ZWO ADC - Viele Rätsel & Fragen !!!

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Hallo zusammen,
Das Problem mit vertauschten/verdrehten Prismen scheint bie den preiswerteren ADCs verbreiteter zu sein. Ich habe einen neuen TS ADC bekommen, der nur unscharfe Bilder lieferte (auch bei Versuchen am Tage) und wo die Hebel zur Farbkorrektur fast 180 Grad verdreht werden mussten wie bei Holger.

Das Verdrehen eines der beiden Prismen, wie Raul es beschrieben hat, brachte nun wenigstens scharfe Aufnahmen am Tage. Wie es am Planeten aussieht, weiß ich leider noch nicht.

Ohne diesen Faden, hätte ich das Teil umtauchen müssen und vielleicht wieder ein Teil mit vertauschten Prismen bekommen.

Jedenfalls haben mir die Beiträge hier sehr geholfen. Danke an alle.

Viele Grüße
Peter
 
Hallo,

ja der Trhrad hat sich wirklich sehr gut entwickelt.
Freut mich dass er auch dir geholfen hat.

Das bei mir etwas nicht stimmte, viel ja besonders mit dem violetten Filter am Stern auf. IR und UV Bild liefen gar nicht aufeinander zu.

Gruß,
Holger
 
Hallo zusammen,
leider musste ich meinen ADC zurückgeben. Trotz umfangreicher Versuche die richtige Position der Prismen zueinander zu finden, blieb die Abbildung fehlerhaft. Wie in dem kleinen Video gezeigt, wanderte das zu korrigierende Objekt nicht senkrecht, sondern in Form einer gebogenen Diagonale durchs Gesichtsfeld. So musste ich davon ausgehen, dass die Korrektur mit dem Einführen von anderen nicht unerheblichen Fehlern verbunden ist.
Jetzt warte ich auf den Pierro ADC und hoffe auf Besserung.
Viele Grüße
Peter
 
Hi Peter,

das kommt schon hin. Bei mir rotiert der Farbsaum auch und blau wandert dann z.B. von 13 Uhr auf 18 Uhr. Dann sieht mein Jupiter aus, als wären 3/4 blau und 1/4 dann rot. Das liegt zum einen daran, dass sehr feinfüllig korrigiert werden muss und zum anderen an einer falschen horizontalen Ausrichtung des Nullpunkts.

Was auch hilft: Gain voll aufdrehen und nach der Korrektur leicht senken, manchmal täuscht der Farbsaum auch, so dass ich mir das auch immer mal bei etwas mehr als 100% des Histogramms anschaue.

Fehlerhafte Linsen gibt es sicherlich auch.

Gruss,
Raul
 
Hallo Raul,

Das liegt zum einen daran, dass sehr feinfüllig korrigiert werden muss und zum anderen an einer falschen horizontalen Ausrichtung des Nullpunkts.
Das glaube ich nicht. Ich habe das bei mir ja auch in leichter Form. UV und IR laufen leicht aneinander vorbei.
Allerdings überwiegt, bei mir wie oben zu sehen, die Verbesserung der Abbildung durch den ADC.

Gruß,
Holger
 
Letztere werden ja gemein hin als günstig betrachtet. Allerdings, wenn das Gerät seinen Zweck (die Korrektur eines Fehlers) nur teilweise erfüllt, kann das hinterfragt werden.
Viele Grüße
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Klar, 150 Euro sind im Verhältnis zu 5000 Euro ein Schnäppchen. Allerdings sind 150 Euro auch Geld und einige müssen dafür mehr arbeiten als andere. In manchen Ländern ist das ein 3 Monatslohn. Da sollte man dann auch entsprechende Qualität liefern.

Ich finde sowieso, dass einige Produkte eher nach Prototypen als nach Ware mit Qualitätsprüfung aussehen und funktionieren ...

Gruss,
Raul
 
Hallo Peter,
ich liebäugele auch schon länger mit dem MK3 von PierroAstro. Aber die haben ja ewige Lueferzeiten....
Hast Du auch an die Wasserwaage gedacht ? Ich glaube da ist normalerweise keine dran.
CS
Jürgen
 
Hallo Jürgen, an die Wasserwaage habe ich noch nicht gedacht. Ich warte erstmal, wann das Teil bei mir eintrudelt. Wenn ich das richtig verstehe, müsste sich Jupiter zum Beispiel (bei korrekter horizontaler Ausrichtung) bei der Korrektur senkrecht nach oben bewegen. Vielleicht hilft das, die waagerechte Ausrichtung zu überprüfen und macht eine Wasserwaage überflüssig. Vielleicht gibt es dazu ja Erfahrungen?
Viele Grüße
Peter
 
Danke für den Tipp Raul. Ich bin Tischler von Beruf. Vielleicht hilft einem da auch ein bisschen das Augenmaß. Trainiert habe ich es bei meiner Arbeit zur genüge. :cool:
 
Geländer ? Dach ?
Wie soll das denn gehen ?
Die laufen doch nur waagerecht durchs Bild, wenn Du sie genau 90° vor der Optik hast. Ausserdem verdreht sich doch der ADC, wenn man das Teleskop schwenkt.
Ausserdem muss man den ADC ja auch in regelmässigen Abständen (alle 30min) wieder in die Waage bringen. Nach 30min hängt die Libelle beim ZWO aber bei mir schon voll am Anschlag.
CS
Jürgen
 
Achso, hängt natürlich von der Montierung ab. Bei einer ALT-AZ verdreht sich das ja nicht, da müsste der ADC ja auch nur einmal in Waage gebracht werden. Bei einer parallaktischen Montierung ist das aber anders.
CS
Jürgen
 
Verdrehen tut sich der ADC z.B. bei einer EQ Plattform bzw. der Horizont ... Da wird dir sir Wasserwaage aber sowieso nichts bringen. Die meisten machen es mit dem Augenmaß und hohem gain oder Sättigung oder mit der Monokamera und einem entsprechenden Filter.
 
erdrehen tut sich der ADC z.B. bei einer EQ Plattform bzw. der Horizont ... Da wird dir sir Wasserwaage aber sowieso nichts bringen
Naja, ich finde schon, dass die da sehr gut hilft. Der ADC muss halt immer waagerecht ausgerichtet sein und das geht mit der Wasserwaage vom ZWO schon sehr gut und ich denke mal auf 1-2° genau.
Aber klar, viele Wege führen nach Rom und jeder hat halt seinen Lieblingsweg.

CS
Jürgen.
 
Ich habe mir tagsüber sogar Hilfslinien am OAZ gezeichnet. Aber am Ende drehe ich immer nach Gefühl. Gestern habe ich mithilfe des SharpCap ADC Tools ausgerichtet. Am Ende hatte ich aber einen Farbsaum, obwohl ich perfekt ausgerichtet habe. Tja, die Software tut auch nur soviel sie kann. Am Ende war Augenmaß und Erfahrung gefragt und die Horizontale zur Nullposition war mir auch egal. Ich habe ohne auf den ADC zu schauen einfach die Hebel nach gefühl gesetzt und bin mit dem Ergebnis zufrieden. Das mache ich abends alle 20 Minuten. Wenn ich mich dann mal vertue, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich dazwischen auch mal die perfekte Korrektur hinbekomme :D Klappt aber an sich prima.

Manchmal ist es aber merkwürdig. Der perfekte Fokuspunkt ist meistens minimal unscharf. Wenn ich aber in Richtung unscharf fokussiere (irgendwann fängt es an die flackern), gibt es irgendwo an der Grenze zwischen unscharf und Fokuspunkt eine Stelle, wo ich unheimlich viele Details habe. Dort ist aber das flackern recht groß. Dort wo das flackern am geringstens ist, dürfte aber der Fokuspunkt sein. Dort sind die Details minimal weniger scharf.

Da hilft nur experimentieren und ausprobieren, so wie mit dem ADC :D

Wie du schon sagst: Viele wege führen nach Rom und Tutorials haben wie das Navi im Auto auch nicht immer vollkommen recht. Manchmal hilft nur die Erfahrung und Zwischenwege :D

Gruss,
Raul
 
Das ist etwas schwierig zu erklären.

Nehmen wir an an Pos. 1 und 10 wird der Planeten intra und extrafokal unscharf. Das flattert das Objekt extrem. Bei Pos. 4-6 ist irgendwo der Fokuspunkt. Dort ist der Planet relativ ruhig. Wenn ich dann aber auf Pos. 2-3 fokussiere, dann flattert es minimal, aber ich sehe unheimlich scharf. Das habe ich gestern durchgehen 3 Stunden getestet und jedes Mal das selbe Ergebnis erhalten. Es flatterte, aber dafür war es schön detailliert und scharf.

Klar, dafür kann es div. Gründe geben. Im Endeffekt mache ich jede Nacht neue Erfahrungen und bin immer wieder überrascht, dass trotz Routine immer wieder etwas unvorhersehbares passiert.

Wenn das Seeing z.B. von einem Moment auf den anderen umschlägt, ändere ich den Fokuspunkt und sehe wieder besser. Daher auch mein Vorschlag immer wieder mit dem Fokus zu spielen, da je nach Seeing man etwas entgegenwirken kann und das habe ich bereits mehrmals beobachtet.


Gruss,
Raul
 
Ok, danke, ich versuch mir das vorzustellen - warum man bei "Unschärfe" mehr Details erkennt kann ich nicht einordnen, es sein denn, dies ist nur scheinbar der Fall, sei es wegen einer geringfügig größeren Abbildung (weg von Fokus) oder weil das Seeing ("dann flattert es") scheinbare Details formt - allerdings ist beides m.E. unlogisch - im Fokuspunkt ist die Abbildung - wie der Name schon sagt - am schärfsten und hat auch am meisten Kontrast.

Kann es sein, dass Dein Teleskop nicht ganz kollimiert ist und deshalb nur zwischen "unscharf im Fokus" und "schärfer aber mit Gewaber durch seeing" pendelt? Das sollte jedenfalls nicht so sein... :unsure:

lg
Niki
 
Hi Niki,

das Teleskop ist justiert. Ich justiere grundsätzlich kurz vorher nochmals nach. Also auch mit Laser und Gewicht entsprechend der Kameraausrüstung drangehängt.

Unlogisch ist es definitiv und die beste Lösung ist einfach weiter experimentieren. Hat man eine Antwort, kommen 10 weitere Fragen dazu :) Hauptsache die Bilder passen am Ende :)

Ich bereite mich normalerweise 1-2 Stunden vorher vor und gehe alles nochmals durch, damit die knappe Zeit auch gut genutzt wird. Aber vor Ort sieht das Ganze dann immer anders aus :)

Mir geht es bei meinen Aussagen nicht unbedingt um mich. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es viele Anfänger gibt, die sich durch zich Tutorials durcharbeiten und gut vorbereiten und abends dann vor den Planeten stehen und sich z.B. 2 Stunden nur mit dem Fokus beschäftigen, weil sie einer Anleitung folgen und dann nicht flexibel sind.

Mein Motto des Tages: Probieren geht über studieren :)

Gruss,
Raul
 
Ja, das mit der Ausrichtung stimmt. Ich stelle zuerst den ADC mit der Wasserwaage ein. Dann drehe ich beide Hebel möglichst gleichmässig auseinander. Dann drehe ich den gain hoch und justiere die Hebel auf minimale Farbränder. Beides korrigiere ich so alle 15-20 min. Wenn der ADC nicht in Waage ist, sind die Farbränder eben nicht genau vertikal, sondern etwas verdreht.
Ich versuche es aber immer, das Ganze nach dem Bild zu optimieten.
Naja, am Ende mache ich dann ja sowieso noch nen RGB-Align in der Nachbearbeitung. Die Ergebnisse sind aber auf alle Fälle besser, wenn schon die Rohdaten alignedt sind.
Jürgen
 
Bei meinen Teleskopen weicht der tatsächliche Fokus am Stern von dem am Planet ab. Bahtinov Maske hin oder her. Ich kann dir nur den Tipp geben, direkt am Planeten zu fokussieren und dann am Stern gegenzupruefen.

Am Planeten fand ich das anfangs auch schwierig, wenn aber ein Mond in der Nähe ist, sieht man das Recht deutlich. Oder du fokussierst einen Punkt am Jupiter und versuchst dann das drumherum auch wahrzunehmen. Dabei ganz langsam hin und her fokussieren, da du ansonsten vllt bei schlechtem seeing den Fokuspunkt verpasst.

Oder aber du fokussierst hin und her bis zu der Grenze, wo es ganz verschwimmt . Dann hast du ungefähr den Bereich, wo der Fokus ist und kannst dich langsam herantasten ... Es gibt viele Wege aber nichts hilft außer Übung ... Irgendwann klappt es. Für mich ist auch jede Nacht eine neue Erfahrung, vor allen nach 4 Wochen Pause :)
 
Ich denke, den perfekte Fokus gibt es sicher unter atmosphärischen Einflüssen nicht. Eher einen Bereich, in dem sich der Schärfepunkt abwechselnd befindet. Vielleicht hängen die unterschiedlichen Erfahrungen damit zusammen.
Viele Grüße
Peter
 
Hallo,

ich fokussiere am Jupiter. Dabei nähere ich mich von beiden Seiten an. Also OAZ erst zu wenig, dann zu viel ausgefahren und jetzt die Mitte.

Eine andere Ausage aus einem anderen Thread macht mich stutzig:

Leider verlasse ich durch den ADC die optische Achse.

Mir ist aufgefallen, dass beim Verstellen der beiden Hebel die Bildlage verschoben wird. Das fällt am Sucher auf. Der Jupiter wandert dabei aus dem Fadenkreuz.
Er liegt nicht mehr genau im Zentrum.
Ist das problematisch ?

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,
das ist bei mir genauso.
Ist nicht schön, aber man kann damit leben. ich denke mal, dass man das durch intelligente Bewegung der Prismen verhindern könnte, bin mir aber nicht sicher. Aber wenn es ginge, wäre das sicher sehr aufwendig.
Könnte mir vorstellen, dass das bei einem Gutekunst nicht passiert. Aber die sind ja sündhaft teuer....
Jürgen
 
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