Hallo,
das ist einerseits erstaunlich und faszinierend, aber andererseits auch ein weiterer Grund, warum Astrofotografie (fast) uninteressant für mich geworden ist.
Der nächste Schritt wird sein, daß ein Platesolver ermittelt, um was für ein Objekt es sich handelt und dann eine KI die optimalen Änderungsschritte aus einer Datenbank ermittelt, um aus jedem Mist ein optimales Bild zu machen. Die Bilder , die man im Netz sieht, sind dann so gut, wie die Software die der "Fotograf" beherrscht und sich leistet.
Das werde ich nicht aufhalten können und ich werde damit wohl auch herumspielen. Aber befriedigend ist das für mich nicht.
Gruß
Heiko
Wozu Rauschen gut ist.
Leute,
ich kann Heiko nur zustimmen!
Die Frage ist in der Tat, was das Ziel sein soll. Geht es nur um schöne eindrucksvolle Bilder? Dann würde ich einfach Blender nehmen, ein paar Kugeln und Nebel verteilen und das rendern lassen. Dazu braucht man keine teure Astro-Ausrüstung. Das kann auch sehr eindrucksvoll aussehen. Oder will man die Natur abbilden und einfangen? Oder ist man mehr an der Technologie interessiert? Seht Ihr Astrofotografie als Kunst oder Wissenschaft oder seid Ihr mehr an der Technik interessiert?
Falls Ihr eher an Wissenschaft und Technik interessiert seid, bitte weiterlesen:
KI gehört nicht in die Bildverarbeitung. KI ist eine schwarze Box. Es ist kaum möglich mit dem Verstand nachzuvollziehen, wass die KI macht. Für Kunst ist das völlig i.O., nicht jedoch für Wissenschaft. Will man nicht letztendlich die Natur abbilden?
Rauschen hat sogar eine wichtige Testfunktion.
Kennt Ihr das nicht auch vom Telefonieren? Wenn das Rauschen weg ist, hat man den Eindruck, dass die Verbindung unterbrochen ist. Ich frage ganz automatisch, oder der Gesprächspartner mich noch hören kann.
Ein Bild ohne Rauschen wirkt auch auf mich nicht authentisch. Das Rauschen lässt erkennen, wie die Aufnahme gemacht und wie stark sie bearbeitet wurde. Ein Astrofoto, wie überhaupt jedes Foto ist das Resultat von Realität + Kamera + Betrachter. Alle tragen zum Rauschen bei - ja auch die Realität: Quantenrauschen.
Also beurteilt das Rauschen bitte nicht negativ. Auch unser Auge und Ohr erzeugt Rauschen, wenn man die Augen schließt, kann man es "sehen". Wenn man in einem ganz stillen Raum ist, kann man es hören.
Rauschen ist essentieller Bestandteil jeden Messprozesses. Information wird ja mit dem berühmten Verhältnis Signal/Rauschen gemessen, ohne Rauschen divergiert diese Größe einfach und wird sinnlos.
In diesem Sinne übertreibt es nicht. Vielleicht kann auch einfach minimal bearbeitete Rohbilder (Stacking, Stretchen, evtl. Farbkalibrierung) genießen mit allen Unperfektheiten der Kamera und der Optik? Ich habe damit kein Problem.
KH, Claus