Hallo!
Ich kann von mir noch beisteuern, dass ich visuelle Beobachtung immer sehr subjektiv finde. Farben und Kontrast werden von jedem anders wahrgenommen und während ein Beobachter (gefühlt) mehr erkennt, wenn das Planetenabbild klein ist um Seeingeffekte gering zu halten, meint der andere bei einem stark vergrößerten Bild alleine auf Grund der Größe mehr zu erkennen.
Dies alles mit "Tatsache" oder gar "Berechnung" zu beschreiben ist schwierig bis unmöglich. Dafür sind unsere Augen, die Bildverarbeitung im Gehirn und unsere Vorlieben bei Sehen zu unterschiedlich.
Somit kann ich auch nur aus meiner, ganz subjektiven, Erfahrung berichten.
Ich habe über die Jahre viel ausprobiert. Vom Newton in verschiedenen Größen über Maksutov und SC bis zu verschiedenen Refraktoren bis 150mm Durchmesser.
Wir sind hier eine Gruppe von rund 15 Personen die sich immer wieder zum Beobachten trifft. Da hat jeder sein(e) Teleskop(e) mit und man kann zur selben Zeit an den gleichen Objekten super vergleichen.
Ich habe dabei (für mich) die beste Lösung für Planeten gefunden.
-Größtmögliche Öffnung, wobei ich mittlerweile beim 16" Dobson angelangt bin. Doch auch im Vergleich 150mm Apo zu 8" Dobson war für mich das Planetenbild im 8" Dobson (Newton) nie schlechter als im Apo. Bei 8" Newton zu 8" SC hatte meist das Schmidt-Cassegrain leicht die Nase vorne. SCs werden aber ab einer gewissen Größe gegen den Newton einfach zu teuer bzw. sind nicht mehr erhältlich.
Bei schlechtem Seeing sind die Zugewinne durch die Öffnung gering, aber ich hatte nie den Fall, dass ich das Gefühl hatte, das Bild im großen Teleskop sei schlechter als in einem kleinen.
- Binoansatz! Auch ich profitiere stark vom Binoansatz und erkenne mit 2 Augen viel mehr. Bei meinen Kollegen die teils monokular beobachten ist es meist (aber nicht bei jedem) ähnlich. Geschätzt 80% der Leute haben zumindest das Gefühl, mit Bino mehr zu sehen.
- ADC, auch visuell. Gerade bei niedrig stehenden Objekten hilft der ADC auch visuell super um das Bild schärfer zu bekommen, zumindest für mich.
- Neodymiumfilter. Ich verwende an praktisch allen Planeten den Neodymiumfilter von Baader und für mich hebt er visuell den Kontrast an Planetendetails erheblich.
Mit Apos wurde ich, wie ihr merkt, für Planeten nie warm. Ich mag das Planetenbild mit größerer Öffnung als für einen Refraktor noch bezahlbar deutlich lieber und erkenne mehr.
Je besser das Seeing, um so größer der Unterschied und um so mehr kommt die Öffnung des Teleskops (und damit Auflösung und Maximalvergrößerung) für mich zum Tragen.
Am Ende bleibt meiner Ansicht nach aber nur: Ausprobieren!
Idealerweise auf Teleskoptreffen durch viele viele Teleskope auf ein und den selben Planeten schauen und für sich selbst herausfinden, was zu einem passt.
Ich bin an Planeten mit meinem 16" Dobson + ADC + Neodymiumfilter + Binoansatz (+ Delos-Okulare) mehr als glücklich und habe in Amateurteleskopen noch keinen Anblick genossen, den ich als besser empfand. Wenn die Luft mitspielt, gerne über 500fach vergrößert sind immer wieder unglaublich viele Details zu sehen.
Soviel mal meine (ganz persönliche und sicher subjektive) Meinung zum Thema.
Grüße, Mario
EDIT:
Und hab grad mal nach dem Skywatcher 16er Goto Dob geschaut 96kg

... eieieieieie eieiei
Das muss aber nicht so sein.
Mein 16" Spacewalk Telescopes Dobson wiegt gesamt 26 kg und ist für eine Person noch problemlos in der Handhabung.