Starlink-Satelliten

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Wobei wir wieder bei Philip Morris und Fukoshima wären. "Wenn es da ein Risiko gäbe, dann würde niemand .... Bla Bla Bla"

*entfernt*
 
Hallo!

Irgendwie so könnte es doch gehen, oder?

Im Prinzip schon, aber je flacher die Winkel werden, desto größer muß der Sonnenschirm werden. Oder er wird tatsächlich beweglich ausgeführt. Halte ich beides aber nicht für wirklich praktikabel. Zu viel Masse, der gesamte Satellit soll ja nur ca. 250kg wiegen, von denen ein nicht unerheblicher Teil Kryptongas für den Antrieb sein dürfte. Zu viel Fläche noch dazu, denn ein Sonnenschirm der die Solarpanels abschirmt muss mindestens deren Fläche haben. Also doppelter Luftwiderstand, halbe Lebensdauer...

Zitat von MiMeDo:
Aber die Person die am allerallerallermeisten daran interessiert sein muss dass da nix schief geht ist der Betreiber selber.

Ja schon, aber was dessen wirkliche Motive (und seinen Geisteszustand - immer öfter liest man im Zusammenhang mit ihm von „bipolar disorder“) angeht, tappen wir alle im Dunklen. Dazu kommt, dass wir (ich zumindest) nichts über die Managementstruktur, sowohl finanziell als auch technisch, von Space-X und Starlink wissen. Sind das Leute auf Zeitverträgen (nicht unüblich im Silicon Valley), die in so kurzer Zeit wie möglich so viel Geld wie möglich verdienen wollen/müssen und dann „nach mir die Sintflut“? Oder eher verantwortungsbewusste Denker mit langfristiger Perspektive?

Noch eine Sache macht mir Sorgen, denn ich sehe eine ähnliche Entwicklung in meinem jetztigen Arbeitsfeld, der Luftfahrt: Wenn dieses flächendeckende Breitband-Internet aus dem All dereinst tatsächlich einsatzbereit sein sollte und für die Nutzer bezahlbar (oder gar günstig), dann gibt es immer weniger Grund die terrestrische Infrastruktur auszubauen oder auch nur zu warten. In der Fliegerei sehen wir das seit 20 Jahren: Seit die satellitengestützte Navigation präzise und alltagstauglich geworden ist, werden die bodengestützten Einrichtungen (Funkfeuer und Instrumentenlandesysteme) nach und nach abgebaut. Selbst einige morderne Bordinstrumente funktionieren nicht mehr ohne GPS Signal, bei manchen Flugzeugen sogar essentielle Dinge wie der künstliche Horizont. Fällt die Satellitennavigation für längere Zeit aus (Sonnensturn, Sabotage, Krieg, ...) dann wird das die Luftfahrt härter treffen als Corona, denn dann kann man nicht nach vier Wochen Quarantäne und Alibistoffmasken für die Passagiere den Betrieb wieder aufnehmen und alles ist wieder wie vorher. Dann ist einfach weltweiter Stillstand, und zwar so lange, bis entweder die Navigationssatelliten wieder funktionieren oder man wieder Bodenanlagen installiert hat. Und dasselbe droht uns möglicherweise in 10 Jahren nach einem Ausfall von Starlink auch: Weltweit kein Telefon und kein Internet mehr...

Grüße
Maximilian
 
Hallo Maximilian,
Du hast Recht. Die Abhängigkeit von satellitengestützten Systemen wächst ständig.
Und Starlink ist ein Risiko für alle Systeme, die auf gleicher Umlaufbahn sind. Die kleinen Dinger werden auch nicht groß kontrolliert, sie kontrollieren sich selbst! Alles auf Autopilot. Und wenn mal eine Kollision droht, dann interessiert das bei Musk & Co. niemanden. Dort ist man der Ansicht, dass die Anderen doch ausweichen sollen, wenn sie Angst vor einem Crash haben. Sollen die doch ihren wertvollen (und da oben begrenzten) Treibstoff für Ausweichmanöver verbrauchen.

Und wenn ich da von „Sonnenschirmchen“ lese, die die Dinger unauffälliger machen sollen, dann fällt mir nix mehr ein. Wer glaubt denn, dass der gnädige Herr Musk auch nur einen Dollar ausgibt, für so ein Zeug? Ich nicht!

Er gibt sich „gesprächsbereit“. Toll! Aber nebenbei schafft er Tatsachen, die sich für lange Zeit nicht mehr umkehren lassen. Dann ist es halt, wie es ist. Schlimm ist das.....

CS

Dietmar
 
Hallo Maximilian!

Wenn du meine Skizze anschaust, siehst du dass das mit dem Winkel nicht on/off ist, sondern graduell schlechter wird. Der Schirm muss nicht all zu gross werden um die allermeisten Fälle abzudecken. Ein paar nahe des Horizonts wohl nicht, aber da stören die Dinger ja nicht mehr so.

Luftwiderstand: Der Schirm ist quer zur Flugrichtung angeordnet, also eher gering.

Geisteszustand: Psychopath halt, wie alle die es so weit bringen. Wenigstens mit "guten" Absichten. Die meisten Berichte zu dem Thema dürften aber wohl eher von Boeing lanciert worden sein.

Management: Er hat die Gwynne Shotwell, sie ist eine seiner allerersten Mitarbeiter(innen) seit 2002(?), eine Frau die den Laden ganz hervorragend kontrolliert. Und vor den gelegentlichen Eskapaden vom Chef schützt. Solange die da ist darf man Hoffnung haben.

Ausfall Satelliten: Ja, da könntest du ziemlich Recht haben. Vielleicht hilft ja die Coronakrise, den Blick auf Reservesysteme zu schärfen. Nicht nur bei der Gesundheit, sondern bei allem (siehe deine Beispiele).

Gruss
Thorsten
 
Und wenn mal eine Kollision droht, dann interessiert das bei Musk & Co. niemanden.

Und wenn ich da von „Sonnenschirmchen“ lese, die die Dinger unauffälliger machen sollen, dann fällt mir nix mehr ein. Wer glaubt denn, dass der gnädige Herr Musk auch nur einen Dollar ausgibt, für so ein Zeug? Ich nicht!
Du hältst ihn offensichtlich für dumm. Er mag vieles sein, aber wenn eines nicht, dann dumm.

Gruss
Thorsten
 
Moin,

Zitat eines gewissen Okke D. vom Mai 2019:
Ich denke, der einzige Weg, dem Elon gleichzeitig "sein Spielzeug" nicht zu verbieten und den Astronomen "ihr Spielzeug" nicht kaputt zu machen, ist die Suche nach einer einvernehmlichen Lösung für alle. Klingt ja erstmal nach Widerspruch, aber...

Schwarz anpinseln war der erste Gedanke. Dann werden die Kisten aber heiß, zu heiß...

Besser: man könnte alle kommenden Satelliten mit einer Art "Regenschirm" austatten, der sich zur Erde hin entfaltet und mit einer sehr schwarzen Oberfläche beschichtet ist, den Sat komplett nach unten abschattet, aber durchlässig für die HF ist. Gut auf 1m Abstand vom Grundgehäuse sollte eine über Gebühr Erwärmung des Satelliten verhindern können. Der Regenschirmmechanismus ist perfekt dafür. Wieviel kW Strahlungsleistung pro qm hats da draußen gleich? Ok, wird warm. Aber man muß ja nicht alles absorbieren, kann man ja selektiv beschichten, oder gleich einen schwenkbaren Folienspiegel...

...und:

... Anmerkung zu 'andere werden nachkommen' ... sehe ich auch so! Man kann nur hoffen, daß beim Weltraumschrott berücksichtigt wurde/wird, daß die vielen Apparate mit ihrer Gesamtzahl garnicht mal so sehr Geschosse sind, sondern vor allem Ziele bei der gesamt-Angriffsfläche... :oops:
Danach... sinds dann Geschosse...

Ob ich mich in einem Jahr erneut zitieren muß, wenn's zu Zitat 2 kommt?

Schaumermol..... :rolleyes:

Gruß,
Okke
 
Hallo,

die Solarpanele sollten auf die Sonne ausgerichtet bleiben - außer natürlich, wenn der Satellit sowieso im Schatten ist. Die Erde dreht sich aber unter dem Satelliten weg und ändert dadurch ständig die Position relativ zu Solarpanel und Sonnenschirm. Es ist also nicht ganz trivial die Reflektion zu Erde ständig abzublocken.
Ich mach mir sowieso weniger Sorgen um die Auswirkungen auf die Astrofotografiererei, als um die Überfüllung des LEO. Das wird mit Sonnenschirmchen auch nicht gelöst.

Gruß

Heiko

Hi Heiko,

Überfüllung ist aber auch relativ - alleine für die 550km Orbitalschale hätte jeder Starlink eine Fläche von über 50.000 Quadratkilometern für sich (bei 12.000 Satelliten in einer Orbitalschale). Also ein Satellit auf einer Fläche größer als Niedersachsen, die Niederlande, Dänemark oder die Schweiz, dazu noch mit automatischen Systemen zum Ausweichen und der Möglichkeit aktiver Steuereingriffe vom Boden. Ich kann da einfach keine unlösbaren Probleme erkennen. Klar muss man aufpassen und das sollte alles vernünftig koordiniert werden, am besten auch durch eine Art "Flugsicherung für den Weltraum", aber sowas ist ja vielerorts auch schon im Aufbau.

VG Marcel
 
Noch eine Sache macht mir Sorgen, denn ich sehe eine ähnliche Entwicklung in meinem jetztigen Arbeitsfeld, der Luftfahrt: Wenn dieses flächendeckende Breitband-Internet aus dem All dereinst tatsächlich einsatzbereit sein sollte und für die Nutzer bezahlbar (oder gar günstig), dann gibt es immer weniger Grund die terrestrische Infrastruktur auszubauen oder auch nur zu warten. In der Fliegerei sehen wir das seit 20 Jahren: Seit die satellitengestützte Navigation präzise und alltagstauglich geworden ist, werden die bodengestützten Einrichtungen (Funkfeuer und Instrumentenlandesysteme) nach und nach abgebaut. Selbst einige morderne Bordinstrumente funktionieren nicht mehr ohne GPS Signal, bei manchen Flugzeugen sogar essentielle Dinge wie der künstliche Horizont. Fällt die Satellitennavigation für längere Zeit aus (Sonnensturn, Sabotage, Krieg, ...) dann wird das die Luftfahrt härter treffen als Corona, denn dann kann man nicht nach vier Wochen Quarantäne und Alibistoffmasken für die Passagiere den Betrieb wieder aufnehmen und alles ist wieder wie vorher. Dann ist einfach weltweiter Stillstand, und zwar so lange, bis entweder die Navigationssatelliten wieder funktionieren oder man wieder Bodenanlagen installiert hat. Und dasselbe droht uns möglicherweise in 10 Jahren nach einem Ausfall von Starlink auch: Weltweit kein Telefon und kein Internet mehr...

Grüße
Maximilian

Hi Maximillian,

ein valider Punkt - insbesondere die US Streitkräfte bauen daher in ihre neuen Systeme wieder redundante Navigationssysteme wie INS ein und entwickeln diese auch wieder weiter was man viele Jahre für nicht mehr nötig hielt.

Starlink soll aber natürlich die Infrastruktur am Boden nicht ersetzen sondern ergänzen. Klar, das Dorf "am [zensiert] der Welt" ist erst mal wieder offline wenn Starlink ausfällt aber die Städte werden auch künftig besser über Kabel angebunden. Eine Großstadt könnte auch bei 1 mio Starlink Empfängern auf ein paar hundert Quadratkilometern gar nicht effektiv versorgt werden, da nur eine begrenzte Anzahl an Satelliten zu jedem Zeitpunkt sichtbar und damit erreichbar ist (ich glaube es waren 35 geplant im 12.000er Ausbau). Mit den derzeitigen Satelliten mit einer Bandbreite von etwa 70Gbit/s ergibt sich so pro "Funkzelle" eine aggregierte Bandbreite von etwa 2,5TBit/s - mehr als genug für ländliche Gegenden mit kleineren Städten aber unzureichend für Millionenstädte oder generell stark urbanisierte Räume.

VG Marcel
 
Hallo Dietmar,

also das was du ihm da so unterstellst würden nur dumme Menschen tun.

> gierig, egoistisch und rücksichtslos
Da widerspreche ich dir nicht unbedingt.

Gruss
Thorsten
 
Hallo!

...hätte jeder Starlink eine Fläche von über 50.000 Quadratkilometern für sich...

Das ist der Durchschnittswert. Sowas kann man für die Luftfahrt ebenfalls ausrechnen und kommt auf ähnliche Größenordnungen. Trotzdem kommt es in sehr vielen Situationen zu gefährlichen Annäherungen. Und bei Flugzeugen „nur“ mit 1/2km/s und nicht mit 10km/s, was deutliche mehr Optionen für mögliche Reaktionen lässt.

...am besten auch durch eine Art "Flugsicherung für den Weltraum", aber sowas ist ja vielerorts auch schon im Aufbau.

Ja bestimmt. 12000 ist ungefähr die Zahl an Flugzeugen, die vor der Coronakrise weltweit gleichzeitig in der Luft waren. Alleine die Deutsche Flugsicherung benötigt für ihren Anteil daran 5600 Mitarbeiter und hat einen Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Euro. Die Kosten werden dadurch erwirtschaftet, dass jedes kontrollierte Flugzeug pro Flugstunde etwa 100 Euro Gebühren zahlen muß. Zusätzliche Gebühren in ähnlicher Höhe fallen noch für jeden kontrollierten Landeanflug an.
Selbst wenn der Kontrollaufwand bei einer Satellitenkonstellation wie Starlink sehr viel geringer sein dürfte (im Normalbetrieb zumindest) dann würden doch erhebliche Zusatzkosten auf den Betreiber zukommen, die sein Produkt vielleicht zu teuer machen.

Ausserdem gibt es genügend nicht vorhersehbare Szenarien auf die kein automatisches Ausweichsystem reagieren kann. Was ist, wenn eine Raketenoberstufe explodiert und eine Trümmerwolke hinterlässt, deren Position und Größe man erst wirklich kennt, nachdem schon die Hälfte der Starlink Satelliten durchgeflogen ist? Oder Nordkorea will der Welt zeigen, dass es jetzt auch in der Lage ist, Satelliten abzuschiessen? Oder ein unzufriedener/geistig verwirrter Mitarbeiter von Starlink deaktiviert die Sicherheitssysteme und/oder führt absichtlich eine Kollision herbei („Germanwings 9525“ sollte diesbezüglich einem jeden technikgläubigen die Augen öffnen - ein einziger entschlossener Mensch kann innerhalb von 10 Minuten sämtliche Sicherheitssysteme ausser Kraft setzen, die in 100 Jahren Luftfahrttechnik entwickelt wurden).

Nein, Sicherheit gibt es da keine.

Grüße
Maximilian
 
Hallo!



Das ist der Durchschnittswert. Sowas kann man für die Luftfahrt ebenfalls ausrechnen und kommt auf ähnliche Größenordnungen. Trotzdem kommt es in sehr vielen Situationen zu gefährlichen Annäherungen. Und bei Flugzeugen „nur“ mit 1/2km/s und nicht mit 10km/s, was deutliche mehr Optionen für mögliche Reaktionen lässt.



Ja bestimmt. 12000 ist ungefähr die Zahl an Flugzeugen, die vor der Coronakrise weltweit gleichzeitig in der Luft waren. Alleine die Deutsche Flugsicherung benötigt für ihren Anteil daran 5600 Mitarbeiter und hat einen Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Euro. Die Kosten werden dadurch erwirtschaftet, dass jedes kontrollierte Flugzeug pro Flugstunde etwa 100 Euro Gebühren zahlen muß. Zusätzliche Gebühren in ähnlicher Höhe fallen noch für jeden kontrollierten Landeanflug an.
Selbst wenn der Kontrollaufwand bei einer Satellitenkonstellation wie Starlink sehr viel geringer sein dürfte (im Normalbetrieb zumindest) dann würden doch erhebliche Zusatzkosten auf den Betreiber zukommen, die sein Produkt vielleicht zu teuer machen.

Ausserdem gibt es genügend nicht vorhersehbare Szenarien auf die kein automatisches Ausweichsystem reagieren kann. Was ist, wenn eine Raketenoberstufe explodiert und eine Trümmerwolke hinterlässt, deren Position und Größe man erst wirklich kennt, nachdem schon die Hälfte der Starlink Satelliten durchgeflogen ist? Oder Nordkorea will der Welt zeigen, dass es jetzt auch in der Lage ist, Satelliten abzuschiessen? Oder ein unzufriedener/geistig verwirrter Mitarbeiter von Starlink deaktiviert die Sicherheitssysteme und/oder führt absichtlich eine Kollision herbei („Germanwings 9525“ sollte diesbezüglich einem jeden technikgläubigen die Augen öffnen - ein einziger entschlossener Mensch kann innerhalb von 10 Minuten sämtliche Sicherheitssysteme ausser Kraft setzen, die in 100 Jahren Luftfahrttechnik entwickelt wurden).

Nein, Sicherheit gibt es da keine.

Grüße
Maximilian

Nun weißt Du aber natürlich genau so gut wie ich das Flugzeuge nicht gleichförmig über den Himmel verteilt sind sondern in im Vergleich verschwindend kleinen Korridoren fliegen, der Witterung unterliegen, von Menschen gesteuert werden und ohne aktiven Antrieb innerhalb weniger Minuten runter fallen ;)
All das ist bei Satelliten anders und sehr viel einfacher - auch wenn sie 20 mal schneller unterwegs sind.

VG Marcel
 
Selbst wenn der Kontrollaufwand bei einer Satellitenkonstellation wie Starlink sehr viel geringer sein dürfte (im Normalbetrieb zumindest) dann würden doch erhebliche Zusatzkosten auf den Betreiber zukommen, die sein Produkt vielleicht zu teuer machen.

Grüße
Maximilian

Die Kosten werden wohl eher (wie so oft und in vielen Geschäftsfeldern) externalisiert. Die im Aufbau befindlichen Weltraumlagezentren in den USA, Deutschland und anderswo sind staatlich bzw militärisch und damit bezahlt vom Steuerzahler.

VG Marcel
 
Hallo!

Nun weißt Du aber natürlich genau so gut wie ich das Flugzeuge nicht gleichförmig über den Himmel verteilt sind sondern in im Vergleich verschwindend kleinen Korridoren fliegen, ...

Das mit den „Korridoren“ war einmal. Luftstrassen heissen die auf Deutsch, „airway“ international. Die waren den bodengestützen Navigationssystemen geschuldet. Heute wird „Flächennavigation“ (im Gegensatz zur Punkt-zu-Punkt Streckenführung) betrieben, die primär satellitengestützt ist. Viele Länder haben ihre Luftstrassensysteme schon komplett abgeschafft (die ersten in Europa waren die Ungarn vor 3 oder 4 Jahren), alle anderen werden bald folgen. Die einzigen „Korridore“ die es noch gibt sind die An- und Ablugrouten zu den Flüghäfen und dienen in erster Linie der Minimierung des Fluglärms. Auf denen ist aber inzwischen eine navigatorische Präzision gefordert (zum Googlen: „RNP“ wie required navigational performance) die nur mit Satelliten zu erreichen ist. Dem von Dir in einem anderen Posting angeführten „INS“ fehlt da mindestens eine Größenordnung an Genauigkeit. Das ist ein schönes Backup um nach einem langen Flug ungefähr in die Nähe des Ziels zu kommen aber viel mehr nicht.


Das ist bei den Flugzeugen genau das Problem, weil dadurch schwer planbare Ausweichbewegungen stattfinden, die sich auf den ganzen Verkehr sogar in großer Entfernung auswirken. Wenn der este einem Gewitter beim Landeanflug in Frankfurt ausweicht, muss die Flugsicherung bis Stuttgart die Routen der Flugzeuge ändern...
Das wird bei Starlink nicht anders sein: Wenn der erste Satellit eigenmächtig ein Ausweichmanöver beginnt müssen alle X-hundert auf derselben Schale ebenfalls ausweichen. Nämlich erst ihm und danach allen. Und dann müssen sie ihre Konstellation wieder herstellen, damit sie überhaupt ihre Aufgabe erfüllen können.


Genau deswegen funktioniert die Luftfahrt noch. Die künstliche Intelligenz ist noch weit davon entfernt, den Menschen an solchen Stellen zu ersetzen. Und das, obwohl man auf einen Erfahrungsschatz von Jahrzehnten zurückgreifen kann. In der Raumfahrt dagegen sind diese Art Probleme (Stichwort „Luftraumüberfüllug“) weitgehend neu. Damit gibt es bisher keine Erfahrungen und die Lösungsansätze sind noch gar nicht in der Praxis erprobt worden. Wahrscheinlich in irgendeinem Rechner simuliert: „garbage in - garbage out“.
Wie kann man so vermessen und überheblich sein zu glauben, dass so etwas auf Anhieb funktionieren kann?

Grüße
Maximilian
 
Hallo!



Das mit den „Korridoren“ war einmal. Luftstrassen heissen die auf Deutsch, „airway“ international. Die waren den bodengestützen Navigationssystemen geschuldet. Heute wird „Flächennavigation“ (im Gegensatz zur Punkt-zu-Punkt Streckenführung) betrieben, die primär satellitengestützt ist. Viele Länder haben ihre Luftstrassensysteme schon komplett abgeschafft (die ersten in Europa waren die Ungarn vor 3 oder 4 Jahren), alle anderen werden bald folgen. Die einzigen „Korridore“ die es noch gibt sind die An- und Ablugrouten zu den Flüghäfen und dienen in erster Linie der Minimierung des Fluglärms. Auf denen ist aber inzwischen eine navigatorische Präzision gefordert (zum Googlen: „RNP“ wie required navigational performance) die nur mit Satelliten zu erreichen ist. Dem von Dir in einem anderen Posting angeführten „INS“ fehlt da mindestens eine Größenordnung an Genauigkeit. Das ist ein schönes Backup um nach einem langen Flug ungefähr in die Nähe des Ziels zu kommen aber viel mehr nicht.



Das ist bei den Flugzeugen genau das Problem, weil dadurch schwer planbare Ausweichbewegungen stattfinden, die sich auf den ganzen Verkehr sogar in großer Entfernung auswirken. Wenn der este einem Gewitter beim Landeanflug in Frankfurt ausweicht, muss die Flugsicherung bis Stuttgart die Routen der Flugzeuge ändern...
Das wird bei Starlink nicht anders sein: Wenn der erste Satellit eigenmächtig ein Ausweichmanöver beginnt müssen alle X-hundert auf derselben Schale ebenfalls ausweichen. Nämlich erst ihm und danach allen. Und dann müssen sie ihre Konstellation wieder herstellen, damit sie überhaupt ihre Aufgabe erfüllen können.



Genau deswegen funktioniert die Luftfahrt noch. Die künstliche Intelligenz ist noch weit davon entfernt, den Menschen an solchen Stellen zu ersetzen. Und das, obwohl man auf einen Erfahrungsschatz von Jahrzehnten zurückgreifen kann. In der Raumfahrt dagegen sind diese Art Probleme (Stichwort „Luftraumüberfüllug“) weitgehend neu. Damit gibt es bisher keine Erfahrungen und die Lösungsansätze sind noch gar nicht in der Praxis erprobt worden. Wahrscheinlich in irgendeinem Rechner simuliert: „garbage in - garbage out“.
Wie kann man so vermessen und überheblich sein zu glauben, dass so etwas auf Anhieb funktionieren kann?

Grüße
Maximilian


Hi Maximillian,

auch ohne feste Luftstraßen konzentriert sich der Luftverkehr trotzdem räumlich sehr stark, weil die Flughäfen nun mal nur auf bestimmten Wegen sinnvoll angeflogen werden können. Kein Flugzeug auf der Welt hat 50.000 oder auch nur 10.000 Quadratkilometer für sich (außer vielleicht eine einsame Militärmaschine über Sibirien).
Und trotz allem... ich habe mal kurz recherchiert. Seit meiner Geburt 1985 gab es 6 Zusammenstöße von zivilen Flugzeugen (Unfälle von Militärmaschinen bei Formationsflügen etc klammern wir mal aus - das ist wirklich nicht vergleichbar) auf der Welt. Und alle waren auf eine unglückliche Verkettung menschlichen und technischen Versagens zurückzuführen die so im Weltraum nicht wirklich übertragbar sind. Daher gab es ja auch erst einen Satellitenzusammenstoß (2009).
Wenn ich einen Satelliten im Orbit (oder jedes andere Objekt) erfasse und seine orbitalen Parameter kenne, kann ich auf ein paar Meter genau berechnen wo dieses Objekt in einem Monat ist - das kann ich mit keinem Flugzeug realistisch tun. Hinzu kommt das die Überwachung des Orbits besser und nicht schlechter wird, genau wie die Systeme zur Berechnung und dem Einleiten von Ausweichmanövern. Und selbst wenn - ein paar Kollisionen machen noch kein Kessler und in 500km Orbits ist die Schrottwolke innerhalb von wenigen Jahren wieder in die Atmosphäre eingetreten. Alle paar Jahre eine Kollision wäre also auch völlig zu verschmerzen auch wenn man es natürlich vermeiden muss.
Wie schon gesagt - man muss daran arbeiten und sollte es auch nicht auf die leichte Schulter nehmen aber das Prblem erscheint lösbar und daran arbeiten ja auch nicht irgendwelche Tölpel.

VG Marcel
 
also das was du ihm da so unterstellst würden nur dumme Menschen tun.
Hallo Thorsten,
das sehe ich etwas anders: Die Geschichte mit dem „Sollen doch die Anderen ausweichen“ zeigt eher, dass er ein eiskalter, berechnender Typ ist. Er läßt erkennen, dass es ihm auf einen oder sogar ein paar seiner Drecksdinger gar nicht ankommt. Er hat genug davon, und hat eine entsprechende Ausfallrate bereits einkalkuliert. Er rechnet damit, dass die Anderen eben mehr Angst um ihre Satelliten haben, und dann halt das (teure) Ausweichmanöver fahren.
Nein, der Mann ist nicht dumm. Seine Emotions- und Empathielosigkeit und eben seine Berechnende Art sind einer der Schlüssel zu seinem Erfolg, den er ohne Zweifel hat.
Wer oder Was dabei auf der Strecke bleibt, ist ihm völlig egal.

Und wer glaubt, dass er sich auch nur eine Sekunde Gedanken über Hobbyastronomen, Astrofotografen und andere Spinner* macht , der irrt.

CS

Dietmar


PS
für den Fall, dass es Dich interessiert: Im Stern gab es mal etwas über den Mann zu lesen...

*in seinen Augen
 
Hallo!

Kein Flugzeug auf der Welt hat 50.000 oder auch nur 10.000 Quadratkilometer für sich (außer vielleicht eine einsame Militärmaschine über Sibirien).

Aber sicher hat es das, denn Flugzeuge werden ja auch in der Höhe gestaffelt. 10000 Quadratkilometer heisst 100 km in jede Richtung. Das hat man selbst in Mitteleuropa oft genug, wenn man nicht gerade zur rush-hour unterwegs ist. Auch wenn es auf Flightradar24 so aussieht als ob da oben ein großes Gewimmel herrscht, muss man immer daran denken, dass sich das auch in die dritte Dimension erstreckt.

Daher gab es ja auch erst einen Satellitenzusammenstoß (2009).

Was sicher auch daran liegt, dass es bisher ziemlich wenige Satelliten gab, die sich zudem noch auf ziemlich viele Orbits verteilt haben. Bald haben wir aber ziemlich viele Satelliten, die sich auf ziemlich wenigen Orbits tummeln... Dann werden die Karten neu gemischt - sozusagen.

...ein paar Kollisionen machen noch kein Kessler ...

Eine einzige kann einen „Kessler“ machen, wenn es dumm läuft.

...und in 500km Orbits ist die Schrottwolke innerhalb von wenigen Jahren wieder in die Atmosphäre eingetreten. ...

Definiere „wenige Jahre“. Schrott im 500km Orbit kann sich durchaus 10 und mehr Jahre dort halten. In dieser Zeit wird dann keine Raumfahrt wie wir sie heute betreiben mehr möglich sein und auch jede Mission in höhre Orbits muss auf ihrem Weg dorthin die Trümmerwolke passieren, was ein vollkommen unkalkulierbares (und für bemannte Missionen: unzumutbares) Risiko darstellt.

...unAlle paar Jahre eine Kollision wäre also auch völlig zu verschmerzen auch wenn man es natürlich vermeiden muss.

Eine einzige Kollision ist eine zuviel und wie schon geschrieben absolut nicht zu verschmerzen.

Grüße
Maximilian
 
Hallo Satellitenfreunde,
so-
eben zog sie hier im Norden durch, knapp über Dächer und Baumwipfel, die Parade des Schreckens. Zuerst ein Zug von 39 Punkten, danach nochmal 20. Beobachtet um 22:00 Uhr, im 10x42, nach dem Meridiandurchgang bald im Erdschatten verschwindend.
Tja, was soll man sagen? Schon beeindruckend, und zugleich einen Knoten im Magen verursachend. Neulich die bereits auf Bahn befindlichen, hellen, nicht aufhörenwollenden Dinger, das ist wirklich nicht schön. Hoffen wir auf die Sonnenschirmchen, die Musk angekündigt hat.

CS,
Henning
 
Sonnenschirmchen ..........darüber kann ich noch nicht einmal lachen......

CS

Dietmar
 
Von dieser Art der Berichterstattung würde ich mir viel mehr wünschen.
Ein weltweiter Sturm der Entrüstung, ja das wäre gut.

CS

Dietmar
 
Es gab wohl einen Vortrag von Elon Musk über die Maßnahmen zur Verringerung der Helligkeit der Starlinks.
Hier ein Twitter-Thread von Jeff Foust, ich weiss nicht ob es irgendwo eine bessere Zusammenfassung gibt.

Und endlich sind sie auch hier vorbeigeflogen.
Was für eine Enttäuschung! Gestern noch mit 1.0m angekündigt (für heute), hat sich das geändert heute mit gerade mal noch 2.5m. Und die gab's wenn überhaupt nur als Flares an einer Stelle des Himmels. Um die Satelliten bis zum Eintritt in den Erdschatten zu verfolgen brauchte es schon ein kleines Fernglas. Von wegen "unheimlich" oder "bedrohlich" oder "Schrecken" oder so. Ich hatte mir echt ein eindrucksvolleres Spektakel erwartet. Vielleicht wurde die im oben verlinkten Thread erwähnte "orientation roll" ja schon durchgeführt...

Gruss
Thorsten
 
Und endlich sind sie auch hier vorbeigeflogen.
Was für eine Enttäuschung! Gestern noch mit 1.0m angekündigt (für heute), hat sich das geändert heute mit gerade mal noch 2.5m. Und die gab's wenn überhaupt nur als Flares an einer Stelle des Himmels. Um die Satelliten bis zum Eintritt in den Erdschatten zu verfolgen brauchte es schon ein kleines Fernglas. Von wegen "unheimlich" oder "bedrohlich" oder "Schrecken" oder so. Ich hatte mir echt ein eindrucksvolleres Spektakel erwartet. Vielleicht wurde die im oben verlinkten Thread erwähnte "orientation roll" ja schon durchgeführt...

Gruss
Thorsten

Heller waren die auch noch nie - mit Ausnahme von kurzen Flares hab ich noch keinen heller ca 2 mag gesehen.

Elon hat wohl auch angekündigt er würde gerne ein großes Weltraumteleskop bauen:


VG Marcel
 
Och, wenn ich das ab und zu statt meinem dann nutzlosen 8 Zöller nutzen darf, ist es OK ;)

*entfernt*
 
Das mit dem Weltraumteleskop ist eigentlich keine Neuigkeit, davon ist schon lange die Rede. Wenn (falls) das Starship tatsächlich mal fliegt, dann kann man damit alles mögliche 1000x billiger nach oben transportieren. Dazu gehören auch Weltraumteleskope. (Böse Zungen sagen, man könnte ja das JWST mit dem Starship starten, wäre billiger und könnte schneller sein. Vor allem letzteres dürfte aber nicht hinhauen.)

Vielleicht (Idee von mir gerade eben beim Schreiben) gibt es dann ja sogar "Remote-Teleskope" für Amateure im All, so wie es das ja heute schon irgendwo in USA glaube ich gibt. Ich selber werde aber trotzdem mein eigenes weiter benutzen, und, keine Sorge Heiko, das wird man trotz Starlink noch können.

Gruss
Thorsten
 
Der nächste Start, Starlink 7 soll am 7. Mai um 13:30Uhr deutsche Zeit stattfinden. Man scheint sich also wieder dem 2 Wochen Rhythmus anzunähern.

VG Marcel
 
Und die Antennen schauen von der Erde weg... :unsure:
Dürfte vermut ich mal nicht die final version sein.

Gruss
Thorsten
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben