Starlink-Satelliten

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Hat jemand mal die Helligkeit von einem Satelliten gemessen, der auf seiner finalen Bahn ist? Also gemessen, nicht die Vermutungen, die so kursieren.

Dass die Satelliten extrem hell sind, wenn sie noch nicht auf ihrer Bahn sind, da die Solarpanel das Sonnenlicht zur Erde reflektieren, ist ja nichts neues.

Aber wie hell sind die danach? Das ist ja das, auf was es ankommt.

Ja, diese liegen für die normale Version ohne Albedo Reduzierung meistens bei 5.5 +- 0.5 mag. In diesem Paper hat sich der Autor sehr detailliert mit der Thematik beschäftigt:


P.S. wie weiter oben von Thorsten bereits erwähnt wurde, werden die bisher geplanten Layer in über 1000km Höhe wegfallen. Also bleibt es weitestgehend bei einer Beeinträchtigung am Abend und Morgen und nicht mitten in der Nacht.

VG Marcel
 
Also, ich habe zwischen halb 11 und 11 mehr als 10 Satelliten beobachtet. Sie erschienen alle schwach fast genau bei Procyon und stiegen auf bis über den Löwenkopf. Da endet mein Blickfeld. Teilweise überholten sie sich sogar, sind also auf verschieden hohen Umlaufbahnen. Bis zum Süden steigerten sie ihre Helligkeit auf etwa Procyon-Stärke rund. 0,4 mag. Flares habe ich nicht beobachtet.
Da es über 2 Stunden nach Sonnenuntergang war, muss die Umlaufbahn höher als die der ISS sein. Die etwas langsamere Bewegung spricht auch dafür.

Ich fühlte mich um über 50 Jahre zurückversetzt, weil ich die Sternbilder nicht mehr erkannte. Schon beängstigend, 4 Procyons in einer Reihe am Himmel zu sehen.

Gruß Helmut
 
Und das ist nur der Anfang. Mehr als 11500 Satelliten kommen erst noch.
Anfangs sprach Musk von ca. 12.000. Ich meine aber, er hätte die Zahl dann irgendwann nach oben korrigiert und sprach dann von über 40.000 !!! Was alles andere als nur ein 'kleine Korrektur' ist)
Naja... Mir sind selbst 12.000 schon einige Tausend zu viel!
Ich weiss aber nicht, wie die offzielle Zahl nun aktuell aussieht und in wiefern sich diese noch verändern wird. Aber da sind ja dann die ganzen Interessenten für solche Satellitensysteme noch nicht mitkalkuliert, die gerade auf den Zug mit aufspringen wollen. (div. Netzbetreiber, Militäre etc.)

Wer weiß, vielleicht stellt es sich ja aus irgendeinem Grund doch noch als Fehlentwicklung heraus oder man erkennt, dass risk > reward ist und hört mit der ganzen Sache auf. (Man wird ja noch träumen dürfen... :):sleep::geek:)

Liebe Grüße
Nic
 
Ja, diese liegen für die normale Version ohne Albedo Reduzierung meistens bei 5.5 +- 0.5 mag. In diesem Paper hat sich der Autor sehr detailliert mit der Thematik beschäftigt:


P.S. wie weiter oben von Thorsten bereits erwähnt wurde, werden die bisher geplanten Layer in über 1000km Höhe wegfallen. Also bleibt es weitestgehend bei einer Beeinträchtigung am Abend und Morgen und nicht mitten in der Nacht.

VG Marcel

Hallo Marcel,

die Veröffentlichung ist genau das, was ich gesucht habe. Die 1000km Satelliten wird es ja nicht geben, daher habe ich die weggelassen. Zusammengefasst sieht das Bild so aus:
  • Die Satelliten im 350km Orbit (wo der Großteil der Starlinks sich befinden wird) haben eine Helligkeit von 4,5 +- 0,5 mag. Es ist allerdings nicht klar, ob diese bei völliger Dunkelheit oder in der Dämmerung gemessen wurden. Je weiter von der Sonne weg, desto dunkler sollten die Satelliten werden. Das Paper ist hier allerdings etwas unpräzise. Es gibt nur wenige Messpunkte für 350km und die bewegen sich alle im Bereich der 550km Satelliten, mit Ausnahme von zwei Ausreißern, die zwischen 2-3mag liegen. Ich vermute auf die 4,5mag kommen die einfach durch das Hochrechnen der 550km Satelligen auf die geringere Entfernung. Das macht theoretisch ca. 1mag aus.
  • Bei 52° Breite sind am Sommeranfang bei Sonnenuntergang ca. 300 angeleuchtete Satelliten über dem Horizont, um Mitternacht ca. die Hälfte, davon sind die ganze Nacht über ca. 25-30 gleichzeitig auf einer Höhe von >30°.
  • Bei 46° Breite sind am Sommeranfang bei Sonnenuntergang ca. 400 angeleuchtete Satelliten über dem Horizont, um Mittagnacht ca. 80, über 30° Höhe sind es bei Sonnenuntergang 35-40 und um Mitternacht 15-20. Wichtig ist hier, dass um Mitternacht kaum einer der 350km Satelliten sichtbar ist.
  • Im Winter sieht man nach 19 Uhr auf beiden Breiten keine angeleuchete Satelliten auf >30°.
Visuell wird das schon eine Auswirkung haben. Ich glaube aber nicht, dass dieses Hochrechnen auf die geringere Entfernung so einfach funktioniert. Ich glaube eher, dass die 350km Satelliten etwas dunkler sind durch die Extinktion. Aber trotzdem wird man sie sehen. Die Messungen wurden im Sommer vorgenommen, aber es steht nicht dabei um welche Uhrzeit.

Ich denke >30° ist so der Bereich wo man abends auf der Terrasse den Sternhimmel genießt. 25-30 Satelliten hat man hier gleichzeitig fliegen. Vermutlich konzentriert Richtung Sonne und gegen den Horizont. Bis Bortle 4 und 5 wird man die sehen können. Die müssten hinterander auf großen Rauten über den Himmel fliegen, die Raute driftet langsam über den Himmel. Die Raute ist sehr groß. Mehr als 1-2 Rauten passen nicht auf den Himmel. Bei meinem Bortle 4 Himmel werde ich das vermutlich kaum merken, in den Sternparks oder im Hochgebirge wird das aber schon auffallen.

Da die Rauten, in denen sich die Satelliten über den Himmel bewegen, driften kommt auf die selbe Stelle kein Satellit zweimal. Fotografisch wird man das daher mit Outlier Rejection zu 100% raus bekommen. Da habe ich keine Sorge. Wenn man heute Bereiche aufnimmt, in denen die Geos stehen, ist es sicher schlimmer. Der Rejection Frame wird aber sicher ziemlich voll werden in den nächsten Jahren.

Was mich etwas überrascht hat, ist die Aussage, dass pro Monat 200(!) Satelliten ersetzt werden müssen. Das wäre alle 10 Tage ein Start einer Falcon 9 für 60 Mio $ + Kosten für die neuen Satelliten, die Entwicklung und den operativen Betrieb. Bin mal gespannt, welche Tarife die pro GB anbieten. Das muss sich ja auch finanzieren. Die Entwicklungsländer sind mit ihrem Handynetz sicher billiger dran.

CS Joachim
 
Was mich etwas überrascht hat, ist die Aussage, dass pro Monat 200(!) Satelliten ersetzt werden müssen. Das wäre alle 10 Tage ein Start einer Falcon 9 für 60 Mio $ + Kosten für die neuen Satelliten, die Entwicklung und den operativen Betrieb. Bin mal gespannt, welche Tarife die pro GB anbieten. Das muss sich ja auch finanzieren. Die Entwicklungsländer sind mit ihrem Handynetz sicher billiger dran.

CS Joachim

Hi Joachim,

ja, mit der Falcon 9 schon sehr sportlich wobei SpaceX natürlich zum Selbstkostenpreis fliegt (wo auch immer der genau liegt - ist ein gut gehütetes Geheimnis). Bis die 12k Satelliten oben sind, soll allerdings längst Starship/Superheavy fliegen. Die kann 400 Starlinks auf einmal tragen und soll nur 5Mio USD pro Start kosten da 100% wiederverwendbar (wenn denn alles klappt). Das wären 12.500 USD an Startkosten pro Starlink - da kostet so manche Sendemast Installation schon mehr. Sollte Starship aus irgendwelchen Gründen nicht funktionieren gehe ich persönlich davon aus, das Starlink nie die 12k Ausbaustufe erreichen wird sondern bei 4000 oder so Schluss wäre. Aber ist natürlich alles gerade Kaffeesatzleserei.
Was man so gehört hat soll der Preis für eine Flatrate bei etwa 80USD im Monat liegen aber auch das ist nicht offiziell bestätigt. In ein paar Monaten soll der Dienst ja verfügbar werden, dann weiß man mehr.

Viele Grüße,
Marcel
 
oh, Starship Superheavy, bravo, den LEO in Akkordarbeit zuzumüllen.
Ist es dann legitim zu sagen:
"Elon Musk, der Mann der uns den Sternenhimmel nahm!"

Ich befürchte aber das ist erst der Anfang, hab da so ein Szenario in einer Albtraum Blase schweben:

Bei den spottbilligen Launch Preisen kommt sicher noch anderes dazu, was sich erst dann richtig rentiert. zB Weltraumwerbung mit Satelliten im Formationsflug oder solche Sachen. Der erdnahe Weltraum als riesige kostenlose Werbefläche - die Idee gibts ja schon, warum also nicht wenn es machbar ist, bringt ja auch Geld.

China hat mit Huawei ein potentes Unternehmen das heute schon gleiches leisten könnte, und Raumfahrt sowieso. Ich denke, die Leute dort werden sich mal ansehen wie es sich entwickelt, und es dann auch machen, aber noch billiger. Und die Russen? Große Länder mit schlechten Leitungen, wie die USA. Vielleicht kriegt der Bezos auch noch was hoch. Es ist dann wohl nur eine Frage der Zeit bis der LEO zu einer Kessler Müll Schießbude wird, welche alles zu Schrott macht was sich in die Nähe traut. Die Starlink Satelliten werden dann aber auch atomisiert und der Blick hinaus wieder relativ ungetrübt möglich. _jungeschlagen:

lg Tommy
 
Hallo!

Ich befürchte aber das ist erst der Anfang, ...

Das ist auch erst der Anfang. Was viele noch nicht auf dem Schirm haben ist das Ende (der Starlink-Satelliten). Am Ende der Lebensdauer der Satelliten, die wie oben schon geschrieben mit 5 Jahren angegeben wird (was auch zu dem niedrigen Orbit passt), werden an jeden einzelnen Tag im Jahr nicht nur sieben neue in den Orbit geschossen werden, sondern auch sieben in einem spektakulären Feuerwerk in der Atmosphäre verglühen. Bei einer Konstellation von 12000. Wenn diese, wie auch schon verschiedentlich zu lesen ist, auf 40000 erhöht wird dann verdreifacht sich die Zahl natürlich. Jede Nacht Meteorschauer. Juhu!

Grüße
Maximilian
 
China hat mit Huawei ein potentes Unternehmen das heute schon gleiches leisten könnte, und Raumfahrt sowieso. Ich denke, die Leute dort werden sich mal ansehen wie es sich entwickelt, und es dann auch machen, aber noch billiger. Und die Russen? Große Länder mit schlechten Leitungen, wie die USA. Vielleicht kriegt der Bezos auch noch was hoch. Es ist dann wohl nur eine Frage der Zeit bis der LEO zu einer Kessler Müll Schießbude wird, welche alles zu Schrott macht was sich in die Nähe traut. Die Starlink Satelliten werden dann aber auch atomisiert und der Blick hinaus wieder relativ ungetrübt möglich. _jungeschlagen:

lg Tommy

Hi Tommy,

tatsächlich gibt es die Planungen schon längst. Amazon / Blue Origin werden mit Kuiper ein Konkurrenzsystem zu Starlink aufbauen und werden (voraussichtlich) ab nächstes Jahr mit der New Glen ein wiederverwertbares System zur Verfügung haben, dass die Falcon 9 an Leistungsfähigkeit übertrifft. Und im Gegensatz zu OneWeb haben die auch die finanziellen Ressourcen - Kuiper wird also wohl auch kommen. In China gibt es bereits mehrere Pläne für Megakonstellationen - sogar der Autokonzern Geely denkt darüber nach eine eigene Konstellation für seine Fahrzeuge zu schaffen (vermutlich sind die wie ich der Meinung, dass es gar nicht abwegig ist das Tesla demnächst Starlink Empfänger in seinen Autos verbaut). Hinzu kommen allerhand Überlegungen für militärische Megakonstellationen der USA, Chinas, Russlands und auch inzwischen Indiens.
Da allerdings Starlink und vermutlich auch alle anderen kommenden Konstellationen von Anfang an den de-Orbit der Satelliten vorbereiten, halte ich die Kessler Gefahr für Überschaubar. Im Gegenteil - bei den vermutlich signifikant fallenden Startkosten und der zunehmenden wirtschaftlichen und militärischen Relevanz des LEO gehe ich davon aus das man in nicht allzu ferner Zukunft die ersten "Putzkolonnen" hoch schickt um große Schrottteile einzufangen oder kontrolliert zum Absturz zu bringen.
Als ich gestern Abend den Starlink Trail beobachtet habe, ist mir mehrmals aufgefallen das scheinbar Dreiecksformationen vorbei gezogen sind. Habe dann mal mit Heavens Above geschaut was das ist und es waren mehrmals alte Kosmos Oberstufen (übrigens ähnlich hell wie Starlinks). Schon krass wie viele alte Raketenstufen dort oben rum schwirren.

VG Marcel
 
Moin,

[Von Moderator gelöscht, weil off-topic]

halte ich die Kessler Gefahr für Überschaubar. Im Gegenteil - bei den vermutlich signifikant fallenden Startkosten und der zunehmenden wirtschaftlichen und militärischen Relevanz des LEO gehe ich davon aus das man in nicht allzu ferner Zukunft die ersten "Putzkolonnen" hoch schickt um große Schrottteile einzufangen oder kontrolliert zum Absturz zu bringen.
Lol! Nunja, wir haben ja Meinungsfreiheit... Dazu fällt mir die Weltraumputze aus Space-Balls*) ein... Andererseits, Physik oder Pipi Langstrumpf? Wenns nicht so bitter wäre, könnte man herzlich drüber lachen! An Naivität kaum noch zu überbieten...
Übrigens, wer den Mars besiedeln will, sollte sich mit Biologie beschäftigen! Und dann vielleicht nochmal neu nachdenken. Andererseits, wozu? Musk interessiert die Biologie ja auch nicht, "der macht das schon richtig und nimmt einem auch gleich noch das Denken ab" - wie komfortabel :rolleyes:
Ein sonderbares Verständnis von Fortschritt....

[Von Moderator gelöscht, weil off-topic]

Nein danke!

Gruß
Okke


[Von Moderator gelöscht, weil off-topic]
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Lol! Nunja, wir haben ja Meinungsfreiheit... Dazu fällt mir die Weltraumputze aus Space-Balls*) ein... Andererseits, Physik oder Pipi Langstrumpf? Wenns nicht so bitter wäre, könnte man herzlich drüber lachen! An Naivität kaum noch zu überbieten...

Gruß
Okke

Was ist daran naiv oder gegen die Physik? Die ESA startet in 5 Jahren die erste "Putzmission". Sind das auch Pipi Langstrümpfe?

 
Hallo!

Die ESA startet in 5 Jahren die erste "Putzmission". Sind das auch Pipi Langstrümpfe?

Nein. Aber diese Mission ist eine reine Machbarkeitsstudie, bei der es darum geht, das Prinzip zu zeigen indem man ein einzelnes Objekt einfängt. Ich glaube wir alle wissen, wie lange es von so einer Studie bis zu einem tatsächlich einsetzbaren Prdukt dauert.
Das ist so wie neulich jemand medienwirksam mit einer Barriere einen Container voll Plastikmüll aus dem Ozean gefischt hat. Ja, es geht prinzipiell. Aber das Problem besteht darin, dass in den Ozeanen Plastikmüllteppiche schwimmen, derern Ausdehnung der Größe Europas entspricht. Wenn wir die Container für Container einsammeln wollen dann brauchen wir dafür mehrere Millionen Jahre. Und genau gleich verhält es sich mit dem Weltraumschrott, nur dass der noch viel schwieriger einzusammeln ist als leere Plastikflaschen auf der Meeresoberfläche.

Grüße
Maximilian
 
Da hast Du recht Maximilian. Die Lösung wäre, ein Vermüllung des Weltraums gar nicht erst zuzulassen. Bei den Meeren ist es leider schon zu spät.

Gruß

*entfernt*
 
und wer bezahlt die Putztrupps? Die Verursacher etwa, die damit Geld machen?
Einfangen ist etwas aufwendiger als raufzuballern.
Auf welcher Rechtsgrundlage könnten die dazu verpflichtet bzw. dazu verurteilt werden?
Ich denke hier herrscht westwards ho! spirit im Weltraum, und danach die Sintflut.

lg Tommy
 
Hallo!



Nein. Aber diese Mission ist eine reine Machbarkeitsstudie, bei der es darum geht, das Prinzip zu zeigen indem man ein einzelnes Objekt einfängt. Ich glaube wir alle wissen, wie lange es von so einer Studie bis zu einem tatsächlich einsetzbaren Prdukt dauert.
Das ist so wie neulich jemand medienwirksam mit einer Barriere einen Container voll Plastikmüll aus dem Ozean gefischt hat. Ja, es geht prinzipiell. Aber das Problem besteht darin, dass in den Ozeanen Plastikmüllteppiche schwimmen, derern Ausdehnung der Größe Europas entspricht. Wenn wir die Container für Container einsammeln wollen dann brauchen wir dafür mehrere Millionen Jahre. Und genau gleich verhält es sich mit dem Weltraumschrott, nur dass der noch viel schwieriger einzusammeln ist als leere Plastikflaschen auf der Meeresoberfläche.

Grüße
Maximilian

Ja es ist eine Machbarkeitsstudie - es ist aber auch nicht so das Morgen ein Kessler Syndrom droht. Der Mensch wird erst tätig wenn ihn sein Handeln weniger kostet als nichts tun. Die Reinigung der Meere hätte auch Priorität wenn ohne keine Schifffahrt mehr möglich wäre. Bei der enormen wirtschaftlichen und strategischen Bedeutung des Weltraums würden die wichtigen Akteure tätig werden wenn tatsächlich ein Kessler Syndrom drohen würde, das eine Weltraum Nutzung unmöglich macht. Tatsächlich hat Starlink mit seinen automatischen Ausweichsystemen und den vorbereiteten de-Orbit Systemen eine viel bessere Strategie zur Vermeidung von Weltraummüll als so ziemlich jeder andere Satellit. Und mit Starship gibt's dann auch keine toten Oberstufen mehr.

VG Marcel
 
Ja natürlich. Wenn Zigaretten schädlich wären, würde Philip Morris nicht soviele davon herstellen. Wie blauäugig kann man sein?

Offensichtlich will man mich missverstehen. Der Vergleich zu Zigaretten hinkt nicht mal. Bei einem Kessler Syndrom wird der Orbit unnutzbar. Sprich keine Raumfahrt Firma könnte mehr existieren, keine Regierung ihre Weltraum Assets nutzen... Das wäre im Vergleich eine Zigarette die den Konsumenten bei der ersten Benutzung sofort tötet. Und ja, so eine Zigarette würde nicht mal Philipp Morris produzieren, weil man damit nichts verdienen könnte.
 
Nee, stimmt nicht. Das wäre nichts was sofort tötet. Die Vorschädigung akkumuliert sich über Jahre oder Jahrzehnte. Nur wenn dann der Lungenkrebs ausbricht, ist es zu spät. Genauso mit dem Kessler Syndrom. Die Anzahl der Satelliten akkumuliert sich über Jahre bis eine kritische Menge erreicht ist. Dann reicht einer oder wenige Zusammenstöße und die Anzahl der Trümmer steigt exponentiell bis zur Unbenutzbarkeit der Orbits. Die Firmen sehen das nicht oder wollen es nicht sehen, weil sie hoffen, daß die späterkommenden Firmen im Zugang beschränkt werden. Bis dahin gilt es, soviel wie möglich vom Geschäft selber abzuräumen - das ist die Logik dahinter.
Das wäre die Coronakrise im Weltraum. Wenn man nicht genügend Abstand wart und die Kollisionsrate gering hält, dann geht die Krankenzahl durch die Decke.

Gruß

*entfernt*
 
Atomkraftwerke sind absolut sicher, besonders die japanischen - mit Hitech und zig facher Redundanz der Sicherheitsmechanismen gebaut. Unter gar keinen Umständen können die explodieren, das ist technisch unmöglich und absolut ausgeschlossen.

lg Tommy
 
Atomkraftwerke sind absolut sicher, besonders die japanischen - mit Hitech und zig facher Redundanz der Sicherheitsmechanismen gebaut. Unter gar keinen Umständen können die explodieren, das ist technisch unmöglich und absolut ausgeschlossen.

lg Tommy

Tatsächlich sind AKW auch die mit Abstand sicherste Energiequelle. Einfach mal nach Tote pro Terawattstunde googlen ?. Aber das Thema ist ideologisch noch stärker aufgeladen als alle anderen ?

VG Marcel
 
lieber Marcel,

Atomkraft ist nicht nur ideologisch sehr aufgeladen, sondern auch mit eminentem kommerziellen Interesse.
Wer bezahlt die Studien? Was ist denn der Durchrechnungszeitraum bei so einer Studie für eine Gefahr, die 10.000e Jahre besteht und wo es bis dato keine sichere Lösung gibt? Und wie hoch wird das in so einer Studie im Gesamtrisiko über den gesamten Zeitraum wo Gefahr effektiv vorhanden ist beziffert? Gar nicht? Seriöse Studie?

Allein in Deutschland (DDR) bei der WismutAG in der DDR starben etwa 10.000 Arbeiter im Uranbergbau an Lungenkrebs.
Google auch mal RioTinto Uran Namibia Krankheit. Eingerechnet?

Ich werde aber nicht auf offtopic Ablenkung reinfallen und meine, die Überbevölkerung des LEO führt zu unbeherrschbaren Unsicherheiten, und der Supergau im Orbit ist mit der angepeilten Satellitenanzahl schlicht unvermeidbar. Die Bahnen verändern sich schnell, Satelliten erreichen bereits tot und ausser Kontrolle den Orbit, und das n-Körper Problem hat keine sicheren Lösungen.

600m war der prognostiszierte Minimalabstand als es am 10.2.2009 im noch relativ dünn bevölkerten LEO krachte.
Minimalabstand, wohlgemerkt - ein Eingriff wurde in vermeintlicher Kenntnis der Sachlage als nicht nötig erachtet!

Ausserdem bleibt es unbenommen eine ungeheure Frechheit und Zumutung, uns allen den Anblick der Sterne zu rauben um die Geschäftsinteressen einzelner zu bedienen. Hier werden Dinge ungefragt verändert die uns alle betreffen, und immer wenn wir nachts rausgehen werden sie unvermeidbar und unerwünscht vor unserer Nase rumfliegen und unser Dasein in ihrer Massivität beeinträchtigen. Die fehlende Regulierung und das Fehlen des exekutiven Durchsetzens einer möglichen Regulierung macht dieses Unrecht nicht zu einem Recht.

lg Tommy
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Marcel,

das Problem ist doch nicht, ob z.B. Kernkraft weniger schädlich als Öl, Sonne oder Holzkohlefeuer ist. Sondern, wie Tommy oben ausgeführt hat, die Aussagen daß absolut nichts passieren kann und man sich absolut sicher wähnt. Risiken werden ignoriert oder geleugnet, obwohl man es schon besser wissen könnte, weil es gerade nicht ins Konzept passt. Man stellt sich dem noch nicht mal.
Auch wenn man Atomkraft gutheißt, darf man z.B. nicht so dumm sein Flutmauern nicht zu erhöhen, obwohl man weiß daß schon höhere Flut- bzw. Tsunamiwellen in der Region gemessen wurden.
Das gleiche gilt für die Starlinksatelliten. Selbst mit Ausweich- und Deorbitfunktionen soll die Fehlerrate bis zu 5% sein. Das heißt fast 5% der Satelliten deorbiten nicht und können auch nicht mehr ausweichen. Und die akkumulieren sich über die Jahre. Bis auf die allertiefsten Orbist dauert es Jahre bis Jahrzehnte bis die von selbst runterkommen. Starlink wird bestimmt nicht mit dem Ersetzen eines Satelliten warten, bis das geschehen ist.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo Leute,

bitte keine Nebekriegsschauplätze (AKW, Klimawandel und anderes) aufmachen. Ihr wisst alle, dass es zu diesen Themen sehr unterschiedliche Ansichten gibt, die sich leider auf keinen gemeinsamen Nenner bringen lassen. Der Mensch handelt nun mal meist nicht rational - was auch sein gutes hat. (Letztes aber bitte nicht diskutieren, einfach nur so steh3n lassen.)
 
Hallo zusammen,

Hier nochmals ein aktueller Hintergrund zur Streichung der höheren Orbits. Alle ursprünglich für die 1000km Orbits geplanten Satelliten sollen jetzt auch in dem +-550km Orbit eingesetzt werden. Dies ist nun offiziell bei der FCC beantragt. P.S. heute um 21:37 Uhr ist der nächste Start. Diesen kann man auf YouTube und der SpaceX Seite wie immer live verfolgen.


VG Marcel
 
Hallo!
Als vor ein paar Tagen mal wieder so eine Kette über den Himmel zog, bekam ich nacheinander drei (!) Anrufe von Freunden und Bekannten, was das denn wohl sein könnte. An Silvester waren es zwei. Erstaunlich, wie fassungslos und sogar beunruhigt einige Zeitgenossen auf eine Reihe heller Punkte am Himmel reagieren. Nach meiner Erklärung wich das allerdings einer gewissen Faszination.
Ich muss jedoch zugeben, dass ich auf Vergleiche mit Atomunfällen verzichtet habe. Auch Lungenkrebs habe ich einfach in meinem Monolog unterschlagen.
Ich kann eine gewisse Frustration und Wut bei dem Thema verstehen, auch wenn ich die Sache an sich nun nicht als so ganz apokalyptisch empfinde. Aber dass an sich kluge Leute sich hier derartig versteigen und auch im Ton vergreifen, überrascht mich ehrlich. Ist auch etwas enttäuschend.
Gruß
Sebastian
 
Von wo aus werden eigentlich die Steuersignale gesendet um diese Satelliten zu steuern? Ist es theoretisch möglich, das irgendjemand falsche Befehle nach oben schicken kann, so dass die Dinger zum Absturz kommen könnten?
Gruß,
Frederik

Hi Frederik,

SpaceX hat eigene Kommunikationseinrichtungen für Steuerbefehle an Satelliten (oder Raketen, oder Kapseln) und nutzt je nach Mission vmtl auch die der NASA oder der US Space Force mit. Solche Systeme sind aus Sicherheitsgründen nie mit dem öffentlichen Internet verbunden, hacken fällt also aus ?
Wäre jemand in der Lage die Steuer Codes und die Verschlüsselung der Kommunikation zu knacken könnte man von einer eigenen Sendeanlage einen Befehl schicken - sowas gelingt aber höchstens gewissen sehr gut ausgestatteten Diensten und auch denen nicht zuverlässig. Deshalb gibt es einige wenige offensive Jammer die bis in den Orbit wirken können. Die Fähigkeit dazu haben soweit öffentlich bekannt nur die USA, China und Russland. Sowas hier z.b.


Wie auch immer, es gibt keine derartige Möglichkeit für verärgerte Sternengucker falls du darauf anspielst ?

VG Marcel
 
Hat schon irgendwer abgeschätzt von wo in Europa der erste (oder zweite) Orbit von dem Start heute gesehen werden kann?
Start geht Richtung Nordost, und die Uhrzeit (Überflug hier um 22h MESZ herum) müsste ja geeignet sein...

Gruss
Thorsten
 
Hallo Marcel,

den Orbit der höheren Satelliten abzusenken erhöht die Zeit im Erdschatten um wieviel Minuten pro Umlauf? Dafür werden sie wieder heller, da sie niedriger sind und der niedrige Orbit wird noch mehr überfüllt. Auch wenn es sich wieder nach Starlink-Bashing anhört, denke ich, daß Starlink ganz schlau die Bedenken der Astronomen nutzt, um noch mehr Satelliten im attraktiveren niedrigeren Orbit einzusetzen (Latenzzeit!). Ein mögliches Kesslersyndrom rückt dadurch erst recht näher.

Gruß

*entfernt*
 
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