Wieviel Zoll Öffnung lohnen sich überhaupt?

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TaurusM45

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Hallo Leute,

mich würde mal interessieren, was eure Erfahrungen sind in Sachen Öffnung.
Was lohnt sich eigentlich wirklich?
Ich wohne in Hattersheim am Main.
Nordöstlich ist Frankfurt (ca. 10km Luftlinie) und Südöstlich ist der Flughafen (ca. 6km Luftlinie)
Beides macht einen ziemlich hellen Himmel in diesen Bereichen (zum Vergleich die Pleijaden kann man noch gut erkennen).

Richtung Süd - West ist es ganz ok. Aber Dank Straßenlaternen vor meinem Garten immer so als wäre halb bzw. 3/4 Mond.
(zum Vergleich M13 kann ich in der Mitte noch in Einzelsterne auflösen, wenn ich mir ein Handtuch über den Kopf lege)

Ich habe zur Zeit einen 6" Refraktor und bin mir aber unsicher und unschlüssig ob ich ihn verkaufen (daher habe ich auch das Angebot im Biete Bereich erstmal auf Eis gelegt) soll und in der Öffnung nach oben gehen soll oder ob ich ihn einfach behalte, da mehr Öffnung eh keinen Sinn machen würde.

Würde mich freuen, wenn ihr mir einen Ratschlag geben könntet.

Viele Grüße
Andreas

 
Hallo Andeas,

ob die Lichtverschmutzung sich bei Dir störend auswirkt, hängt sehr davon ab, was Du beobachten willst. Wenn es um helle Objekte im Sonnensystem geht, dann eher nicht und die Öffnung kann auch etwas größer als 6" werden. Willst Du dagegen sehr lichtschwache Objekte visuell beobachten, ist neben einer großen Öffnung auch ein dunkler Himmel nötig, da sonst schwache Objekte oder Details im aufgehellten Himmel unsichtbar bleiben. Alle, die lichtschwache Deep-Sky Objekte sehen wollen, müssen deshalb mit großer Öffnung in dunkle Gegenden fahren. Fotografisch ist das mit entsprechender Filtertechnik wieder etwas anderes. Da könntest Du mit 6" viel sichtbar machen, was das Auge direkt nie zu sehen bekommt.

Gruß
Bocian
 
Hallo Andreas,

jedes Zoll Öffnung lohnt under jedem Himmel.

Womit wurde John Dobson bekannt und löste zumindest teilweise einen Umbruch in der Welt der Teleskope und auch in der Sicht darauf aus?

Er stellte große bis sehr große Spiegelteleskope nicht in die dunklesten Wüsten seiner Heimat sondern auf die Gehsteige der Broadways der großen Städte seiner Heimat, teils mitten in die lichtverschmutztesten Gebiete und ließ völlig ahnungslose und ungeübte Passanten DeepSky Objekte bewundern.

Behalte also mindestens Deinen 6-Zöller, auch eine deutliche Öffnungssteigerung ist visuell nicht verfehlt, sondern sinnvoll.
Wichtig ist die Auseinandersetzung mit den Themen

Austrittspupille
Unter aufgehelltem Himmel braucht man leider mehr Okulare als unter guten Bedingungen, weil man die jeweils beste AP für Objekt, Bedingungen und eigenen Anspruch viel genauer treffen muss.

Öffnungsverhältnis
Es ist keinesfalls so, dass Du die ganz große AP nie brauchst, also über ein zu kleines Öffnungsaverhältnis auf die Möglichkeit über 4 mm AP hinauszukommen verzichten kannst.

Nebelfilter
Auch das geht unter ungünstigen Bedingungen ins Geld, wenn man das was möglich ist erreichen will.

Suchen und Finden
ist ein ganz wichtiges Thema unter schlechten Bedingungen und das kann im ungünstigsten Fall bis da hin führen, dass man ein GoTo oder PushTo anschafft. Davor würde ich aber in jedem Fall die Frage aufarbeiten, ob den das optimale Kartenmaterial genutzt wird.
Auch die Kenntnis der Objekte, ihrer Natur, ihrer Flächenhelligkeit (nicht nur absolute Helligkeit), oder z.B. wann sie ihren höchsten Stand haben oder wann sie bei Dir in der am wenigsten schlechten Himmelsregion auftauchen ist wichtig.
Sternhaufen gehen im Allegemeinen besser als GX oder Nebel, wobei kleine helle planetarische Nebel sich z.B. geradezu aufdrängen.
Da ist unter ungünstigen Bedingungen viel mehr Planung angesagt als z.B. bei mir.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Andreas,
was Bocian geschrieben hat, ist zutreffend. Es kommt darauf an, was du beobachten willst. Aber auch unter aufgehelltem Himmel bringt mehr Öffnung auch an Deep-Sky-Objekten mehr Wahrnehmung, insbesondere an offenen und Kugelsternhaufen. Besser wäre es natürlich, an einen dunkleren Standort auszuweichen. Dies setzt natürlich ein transportables System voraus. Für rein visuelle Zwecke würde sich da ein Dobson empfehlen, sofern du motorisiert bist, ansonsten eher ein Großfernglas. Für Objekte des Sonnensystems sind mehr als 6" nur bei gutem Seeing sinnvoll. Wie es da im Schnitt an deinem Standort aussieht, kann ich nicht beurteilen.
CS Willi
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Andreas,

Du machst hier ein riesen Faß auf und wirst viele Meinungen bekommen.

In Bezug auf Deine zu heller Himmel-Situation finde ich auch den Beitrag von Sven Wienstein am Ende dieses Threads interessant:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/1309769/andi1234#Post1309769

Ich werde das Abdunkeln des Himmels mit Filtern auch mal ausprobieren, wenn ich nicht die Vergrößerung steigern will.

Aber zurück:

Wie Bocian schon sinngemäß meinte, hilft maximal nur die Fahrt in eine dunkle Gegend.
Dafür hat man aber nicht immer Zeit.

Solange Du in Deinem Garten bleibst, hilft gegen den Schein der Laternen ein abgeschatteter Bereich via Tücher/Planen/Folien, die Du passend aufspannst/befestigst.

Ich habe auch bei meinem relativ hellen Himmel beispielsweise den Hantelnebel mit 8" 2000 mm BW katadioptisches Instrument visuell besser erahnen/wahrnehmen können als mit 4,75" Refraktor. Da hilft die Öffnung also auch ohne Filter etwas.

Ich verfalle aber nicht gleich dem Öffnungswahn, denn das Aufsatteln des 8" Instruments auf eine parallaktische Montierung ist für mich schon deutlich unkonfortabler als beim Refraktor.

Der "kleine" Refraktor zeigt unter dunklem Himmel allerdings auch schon Galaxien...

Jetzt weiß ich nicht, welchen 6" Refraktor genau Du hast, aber ich behaupte mal, dass Du von Deinem Garten aus noch lange nicht gesehen hast, was er kann.

Nachtrag: Ich sehe schon das Wetter ist schlecht und viele haben Zeit zu schreiben. ;)

Klar mehr Öffnung bringt was, aber von Deinem / meinem Garten aus kommt mir das so vor wie ein Sportwagen mit gedrosseltem Motor. Er fährt zwar auch gedrosselt grundsätzlich schon mal dynamischer als eine Familienkutsche, aber erst wenn wenn man quasi in's Dunkle fährt, wirft man die Drosselung über Bord.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Andreas,

ich fand die Beobachtung aus meinem Garten mit ähnlichen, vielleicht etwas schlechteren Bedingungen immer eher mäßig. Der Sprung von 8 Zoll zu 12 Zoll machte dort M31 oder Orionnebel von einem kleineren grauen Klecks zu einem größeren grauen Klecks. Erst die Fahrt in die Eifel brachte dann echte Erfolgserlebnisse.

Es gibt jedoch auch ein bis zwei Aber: Es kommt nicht nur auf das Streulicht an. Es gibt Abende da ist selbst bei mir der Orionnebel mit Schwingen zu sehen - Dann aber auch schon im Fernglas. Dann ist die Transparenz halt Klasse.

Bei Kugelsternhaufen bringt die große Öffnung mehr Sterne und Erkennbarkeit. Und man kann höher hinaus vergrößern, was dann den Himmel abdunkelt. Allerdings hat das wegen zB Seeing oder der Größe des Objektes auch seine Grenzen.


CU
Klaus
 
In gewisssem Rahmen kann man Himmelsqualität mit mehr Öffnung kompensieren. Das Empfinden in wie weit ist aber neben den gegebenen Vorgaben noch extremer von der persönlichen Einstellung abhängig.

Bei mir z.B. überwiegt die Bequemlichkeit den Vorteilen eines perfekteren Standorts. Ich habe aber auch etwass Glück in einer kleinen Nebenstrasse am Dorfrand mit brauchbarem Himmel (gut 5mag) beobachten zu können, und schätze es sehr ohne viel Aufwand losspechteln zu können, wohl wissend mit einem halb so teuren Teleskop nach einer guten halben Stunde Fahrt ähnliches zu sehen.

Ein meiner Meinung nach schöner Artikel zum Thema findet sich hier:
http://www.joern-lenhardt.de/astro/artikel/GrenzgroesseUndHimmelqualitaet.html

Gruß Becky
 
Hallo zusammen,

der Link von Becky zur dem Artikel von Björn ist super.

Was er da berechnet lässt sich in der Praxis wurderbar beobachten, es passt m.E. sehr gut.

Bei den Schlussfolgerungen daraus ist jeder seines eigenen Glückes Schmied und da können zwei Leute in ihren eigenen Überlegungen sehr wohl zu absolut gegenläufigen Ergebnissen kommen.

Mancher wird auf dem Gornergrat mit den bloßen Augen zufrieden sein, der nächste besteht dort auf seinem Fernglas und dann gibts Leute die gehen das mit einem 20-Zöller an.
Jeder hat Recht.

Mancher wird am Standrand ohne Hilfsmittel nicht mal ein Auge am Nachthimmel riskieren, der Nächste schaut mit einem Spektiv und wieder ein Anderer baut dort seine Gartensternwarte nit einem 14" SC.
Jeder hat Recht.

Mancher fährt wöchentlich 10 Kilometer um seinem 4,5 Mag Himmel zu entfliehen um auf 5,5 Mag zu kommen, der Nächste fährt monatlich 50 Kilometer um von 5,5 Mag auf 6,5 Mag zu kommen und wieder einer fliegt lieber zwei mal im Jahr nach Namibia und belässt es zu Hause maximal bei Mond und Planeten.
Jeder hat Reicht.

Hier fragt nun jemand, ob es sich bei ihm zu Hause lohnt, von 6" Öffnung ausgehend, mit denen er offensichtlich unzufrieden ist zu steigern, und/oder wie er noch was rausquetschen kann.
Er wird den Taunus kenne, aber will er da immer hin?
Also ich denke, er kann auch zu Hause noch mehr aus dem 6-Zöller rausholen und natürlich zeigt auch da ein 12-Zöller deutlich mehr.

Dass der 6-Zöller oder ein 12-Zöller im Taunus mehr zeigt, noch mehr auf dem Gornergrat und nochmal mehr in Namibia ist, so glaube ich, nicht die Frage.

Andreas, eine Frage stellt sich eventuell doch bezüglich Deiner Standorttreue:
Wenn Dir der 6" Refraktor (egal was für einer das ist) einfach nur nicht transportabel genug ist, um öfter mal rauszufahren, dann gibt es deutlich transportablere Teleskope auch mit mehr Öffnung.

Gruß
*entfernt*

 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Andreas,

Öffnung hilft immer und überall. Grundsätzlich.

Die eigentliche Frage ist, was bzw. wieviel man investieren will und, meiner Erachtens viel wichtiger, wie es sich mit der Örtlichkeit verhält bzw. wie hoch der Aufwand des Transports und des Aufbaus und der Handhabung bzw. der Beobachtung steckt.

Ich selber nutze einen 80mm Volksapo, einen 114mm Newton, einen 12" Goto und ab und an grössere Gerätschaften bis zum 25 Zöller hinauf.

Im heimischen, nicht optimalen Garten (Streulichtabschirmung durch transportable Wände notwendig) und einer Himmelsqualität von irgendwas mässigen 5,xx-Bereich kann ich jede Öffnung nutzen, jedoch bringt ein 16" mehr als mein 12". Jedoch macht ein guter APO oder ein 6" Mak-Newton trotz geringerer Öffnung auch Spass (habe derzeit einen Leihweise zu Hause und bin begeistert, trotz der "geringen" Öffnung).

Meine Erfahrungen aus den Beobachtungen der letzten Jahre:

- je mehr Öffnung umso mehr ist zu sehen
- Wichtiger jedoch: der Aufwand drumherum
- eigene Erfahrung muss man sammeln.
- ein dunkler Standort ist durch absolut nichts zu ersetzen
(hatte vor kurzem die Gelegenheit, durch einen 130mm TAK auf
über 1000m und guten Bedingungen zu beobachten..... ein
Traum)

Nachdem ich ein paar Jahre eher im Bereich "Öffnung ist nur durch mehr Öffnung zu ersetzen" bewegt habe, spielen sich derzeit fast alle Beobachtungen bis max. 12" ab.

Bezüglich Aufwand: zu Bedenken gilt, dass, je transportabler ein Gerät ist, die Hemmschwelle nicht nur rauszugehen, sondern an dunkle Orte zu fahren, sinkt und so einfach die Rahmenbedingungen massiv verbessert werden können.

Dies ist eine Sichtweise des Themas, wie schon öfters geschrieben, bekommt man hier die unterschiedlichsten Aussagen, da das schöne an dem Hobby ist, dass es jeder so betreiben kann wie er will.

Ich kenne Leute, die beobachten nicht unter zweistelligen Zollgrössen, andere dagegen schwören auf maximale Qualität, dafür weniger Öffnung.

P.S.: das beste Teleskop ist das, welches am meisten benutzt wird.

CS

Matthias
 
Hallo nochmal,

ao nun muss ich mich erstmal bedanken, für all die vielen Antworten.

Ein paar Dinge noch zu Klärung.
Ich habe nun endlich meinen eigenen Garten und aus dem Grund möchte ich eben nicht in den Taunus oder sonst wohin.
Ich möchte einfach den Luxus genießen können ohne großes Geschleppe ins Auto und dann noch fahren.
Es ist mir klar, dass ich irgendwo draußen einen dunkleren Himmel finden werde wo auch mein 6" FH viel mehr zeigen wird, aber das steht hier nicht zur Debatte.

Also bleiben wir in meinem Garten mit sagen wir mal nicht perfekten Verhältnissen.

Also das Budget grenzt die Ganze Sache auch ein.
Ich habe einen Skywatcher 6" F/8 Evostar auf einer EQ-6 Classic ohne Goto.
Das wäre mein Budget.
Ich weiß nicht was ich für Montierung und Refraktor bekommen könnte aber der Erlös wäre dann das neue Teleskop mit - dann wohl - mehr Öffnung.
Vielleicht reicht es für einen 12" Dobson.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas,

wenn Du hauptsächlich visuell beobachtest, wäre ein 10" oder max. 12" Newton im Wechsel mit deinem 6" Refraktor auf deiner Montierung ein guter Kandidat!

Denn ein nachgeführtes Teleskop wo man sicher sitzend, länger als 15 - 25 sec. die Objekte ruhend in der Bildmitte beobachten kann, sieht man so viel wie mit 11" gedobst!

Dafür muss man störendes Seitenlicht, mit geeigneten Maßnahmen aber vollkommen ausblenden! Es wird immer wieder unterschätzt wie viel bei Störlicht an sichtbaren Details, nicht nur durch die Himmelsaufhellung verloren geht, sondern auch noch stark das eigene Auge hindert, die mögliche Leistung abzurufen!
Selbst eine weit entfernte sichtbare Laterne, lässt die Iris sofort kleiner werden!

Da kann man z.B. mit einem schwarzen aufgestellten Windschutz erreichen!
Besonders an der Sichtbarkeitsgrenze, haben mir das bekannte Beobachter oft bestätigt, ja jetzt sehe ich den Mond über dem Jupiterwolkenband!
Oder an DeepSky Objekten, selbst bei guter Durchsicht, konnten Sie Objekte bis zu bis zu einer Größenklasse besser erkennen!

Dazu habe ich ein 60mm geschwärztes Papprohr auf M13 oder h & Chi gerichtet und jeder konnte Diese nun mit aufgelegtem bloßem Auge ausmachen!


Gruß Günter
 
Hallo Andreas,

ein Newton auf EQ Monti ist für viele gewöhnungsbedürftig. Vielleicht passt eher ein 11 Zoll SC? Gegen Dobson habe ich auch nichts, da würde ich auf gute Mechanik achten so dass er schön gleitet und nicht geschubst sondern geschoben werden kann.

Fast wichtiger als schiere Öffnung scheinen mir aber die Themen Filter und Streulicht Schutz (Kopftuch?) wenn dem aufgehellten Himmel nicht zu entfliehen ist. Sind denn O iii und UHC Filter vorhanden? Wenn nein könnte man damit anfangen und schauen was das am vorhandenen Equipment und an entsprechenden Objekten bringt.

CU
Klaus
 
Hallo Andreas,

das Thema ist bekannt, wenn man Garten hat, will man ihn nutzen. Ich habe folgendes Setup zuhause:

- 12" Skywatcher Goto (gäbe es natürlich auch in kleiner und
günstiger)
- 2 ca. 2,5x2m "Holzkonstrukton" aus Kantholz, die ich mit einer
Folie bespanne und so plazieren kann, dass ich ein
streulichtfreies Beobachtungsplätzen im Garten habe
(kostet fast gar nix und ist schnell gebaut, braucht bissl
Platz aber dafür hat man ja nen Garten)
- Verstellbaren Stuhl (ruhiges Beobachten im Sitzen ist optimal)
- kleines Tischchen für nen Okularkoffer
- höhenverstellbaren, alten Notenständer aus Holz für
Zeichnungen, Karten etc.
- Handtuch für die Abdeckung von Bewegungsmeldern

das genannte Setup innerhalb von ca. 10 Minuten aufgebaut (ca. 10 Meter aus Garage raus schleppen) und man hat eine Beobachtungsplatz ohne störende direkte Lichteinstrahlung und durch die Bestuhlung kann man hat ein schönes Plätzchen im eigenen Garten. Durch die Öffnung kann man auch bei einem z.B. mag 5 Himmel einiges sehen.

CS

Matthias
 
Hallo Andreas,

mehr Öffnung lohnt sich auf jeden Fall!
Auch unter einem lichtverseuchtem Himmel kannst du mit einer größeren Optik lichtschwächere Objekte erkennen, als mit einer kleineren. z.B. konnte ich neulich den ca. 9.5-10mag schwachen Kometen ASASSN von einem grauenhaften Stadthimmel von ca 4-4.5mag mit großer Öffnung (24") gut beobachten, dass wäre mit wesentlich kleinerer Öffung nicht möglich gewesen.

CS Mike



 
Hallo Andreas,

nun gut, ich denke schon, dass ein gebrauchter 12" Standarddobson über den Verkauf des 6-Zöllers auf EQ 6 gegenzufinanzieren ist.

Ich denke, eine Kombination des 6-Zöllers mit einem Newton auf der Monti oder auch nur ein Newton auf der Monti war nie Deine Idee und würde auch davon abraten.

So ein 12-Zöller zeigt Dir schon im Originalzustand unter Deinen Bedingungen deutlich mehr als Deine derzeitige Kombi. All die guten Ideen, wie man zB. das Störlicht abschirmt gelten ja öffnungs- ud teleskopunabhängig, wobei man einem Newton/Dobson natürlich etwas leichter als einem Linsenteleskop ähnlicher Qualitätsklasse auf die Sprünge helfen kann.


Auch das

Zitat von G2_Astro:
.......

Denn ein nachgeführtes Teleskop wo man sicher sitzend, länger als 15 - 25 sec. die Objekte ruhend in der Bildmitte beobachten kann, sieht man so viel wie mit 11" gedobst!
......

ist eine für mich nicht nachvollziehbare Einzelmeinung.

Nun habe ich einen 12" Dobson der vom Standard deutlich abweicht, aber um zu sehr guten Ergebnissen zu kommen muss man nicht so weit gehen wie ich.
Andererseits zeigt ein Bild davon doch mehr als man mit Worten alleine aussagen kann.

Markus beobachtet

Link zur Grafik: http://vangestel.de/astrozoom/images/Markus.JPG

hier mit Baader Sonnenfolie visuell über volle Öffnung Sonnenflecken mittels der komakorrigierenden Düring-Barlow vor sowie Plössl Okularen hinter dem Binoansatz. 50° Feld bei ca. 200fach.

Wer ihm die Nachführhektik, die fehlende Konzentration, die Pein der unbequemen Sitzhaltung und Einblicksposition ansieht möge sein Beileid bekunden, ich werde das entsprechend weiterleiten.

Leute, wer solche Probleme hat, der will sie haben und tut nichts dagegen und die erste Erkenntnis ist, dass man gar nicht ständig nachführen muss und auch die Pfoten wegnehmen kann, wobei dieser Dobson so massiv ist, dass man sich auch anlehenen kann ohne ihm zum zittern zu bringen.

Es handelt sich übrigens um die Beobachtung zur Zeit dieser Fleckengruppe

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/1299775/Sonnenflecken_3.9.17_-_Dynamik#Post1299775
Link zur Grafik: https://abload.de/img/sonne_030917_111926_gibspm.jpg

und auch um solche Detailfülle. An Mond und Planeten geht das auch und DS mache ich nur ohne Binoansatz, dafür mit möglichst weitwinkligen Okularen.

Die Sörlichtabschirmung im Garten bringt sicher viel an aufgehellten Standorten und das Bild zeigt Okulare mit nachgerüsteten seitlichen Störlichtfahnen auf Augenabstandshülsen mit passender Länge (aus Plastikröhrchen geschnitten).

Völlig egal ob am Refraktor oder am Newton, das hilft immer und ich habe nachts längst nicht immer so viel Störlicht wie bei Dir zu erwarten ist.
Der Newton hat auch eine (hässliche) Korkschicht als Dämmung und eine funktionierende saugende Lüftung, sowie eine Innenauskleidung mit Veloursfolie.
Das mit der Isolierung geht auch schöner

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/1296168/Tubusisolierung_und_Tau-/St%C3%B6rl#Post1296168

und allein schon die Veloursfolie isoliert schon etwas, aber es sind eben diese kleinen Schritte, wie z.B. auch eine Tau-/Störlichtkappe die immer ein paar Prozentpunkte bringen die sich letztlich zu deutlich sichtbarer Mehrleistung zummieren.

Wir haben mal einen durchoptimierten 8-Zöller nit einem 12" f/5 Standardnewton im Auslieferungszustand (nur gut justiert) unter normalen Verhältnissen verglichen.

An Mond und Planeten kam der 12er an diesem Abend nicht über die mit dem 8-Zöller gut machbaren Vergrößerungen hinaus, hatte nur ein etwas helleres Planetenbild aber auch einen deutlich aufgehellten Himmelsgrund zu bieten.
Das setzte sich bei Deepsky fort, allerdings war hier trotz des durch Stör-/Streulichteinfluss aufgehellten Bildes mit dem 12-Zöller mehr zu sehen. M 51 zeigte z.B. deutlich Spiralstruktur die der 8-Zöller an diesem Abend nicht brachte.

Man optimiert also Teleskope nicht um größere Öffnungen auszustechen, aber trotzdem gibt es einige einfache aber sehr lohnende Maßnahmen und wie bereits gesagt ist es unter ungünstigen Bedingungen schwieriger gute Beobachtungen zu machen, aber eben keineswegs unmöglich.

Gruß
*entfernt*



 
Hallo Günther,

sieht schon arg gestresst aus, der Gute... ;) Scherz beiseite, ein gut zu führender Dobson nervt wohl die wenigsten. Daher mein Hinweis darauf besonders zu achten. Sollte es auf einen 12 Zoll Dobson hinauslaufen kann ich noch beisteuern dass ich den ES Dobson 12 Zoll der ersten Generation im Auslieferungszustand zu schwergängig fand. Das soll in der zweiten Geräte-Generation aber verbessert worden sein. Vielleicht macht der Fragesteller besser einen neuen Thread auf wenn er nach der Grundsatzentscheidung noch Infos braucht.

CU
Klaus
 
Hi!
Zitat von klawipo:
ein Newton auf EQ Monti ist für viele gewöhnungsbedürftig.
Allerdings kann man sich eben auch daran gewöhnen, hat jedenfalls jahrzehntelang funktioniert.

Wer den Tubus nicht laufend drehen möchte, muß ihn so positionieren, daß drehen möglichst selten vorkommt, und zusätzlich vielleicht noch so planen, daß man die Objekte, die zu einem bestimmten Zeitpunkt ungünstig stehen, eben zu einem anderen Zeitpunkt beobachten.

Ich würde den Komfort, mich völlig auf das Objekt konzentrieren zu können, nicht missen.

Grüße

fquadrat
 
Hallo f²,

ja sischa, man kann sich an alles gewöhnen. Ich wollte nur Alternativen aufzeigen, manche mögen halt den Heckdurchblick lieber. Am allerbesten hilft testen.

CU
Klaus
 
Hallo,

Zitat von TaurusM45:
Ich habe zur Zeit einen 6" Refraktor und bin mir aber unsicher und unschlüssig ob ich ihn verkaufen (daher habe ich auch das Angebot im Biete Bereich erstmal auf Eis gelegt) soll und in der Öffnung nach oben gehen soll oder ob ich ihn einfach behalte, da mehr Öffnung eh keinen Sinn machen würde.

ich würde es beispielsweise von der Häufigkeit der Nutzung, der Handhabung (z.B. Aufbau), dem Gewicht und vom Preis des Teleskops abhängig machen.

Gruß

Ronald
 
Hallo Klaus,

mit
Zitat von klawipo:
hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen. Das gilt übrigens für alle Astrooptik.

Es gibt viele Gründe, eine bestimmte Konstruktion oder Kombination zu bevorzugen, man muß unter Umständen abwägen, was einem wichtiger ist.

Grüße


 
Hallo Klaus,

die Botschaft des Bildes von der entspannten Beobachtung bei 200fach am 12" Dobson ist schon etwas weitreichender, als dass man nur gut laufende Bewegungsachsen braucht.
Natürlich hilft das, aber schau mal, da wird gar nicht nachgeführt, obwohl diese 30er oder 26er Plössls nur maximal 50° Feld bringen, auch wenn sie hinter einem Binoansatz betrieben werden und der noch hinter einer Barlow, in dem Anwendungsfall mit etwa Faktor 3 steckt.

Da hier Andreas im eigenen Garten mit 6" Öffnung unzufrieden ist und auf Abhilfe sinnt will ich das mal etwas näher ausführen:
Nicht nur am Dobson sind weitwinklige Okulare, gerade für die Deepsky Beobachtungen immer eine gute Idee. Je größer das Feld, um so besser wirkt das Objekt nicht nur, wenn es kleinere Felder sprengen würde. Daher wundert es niemanden, dass auch an gar nicht weitfeldtauglichen Teleskopen und bei gar nicht weitfeldmäßigen Vergrößerungen so gerne sündteure Okulare mit möglichst großem Feld eingesetzt werden. Es ist keinesfalls gelogen, dass Teleskope mit kleinem Öffnungsverhältnis auch mit einfachen Okulardesigns hervorragend abbilden, aber wenn es rein um Deepsky geht, tut das eigentlich kaum jemand freiwillig.

Anders sieht das schon bei Mond, Planeten, Sonne (nie ohne geeignete Objektivschutzfilter)aus.
Da verzichte ich z.B. nicht nur monokular ganz bewusst auf großes Feld, sondern auch am nur für solche Anwendungen eingesetzten Binoansatz. Das auch ohne Nachführung, also ohne EQ-Plattform und sogar ganz genüsslich.
Markus demonstriert das nicht, nein das ist völlig normaler Beobachtungsalltag und das obwohl die Objekte ja wandern, worauf G2-Astro ja sehr zu Recht aber auch sehr pauschal hinweist.
Meine Newtons weisen Öffnungsverhältnisse zwischen f/6 und f/4,5 auf. Da ist das nicht komatöse und (unter anderem dadurch) beugungsbegrenzte Feld sehr klein. Dann macht ein Planetendurchlauf, eine Mondrille, ein Sonnenfleck ohne Nachführung tatsächlich nicht sehr lange Spass, aber wenn man eine komakorrigierende Barlow einsetzt schon deutlich länger.
Interessant ist dabei übrigens, dass die 100° Feld eines Ethos dabei genau so viel oder wenig nutzen wie die 40°/50° eines Orthos/Plössls wenn man absolut die beste Schärfe die das Okular liefern kann besteht.



Klar kann Andreas mit begleitenden Maßnahmen (Blendschutz, Störlichtschutz, Filterung, Beobachtung im "passenden" Zeitfenster pp) noch einiges rausholen, aber mit mehr Öffnung hilft das alles noch mehr und da hin geht ganz sicher auch dann der Weg, wenn man sich das mal (wie vorgeschlagen) bei Anderen angesehen hat und eine Aufgabe des Hobbys abgewendet wird.

Es geht um die Frage, ob man durch den Verkauf der 6" Ausrüstung mit EQ-6 zu einer Ausrüstung kommen kann, die mehr Seherlebnis bietet.

Ich bin der Überzeugung, dass das mit einem 12" Standard-Dobson (GSO-Skywatcher Volltubus pp) machbar ist und zwar deutlich, mit einigen kleinen Maßnahmen nach der ersten Testphase (Veloursauskleidung, Tau-/Störlichtkappe pp) sogar sehr deutlich.
Andere praktikable Ansätze erschließen sich mir bei den bekannten Vorgaben nicht.

Gruß
*entfernt*


 
Zuletzt bearbeitet:
...Hallo nochmal,

vielleicht hilft es auch noch, wenn ich mal so sage, was ich am liebsten beobachte.
Da wäre zum einen das Sonnensystem. Also alles in "greifbarer Nähe"
Dann offene und Kugelsternhaufen.

Galaxien und Nebel fallen eher weniger und mein Beuteschema.
 
Hallo Andreas,

Sternhaufen profitieren in geradezu zählbarer Weise von Steigerung des Auflösungsvermögens über Öffnung unter definierten Bedingungen, also z.B. der Himmelsqualität am Standort.
Der Detailreichtum an Mond, Planeten pp ebenfalls.
Das habe ich erst im September unter anderem wieder mit meinem 12" + 6" Dobson, den ich weiter vorne schon mal gezeigt habe, gesehen. In dem Kasten wohnte der 6" Spiegel, das ist mir aber inzwischen zu schwer, also wird abgespeckt. Der 6-Zöller ist schon eigenständig weil der 12-Zöller leichter werden muss, einfach um diese Leistung leichter/öfter am inneren Schweinehund vorbei unter den Himmel zu kriegen.

Sieh Dir mal solche Dobsons und die händische Nachführung an.
Solltest Du dich damit anfreunden können, ist ein brauchbar ausgestatteter 12-Zöller m.E. locker drin.
Mit den Alternativen Nachführplattform, Dobdrive, digitalen Teilkreisen pp wird das mit dem Budget eng.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Andreas,

jetzt will ich da auch noch kurz einsteigen.
Hier Infos zu meinem persönlichen Erfahrungen mit verschiedenen Öffnungen und dem Auflösungsgewinn am Beispiel Mond:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/1308275/Mondkrater_mit_verschiedenem_E#Post1308275

Und hier noch die Vorstellung meines 12" Dobson im Vergleich zum 8er: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/1293518/Vorstellung_GSO_300c_12%22_#Post1293518

Auf dem Bild sieht man auch meine selbst gebaute manuelle Nachführplattform. Geht also auch ohne teure Anschaffung und reicht für meine Aufnahmen locker aus.

Gruß,
Holger
 
...wie wäre denn ein C8 oder 10" MEade SC auf der EQ-6.
Das wäre doch fürs Sonnensystem nicht die schlechteste Wahl oder?
 
Hallo,

sicher auch keine schlechten Instrumente. Beim 8 Zöller wäre mir der Öffnungsgewinn aber noch zu mager, der 10er wäre mir zu teuer. Aber wenn das Geld doch keine so große Rolex spielt, dann wäre der letztere sicher eine Option. Das maximal erreichbare Gesichtsfeld beträgt am 10 Zoll f/10 und 2 Zoll Steck etwas mehr als 1 Grad. Weitfeld ist das dann nicht mehr so richtig, nur zur Info.

CU
Klaus
 
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