Raspberry Pi mit ATIK-Kameras kombinieren

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Moonwise

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Hallo Forum,
ich befinde mich gerade ganz vorne in der Einarbeitung und bin froh, einen Raspberry Pi ans Laufen bekommen zu haben. Da ich mit "Windows" aufgewachsen bin, ist die ganze Struktur, Dateiendungen, etc. erst einmal sehr ungewohnt für mich.
Ich möchte in Zukunft den Raspberry auch gerne dafür verwenden, ATIK-Kameras zu steuern und Fotos auf die SD-Karte zu speichern. Nur stellt sich hierbei folgende Frage für mich:
Die Setup-Dateien sind ja alle windows-basiert. Wie bekomme ich die Software-Pakete der Kameras (Software und Treiber) unter dem Linux-System installiert?
Habt Ihr vielleicht gute Einlese-Möglichkeiten, die Ihr mir hierzu nennen könntet?

Danke für eine Rückmeldung,
CS, Thorsten
 
Hallo Thorsten,

für den Bereich Astro-Fotografie und Steuerung wurden unter Linux spezielle SW-Pakete entwickelt.
Sehr gängig ist KSTARS als Planetariumsprogramm und INDI als Treiber- und Server-SW. Das Verbindungsglied zwischen diesen beiden ist EKOS.
ATIK Kameras werden unterstützt: Atik Cameras & Filter Wheels

Man kann diese SW- Pakete einzeln aufsetzen, aber wesentlich einfacher ist die Installation fertiger Images, also Kopien eines lauffähigen Betriebssystems mit sämtlichen SW-Komponenten.

Dafür gibt es im Wesentlichen 2 Quellen. Zum einen ist das das ASTROBERRY-Projekt, zum anderen STELLARMATE.
Ersteres ist kostenlos und hier downloadbar: Astroberry Server
Leider stagniert zurzeit das Astroberry-Projekt, da KSTARS nur noch über das 64Bit Betriebssystem des Raspberry unterstützt wird.
Das aktuell downloadbare Image ist ein 32Bit-Image. Ausprobieren kannst Du es natürlich, aber es wird dort keine Updates mehr geben.
Ich nutze es aber weiterhin und werde mir, sobald verfügbar auch ein 64Bit OS parallel aufsetzen und dann umschwenken.

Stellarmate ist ein kommerzielles Projekt, welches weitgehend identisch ist zu Astroberry, jedoch noch eine sehr gute Android- und iPAD-APP zur Steuerung mitbringt als auch permanenten Support. Kostet zurzeit 49,US$ mit lebenslangem Update: Welcome to StellarMate
Stellarmate liefert ein 64Bit-Betriebssystem.

Wenn Du alles selber aufsetzen willst, dann mußt Du Dich im Web einlesen und mit
- KSTARS The KDE Education Project - KStars
- EKOS Ekos
- INDI Home

auseinandersetzen...

Ich empfehle später auf jeden Fall den Schritt weg von der langsamen SD-Karte zu einer schnellen SSD-Lösung, von der über USB3.0 auch gebootet werden kann. Auch eine Übertaktung des Pi auf min 1,9GHz ist empfehlenswert.

Grüße
Hartmut
 
Hallo Hartmut!
Oha, da habe ich wohl direkt den richtigen erwischt! Danke!!!
Das schaue ich mir mal alles an und kann mich dann hoffentlich mit Rückfragen an Dich wenden.
Soweit erst einmal VIELEN DANK! Schön ist für mich zu sehen, dass es wirklich funktioniert. Cool!

Viele Grüße, Thorsten
 
Hallo Thorsten,
das selbst aufsetzen ist kein Hexenwerk.
Den Imager selbst für Windows bekommst du hier, den benötigst du, um das Image auf die Micro-sd zu schreiben, man kann da schon einen Nutzer selbst kreieren. Die Netzwerkverbindung ist am einfachsten über Kabel, Wlan ist aber auch möglich und wird beim Einrichten nach dem ersten Start abgefragt.
Als micro-sd Karten empfehle ich Karten mit hohen Schreibvolumen, da der Slot vom Raspi gerade mal ~30MB/s schafft, lohnt sich hier die Investition in die Haltbarkeit, nicht in Geschwindigkeit. Als Image "Raspberry Pi OS with desktop" nutzen, hier schon in 64Bit.
Ansonsten geht es dann mit der Einrichtung hier weiter, Thread durchlesen (es gibt da ein paar Fallstricke) und loslegen.
Für den Einstieg empfehle ich Raspi mit Tastatur und Monitor, bevor man sich an die Einrichtung von VNC, SSH etc. macht, ergo Fernbedienung über's Netz.
 
Es gibt noch einen Weg. In meiner Anfrage im INDI Forum hat sich jemand gemeldet, der ein Script zur automatischen Installation geschrieben hat.
Zunächst ein 64 Bit OS mit Desktop installieren

Dann sein Script installieren und aufrufen

Den Beitrag findet man hier

Grüße
Hartmut
 
Hi Thomas,
durchgespielt habe ich das (noch) nicht und weiß auch nicht, ob ich das machen werde. Ich hoffe ja immer noch, dass es eines Tages ein "echtes" ASTROBERRY-Image auf 64 Bit - Basis geben wird. Das beinhaltet ja noch ein paar weitere Programme, die ich ansonsten dazu installieren müßte, wie z.B. PHD2 usw.

By the way... beim Astroberry, also der Installation vom Image reicht ein apt-update && apt-upgrade aus, um dieses immer komplett für alle installierten SW-Pakete auf dem neuesten Stand zu halten (jedenfalls war das so im 32 Bit Image).

Wie sieht das aus, wenn ich eine manuelle Installation mache? Was muß ich das konkret tun, um z.B. INDI upzudaten? (Konkrete Befehlssequenz...)

Grüße
Hartmut
 
Moin Hartmut,
sobald die SW-Sourcen in der Apt-Bibliothek sind, geht alles automatisch. Musst dich nur einmalig um die Auswahl kümmern, was dir beliebt, Rest über das ganz normale Update Procedere.
 
Hallo Thorsten,

Die Setup-Dateien sind ja alle windows-basiert. Wie bekomme ich die Software-Pakete der Kameras (Software und Treiber) unter dem Linux-System installiert?
Der Pi ist ein Linux-Rechner (angepasstes Linux für die ARM-Prozessoren, ansonsten kein Unterschied zu den "normalen" Linuxen) und somit ist es nicht möglich Windows Programme auf diesem laufen zu lassen.
Es gibt Möglichkeiten dieses zu bewerkstelligen, aber würde jetzt hier am Ziel vorbei führen.

Wie von den Kollegen schon erwähnt, gibt es drei Möglichkeiten:

a) den Pi mit dem originalen Raspberry OS (Operating System) aufsetzen und dann selbst die benötigten Programme einzupflegen. Grundsätzlich kein Hexenwerk, aber wenn man aus der Windowswelt kommt schon eine entsprechende Lernkurve. Manche Astro-Software lässt sich auch nicht über die Repositories instaliieren (z.B. oaCapture/-Live) Auch müssen teilweise neue Repositories-Quellen (INDI/EKOS) eingepflegt werden.

b) Astroberry, ein rundum wohlfühl System, aber eben noch nicht komplett auf 64bit. 32bit zum Testen und lernen durchaus sehr praktikabel.
Installation erfolgt über den originalen Imager von Raspberry.
Vorteil, das System beinhaltet alles was man so braucht und mit etwas Lernwillen geht auch mehr und es ist kostenlos.

c) StellarMate, ebenso ein rundum sorglos Paket. Ist aber eben nicht kostenlos, aber der einmalige Obolus von ca. 50,- € lohnt auf alle Fälle.

Alle drei lassen sich mit dem Imager, Windows-Version, von Raspberry auf die SD-Karte oder auf einen USB-Sick schreiben.
Den bekommst Du hier:
Raspberry Pi Imager
In der neuen Version, 1.7, ist es möglich vorab Einstellungen mitzugeben, um einen Benutzer anzulegen, WLAN-Heimnetz einbinden, ssh frei schalten, ... ... ...
01_imager_Bildschirmfoto_2023-01-14_12-05-44.png


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03_imager_Bildschirmfoto_2023-01-14_12-05-44.png


Die Variante den Pi vorübergehend mit Monitor, Tastatur, Maus auszurüsten ist sicherlich die einfachste und unproblematischste für einen absoluten Linux-Neuling.

Auf Dauer wirst Du aber einen Remotezugang brauchen, denn sonst macht so ein Pi m.E. keinen Sinn am Teleskop.
OK, man kann natürlich Monitor etc. mit raus schleppen, ist dann aber eher sinnbefreit.
Astroberry und StellarMate bringen von Haus aus VNC (für Remote-Zugriff) mit sich.
Bei einem von Grund auf selbst aufgebastelten Pi muss das nachinstalliert werden.

Das Image auf eine SD-Karte oder oder zu bekommen ist die einfachste Übung.
Als Windows-Benutzer, der noch nie Linux angefasst hat, erfolgt ein Umgewöhnungsprozess.
Kurzum, für mich, wenn ich reine Windows-Benutzer wäre, käme für mich nur Astroberry oder noch lieber StellarMate in Frage.
StellarMate bietet halt die Möglichkeit auch über Tablet zu arbeiten.

Alternative, wenn man den Weg in die Linux-Welt scheut, Mini-PC unter Windows.
Die Einrichtung unter solchen Kistchen läuft wie beim Neukauf eines Notebooks oder Stand-PC.
Keine Umgewöhnung. Installation von Software wie gehabt, ... ... ...
Einfacher Remote-Zugriff über RDP, allerdings erst ab den Pro-Versionen.

Weitere Alternative, so betreibe ich es, ein Notebook 14" mit Ubuntu oder Linux-Mint.
Linux-Mint werkelt auf meinen Notebook's.
Da habe ich INDI, EKOS und KStars mit seinen Quellen eingepflegt, dazu dann FireCapture, PHD2, usw. usw..

Warum Notebook, der Pi ist mir zu "zappelig" und ehrlich gesagt zu lahm. Da wäre die 8GB Variante zu empfehlen. Aber das muss jeder selbst entscheiden.
Praktisch ist das Teil schon. Kleine Schachtel die ich gut an der Montierung unterbringen kann und somit kurze Kabelwege zu Kamera, EAF, ... ... ...
 
Hi Thomas,
durchgespielt habe ich das (noch) nicht und weiß auch nicht, ob ich das machen werde. Ich hoffe ja immer noch, dass es eines Tages ein "echtes" ASTROBERRY-Image auf 64 Bit - Basis geben wird. Das beinhaltet ja noch ein paar weitere Programme, die ich ansonsten dazu installieren müßte, wie z.B. PHD2 usw.
Hallo Hartmut,
so eine Compilerorgie durchläuft auch AstroPi3. Ist ein Rundumsorglospaket, allerdings dauert die "Orgie" auf einem Raspi 4 mit 4GB rund 2,5h. Und das Teil muss gut gekühlt werden, da wird's im wahrsten Sinne des Wortes "heiß".
AstroPi3 war mein Einstieg in dieses Thema.
 
Die Setup-Dateien sind ja alle windows-basiert. Wie bekomme ich die Software-Pakete der Kameras (Software und Treiber) unter dem Linux-System installiert?
Habt Ihr vielleicht gute Einlese-Möglichkeiten, die Ihr mir hierzu nennen könntet?
Hallo Thorsten,
es gibt die Möglichkeit über Emulatoren z.B. Platzhirsch Wine, Corossover etc. in einem gewissen Umfang Windowsprogramme unter Linux zu laufen zu bewegen. Macht aber nur auf potenten Maschinen Sinn, da viel emuliert werden (zusätzlich umgerechnet) muss.
Daher ist der Raspberry Pi dafür eher ungeeignet. Als Test mag es gehen, zur Nutzung definitiv nein.
Differiert die Architektur zur Software kommt noch zusätzlicher Rechenaufwand hinzu.
 
Hallo Hartmut,
so eine Compilerorgie durchläuft auch AstroPi3. Ist ein Rundumsorglospaket, allerdings dauert die "Orgie" auf einem Raspi 4 mit 4GB rund 2,5h. Und das Teil muss gut gekühlt werden, da wird's im wahrsten Sinne des Wortes "heiß".
AstroPi3 war mein Einstieg in dieses Thema.
ASTROPi3 macht einen sehr guten Eindruck... Bin aber nicht sicher, ob das noch weiter vom Entwickler supported wird.

Ich denke aber, das könnte für mich auch ein Einstieg in ein Nachfolgesystem für meinen Astroberry 32Bit sein.
Würde das gerne auf einem Pi4/8GB aufsetzen. Bin mal gespannt, ob da was Ende Jan/2023 wieder z.V. stehen wird....

Grüße
Hartmut
 
Hallo Thomas, hallo Hartmut,
danke für Eure weiteren tieferen Hinweise, die werde ich bei Zeiten sicherlich brauchen können.

Hallo Mathias,
auch Dir danke für Deine Tipps. Ich muss gestehen, auf diesem Level befinde ich mich eher, also ganz am Anfang (*lach*)

Was ich bisher geschafft habe:
1)
Im Rahmen eines Allsky-Kamera-Projektes hatte ich mir den Pi mit 8Gb besorgt und mittels SD-Karte installiert und lauffähig gebracht.
Weiterhin habe ich die Kamera-Einheit adaptiert und auch die Software für die Allsky-Kamera dank dieses Forums hier zum Laufen gebracht. Es fehlt jetzt nur noch das Gehäuse & Co., aber die grundlegende Technik läuft erst einmal.

2)
Ich hatte schon vorher gelesen, dass man mit dem Betriebssystem vom Pi auch einen älternen (Windows-)Laptop zum Laufen bringen und wieder zum Leben erwecken kann. Das hatte mich insofern fasziniert, als dass hier wirklich eine Möglichkeit gegeben ist, auch ältere Geräte hinsichtlich der Nachhaltigkeit noch weiterhin einsetzen zu können. Schließlich haben wir als Astrophotografen ja nachts nie wirklich große Rechenleistungen zu bewältigen. Es geht ja mehr um das Steuern von Kameras, bei der alle 5 Minuten mal ein Bild herauspurzelt. Dafür brauche ich keinen neusten Rechner.
Was mich zudem nachts immer mehr annervt: Man hat den Laptop ja nicht jeden Tag am Netz. Wenn man ihn dann alle paar Wochen für nächtliche Aktionen herausholt und startet, kommt erst einmal wieder der ganze Update-Terror. Ich hatte sogar schon nach dem Update auf Win10 die Situation, dass Windows einfach nachts während der Belichtungsserie (!) einen Neustart veranlasst hatte, nur weil das System der Meinung war: "Ich mache das jetzt mal, weil es ja besser für dich ist." Zudem werden die Windows-Laptops immer langsamer, weil immer mehr Updates installiert werden und irgendwann entscheidet Windows, dass der Laptop zu alt ist, weil keiner Programmierer mehr die neusten Dinge auch für ältere Generationen programmieren will. Und das geht mir mittlerweile wirklich zu weit. Deshalb habe ich jetzt als "Versuchsballon" einen alten Laptop (hp Compaq nc6400 mit einem Intel(R) Centrino(R) Duo ausgestattet) aus dem Keller geholt und versucht, das Pi-Betriebssystem hierauf zu installieren.
Das hat funktioniert, und nun schreibe ich auf diesem Uralt-Laptop diese Zeilen - und der läuft in sehr angenehmer Geschwindigkeit.
Mein Ansatz ist nun, dass ich auf diesem Laptop erst einmal versuchsweise diese ganzen Astroprogramme installieren und ausprobieren möchte, bevor der nächste Schritt auf den Raspi ansteht. Wahrscheinlich wird sich herausstellen, dass die älteren USB 2.0 Anschlüsse nicht mehr dem heutigen Datenstrom der Kamera entsprechen und der Download zu lange dauert, aber dann kann ich immer noch meinen aktuellen "Astro-Laptop mit USB 3.0 für draußen" im Nachgang auf dieses Linux-Betriebssystem umrüsten und werde zukünftig nicht mehr Windows genervt.
Wie ich das nun verstanden habe, werde ich daher zunächst das Thema "Astroberry" angehen.

Vielen Danke für die Hinweise,
VG, Thorsten
 
kommt erst einmal wieder der ganze Update-Terror.
Hallo Thorsten,
war für mich auch der Trigger, um alle möglichen "Calculatoren" vom Windows zu befreien. Jetzt läuft nur noch ein angepasstes Linux je nach Aufgabe des Rechners, Windows nur in einer Sandbox bei Bedarf.
Das hat funktioniert, und nun schreibe ich auf diesem Uralt-Laptop diese Zeilen
Was ist das denn für ein Gerät? Sobald SATA mit an Board eine SSD für die HDD rein.
dass die älteren USB 2.0 Anschlüsse nicht mehr dem heutigen Datenstrom der Kamera entsprechen
Muss man differenzieren. Für eine Deep-Sky Aufnahme alle paar Minuten vollkommen ausreichend, für Planetenfotografie zu schwach.
Deshalb habe ich jetzt als "Versuchsballon" einen alten Laptop (hp Compaq nc6400 mit einem Intel(R) Centrino(R) Duo ausgestattet) aus dem Keller geholt und versucht, das Pi-Betriebssystem hierauf zu installieren.
Du hast die die x86 Variante von Debian im recht identischen Look vom Raspi aufgespielt.
 
Hi Thomas,
Zu Deinen Anmerkungen:

1) Es ist ein "hp Compaq nc6400" mit einem Intel(R) Centrino(R) Duo-Core
2) sehe ich genau so: Wenn man Erfahrung gesammelt hat und sicherer im Umgang ist, kann dann ja der Schritt auf einen UpToDate-Laptop erfolgen.
3) Wenn Du das so sagt, wird das wohl so sein! (*lach*). Debian stimmt jedenfalls, die Oberfläche sieht genau so aus.

VG, Thorsten
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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