Geschichten von der Guerilla-Dachsternwarte

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Moin,

bei Cloudynights gibts einiges zum Thema "Old telefoto lenses". Da schreibt einer, dass ein Hoya Digital MC UV-0 filter und leichtes Defokussieren (etwas weiter weg von Unendlich) gegen die roten Ringe um die Sterne helfen soll. Ist der Hoya Filter eine Alternative zum L3? Preislich ist ja doch ein großer Unterschied.

Und zu den Linsen: stimmt, das Pentacon ist mir auch schon öfter begegnet. Das ist auch noch zu vernünftigen Preisen zu bekommen, was man von den Linsen aus Jena nicht gerade sagen kann.
Von Pentacon gibts ja auch noch das 300mm (ich glaube, baugleich mit dem Orestegor). Das soll auch nicht verkehrt sein. Da gibts auch einen Test von Sven Wienstein dazu. Das würde mich auch mal reizen, auszuprobieren.
Jetzt bin ich aber erstmal gespannt, wie sich das Takumar schlägt, wenn es denn mal ankommt.

I am not convinced wegen der "Rotverschiebung" :D , die Du dem Objektiv andiagnostizierst. Guck mal, was Du am 22. Oktober mit AufnahmeDaten vom 20.10. gepostet hast, Post #26 auf Seite 1. Damals hast Du noch das Canon Zoom benutzt, oder?


Ich glaube, da hab ich schon das Mamiya verwendet. Das stimmt, bei diesem Bild ist es nicht so präsent. Man bekommt es in der Bearbeitung schon einigermaßen hin, ein anderer wahrscheinlich noch viel besser :) Vllt hab ich damals auch den Fokus etwas geschickter gewählt.
In der Nacht mit Wirtanen habe ich noch ein Orion-Widefield aufgenommen. Mit M42, Running man und Pferdchen. Da ist mir der Rotstich ziemlich aufgefallen. Vllt hab ich da auch "falsch" fokussiert.
Ich gucke nochmal drüber und stelle es nachher ein zur Verdeutlichung.

Gruß
Martin
 
nee, das eingebettete Alte is nicht das Mamiya. Siehst Du am hellen Stern: keine Wagenspeichen. Oder? Und die Sterne sind ebenfalls braun. So wie bei den neueren Mamiya-Bildern.
 
Hey Silver,

du hast recht, ich hab nachgesehen. Das Mamiya hab ich erst seit 3.November :) Das war also noch das Canon :)

Gruß
Martin
 
I'm not saying, dass das Mamiya gar keine eigene Rotverschiebung aufweist. Ich sag aber - ohne genau zu wissen, an welchem Software-Hebel angesetzt werden muss, Kamera(!) oder DSS oder Fitswork oder Gimp - dass da noch Besseres herauszuholen sein muss. Denn z.B. diese 3 Bilder sind glaubich mit dem Canon Zoom aufgenommen. Die braunen Sterne sind kein Muss bei der Linse, wenn es wirklich Dein Canon Objektiv ist.
Galaxia Andrómeda
Double Cluster C14
Andromeda

Und wenn's beim Canon Zoom kein Muss ist, können auch die Mamiya-Bilder noch an Braunstich/Magenta verlieren.
 
Hey Annette,

danke für die Links :) In der Tat haben diese Bilder nichts von dem Rotstich, den meine Bilder haben :unsure: Könnte mir vorstellen, dass es tatsächlich am Weißabgleich liegt. Ich hab da meist den automatischen der Kamera genommen. Vorhin hab ich kurz an eine beliebigen Raw-Bild mit dem manuellen Weißabgleich rumprobiert. Das verändert ja in der Tat ziemlich den Bildcharakter, je nachdem, welchen Weißabgleich oder Wert man nimmt.
Gibt es Richtwerte, was die ideale Temperatur bei Astrofotos betrifft oder ist das von Kamera,, Objektiv, Himmel etc. individuell abhängig?


Ich hänge gleich noch den besagten Orion an. Bei der einen Version sind relativ extrem rote Nebelschwaden zu sehen, bei der anderen habe ich versucht, die etwas einzudämmen, was ein wenig zu Lasten der Farben im großen Orionnebel ging.
Generell hatte ich ein wenig mehr Details erwartet, gerade beim Running Man und dem Pferdekopfnebel. Ich hatte große Mühe, das Pferdchen einigermaßer herauszuarbeiten. Dabei hab ich ungewollt auch den Rotstich verstärkt...


Ich hänge wieder ein paar Bilder zum Entstehungsprozess dazu.

Rohbild, 30s, 800iso, wie üblich 600d+200mm Mamiya/Sekor - Gesamtbelichtungszeit: 47,5min
DPP_0001orion.JPG


Hier wieder der entsetzliche Rotstich nach dem Stacken. Durch verschieben der Farbkanäle lässt sich das aber hinbiegen.
g4.12.gimp2.JPG


Farbkanäle in Fitswork einigermaßen ausgerichtet.
4.12.gimp1.JPG


Und hier die beiden Varianten. Darks hatte ich 15, flats diesmal keine, was man auch direkt an zwei Flecken sehen kann..
Irgendwie schauen beide aus wie grobkörnigster Analogfilm von 1960...:unsure:


Orionflat1.JPG


Orionflat2.JPG


Über Input und Verbesserungsvorschläge freue ich mich
Gruß
Martin
 
Finde ich sehr schön. Auch so ein schönes, großes Feld. Das ordnet mir meine vielen gesehenen M42-Fotos mal wieder richtig ein in den Himmelskontext. Danke fürs Zeigen. Und auch für das Making Of!!!!11!! War's nicht ein toller Moment, als Du schon bei den RAWs sehen konntest, dass der Orionnebel sogar in Farbe erscheint? Hubble-Teleskop-mässig. :) :)

Zu den braunen Sternen. Im JPEG-Raw, das ich mir in Aperture in 200% Vergrößerung angeguckt hab, hab ich gesehen,
dass die ganz hellen Sterne wirklich braune Höfe haben. Ihr Mittelpunkt ist aber weiss. Dann gbt's mittelhelle Sterne mit braunem halo, deren Mitte gelblich ist. Die anderen sind grau bzw. also ja durchaus eine Art von Weiss.
Screen Shot 2018-12-09 at 09.12.05.png


(Aus dem oberen linken Bild-Quadrant. Ausserdem zu sehen, dass die Sterne da pinpoint sharp auf 1 Pixel sind. = TOLLE Nachführung = tolle Einordnung.)
[Frage: wie sieht das Bild in der CANON Preview selbst aus, wenn Du es gerade erst damit geknipst hast? Siehst Du da auch schon, dass die Sterne gelb und braun sind?]
Der rote Endtstack, wie Du ihn Fitswork siehst, zeigt alle Sterne gleich gelb.
Im gestretchten Fitswork Endprodukt sind dann alle Sterne braun.
Und bleiben es auch, nachdem Du es in Gimp verschönert hast.

Die Analyse bedeutet doch, dass das overall-Braune beim DSS-Stacking entsteht, oder?

Mach doch mal .... weil's keine Mühe macht/keine Zeit kostet .... folgende 2 Tests:
Test 1. in den RAW-Fits-Einstellungen in der Mitte auf AHC. Warum? Keine Ahnung :D AHC ist für kurze Belichtung und die Option da drüber, die Du aktiviert hast, ist besser für geditherte Frames oder sowas in der Art. Jedenfalls für i-was, das für kurzbelichtete Bilder mit meiner DSLR nicht passte - und deshalb auch nicht für dich zutrifft. Egal getz. Kostet ja nix, das mal auf AHC zu stellen. Sonst dort alles so lassen. Beim Stacking sowohl bei lights als auch bei darks auf Kappa-Sigma-Clipping, und zwar die Option von den beiden, wo die Pixel "removed" werden, nicht die Option, wo die Pixel "ge-mediant" werden. Das ist glaubich die obere der beiden Optionen. Warum? Keine Ahnung :D Weil ich die in Frage kommenden Pixel nicht alle ge-mediant Gelb haben will... (wobei ich gar nicht weiss, um welche Pixel es da einklich geht). Aber egal. Kostet ja nix. Und explizit nix mit den RGB-Kanälen auswählen.
So. Und dann stacken.

Test 2. in RAW-Fits wieder auf AHC. (Das sollte auch immer so bleiben für Dein unguided Canon-Setup mit Objektiv.) Aber jetzt mal Auto-Weissabgleich auswählen. :eek: Jaja, ich weiss. Wir wollen nicht, dass DSS irnkwas Farbiges in den Stack reinrechnet, das wir selbst später erst bestimmen wollen. Aber zZt rechnet DSS ja auch irnkwas rein, nämlich das Gelb-Braune. Also ... wollen wir mal testen, ob das mit Auto-Weissabgleich genauso rauskommt. Und dann bei lights und darks wieder auf die "remove"-Variante von Kappa-Sigma-Clipping. Und explizit nix mit den RGB-Kanälen auswählen.

Ich finde, das mal in DSS auszutesten, macht wirklich Sinn. Weil eben das Canon-Objektiv ja auch braune Sterne ergab, nicht nur das Mamiya. Und beim Canon gehören keine braunen Sterne in den End-Stack. So viel wissen wir immerhin. Richtig?
 
P.S. Du könntest Dir ein Medien-Album für diesen Thread anlegen und die Bilder immer von dort nach hier verlinken. Dann hätten wir im Album eine schnellere Mglkt alte Bilder noch mal zu vergleichen, als wenn man sie hier im seitenlangen Thread einzeln heraussuchen muss. Schicke Software hat das Forum ja echt, dass sowas möglich wäre
 
Hallo,
Finde ich sehr schön. Auch so ein schönes, großes Feld. Das ordnet mir meine vielen gesehenen M42-Fotos mal wieder richtig ein in den Himmelskontext. Danke fürs Zeigen. Und auch für das Making Of!!!!11!! War's nicht ein toller Moment, als Du schon bei den RAWs sehen konntest, dass der Orionnebel sogar in Farbe erscheint? Hubble-Teleskop-mässig. :):)

Danke Dir:)! Beim allerersten Orionbild war ich extrem erstaunt, dass schon bei 30s der Orionnebel richtig gut rauskommt, sogar mit Farben. Das hätte ich nie gedacht. War ein schöner Moment, ja:)


Du hast das Bild ja richtig unter die Lupe genommen :)
Wenn ich die Bilder mit der Canon Software ansehe, haben auch alle helleren Sterne die roten Ringe. Innen weiß, außenrum ein roter Ring. Ich denke, das wird die chromatische Aberration sein oder?
Auf CloudyNights hab ich von dem Problem schon gelesen. Das ist wohl häufig, gerade bei älteren Linsen (?). Was ich bisher gelesen hab, liegt es daran, dass die Farben unterschiedliche Fokuspunkte haben. Sieht der Stern scharf aus (ist am kleinsten), sind nur blau und grün im Fokus. Rot nicht.
Der Vorschlag dort war, mit einem Hoya Digital MC UV-0 filter zu arbeiten und leicht zu defokussieren. Hat jemand Erfahrungen mit dem Filter und dem Beseitigen von Rotsäumen? Ausprobiert hab ich es noch nicht.

Ich denke, wenn diese Rotsäume schon auf den Rohbildern nicht mit drauf sind, macht das die weiter Bearbeitung wesentlich leichter.
Im Prinzip könnte ich ja die Rotsättigung herausnehmen, aber dann ertrinken ja sämtliche Nebel etc. Gerade beim Orion habe ich versucht, das Rot eher aufzudrehen, um die Region ums Pferdchen deutlicher herauszustellen.

Werde mich mit DSS nochmal näher beschäftigen und wenn ich Zeit habe, deine Vorschläge ausprobieren. Schön wäre natürlich, wenn ich die Linse so hinbekäme (oder eine andere finde), dass keine so penetranten roten Ringe entstehen.

Beim Canon muss ich nochmal nachsehen, wie stark dort rote Ringe entstanden sind.

S. Du könntest Dir ein Medien-Album für diesen Thread anlegen und die Bilder immer von dort nach hier verlinken. Dann hätten wir im Album eine schnellere Mglkt alte Bilder noch mal zu vergleichen, als wenn man sie hier im seitenlangen Thread einzeln heraussuchen muss. Schicke Software hat das Forum ja echt, dass sowas möglich wäre

Wie geht das? Klingt praktisch, aber so sehr kenne ich mich in der Forensoftware nicht aus..:unsure:

Gruß
Martin
 
Hallo,
P.S. Du könntest Dir ein Medien-Album für diesen Thread anlegen und die Bilder immer von dort nach hier verlinken. Dann hätten wir im Album eine schnellere Mglkt alte Bilder noch mal zu vergleichen, als wenn man sie hier im seitenlangen Thread einzeln heraussuchen muss. Schicke Software hat das Forum ja echt, dass sowas möglich wäre

...nochmal dazu: Ich hab jetzt herausgefunden, wie ich ein Album anlegen kann. Wie kann ich es aber so einrichten, dass ich Bilder hier im Bericht einbette, die aber in meinem Album erscheinen und so in einer gesamten Übersicht einsehbar sind? Also ohne, dass ich die Bilder zweimal hochladen muss (einmal im Album, einmal im Bericht)?
Wär schön, wenn mir jemand diesbezüglich auf die Sprünge helfen könnte :)

Gruß
Martin
 
Hallo,
jetzt habe ich die wichtigsten Bilder dieses Berichts mal in die "Dachsternwartengalerie" gepackt.

Jetzt noch versuchen, ob das mit dem Einbetten klappt:


Das ist der jüngste Versuch an Andromeda (jaaaa, ich weiß, immer das Gleiche, laangweilig:D).
Ich habe für dieses Bild nochmal ca 1std Bilder gesammel und zum vorangegangenen Versuch dazuaddiert. Für die doppelte Belichtungszeit hätte ich mir einen größeren Unterschied erhofft. Vllt hab ich ihn auch beim bearbeiten platt gemacht, aber für mich sehen beide Bilder sehr ähnlich aus.
Hier fallen auch wieder die roten Ringe m die Sterne auf...:sneaky:

Eine Frage noch zur "Bearbeitungsethik": Ich habe in diesem Bild nur im Bereich der Galaxie die Sättigung erhöht. "Darf" man das? Also gezielt Bereiche auswählen und die bearbeiten (Farben/Kontrast/Sättigung etc) während der Rest davon nicht betroffen ist? Im Prinzip kann man das Bild dadurch ja ganz schön entfremden...

Gruß
Martin
 
Auch wieder sehr schön geworden, finde ich. Ich weiss nicht, wieviel mehr SIgnal "man" einklich sehen müsste bei 1 Std mehr Daten. Bin wie Du überrascht, dass die beiden Bilder sich so ähneln. Mal auf Astrobin vergleichbares Objektiv und Integration time raussuchen?
"Beim Bearbeiten platt gemacht" halte ich für eine gute Arbeitshypothese :D Aber: die Daten sind ja noch in Rohform da - für den Zeitpunkt, wenn Du noch mehr zum Stacking und Nachbearbeiten gelernt hast, als jetzt schon.
A propos: gestackt hast Du hier das jeweilige rohe Summenbild vom 1. und 2. Aufnahmeabend? Oder beide Abende in einem Durchlauf unter Benutzung der "Gruppen" in DSS, jeweils 1 Gruppe für 1 Abend mit den Darks und Flats dazu?

Zur Bearbeitungsethik: ich finde, DU bist der Künstler und entscheidest das. Bloss beim Lernen bzw. bei Fragen nach technischem Input von anderen ist es halt sinnvoll, ungekünstelte Versionen zu posten, oder? Wenn's natürlich um ästhetische Fragen geht, dann, klar, das geschönte Bild, so wie Du es eben schön findest.
Stacking, zurechtschneiden, stretchen - das sind ja alles auch Manipulationen . Wo wollte man da die ethische Grenze ziehen? Wir haben halt heutzutage bessere Soft- und Hardware als früher, als man noch auf Platte oder Film belichtete und dann mit dem Ergebnis zufrieden sein musste. Es den damaligen Fotografen gleich zu machen, mag irgend jemandem auf den ersten Blick erstrebenswert puristisch vorkommen, aber ich halte das für eine nicht adäquate Beschneidung der heutigen Möglichkeiten.

Nichtsdestotrotz: ein bisschen Beobachtungs-Astronomie steckt ja auch in der Kunstform Astrofotografie drin. Das uralte Kulturgut der Menschheit. Mir persönlich gefällt es, wenn aus der Bildbeschreibung hervorgeht, ob es sich um ein Kunstwerk handelt oder um ein Bild, das man mit geläufigen Parametern und Workflows in eine Reihe stellen kann mit Bildern von anderen. Zum Vergleich, zur Analyse. Als Dokumentation des Ist-Zustandes, wie Astronomen das schon seit tausenden von Jahren tun. :)
 
Hallo Martin,

habe das alles mit grossem Interesse hier gelesen. Respekt was Du ohne Nachführung und ungenauer Poljustierung so raushaust, wirklich. Das bekomme ich noch nicht einmal mit Goto hin. Dass Du mit 30s ohne Nachführung arbeiten kannst spricht aber doch von Feingefühl! Ich habe mal bei einem Youtube Video erfahren, dass man bis 10min Langzeitbelichtung bei sehr exakter Einstellung von Polaris ohne Guiding arbeiten könne. Das Guiding ist noch ein Problem bei mir, mein oller Laptop hängst sich da immer auf. Schrecklich!!!!
bis zu einer Minute Belichtung ohne Guiding schaffe ich bei sehr guter Poljustage nur auf den Meridian gerichtet, schon merkwürdig.
Zu Deinen etwas zu rot geratenen Bildern: es ist wohl die zu hohe ISO, mein ich auch, ich bin nun auch bei allgemein 800 gelandet mit meiner unmodifizierten Canon1000d, Streulicht ist einfach zu hoch bei mir.
Scharfeinstellen der Kamera mache ich meist an Vega im Sommer, oder Capella aktuell, auch an Arkturus oder eben einen sehr hellen Stern, der sich im Live-View gerade noch zeigt, die Plejaden gehen übrigens auch noch ..... Dort zoome ich den ran und stelle ihn dann scharf. Bei dem Teleskop arbeite ich mit Batinov-Maske.

Und Wow Annette, Du hast den Durchblick! Von Dir kann man und frau auch was lernen!

Liebe Grüsse von Anette
 
Hallo ihr beiden :)

Auch wieder sehr schön geworden, finde ich. Ich weiss nicht, wieviel mehr SIgnal "man" einklich sehen müsste bei 1 Std mehr Daten. Bin wie Du überrascht, dass die beiden Bilder sich so ähneln. Mal auf Astrobin vergleichbares Objektiv und Integration time raussuchen?

Ich vergleiche schon immer ein bisschen mit Astrobin. Da sind die Ergebnisse oft auch sehr unterschiedlich. Mal meine ich, dass müssten Stunden Belichtungszeit sein, dabei sind es nur 40min oder so :)
Ich habe bei der zusammengesetzten 2std Andromeda die zweite Nacht nicht so sauber mit Flats etc gearbeitet. Ich könnte mir vorstellen, dass deswegen das Endergebnis auch nicht das maximal sichtbare zeigt.

A propos: gestackt hast Du hier das jeweilige rohe Summenbild vom 1. und 2. Aufnahmeabend? Oder beide Abende in einem Durchlauf unter Benutzung der "Gruppen" in DSS, jeweils 1 Gruppe für 1 Abend mit den Darks und Flats dazu?

Uh, ich habe einfach alle Bilder von beiden Abenden in DSS gepackt und gemeinsam gestackt. Vmtl ist das der Fehler? Wie sollte es eigentlich sein, wenn ich Aufnahmen von verschiedenen Abenden habe (im Idealfall mit entsprechenden Flats/Darks etc)?
Vorher hab ich immer nur Bilder aus einer Session genommen, da gabs das Problem nicht.

Und zur Ethik: find ich gut, was du geschrieben hast(y):). Ich versuche ja immer ein wenig zu beschreiben, was genau ich gemacht habe, damit man das Bild besser beurteilen und sinnvolle Ratschläge geben kann.


Und die andere Anette :)

Vielen Dank Dir für die netten Worte! Freut mich sehr:giggle:(y).
Ich bin auch wirklich überrascht, was ich doch mit der kleinen Eq1 und den Objektiven erreichen kann. Gerade die Eq1 hat ja einen unterirdischen Ruf, aber wenn man eben so eine hat oder sich nur so eine leisten kann im Moment: so what??:) Deswegen find ich es ganz gut, den Ruf ein wenig aufzupolieren und zu zeigen, dass ein Anfang mit dieser Ausrüstung sehr gut möglich ist :) Foto und Objektiv trägt die allemal (...wenns nicht grad das SIGMA 200-500 f2.8 ist..:LOL:).
Erst gestern hab ich mich wieder darüber gefreut. Da hatte ich die Polausrichtung wohl besonders gut erwischt und konnte mit equivalenten 300mm 1min mit runden Sternen nachführen. Klar, das klappt nicht immer. Aber es geht :)

Siehe hier:
DPP_0006.JPG

... auch wenn der Wunsch nach GoTo und etwas mehr Reserven natürlich auch bei mir vorhanden ist:p


Zum Rotstich: Du meinst, dass der Himmel selbst den Rotstich produziert, wenn man zu hohe Iso verwendet oder zu lange belichtet? Ich bin jetzt bei Iso 800 gelandet, aber evtl sollte ich runter gehen?
Wenn ich endlich mal MagicLantern auf meiner Canon hab, werde ich mal die krummen Iso Werte ausrpobieren (700, 560 oder so ähnlich). Die sollen teilweise ein wesentlich günstigeres Rauschverhalten haben.

Das Scharfstellen mache ich meist erstmal mit dem Liveview bei hoher Vergrößerung. Meistens nehme ich gleich den Polarstern, der von der Einnordeprozedur noch im Bild ist. Eine kleine Bahtinovmaske hab ich auch, damit geht es dann noch ein bisschen präziser :)

Vielen Dank euch beiden für die Teilhabe und die guten Tips:)(y)

Gruß
Martin
 
Mal noch ne Frage Martin,

ist Dein 200mm Objektiv ein Zoom? 100-200? Ich dachte Zoom geht mal gar nicht bei Astrofotografie? Meinst Du, es müsste bei einem Tamrom 18-270mm auch klappen? Habe mich das nie getraut, weil es heisst ein no go zu sein....

Gruss von Anette
 
Hallo Anette,

ganz am Anfang hab ich ein einfaches Canon Zoomobjektiv 75-300mm usm für die ersten Bilder verwendet. Die ersten paar Bilder in meinem Bericht sind mit diesem Objektiv entstanden. Auf den ersten Blick fand ich das garnicht soo schlecht. Ich hab aber auch oft gehört, dass Zoomobjektive garnicht gehen für Astro.
Ein manuelles 80-200mm Makinon hab ich kurz einmal ausprobiert. Das hat aber schlimmes Koma produziert. Das war also wirklich nichts. Ich denke, das ist das Schwierigste, dass durch die beweglichen Linsen keine Verkippung und damit Koma oder andere Bildfehler dazu kommen.
Die letzen Bilder sind mit Festbrennweite 200mm entstanden. Allerdings mit alten manuellen Linsen. Kann gut sein, dass dein Tamron Zoom die alten Festbrennweiten schon in die Tasche steckt :)
Dein 18-270mm hat natürlich einen riesigen Brennweitenbereich, da hätte ich aus dem Bauch heraus auch erstmal bedenken. Aber probiers doch einfach mal aus :) Auf Astrobin gibts sogar eine handvoll Bilder, die teilweise ganz schön sind. Also ich würds einfach mal probieren, bin gespannt :)

Einem Zoomobjektiv konnte ich allerdings auch nicht wiederstehen. Ein Tokina 80-200mm f2.8 wird demnächst ankommen. Ich werde einfach mal ausprobieren, ob es sich bewährt. Die hohe Lichtstärke und der günstige Preis haben mich gelockt :) Bin gespannt, ob es brauchbar ist.

...Und zum Thema no go: Man hört auch oft, Astrofotografie mit EQ1 ist ein no go:ROFLMAO:...

Gruß
Martin
 
Hallo zusammen,

Ich hatte am Wochenende tatsächlich Glück und konnte in der Nacht zum 16.12. 2018 den Weihnachtskometen zusammen mit den Plejaden ablichten :)
Jetzt habe ich das Material vom Wochenende mal bearbeitet. So wirklich zufrieden bin ich mit dem Ergebnis noch nicht.
Ich habe ca 52min Gesamtbelichtungszeit mit 200mm Takumar bei f5.6.
Wenn ich mir die anderen Aufnahmen hier im Forum mit selben Bildausschnitt sehe, sind die meist deutlich "tiefer". Da sieht man dann Dunkelwolken etc. Wie kommt das? Gibt es da einen Trick die herauszuarbeiten? Mein Himmelshintergrund ist ziemlich eintönig. Nicht so spektakulär:sneaky:

Und auch die Einbettung des Kometen ist noch etwas unbeholfen. Ich habe in Gimp eine Ebene mit scharfem Kometen und eine mit scharfen Sternen übereinander gelegt und dann versucht, die Ebene mit den Sternen so sachte auszuschneiden, dass darunter der Komet zum Vorschein kommt. Gibt es da noch elegantere Wege?

Bin für hilfreiche Tips und Verbesserungsvorschläge dankbar.



Gruß
Martin
 
ich finde diese Aufnahme wunderschön!! Und ja, stimmt ja - Weihnachtskomet - auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen, also in diese Richtung müssen die Weisen nun schreiten! Spaß beiseite, mit den Plejaden zusammen kann der Komet keine schönere Begleitung haben, prima eingefangen Martin!! Das bekommt mein piepsiger Kameraausschnitt natürlich nicht hin, schade, das sind ja Jahrhundertereignisse - und Du hast es geschafft!
LG
Anette
 
Ja meinen Glückwunsch! Ich find's schön.
Super nachgeführt. Die Sterne bis zum Rand Nadelspitzen. Und ... nicht mehr braun :D ! Die blassen Hintergrundsterne wirken allerdings grünlich, nicht? Und das zeigt sich auch im Histogramm meines Browsers:
Screen Shot 2018-12-19 at 11.24.57.png

Jedenfalls sind die Daten ja alle im Original da. Mit Deinem JPG hab ich mal ganz vorlaut in Aperture an den Kurven rumgespielt. Erst RGB erhöht und dann den blauen Kanal verstärkt, damit die Kurven mehr übereinander liegen und blau nicht so einsam links liegen bleibt.
Histogramm vorher: Screen Shot 2018-12-19 at 11.42.21.png

Nachher:
MartinsM45.jpg


Ich nehme an, Du bist zu rigoros im Hintergrund-schwärzen und danach zu schüchtern im Kurvenbearbeiten?
Ein knackschwarzer Hintergrund gefällt mir auch. Eigentlich. Aber nun vermehrt nicht mehr, weil auch ich, wie Du offenbar auch, den geheimnisvollen Zirrus sehen will....
Im blauen Forum hat der user 30secs zu seinem Plejaden-Bild viel geschrieben. Weiss nicht, ob es für Deine Hintergrund-Strategie da etwas zu lernen gibt? Ich kenne mich diesbezüglich nicht aus mit üblichen Workflows von früher, als "schwarz" die Wichtigkeit hatte und nun den Zirrus-Workflows.
Ich nehme auch wie Du an, in Deinen 52 Minuten ist einiges versteckt, (das aber bei meinem JPG-bearbeiten nicht sichtbar werden kann!).
LG Silver
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Vielen Dank euch beiden für die netten Worte :giggle::giggle:(y)

Und ja, stimmt ja - Weihnachtskomet - auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen, also in diese Richtung müssen die Weisen nun schreiten!

Genau, ein richtiger Weihnachtskomet :). Soll noch die ein oder andere Karte oder ein Wandbild vor Weihnachten hergeben :)

Das bekommt mein piepsiger Kameraausschnitt natürlich nicht hin, schade, das sind ja Jahrhundertereignisse - und Du hast es geschafft!

Fast hätte ich mir sogar ein 135mm Objektiv gewünscht. Aber es gingen gearde so die beiden in ein Bild. Eigentlich wirklich ein RIESIGES Glück, dass ich zu genau der günstige Zeit doch noch 2 std klaren Himmel hatte. Fast ein richtiges Weihnachts(kometen)wunder :giggle:

Super nachgeführt. Die Sterne bis zum Rand Nadelspitzen. Und ... nicht mehr braun :D ! Die blassen Hintergrundsterne wirken allerdings grünlich, nicht? Und das zeigt sich auch im Histogramm meines Browsers:

Das Grün ist mir noch garnicht so aufgefallen. Da schau ich nochmal hin(y) Du hast das Bild quasi erstmal grundslätzlich wieder ein bisschen heller gemacht und dann noch etwas Blau aufgedreht?

Am Anfang war ich auch immer sehr froh, wenn der Hintergrund schön schwarz wurde. Aber immer wieder sehe ich hier Bilder, wo im - bei mir schwarzen - Himmel eigentlich lebhafte Schwaden zu sehen sind. Ich frage mich, ob es da einen bearbeitungstechnischen Trick gibt, dass die so schön rauskommen?

Und wie könnte ich denn die Sterne noch ein bisschen kräftiger herausbekommen. Ich wünschte mir da ein bisschen mehr "glitzern" vor dem Nachthimmel. Mit Kontrast z.b. gelingt mir das leider nicht. Gibts da noch einen Tip?

Vielen Dank für den Link. Der hat gleich mal 50std insgesamt dafür gesammelt:D

Und die Nachführung war zum Glück wieder ganz gut getroffen. Für eigentlich auf dem Weg ins Bett gewesen, müde und möchlichst schnell, weil nicht klar war, wie lange das Wetter überhaupt durchhält, hab ichs ganz gut erwischt.
Mittlerweile hab ich meine verwegene "Guerilla-Polausrichtungsprozedur" schon ganz gut drinne. Das klappt meist recht schön genau (für Eq1 Verhältnisse):LOL:

Danke euch:)
Grüße
Martin
 
Hi Martin,

das Bild kann doch schon einiges!
Wie bereits angemerkt ist es knackig scharf und hat einen schön dunklen Hintergrund.
Der farbliche Kontrast von dem grün und blau gefällt mir bei den beiden Objekten vereint immer besonders gut.
Nur der Schweif des Kometen fehlt noch. :p
Gefällt jedenfalls. (y)

Grüße
Julian
 
Du hast das Bild quasi erstmal grundslätzlich wieder ein bisschen heller gemacht und dann noch etwas Blau aufgedreht?
yup. Mehr nich. Aber das ist ja ein JPG. In dem komprimierten Format sind ja nicht mehr die Daten drin, die Du im fertigen Fts-file hast. DU würdest da noch viel mehr entdecken.

Vll... nimmst Du Dir "einfach mal" den rohen DSS-Stack, umgehst Fitswork, und drehst sofort in Gimp alle Kanäle gemischt auf? Bloss um zu entdecken, was es zu entdecken gibt? So wie ich eine Aufnahme mit ISO 12800 mache, wenn ich scharfstelle und frame, um so richtig zu sehen, was eigentlich so geht?
DAnn hast Du einen Eindruck davon, was im Bild wirklich vorhanden ist.
Danach machst Du dann mit diesem Eindruck im Hinterkopf Deinen normalen Workflow mit Fitswork usw. und überlegst dabei, welcher einzelne Schritt davon das eigentlich Vorhandene wohl zerstört oder unterstützt.
 
Hallo,


Ja, der Schweif:sneaky:. Schön wärs gewesen, aber wir nehmens halt wie's kommt, wie auch im richtigen Leben :)..
Bin trotzdem happy, meinen ersten Kometen beobachtet und auch noch abgelichtet zu haben :)

Freut mich, dass es gefällt :)

Silver, ich habe mit den angefangen Bild noch ein wenig weiterexperimentiert und bin zu folgender Version gekommen:
Die geht zwar wieder in Richtung dunkler Hintergrund. Aber ich finde, zum Anschauen hat das auch was. Wegen der galaktischen Dunkelwolken werde ich noch viel bearbeitungstechnis lernen müssen.


Auf die Suche nach dem Zirrus mache ich mich dann mal in Ruhe, wie du vorgeschlagen hast nochmal neu mit den Rohdaten.

Wobei ich jetzt sehe, dass diese Version dafür einen Rotstich hat:sneaky:. Ist das alles schwirrig...

Gruß
Maritn
 
Knaller Bild!
Als Du ihn geknipst hast, hatte er eine Helligkeit (eher Dunkelheit) von Mag 5.
Es fliegt grad noch ein Komet herum mit Mag 11, also noch dunkler. Im Südwesten bis knapp 17 Uhr nachmittags, dann sinkt er untern Horizont... C/2018 V1
Ist erst im November überhaupt entdeckt worden. Wär das nicht noch ein Ziel für Dich? Muss aber schnell gehen, weil er schon im Januar gar nicht mehr aufgeht. :D
Wenn nicht noch ein neuer Komet entdeckt wird, ist sonst für 12 Monate Kometen-Pause, bis Dezember 2019. :'(
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke Dir:giggle:

Noch ein Komet im Anflug:geek: Cool. Schaue ich gleich mal in Stellarium nach. Einer mit Schweif :D?
Das mit dem "schnell gehen" liegt gerade hauptsächlich am Wetter:sneaky::D

Dezember 2019 kommt wieder einer? Welcher denn? Ei, ich bin gespannt :)

Gruß
Martin
 
Uii! Tolle Plejaden! Aber da ist ein häßlicher grüner Fleck oben links im Bild... den würd ich raustuschieren! Vllt kannst ihn weg-croppen :ROFLMAO:

oder

Fake! Gib zu, du hast ein Poster von den Plejaden aufgehängt, eine grüne LED hineingesteckt und abfotografiert! :ROFLMAO:





Worte der Verzweiflung... Link zur Grafik: https://www.cosgan.de/images/smilie/traurig/a015.gif
Beneid...;)
 
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