Navigation am Himmel mit einem einfachsten manuellen Selbstbau-“GoTo“ für azimutale Montierungen

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Das entspanntere beidäugige Sehen gilt meiner Erfahrung auch bei der monokularem Beobachtung, wenn nur mit einem Okular beobachtet wird.
Ich persönlich beobachte entspannter, wenn ich am Okular ein Auge mit der flachen Hand zuhalte anstatt es zu zukneifen.
Hallo Gerd,

danke für den Tipp!

Ich möchte in diesem Zusammenhang noch erwähnen, dass mir auch mal von jemandem empfohlen wurde, man könne beim Beobachten das andere Auge mit einer Augenklappe verdecken. Ich persönlich hab mich, als ich das ausprobierte, nicht sehr wohl damit gefühlt. Aber vielleicht ist ja auch diese Variante für den einen oder anderen eine machbare Möglichkeit, um zu verhindern, das zweite Auge zu sehr zu verkrampfen.

Viele Grüße
Sabine
 
Hi,
vielleicht ist ja auch diese Variante für den einen oder anderen eine machbare Möglichkeit,
ja, so mancher Pirat hat von der Möglichkeit damals sicher ausgiebig Gebrauch gemacht ;). Und vor allem zur Fasnacht ist der Bucaneer-Style immer hoch im Kurs. Aber im alltäglichen Gebrauch vielleicht nicht unbedingt jedermanns/fraus Sache.Vor allem der Moment, wenn das vorher abgedeckte Auge wd. mitgucken darf, fühllt sich für mich z.B. auch immer seltsam an, ist zwar nicht lange, aber man merkt dass sich da wd. was Umstellen muss im Kopf...
Trotzdem decke ich auch mal ein Auge ab, wenns nicht anders geht. Meistens aber versuche ich mir es so einzurichten, dass das 'freie' Auge auf einen dunklen Hintergrund schaut, dann kann ich es beim Beobachten von hellen Objekten (Planeten) einfach offen lassen, ohne dass die Überlagerung den Blick das anderen durchs Okular gross stört, und somit ganz entspannt beobachten. Falls Mond od. beleuchtete Häuser od. ähnliches stören, kann man sich auch mit einem dunklen Stück Pappe eine Abschattung basteln, um das freie Auge "ins dunkle "schauen zu lassen.
-cb
 
Nein, ich mache das auch so. Auch schon seit Jahrzehnten.

Einfach auf der Sternkarte schauen, wo das Teil ist, mit dem Leuchtpunktvisier das Teleskop auf die Stelle ausrichten und man hat das Ziel im Okular stehen. Bis 50x kriegt man das auch als Anfänger mit einem Plösslokular auf Anhieb hin. So mache ich sogar den ersten Sync mit meiner Goto. Ist super einfach und du findest alles in <1 Minute.

Starhopping mache ich eigentlich nur, wenn ich z.B. einen Asteroiden oder sowas suchen will. Dann peile ich aber die Stelle schon mal an und mache das Starhopping innerhalb des Okulargesichtsfelds ohne nochmal neu ausrichten zu müssen.

Grüße
Joachim
 
Huhu Zusammen.

Als bastel-party-crasher würde man anstatt des selbsbauquadranten einen digitalen Winkelmesser aus dem Baumarkt ans Teleskop pappen .

Gleiches Prinzip, genauerer Winkel :)

Will aber euren genialen Bastelspass nicht schmälern.

Nur falls wer mitliest und zur Grundidee dann doch genauere Winkeldaten haben möchte.

Denn einfache Winkelsucher kosten nicht die Welt.

Wenn's gebastelt sein soll.
Könnte man sich auch ein Geodreieck oder Winkelschablone ans Achskreuz pappen.

Der große Vorteil eures Quadranten ist natürlich die automatische 0° bzw. 90° Anzeige bedingt durch die Schwerkraft des Pendels.
Ganz ohne Wasserwaage zur erst Justage.

Gruß Markus
 
Hi,
Kaufen kann man eigentlich alles. Aber das Selbsgebaute, sei es noch so primitiv, ist die höchste Kunst des Bastlers. Es macht einem Stolz, etwas sehr wertvolles geschaffen zu haben.
Gruß Klaus
 
Hallo,

nun haben ja einige geschrieben, das es mit Leuchtpunktsucher und Telrad doch recht leicht geht alles zu finden, das stimmt aber nur wenn ein stabiles Teleskop in ausreichender Höhe vor sich hat!

Oben schrieb ich, das es aber nicht oft diese ideale Teleskopposition gibt, einmal der Stabilität geschuldet oder wegen der Objektposition am Himmel.

Selbst an meinem 12" Dobson mit ca. 160cm Einblickhöhe, ist es ohne sich kniend unter dem Telrad oder Leuchtpunktsucher positionierend, M57 oder M92 und M97 in Zenitnähe, kaum möglich entspannt zu suchen!

Mit der Kopfverrenkung, stehend oder halb gebückt ist der Ein - und seitliche Vorbeiblick an den Punktsuchern, führt auch nicht bei jedem Anlauf zum Erfolg,
das sehe ich dauernd bei meinen Besuchern, die erfolglos abbrechen weil sich es in dieser Haltung nicht lange genug aushalten können, um entspannt das Objekt zu finden!

Der oben angesprochenen französische Astrokollege, war bequem sitzend mit dem Teilkreisberwertem 8" Dobson und seiner Liste in Zenitnähe, immer schneller und sicherer am Ziel, als ich mit meinem Verrenkungen am Telrad!

Planetariumsprogramme mit ausreichend Einstellmöglichkeiten sind heute schon hilfreich, doch auch da muss man von Unten nach Oben, das zum Objekt gerichteten Display anschauen.
Eimal las ich man könne dem Handy durch Abwahl der Wasserwaagen App oder so, dann auch liegend die Himmelsposition anpeilen, was bei den neuen Handys mit den vielen Lagesensoren, wohl nicht mehr geht!

Einzig allein der Celestron StarSense Explorer Handyhalter mit Spiegel und Astrofoto - App bringt da Abhilfe!
Oder kennt hier Jemand noch eine andere freie App, die das möglich macht?


Gruß Günter
 
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Ah, Streulichtoptimierung mit Papier und Schere klingt auch spannend. Da seh ich noch einige Bastel-Arbeiten kommen...
Ich meine das Velours- und Blendentuning um Inneren des Tubus, und gleich vorab: keine Angst, es ist unproblematisch die Dinger aufzuschrauben um hineinzukommen, und man bringt sie auch wieder gut zusammen, Verstellen ist eher nicht gegeben, eher das Gegenteil, in bestimmten Fällen kann man/frau der Optik auch was gutes tun.
Und das ganze ist auch nicht meine Erfindung, siehe Beiträge und externe Links zu "LIDL Scope Tuning". Ich hab die folgenden Schritte selbst an 60-700er und 70-700er Linsenfernrohren des (sehr) preisgünstigen Segments gemacht und empfinde vor allem bei Natur- bzw. Testbeobachtung am Tag einen deutlich spürbaren Kontrastgewinn.
  1. Diagnose: Blick durch den Okularauszug ohne Okular (bei Tag oder im Zimmer) gegen eine helle Fläche (Wand, Zimmerdecke, Himmel, natürlich NICHT in die Sonne). Erstens sollte jetzt die Objektivlinse vollständig sichtbar sein,und zweitens achte auf alle hellen Flächen und Ränder rundum. Meist gibt es da viel zu finden. Diese Lichtquellen überlagern das Bildmit einem diffusen Schleier, wenn sie vom Okular "gesehen" werden!
  2. Beginnend mit dem dünnen Rohr des Okularauszugs, das bei solchen Geräten sehr oft dunkel lackiert ist, aber dennoch ganz schön stark glänzend reflektiert. Wenn das so ist, wird dieses Röhrchen innen vollständig mit schwarzem Velours ausgelegt oder beklebt. Diese Arbeit ist sogar ohne Zerlegen möglich, aber leichter, wenn man das Gerät aufmacht und von beiden Enden dazu kann.
  3. Sollte die Objektivlinse in der üblichen Fokusposition von der Okulareinstecköffnung aus nicht nahezu vollständig sichtbar sein, so ist entweder eine bestehende (Kunststoff-)Blende im dünnen Okularauszugsrohr oder das vordere Ende desselben zu eng und sollte entfernt bzw. eingekürzt (abgesägt :eek:) werden. Allerdings ergibt sich dann zusätzlicher Handlungsbedarf beim Streulichtschutz, weil eine Blende ja immer diesem Zweck dient und nur manchmal ein bisschen zuviel des Guten.
  4. Der zweite kritische Bereich ist der Tubus direkt hinter der Objektivlinse, hier das selbe Pribzip: der schwarze Lack glänzt, und wenn nicht eine Blende so richtig gesetzt ist, dass man dies vom Okular aus nicht sieht, ist auch hier Velours angesagt. Dazu ist es nötig, das Gerät zu öffnen. Für reines Auslegen mit Velours kann die Zugänglichkeit von Hinten reichen, falls keine Blende im Haupttubus sitzt, ansonsten ist das Objektiv samt Fassung abzunehmen, oft angeschraubt, im ungünstigen Fall eingeklebt :(. Bei eingeklebter Objektivfassung kann man wohl die Linsen von vorne rausnehmen, sollte diese aber mit steigender Priorität nicht verunreinigen (Staub), gegeneinander verdrehen, den Abstandhalter verändern oder verlieren, beide oder einzelne Linsen verkehrt rum einbauen. All dies wäre nur im Fall eines Fehlers der Optik eine Option für Fortgeschrittene. Also fürs Erste mal das Objektiv nicht zerlegen, höchstens falls die Taukappe sehr fest darauf sitzt, diese etwas lockern, das ist sicher gut für die Linse, dass sie nicht verbogen wird. Und es ist übrigens gar nicht nötig, den gesamten Tubus auszukleiden, die vordesten 5-10 cm reichen, es geht nur um das, was von hinten direkt sichtbar ist.
  5. Die Ränder der Objektivlinse, Kanten von Kunststoffringen in diesem Bereich und manchmal sichtbare glänzende Teile vor dem Objektiv (einschließlich schwarzer, glänzender Streulichtkappen oder Teilen der Objektivfassung können leuchtende Ringe verursachen. Auch das stört und muss durch eine nur 1-2 mm dünne Blende oder ein Bekleben mit einem ev. sehr dünnen Veloursstreifchen abgedeckt werden.
Kann aber auch sein, dass dein Teleskop da gar keinen Bedarf hat. Ich kenne es nicht (und will es natürlich nicht schlechtreden), also bitte selbst schauen, wie die Lage ist, und viel Erfolg bei allfälligen Basteleien, das Wetter ist ja danach ;)
Liebe Grüße, Nik
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen!

Na, hier tut sich ja was! Schön, dass ihr alle da seid und euere Gedanken und Ideen mit einbringt. :)

Das mit dem Tuch ist genau die richtige Idee ... da können die Handarbeits-Fähigkeiten von @Himmelsguckerin sofort wd. zum Einsatz kommen
Das wäre ja eine Verwendungsmöglichkeit für die Sternkarten-Decke (falls sie jemals fertig wird) - sofern man sie nicht grad zum Darin-Einwickeln braucht. :unsure:

Selbst an meinem 12" Dobson mit ca. 160cm Einblickhöhe, ist es ohne sich kniend unter dem Telrad oder Leuchtpunktsucher positionierend, M57 oder M92 und M97 in Zenitnähe, kaum möglich entspannt zu suchen!

Mit der Kopfverrenkung, stehend oder halb gebückt ist der Ein - und seitliche Vorbeiblick an den Punktsuchern, führt auch nicht bei jedem Anlauf zum Erfolg,
das sehe ich dauernd bei meinen Besuchern, die erfolglos abbrechen weil sich es in dieser Haltung nicht lange genug aushalten können, um entspannt das Objekt zu finden!
Diese Worte sind Balsam für meine unsichere Teleskopguckerinnen-Seele. Manchmal zweifle ich schon an mir selbst, wenn ich wegen der Verrenkerei die zu sehr "zenitigen" Objekte gar nicht mehr anschauen mag. Obwohl die von der Himmelsqualität her ganz dort oben am besten zu sehen sind. Ich dachte schon, dass ich da irgendwas falsch mache, dass "man" das irgendwie anders macht. Aber anscheinend haben damit mehr Leute so ihre Schwierigkeiten.

Meine momentan praktikabelste Lösung ist, dass ich das Teleskop auf den Balkontisch stelle und die Stativbeine gerade so weit ausfahre, dass ich stehend halbwegs tolerabel durch den Leuchtpunktsucher blicken kann. Das funktioniert auch nur bis zu einer gewissen Höhe der Objekte, aber so geht für mich schon recht viel. Kritischer wird die Sache, wenn ich dann schnell man zwischendurch nach einem tiefer stehenden Objekt sehen möchte und keine Lust hab, die Stativbeine kürzer zu stellen oder gleich das ganze Teleskop auf den Boden zu setzen. Da klettere ich dann schon mal auf einen Hocker oder so, um mit dem Auge das Okular im Zenitspiegel erreichen zu können. Manchmal bin ich gar nicht mehr so weit von so einem "Treppchen-Teleskop" entfernt. Und das im zweiten Stock nahe der Balkonbrüstung, natürlich nicht angeschnallt oder sowas. Gleichgewichtsprobleme darf man da nicht bekommen.
Und dass es gut ist, dass mir bei meinen Astro-Experimenten keiner zuschaut, wisst ihr ja bereits... o_O

... gleich vorab: keine Angst, es ist unproblematisch die Dinger aufzuschrauben um hineinzukommen, und man bringt sie auch wieder gut zusammen, ...
Waaaaas??? Teleskop aufschrauben??? :eek:
Also, das ist total lieb von Dir gemeint, und eine prima ausführliche Anleitung, mit der bestimmt viele Leute, die bei Teleskopbasteleien bessere Nerven haben als ich, eine Menge anfangen können.

Aber vorerst werd ich von solchen Bastelarbeiten doch eher die Finger lassen. Ich hab meine Okulare (geschweige denn die Linse) immer noch nicht geputzt aus lauter Angst, dabei was kaputtzumachen. Den Zenitspiegel nehm ich so gut wie nie heraus aus Angst, ihn nie wieder richtig an seinen Platz zu bekommen. Und weil dann das Innere des Teleskops so ungeschützt und verletzbar ist. Und wenn ich versehentlich an den Leuchtpunktsucher stoße, hab ich Sorge, ihn verstellt zu haben. Teleskop aufschrauben? Ähm, Du verstehst, dass ich (im Moment noch) die Finger davon lassen werde. Trotzdem danke, dass Du diese tolle Anleitung hier herein geschrieben hast!

1. Diagnose: Blick durch den Okularauszug ohne Okular (bei Tag oder im Zimmer) gegen eine helle Fläche (Wand, Zimmerdecke, Himmel, natürlich NICHT in die Sonne). Erstens sollte jetzt die Objektivlinse vollständig sichtbar sein,und zweitens achte auf alle hellen Flächen und Ränder rundum. Meist gibt es da viel zu finden. Diese Lichtquellen überlagern das Bildmit einem diffusen Schleier, wenn sie vom Okular "gesehen" werden!
Das könnte ich mal ausprobieren. Aber ich fürchte, man muss dafür den Zenitspiegel herausnehmen...

Herzliche Grüße an euch alle!
Sabine
 
Hallo in die Runde,

na dann möchte ich doch nochmal etwas zum Thema Starhopping, Teilkreise / Quadrant und Peilsucher bzw. Telrad schreiben.

Ein bisher ungenannter Aspekt, weswegen der Einsatz von Peilsucher / Telrad "schwierig" sein könnte ist nämlich die Himmels(un)qualität. Diese Teile funktionieren nämlich nur dann, wenn man mit freiem Auge die relevanten Sterne auch sehen kann. Ich beneide Alle mit guten Bedingungen, aber in meinem Wohnort ist die Lichtverschmutzung so hoch, dass nur wenige Tage im Jahr bei sehr guter Durchsicht (sauberer Luft) der Einsatz solcher Peilhilfen, die auch ich besitze, möglich wäre. Leider bin ich längst nicht der Einzige mit dem Problem und so Mancher wird mir hier zustimmen.
Bei einem kleinen Sucherfernrohr sieht das aber schon besser aus, in Posting #9 in folgendem Thread habe ich das kurz beschrieben:
https://forum.astronomie.de/threads/1994-pc1.318784/#post-1647848
Als recht hilfreich empfinde ich dabei, dass ich zwei dieser kleinen gradsichtigen Sucher, die ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild zeigen, besitze. Ich kann es aber auch mit den "normalen" Suchern ;).

Ich bräuchte so einen Hauptschalter, mit dem ich die Leuchtbänke im Naherholungsgebiet direkt neben dem abgesperrten Vogelschutzgebiet, die in den Boden eingelassenen Scheinwerfer an diversen Sehenswürdigkeiten und unter Bäumen, die Scheinwerfer die den Kirchturm von unten beleuchten, die Beleuchtung an der Justizvollzugsanstalt und die an der nahegelegenen NATO-Airbase ausschalten kann, dabei sind die Straßenlaternen bei uns das kleinere Problem.
Hier ein Bild einer der Leuchtbänke (von mir aufgenommen), damit Ihr seht, dass ich hier keinen Stuss schreibe:

2.jpg


So, jetzt dürft Ihr mich alle mal bedauern, schlurz :cry:. Aber trotz Allem, man muss halt die Möglichkeiten die einem bleiben nutzen!

Viele Grüße & CS,
Reinhard
 
Hallo nochmal!

Leuchtbänke?? Also, ich hab ja schon so manchen Beleuchtungs-Unsinn gesehen. Aber leuchtende Bänke? Wozu denn bitte das?

Ein bisher ungenannter Aspekt, weswegen der Einsatz von Peilsucher / Telrad "schwierig" sein könnte ist nämlich die Himmels(un)qualität. Diese Teile funktionieren nämlich nur dann, wenn man mit freiem Auge die relevanten Sterne auch sehen kann. Ich beneide Alle mit guten Bedingungen, aber in meinem Wohnort ist die Lichtverschmutzung so hoch, dass nur wenige Tage im Jahr bei sehr guter Durchsicht (sauberer Luft) der Einsatz solcher Peilhilfen, die auch ich besitze, möglich wäre. Leider bin ich längst nicht der Einzige mit dem Problem und so Mancher wird mir hier zustimmen.
Ja, die Himmelsqualität spielt da schon eine große Rolle. Ich kann ja jetzt nur meinen Leuchtpunktsucher in Kombination mit meiner noch nicht sehr ausgeprägten Anfängerinnen-Erfahrung beurteilen. Da wird es - gerade beim Beobachten vom Balkon aus - öfter mal schwierig, das Zielgebiet halbwegs anzupeilen, wenn es etwas entfernt von gut sichtbaren Sternen liegt. Da muss man dann teils über weitere Strecken abschätzen, wo das Ziel sich in etwa befindet, was die Sache ungenau macht. Das gewünschte Objekt hab ich da meist nicht sofort im Sichtfeld. Dann geht die Sucherei los. Und - zumindest mir mit meiner noch geringen Erfahrung - fällt es dann schwer, abzuschätzen, wo man gerade ist und wo man hin muss.

Ob diese Sucherei beim Einsatz meiner neuen Quadranten-Methode wirklich weniger wird, muss sich erst noch herausstellen. Aber zumindest in der Theorie, wenn die Skalen am Quadranten und in der vertikalen Achse genau genug wären und das eigene Teleskop sich daran exakt ausrichten lässt (meines sackt nach dem Arretieren in der Vertikalen immer noch einen kleinen Ruck nach unten), könnte das das Zielgebiet genauer erfassen als bei der Leuchtpunkt-Methode.

Ja, da ist viel wenn und wäre. Aber es ist ja auch ein Experiment.

Viele Grüße
Sabine
 
Auf jeden Fall finde ich es toll, was schon mit ganz einfachen Mitteln in Sachen Navigation am Nachthimmel möglich

Hallo Sabine,

danke für deinen Beitrag. Ich musste seinerzeit richtig viel Taschengeld locker machen, um an solches Wissen ranzukommen.


Darin der Winkelmessser, am Ende des Buches konnte man die vorgedruckte Skala ausschneiden. Mein Papa sägte mir in der Schreinerei das Brett schön rund zu, und ich konnte mich praxisnah an Astronomie rantasten.

Nicht nur dass du mich an meine Jugend erinnnerst, sondern auch daran, dass im ausgehenden wissenschaftlichen Mittelalter exakt derart ein Gefühl für unser Universum entwickelt wurde.

Es geht nicht um mathematische Exaktheit deines Winkelmessers, sondern um die Didaktik. Bravo!

Grüße, *entfernt*
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sabine, hallo Reinhold,

ja, den Schröder kenne ich seit über einem halben Jahrhundert und habe ihn, wie einige weitere Bücher, ja auch schon weiterempfohlen.

Aber auch ein alter Vogel wie ich lernt nie aus! Leuchtbänke waren mir zum Glück bis jetzt unbekannt. Wenn ich Reinhards Bericht so lese, weiß ich wieder, wie gut es mir hier am Rand einer Nordhessischen Kleinstadt geht. Natürlich gibt es auch hier Beleuchtung, aber man sieht z.B. die Sommermilchstraße regelmäßig. Wenn ich für Telrad o.ä. etwas Unterstützung benötige, greife ich oft zur Groborientierung zu einem KLEINEN Fernglas. Das war früher meist ein Galileiglas mit 2-3 facher Vergrößerung, heute nehme ich oft auch den Vision King 5X25. Das reicht dazu, dass man ähnlich viel Sterne sieht wie unter einem dunkleren Himmel. Dann geht das Finden meist recht einfach.

Weiter viel Freude beim Sterne suchen, finden und gucken so wie früher wünscht Gerhard
 
Hallo Sabine,
wollte dich nicht erschrecken mit dem Zerlegen, aber das ist auch nur ein Blechröhrchen mit Luft drin, nur die Objektivlinse wie gesagt lieber nicht aufmachen.
Das könnte ich mal ausprobieren. Aber ich fürchte, man muss dafür den Zenitspiegel herausnehmen...
Nein, Zenitspiegel drin lassen. Auch dieser könnte einen Beitrag mit "Glanzlichtern" leisten, schau einfach mal nach :beobachten:, nur Okular rausnehmen und reinschauen / fotografieren. Übrigens bis zur Einstecktiefe des Okulars glänzt es zwar immer, das ist während der Beobachtung aber verdeckt und somit egal.

Es könnte allerdings sein, dass ohnehin Blenden an den richtigen Stellen im Tubus verbaut sind, so dass wenig Handlungsbedarf besteht.

Die Vorstellung, bei Nacht am Balkon auf einem Hocker zu stehen, löst bei mir wiederum leicht mulmige Gefühle aus, so passieren oft blöde Unfälle und würde ich mir eine ungefährlichere Alternative ausdenken, etwa einen niedrigeren Tisch daneben...

Oder einen (parabolischen) Tischdobson von ca. 100mm Öffnung, der gleich bisschen mehr Licht sammelt :D, da ist sowohl Sucherposition als auch Einblick anders positioniert und wäre eine Ergänzung Richtung mehr Licht für "Deeper" Sky? Und auch hier Streulicht- und Sucherbastelei, dass es eine Freude ist ;)... Oder einen Mak für Mond und Planeten... ja, ja, ich weiß, ungefragte Teleskopempfehlungen gehören ein bisschen nicht zum guten Ton, ich hör lieber auf damit.

lg und cs, Nik
 
Bei mir in der Nähe gibt's übrigens eine Ökosiedlung mit absolut vorbildlicher Beleuchtung: ganz gezielte kleine Lichtkegeln, blendfreie Leuchten, moderate Power, wenig Blauanteil. Die Anlage ist dunkler als normale Einfamilienhäuser. Es ist also möglich. Werde mal ein Bild reinstellen. Und vom Atmosphärischen her auch sehr angenehm, ganz abgesehen von der LV :):y:
 
Hallo ihr Astrobastler,
von mir noch ein Tip für Leuchtpunktpeiler:
man kann zum Durchschauen leicht 20 Zentimeter oder mehr Abstand halten, es ist nicht so wie bei einem Sucher mit Fadenkreuzokular.
An einem Refraktor kann der Peiler locker kurz nach der Taukappe montiert werden, nicht knapp vor dem Okularauszug. Bei einem Scope nach Newton sitzt er ja auch "vorne". So sind das Bücken, die Verneigungen und Kniebeugen beim Spechteln weniger anstrengend.
Und meine Rotpunktpeiler sind alle vorne dunkel abgeklebt. Das eine Auge sieht den Rotpunkt mit besserem Kontrast, das zweite das Zielgebiet am Himmel, und das Problem mit Tau auf der Linse existiert auch nicht mehr.
CS, Roland ( der mit dem "Celobson" )
 
Hi Reinhard,
Leuchtbänke, auf was für einen Schwachsinn Menschen kommen. Und dann gleich daneben ein Vogelschutzgebiet.

Und das ist auch ganz schön provinziell:
"Lago Laprello" ;)

Deutsch geht nicht mehr, es muss gleich italienisch sein.
Aber das verschmutzt zwar die Sprache aber nicht den Himmel.

Gruß
Peter
 
Guten Abend allerseits!

danke für deinen Beitrag. Ich musste seinerzeit richtig viel Taschengeld locker machen, um an solches Wissen ranzukommen.

Darin der Winkelmessser, am Ende des Buches konnte man die vorgedruckte Skala ausschneiden. Mein Papa sägte mir in der Schreinerei das Brett schön rund zu, und ich konnte mich praxisnah an Astronomie rantasten.

Nicht nur dass du mich an meine Jugend erinnnerst, sondern auch daran, dass im ausgehenden wissenschaftlichen Mittelalter exakt derart ein Gefühl für unser Universum entwickelt wurde.

Es geht nicht um mathematische Exaktheit deines Winkelmessers, sondern um die Didaktik. Bravo!
Danke, Reinhold, für die netten Worte und den Buchtipp! Das Buch hab ich schon von jemandem empfohlen bekommen und auf dem Gebrauchtmarkt erstehen können. Es ist wirklich interessant und ich kann es anderen noch sehr ahnungslosen Anfängern wirklich weiterempfehlen!
Ich hab vorher schon einige Astro-Einsteiger-Literatur gelesen. Aber hier wird das alles, wie ich finde, besser erklärt, als in den moderneren Büchern. Vielleicht liegt es auch an mir, weil ich noch aus einer Zeit stamme, in der man Wissen in Büchern auf eine andere Weise transportierte als heute. An diesem Buch gefällt mir außerdem, dass da noch mehr praxisbezogene Bastel-Anleitungen drin stehen. Ich fürchte, es wird bei mir nicht bei dem selbstgebauten Quadranten bleiben... :)

aber das ist auch nur ein Blechröhrchen mit Luft drin, nur die Objektivlinse wie gesagt lieber nicht aufmachen.
Na, wenn Du das sagst, ... Nein, ich werd da nichts auseinanderschrauben. ;)

Nein, Zenitspiegel drin lassen. Auch dieser könnte einen Beitrag mit "Glanzlichtern" leisten, schau einfach mal nach :beobachten:, nur Okular rausnehmen und reinschauen / fotografieren. Übrigens bis zur Einstecktiefe des Okulars glänzt es zwar immer, das ist während der Beobachtung aber verdeckt und somit egal.
Ah, danke!

Die Vorstellung, bei Nacht am Balkon auf einem Hocker zu stehen, löst bei mir wiederum leicht mulmige Gefühle aus, so passieren oft blöde Unfälle und würde ich mir eine ungefährlichere Alternative ausdenken, etwa einen niedrigeren Tisch daneben...
Diese Vorstellung löst nicht nur bei Dir mulmige Gefühle aus. Man müsste nur das Teleskop mit voll ausgezogenen Stativbeinen wieder auf den Boden stellen. Und keine Sorge, meistens tu ich das auch.

Oder einen (parabolischen) Tischdobson von ca. 100mm Öffnung, der gleich bisschen mehr Licht sammelt :D, da ist sowohl Sucherposition als auch Einblick anders positioniert und wäre eine Ergänzung Richtung mehr Licht für "Deeper" Sky? Und auch hier Streulicht- und Sucherbastelei, dass es eine Freude ist ;)... Oder einen Mak für Mond und Planeten... ja, ja, ich weiß, ungefragte Teleskopempfehlungen gehören ein bisschen nicht zum guten Ton, ich hör lieber auf damit.
Wenn / falls es mal soweit kommt, werd ich mich vertrauensvoll an Dich wenden. ;) Und bis dahin mein altes Credo: Erst mal alles anschauen, was mit meinem kleinen 60er geht. Und da gibt es noch jede Menge...

von mir noch ein Tip für Leuchtpunktpeiler:
man kann zum Durchschauen leicht 20 Zentimeter oder mehr Abstand halten, es ist nicht so wie bei einem Sucher mit Fadenkreuzokular.
An einem Refraktor kann der Peiler locker kurz nach der Taukappe montiert werden, nicht knapp vor dem Okularauszug. Bei einem Scope nach Newton sitzt er ja auch "vorne". So sind das Bücken, die Verneigungen und Kniebeugen beim Spechteln weniger anstrengend.
Das ist auch eine interessante Möglichkeit. Danke für den Tipp!

Und meine Rotpunktpeiler sind alle vorne dunkel abgeklebt. Das eine Auge sieht den Rotpunkt mit besserem Kontrast, das zweite das Zielgebiet am Himmel, und das Problem mit Tau auf der Linse existiert auch nicht mehr.
Darf ich da mal dumm nachfragen? Du klebst da vorn dunkles Papier oder so drauf? Dann kannst Du doch nicht mehr durch den Sucher schauen bzw. siehst die Sterne nicht mehr. Wobei ich mir jetzt gar nicht mehr sicher bin, ob ich selbst Sterne im Sucher sehe, oder ob ich da eher nur den Punkt seh und das Sternfeld außerhalb des Suchers. Auch wenn ich das zweite Auge vermutlich dabei zukneife. Denn ich schau da schon mit etwas Abstand durch. Kann ich jetzt so theoretisch gar nicht sagen.

Viele Grüße
Sabine
 
n' Abend, Sabine.
Genau so ist es. Ich schaue nicht d u r c h den Peiler. Es ist ganz einfach: Beide Augen bleiben auf. Eines sieht in der von vorn schwarz abgedeckten Glasscheibe des Peilers den Rotpunkt . Das andere
blickt daran vorbei und sieht die Sterne im Zielgebiet. Das Sehen geschieht im Kopf. Da werden die beiden Einzelbilder zur Deckung gebracht und überlagert. Du siehst den Rotpunkt zwischen den Sternen und kannst ihn zum Zielpunkt führen. Dieses Prinzip kann man recht einfach bei Tageslicht testen:
Am ausgestreckten Arm mit dem Daumennagel ein entferntes Ziel ( z.B. Kirchturmspitze ) mit nur einem geöffnetem
Auge anvisieren und abdecken. Die Turmspitze ist verdeckt. Nun das zweite Auge öffnen. Die Turmspitze ist sichtbar, obwohl sie im ersten Auge abgedeckt ist.
Das funktioniert im Peiler auch ohne Abkleben, aber der Kontrast und die Sichtbarkeit des Rotpunktes ist, vor allem bei Dämmerung oder hellem Himmel besser.
Roland
 
Grüß Dich Roland!
Vielen Dank für die Erklärung.
Das muss ich bald mal ausprobieren. Man macht da beim Sehen so viel unbewusst oder wie hier allein durch das Gehirn.
Das ist wirklich faszinierend (wie Mr. Spock sagen würde :)).
Herzliche Grüße
Sabine
 
Hallo Sabine,

Wer einsteigt, hat es heutzutage gut und einfach. Ein Fernglas, sogar weitwinklig, mit kleinen Vergrößerungen, für den kleinen Surf ins Zielgebiet. Was es zu Schroeders Zeiten für Einsteiger eher kaum erschwinglich gab, waren Weitwinkelokulare fürs Teleskop.

Du hast einen 1,25“ Auszug. Bei diesem Durchmesser liegt prinzipbedingt die kleinste Brennweite für größtes Feld am Himmel und angenehmes 65-68grd Eigengesichtsfeld - für maximales Surferlebnis ;-) - irgendwo bei 24mm. Damit beobachtet kommt richtig Freude auf und der Rote Punkt wird schnell entbehrlich. Und in die Knie zum Zielen brauchste auch nicht mehr.

Wenn Geld eine Rolle spielt, dann ist dies (ich benutze es selbst, es gibt kaum bezahlbare Alternativen mit diesem Eigengesichtsfeld und 24mm in 1,25“) eine wunderbare Lösung, die du anschließend bestimmt nicht mehr hergibst. Damit findest du am Himmel alles was du finden willst. Beobachtungsfreude ohne Ende.

Viel Spaß noch am Himmel, Grüße, *entfernt*
 
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ooops … sorry, es hätte müsse heißen „größte“ Brennweite … für kleinste Vergrößerung … gesurft wird ja bei möglichst kleiner Vergrößerung und großem Eigengesichtsfeld … und am Ende größtes Feld am Himmel
 
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Hallo *entfernt*,

ein Okular von 331 Gramm, ist sicher nicht für den Okularauszug und die Okularklemme, an Sabines Teleskop geeignet!

sowas mit 116 Gramm passt da schon eher >

oder
Die lassen sich auch sehr gut mit dieser Barlow kombinieren,
p54_TS-Optics-TSB2T-Barlow-Linse-2fach---1-25-inch--mit-T2-Gewinde---Foto-Adapter-fuer-Newtons.html
die hat in früheren Tests mit viel teureren Barlows hervorragend abgeschlossen!


Gruß Günter
 
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