Polausrichtung mit Dobson EQ Plattform - Welche Möglichkeiten gibt es?

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Also bei mir war es tatsächlich etwas anders. Die Plattform "flutsch" wie auf Eis... wenn ich es nur auf den Lagern hatte und links und rechts (west, ost) nur einen cm daneben lag, wäre es sofort beschleunigend gegen den Endanschlag der Elipsenstücke gefahren. Was aber auch mein Erwartungshaltung war.

Zwischen Nord und Südausrichtung (vor zurück) war der Unterschied dann deutlich geringer. Zum Schluss ließ sich aber ein Punkt finden an dem man es mit einem Finger in die gewünschte Position fahren konnte. Also alle Winkelpositionen sich mit weniger Kraft halten ließen.

Aber vielleicht haben die Profi-Plattformen auch spezielle Tricks, um möglichst universell zu sein.
ja, klar, rechts, links (west, ost). Das hat viel Auswirkung. Aber wieso sollte man den Dobson nicht mittig bzgl. Ost/West stellen? Das ist ja auch gut zu sehen.

Mir geht's nur um Nord/Süd Lage. Die ist ja erstmal unbestimmt, wenn auf der Plattform Platz in Nord/Süd Richtung ist.
Und das bestimmt ja auch, ob der Schwerpunkt auf der Achse landet.

Gruß
Peter
 
Hallo Mario,

sehr interessant... kannst du mehr dazu sagen? Wie richtest du den Winkel ein? Sehe ich da ein kleines alufarbenes Drehrädchen? Was macht man damit? Das es mit der Plattform nach vorn gerichtet ist, definiert sich dann über das Profil und die Klemmen dazu ? Scheinerst du noch oder reicht das dann allgemein so?

Welche Belichtungszeiten kannst du bei welcher Brennweite den ca. nehmen?

@AstroPZ wie gesagt, in Nord, Südrichtung ist der Unterschied natürlich nicht mehr groß. Jedoch gab es Unterschiede, wie gut die Plattform in der Position blieb. Es ist also eine Art Verstärkung der West/Ost Abweichung. Ich denke man kann es sehr schwer getrennt betrachten.
 
Hallo!

Der Winkel ist fix und den ändere ich nie (da ich immer hier in der Gegend beobachte). Das ist eine gebrauchte Bresser MH-100.
Hat etwa 40 Euro gekostet.

Aufbau: Winkelsucher - Sucherschuh (mit 1/4'' Gewinde) - Bresser MH-100 - Prismenklemme.
Das ganze klemme ich auf die Mittelstrebe meiner Plattform.

Zu den Belichtungszeiten kann ich leider nichts sagen, da ich fast nur visuell beobachte. Aber ein paar Sekunden sind kein Problem. Auch längere Videos von Planeten mit der ZWO ASI 178 mit dem 16" Dobson und 3x Barlow gehen gut - das sind immerhin über 5m Brennweite bei recht kleinem Chip.
Scheinern tu ich da nichts.

Vorgehen beim Aufstellen:
a, Plattform grob nach Norden ausrichten und mit der auf der Plattform aufgeklebten Wasserwaage waagrecht stellen.
b, Prismenklemme + Polhöhenwiege mit fix eingestelltem Winkel + Sucherhalter (das ist alles ein Teil) auf die Mittelachse klemmen.
c, Sucher fixieren.
d, Mit Sucher auf den Pol ausrichten.
e, Alles wieder entfernen, obere Platte auf die EQ-Plattform legen, Sucher ans Teleskop.
f. Fertig.

EQ Polsucher.jpg

Vorbereitung a 27-7-2020.jpg
 
Hallo,

ich war vor zwei Tagen das erste mal mit der EQ-Plattform im Garten. Nun kann ich quasi die erste Live Erfahrung mit meinen Erwartungen/Sorgen abgleichen.

Es sieht so aus, als wenn ich weder Laser noch Polsucher benötige. Wie es einige schon gesagt haben: Einscheinern sollte reichen. Ich habe nach Norden mit Kompass ausgerichtet und konnte bereits mit 1200 Brennweite einige Sekunden belichten. Dann habe ich exakt zwei mal die Plattform gerückt (am Südlager). Ich würde sagen, es war eher Zufall die richtige Richtung erwischt zu haben. Ich konnte anschließend 15 Sekunden problemlos belichten. Für 30 Sekunden war es noch nicht gut genug, da wurden die Sterne leicht Oval. Eine 30 Sekunden Belichtung vom Orion und meine erste Stunden Astrofotographie, habe ich hier dokumentiert:

Zusätzlich zu der 30 Sekunden Belichtung habe ich ein Stack aus 10x15 Sekunden gefertigt (siehe Beitrag). Ich bin erstmal zufrieden.

Vielen Dank für eure Ideen. Ich glaube das letzte Wort über die nötige Ausrüstung ist noch nicht gefallen, aber das mein erster Einsatz nicht zum totalen Reinfall wird, da habt ihr mir schon sehr bei geholfen!

Danke

Sebastian
 
Gibt es eine Formel die mir sagt, bei welchem Fehlwinkel bei einem Alignment, der sich aufsummierende Winkelfehler auf dem "Target" wächst?

Die Formel kenne ich nicht, aber ich versuche sie mal herzuleiten. Grob gesagt, wenn du 1' daneben bist, beschreibt dein Bild in 24h einen Kreis mit Radius 1'. D.h. 2*pi*60"=377" in 24h. 24h sind 1440min. Das wäre also ein Nachführfehler von 0,26"/min. Oder als Formal:

Nachführfehler ["/min] = 2*pi*Alignmentfehler["] / 1440min

Oder bildlich gesprochen, wenn du auf ca. 4' genau einnordest, driftet dein Bild ca. 1" pro Minute. Das lässt sich locker raus guiden. Bei einem Seeing von 3" wird man das schon anfangen zu sehen, wenn man nicht guidet und eine Minute belichten will.

Wie kalibriere ich den Polsucher/Laser Winkel auf den Winkel der Plattform, gerade wenn man dann doch mal den Breitengrad leicht um ein halbes Grad variiert?
Das geht eigentlich relativ einfach. Wenn du die Plattform und den Polsucher auf deinen Breitengrad eingestellt hast und dann mal wo anders bist, dann musst du die Plattform einfach um das Delta auf der Polachse kippen. Am besten einfach die Höhe des Südlagers verstellen.

Es gibt aber noch eine andere Methode, wie man eine EQ Plattform einnorden kann.

Man legt die Plattform grob Richtung Polarstern und bringt sie genau in die Waage. Dann nimmt man ein Fadenkreuzokular und bringt Polaris in die Mitte. Wenn man jetzt die Plattform auslenkt, bewegt sich je nach Fehlausrichtung Polaris nach unten/oben oder links/rechts. Man justiert die Plattform so lange bis Polaris in der Mitte bleibt. Jetzt hat man erst mal auf Polaris ausgerichtet. Wenn man das Gesichtsfeld des Okulars weiß, verschiebt man den Dobson nach der Kochabmethode den Dobson ca. 45' in die Gegenrichtung zum Pol. Danach kann man die Plattform wieder so lange justieren und ausrichten, bis Polaris wieder im Fadenkreuz ist. Das ist natürlich nicht auf die ' genau, aber mit etwas Übung sollte man das ausreichend gut hinbekommen um 30sek mit runden Sternen zu belichten. Die Neigung der Plattform passt so auch automatisch zum Breitengrad.

60" Belichtungszeit mit einer selbst gezimmerten EQ Plattform halte ich persönlich aber für sehr schwer. Die meisten EQ Montierungen können das nicht ohne Guiding. Bringt auch nicht so einen großen Vorteil. Regenrauschen kriegst du trotzdem, weil deine Bilder gegeneinander Drift haben, selbst wenn die Plattform und die Ausrichtung 60" erlauben.

Grüße
Joachim
 
Das geht eigentlich relativ einfach. Wenn du die Plattform und den Polsucher auf deinen Breitengrad eingestellt hast und dann mal wo anders bist, dann musst du die Plattform einfach um das Delta auf der Polachse kippen. Am besten einfach die Höhe des Südlagers verstellen.
Hallo Joachim,

aber bedeutet das nicht im Umkehrschluss ich müsste den Polsucherwinkel mit einer Genauigkeit von 1/15 Grad genau einstellen und parallel zur Plattform anbringen (dein Beispiel mit 4' daneben). Oder meinst du zur groben Ausrichtung?


Ich habe gerade was interessantes hier im Forum gelesen. Es gibt wohl so eine Scheinermethode mit halber Sternengeschwindigkeit. Die klingt total interessant für mich. Das Prinzip ist wohl: halbe Sternengeschwindigkeit fahren für 10 Sekunden und dann doppelte Sternengeschwindigkeit für weitere 10 Sekunden. Die Kamera belichtet 20 Sekunden. Falls nicht perfekt eingescheinert würde ein Dreieck statt einem Stern entstehen. Das klingt ziemlich interessant. Die Ansteuerung des Motors habe ich komplett in der Hand. Mit einem IR Empänger könnte ich sogar Plattformantrieb und Kamera Fernauslösung für diesen Vorgang synchronisieren.
Weiß jemand darüber mehr? Ich habe leider keinen Namen dazu gefunden (für google)....
 
Hi,

damit andere nicht so suchen müssen wie ich. ;)

Die Methode mit dem Dreieck nennt sich Polar Drift Alignment oder nur Drift Alignment.

In PHD2 gibt es ein entsprechendes Tool "Drift Align", das einem dabei unterstützt.
Hier ist eine Beschreibung:


Man kann's aber auch mit dem Dreieck manuell machen.

Hier noch eine Beschreibung der manuellen Variante:

Gruß
Peter
 
Ich glaub Drift Align ist sehr allgemeiner Begriff und dann kommt: nach XYZ zB. Scheiner…

Hab ich das nun richtig Verstanden:
Damit der Stern innerhalb einer Minute den Sensor durchstreicht benötige ich eine passende „Westgeschwindigkeit“. Gefühlt würde ich sagen, ich könnte den Antriebe einfach abschalten. Dann würde ich in der nächsten Minute doppelt so schnell vorwärts fahren. Ich benötige jedoch zwingend ein Stern bei 0 Grad, was natürlich je nach Vegitation gar nicht so einfach ist?! Ich seh aber gar kein Problem z.B. bei 20 Grad, das Dreieck würde dann doch nur runde Seiten bekomme. Da man sich letztendlich nur für den Offset nach oben oder unten interessiert, sollte es doch egal sein… Natürlich muss der Winkel noch so zu gebrauchen sein, dass der Anteil der zu justierenden Achse am Drift sehr hoch ist…

Sehe ich das soweit richtig?
 
Hallo,

habe mir zumindest Mobil mal alle Seiten von oben und diverse weitere Links aus dem cloudy nigths Forum angeschaut. So recht habe ich kein Beispiel für DEC >> 0 Grad gefunden…
Aber gut, ich werde mal schauen wie es in der Praxis ausschaut!
 
Hallo,

ich hatte jetzt verschiedene Versuche unternommen und wollte mich mal zurückmelden. Ich habe mir die SCP900 Webcam auf long exposure umgebaut und nun für wenig Geld ein Interface für phd2 geschaffen. Ich hatte zwar gesagt, ich möchte erst einmal nicht mit Laptop loslegen, jedoch besteht noch die Chance dies auf ein kleines Raspberry PI zu Adaptieren und dann mit dem Handy oder Tablett zu steuern.

Nun hatte ich phd2 und den Modus "Polar Drift Alignment" verwendet, da ich freie Sicht auf den Pol habe. Die Ergebnisse sind gut. Ich schaffe mit leichtem Rücken der Plattform innerhalb von ca. 15 Minuten eine Ausrichtung besser als 10 Winkelminuten. Was erstmal schon gut ist, wenn man bedenkt, dass der Südlagerfuß einfach über den Beton kratzt.

Mein altes Handy hatte einen sehr schlechten Kompass, mit dem neuen Handy und der Option "geografischer Nordpol an" bekomme ich schon eine initiale Ausrichtung von ca. +-1,5 Grad, was schon ein guter Start ist.

Ich werde dran bleiben und auch noch einige andere Dinge ausprobieren. Falls es was neues gibt, melde ich mich zurück.

Viele Grüße

Sebastian
 
Hallo liebe Plattform-Kollegen,

nachdem ich über Ostern Zeit gefunden habe meine neue Spiegelzelle fertig zu stellen, konnte ich gestern zum ersten Mal den Komakorrektor und die Eos 550d ans Teleskop stecken. Selbiges (10“, f/5,6) stand auf meiner Eigenbau-Plattform, die ich mittels Wasserwaage und Kompass ausgerichtet habe.

2,5 Sekunden konnte ich so auf Anhieb belichten. Ich habe testweise schnell 100 Aufnahmen von M106 gemacht (gesamt also 250sekunden, iso 1600, keine darks, flats, bias). Ergebnis in Siril bearbeitet siehe Anhang. Es ist bestimmt keine astrofotografische Offenbarung. Aber für das allererste Bild welches ich überhaupt durch ein Teleskop geschossen habe zeigt es für mich das durchaus Potential vorhanden ist, was die deep sky Fotografie mit der Plattform angeht.

Ich vermute das bereits mit dieser groben Ausrichtung ganz passable Ergebnisse zustande kommen können, bei 20 Minuten Gesamtbelichtungszeit und mehr (wenn auch zu Lasten der Verschluss-Lebensdauer der Kamera, mit 2,5s pro Bild).

Der Kompass den ich verwende ist allerdings auch ein etwas besserer Wanderkompass mit feiner Skala, und da die Basis der Plattform wasserstrahlgeschnitten ist liegt das Südlager wo ich den Kompass anlege mit relativ geringer Toleranz 90 grad zur Längsachse.

Gruß

Simon
 

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Wow! Danke für deine Erfahrungsbericht und Gratulation zum Bild!

Du kannst mal deine Einzelbilder mit Siril als Startrail stacken und dann siehst du, ob die periodische Fehler auf der Achse hast und wie gut deine Kompassausrichtung war.

Ich habe das getan und muss feststellen, ich habe leider einen Schneckenfehler (da ich ein Schneckengetriebe gebaut habe) von ca. 40 Winkelsekunden. Was so ganz und gar nicht schön ist. Meine Berechnung zeigt, dass bereits eine Toleranz von 0,1 mm zu diesem Schneckenfehler führt. Wahrscheinlich hat Peter recht und die Kurzzeitbelichtungen sind für solche Plattformen das mittel der Wahl.

Was für ein Komakorrektor hast du denn? Die Sterne sehen traumhaft aus.

Dieses Bild habe ich mit einem Kumpel aufgenommen, der eine deutlich moderner Kamera als ich hat, Sony A6000. Er hatte eine App, die Zeitrafferaufnahmen genau nach Wunsch schießen konnte. Wir haben also alles eingestellt und einfach gewartet. War dann sehr bequem.

ca. 150x5 Sekunden bei ISO 6400.

MitTobi.jpeg
 
Danke für die Tipps, ich werde das Thema weiter verfolgen und dann berichten. Hoffe auf baldige klare Sicht hier.

Das Bild vom Leo triplet ist mal richtig stark! Das geringe Rauschen bei iso 6400 ist wirklich beeindruckend.

Ich verwende den explore scientific HR. Dadurch das er die Brennweite weniger stark verlängert als der Paracorr passt das sampling mit der Eos besser. Der Preis war auch ein Thema, ich hab ihn gebraucht gekauft was dem low budget Charakter des ganzen Umbaus entgegenkommt.
 
@Simon485 Hast du mal deinen ersten Versuch als Startrail gestacked? Wäre gespannt was dabei raus kommt...

Hier mal mein Schneckenfehler (Bewegung nach rechts unten) und der Ausrichtungsfehler (Bewegung nach links unten) bei ca. 40 Winkelminuten (laut phd2 - Polar Drift Alignment).
ca. 45 Minuten Stack:
1650828989421.png


Die Lobeshymne auf die Handy-Kompasseinnordung nehme ich zurück. Das scheint auch eher Zufall zu sein. Ich hatte gestern ca. 8 ° Fehler beim Start der Ausrichtung.
Wenigstens ist bei der Plattform die genau auf den Breitengrad gedruckt wurde, der Fehler eher in der Rotation der Plattform zu suchen und die Höhenanpassung des Südlagers ist erst bei einem Fehler kleiner 30 Winkelminuten nötig.

Wir haben gestern ca. 200x5 Sekunden mit einer Sony A7 II fotografiert und dann ca. 1/4 Ausschuss gehabt. Der Stack vom Schneckfehler ist das selbe Bildmaterial wie dieses hier. Seeing in Leipzigs Dunstglocke war echt mies, dafür sind wir zufrieden.
FeuerradM101Bearbeitet.jpg


Lektion für mich: Wenn man noch genauer einnorden will, sollte man versuchen den Südlagerfuß recht simpel in der Höhe verstellbar zu gestallten. Also nicht so ein einfacher Schraubfuß, wo man die Plattform mit 20 kg Teleskop erst ausheben muss, dass der sich verstellen lässt. Hier ist jedoch schon eine elektronische Lösung angestrebt.

Viele Grüße

Sebastian
 
Hallo Sebastian,

ich finde deine Ergebnisse bereits sehr respektabel. Das kann sich für 12 Minuten Belichtung wirklich sehen lassen.

Wie viele darks verwendest du denn für so eine Aufnahme? Und erstellst du flats mit einer Leuchtfolie?

Bin momentan leider anderweitig eingespannt, sodass das Astro Hobby warten muss. Ich werde aber die star trails bei Gelegenheit erzeugen in Siril.

Ich habe Maschinenfüße verbaut mit einem Sechskant am Gewinde und einem Kugelgelenk zum Teller unten, das lässt sich auch mit dem Teleskop darauf noch halbwegs verstellen. Das Foto vom Bau zeigt die Füße.

Man muss natürlich die Anzahl der Umdrehungen zählen, damit man beide Füße um den gleichen Betrag verstellt. Aber es klappt ganz ok.

Meine Recherchen im Netz zum einnorden haben mich auf folgende Seite geführt, zu einer Variante der bekannten „star drift“ Methode: Equatorial Platforms: Star Drift Method

Ein gebrauchtes Fadenkreuzokular mit Beleuchtung konnte ich ebenfalls erstehen, so dass ich diese Methode mal testen will wie folgt:

1. möglichst gut ausrichten mit Wasserwaage und Kompass

2. Stern im Süden im Fadenkreuz zentrieren

3. Antrieb abstellen, Stern driftet aus der Mitte.

4. das Okular im Auszug so drehen das der Stern wieder auf einem der „Fäden“ liegt - Achse des Fadenkreuzes ist jetzt parallel zur Nachführ-Richtung.

5. Antrieb wieder einschalten, und beobachten ob der Stern von der Achse des Fadenkreuzes Richtung Norden oder Süden driftet. Je nach Richtung folgendermaßen korrigieren:

Süden: Plattform mit dem Südlager weiter Richtung Osten drehen

Norden: Plattform mit dem Südlager weiter nach Westen drehen

Die Anzahl der Iterationen bestimmt die Genauigkeit.

Wenn man mit dieser zufrieden ist, einen Stern im Westen anvisieren, und Schritte 3 bis 5 wiederholen, wobei für die Richtung gilt:

Driftet der Stern nach Norden, die Standfüße am Südlager niedriger stellen

Driftet der Stern nach Süden, die Standfüße am Südlager höher stellen

Ich werde berichten…
 

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Hi @Simon485 ,

besonders danke für den Link zu dem EQ-Plattform Hersteller. Kannte ich, glaube ich, noch nicht. Allerdings mir zu teuer.
Da ich ja mit meiner Plattform ein bisschen am Zweifeln bin, ob man wirklich Fotos hinbekommt, die der Qualität einer "normalen" trackenden Montierung entsprechen, sind mit der Foto-Galerie auf dieser Seite meine Zweifel etwas ausgeräumt.

Da sind super Aufnahmen dabei und so wie ich es gern hätte, mit relativ kurzen BL-Summenzeiten von einigen Minuten (und einen grossen Dobson mit 20 Zoll habe ich ja auch ;) ).

Hier der Link zur Galerie:

Gruß
Peter
 
Hallo Peter, diese Plattformen verwenden allerdings zusätzlich zum Antrieb in Rektaszension noch einen zweiten Motor, der über einen Nockentrieb den südlichen Auflagerpunkt der Rocker Box leicht anheben und absenken kann.

Dadurch ist eine Korrekturmöglichkeit in Deklination gegeben, und es kann über einen ST4 kompatiblen Anschluss an der Steuerung der Plattform sogar ein autoguider verwendet werden.

Somit sind laut Nutzer-Berichten Einzelbelichtungszeiten von 5 Minuten und mehr möglich.

Ich habe mich beim Design meiner Plattform stark an diesem Hersteller orientiert, allerdings mit Nema 17 Schrittmotoren mit Getriebe statt Gleichstrom Motoren. Ich hoffe auf baldige klare Sicht, damit ich mit meinen Tests weitermachen kann.
 
Sehr sehr cool ??
Ich sehe wir haben alle das gleiche Ziel. Ich hab gerade den Linearantrieb als Südlager fertig. Ich möchte Platz und Aufwand sparen und habe direkt den Fuß als DEC Achse genommen. Damit steht die DEC Achse nicht immer 90 Grad zur REC, aber ich denke das kann man verschmerzen, da es hier um einen Fehler von max +- 7 Grad geht und PHD2 dad hoffentlich ausgeregelt bekommt.
Ich geht jetzt raus für den ersten Test ?
 
Ich hatte auch über einen Linearantrieb nachgedacht. Es gibt die Nema 17 fertig mit einem Spindelgetriebe.

Mein erstes Design ist jetzt aber doch mit dem Nockentrieb, da sich das anscheinend bewährt hat.

Aber auch dabei stehen die beiden Achsen nicht genau 90 Grad zueinander. Die Achse um welche die Drehung in Rektaszensionsrichtung stattfindet liegt ja quasi „in der Luft“ über der Aufstandsfläche der Plattform.

Das ganze scheint aber z.B. mit dem Mgen autoguider zu funktionieren. Irgendwo auf dieser Seite meine ich gelesen zu haben das der Autor auch erste Bedenken wegen dieser Problematik hatte, die sich aber als unbegründet erwiesen haben: Tom Osypowski Äquatorialplattform

Das beleuchtete Fadenkreuzokular wurde mittlerweile geliefert. Nur leider das passende Wetter für weitere Versuche momentan noch nicht…
 
Die letzten zwei Nächte hatte ich wieder etwas Zeit um mit der Plattform weiter zu machen.

Tatsächlich ist die Kompass Methode zum Fotografieren meiner Meinung nach ungenügend. Beim ersten Mal war einfach viel Glück dabei.

Sehr empfehlen kann ich dagegen die angepasste Scheiner/Drift Methode wie weiter oben beschrieben.

Wichtig ist dass das Fadenkreuz so gedreht ist das der Stern bei abgeschaltetem Antrieb genau am „Faden“ entlang wandert, wie auf dem angehängten Foto. Wenn man dann den Antrieb anschaltet beobachtet man ob der Stern nach Norden oder Süden driftet, und dreht die Plattform entsprechend nach Osten der Westen mit dem Südlager.

Tatsächlich war die Höhe des Südlagers mit der Wasserwaage bereits genau genug eingestellt, sodass ich bei dem Stern im Westen dann keine Veränderung mehr vornehmen musste.
 

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Ich habe dann gestern noch „Testbilder“ dieser zwei allseits bekannten Objekte erstellt. M3 waren knapp 100 Aufnahmen zu 5 Sekunden. M51 11 Aufnahmen zu 30 Sekunden, dabei war der mgen Autoguider an und hat zusätzlich noch die Deklinationsachse angesteuert (& Rektaszension Drehzahl korrigiert natürlich). Funktioniert grundsätzlich, mit dem Teil komme ich allerdings noch nicht wirklich gut zurecht.

Da von den Arduino Teilen der Steuerung rotes LED Licht seitlich in den Ansatz vom Okularazszug gefallen ist und um die Fotos eine leuchtend rote Vignettierung erzeugt hat hab ich viel weg geschnitten.

Angesichts der Tatsache das fast Vollmond war, die RA-Drehzahl noch nicht ganz stimmt (da Auflösung von millis() zu ungenau), das Teleskop nicht kollimiert war und zusätzlich leichter Dunst finde ich die Aufnahmen gar nicht so schlecht.

Besonders die 100x5s haben gut funktioniert. Bei den Fotos mit Autoguider sieht man auf den Einzelbilder dass durch das rumlaufen um das Teleskop auf den Terrassensteinen die Aufnahmen verwackeln. Das lässt sich aber wohl am einfachsten abstellen.

Bin schon gespannt was unter guten Bedingungen dann geht, wenn alles richtig läuft.
 

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Zum Thema Orthogonalität der Achsen bei der Plattform kann ich noch was beisteuern: der Mgen ermittelt selbige ja bei der Kalibrierung.

Abhängig von der Position am Himmel hatte ich zwischen 70% und 96%. Letzteres nahe Zenit.
 

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Hallo Simon,

wirklich sehr interessant, dass sich unsere Erkenntnisse so decken.
Sag mal, kann dein Autoguider DE und RA gleichzeitig ansteuern oder macht der das auch nur nacheinander?!
Ich hatte gestern leider durch den riesen Schneckenfehler auch DE und RA direkt aufeinander stehen. Laut PHD2 Anleitung, soll ich bei der Kalibrierung nur RA erkennen lassen und DE kann automatisch als 90 Grad davon angenommen werden.
Bei meinem ersten Versuch war ich schonmal zufrieden, dass der Fuß für das Südlager, der gleichzeitig DE Achse ist, immer wieder mit der Plattform in Waage kam. Auch nach über 30 Minuten. Ich hoffe das war kein Zufall, wie mit dem Kompass, dann wäre es durchaus eine platzsparende Methode.
Ich habe pro Sekunde in Sternengeschwindigkeit nur 79 Encoderwerte. Die Millis Funktion reicht soweit für die Genauigkeit.

Schönes Foto mit dem beleuchteten Okular. Ich habe es gestern wieder auf angeblich 4 Min Ausrichtungsgenauigkeit geschafft. Wobei der Schneckenfehler eine recht lange Einpendelzeit in der Software erfordert.

VG

Sebastian
 
Der Mgen steuert beide Achsen gleichzeitig an, außer das wird explizit in den Einstellungen deaktiviert (was bei mir nicht der Fall ist).

Ich vermute fast das die Plattform wegen der großen Abweichung vom 90 Grad Winkel zwischen den Achsen bei niedrig stehenden Objekten nicht so gut funktioniert. Habe ich aber noch nicht wirklich getestet, da ich ja noch eher bei den Grundlagen bin (also Nachführung nur in RA optimieren).

Die Idee den Fuß des Südlagers selber anzuheben und abzusenken finde ich gut. Der Nockentrieb war schon aufwändig zu bauen, und liefert ein konstantes Verhältnis von Drehwinkel zu Hub nur über ca. 65 Grad. Damit lassen sich ca. 7mm Hub realisieren, was in der Theorie ausreichen sollte. Falls nicht wird es aber sehr schwer da noch was zu ändern.

Mit der jetzigen Übersetzung in RA ergibt sich eben mit einer Pausenlänge von 13 millis zwischen den Schritten eine minimal zu hohe Drehzahl, mit 14 eine minimal zu niedrige. Ich habe mich gestern in Ruhe hingesetzt und das Programm geprüft, und wie es aussieht führt der Überlauf der micros() Funktion nach 71 Minuten nur dazu das die Motoren einen einzigen Schritt auslassen, dann gehts wieder normal weiter.

Dementsprechend habe ich das abgeändert auf 13500 micros, und bin schon gespannt auf den nächsten Test.
 
Hi,
...
Mit der jetzigen Übersetzung in RA ergibt sich eben mit einer Pausenlänge von 13 millis zwischen den Schritten eine minimal zu hohe Drehzahl, mit 14 eine minimal zu niedrige. Ich habe mich gestern in Ruhe hingesetzt und das Programm geprüft, und wie es aussieht führt der Überlauf der micros() Funktion nach 71 Minuten nur dazu das die Motoren einen einzigen Schritt auslassen, dann gehts wieder normal weiter.
...
falls du die Schrittmotoren mit einem Arduino steuerst kannst du doch die Library "AccelStepper" benutzen.
Da brauchst du nichts selber programmieren und mit der kann man auch die Stepper mit einer bestimmten Geschwindigkeit laufen lassen.

MM sollte man immer vorhandene Libraries benutzen, falls sie passen. Von der Benutzung und etwaiger Fehler Erkennung/Behebung und damit Weiterentwicklung profitieren dann alle davon.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich stimme Peter zu, mit der Empfehlung die FastAccelStepper zu nehmen. Die erledigt alles im Interrupt und die Mainloop bleibt für alle „Schweinerei“, wie lange Delays und Serial, frei.

Wie darf man sich den Nockenantrieb genau vorstellen? Hast du hier schon ein Thread mit mehr Bildern?

Meine ganz große Hoffung ist sogar, die Südlagerausrichtung, also die Waage Ausrichtung, nur ganz grob vorzunehmen und dann den Autoguider zustarten, der dann die Achse während des Tracking automatisch verbessert. Aber ich glaub es geht nicht, sonst hätten es vielleicht schon Andere so gemacht?! Damit würde dann beim Scheinern die West bzw. Ost Richtung entfallen (was ja bei dir schon der Fall war).

VG
Basti
 
Ich stimme Peter zu, mit der Empfehlung die FastAccelStepper zu nehmen. Die erledigt alles im Interrupt und die Mainloop bleibt für alle „Schweinerei“, wie lange Delays und Serial, frei.
genau, es gibt ja noch die Variante FastAccelStepper. Damit sollte man auch höhere Geschwindigkeiten erreichen. Braucht man aber hier wahrscheinlich nicht. Ist aber gut wenn man schnelleres GoTo machen will (zB ich ;) ).

Meine ganz große Hoffung ist sogar, die Südlagerausrichtung, also die Waage Ausrichtung, nur ganz grob vorzunehmen und dann den Autoguider zustarten, der dann die Achse während des Tracking automatisch verbessert. Aber ich glaub es geht nicht, sonst hätten es vielleicht schon Andere so gemacht?! Damit würde dann beim Scheinern die West bzw. Ost Richtung entfallen (was ja bei dir schon der Fall war).
Das verstehe ich nicht ganz.
Südlager ist klar. MM sollte das auch der Autoguider steuern können. Wirkt sich ja wie Deklination aus.
Aber wenn West/Ost Ausrichtung nicht stimmt, dann bekommt man eine Drift oder Rotation, die nicht ausgeglichen werden kann. Allerdings wenn der Fehler klein ist, erst bei langen Belichtungszeiten.

Ausserdem, die virtuelle Achse wird in ihrer Ausrichtung mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht konstant sein, also irgendwie präzessieren.

Gruß
Peter
 
Also, beim Scheinern schaut man doch „Bodennah“ in Ost oder Westrichtung, um die Plattform korrekt in Waage zu bringen. Das mache ich normalerweise mit den drei Schraubfüßen. Mein sehr Naiver Ansatz: Wenn ich mit dem Südlagerfuß Guide, dann sollte sich evtl. die Ausrichtung von allein optimieren. So das das Guiding mit dem Fuß sehr nah bei perfekter Ausrichtung herum passiert.

Ich habe aber für die Idee keinerlei Belege oder gar Rechnungen angestellt. Ich werde es wohl einfach probieren ?

Wenn man die Idee weiter spinnt, dann könnte eine Drehung der Plattform auf Polausrichtung zum Guiden benutzt werden und die Ausrichtung wird ebenfalls optimiert, um dann in (meiner idealen Welt) nur noch leicht um die perfekte Ausrichtung herum Guided…
 
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