlengang. Wir haben die Tuben zersägt für Reisezwecke, verlängert um den Fokus+FS fürs visuelle zu optimieren, und ich habe sogar Spiegel mit Überkorrektur rausgesucht um für dem MPCC passend zu paaren. Einer der meistgelesenen Einträge im Blog:
http://interferometrie.blogspot.com/2012/08/130650-skywatcher-und-mpcc.html

So, und jetzt zu den Filtern:

AR102xs mit Optolong G Filter (ganz ähnlich dem Baader) - macht ein helles definiertes grasgrünes Bild, es wirkt monochromatisch. Ich kann bei 130x aber zart Details in den Äquatorgürteln erkennen, sehr die südliche Polzone. Gut, dass die sphärische Korrektur des AR102xs jetzt in Ordnung ist.

AR102xs mit Astronomik G Typ2c: Etwas dunkleres und tieferes Grün, ich habe den Eindruck das Bild ist eine Spur weicher, kann es aber nicht festmachen. Das Seeing ist auch turbulent.

AR102xs mit F56: Ganz ähnlich wie Astronomik, nur etwas dunkler. Es ist etwas schwieriger Details in den Gürteln auszumachen, die Gürtel zeichnen aber klar und auch die Polzone ist zu sehen.

AR102xs mit F11: Der purpurrote Saum erscheint klar und dominiert das Bild. Auch die Wolkengürteln scheinen etwas purpur zu werden. Der Filter ist zu wenig kräftig und schneidet Rot kaum ab.

Nun habe ich noch zwei Interferenzfilter probiert, 590 und 620mm Badpass mit 10nm Breite. Scharfgestellt auf den G Filter (vors Okular gehalten, um den Glasweg zu eliminieren), ist der 590nm Jupiter schon etwas unscharf und der 620nm noch mehr.

Vielleicht ist die klassische Weisheit "fürn Achro nimm einen Grünfilter, dann hast du schärfer" doch der Weisheit letzter Schluss. Ein Einsteiger wird gegenüber einem merkwürdig gefärbten und doch leicht unscharfen Bild ein schärferes bevorzugen - auch wenn es monochrom scheint.

Epsilon Lyr trennt der AR102xs sauberst, auch ohne Filter. Knackige grünliche Airy Disks mit dunklem Zwischenraum, umgeben von einer zarten dunkelroten Aureole. Sieht schön aus, auch wenn man weisse Sterne gewohnt ist. Ein 17mm Ethos zeigt das gewölbte Bildfeld - mit Epsilon in der Mitte ist Wega fast am GF Rand und deutlich defokussiert. Refokussieren braucht einen guten mm einwärts, dann sieht man Wega als Asti Kreuz mit verschieden gefärbten Kreuzarmen.

Mein Hexafoc hat übrigens Bildshifting und Totgang. Das OAZ Rohr gleitet nicht nur auf Teflon, sondern da ist auch eine Bahn Filz oder Velour drin. Beim präzisen Scharfstellen tut man da sich etwas schwer, weil zuerst das Bild verschoben wird, ca 1 Jupiter Durchmesser, bevor die Schärfe reagiert. Man muss aus einer Richtung kommend scharfstellen, nicht hin und her. Die Schrauben oben fester drehen, welche auf das OAZ Rohr drücken, bringt leider nichts. Kann das jemand mal bei seinem Hexafoc prüfen?

lg Tommy
 
Hallo Tommy,
das ist natürlich alles richtig, ich würde aber als Händler den Kunden trotzdem sagen, dass der hier diskutierte 4-Zöller eben ein Komtetensucher ist, eine Geräteklasse, die ursprünglich für ein begrenztes Einsatzgebiet gedacht war. Natürlich kann man mit Zusatzgeräten, wie z.B. Filtern das Einsatzgebiet erweitern. Ob es sinnvoll ist, ist eine ganz andere Frage. Wie Du selbst geschrieben hast, hatte das Ding Öffnungsfehler. Nach dem hier gezeigten Ronchitest ist das Fernrohr für höhere Vergrößerungen nicht geeignet (Warum werden eigentlich kleinere Optiken nicht verkittet? Früher war Kitten über 80mm problenmatisch, heute gibt es wohl Kitte, mit denen größere Durchmesser möglich sind - da ich nicht mehr in der optischen Industrie tätig bin, kenne ich aber den aktuellen Stand nicht mehr. Kittglieder benötigen jedenfalls keine aufwändige Fassung - ein wesentlicher Kostenfaktor. Auf den fehlenden Freiheitsgrad zur Korrektur von Koma dürfte man bei einfachen Optiken zugunsten einer besseren Fertigungsgüte verzichten können.). Als Kometensucher für DS-Objekte bei großer Pupille dürfte das Ding aber ein sehr leistungsfähiges Gerät sein. Was man damit entdecken kann, beschäftigt einen Anfänger wahrscheinlich einige Jahre. Nur sollte man das deutlich sagen. Zu hohe Erwartungen frusten sehr schnell.

C.S. Frank
 
Hallo Tommy,

das

Zitat von tommy_nawratil:
hallo *entfernt*,

ich weiss, aber 90% der Einsteiger die zu mir in den Laden kommen, wollen auch knipsen - das ist also ganz wichtig zu können für ein Einsteigergerät. Es hilft alles argumentieren nix.....

lg Tommy

ist doch sattsam bekannt und meine nun folgende Argumentation, dass man daraus kein Problem, sondern einen längeren Tubus mit einstellbarer Position für den HS als fast kostenneutrale, echte Innovation für Visuelle und Fotografen machen kann (eigentlich machen MUSS) auch.
Diesbezüglich hilft aber eben auch alles Argumentieren nix.....! :smiley55:

Zu den Filtern kann ich sagen, dass ich so Einiges, eben auch den Grünfilter und einen Solar-Continuum, aber auch einen CLS, ja sogar O III und UHCs schon mit 4" F/5 bis f/6 FHS ausprobiert habe. Erlaubt ist, was hilft. Es sind halt die giftigen "Falschfarben" die wirklich nicht jedermanns Geschmack treffen und Wunder bleiben auch aus. Aber ein CLS (oder Deepsky Filter) ist am Jupiter durchaus mal sehenswert.

Nebenbei bringt mit Newtons bei Sonne Weißlicht durch Baader Folie visuell, ein Grünfilter auch eine merkliche Kontraststeigerung, also hat nicht alles was z.B. ein Grünfilter kann mit dem Farbfehler der FHs zu tun.

Was z.B. so einem 4" f/4,5 oder auch f/5 Refraktor wesentlich mehr hilft als jeder Filter ist allerdings ein kleineres Öffnungsverhältnis und/oder echte Sondergläser in passender Paarung.
Was im Wortsinn "farbreiner" wird muss man aus dem Spektrum nicht mehr herausfiltern und mit dieser Filterung weitere Farbverfälschung in Kauf nehmen.

Der angedachte 4" f/6 ED wird kein farbreiner APO aber er würde deutlich höhere Vergrößerungen bei gleichem Anspruch (ohne Filterung und mit Filterung) des Beobachters zulassen.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Gerd,


die Tauglichkeit für eq3 und Co hatte ich aus den Augen verloren, das wird sicherlich als Paket kommen da die eq5 Klasse schon etwas teurer ist. Es lohnt sich ja auch nicht wirklich bei einem solchen Gerät um den recht kleinen und nicht ausschlaggebenden Unterschied in der Korrektur zu feilschen. Viel wichtiger ist daß die mechanische Qualität einen problemlosen Gebrauch ermöglicht. Ich bin jedenfalls gespannt ob sich da so wie von Dir gedacht umsetzen lässt - schön wäre es jedenfalls wenn sich da was tut und mit preiswerten ED Gläsern der Achromat mit besserer, ich bin fast geneigt zu sagen mit zeitgemäßerer Leistung daherkommt.



Viele Grüße Felix
 
Hallo,

heute konnte ich einen kurze Beobachtungsabend im Garten verbringen. Auf dem Vogelsberg (ITV) hatte ich die Gelegenheit eine zeitlang mit dem neuen Bresser Kometensucher den Himmel zu durchstreifen. Es handelt sich dabei um einen kurzen Vierzöller, 102/460mm, der lt. Hersteller eine ED Linse haben soll. Trotzdem aber ist es nur ein Achromat, keinesfalls ein (Halb-)Apochromat. Das ist bei einem Öffnungsverhältnis von f/4.5 auch nicht zu erwarten. Um es kurz vorweg zu nehmen, ich hatte sehr viel Spaß damit auf dem Berge der Vögel, der, wie immer zu dieser Jahreszeit, voller schräger Vögel war, mit und ohne Teleskopen.

Nachdem nun mein Gehirn gewaschen war bestellte ich mir ein Exemplar bei den Teleskop-Spezialisten, welches gestern geliefert wurde. Es gibt als separates Zubehörteil (€75) eine 1:10 Mikrofokussierung dazu, die ich nach den Erfahrungen auf dem Vogelsberg gleich mitbestellte. Die Montage war einfach und dauerte nur 5 Minuten, der Feintrieb ist sehr schön aus Metall und macht schon durch sein Gewicht einen vertrauenerweckenden Eindruck.

Bevor ich zu den Beobachtungen komme möchte ich darüber reden, wie billig oder teuer das Ding für den Käufer werden kann. Hat man eine Montierung, anständige Weitwinkelokulare, einen 2" Zenithspiegel, zumindest zwei 2" Nebelfilter (Breitband, Schmalband, evtl. mehr) bereits zur Hand, stellt der Refraktor eigentlich nur noch ein billiges (€259+€75) Zubehörteil für einen erheblich teureren Okular- und Zubehörsatz dar.

Muß man aber alle diese Zusatzteile noch beschaffen, so ist von einem Billigfernrohr keine Rede mehr! Zu den nicht sehr hohen Kosten für das Teleskop selber kommen dann locker noch einmal €1000+ dazu! (Montierung, 4 Okulare mit 82° Gesichtsfeld (zB. SkyWatcher Nirvana 28/16/7/4mm), 2-4 Nebelfilter, 2" Zenithspiegel). Dies sollte man bei einer eventuellen Beschaffung überlegen! Und ein Betrieb mit Billigokularen mit wenig Gesichtsfeld macht bei einem Weitwinkelteleskop mit f/4.5 gar keinen Sinn, weder von der Abbildung noch vom Gesichtsfeld her, und bringt nur Frust.


Jetzt aber zu meinen heutigen Beobachtungen:

Auf einer azimuthalen Porta-Montierung von Vixen war das Gerät wackelfrei zu benutzen, die Feintriebe in Az/El sid bei höheren Vergrößerungen recht hilfreich. Die längste (für mich, altersbedingt) sinnvolle Okularbrennweite ist das Nirvana-Okular mit f=28mm. Das ergibt eine Vergrößerung von 16.4 und eine Austrittspupille von 6.2mm - mehr bringt mein Auge nicht mehr. Die Abbildung läßt über das wahre Gesichtsfeld von in diesem Falle 5° die Bildfeldwölbung erkennen, in den Aussenbereichen muß man ein wenig nachfokussieren. Das 28mm Okular ist dann aber nahezu randscharf. Die leichte Unschärfe fällt beim Scannen des Himmels nicht direkt auf, nur wenn man sich auf ein Objekt am Bildfeldrand wirklich bewußt konzentriert ist das Nachfokussieren nötig.

Als erstes besuchte ich den Jupiter. Mir ist bewußt, daß das eine Art Werkzeugmißbrauch ist, aber ich wollte sehen, was mich erwartet. Das Teleskop ist keinesfalls für Mond- und Planetenbeobachtung gedacht, es ist ein RFT, oder, wie man früher sagte, ein Kometensucher. Schon Fraunhofer und Lichtenknecker bauten solche Teleskope und niemand beschwerte sich darüber, im Gegensatz zu heutigen Beobachtern. Also, was erwartet den wackeren Planetenbeoachter mit dem kurzen Refraktor? Ein schönes, scharf begrenztes Planetenscheibchen bei V=98x mit einem Meade UWA 4.7mm Okular (Serie 4000). Ein Jupiter, der von einem schmalen, deutlich rötlich gefärbten Ring umgeben ist. Die Monde und Nachbarsterne sind nadelfeine Punkte, aber spätestens hier ist man froh, wenn man die Feinfokussierung erworben hat! Auf der Scheibe des Jupiter waren etliche Wolkenbänder und Zonen zu sehen, weit mehr, als ich erwartet hatte - Kometensucher hin oder her. Jetzt wollte ich es wissen und steckte eine Intes 2.4x Barlowlinse dazu. Immer noch zeigte der Jupiter seine Bänder und Zonen, aber nicht mehr so kontrastreich und schön wie zuvor. Über dem ganzen Planetenscheibchen lag ein Hauch roter Farbe. Spätestens jetzt kann man von Werkzeugmißbrauch reden - es bringt nichts.

Dann visierte ich Polaris an und schaute nach dem Beugungsscheibchen. Man sah im Fokus einen hellen Punkt und darum einen Beugungsring und einen schwächeren zweiten. Die Luftunruhe ließ keine sichere Beurteilung zu, die leicht defokusierten Scheibchen waren nicht gleich. Aber das muß ich tagsüber an meinem künstlichen Stern genauer untersuchen.

Nun waren Epsilon 1/2 Lyrae fällig. Mit dem 28mm Okular waren sie länglich. Ein Wechsel zum 4.7mm Okular (V=98x) zeigte beide Sterne deutlich als Doppelsterne, mit ausreichend Spalt dazwischen (etwa eine 'Sterndicke'). Und schön nadelfein ware sie, die 4 Epsilon Brothers.

SkySafari zeigte mir einen Kometen (C/2015 V2 - Johnson) an, etwas südlich von Arkturus. Den habe ich aber (Kleinstadthimmel) nicht gefunden, obwohl er 6.7 mag hat. Vielleicht war er aber auch nur zu klein bei 16-facher Vergrößerung.

Ein Streifzug durch die Sommermilchstraße war nett, aber kein Vergleich zu den Beobachtungen auf dem Vogelsberg bei gleichen Gerätschaften. Dark Sky rules!

Und wer photographische Ambitionen mit dem Kometensucher befriedigen möchte: Kann man machen, muß man aber nicht. Tommy Nawratil hat einige diesbezügliche Experimente vorgenommen und hier beschrieben.

Ich hatte versucht eine TS ED Barlowlinse in 2" Ausführung zu nutzen, sowohl vor wie auch hinter dem Zenithspiegel. Das scheiterte, da nicht genügend Backfokus vorhanden ist. Der 2.5" HexaFok Okularauszug ist aus Metall und mit Zahntrieb versehen. Er hat ein leichtes image shifting wenn man die Fokussierrichtung wechselt. Vielleicht kann man das ausjustieren.

Mein Fazit: Wer ein anderes Teleskop zur Mond- und Planetenbeobachtung besitzt wird mit dem Bresser 102/460mm ein preiswertes Zusatzgerät für DeepSky Zwecke bekommen. Als einziges Teleskop (Allrounder) ist er aber nur sehr bedingt geeignet, zB. auf Reisen mit Platzbeschränkungen. Dann ist auch der Kometensucher immer noch um Klassen besser wie gar kein Fernrohr.
Für unsere öffentlichen Führungen können wir es neben dem C11 auf einer Meade DS-2000 Montierung nutzen und haben somit für Shallow Sky und Deep Sky geeignete Geräte.

Grüße, Coyote
 
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Hallo liebe Astrogemeinde,
Nun geb ich auch meinen Senf dazu.
Ich habe mich letztendlich bewusst für den kleinen Achro als Rucksackteleskop entschieden. Mehr Öffnung bei dem Packmaß geht in der Preiskategorie glaube ich nicht.
Seinen Jungfernsight hatte er auf der Emberger Alm in Kärnten auf 1755 m. Wow! Mit 2" Okular und z.t. mit OIII Filter hatte ich sehr viel Spaß.
Ich habe dann auch auf 1:10 umgerüstet. Zusammen mit Zenitspiegel, Giro WR, L-Halter etc. passt alles in einen Rucksack(ich habe den Case Logic Backpack L) Auf dem Edelstahlstativ von der HEQ5 hat er sich auch wohlgefühlt(huch, ich glaube, ich muss ihm einen Namen geben ;-))
Für zu Hause habe ich noch einen Carbon Newton 150/900.
 
Hi,

Martin Miller und ich haben den kleinen Bresser einmal photographisch mißbraucht, nur um zu sehen was einen erwartet. Kurz und schmerzlos: Ohne Filter ist das Ding nur für allererste astrophotographische Versuche brauchbar, man sieht auf dem Bild von M57 ohne Filter deutlich die durch chromatische Aberration aufgeblähten Sternscheibchen.

Mit einem 7nm H-alpha Schmalbandfilter sieht es viel besser aus. Wir haben eine monochrome Atik Infinity (12mm Diagonale, 6.45um Pixel, 3 arcsec/pixel Bildmaßstab) benutzt und da liefert der Refraktor sehr feine Sternpunkte bis in die Ecken. Von der erwähnten Bildfeldwölbung bei der visuellen Großfeldbeobachtung ist auf dem kleinen Chip noch nichts zu sehen.

Bilder von Martin Miller und mir: Pickering's Whisp ist 432 sec belichtet (H-alpha), der Hantelnebel 480 sec (S-II). Die Bilder sind Live Stacks ohne Nachführung. Die Mikrofokussierung ist beim Imaging unbedingt notwendig! Beim Fokussieren auf dem Bildschirm bewegt man diesen Feintrieb um gefühlt 1-2 Millimeter auf dem Umfang mit sofort sichtbaren Effekten. Mit dem Grobtrieb ist es reine Glücksache, den Fokus irgendwann mal zu erwischen.


Grüße, Coyote

Link zur Grafik: http://files.homepagemodules.de/b176976/f9t1120p2791n2_CaiAsRKJ.jpg

Link zur Grafik: http://files.homepagemodules.de/b176976/f9t1120p2791n3_amoLFHIK.jpg

Link zur Grafik: http://files.homepagemodules.de/b176976/f9t1120p2791n4_dhwIoeuJ.jpg

Link zur Grafik: http://files.homepagemodules.de/b176976/f9t1120p2791n5_bCqHYIRE.jpg
 
Hallo Coyote,

danke fürs zeigen. Damit ist das Anwendungsspektrum für den ED-Achro ;-) genau wie bei den anderen Achros von SW und wie sie alle heißen auf zwei Dinge beschränkt:


  • visuell: Weitfeld
  • fotografisch: Schmalband (wenn OAZ-Untersetzung vorhanden)

Einsatz: entweder auf Reisen unter dunklem Himmel visuell, oder (dann auch aus der Stadt heraus) Schmalbandfotografie. Als Supersucher oder Leitrohr ist er auch zu verwenden. Was nicht geht sind hohe Vergrößerungen (<100x).

Von den Einsatzmöglichkeiten her, finde ich das gar nicht mal so schlecht. Gut, Universalteleskop ist es damit keines, aber doch eines das verschiedene Anwendungsbereiche abdecken kann.

Viel Spaß damit

Matthias

 
Hallo Coyote,

Danke Dir für die Bilder. Ein Einsteiger wäre damit schon zufrieden. Keiner hat das günstige Teleskop als vollwertigen Astrographen dargestellt.
Auch nicht als Universalteleskop.
Das Ding tut, wofür es beworben wird: Ein schönes Weitfeldgerätchen zum moderaten Preis.
Grüße,
Gerrit
 
Hallo Zusammen,

das

Zitat von MountyPython:
...Das Ding tut, wofür es beworben wird: Ein schönes Weitfeldgerätchen zum moderaten Preis....

ist, wenn man das (immer noch :augenrubbel: )

https://www.bresser.de/Astronomie/T...ier-AR-102xs-460-Hexafoc-Optischer-Tubus.html

liest, extrem....... ?)..schmeichelhaft.

Das steht z.B.:

--- Hochwertiges Linsenteleskop mit ED Glas
--- Einsatzbereich

Deep-Sky Beobachtung
Deep-Sky Fotografie
Mondbeobachtung
Mondfotografie
Planetenbeobachtung
Planetenfotografie

Landfotografie

--- Vergrößerung bis 200

Ein ehrlicher, modernisierter, leichterer 102/500er Achro zu dem Preis wäre eine gute Alternative gewesen und auch die 4" Teile mit 600 mm könnten mal eine Renovierung brauchen.

Ein ehrlicher, weil tatsächlich mit zur Benennung passenden Gläsern ausgerüsteter 4" ED mit 500 bis 600 mm Brennweite wäre wohl etwas teurer aber wegen der dadurch möglichen Mehrleistung halt trotzdem eine echte Alternative zu den Achros gewesen.

so redet man sich was schön und für Ausschnitte des Anwendungsspektrums passend, was halt da ist, aber eigentlich niemand gebraucht hätte, wenn es nicht zufällig da wäre. :Trost:

Gruß
*entfernt*

 
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Ja Günther,

so hat jeder seine Meinung.

Goto #1279705

Und die Endlosschleife ist perfekt.

CS,
Gerrit

 
Ja Gerrit,

das die Benennung als ED zur Meinungssache wird, darauf warten schon Viele.
Irgendwann ist ein Einlinser mit Luftspalt zum Okular ein APO.
:biggrin:
CS,
*entfernt*

Patzer beseitigt :smiley63:
 
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Hallo Günther,

zumindest braucht Bresser mehr als 3 Zeilen, um an ein paar Stellen zu patzen.

;-)
CS
Gerrit
 
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