Hallo Thorsten,
Die Setup-Dateien sind ja alle windows-basiert. Wie bekomme ich die Software-Pakete der Kameras (Software und Treiber) unter dem Linux-System installiert?
Der Pi ist ein Linux-Rechner (angepasstes Linux für die ARM-Prozessoren, ansonsten kein Unterschied zu den "normalen" Linuxen) und somit ist es nicht möglich Windows Programme auf diesem laufen zu lassen.
Es gibt Möglichkeiten dieses zu bewerkstelligen, aber würde jetzt hier am Ziel vorbei führen.
Wie von den Kollegen schon erwähnt, gibt es drei Möglichkeiten:
a) den Pi mit dem originalen Raspberry OS (Operating System) aufsetzen und dann selbst die benötigten Programme einzupflegen. Grundsätzlich kein Hexenwerk, aber wenn man aus der Windowswelt kommt schon eine entsprechende Lernkurve. Manche Astro-Software lässt sich auch nicht über die Repositories instaliieren (z.B. oaCapture/-Live) Auch müssen teilweise neue Repositories-Quellen (INDI/EKOS) eingepflegt werden.
b) Astroberry, ein rundum wohlfühl System, aber eben noch nicht komplett auf 64bit. 32bit zum Testen und lernen durchaus sehr praktikabel.
Installation erfolgt über den originalen Imager von Raspberry.
Vorteil, das System beinhaltet alles was man so braucht und mit etwas Lernwillen geht auch mehr und es ist kostenlos.
c) StellarMate, ebenso ein rundum sorglos Paket. Ist aber eben nicht kostenlos, aber der einmalige Obolus von ca. 50,- € lohnt auf alle Fälle.
Alle drei lassen sich mit dem Imager, Windows-Version, von Raspberry auf die SD-Karte oder auf einen USB-Sick schreiben.
Den bekommst Du hier:
Raspberry Pi Imager
In der neuen Version, 1.7, ist es möglich vorab Einstellungen mitzugeben, um einen Benutzer anzulegen, WLAN-Heimnetz einbinden, ssh frei schalten, ... ... ...
Die Variante den Pi vorübergehend mit Monitor, Tastatur, Maus auszurüsten ist sicherlich die einfachste und unproblematischste für einen absoluten Linux-Neuling.
Auf Dauer wirst Du aber einen Remotezugang brauchen, denn sonst macht so ein Pi m.E. keinen Sinn am Teleskop.
OK, man kann natürlich Monitor etc. mit raus schleppen, ist dann aber eher sinnbefreit.
Astroberry und StellarMate bringen von Haus aus VNC (für Remote-Zugriff) mit sich.
Bei einem von Grund auf selbst aufgebastelten Pi muss das nachinstalliert werden.
Das Image auf eine SD-Karte oder oder zu bekommen ist die einfachste Übung.
Als Windows-Benutzer, der noch nie Linux angefasst hat, erfolgt ein Umgewöhnungsprozess.
Kurzum, für mich, wenn ich reine Windows-Benutzer wäre, käme für mich nur Astroberry oder noch lieber StellarMate in Frage.
StellarMate bietet halt die Möglichkeit auch über Tablet zu arbeiten.
Alternative, wenn man den Weg in die Linux-Welt scheut, Mini-PC unter Windows.
Die Einrichtung unter solchen Kistchen läuft wie beim Neukauf eines Notebooks oder Stand-PC.
Keine Umgewöhnung. Installation von Software wie gehabt, ... ... ...
Einfacher Remote-Zugriff über RDP, allerdings erst ab den Pro-Versionen.
Weitere Alternative, so betreibe ich es, ein Notebook 14" mit Ubuntu oder Linux-Mint.
Linux-Mint werkelt auf meinen Notebook's.
Da habe ich INDI, EKOS und KStars mit seinen Quellen eingepflegt, dazu dann FireCapture, PHD2, usw. usw..
Warum Notebook, der Pi ist mir zu "zappelig" und ehrlich gesagt zu lahm. Da wäre die 8GB Variante zu empfehlen. Aber das muss jeder selbst entscheiden.
Praktisch ist das Teil schon. Kleine Schachtel die ich gut an der Montierung unterbringen kann und somit kurze Kabelwege zu Kamera, EAF, ... ... ...