Wo liegen die Vor- und Nachteile beim Seestar S50pro

Peter He

Aktives Mitglied
Ich habe mal eine Frage zu dem S50 pro. Einige preisen es ja wie eine eierlegende Wollmilchsau an. Die gibt es aber nicht.
Darum die Frage, kann mir jemand sagen wo außer der einfachen Aufstellung die Vor- und Nachteile dieses Gerätes liegen?

CS
Peter
 
Hallo Peter.

eierlegende Wollmilchsau würde ich nun nicht sagen. Das S50 / S50Pro kann ein bisserl was, es ist klein, leicht, einfache Aufstellung, Polalignment im EQ-Mode mittels Platesolving, die Optik ist ganz ordentlich, Tauheizung eingebaut, Filter zuschaltbar. Und das S50 Pro hat zusätzlich noch einen WeitfeldChip bekommen.
Steuerung über eigenes WiFi oder im Stationmode ins Heimnetzwerk eingebunden und somit höhere WiFi-Reichweite. Du kannst es auch für Tagaufnahmen verwenden und es besitzt dabei auch einen Verfolgungsmodus. Bei Nachtaufnahmen hast du das Livestacking, du kannst zusehen, wie das Objekt immer mehr an Details gewinnt.

Was die Dinger aber nicht können sind kleine Objekte wie kleine PNs oder Planeten, da fehlt es schlicht an Auflösung.
Ein Vorteil wäre die Bedienung via Smartphone oder Tablet, aber gleichermaßen gibt es keine native Windows- oder Weboberfläche, wenn man es gewöhnt ist die Steuerung über Notebook zu machen. (Ja, gibts eine Drittanbieterlösung, die hat mir aber nicht gefallen). Bisweilen zickt es etwas herum an der Sonne, da es ja tagsüber ohne Platesolving auskommen muss
 
Den größten Nutzen sehe ich für Einsteiger. Man bekommt von dem Automaten ein schnelles annehmbares Ergebnis. Oder auch für Leute die Bildbearbeitung für bessere Ergebnisse erlernen wollen, können schnell Daten gesammelt werden. Haben aber auch nen Haufen Nachteile. Für mich noch unzureichende Bildqualität, auch wenn die Dinger besser werden. Man ist auf eine nicht besonders berauschende Optik Sensor Kombination beschränkt.
 
Darum die Frage, kann mir jemand sagen wo außer der einfachen Aufstellung die Vor- und Nachteile dieses Gerätes liegen?
Durch den viel größeren Sensor hat man halt ein größeres Feld bei gleichem Sampling wie beim normalen S50. Obwohl sich prinzipiell die Auflösung der Bilder nicht verändert hat, wirkt das Bild des Pro automatisch schärfer wenn man sich das Fullscreen anschaut. Der Unterschied zu den Ergebnissen von klassischen Astrofotografiesetups ist damit zwar immer noch da, aber deutlich kleiner geworden. Außerdem ist da das Milchstraßenobjektiv. Damit erweitert sich das Feld der Anwendungsmöglichkeiten deutlich. Das wären zumindest für mich die beiden entscheidenden Kaufargumente.

Außerdem haben sie wohl das Tracking verbessert. Aber solange man azimutal aufstellt, spielt das eine untergeordnete Rolle. Im EQ Mode ist es bei gutem Unterbau aber ein deutlicher Vorteil, da man so länger belichten kann und weniger mit dem Ausleserauschen bzw. dem Regenrauschen zu kämpfen hat.

Die Optik muss natürlich auch verbessert worden sein. Sonst kriegt man das größere korrigierte Feld nicht in.

Es wird halt auch für ambitioniertere Kollegen immer interessanter.

Außer dass es mehr kostet und evtl. etwas mehr Gewicht fallen mir jetzt keine Nachteile im Vergleich zum normalen S50 ein. Die Planetenbilder sind natürlich nicht besser, solange sich das Sampling nicht ändert.

Der erste wirkliche Versuch eine eierlegende Wollmilchsau zu bauen passiert wohl erst mit dem Dwarflab Draco. Der kann echt irgendwie alles. Das wird quasi die Ente der Astrofotografie. Kann alles ein bisschen, fliegen, schwimmen, laufen. Zwar nichts wirklich richtig, aber ausreichend gut.
 
Überhaupt: Bis auf das Ladekabel, keine Kabel....

Gruß Horst
 
Gröster Nachteil für mich persönlich ist, dass man den Sensor nicht drehen kann und man mit der Ausrichtung klar kommen muss, wie sie eben ist.
Ja, stimmt. Aber das Problem haben bisher alle Smartscopes. Es ist im Azimutalmodus beim pro auch so, dass das Feld durch die Rotation sehr schnell beschnitten wird durch den breiten Sensor. Man muss also den Mosaikmodus verwenden.

Das Problem soll der Draco lösen: Sensorrotation fürs Framing plus Ausgleich der Felddrehung im Azimutalmodus plus geguidete Aufnahmen im Azimutalmodus bis 300s. Fast zu schön um wahr zu sein.
 
...Das Problem soll der Draco lösen: Sensorrotation fürs Framing plus Ausgleich der Felddrehung im Azimutalmodus plus geguidete Aufnahmen im Azimutalmodus bis 300s. Fast zu schön um wahr zu sein.
Genau, warten wir mal ab. Falls sie die Toleranzen bei der Optik und den ganzen Plastikteilen im Griff haben, wären 1500-1800€ sogar als günstig anzusehen.
 
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