In 30 Jahren keinen Schilling/Euro…
Hat jemand von Euch schon mal Strafe gezahlt weil er sein Teleskop aufgestellt hat? Das würde mich echt interessieren. Bitte nicht falsch verstehen, aber
ich kann nicht glauben dass mitten in der Nacht irgendwelche Typen herumsteigen um illegale Camper aufzudecken. Im Sommer vielleicht, aber im Winter?
Bin neugierig wie das Vergehen heißt und was es kostet. Danke.
Moin,
das ist stark unterschiedlich. Wenn es unerlaubte Nutzung von Naturschutzgebieten oder Verkehrsflächen gibt, sind die Ortspolizei- oder Forst- od. unteren Naturschutzbehörden für die Ordnungswidrigkeiten zuständig. Im Nationalpark und an anderen besonders geschützten Stellen geht es auch um Straftaten. Da kommt dann von Amts wegen die Schutzpolizei. Bei Müllvergehen sowieso schnell.
Und da liegt es immer an den vorgesetzten Stellen in Kreis und Land, wie die das gehandhabt haben wollen. Je mehr sie Touristen oder andere "bevorzugte" Gruppen (z.B. Backpacker) als Verursacher wittern umso höher mag auch die Tendenz sein, nachts mal einen Büttel rumzuschicken und "aufzuräumen". Es gibt ja regelrechte Schwerpunkte, wo man eigentlich gleich 'nen Müllwagen hinschicken kann.
Hier passiert das (noch) selten, so dass wir Anwohner dann das Vergnügen haben den Dreck wegzuräumen, wenn man nicht ständig drüber stolpern will. Unser örtlicher Womo-Stellplatz für den die Gemeinde praktisch nicht kassiert da keine sonstige Infrastruktur wird in Bälde auch Strom/Abwasser kriegen und dann kosten und vmtl. eine Schranke oder sowas kriegen. Verbessert den Service auf der einen Seite, zahlt aber auch den Müll, der weggeschafft wird.
Wenn man z.B. bei uns am Rhein sieht, wie die Parkplätze (Selbst Nothaltebuchten an der Bundesstraße) oft aussehen, was da besonders von Campern und Wohnmobilisten hinterlassen wird, kann man das teilweise nachvollziehen. Wir gehen gerne in die Pilze, selbst da siehst Du, wo Womo's oder Zelte standen, Mülltüten, ausgebrannte Campinggrills, Kunststoffabfall und Dosen/Flaschen, als gäb's kein Pfand, Klopapierreste und Brrrrr... wo die Leute sich erleichtert haben, manchmal denkt man die Vertreter der Vor- und Frühgeschichte hätten heute Nummernschilder.
Und das wird beobachtbar laufend schlimmer. Wir wohnen hier jetzt ca. 10 Jahre, nachdem Corona jetzt touristisch weitgehend rum ist und unsere Stellplätze wieder genutzt werden, ist das manchmal kaum zu fassen. Selbst Campingmobiliar wurde schon einfach zurückgelassen, wohl weil der Rücktransport zu unbequem war. Wir wohnen in einer kleinen 600 Seelen Teilgemeinde der VG Loreley, unser einer Ortsarbeiter darf dann die Freiw. Feuerwehr bemühen, die einen kleinen LKW haben, damit der Mist auf die Deponie kommt, wo dann auch noch an den Betreiber pro Tonne gezahlt werden darf. Das kann nicht sein.
Das sowas auch die etwas anormalen Teleskopiker trifft ist natürlich ärgerlich, aber die örtlichen Bediensteten interessiert eigentlich nur der Ärger, den sie mit den nächtlichen Besuchern haben, entsprechend der Leidenswilligkeit der einzelnen wird dann lieber einmal zu viel als zu wenig abgeräumt. Bei uns heißt es immer, geht zum Ortsbürgermeister, der wohnt ja im Ort, fragt den. Hier gab's auch schon alles Mögliche was eigentlich nicht vorgesehen war, dann hat man sich abgestimmt und wenn es ging, fand sich ein Weg.
Ich habe an verschiedenen Standorten die Erfahrung gemacht, dass eine Frage beim Ortsbürgermeister, wenn man keinen privaten Platz findet, der einfachste Weg ist, erklären was man macht, ggf. ein paar Bilder etc. zeigen, dann hat man ja raus, ob man auf Verständnis trifft oder nicht. Klar hört man auch mal ein NEIN, gut, dann woanders. Bei den Schutzgebieten dürfen die Gemeinden allerdings kein Auge zudrücken, die Regeln sind strikt und wenn sie da nicht richtig agieren und irgendwo kippt ein Bekloppter Altöl aus, hatten wir an einem früheren Wohnort mal einen Bericht im Lokalblatt, macht der Mitarbeiter, der da den Zutritt/das Aufstellen genehmigt hat, sowas nicht mehr, denn den Schleuder braucht auch er nicht, mal von den Konsequenzen für den Umweltsünder abgesehen, den dann der Staatsanwalt jagt.
Und nein, ich mußte noch nichts bezahlen. Bis dato ließ sich entweder vorab ein "placet" einholen oder ich bin weiter. Planung ist ne feine Sache, und Dank google Maps ja auch kein Kunstwerk.
CS
Jörg