Welche Steuerung für Star Adventurer?

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Hallo zusammen,
ich habe gerade festgestellt dass Autoguider nicht gleich Standalone Autoguider ist.
So finde ich mich halt jetzt im Thema Asiair oder StellarMate wieder (oder muss doch mein Windows-Tablet mit raus nehmen)
Aber ich hab eine Frage: Kann denn Stellarmate auch den ST4 Port meiner neuen ASI120MM-Mini ansprechen? Welche Software kann diesen Port ansprechen? Ich hoffe nicht nur die ASI Software... Danke
Gruß /Hendrik/
 
Ja Stellarmate unterstützt sowohl den ST4 Port in den Kameras als auch andere Guidingmethoden wie z.B. EQMOD kompatible Montierungen.
EKOS (im KStars auf dem StellarMate enthalten) unterstützt den EKOS eigenen Guider, LinGuider und PHD2.
 
Dankeschön Roger,
die Info war nämlich für mich nicht so einfach zu finden...
 
OK, das ursprüngliche Thema hier war ja der Staradventurer. Also ist mein Thema ja hier genau richtig:
Mein Plan war es mir für meinen SA eine Periodic Error Correction zu bauen. Ich habe eine periodische Bewegung in 10 Minuten von einigen Pixeln mit 3um Pixeln an 300mm Objektiv. Damit habe ich schon bei 30" Aufnahmen recht viel Ausschuss. (siehe hier NIKON IMAGE SPACE )

Mein Plan: Einen Sensor (Taster oder Absolut-Encoder) in den SA einbauen und dann irgendwie im richtigen Moment Korrekturimpulse senden.
Zuerst hatte ich an einen kleinen Arduino gedacht. Aber um das Guiding überhaupt ans Laufen zu bringen habe ich zuerst mal in eine Asi120 investiert, auch um die Korrekturimpulse analysieren zu können.

Jetzt habe ich aber soeben gelernt, dass ich ja sowiso einen Computer brauche um Autoguiden zu können.
Wenn ich das jetzt mit einem Pi machen würde gibt es doch bestimmt die Möglichkeit PEC direkt mit einem Programm auf dem Pi zu machen. Der Pi kostet ja kaum mehr als ein Arduino...
Geht das mit ECOS oder PHD?
Aber wie schaffe ich es dann die Position der Schnecke des SA an den Pi zu übermitteln damit die Korrkturkurve im richtigen Moment startet?
Wie klappt das mit großen Montierungen? Können die ihre Position an einen Rechner übermitteln?

Ich bin gespannt ob einer von Euch etwas in der Art schonmal gemacht hat...

Gruß /Hendrik/
 
Hallo Hendrik,
Selbst gemacht nicht.
Manche Guiding Pogramme lernen aus einer vollen Umdrehung der Schnecke deren periodischen Fehler.
Läuft die Nachführung dann kontiniuierlich weiter kann man aufgrund der vergangenen Zeit, bzw. etwaigiger Steuerimpulse, ableiten wo die Schnecke sich gerade befindet und entsprechend die gelernten Korrekturimpulse senden.
Ich glaube PHD2 macht das auch bin aber nicht sicher.
 
Hallo Leute,
ich finde Eure Ansätze interessant und spannend. Aber für den praktischen Gebrauch im Feld ist mir irgendwie alles zu komplex. Daher suche ich weiter nach einer gebrauchten MGEN II.
CS
Norbert
 
Hallo Norbert,
die Würfel scheinen ja gefallen zu sein, bei Dir.
Bin gespannt auf Deinen Erfahrungsbericht,
den Du ja hoffentlich schreiben wirst.............
CS
Dietmar
 
Richtig Dietmar,
die Würfel sind gefallen und ich habe gestern bei einem guten Gebauchtangebot für einen fast neuen und kompletten MGEN II zugeschlagen. Zum einen möchte ich das Setup so unkompliziert und mobil wie möglich halten und zum anderen hatte ich keine Lust, mir extra dafür ein PC-Laptop anzuschaffen. Ausschlaggebend war aber die praktische Live-Erfahrung von zwei Astrokollegen aus Traunstein, die ebenfalls den MGEN mit dem Star Adventurer nutzen.
Sobald ich mit dem SA und dem MGEN erste praktische Erfahrungen sammeln durfte, wird ein Erfahrungsbericht folgen.
CS
Norbert
 
Hallo Leute,
hier mal ein kleiner Zwischenbericht nach meinen ersten Versuchen mit dem MGEN II (Firmware 2.60) am Star Adventurer.
Diese Basiseinstellungen für den MGEN habe ich zunächst übernommen: https://www.youtube.com/watch?v=8B6ZlpSGDBs
Um es kurz zu machen, die ersten Ergebnisse sind ernüchternd, aber so schnell gebe ich nicht auf.
Mit einem 200mm Objektiv komme ich (trotz 100% Kalibrierung) nur von 90 Sek. (ohne Guiding) auf 120 Sek. (mit Guiding) Belichtungszeit.
Inzwischen habe ich gelernt, dass die optische Einnordung mit dem SA vorne und hinten für mehr Belichtungszeit bei 200mm (jedenfalls bei mir) nicht ausreicht.
Gut, dass der MGEN dafür Hilfe bietet, aber leider habe ich bisher im Netz keine Anleitung gefunden, wie das mit dem SA zu machen ist.
Daher meine Frage: Wer kennt eine Bedienungsanleitung für die Einnordung mit Hilfe des MGEN für den Star Adventurer?
Ich habe eine Bedienungsanleitung für die Einnordung mit dem MGEN, aber diese bezieht sich auf größere Montierungen wie EQ5 oder EQ6, die natürlich in beiden Achsen nachführen.
Das hilft für den SA aber leider nicht und insofern stehe ich etwas auf dem Schlauch.
CS
Norbert
 
Moin,

wenn ich die mir bekannten Anleitungen für das Einnorden mit dem MGEN durchsehe gehen diese zur Ermittlung des Driftfehlers von der 2-achsigen Nachführung aus - ob das also mit dem SA geht?

Für kurze Brennweiten ist das glaube ich auch mit Kanonen nach Spatzen schießen, da reicht der Polsucher bzw. allensfalls die Kochab-Methode, denke ich.

CS
Jörg
 
Hallo Norbert,
das ist natürlich nicht so toll, dass das Guiden bei Dir bisher
nur eine Rendite von einer halben Belichtungsminute gebracht hat.

Es ist aber auch etwas verwunderlich, denn Deine Traunsteiner Astrokollegen
scheinen ja doch recht zufrieden zu sein, mit der Kombination SA und MGEN.
Was machen die anders?

Kannst Du die Abweichungen genauer beschreiben?
Was sagt denn die Auswertung des Autoguiders?
Hilfreich könnte eine sehr lange Aufnahme von möglichst nur punktförmigen
Objekten sein, bei welcher der hauptsächliche Fehler deutlich sichtbar wird.

Da der MGEN die Stundenachse mit Sicherheit gut kontrollieren kann,
kommt es umso mehr darauf an, dass dort, wo MGEN nicht eingreifen kann
von Anfang an größtmögliche Genauigkeit vorhanden ist.
Was nützt es, wenn sich der Guider an einer Achse den sprichwörtlichen Wolf korrigiert,
aber Ungenauigkeiten an der anderen Achse das Ergebnis zunichte machen.

Bestimmt hast Du Deine Montierung bestmöglich eingenordet.
Aber hast Du das schon einmal nach 3-4 Stunden kontrolliert?
Befindet sich Polaris auch nach dieser Zeit im Polsucher immer noch dort,
wo er sein sollte?
Voraussetzung für ein perfektes Ausrichten ist natürlich auch ein absolut perfekt
justierter Polsucher. Das ist beim Star Adventurer wichtiger als bei allen anderen
Montierungen mit 2 motorisierten Achsen und MGEN.
Der hat es sogar ganz gern, wenn ungenau aufgestellt wird, und er etwas zu arbeiten hat.

Und dann sind ja noch die rein mechanischen Kriterien.
Spiel an Achsen und Schnecken, Fehlendes Fett, Verschmutzung, Verschleiß........
Nicht zu vergessen: Der Boden, auf dem Dein Stativ steht.
Manche Böden sind so elastisch, dass Annäherung auf eine Schrittlänge
bereits in Bewegung des Stativs resultiert.
Aber darauf muß man Dich, als erfahrenen Fotograf, bestimmt nicht hinweisen.

Also: Finde den Fehler!

CS

Dietmar
 
Hallo zusammen,
ich habe bin mittlerweile den Weg gegangen eine Guidingcam (ASI120 min) und einen Raspi Minicomputer fürs Guiding zu nutzen. Das hat den Vorteil dass ich mit PHD die Ausrichtung des Staradventurers optimieren kann. Das klappt gut. Kann der MGEN das auch? Hier mein Bericht:

Der Raspberry Phi 3+ kostet zusammen mit einem Alu Gehäuse 50€.
Der alte 6x30 Sucher hat 130mm Brennweite und damit scheint die Asi120 gut zu laufen.
Alles über eine Powerpank versorgt.

Den Sucher klemme ich auf einen Kugelkopf neben der Kamera.

Auf dem Raspi läuft das Image "Astroberry". Die Verbindung mit dem Raspi läuft standardmäßig über WLan. Der Astroberry bildet einen Hotspot.
Die Steuerung geht dann über den Browser, besser aber noch über einen VNC Client.
Ich bediene den Raspi über ein altes 7" Android Tablet. Das klappt nicht perfekt weil der Touchscreen ein bisschen hakelig ist, aber es geht.
Auf dem Astroberry starte ich nur PHD. Eigentlich wäre Linguider auch eine Möglichkeit, das hab ich aber noch nicht ans laufen bekommen.
Mit PHD nutze ich das "Drift Allignment" um die Ausrichtung der Montierung zu optimieren. Im Prinzip ist das ein programmunterstütztes scheinern (denke ich). Klappt aber super.

Etwas hakelig ist über das Tablet dass ich erst einen Stern zum Guiden auswählen muss. Da muss ich die Bedienung noch optimieren.

Die Ergebnisse sind aus meiner Sicht gut. Wenn die Ausrichtung optimiert ist kann ich 120" belichten. Länger kann meine Kamera nicht.

Na dann frohes Guiden...
Gruß /Hendrik/
 

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Moin Jörg,
auch wenn ich noch nicht soweit bin, aber auch mit dem SA zusammen mit MGEN geht mehr.
Wie gesagt, ich erwarte keine Wunder.
Für kurze Brennweiten brauche ich momentan kein Guiding auf dem SA.
Bis 135mm erreiche ich mühelos ETTR bei erträglicher ISO.
Nur ab 200mm wird es langsam kritisch und wenn ich andere Kollegen höre und lese,
die genau mit dem gleichen Setup bei 200mm auf Belichtungszeiten von 3-4 Minuten kommen,
möchte ich das auch erreichen. Die entscheidende Frage ist nur „wie“?
***********
Hallo Dietmar,
eben deshalb suche ich ja nach Hilfe - am besten natürlich von einem Kollegen, der genau dieses Setup benutzt. Die Kollegen aus Traunstein sind sehr hilfsbereit, aber der spezielle Kollege mit genau diesem Setup ist jetzt leider für einige Wochen im Auslandsurlaub.

Die MGEN-Auswertung des Guidings hat ergeben, dass meine Einnordung nicht ausreichend ist. Ich vermute auch, dass es in erster Linie an der nicht genau genug eingestellten Dec-Achse liegt. Ob die Polsucher Justage ausreichend ist, ist ebenfalls fraglich.
Bin jetzt seit Stunden (auf dem Balkon) dabei diese noch besser zu justieren, aber die perfekte Mitte bei einer 360 Grad Drehung gelingt mir einfach nicht. Manchmal ist es fast optimal und man will nur noch eine kleine Verbesserung erreichen, agiert extrem feinfühlig und minimal - schwups und schon ist man wieder im Wald ;-)

Allerdings erreiche ich auch nach 4 Stunden Laufzeit rein optisch im Polsucher sehr gute Werte.
Polaris ist also nach 4 Stunden immer noch genau auf der Linie wo er hingehört.
Aber das reicht einfach lt. Auswertung des MGEN nicht!
Mit anderen Worten, optisch kann ich das mit dem Polsucher kaum besser machen,
was Kollegen mit diesem Setup auch bestätigt haben.

Dafür sollte die Einnordungshilfe des MGEN ja eigentlich helfen, aber ich kann die vorhandene Bedienungsanleitung (die für motorische 2-Achsen-Montierungen ist) auf den SA einfach nicht umsetzen. Dafür fehlt mich das nötige Fachwissen, bzw. die Erfahrung.
Seltsamerweise finde ich im Netz eine solche Bedienungsanleitung für den SA einfach nicht, obwohl diese Kombination ja nun wirklich nicht einmalig ist.
Rein mechanisch sollte eigentlich alles passen und damit bin ich aus besagter Erfahrung sehr gewissenhaft. Eine 100% Garantie kann ich natürlich nicht geben.

Der MGEN funktioniert anscheinend richtig und der SA empfängt auch die Steuersignale - nur das Ergebnis ist wenig zufriedenstellend.
Die spannende (und gelegentlich nervige) Suche nach dem oder den Fehlern geht also in die nächste Runde ;-)
***********
Hallo Hendrik,
ja, der MGEN kann das auch.
***********
Danke für Eure Reaktionen.
CS
Norbert
 
Hallo Norbert,

auf die schnelle fallen mir ein paar Fragen ein, auf die ich im Text bisher keinen Hinweis fand:
- hast du den Mgen auf 1-Achsbetrieb umgestellt?
- hast du den Mgen kalibriert?
- hat die Mgen-Kam dorthin geschaut, wo auch deine Hauptkam hingeschaut hat? (jedenfalls etwa, +/-1..2°)
- in welcher Richtung sind die Strichspuren? RA oder DEC? (ich vermute mal, daß es welche sind, oder sind es Kringel oder nochwas anderes?)

Vllt?

Gruß und CS!!
Okke
 
Hallo Okke,

alle Antworten lauten "ja". Kalibrierung erreicht immer 100%.
Strichspuren auf den Fotos (ab 120 Sek. zunehmend) von links oben nach rechts unten.
Die Kamera ist bei den Tests ziemlich genau horizontal ausgerichtet und zeigt mit ca. 60 Grad nach oben ;-).
Der SA steht mit einer Genauigkeit von unter 0,1 Grad im Wasser auf einem megastabilen Sachter-Stativ.
Beste Grüße und CS
Norbert
 
Polaris ist also nach 4 Stunden immer noch genau auf der Linie wo er hingehört
Hallo Norbert,
wenn Polaris im Polsucher 4 Stunden lang exakt auf dem Kreis bleibt,
-das sind immerhin 60 ° auf dem Bogen-
kannst Du an der Polausrichtung wohl kaum noch etwas verbessern.

Für den Fall, dass das Problem mit MGEN-Einstellungen lösbar ist, (kann ja sein)
empfehle ich Dir, ein neues Thema zu öffnen, mit Hinweis auf Probleme
mit MGEN - Star Adventurer - Kombination.
Tommy Nawratil liest hier bekannterweise mit, und hat dann vielleicht
den entscheidenden Tip für Dich.
Und wenn der Dir beim MGEN nicht helfen kann, kann’s wohl keiner hier...............

CS und viel Glück

Dietmar

PS
Stelle doch mal ein Bild ein, auf dem der Fehler deutlich sichtbar ist.
Nicht selten steckt im Symptom der Hinweis auf die Ursache...
 
Hallo Norbert,

es gibt von Tommy eine Anleitung zum Einnorden mit dem MGEN:

Wichtig für den SA ist, dass Du das Guiding dann auf eine Achse beschränkst. Ferner gibt es eine spannende Seite, die auch ein paar Tutorials für SA und MGEN hat. Vielleicht wirst Du da ja fündig bzw. kannst direkt jemanden fragen, der die Kombination gut im Griff hat:


Viele Grüße aus München
Stephan
 
mit der astrotrac (alte version, fixer kollimierter polsucher/setup kollimiert, ähnliches konzept) komme ich ohne guiding auf bis zu 4min bei 200mm. ok, der wert ist wirklich die oberkante. aber 3 minuten sind jederzeit machbar. es ergibt sich dementsprechend jedesmal das "walking noise": zu wenig versatz zw. den aufnahmen = sensorfehler bauen sich auf.
mit dem mgen sollte etwas mehr machbar sein, an EQ-zeiten wirst du nicht rankommen, da nur eine achse geguided wird.
wie sieht es mit der balance der kamera/linse auf der monti aus? ist bei der astrotrac auch ein problem, wenn sie zu sehr zieht, kommt der schwache motor dann nicht mehr mit.
wichtig: polsucher kollimieren, mal ein paar minuten laufen lassen und nochmals position kontrollieren. scheinern würde ich mir nicht antun, dauert mir zulange.
lg
andreas
 
Hallo Dietmar,
stimmt, so langsam wird es kurios.
Besser als auf meinem Balkon (in Ruhe) und sehr feinen Korrekturen habe ich auf der Nordhalbkugel optisch noch nie eingenordet. Trotzdem zeigt das MGEN-Protukoll, dass meine Einnordung hinten und vorne nicht stimmt. Als nächstes werde ich Tommy Nawratil direkt fragen.
Mal abgesehen davon, dass ich die Problematik inzwischen schon auf mehreren Plattformen diskutiere - allerdings auch ohne ein greifbares Ergebnis.
******
Hallo Stephan,
Danke für die Hinweise. Ja, die Links und Inhalte sind mir inzwischen bestens bekannt.
Ob ich die alle richtig verstanden und korrekt umgesetzt habe, ist eine andere Frage.
Ich fange langsam an an meinen Fähigkeiten zu zweifeln ;-)

Selbstredend forsche ich seit Tagen das Netz durch um irgendeinen hilfreichen Hinweis zu finden.
Auch zu Karol (star-watcher.ch) habe ich inzwischen direkten Kontakt. Er kann aber auch nicht wirklich helfen, da er seinen SA nie mit dem MGEN eingeordnet hat, wie er heute antwortete.
******
Hallo Andreas,
zu astrotrac kann ich natürlich nichts sagen, aber auf dem SA ist die Kamera inkl. Objektiv und Leitrohr nahezu perfekt ausbalanciert. Das ich mit dem SA natürlich niemals an EQ-Zeiten rankommen werde, ist klar.
Auch vom Gewicht liege ich weit unterhalb der Belastungsgrenze des SA. Da meine letzten Test über Stunden liefen, können ein paar Minuten nicht ausschlaggebend gewesen sein. Alle möglichen Positionen, wie auch die Kalibrierung, wurden während der Tests laufend kontrolliert. Mir bleibt außer dem Scheinern mit Hilfe des MGEN kaum etwas anderes übrig, wenn ich die gewünschten/notwenigen Belichtungszeiten mit 200mm erreichen will um auf ETTR zu kommen. Denn ultra-high-ISO hat auch seine sinnvollen Grenzen.
******
Ich hätte nie gedacht, dass das mit dem MGEN so eine Abenteuer wird und noch weniger,
dass mein Vorhaben mit dem MGEN einen SA einzuordnen so außergewöhnlich ist.
Zumal diese Kombination so selten ja nun auch nicht ist.

Aber, um es mal positiv zu beschreiben, ich lernen dadurch gerade auch jede Menge fundmentales Basiswissen.

Umso erstaunlicher ist für mich die Erkenntnis, das doch „einige“ (wie z.B. Karol) mit größeren Brennweiten und dem SA auf wesentlich längere Belichtungszeiten kommen, als ich mit 200mm. Und das obwohl sie nicht mit dem MGEN eingenordet haben, sondern einfach nur optisch mit dem SA!
Auch mein SA wurde inzwischen schon getauscht. So langsam höre ich die Flöhe husten ;-)

Nur nochmal kurz nebenbei, weil im Vorfeld angesprochen wurde, warum ich versuche mit Kanonen auf Spatzen schießen... Ich habe mich auch deshalb für den MGEN entschieden, da die Anschaffung einer größeren Montierung nur noch eine Frage der Zeit ist. Gleichwohl werde ich mir definitiv keine neue Monti zulegen, bis ich den SA komplett ausgereizt habe. Davon bin ich als Anfänger momentan noch meilenweit entfernt.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit!

CS
Norbert
 
mit dem MGEN hast du auf alle fälle mal ein wirklich brauchbares teil, ich besitze ihn seit ein paar jahren und bis äußerst zufrieden. wenn da tracking nicht passt, dann liegt das problem üblicherweise nicht am MGEN.
ultra-high-iso? blos nicht. denke, alles über 1600 iso ist sinnlos.
ETTR: bitte um erläuterung des kürzels.
bez. gewicht: bei den größeren montis ist das gewicht nur ein richtwert. für fotografie muss man den wert durch 2 teilen.
ich hab an der astrotrac eine d800 + sigma 180/2.8 APO (viel glas) + rotpunktsucher + novaflex kugelkopf. zusammen wiegt das schon einiges und ich bin am limit. darüber hinaus muss ich mit deklinationseinheit das gewicht verteilen und die belastung auf die achsen mindern. das merke ich jedesmal, wenn ich "aus dem schwerpunkt" fotografiere, also das gewicht nicht mittig an den achsen anliegt.
die astrotrac ist quasi eine der mütter der kleinen reisemontierungen. davor gab es - nur selbst gebasteltes. führt nur 90 min nach, danach muss man zurückstellen. hat aber keinen (messbaren) schneckenfehler und ist auch nur mit max. 300mm sinnvoll zu betreiben.

btw. es gibt auch montags-montierungen...

lg
andreas
 
Hi Andreas,
Dein Setup hört sich gut an.
Mittlerweile schließe ich keinerlei Fehler mehr aus ;-)
ETTR = Exposing to the right - Wikipedia
Mit dem mittigen ausbalancieren ist man am SA natürlich schnell an Grenzen, aber ich vermute vorsichtig, das ist nicht das Problem. Da haben andere Kollegen ganz andere Gewichte auf dem SA am Start.
btw. deshalb hab ich meinen SA ja bereits getauscht...
Ob der neue nun in allen Bereichen besser ist als der alte... ist mir auch schon in den Sinn gekommen, aber wie oft soll ich denn noch tauschen? Nein, der Fehler liegt noch im verborgenen und versteckt sich halt gut - leider.
LG
Norbert
 
ETTR - ah, ok. würde ich nicht sooo genau nehmen. man nimmt, was geht. bei weniger belichtungszeit dann halt viel mehr einzelaufnahmen bez. des rauschens. gleichzeitig kann man dann auch schön fehlaufnahmen aussondern, ohne viel zeit zu verlieren.
es gibt so viele ursachen, wenn es nicht klappt. einzige möglichkeit ist alles stück für stück abzuklopfen. ich weiss, das dauert und es bringt viele frustrierte nächte. aber irgendwann hat man ein funktionierendes setup. eines, dem man vertrauen kann. hat bei meiner astrotrac sicher 1 jahr gedauert, bis ich auf 4 minuten kam. doch nun habe ich das setup auf reisen mit, im wohnmobil und im flugkoffer. ich kann es einrichten und erhalte 75-80% gute aufnahmen.
die balance würde ich nicht unterschätzen. es kommen gewaltige kräfte auf die achsen zu, wenn es nicht passt. die motoren haben wenig kraft und tun sich schwer. wird mit steigendem gewicht nicht besser.
klar, irgendwer hat auch schon 600mm 4 minuten an den kleinen montis geschafft, ist aber eher die ausnahme als die regel. die kleinen montis sind für widefield gedacht. für mehr tiefe brauchts dann schon eine AVX zumindest.

lg
 
Als Fotograf beschäftigt man sich halt etwas intensiver mit den Möglichkeiten, das besten aus seiner Kamera rauszuholen. Klar jeder sieht das jeder etwas anders, hat bestimmte Vorlieben und das ist auch gut so. Aber ich kann Dir nur "sehr empfehlen" sich mit ETTR zu beschäftigen ;-)

Bezogen auf das aktuelle Problem habe ich jetzt auch einen neuen Beitrag gestartet:

Natürlich hast Du mit den Gewichten und der Balance vollkommen Recht.
Allerdings bleibe ich bei 200mm deutlich unter den Belastungsgrenzen des SA und vermute,
dass das Kernproblem woanders liegt.

LG und CS
Norbert
 
hallo Norbert,

in der Tageslichtfotografie ist natürlich ETTR das Ziel. Des nächtens sieht es aber anders aus, da die Anforderungen an die Bildaquise ganz andere sind. Man arbeitet immer in der Unterbelichtung, hat einerseits mit sehr großen Kontrastumfang des Motives zu kämpfen, andererseits kämpft man um Details und Strukturen, welche sich kaum vom Rauschen abheben.
Dort wird dann ETTR durch Belichtungszeit und EBV ersetzt - das ist das, was Andreas meine mit: "ETTR - ah, ok. würde ich nicht sooo genau nehmen. man nimmt, was geht. "

viele Grüße - Ronald
 
ETTR am tag: das ist doch selbstverständlich. probier mal bei deep sky und dunklen nebeln, korrekt durchzubelichten. ein ebelichtungszeit von 2,5 stunden am stück macht keinerlei sinn. zudem: die ISO (eigentlich auch nur eine überholte analogie zum film) werden bei deep sky obsolet. hier geht es um pixel sättigung, ausleseverhalten etc.

lg
 
oh, sorry. scheinbar den gleichen post abgesetzt...
 
Hallo Roland und Andreas,

sorry für die späte Reaktion.

Ich will Euch als Astro-Anfänger natürlich nicht widersprechen, aber vielleicht haben wir auch nur eine etwas andere Auffassung von ETTR.
Es geht ja (wie auch schon angesprochen) lediglich darum, den Sensor anständig zu füttern, so dass man das Maximum aus dem heraus kitzelt. Das ETTR bei Tageslicht natürlich in der Praxis etwas anderes bedeutet als Nachts für Astro - ist klar. Dennoch habe ich inzwischen oft schon bei Kollegen im Astrobereich beobachtet, dass sie sich eine Menge an Problemen mit Rauschen einhandeln, weil sie einfach zu schwach belichten. Selbstredend muss man dabei immer aufpassen, dass einem die hellen Stellen nicht ausbrennen.
Die Belichtungszeiten werde in der Praxis ja eher von der Montierung, Nachführung und Guiding vorgegeben.
Da sind zu kurze Belichtungszeiten genauso wenig hilfreich wie zu lange - womit wir bei ISO wären.
Die Verstärkung durch höhere ISO Werte ist ebenfalls ein eigenes Thema und wird oft im Astrobereich falsch verstanden.
Auch wenn das für einige jetzt komisch klingt, aber höhere ISO Werte können bei Astroaufnahmen deutlich hilfreicher sein als niedrige. Das hängt natürlich von vielen Faktoren sowie der Kamera ab.

Mal abgesehen von dieser kleinen Abschweifung beschäftige ich mich immer noch mit der Optimierung des SA ;)

Beste Grüße und CS
Norbert
 
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