NoiseXterminator von Russel Croman - Zeitenwende?

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Wenn sie die Grundlagen der Bildbearbeitung nicht beherrschen werden deren Bilder nicht besser, nur weil sie weniger rauschen.

Hallo Frank,
Du triffst den Nagel auf den Kopf.
Es ist nicht so relevant welches Werkzeug man benutzt, man muss es nur sehr gut beherrschen, wenn dann auch noch das Ausgangsmaterial gut ist,
....dann wird's echt gut. Aus einem Uhu wird kein Pfau, denke das ist auch in der Astrofotografie gültig.


Gruß aus Bayern,
Dieter
 
@frasax
Hallo Frank,

ich wollte meine Aussage gar nicht dogmatisch verstanden wissen und habe deshalb von einer "möglichen Folge" gesprochen. Aber ja, ich bin schon der Meinung, dass User, die sich in Soft- und Hardware von den aktuellen schnell voran schreitenden Entwicklungen abkoppeln, stark ins Hintertreffen geraten können. Noch vor wenigen Jahren hatten nur wenige Experten wie J. P. Metsavainio oder Josh Smith das Tonemapping so richtig drauf. Heute macht man das mit ein paar Klicks mit Starnet oder StarXt in wenigen Minuten - sogar besser, zumindest was das Entfernen der Sterne angeht. Seitdem sich sternlose Workflows etabliert haben, gibt es deutlich mehr bessere Bilder zu sehen, zumindest ist das meine Wahrnehmung. Topaz Denoise hat einen weiteren Schub gebracht, auch wenn manche die Nase rümpfen. Jetzt kommt NoiseXt und für mich ist wahrscheinlich, dass es ebenfalls einen spürbaren Effekt auf den Mainstream haben wird.

Selbstverständlich soll jeder nach seiner Fasson und Einstellung arbeiten. Und du hast Recht, Geschmack kann man nicht kaufen, aber man kann auch nicht darüber streiten. Ich sehe als Submitter bei Astrobin täglich dutzende Bilder und kenne die Bandbreite ganz gut. Hier bei uns gibt es traditionell eine starke Aversion gegen Bezahlsoftware. Das ist woanders anders. Auch ich empfehle sich ganz früh auf PI oder APP mit PS einzulassen. Mit Blick auf die vielen Stunden, die man mit dem Hobby verbringt und die über Jahre kumulierenden Hardwarekosten verstehe ich aber nicht, warum die Kaufentscheidung für Programme und Tools, die man Jahrelang nutzt hierzulande so hoch gehängt werden.

Was APP angeht bin ich auch sehr enttäuscht über das Schneckentempo der Weiterentwicklung. Aber die Basisfunktionen sind exzellent und für Leute wie mich, die sich in PS wohlfühlen ist die Kombi optimal. Aber wie gesagt jeder nach seiner Fasson :)

CS Peter
 
Hallo Frank,
Du triffst den Nagel auf den Kopf.
Es ist nicht so relevant welches Werkzeug man benutzt, man muss es nur sehr gut beherrschen, wenn dann auch noch das Ausgangsmaterial gut ist,
....dann wird's echt gut. Aus einem Uhu wird kein Pfau, denke das ist auch in der Astrofotografie gültig.
Hallo Dieter,

aus einem Uhu wird kein Pfau, aber ein hübscherer Uhu. Sogar ich sehe besser aus, wenn ich nicht nach einer Party noch total verrauscht bin. Das gilt auch für alkohol- und rauschfreie Astrobilder ;) !

Und der Ansicht, dass es nicht so relevant ist, welches Werkzeug man benutzt, kann ich leider auch nicht zustimmen. Wenn man bei gegebenem Ausgangsmaterial und gleichen Fähigkeiten ein besseres Werkzeug benutzt, wird das Ergebnis in jedem Fall besser. Man bedenke vor allem, dass es für das Entrauschen mit NoiseXt gar keiner Fähigkeiten bedarf. Man muss sich nicht einmal mit PI auskennen!

CS Peter
 
Also ich weis nicht was es da eigentlich zu diskutieren gibt. Kann doch jeder machen was er will..
Wer sich tatsächlich am Fortschritt stört, dem steht es frei seine Bilder wieder auf Fotoplatten zu entwickeln o.ä.
Alles was Spass macht.. Feel free and enjoy.. :) :sonnig:

CS, Daniel

PS
Ich freue mich jedenfalls, dass ich jetzt nur noch halb so lange belichten muss. Das Rauschen wird einfach weggezaubert! :D :y: :y:
 
Zuletzt bearbeitet:
Also ich weis nicht was es da eigentlich zu diskutieren gibt. Kann doch jeder machen was er will..
Wer sich tatsächlich am Fortschritt stört, dem steht es frei seine Bilder wieder auf Fotoplatten zu entwickeln o.ä.
Alles was Spass macht.. Feel free and enjoy.. :) :sonnig:

CS, Daniel

PS
Ich freue mich jedenfalls, dass ich jetzt nur noch halb so lange belichten muss. Das Rauschen wird einfach weggezaubert! :D :y: :y:
Du hast Recht, Daniel, zumindest mit dem ersten Satz ;).
Ich wollte euch eigentlich nur über ein tolles neues Tool informieren…
Freut euch oder benutzt es einfach nicht. Eine Rauschpolizei gibt es nämlich nicht :ROFLMAO:
Schönen Abend noch in die Runde!

Peter
 
Hi,

so schön das Plugin ist, ich werde deswegen nicht von der viel preiswerteren Kombination SiriL und Affinity Photo zu Pixinsight und PhotoShop wechseln.

Eine Bitte an Frank @frasax : Mach doch mit deinem Graxpert Team so etwas ähnliches.
Das wäre super. ;)

Gruß
Peter
 
Hallo Freunde der Nacht,
ich darf zum Thema Topaz Denoise AI / NoiseXTerminator auch meine 2 Cents hinzufügen:
Unlängst habe ich forlgenden Vergleich durchgeführt:
Target: Markajansche Kette, Doppelbefestigung, Optik 420 bzw. 350 mm, Kameras ASI 2600 MC und ASI 294 MC jeweils bei -8 C.
Das Rauschverhalten beider Kameras unterscheidet sich stark, ist keiner weiteren Diskussion würdig,.
Bildbeabeitung praktisch identisch ohne Tricks und Schnörkel, Flats, Darkflats, Darks. Topaz Denoise in PS 2022, DenoiseXTerminator in PI angewendet (linear/gestreckt machte keinen Unterschied).
Ergebnis: Bezüglich der Rauschunterdrückung liefern beide Programme bei beiden Kameras sehr ähnliche Ergebnisse, jedoch konnte ich bisher Topaz Denoise AI die mich sehr störende (Rest)-Schärfung nicht abgewöhnen.
Deshalb ist für mich das One-Trick-Pony der klare Gewinner.
CS
Dieter
 
Meine bisherigen Tests waren auch sehr überzeugend.
Ich werde das Skript definitiv fortan benutzen. Einfach und simpel ist nicht grundsätzlich besser, aber die Ergebnisse sprechen in diesen Fall für NXT.

Und keine Sorge: Neben Rauschen bleiben noch genug Aspekte übrig, die Leute geflissentlich ignorieren können (Schwarzpunkt, Stacking-Artefakte, Fokus, Farbkalibrierung, Vignetten, Gradienten und allen voran die unangefochtene Königin der Vernachlässigung: Das Framing).

Wo wir schon nahe des Rant-Modes sind:
Mir ist immer wieder ein Rätsel, wie sich Leute gegen PixInsight wegen Preis oder Lernkurve sperren, aber gleichzeitig mit vierstelligen Summen für Equipment hantieren und sich tief in die Technik einarbeiten. Was sind denn bitte ~250USD in diesem Hobby? Oder 60USD für ein Skript, in das der Entwickler tausende Stunden Arbeit gesteckt hat?

Software wird hierzulande einfach nicht wertgeschätzt.
Da wird auf Entwickler eingedroschen, die sich für ein Abo-Modell entscheiden. Ich will einen Handwerker sehen, der lebenslang kostenlose Wartungen für seine Installationen in Haushalten anbietet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich an all die "kostenlosen" Programme denke...... auf deren Downloadseiten die Entwickler um Spenden bitten, wenn das Produkt gefällt. Schon mal aufgefallen?

Ich hoffe diejenigen, die Softwarekosten monieren haben wenigstens gespendet?

Nutzen und nicht spenden geht GAR NICHT. Meine 5 Cents an die Selbstoptimierer.

Danke für den Hinweis für das neue Skript. Sehr interessant. Lade ich gleich Mal runter.

CS
Dirk
 
Die KI ist laut RC ausschließlich auf Astrofotos trainiert und nicht "ergänzend".

CS Peter
moin Peter,
vielleicht hat Russel die KI auch so trainiert, dass sie die optimalen Parameter für ein Denoise findet. Wahrscheinlich wäre das die robustere Herangehensweise. In meiner naiven Denke hatte ich angenommen, er nahm "einfach" ein paar entrauschte Bilder mit ihren verrauschten Pendants, und lernte die KI damit an. So hätte ich es jedenfalls versucht. Dann würde die KI vermutlich lernen, wie Sterne aussehen müssen undsoweiter. Ich hatte mir auch schon ein paarmal gedacht, setz dich doch mal mit Machine Learning auseinander, die Basics sind vorhanden in Matlab oder Python, und im Job sitzt für Projekte, in denen die Worte "KI" oder "Machine Learning" vorkommen, das Geld extrem locker.

Aber irgendwie muss man die Bilder fürs Trainieren ja auch generieren.

EIn Kumpel hat NoiseXterminator jedenfalls gestern ausprobiert, und der war ganz aus dem Häuschen! O-Ton "viel schneller und besser als TGV Denoise".

CS Hoschie
 
Wird es auch ein Plugin für Affinity Photo geben? Da ich mich langsam mit Affinity versuche anzufreunden würde ich ungern mit einem anderem Programm anfangen wollen.
Vorallem wenn man auch noch viel zu lernen und verstehen muss ist eine Veränderung nicht so einfach. ?

CS
Jozef
 
Hallo,

das ist einerseits erstaunlich und faszinierend, aber andererseits auch ein weiterer Grund, warum Astrofotografie (fast) uninteressant für mich geworden ist.
Der nächste Schritt wird sein, daß ein Platesolver ermittelt, um was für ein Objekt es sich handelt und dann eine KI die optimalen Änderungsschritte aus einer Datenbank ermittelt, um aus jedem Mist ein optimales Bild zu machen. Die Bilder , die man im Netz sieht, sind dann so gut, wie die Software die der "Fotograf" beherrscht und sich leistet.
Das werde ich nicht aufhalten können und ich werde damit wohl auch herumspielen. Aber befriedigend ist das für mich nicht.

Gruß

Heiko

Wozu Rauschen gut ist.

Leute,

ich kann Heiko nur zustimmen!
Die Frage ist in der Tat, was das Ziel sein soll. Geht es nur um schöne eindrucksvolle Bilder? Dann würde ich einfach Blender nehmen, ein paar Kugeln und Nebel verteilen und das rendern lassen. Dazu braucht man keine teure Astro-Ausrüstung. Das kann auch sehr eindrucksvoll aussehen. Oder will man die Natur abbilden und einfangen? Oder ist man mehr an der Technologie interessiert? Seht Ihr Astrofotografie als Kunst oder Wissenschaft oder seid Ihr mehr an der Technik interessiert?


Falls Ihr eher an Wissenschaft und Technik interessiert seid, bitte weiterlesen:

KI gehört nicht in die Bildverarbeitung. KI ist eine schwarze Box. Es ist kaum möglich mit dem Verstand nachzuvollziehen, wass die KI macht. Für Kunst ist das völlig i.O., nicht jedoch für Wissenschaft. Will man nicht letztendlich die Natur abbilden?

Rauschen hat sogar eine wichtige Testfunktion.
Kennt Ihr das nicht auch vom Telefonieren? Wenn das Rauschen weg ist, hat man den Eindruck, dass die Verbindung unterbrochen ist. Ich frage ganz automatisch, oder der Gesprächspartner mich noch hören kann.
Ein Bild ohne Rauschen wirkt auch auf mich nicht authentisch. Das Rauschen lässt erkennen, wie die Aufnahme gemacht und wie stark sie bearbeitet wurde. Ein Astrofoto, wie überhaupt jedes Foto ist das Resultat von Realität + Kamera + Betrachter. Alle tragen zum Rauschen bei - ja auch die Realität: Quantenrauschen.

Also beurteilt das Rauschen bitte nicht negativ. Auch unser Auge und Ohr erzeugt Rauschen, wenn man die Augen schließt, kann man es "sehen". Wenn man in einem ganz stillen Raum ist, kann man es hören.

Rauschen ist essentieller Bestandteil jeden Messprozesses. Information wird ja mit dem berühmten Verhältnis Signal/Rauschen gemessen, ohne Rauschen divergiert diese Größe einfach und wird sinnlos.

In diesem Sinne übertreibt es nicht. Vielleicht kann auch einfach minimal bearbeitete Rohbilder (Stacking, Stretchen, evtl. Farbkalibrierung) genießen mit allen Unperfektheiten der Kamera und der Optik? Ich habe damit kein Problem.

KH, Claus
 
moin Peter,
vielleicht hat Russel die KI auch so trainiert, dass sie die optimalen Parameter für ein Denoise findet. Wahrscheinlich wäre das die robustere Herangehensweise. In meiner naiven Denke hatte ich angenommen, er nahm "einfach" ein paar entrauschte Bilder mit ihren verrauschten Pendants, und lernte die KI damit an. So hätte ich es jedenfalls versucht. Dann würde die KI vermutlich lernen, wie Sterne aussehen müssen undsoweiter. Ich hatte mir auch schon ein paarmal gedacht, setz dich doch mal mit Machine Learning auseinander, die Basics sind vorhanden in Matlab oder Python, und im Job sitzt für Projekte, in denen die Worte "KI" oder "Machine Learning" vorkommen, das Geld extrem locker.

Aber irgendwie muss man die Bilder fürs Trainieren ja auch generieren.

EIn Kumpel hat NoiseXterminator jedenfalls gestern ausprobiert, und der war ganz aus dem Häuschen! O-Ton "viel schneller und besser als TGV Denoise".

CS Hoschie
Hi Hoschie,
ich fürchte ich werde in diesem Leben keine Zeit mehr haben, mich mit "Machine Learning" zu beschäftigen. Das sollen andere machen und ich nutze dann deren Output ;) . Wie RC seine KI trainiert, wird wohl weitestgehend sein Betriebsgeheimnis bleiben. Er schreibt hier CN Post #9 NXT sei nicht "inventive" ausgelegt und würde keine neuen Informationen generieren:

1651821523098.png


Aber wie man sieht, ist man da schnell in einer philosophischen Grundsatzdiskussion um die es mir in diesem Thread ja gar nicht ging. Ich wollte eigentlich nur auf ein neues Tool für PI aufmerksam machen und war gespannt auf die Reaktion der Leute, die es ausprobieren...

CS Peter
 
Wird es auch ein Plugin für Affinity Photo geben? Da ich mich langsam mit Affinity versuche anzufreunden würde ich ungern mit einem anderem Programm anfangen wollen.
Vorallem wenn man auch noch viel zu lernen und verstehen muss ist eine Veränderung nicht so einfach. ?

CS
Jozef
Hallo Jozef,

das kann ich nachvollziehen. Aus dem Grund mache ich nicht viel in PI und bin für 90% meiner Arbeit bei PS und APP geblieben. Wie beim StarXterminator glaube ich, dass es nur Plugins für PS und PI geben wird. Ich denke, man hat bei RC Affinity gar nicht auf dem Schirm. Aber wenn sich viele interessierte User bei RC melden, ändert sich das vielleicht.

CS Peter
 
Habe das Plugin gestern mal an mehreren Aufnahmen getestet. Die Ergebnisse sind schon erstaunlich.
Habe das Entrauschen bisher mit dem Script EZDenoise von DarkArchon durchgeführt. Die Ergebnisse damit sehen auch sehr gut aus. Aber dieses Plugin möchte ich fast schon als Quantensprung bezeichnen.
Vorher führte ich das immer nach einem der sehr lehrreichen Videos von Frank (vielen Dank dafür) mittels MLT aus, bis ich auf EZDenoise umgestiegen bin.
Aber weshalb soll man(n/frau) sich das Leben mittels solchen Zusätzen nicht erleichtern?
Einen wesentliche Vorteil bietet es außerdem an: es arbeitet wesentlich schneller als EZDenoise. Bei einer Entrauschung benötigt der Rechner, ein I5 und Aufnahmen mit einer ASI2600MC eine gefühlte Ewigkeit. Habe das jetzt nicht explizit gestoppt. Aber ich würde mal sagen dass NoiseXTerminator das in nicht mal zwei Minuten erledigt hat.

Aber ist letztendlich ist es jedem selbst überlassen, ob er bereit ist, einen entsprechenden Betrag für die Anschaffung auszugeben. Ich habe mich dafür entschieden!

CS
Dieter
 
Wozu Rauschen gut ist.

Leute,

ich kann Heiko nur zustimmen!
Die Frage ist in der Tat, was das Ziel sein soll. Geht es nur um schöne eindrucksvolle Bilder? Dann würde ich einfach Blender nehmen, ein paar Kugeln und Nebel verteilen und das rendern lassen. Dazu braucht man keine teure Astro-Ausrüstung. Das kann auch sehr eindrucksvoll aussehen. Oder will man die Natur abbilden und einfangen? Oder ist man mehr an der Technologie interessiert? Seht Ihr Astrofotografie als Kunst oder Wissenschaft oder seid Ihr mehr an der Technik interessiert?


Falls Ihr eher an Wissenschaft und Technik interessiert seid, bitte weiterlesen:

KI gehört nicht in die Bildverarbeitung. KI ist eine schwarze Box. Es ist kaum möglich mit dem Verstand nachzuvollziehen, wass die KI macht. Für Kunst ist das völlig i.O., nicht jedoch für Wissenschaft. Will man nicht letztendlich die Natur abbilden?

Rauschen hat sogar eine wichtige Testfunktion.
Kennt Ihr das nicht auch vom Telefonieren? Wenn das Rauschen weg ist, hat man den Eindruck, dass die Verbindung unterbrochen ist. Ich frage ganz automatisch, oder der Gesprächspartner mich noch hören kann.
Ein Bild ohne Rauschen wirkt auch auf mich nicht authentisch. Das Rauschen lässt erkennen, wie die Aufnahme gemacht und wie stark sie bearbeitet wurde. Ein Astrofoto, wie überhaupt jedes Foto ist das Resultat von Realität + Kamera + Betrachter. Alle tragen zum Rauschen bei - ja auch die Realität: Quantenrauschen.

Also beurteilt das Rauschen bitte nicht negativ. Auch unser Auge und Ohr erzeugt Rauschen, wenn man die Augen schließt, kann man es "sehen". Wenn man in einem ganz stillen Raum ist, kann man es hören.

Rauschen ist essentieller Bestandteil jeden Messprozesses. Information wird ja mit dem berühmten Verhältnis Signal/Rauschen gemessen, ohne Rauschen divergiert diese Größe einfach und wird sinnlos.

In diesem Sinne übertreibt es nicht. Vielleicht kann auch einfach minimal bearbeitete Rohbilder (Stacking, Stretchen, evtl. Farbkalibrierung) genießen mit allen Unperfektheiten der Kamera und der Optik? Ich habe damit kein Problem.

KH, Claus
Hallo Claus, liebe Kollegen,

ich freue mich ja sehr über das rege Interesse an diesem Thread. Eigentlich war es aber meine Absicht und so kann man es in meinem Eröffnungspost lesen, interessierte User von PI und PS auf ein neues Plugin für PI hinzuweisen, das demnächst auch für PS zu haben sein wird. Und wie es dort steht, habe ich mich auf Meinungen und Testergebnisse von Leuten gefreut, die das Tool ausprobiert haben.

Ich möchte niemanden vor den Kopf stoßen, aber es soll in meinem Thread nicht um "technophilosophische" Grundsatzfragen und Beiträge von Kollegen gehen, die solche Software gar nicht einsetzen können oder wollen. Das Grundsatzthema ist scheinbar sehr interessant und man sollte dann ggf. einen eigenen Thread dafür eröffnen.

CS Peter
 
Oder will man die Natur abbilden und einfangen?
Was genau hat Rauschen im Bild mit der einzufangenden Natur zu tun?
Das Bild soll in erster Linie das Objekt zeigen, nicht den zu Grunde liegenden Mess- bzw. Aufnahmeprozess, und das Objekt selbst rauscht nicht.

Natürlich zeigt ein Rohbild immer auch die Abstriche, denen man durch technische Limits leider immer in gewissem Maß ausgesetzt sein wird, aber mit dem Objekt selbst hat das nichts zu tun. Und wie man damit umzugehen pflegt ist jedem selbst überlassen.

Insofern könnte Deine Frage lauten: Oder will man die Natur des Aufnahmeprozesses mitabbilden?

Entrauschen ist auch der völlig falsche Begriff, die Rede ist von einer Rauschreduzierung, und NXT ist hier keine Ausnahme.

Um zum eigentlichen Thema zurückzukommen:
NXT erlaubt die Stärke der Rauschreduzierung einzustellen. Werte zwischen 0.5 und 0.7 (also unter dem Default) lassen in meinen Tests angenehmes Restrauschen im Bild.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Folks,

ich habe mir die Trial Version runtergezogen und finde das Tool gut.
Aus meinem lichtverschmutzten Hof heraus ist das bei Luminaz Aufnahmen mit dem UV/IR Cut Filter und meiner ASI294MC pro genau das Richtige.
Bei DuoNB wie zum Beispiel dem L-Extreme oder -enhance ist das nicht nötig.
Ich denke ich werde das Tool nach Ablauf der Trial Zeit kaufen.................ich versenke so viel Geld in meine paar bunten Bildchen, da kommt es dann auf 60$ auch nicht mehr an _affeaugen:

CS
Frank
 
Habe das Plugin gestern mal an mehreren Aufnahmen getestet. Die Ergebnisse sind schon erstaunlich.
Habe das Entrauschen bisher mit dem Script EZDenoise von DarkArchon durchgeführt. Die Ergebnisse damit sehen auch sehr gut aus. Aber dieses Plugin möchte ich fast schon als Quantensprung bezeichnen.
Vorher führte ich das immer nach einem der sehr lehrreichen Videos von Frank (vielen Dank dafür) mittels MLT aus, bis ich auf EZDenoise umgestiegen bin.
Aber weshalb soll man(n/frau) sich das Leben mittels solchen Zusätzen nicht erleichtern?
Einen wesentliche Vorteil bietet es außerdem an: es arbeitet wesentlich schneller als EZDenoise. Bei einer Entrauschung benötigt der Rechner, ein I5 und Aufnahmen mit einer ASI2600MC eine gefühlte Ewigkeit. Habe das jetzt nicht explizit gestoppt. Aber ich würde mal sagen dass NoiseXTerminator das in nicht mal zwei Minuten erledigt hat.

Aber ist letztendlich ist es jedem selbst überlassen, ob er bereit ist, einen entsprechenden Betrag für die Anschaffung auszugeben. Ich habe mich dafür entschieden!

CS
Dieter
Hallo Dieter,

da ich bisher noch nicht wieder an meinem "Astrocomputer" spielen konnte, habe ich selber nicht weiter testen können. Danke deshalb für deine Testinfos. Mit dem "Quantensprung" liegst du aber m. E. gar nicht falsch (ich hatte Game Changer geschrieben).

Ich muss unbedingt selber mehr testen und das Potenzial tiefer ausloten. Man liest insgesamt sehr wenig bis gar nichts über Probleme mit dem Tool. Vor allem bin ich froh, dass sich die überstrapazierte Diskussion um vermeintliche Artefakte (ausgelöst durch Topaz Denoise) hier nicht fortsetzt.

CS Peter
 
Mir ist immer wieder ein Rätsel, wie sich Leute gegen PixInsight wegen Preis oder Lernkurve sperren, aber gleichzeitig mit vierstelligen Summen für Equipment hantieren und sich tief in die Technik einarbeiten.
Weil du eine Logik siehst wo keine ist.
Nur weil ich mich tief in die Technik einarbeite (einarbeiten muss) bedeutet es doch nicht, dass ich mich auch in PI einarbeiten muss. Schliesslich ist der Einarbeitungsprozess kein Vergnügen. Der Preis spielt da eigentlich keine grosse Rolle. Es ist eher das mühsame Einarbeiten in PI.
Und wenn ich zudem mit APP und PS die selben Ergebnisse erziele, dann fällt mir die Entscheidung gegen PI umso einfacher.

LG, Daniel
 
Weil du eine Logik siehst wo keine ist.
Nur weil ich mich tief in die Technik einarbeite (einarbeiten muss) bedeutet es doch nicht, dass ich mich auch in PI einarbeiten muss. Schliesslich ist der Einarbeitungsprozess kein Vergnügen. Der Preis spielt da eigentlich keine grosse Rolle. Es ist eher das mühsame Einarbeiten in PI.
Und wenn ich zudem mit APP und PS die selben Ergebnisse erziele, dann fällt mir die Entscheidung gegen PI umso einfacher.

LG, Daniel
Ich spreche hier konkret von Personen, die im "Ich würde ja PI nutzen, wenn nicht xy wäre"-Zug sitzen.
Aber wie genau kannst du wissen, dass du mit PI "nur" zu den gleichen Ergebnissen kämst, wenn du es nicht nutzst?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier ein kleines Mittagspausentestergebnis von 90 x 90 s NGC 3718 aus der letzten Nacht. Es ist ein 100% Crop. Gerechnet wurde mit Denoise 0,66 und Detail 0,15. Diese Einstellung hinterlässt ein feines Rauschen, dass sehr natürlich aussieht:

1651835708212.png


Hier noch 400% Vergrößerung:

1651835940304.png
 
Was genau hat Rauschen im Bild mit der einzufangenden Natur zu tun?
Das Bild soll in erster Linie das Objekt zeigen, nicht den zu Grunde liegenden Mess- bzw. Aufnahmeprozess, und das Objekt selbst rauscht nicht.

Natürlich zeigt ein Rohbild immer auch die Abstriche, denen man durch technische Limits leider immer in gewissem Maß ausgesetzt sein wird, aber mit dem Objekt selbst hat das nichts zu tun. Und wie man damit umzugehen pflegt ist jedem selbst überlassen.

Insofern könnte Deine Frage lauten: Oder will man die Natur des Aufnahmeprozesses mitabbilden?

Entrauschen ist auch der völlig falsche Begriff, die Rede ist von einer Rauschreduzierung, und NXT ist hier keine Ausnahme.

Um zum eigentlichen Thema zurückzukommen:
NXT erlaubt die Stärke der Rauschreduzierung einzustellen. Werte zwischen 0.5 und 0.7 (also unter dem Default) lassen in meinen Tests angenehmes Restrauschen im Bild.

Wie schon gesagt sehe ich das mit dem Ziel der maximalen Naturtreue. Ja, das Rauschen der Kamera und der Algorithmen bei der Bildverarbeitung ist unerwünscht.
Rauschreduzierung ohne zusätzliche Informationseingabe vom dargestellten Objekt geht nicht. Welcher Art der zusätzliche Input ist und wie dadurch das Rauschen beeinflusst wird, sollte genau bekannt sein, sonst wird es "Interpretation".

Neuronale Netzwerke, der neue&alte Hype, ist erst einmal fragwürdig, da man erst einmal erklären muss, was da geschieht. Das Problem der richtigen Dimensionierung des Netzwerks ist meines Wissens nicht geklärt. Zu kleine aber auch zu große Netzwerke erzeugen Artefakte. Die Frage ist, ob man neue Informationen gewinnt, die wirklich im Bild verborgen sind, oder die Information, die man sehen möchte.

Auch Wavelets halte ich für kritisch, da man hier Information auf bestimmten Längenskalen verändert. Wie das Wavelet-Basissystem aussieht und man dann die Gewichte ändert sollte dann schon begründet werden. Sonst bekommt man leicht Artefakte und denkt man hat etwas Tolles entdeckt. Da gab es ja schon einige Enttäuschungen.

Natürlich kann es jeder halten wie er will, es geht nur darum die enorme Arbeit, die viele Astrofotografen leisten, richtig einzuordnen. Will man nun naturnah arbeiten oder den Effekt auf den Betrachter maximieren? Leider wird das oft nicht klar gesagt. Jedes unbearbeitete Bild hat schließlich potentiell wissenschaftlichen Wert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Peter,

an genau demselben Objekt habe ich u.a. auch meinen Test durchgeführt. Sah bei mir im Prinzip gleich aus. Habe das aber bei den Standardeinstellungen belassen.

CS
Dieter
 
Wie schon gesagt sehe ich das mit dem Ziel der maximalen Naturtreue. Ja, das Rauschen der Kamera und der Algorithmen bei der Bildverarbeitung ist unerwünscht.
Rauschreduzierung ohne zusätzliche Informationseingabe vom dargestellten Objekt geht nicht. Welcher Art der zusätzliche Input ist und wie dadurch das Rauschen beeinflusst wird, sollte genau bekannt sein, sonst wird es "Interpretation".

Neuronale Netzwerke, der neue&alte Hype, ist erst einmal fragwürdig, da man erst einmal erklären muss, was da geschieht. Das Problem der richtigen Dimensionierung des Netzwerks ist meines Wissens nicht geklärt. Zu kleine aber auch zu große Netzwerke erzeugen Artefakte. Die Frage ist, ob man neue Informationen gewinnt, die wirklich im Bild verborgen sind, oder die Information, die man sehen möchte.

Auch Wavelets halte ich für kritisch, da man hier Information auf bestimmten Längenskalen verändert. Wie das Wavelet-Basissystem aussieht und man dann die Gewichte ändert sollte dann schon begründet werden. Sonst bekommt man leicht Artefakte und denkt man hat etwas Tolles entdeckt. Da gab es ja schon einige Enttäuschungen.

Natürlich kann es jeder halten wie er will, es geht nur darum die enorme Arbeit, die viele Astrofotografen leisten, richtig einzuordnen. Will man nun naturnah arbeiten oder den Effekt auf den Betrachter maximieren? Leider wird das oft nicht klar gesagt. Jedes unbearbeitete Bild hat schließlich potentiell wissenschaftlichen Wert.
Wie gesagt, Claus, es geht hier um die Eigenschaften einer neuen Software für Leute, die in ihrer Bildbearbeitung mit PI das Bildrauschen minimieren möchten. "Fragwürdig" ist da gar nichts, aber dein Bezug zu wissenschaftlichen oder philosophischen Fragestellungen ist hier im Sinne des Threadthemas einfach fehl am Platze. Das möge man bitte in einem eigenen Thread diskutieren. Die Sorte Astrobilder, die hier gezeigt werden, sind nahezu ausschließlich Pretty Pictures.
 
Solch einen ähnlichen Beitrag wollte ich soeben auch verfassen: der Großteil der hier oder auf anderen Foren sind hauptsächlich "pretty pictures" und da sind der künstlerischen Freiheiten eigentlich keine Grenzen gesetzt.
Schönheit liegt bekanntermaßen "im Auge des Betrachters".

CS
Dieter
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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