Fast alle Teleskope haben nur eine Brennweite und für viele Objekte kann eine bestimmte Brennweite die falsche sein.
Ja, und nein. Mit Reducer und Barlowlinse kann man die Brennweite eines normalen Teleskops sehr flexibel gestalten. Hat natürlich seine Grenzen. Mit dem Reducer bekomme ich irgendwann das Bildfeld nicht mehr geebnet. Außerdem wird das Feld um den entsprechenden Faktor reduziert. Ich kann mit einem 0,5x Reducer also weder vernünftig fotografieren, noch ein 2" Okular mit maximaler Feldblende dran hängen. Nach oben hin hat man genau das Problem zwar nicht, dafür wird die Blendenzahl immer größer. Visuell nicht so schlimm, aber fotografisch irgendwann nicht mehr sinnvoll.
Das können die aktuellen Smartscopes nicht. Der Draco kommt hat da wieder eine Sonderrolle, da hier für Deepsky Binning verwendet wird und für Mond/Planeten nicht. Damit kommt man nahe an das Nyquist Kriterium und hat trotzdem eine einigermaßen schnelle Optik. Das wird aber sicher kommen. Sollte technisch nicht wirklich schwer sein, in der nächsten Generation ein wenig Platz für 1-2 Barlowelemente zu finden.
Ich persönlich muss gestehen, dass ich seit der Draco angekündig wurde, über das S50 pro überhaupt nicht mehr nachdenke. Ich bin zwar eher einer von denen, die
@Thomas S79 unter den super anspruchsvollen Kollegen einordnen würde, aber das Teil hat echt das Potenzial mein 5x so teures Setup für Astrofotografie zu ersetzen. Das kann einfach alles ausreichend gut, damit ich da schwach werde. Denn was man nicht vergessen darf: der Himmel bleibt immer gleich. Mit dem ganzen Remotebetrieb Gedöns bekommt man Integrationszeiten zusammen, für die man vor 5 Jahren noch sein Leben aufopfern musste. Ich habe also mittlerweile praktisch alles, was für normale Aufwände von meinem Standort aus erreicht werden kann, fotografiert. Das meiste, was Rang und Namen hat schon mehrfach. Ich weiß gar nicht, wie viele Bilder von Andromeda ich schon gemacht habe. Mit allen möglichen Brennweiten. Hunderte Stunden für irgendwelche Projekte hinzulegen, habe ich keinen Draht zu.
Und da ist der Gedanke so ein Teil anzuschaffen und den Apo wieder visuell zu verwenden für mich schon naheliegend. Aber halt nur, wenn so ein Teil entsprechend abliefern kann, dass ich mich nicht bei jeder Aufnahme darüber ärgere. Der Draco ist das erste Smartscope, was von den Parameter dazu in der Lage sein müsste. Und das kann man dann auch einfach in den Urlaub mitnehmen, hinstellen ohne das ganze Gerödel drum rum und die Nächte durchmachen zu müssen, sodass dann die Familie praktisch nichts mehr vom Urlaub tagsüber hat. Sowas suche ich schon lange.
Sonne, Mond und Planeten interessieren mich bei Smartscopes tatsächlich weniger. Die Fotos, die ich bisher gesehen habe, haben nicht mal Anfängerniveau. Ohne Barlowelement und mit den kleinen Systemen gibt es da echt günstigere und deutlich überlegene Alternativen. Großen Anspruch an die Nachführung hat das nicht, Goto braucht das nicht, teure Kamera braucht das nicht. Und in den Urlaub fahren brauche ich dafür auch nicht. Deepsky und vor allem die Kombination mit einem brauchbaren Weitwinkel macht das für mich interessant. Dass die Sonnensystem irgendwie im Portfolio haben ist schön und gut. Aber das sehe ich mehr als Gimmik.