Visuelle Planetenbeobachtung

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Blaugarfield1

Mitglied
Hallo zusammen.
Bin auf der Suche nach einem guten Refraktor zur Planetenbeobachtung. Habt ihr für mich ein paar Käufertipps.
Bis bald Andreas
 
TS SD 150 F/8
Skywatcher Evostar 150 ED
APM 150 ED
APM 140 SD
TS SD 125 F/7,8
Skywatcher Evostar 120 ED
TS SD 102 F/7
Skywatcher Evostar 100ED

Auflistung allein nach Größe sortiert ohne jede Wertung.
Unter 100mm würde ich an Planeten nicht gehen, und Achromaten haben für Planeten zu viel Farbfehler.

LG
Olli
 
Hallo Blaugarfield,

ich finde Planetenbeobachtung mit einem Refraktor immer schwierig, da mir Planeten visuell erst ab etwa 300facher Vergrößerung (und bei ruhige Luft) Spaß machen. Und da stoßen Refraktoren auf Grund des geringen Durchmessers und damit ihrer geringen Maximalvergrößerung an ihre Grenzen.

Ich würde einen Newton oder erst recht ein Maksutov oder Schmidt-Cassegrain Teleskop deutlich vorziehen.
So hab ich noch kaum einen Refraktor gesehen, der an Planeten mit meinem 8" Dobson mithalten konnte (außer 150mm Apos, die aber ein vielfaches kosten).

Wenn es dennoch ein Refraktor für die visuelle Planetenbeobachung sein muss, dann würde ich auf jeden Fall zu mehr als 120mm Durchmesser raten. Dazu sollte es ein apochromatischer Refraktor sein, denn der Farbfehler der Achromaten ist bei hohen Vergrößerungen sehr ausgeprägt und runiniert dir das Planetenbild.
Und da wären wir dann bei den eh von Olli schon genannten Apos mit 125 bis 150mm Durchmesser. Die mit 180mm Durchmesser wären noch besser, sind dann aber schon richtig teuer.

Grüße, Mario
 
Empfehle aus eigener Erfahrung ein C8 EHD. Das geht visuell am Planeten einigermaßen gut. Im TeleVue NP101 ist der Kontrast zwar etwas besser, dafür ist die Vergrößerung nicht so hoch ausbaubar.
 
Also der ED 120 zeigte bis jetzt mehr als das C8, das C8 muss aber auch Äonen lang auskühlen und reagiert auf jedes fizelchen Seeing sehr empfindlich.
Ich finde den 120er sehr befriedigend am Planeten. Vor Allem mit Bino.
SCs und Maks verachenken durch die Obstruktion leider sehr viel an Planeten. Ein C8 oder Mak 180 ziehen etwa gleich mit 120-125er EDs, aber mit vielen extra Nachteilen, die die EDs nicht haben.
Besser wäre auf jeden Fall ein ED der 150mm Klasse oder gar ein 155 F/8 Triplett (TS). Da kann auch ein C9,25 einpacken.
Ein 10" Newton auf Planeten optimiert wäre auch ein echtes Biest am Planeten.
Aber auch da haben die Refrajtoren den Vorzug, wenn das Thema Sonnenbeobachtung aufkommen sollte.

LG
Olli
 
Also der ED 120 zeigte bis jetzt mehr als das C8, das C8 muss aber auch Äonen lang auskühlen und reagiert auf jedes fizelchen Seeing sehr empfindlich.
Hallo Olli,

das finde ich spannend.
Ich selbst habe beides nicht und beobachte Planeten (mit großer Zufriedenheit) im 8'' und 16" Dobson.
Aber im Verein haben wir ein C8 und einen 140mm Apo und das C8 liefert an Planeten praktisch immer das bessere Bild.
Kommt wohl sehr drauf an, welcher Apo und ob das C8 gut ausgekühlt ist - in der Sternwarte vom Verein steht es immer bei annähernden Außentemperaturen.
Ich hätte nie erwartet, dass mal jemand berichtet, dass bei so einem Vergleich ein 120er Apo an Planeten vorne liegt - sehr interessant für mich.

Grüße, Mario
 
Hab den direkten Vergleich hier liegen.
IMG_20221101_174800.jpg

(230mm Tubus gegen 115mm Tubus sieht schon fies aus)
Die Nächte in denen der C8 ausspielen kann, was er potentiell hat, sind halt sehr sehr wenige, da er wie gesagt extrem empfindlich auf das jleinste bisschen Seeing sofort mit Matschbild reagiert. Der Refraktor liefert quasi immer scharfe Bilder, die dann nur wabern aber nicht verwischen, und geht sehr oft auch Gewinnbringend über 200x hinaus, sogar bis 257x am Mond mit knackig scharfem Bild.
Ich hatte bisher eine Nacht in der das C8 zumindest am Mond seine Öffnung wirklich ausspielen konnte und dem 120er gezeigt hat wo der Hammer hängt, aber an Jupiter, nope. Aber ich denke, dafür brauchts wirklich eine Nacht mit gutem Seeing und möglichst keinem Temperaturabfall innerhalb der Nacht, dann müsste er in der Theorie dem Apo etwas überlegen sein. Dass das betreffende C8 keine Gurke ist hat die Nacht mit dem Mond gezeigt. Aber mein spezifisches Exemplar vom ED120 ist auch enorm gut, ein traumhaftes bilderbuch Ronchigramm.
Was für den C8 spricht ist natürlich die enorme Kompaktheit. Das ist und bleibt unschlagbar.

LG
Olli
 
Ich beobachte auch lieber mit dem Refraktor die Planeten als mit einem Spiegelteleskop, wobei dieses auch in einigen Fällen von Vorteil ist.Die Maximalvergrößerung , egal ob beim 12“er oder 20“er konnte ich nie ausreizen. Ich beobachte aber auch meist im Innenhof. Durch die Dächer hab ich ganz schön Luftverwirbelungen. Da nutze ich eher kleinere Vergrößerungen für DeepSky Objekte.

Sonst immer mit dem SkyWatcher ED80 unterwegs, der wirklich klasse ist, habe ich mir jetzt als „Nachfolger“ einen Takahashi 100 DF gekauft , der ist wirklich gut am Planeten. 160x-200x sollten es schon sein, natürlich ist das aber auch immer vom Seeing abhängig. Dazu eine schnell aufgebaute Montierung und die Beobachtung kann in wenigen Minuten losgehen.

Viele Grüße
Stefan
 
Hallo zusammen,

über obige (oder ähnliche) Vergleiche sind hier schon gefühlt hunderte Abhandlungen aus allen möglichen Blickwinkeln ge(be)schrieben worden.…:rolleyes:

P.S.: Und ich denke herausgekommen ist meist: Guter Spiegel + Planeten = „gut“ sowie Gute Linse + Planeten = „auch gut“. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Andreas

Bist du immer noch auf der Suche nach einem Refraktor?
Wie schon einmal geschrieben, dein 10" ist eigentlich schon ein sehr gutes Planeten Instrument.
Was evtl. fehlt ist eine saugende Lüfterplatte und eine Taukappe?
Auch eine Tubusisolierung ist sehr hilfreich.
Dann würde ich persönlich noch auf Binokular, mit der APM komakorrigierenden 2.7x Barlow als GWK umsteigen.

Unter dem Begriff "Refraktor" gruppieren sich viele Linsenteleskope, welche jedoch nicht alle für die Planetenbeobachtung geeignet sind.
Das Non plus Ultra ist ein Vollapochromat, also ein Linsenteleskop welches bei Hochvergrößerung keine Farbe zeigt.
Leider sind diese an ihrer Öffnung gemessen sehr teuer.
An was hast du dabei gedacht APO/ED/Achro und an welche Öffnung?

Die Planetenbeobachtung ist ein weites Feld, ähnlich wie DeepSky, oder die Fotografie.
Da schwebt auch immer die Frage im Hintergrund, wie tief will man da einsteigen, oder was will man beobachten?
Ich persönlich würde dabei nicht unter 6" Öffnung beim APO gehen.
Eigentlich würde ich erst mal alles aus dem 10" Newton herausholen mit Lüfter und Bino.

Im Vergleich zu einem qualitativ gleichwertigen Newton rechnet man nach der Faustformel mit dem „effektiven Kontrastdurchmesser“ nach der Formel von William P. Zmek (Sky&Telescope 7/93 und 9/93)
DK=D-DF
D=Hauptspiegeldurchmesser
DF=Fangspiegeldurchmesser
DK=Kontrastdurchmesser
So kommt ein 10" Newton mit einem 60mm Fangspiegel auf einen Kontrastdurchmesser eines unobstuierten Teleskops mit 194mm.
Somit kann man die Leistung eines 8" APO damit erreichen.

Leider kommen viele Sternfreunde mit dem Newton nicht klar und haben Schwierigkeiten den Newton zu justieren, oder sie erkennen nicht die Notwendigkeit eines Lüfters bzw. der Optimierung, oder sie haben Angst sich den Spiegel schmutzig zu machen usw. ?

Wenn Geld keine Rolle spielt so wäre ein 10"-12" TEC, LZOS, CFF, Takahshi meine Wahl, vermutlich mit einem gefalteten Strahlengang in Form einer nach links gekippten 4 auf einer AZ-Montierung.
Das wäre mein Traumrefraktor ;)

Gruß
CS
 
Hallo.
Die Seeingempfindlichkeit durch das problematische Auskühlverhalten bei SCs lässt sich auf ein sehr gut erträgliches Maß reduzieren, wenn man den Tubus außen isoliert (einpacken mit alukaschierter Dämmtapete aus dem Baumarkt zur Heizkörper Hinterdämmung, evt. doppelt ummantelt, ist leicht und kostet nix).

Die Celestron Starbright Vergütung bei dem oben gezeigten älteren Gerät mit gerader Rückwand ist leider auch nicht mehr state of the art (ebenso wie die damals noch nicht shiftingfrei gelagerte Fokussierung, weshalb man diese alten Bauserien bei Gebrauchtkauf eher meiden sollte).

Neuere Modell haben seit etwa 15 Jahren die Starbright XLT Variante, bei der durch eine dreifache Kombination von 1. verbesserter und alterungsbeständiger 4facher Spiegelbeschichtungen, 2. eines wesentlich transmissiveren Schmidtplatten-Materials, und 3. dessen besserer Vergütung die Gesamttransmission des Systems um rund 16% angehoben wurde - dieser große Unterschied macht einen deutlich sichtbaren Kontrastvorteil. (Etwa vergleichbar mit dem Unterschied zwischen alten Ferngläsern aus den 70ern, mit ihrem dunkleren und vergleichsweise etwas flaueren Bild, zu neuen brillianten Top-Modellen):

Celestron XLT vs. Starbright

Für die aktuelle XLT-Baureihe kann man als Faustregel davon ausgehen, das ein Apo mit 3/4 der Öffnung etwa vergleichbar gut abbildet: ein modernes gut isoliertes bzw. ausgekühltes XLT C8 sollte einen 120 Apo klar hinter sich lassen und es mit einem 150er aufnehmen können, beim C9,25 wäre ein 170er nötig. Hier käme als Vorteil hinzu, dass durch die geringeren Radien dessen Spiegel dünner ausfallen, weshalb dieses System schneller auskühlt (und auch eine bessere Bildfeldebnung mit besserer Feldkorrektur hat (Koma, Sphärochromasie), wobei das für Planeten ja weniger relevant ist.

Wir haben an der Sternwarte noch einen der berühmten 200mm Zeiss B-Objektiv Apos, von denen es weltweit nur eine Handvoll gibt. Das CPC1100 einer Vereinskollegin kam mir seinerzeit vergleichbar gut vor (wobei wir auf haarspaltende längere Vergleichsnächte keine Lust hatten)... Aber der große 300mm Zeiss Fraunhofer Achromat schien mir doch noch etwas detailreicher, Farbfehler hin oder her.

Gruß,
Mathias
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier mal ein subjektives ranking (mit Score) verschiedener Teleskope an Jupiter (angeblich "Blindversuch": die Beobachter wussten nicht, durch welches Teleskop sie beobachten). Aus cloudy nights. Dort z. B. C8 Score 70, 5" Triplet Apo bis Score 85:
(Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass am Planeten auch ein gut ausgekültes C8 nicht an einen 6" Triplet-Apo herankommt. Aber, wie oben schon geschrieben, ist das ein ewiger Glaubenskrieg ;))
 
ich finde Planetenbeobachtung mit einem Refraktor immer schwierig, da mir Planeten visuell erst ab etwa 300facher Vergrößerung (und bei ruhige Luft) Spaß machen.
Mir macht Planetenbeobachtung immer Spaß! Auch bei 50fach. Aber der Spaß nimmt mit der Vergrößerung zu. Und 300fach macht dann Riesenspaß.

Leider ist der Riesenspaß selten. Daher bin ich auch mit etwas weniger Spaß zufrieden! :giggle:

FG
Christian
 
ich finde Planetenbeobachtung mit einem Refraktor immer schwierig, da mir Planeten visuell erst ab etwa 300facher Vergrößerung (und bei ruhige Luft) Spaß machen. Und da stoßen Refraktoren auf Grund des geringen Durchmessers und damit ihrer geringen Maximalvergrößerung an ihre Grenzen.
Es gibt übrigens einige Refraktoren (z. B. Apos ab 6"), die gehen sinnvoll weit über 300x...
 
Ein SC aus der Massenherstellung sehe ich nicht als Planetenteleskop, vielmehr sind das kompakte Teleobjektive für die Fotografie.
Schon rein rechnerisch entspricht ein 8"SC mit 33% Zentralabschattung, mit einem effektiven Kontrastdurchmesser von ca. 136mm nicht dem eines 6" APOs.
Oft haben diese SC in der Realität noch eine höhere Obstruktion durch irgendwelche Vorschraubringe, zu große Fangspiegelfassungen, oder durch eine zu große Hauptspiegel Verschiebung Richtung des Fangspiegels...
Ist die Optik und die Mechanik dann auch nicht perfekt, oder das SC nicht ausgekühlt, landet man schnell effektiv bei einem 3-4" Teleskop.
Was wiederum natürlich auch die Vergrößerungsfähigkeit stark einschränkt, wenn man nur einen effektiven Kontrastdurchmesser eines 3-4" Teleskops hat, kann man eigentlich auch nur in deren Bereich vergrößern.

Hingegen ist ein guter Voll-APO oft als Referenz in seiner Öffnungsklasse anzusehen.
Durch seine oft hohe optische Qualität bricht hier der Kontrast nicht so ein, wie bei einem Teleskop welches sagen wir mal nur auf Kompromissen aufgebaut ist.
Gerade bei den kleinen Öffnungen bis ca. 7" sind die APOs kleine Biester die quasi nicht zu Topen sind.
Bei größeren Öffnungen amortisiert sich das Ganze etwas, weil dann auch große APOs thermische Probleme bekommen und Spiegelteleskope durch ihre großen Öffnungen, die Kontrast Verluste durch Obstruktion, quasi egalisieren können, bzw. sie sind dann "Seeingbegrenzt" wenn sie qualitativ auf Augenhöhe sind.

Diese Liste war mir schon immer etwas suspekt, so wirklich was damit anfangen kann ich ehrlich gesagt nicht.
Was soll dieses Ranking überhaupt aussagen?

Gruß
CS
 
Hallo zusammen.
Bin auf der Suche nach einem guten Refraktor zur Planetenbeobachtung. Habt ihr für mich ein paar Käufertipps.
Bis bald Andreas
Hallo Andreas,

ich rate dir zur visuellen Planetenbeobachtung ein Spiegelteleskop zu kaufen, keinen Refraktor.
Öffnung mindestens 20cm, stecke das Geld in eine hervorragende Optik, kaufe dir einen Dobson, eventuell später noch eine EQ Plattform dazu. Wichtig beim Planetenfernrohr ist Öffnung, gute Optik, gute Justierung.
CS Mike
 
Ohne Nachführung wäre für mich gerade bei Planeten ein absolutes Unding. Die halbe konzentration geht fürs nachschubsen drauf, und Bino ist nicht wirklich praktikabel, ganz zu schweigen von entspannter Körperhaltung.
Man sieht soviel mehr wenn man am Bino beidäugig beobachtet, und bequem hinter dem teleskop entspannt sitzt.
Ich habe selber den direkten Vergleich von 120mm Apo zu 8" Dobson und 10" Newton auf EQ6 (viel Auflösung, aber mieseste Einblickposition ever)

Ich bevorzuge den Apo mit Bino.

Und ich überlege ernsthaft, den 10" abzustoßen und einen 155mm Apo anzuschaffen.
Visuelles Deep Sky ist aus Hannover einfach völliger unsinn, aber Sonnensystem macht Bock.

LG
Olli
 
Man muss auch ganz klar eingestehen, an Jupiter, Saturn und Mars zählt einzig und allein die sogenannte "Kontrastöffnung". Also Öffnung minus Obstruktion als gute Näherung. Da, wo die Obstruktion in der MTF ihren negativen Einfluss verliert, ist das Auge wegen zu geringem Kontrast ohnehin längst ausgestiegen, bis zu dieser Ortsfrequenz kommen wir biologischen Menschen bei den Pastellfarben gar nicht erst.
Am Mond ist das natürlich anders.
Ein 200mm Dobson mit 50mm Fangspiegel kann daher visuell am Jupiter niemals mehr zeigen als ein 150mm Apo. Andere Behauptungen widersprechen einfach harten Zahlen und Fakten und basieren eher auf Wunschdenken.
Erst ein 10" Dobson mit genug Backfokus für Bino und motorisierter Nachführung wäre wirklich ein Schritt nach vorn, oder ein parallaktisch montierter CC10 mit Bino.
Beidäugige Beobachtung ist so unglaublich wertvoll, wenn das Gehirn die Fehler der einzelnen Augen gegeneinander rausrechnen kann. Ebenso werden zu kleine Strukturen, die einäugig gesehen werden, gerne vom Hirn herausgefiltert als "Fehler" oder als "unwichtig", einer der Hauptgründe, weshalb oft gesagt wird, gutes und richtiges Beobachten muss gelernt werden. Man muss dem Hirn antrainieren, was es so alles bitte nicht wegfiltern soll. Bei beidäugiger Beobachtung tritt das nicht auf, da ist der selbe Seheindruck auf beiden Netzhäuten, also ganz offensichtlich kein Fehler.

LG
Olli
 

Hier mal ein subjektives ranking (mit Score) verschiedener Teleskope an Jupiter (angeblich "Blindversuch": die Beobachter wussten nicht, durch welches Teleskop sie beobachten). Aus cloudy nights. Dort z. B. C8 Score 70, 5" Triplet Apo bis Score 85:
(Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass am Planeten auch ein gut ausgekültes C8 nicht an einen 6" Triplet-Apo herankommt. Aber, wie oben schon geschrieben, ist das ein ewiger Glaubenskrieg ;))
Naja Steinheil, solche Listen sind natürlich- wie du auch schreibst- immer sehr subjektiv, meine auch;): Für Jupiter visuell würde ich verwenden:
ZEN
Mewlon
Obsession
Selbstschliff

CS Mike
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

ich habe einen 10 Zoll f4.8 Newton mit curved Spider und 50mm Fangspiegel, einen AOM FLT 105f9.5 und einen LZOS 152f8 die ich am Planeten einsetze.
Die Refraktoren haben den großen Vorteil des Einblicks von hinten, ein ADC und ein Bino lassen sich einfach verwenden.
An meinem Newton geht beides nicht, dafür ist er mit unter 7 kg super leicht.
Alle Teleskope sind in einer Rolldachhütte aufbewahrt, der LZOS fest montiert, die anderen mobil einsetzbar.

Gestern war eine recht typische Nacht mit durchschnittlich gutem Seeing. Ich hatte den 10er und der LZOS an Jupiter und am Mars. Das Bild im größeren Newton ist wesentlich heller, im Refraktor ruhiger und mehr Kontrast. Die Brennweite ist ja bei beiden gleich und gestern ging 170 fache Vergrößerung gut (7mm), blickweise auch mal bis 240 fach (5mm).

Vor ein paar Tagen war 2 Nächte außerordentlich gutes Seeing so dass ich das 3,5mm Nagler einsetzen konnte.
Der Newton hat hier seinen Öffnungsvorteil ausspielen können und hat das detailreichere Bild geliefert. Durch den entspannten Einblick im Sitzen und mit Bino bei 240 fach war das Bild im Refraktor wieder ruhiger als im Newton.

Ich hatte auch schon ein sehr gutes C14, ein gutes Meade ACF, ein gutes und ein schlechtes C11, ein gutes Meade SC10 und ein sehr gutes C8.
Am Planeten haben mich die SC aber visuell nicht überzeugen können. Die Obstruktion und die serienmäßig teilweise jämmerliche Mechanik haben mich von den SCs abgebracht.
Ich hatte auch je einen BOSMA und einen Intes 6Zoll Maksutov und ein 90er und zwei 127er ETX. Die Qualität ist gut, aber das Auskühlverhalten für mich immer Problematisch. Mechanisch war der Intes am Besten, optisch der BOSMA.
Ein VMC200 hatte ich auch mal, das ging am Planeten mal garnicht. Die Spikes der dicken Spiegelstreben machen jeden Kontrast zu nichte.

Refraktoren hatte ich viele, auch viele gute, am Ende geblieben sind nun die genannten und ein 80/500 zum Fotos machen.

Nochmal ein Wort zu Gewichten und Montierungen: ein Newton von der Stange ist schwer und mechanisch oft ehr grobschlächtig. Eine EQ6 oder ähnlich als Basis trägt einen 10er Newton oder einen 6er Refraktor. Größer braucht dann eine EQ8 oder ähnlich und damit auch mal gleich wesentlich mehr Gewicht.
Ein Dobson mit einer EQ Plattform könnte da eventuell Abhilfe schaffen. Ein 10er f6,3 auf einer EQ Plattform ist visuell schon eine gute Sache.
Bei den APOs gibt es einige exzellente 5 Zöller, die auch noch von einer Vixen SX oder GPDX getragen werden. Hinsichtlich Preis/Gewicht/Leistung ist das m.E. eine schöne Sache und man kann auch Prima Sonne in H Alpha damit machen oder Fotografieren.
Lange Rede… wenn du bequem im Sitzen beobachten willst und ein leichtes und vielseitiges Gerät willst: ein guter 5 Zöller und eine leichte aber stabile Montierung.

Wenn du maximale Leistung haben willst dann den langen Dobson mit EQ Plattform.
Preislich kommt das in etwa aufs selbe hinaus, wenn der Dobson auch mechanisch gleichwertig gut ist.

Erfahrung aus 25 Jahren nach “dem einen Teleskop” suchen: es gibt viele schöne Sachen, keine Option kann am Alles, you get what you pay for.

CS Alex
 
Beidäugige Beobachtung ist so unglaublich wertvoll, wenn das Gehirn die Fehler der einzelnen Augen gegeneinander rausrechnen kann. Ebenso werden zu kleine Strukturen, die einäugig gesehen werden, gerne vom Hirn herausgefiltert als "Fehler" oder als "unwichtig", einer der Hauptgründe, weshalb oft gesagt wird, gutes und richtiges Beobachten muss gelernt werden. Man muss dem Hirn antrainieren, was es so alles bitte nicht wegfiltern soll. Bei beidäugiger Beobachtung tritt das nicht auf, da ist der selbe Seheindruck auf beiden Netzhäuten, also ganz offensichtlich kein Fehler.
:y:
 
ich habe einen 10 Zoll f4.8 Newton mit curved Spider und 50mm Fangspiegel, einen AOM FLT 105f9.5 und einen LZOS 152f8 die ich am Planeten einsetze.
Die Refraktoren haben den großen Vorteil des Einblicks von hinten, ein ADC und ein Bino lassen sich einfach verwenden.
An meinem Newton geht beides nicht,
Hallo Alex

Entschuldige wenn ich dich hier ergänze.
Ich beobachte auch am Newton mit ADC/ADK und Bino.
Die APM/Düring 2.7x komakorrigierende Barlow macht es möglich, dabei korrigiert diese gleich noch die Koma des Newton.
Der Verlängerungsfaktor steigt zwar auf 3.4-3.6x je nach dem, wie dicht man die Barlow an den ADK bekommt, doch ist das für die Planetenbeobachtung auch nicht abträglich, da man mit langbrennweitigen Okularen beobachten kann, welche oft noch den besseren/längeren Augenabstand haben.
Ab 5-6" Öffnung wird die Atmosphärische Dispersion schon deutlich sichtbar und bei größeren Spiegelteleskopen welche als Referenz in Sachen Farbreinheit gelten, ist die AD ein richtiger Kontrastkiller.

Auch das Einblickverhalten beim Newton unterscheidet sich in keiner Weise von dem des Refraktors, wenn man z.B. eine GoTo AZ-Montierung verwendet und dabei den Hut, oder den Tubus des Newton mit dem Okularauszug horizontal ausrichtet.
Dann bleibt auch hier der Einblick immer gleich und variiert nur in der Höhe, dieser kann dann mit einem Stuhl mit Gasdruckfeder bequem ausgeglichen werden.
Macht man das Ganze noch auf ein Rollbrett o.Ä. ist man ums Haus rum mobil und braucht nicht mal eine Festaufstellung.
Eine schwere und teure parallaktische Montierung ist daher für den visuell genutzten Newton unnötig.

Was Preis-Leistung anbelangt, so bekommt man z.B. von Skywatcher einen 14-16" GoTo Dobson zum Preis eines 4" SD-APO.
Die sind zwar schwer, was aber auf einem kugelgelagerten Rollbrett eigentlich auch keine Rolle spielt.
Man wird einen solchen Dobson wahrscheinlich noch schneller am Start haben, als den APO.

Gruß
CS
 
Hallo Quanten,

das mit dem ADK sehe ich genauso und habe mir auch die Düring Barlow schon überlegt. Würdest du bitte mal nachmessen wieviel optischen Weg die Barlow ausgleicht?

Übrigens das mit der Alt Az hab ich mir auch unlängst gedacht und eine ROWAN AZ100 auf einem Planet mit Kurbelsäule besorgt.

Zum Thema Skywatcher Newtons hatte ich hier mal einen Bericht geschrieben:

Und hab grad mal nach dem Skywatcher 16er Goto Dob geschaut 96kg :eek: ... eieieieieie eieiei

CS Alex
 
Beidäugige Beobachtung ist so unglaublich wertvoll, wenn das Gehirn die Fehler der einzelnen Augen gegeneinander rausrechnen kann. Ebenso werden zu kleine Strukturen, die einäugig gesehen werden, gerne vom Hirn herausgefiltert als "Fehler" oder als "unwichtig", einer der Hauptgründe, weshalb oft gesagt wird, gutes und richtiges Beobachten muss gelernt werden. Man muss dem Hirn antrainieren, was es so alles bitte nicht wegfiltern soll. Bei beidäugiger Beobachtung tritt das nicht auf, da ist der selbe Seheindruck auf beiden Netzhäuten, also ganz offensichtlich kein Fehler.

LG
Olli
Hi,

aber das ist alles nur Meinung, keine Tatsache. Ich z.B. halte das für Wunschdenken bzw. einen rein subjektiven Eindruck. Man könnte auch genau so herum argumentieren, durch das ganze zusätzliche Glas im Binoweg gehen Details verloren.

Viele Grüße
 
Hallo!

Ich kann von mir noch beisteuern, dass ich visuelle Beobachtung immer sehr subjektiv finde. Farben und Kontrast werden von jedem anders wahrgenommen und während ein Beobachter (gefühlt) mehr erkennt, wenn das Planetenabbild klein ist um Seeingeffekte gering zu halten, meint der andere bei einem stark vergrößerten Bild alleine auf Grund der Größe mehr zu erkennen.

Dies alles mit "Tatsache" oder gar "Berechnung" zu beschreiben ist schwierig bis unmöglich. Dafür sind unsere Augen, die Bildverarbeitung im Gehirn und unsere Vorlieben bei Sehen zu unterschiedlich.

Somit kann ich auch nur aus meiner, ganz subjektiven, Erfahrung berichten.
Ich habe über die Jahre viel ausprobiert. Vom Newton in verschiedenen Größen über Maksutov und SC bis zu verschiedenen Refraktoren bis 150mm Durchmesser.
Wir sind hier eine Gruppe von rund 15 Personen die sich immer wieder zum Beobachten trifft. Da hat jeder sein(e) Teleskop(e) mit und man kann zur selben Zeit an den gleichen Objekten super vergleichen.

Ich habe dabei (für mich) die beste Lösung für Planeten gefunden.

-Größtmögliche Öffnung, wobei ich mittlerweile beim 16" Dobson angelangt bin. Doch auch im Vergleich 150mm Apo zu 8" Dobson war für mich das Planetenbild im 8" Dobson (Newton) nie schlechter als im Apo. Bei 8" Newton zu 8" SC hatte meist das Schmidt-Cassegrain leicht die Nase vorne. SCs werden aber ab einer gewissen Größe gegen den Newton einfach zu teuer bzw. sind nicht mehr erhältlich.
Bei schlechtem Seeing sind die Zugewinne durch die Öffnung gering, aber ich hatte nie den Fall, dass ich das Gefühl hatte, das Bild im großen Teleskop sei schlechter als in einem kleinen.

- Binoansatz! Auch ich profitiere stark vom Binoansatz und erkenne mit 2 Augen viel mehr. Bei meinen Kollegen die teils monokular beobachten ist es meist (aber nicht bei jedem) ähnlich. Geschätzt 80% der Leute haben zumindest das Gefühl, mit Bino mehr zu sehen.

- ADC, auch visuell. Gerade bei niedrig stehenden Objekten hilft der ADC auch visuell super um das Bild schärfer zu bekommen, zumindest für mich.

- Neodymiumfilter. Ich verwende an praktisch allen Planeten den Neodymiumfilter von Baader und für mich hebt er visuell den Kontrast an Planetendetails erheblich.


Mit Apos wurde ich, wie ihr merkt, für Planeten nie warm. Ich mag das Planetenbild mit größerer Öffnung als für einen Refraktor noch bezahlbar deutlich lieber und erkenne mehr.
Je besser das Seeing, um so größer der Unterschied und um so mehr kommt die Öffnung des Teleskops (und damit Auflösung und Maximalvergrößerung) für mich zum Tragen.

Am Ende bleibt meiner Ansicht nach aber nur: Ausprobieren!
Idealerweise auf Teleskoptreffen durch viele viele Teleskope auf ein und den selben Planeten schauen und für sich selbst herausfinden, was zu einem passt.
Ich bin an Planeten mit meinem 16" Dobson + ADC + Neodymiumfilter + Binoansatz (+ Delos-Okulare) mehr als glücklich und habe in Amateurteleskopen noch keinen Anblick genossen, den ich als besser empfand. Wenn die Luft mitspielt, gerne über 500fach vergrößert sind immer wieder unglaublich viele Details zu sehen.

Soviel mal meine (ganz persönliche und sicher subjektive) Meinung zum Thema.

Grüße, Mario


EDIT:

Und hab grad mal nach dem Skywatcher 16er Goto Dob geschaut 96kg :eek: ... eieieieieie eieiei

Das muss aber nicht so sein.
Mein 16" Spacewalk Telescopes Dobson wiegt gesamt 26 kg und ist für eine Person noch problemlos in der Handhabung.
 
aber das ist alles nur Meinung, keine Tatsache. Ich z.B. halte das für Wunschdenken bzw. einen rein subjektiven Eindruck. Man könnte auch genau so herum argumentieren, durch das ganze zusätzliche Glas im Binoweg gehen Details verloren.
Nope, da bist du auf dem Holzweg. Das ist nicht nur meine ganz reale Erfahrung und die vieler anderer, sondern echte, harte, wissenschaftlich belegte Tatsache. Genaueres Erkennen feiner Details, verbesserte Kontrastwahrnehmung...
Warum wohl hat man beim Augenarzt beidäugig einen deutlich höheren Visus als einäugig? Schon mal drüber nachgedacht?
Binocular Summation
Ich fände es toll, wenn man erstmal etwas Eigenrecherche betreiben würde, bevor man Anderen vorwirft nur Meinungen zu verbreiten.
Auch so ein Ding was hier im Forum immer unangenehmer und häufiger wird.

LG
Olli
 
Zuletzt bearbeitet:
Egal ob Refraktor, SC, Newton oder eine Klo-Rolle mit einem Brillenglas der Oma, die Hauptsache ist doch die Zufriedenheit einer Beobachtung, die einem von dem Teleskop der Begierde geschenkt wird, nach jeder Nacht, oder gar am Tage. Mehr braucht man meiner Meinung nach nicht. Gruss, Bengt
 
Egal ob Refraktor, SC, Newton oder eine Klo-Rolle mit einem Brillenglas der Oma, die Hauptsache ist doch die Zufriedenheit einer Beobachtung, die einem von dem Teleskop der Begierde geschenkt wird, nach jeder Nacht, oder gar am Tage. Mehr braucht man meiner Meinung nach nicht. Gruss, Bengt
Jop, danke für den Reminder.
Das Einfachste und gleichzeitig eigentlich Wichtigste verliert man nur zu oft aus den Augen.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben