Wer ist noch dem EAA verfallen?

Hi Joachim,
Ich bin mir nicht sicher, ob das daran liegt. Bei meiner Kreissegmentplattform habe ich genau um das zu vermeiden das Kreissegment mit einem Aluminiumblech versehen, dass über Inlineskate Rollen läuft. Das Alublech ist mit Sprühlack beschichtet, d.h. da wird alles was rau sein kann geglättet. Langfristige Abweichungen mag es geben, aber kurzfristige Rauheiten sollten mit der Kombo zu 100% ausgeglichen werden.

Trotzdem läuft meine Plattform rau. Bei 10s Belichtungszeit sind die Sterne zwar rund aber ein Großteil der Aufnahmen zeigt aufgeweichte Sterne, während sie teilweise messerscharf definitiert sind.

Daher vermute ich, dass es entweder der Motoruntersetzung oder am Getriebe der Plattform (in meinem Fall ein Zahnrad auf einer Zahnstange) liegt.
Den Begriff Rauigkeit finde ich genau richtig. Genau darum geht es.
Klar es kann und wird verschiedene Ursachen haben.
Bei mir kann es nicht der Motor sein. Der Schrittmotor ist direkt mit der Segmentachse gekoppelt.
Ich glaube weiterhin, dass es die Führung und Lagerung der Plattform ist. Bei mir sind das die Segmente und das Südlager.
Ich hatte es schon einmal abschätzend ausgerechnet. 0,01mm Unebenheit ergeben 4 Winkelsekunden Rauigkeit.

Ansonsten stimme ich dir zu. Eine manuelle Feinverstellung der Achsen ist extrem hilfreich. Wenn ich meine mit der Kochabmethode gut einnordet bekommt, läuft sie allerdings so gut, dass ich die Aufnahme über das volle Segment ohne Korrektur laufen lassen kann. Die Drift ist ca. 10% der Chipdiagonale. Die erste Hälfte des Segments ist mir wohl besonders gut gelungen. Da driftet fast gar nichts. Trotzdem ist eine Feinverstellung hilfreich um das Objekt einfach zentrieren zu können.

Das gibt mein Winterprojekt: Feinverstellung der Achsen plus Umbau des Antriebs von Zahnrad auf Gewindespindel :)
Feinverstellung und Arretierung ist mM ein Muss, wenn man den Dobson auf einer Plattform hat, auch visuell.
Die Plattform führt ja nach, der Himmel bleibt stehen, aber man muss weiterhin positionieren.
Ich habe dafür meine Schrittmotoren.

Gruß
Peter
 
Hallo zusammen,

sorry, dass ich mich an dieser Stelle einfach so einklinke...

Habe die sehr interessante Diskussion jetzt nur sehr oberflächlich verfolgen können. Was mich im Hinblick auf EAA interessieren würde: Gibt es Entwicklungen für uns Sterngucker, welche mit ähnlichen Chips wie im folgenden Link dargestellt arbeiten? Ich selbst als visueller Beobachter habe da viel zu wenig Wissen, was hier technischer Stand aktuell ist.

https://popularairsoft.com/see-dark-full-color-spi-x27-night-vision-camera

Hätte den Vorteil, dass man ggf. passable Echtzeitvideos in Farbe hätte, welche man Live an einem großen Monitor im Wohnzimmer per WLAN gucken könnte. Mit so einem Teil würde man auch deutlich mehr an DS-Objekten erkennen als rein visuell.

Die im Link beschriebene Kamera wäre in dieser Bauart wohl viel zu klobig und zu schwer, um am OAZ adaptiert zu werden, vom Lichtweg jetzt einmal gar nicht erst zu sprechen.

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Werner,

abseits davon, dass das für mich eine üble amerikanische? Waffenseite, allerdings mit Airsoft-Waffen ist, ist das natürlich interessant für visuelle Astronomie.

Die bekannten Lichtverstärkertuben werden ja so ähnlich schon lange in der Amateur-Astronomie benutzt, haben aber einige Nachteile.
Das Gerät ist wohl eine besonders empfindliche CMOS (?) Kamera und wird mM extrem teuer sein.
Es ist auch die Frage ob die überhaupt nach Europa exportiert werden kann, da da einiges von Militärspezifikationen steht.

EAA ist im Prinzip nichts anderes, nur mit günstigeren, nicht ganz so empfindlichen Kameras/Sensoren und der Präsentierung des gewonnenen Bildes auf einem Computer Display. Das kann auch im Prinzip ein live Video sein.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter,

Danke für die schnelle Info. Mir war schon bewußt, dass es hier um Militärtechnologie geht, aber mir ging es hierbei lediglich um etwaige technische Möglichkeiten, passable Echtzeitvideos für DS-Objekte in Farbe am Fernrohr erzielen zu können. (Ich bin beim Lesen von alten Diskussionen eher zufällig auf diesen Link gestoßen). Preis mal außen vor gelassen. Ich könnte mir vorstellen, dass derartige Chips in Astrokameras durchaus interessant sein könnten, um Livevideos in extremer Empfindlichkeit zu bekommen.

Wie gesagt, ich kenne mich da überhaupt nicht aus.

Viele Grüße
Werner
 
Hi Werner,
Danke für die schnelle Info. Mir war schon bewußt, dass es hier um Militärtechnologie geht, aber mir ging es hierbei lediglich um etwaige technische Möglichkeiten, passable Echtzeitvideos in Farbe am Fernrohr erzielen zu können. Preis mal außen vor gelassen. Ich könnte mir vorstellen, dass derartige Chips in Astrokameras durchaus interessant sein könnten, um Livevideos in extremer Empfindlichkeit zu bekommen.
da es einfach eine Preisfrage ist, benutzt man in der Amateur-Astronomie Kamera-Sensoren aus dem Consumer Bereich, hauptsächlich von Sony.
Sony versucht ständig noch empfindlichere Chips herzustellen. Ich denke da ist noch einiges an Entwicklung zu erwarten.
Allerdings werden die Sensoren leider auch immer kleiner. Das ist schlecht für die Astrofotografie.

Interessant sind auch Chips mit integriertem Anti-Wackel System. Das könnte auch für die Astrofotografie interessant sein.

Gruß
Peter
 
Hallo Peter,

ich habe das von Sony auch schon gehört, dass hier extrem empfindliche CMOS-Chips verbaut werden. Gibt es denn aktuell eine Astrokamera, welche die von mir angesprochenen Features mitbringen würde?

Viele Grüße
Werner
 
Danke für die schnelle Info. Mir war schon bewußt, dass es hier um Militärtechnologie geht, aber mir ging es hierbei lediglich um etwaige technische Möglichkeiten, passable Echtzeitvideos für DS-Objekte in Farbe am Fernrohr erzielen zu können. (Ich bin beim Lesen von alten Diskussionen eher zufällig auf diesen Link gestoßen). Preis mal außen vor gelassen. Ich könnte mir vorstellen, dass derartige Chips in Astrokameras durchaus interessant sein könnten, um Livevideos in extremer Empfindlichkeit zu bekommen.
Die heutigen CMOS haben schon eine Peak QE von 90%. Selbst an den Enden der Durchlassfenster ist die QE noch über 50%. Integriert über das komplette Spektrum werden das auf eine QE von um 70% rauslaufen. Das ist schon ziemlich viel. Man kann nun noch die Pixelgröße erhöhen und das Rauschen verringern. Das Rauschen ist bei den aktuellen Chips schon durchweg extrem niedrig. Große Pixel bekommt man seltener, aber man bekommt sie, wenn man will. Wenn nicht, kann man auch noch binnen. Eine ASI585 mit Binning kommt schon nahe ans Ende der Fahnenstange. Genau wie eine ASI533. Die hat zwar nicht so viel Nah IR aber dafür größere Pixel und es gibt sie als Mono.

Mehr können die beim Militär auch nicht machen. Zaubern können die nicht. Die nehmen einen Chip mit hoher QE, niedrigem Rauschen und in dem Fall vermutlich mit hoher Nah IR Empfindlichkeit und drehen die Verstärkung hoch. Ich hab mir das jetzt nicht angesehen, aber auf einer Softair Seite wird man sicher nicht das obere Ende der Fahnenstange finden. Und Sprüche klopfen die alle.
 
Die Fangspiegelgröße wird erst bei APS-C oder gar Vollformat relevant. Bei den kleineren Sensoren der Planetenkameras (bis einschließlich IMX585) dürfte das noch keine Rolle spielen.

Gruß Mike
 
Hallo Claus!
Nein.

Siehe Beitrag #240
Ich bin überzeugt bei den "Kurzzeit-Belichtungen" im EAA Bereich bringt es keinerlei Vorteil. Peter Glover (Sharpcap) hat vor einiger Zeit in einem Vortrag die tatsächlichen, physikalischen und eigentlich nicht vorhandenen Auswirkungen von Kühlung nachvollziehbar erklärt.
Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Hallo Mike!
Die Fangspiegelgröße wird erst bei APS-C oder gar Vollformat relevant. Bei den kleineren Sensoren der Planetenkameras (bis einschließlich IMX585) dürfte das noch keine Rolle spielen.
ich bin wirklich nicht der Newton Spezialist. So weit ich es verstanden habe spielt die Größe des Fangspiegels überwiegend nur eine Rolle für den Fokuspunkt und nicht so sehr wie viel Fläche tatsächlich ausgeleuchtet wird.

Ich habe es so verstanden: Ein kleinerer Fangspiegel wird vom Hauptspiegel aus gesehen weiter entfernt in den Tubus eingebaut. Dadurch rutscht in der Folge der Fokuspunkt vom OAZ aus gesehen näher zum Tubus in Richtung Fangspiegel. Die Brennweite des Hauptspiegels bleibt ja konstant. Um mit dem kleineren Fangspiegel in den Fokus zu kommen muss / kann man den OAZ nicht so weit ausfahren wie bei einem "größeren" Fangspiegel, bei dem der Fokuspunkt weiter oberhalb des OAZs liegt. Deshalb kann dann quasi der "lichte", verfügbare Raum der sich zwischen OAZ und Kamerasensor ergibt zu kurz sein um ADC, OAG, Filterschublade, Rotator etc. dazwischen zu bauen. Ganz unmöglich in den Fokus zu kommen wird es dann, wenn der Komakorrektor eine Fokuslage braucht, die oberhalb des mit dem OAZ tatsächlich erreichbaren Fokuspunkts liegt.

Letzten Endes ist es natürlich immer eine Frage der gesamten Konstruktion eines Newtons und man sollte nicht nur losgelöst ein einzelnes Detail des gesamten optischen System betrachten. Aber es hat schon einen Grund warum z.B. Skywatcher mit der PDS und der Quattro Serie größere Fangspiegel einbaut als mit den visuell ausgelegten Newton, bei denen man möglichst wenige Obstruktion haben will um damit möglichst großen Kontrast im Okular zu ermöglichen.

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
ich bin wirklich nicht der Newton Spezialist. So weit ich es verstanden habe spielt die Größe des Fangspiegels überwiegend nur eine Rolle für den Fokuspunkt und nicht so sehr wie viel Fläche tatsächlich ausgeleuchtet wird.
Die größe des Fangspiegels definiert zusammen mit der Höhe des Fokuspunkts und der Blendenzahl des Systems die größe des voll ausgeleuchteten Feldes. Für visuelle Newtons nimmt man normalerweise ca. 10mm voll ausgeleuchtetes Feld. Da das Auge Helligkeitsänderungen logarithmisch skaliert, nimmt man den Helligkeitsabfall außerhalb des voll ausgeleuchteten Feldes kaum wahr. Die Helligkeit geht ja nicht sofort auf null, sondern fällt nur langsam ab. Das wären bei 2" Okularen maximal 0,3-0,4mag am Rand.

Beim Fotografieren ist das anders. Der Sensor nimmt Helligkeit linear war. Da man den Hintergrund stark dehnt, fällt jeder kleine Helligkeitsabfall auch stark auf. Selbst bei meinem Apo mit 100% Ausleuchtung brauche ich Flats, da die Lichtstrahlen gegen den Rand nicht genau senkrecht auf die Linsen fallen und hier die Reflexion geringfügig höher ist. Je stärker der Abfall desto schwieriger ist es, den Abfall sauber mit Flats zu beheben. Ist der Abfall zu stark, wird gegen die Ecken sogar Rauschen induziert. Ist die Ausleuchtung in den Ecken des Chips z.B. 50%, ist das so als ob man die Ecken nur halb so lange belichtet wie die Mitte.

Die Helligkeit geht aber wie gesagt nicht sofort auf null. Bei meinem 12" f/5 System ist fällt bei einer Ausleuchtung von 10mm die Helligkeit in den Ecken eines Vollformatchips auf ca. 75%, bei APS-C auf 88% und bei meiner ASI533 auf 99%. D.h. mit einer 533 kann man auch mit einem visuellen Newton aufnehmen, obwohl der Chip nur zu 2/3 ausgeleuchtet ist. Man braucht aber Flats die passen, sonst muss man croppen.

Mein Selbstbau hat einen Okularschlitten und durch die niedrige Bauhöhe ist die Ausleuchtung sogar mit Bino ohne GWK noch >10mm. Mit der ASI533 ist ohne Korrektor der Sensor komplett ausgeleuchtet. Flats brauche ich bei mir daher nicht. Das ausgeleuchtete Feld hat sogar fast 26mm und würde damit auch noch für APS-C reichen. Wenn ich allerdings einen Korrektor einbaue, kommt noch der Arbeitsabstand hinzu. Die Ausleuchtung beträgt dann "nur" noch knapp 20mm, da ich den Schlitten und damit den Fangspiegel weiter zum Hauptspiegel schieben muss. Das reicht auch noch locker für die ASI533, APS-C wird man vermutlich aber etwas croppen müssen.

Bei der Ausleuchtung gibt es aber noch einen anderen Faktor, den man beachten muss: den Okuarauszug. Bei einem f/5 schattet eine 10cm lange 2" Auszugshülse prinzipiell alles über APS-C ab, selbst wenn man den Korrektor komplett im Auszug versenken kann und egal wie groß der Fangspiegel ist. Bei f/4 braucht man für APS-C meiner Meinung schon einen kürzeren Auszug.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Ewald,

kleine Ergänzungen von mir. Joachim hat inzwischen ja auch schon etwas geschrieben, ich lass aber mal meinen Text:

ich bin wirklich nicht der Newton Spezialist. So weit ich es verstanden habe spielt die Größe des Fangspiegels überwiegend nur eine Rolle für den Fokuspunkt und nicht so sehr wie viel Fläche tatsächlich ausgeleuchtet wird.
die Grösse des FS bestimmt die ausgeleuchtete Fläche, bzw. der Feldbereich der im Fokus ist und noch durch Strahlen vom gesamten Spiegel erreicht wird.
Kann man sich ja sehr einfach klar machen, wenn man sich einen sehr kleinen oder einen sehr grossen FS vorstellt.
Oder auch am Strahlenbild eines Newtons.

Ich habe es so verstanden: Ein kleinerer Fangspiegel wird vom Hauptspiegel aus gesehen weiter entfernt in den Tubus eingebaut. Dadurch rutscht in der Folge der Fokuspunkt vom OAZ aus gesehen näher zum Tubus in Richtung Fangspiegel. Die Brennweite des Hauptspiegels bleibt ja konstant. Um mit dem kleineren Fangspiegel in den Fokus zu kommen muss / kann man den OAZ nicht so weit ausfahren wie bei einem "größeren" Fangspiegel, bei dem der Fokuspunkt weiter oberhalb des OAZs liegt. Deshalb kann dann quasi der "lichte", verfügbare Raum der sich zwischen OAZ und Kamerasensor ergibt zu kurz sein um ADC, OAG, Filterschublade, Rotator etc. dazwischen zu bauen. Ganz unmöglich in den Fokus zu kommen wird es dann, wenn der Komakorrektor eine Fokuslage braucht, die oberhalb des mit dem OAZ tatsächlich erreichbaren Fokuspunkts liegt.
Der kleinere FS sorgt für weniger Obstruktion, egal ob visuell oder fotografisch. Bei fotografisch will man nur ein grösseres Feld, weil man bei einer Fotografie die Abschattung sehr stark sieht. Ein kleinerer FS muss weiter entfernt vom HS montiert werden, weil er dort montiert werden muss wo das konvergierende Strahlenbündel vom HS ungefähr den Durchmesser des FS hat.

Gruß
Peter
 
Guten Abend zusammen,

Bin zurück im hellen Rheinland und mache zum ersten Mal den Versuch, mit folgender Ausrüstung EAA zu betreiben. Leider ziehen immer wieder lockere Wolken durch, daher wird es kein gutes Ergebnis werden:

Samyang 135 mm f/2.2 (die Cinema-Version)
ZWO Asi 585
Optolong L Pro Filter
AzGti ohne Guiding

Objekt: NGC 7000. ich will mal schauen, wie das Feld im Vergleich zum 72/432 ED aussieht. Das Objektiv scheint allerdings wirklich gut zu sein.

Ergebnis folgt nachher.

LG und CS Olaf
 
Bei mir heute entgegen aller Vorhersage doch klarer Himmel.

Daher mal wieder M16 ausprobiert. War allerdings noch recht hell.

Hier 65x 30 Sekunden mit dem SW Quattro 6S, Touptek 2600C, ohne Filter, 20 Flats, 20 Darks. 100% Crop.

Stack_65frames_1950s_WithDisplayStretch.jpg


Jetzt bin ich nochmal an M31 dran. Schaut auch recht vielversprechend aus. Jedenfalls kein Vergleich zum IMX585.
Ich bin zumindest zufrieden.

Viele Grüße und CS
Mike
 
So, jetzt werden die Wolken zu viele:

100 x 10 Sekunden. Das Feld gefällt mir sehr gut, Nordamerika geht komplett drauf, leider ist viel walking Noise drin, aber das hab ich erwartet. Ich hab keine Idee, wie ich das setup guiden kann. Mal eine Konstruktion überlegen, dass ich ein guidescope parallel betreiben kann.

CS Olaf

IMG_3041.jpeg
 
Dann will ich mich auch mal outen. :)

Wenn es das Wetter hier im Rheinland denn mal zulässt versuche ich eigentlich Astrofotografie. In der letzten Zeit spiele ich gerne mit einem kleinem kompakten System, nachdem ich meine alte NEQ3 wieder hervorgekramt habe. Optik ist entweder ein Samyang 135 oder, etwas exotischer, eine Russentonne Rubinar 500/5.6. Kamera ist eine ASI 294mc. Gesteuert wird alles über Kstars/EKOS/INDI auf einem Mele Quieter Q3. Das System ist so kompakt, dass ich es in einem Stück vom Stativ auf eine Säule im Garten tragen kann. In zwei Minuten ist dann alles einsatzbereit.

EAA wollte ich immer mal ausprobieren, aber unter Linux fand ich nix wirklich gut funktionierendes. Mit Jocular kam ich nicht wirklich zurecht. Und AstroDMx muss ich mir nochmal anschauen. Meine Version ist etwas älter. Jedoch bietet Siril ab 1.2.0 Live-Stacking an. Dabei steuert Siril die Kamera nicht selber an, sondern überwacht nur ein gegebenes Verzeichnis. Man kann ein Master Dark und Master Flat spezifizieren. Die Bildsequenz habe ich also weiterhin, wie für Astrofotografie, mit Ekos aufgenommen, aber Siril parallel live stacken lassen. Hier das Ergebnis von 90x 10s Frames, also 15 Minuten:
Andromeda_live_stacked.jpg
Optik war hier das Rubinar 500/5.6 an ASI 294mc.

Ja, ist schon nett wie sich Andromeda mit den ersten 10 Frames aus dem Hintergrund schält. Danach ist der Effekt nicht mehr so dramatisch und ich schaue nur hin und wieder nach dem Livestack. EAA werde ich jetzt sicher mehr einsetzen. Die Kombination von Ekos mit Siril ermöglicht mir die Bilder trotzdem noch klassisch weiter zu verarbeiten. Aber manchmal, wenn's eh nicht optimal war, bin ich dazu einfach zu faul. :)

Gruß und CS
Guido
 
Hallo Guido,

wie befestigst Du Dein Samyang auf die Montierung? Benutzt Du eine Rohrschelle? Ich hab für mein Samyang 135 eine Rohrschelle, die ist aber minimal zu groß. Die kann ich zwar innen etwas verdicken, dann passt es, aber ich suche was richtig passgenaues. Ich hab allerdings die Cinema-Version des Objektivs, da passt nicht alles. Zuletzt hab ich die Asi Kamera an einen Kugelkopf geschraubt und den dann entsprechend ausgerichtet. Allerdings ist das nicht optimal.

Und guidest Du die Kombi Samyang/Asi294? Wenn ja, wie?

LG Olaf
 
Hallo Olaf,

ich habe mir passende Rohrschellen 3D gedruckt. Ich habe das "normale" Samyang mit MFT-Anschluss, da ich noch eine Olympus Kamera habe. Für die ASI294mc gibt es einen MFT Adapter. Jedoch hat man dann das Problem, dass man keine Möglichkeit hat einen Filter einzusetzen. Also druckte ich noch einen Filtereinsatz, den ich in den MFT Adapter eingebaut habe.
Das Samyang wird von zwei Rohrschellen gehalten wovon die hintere eine doppelte ist um noch das Guidescope (ein Standard 50er Sucher) mit ASI 224mc zu klemmen. Ich habe gerade leider kein Bild zur Hand.

Bislang benutze ich eigentlich Guiding für Astrofotografie, wo ich typischerweise Einzelbelichtungszeiten von 30s nehme. Aber ich machte zuletzt einen Versuch wo ich dasselbe Objekt einmal mit 60x 60s und einmal mit 360x 10s aufgenommen hatte und nach denselben Bearbeitungsschritten in Siril (stacken, photometriche Farbkalibrierung, Autostretch) keinen Unterschied sehen konnte. 10s wären so kurz, dass Ungenauigkeiten in der Montierung noch kein Problem darstellen. Erst recht nicht beim Samyang 135.

Gruß + CS
Guido
 
N'abend auch zusammen :D,

oooch nöööö... muss ich ja schon wieder ändern ;).
Aber mache ich gern, mal eine ganz andere Variante.

EAA wollte ich immer mal ausprobieren, aber unter Linux fand ich nix wirklich gut funktionierendes. Mit Jocular kam ich nicht wirklich zurecht. Und AstroDMx muss ich mir nochmal anschauen. Meine Version ist etwas älter. Jedoch bietet Siril ab 1.2.0 Live-Stacking an. Dabei steuert Siril die Kamera nicht selber an, sondern überwacht nur ein gegebenes Verzeichnis. Man kann ein Master Dark und Master Flat spezifizieren.
als eingefleischter Linuxer muss man da leider etwas tricksen, ich kenne das.
Es gibt da noch eine andere Variante die, ähnlich wie wohl Siril, "einfach" nur ein Verzeichnis überwacht und daraus stackt.
Habe ich mal kurz getestet, ALS - Astro Live Stacker.
Müsste ich mal wieder rein schauen.

Die beiden Programme AstroDMX und CCDciel arbeiten ähnlich wie SharpCap unter Windows.
Bei AstroDMX, habe ich bis jetzt nur kurz angeschaut, hat sich einiges getan.
CCDciel ist an sich recht gut, aber stretching, Histogramm lassen zu wünschen übrig. Geht zwar, aber umständlich.
Ich würde auch lieber über INDI arbeiten, läuft m.E. stabiler als ASCOM.
Weiterer Knackpunkt unter Linux, auch wenn man das RDP-Protokoll nutzen kann, man kann Remote keine Sitzung übernehmen. RDP ist einfach das schnellste für mich, um Remote zu arbeiten. VNC ist ja ganz nett, aber einfach lahm, egal welche Einstellungen man vor nimmt oder in den ini-Dateien rumstrickt.
Das ganze proprietäre Zeugs, X2Go und ähnliches ist meist recht umständlich.

Deshalb, wenn auch schweren Herzens ;), W11, ASCOM, SharpCap usw., in Dualinstallation auf dem Teleskop-Notebook.
Wohl gemerkt, alles meine rein persönlichen Erfahrungen und Tests :cool:.
 
Hallo Olaf,

Und guidest Du die Kombi Samyang/Asi294? Wenn ja, wie?

LG Olaf

wie schon einmal angesprochen bin ich bezüglich EAA unwissend. Aber Guiding sollte man bei diesen kleinen Brennweiten nicht benötigen. Ohne Dich auch nur ansatzweise belehren zu wollen, möchte ich Dir einen Beitrag aus der toleranten Polarisregion mit 1370 mm Brennweite und längeren Belichtungszeiten vorstellen, ebenfalls ohne Guiding...

LINK

Das soll nur als Erfahrungsbericht dienen...

Viele Grüsse Euch EAAlern!

Markus
 
Hallo Markus und Guido,

vielen Dank für Eure Antworten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich nur mit Dithern vorzeigbare Ergebnisse bekomme, jedenfalls hier bei mir zuhause beim Livestack mit der Asiair. Ich hab auch Siril, finde das Programm auch super und hab damit auch schon einige Bilder bearbeitet. Ich müsste mal prüfen, ob ich durch das nachträgliche Stacken der Einzelframes das walking noise auch wegbekomme. Dann könnte ich aufs lästige Guiden gerne verzichten. Im Urlaub in Südtirol brauchte ich auch kein Guiding.

LG Olaf
 
Hi,

also ich würde bei EAA nicht Guiden, ist doch unnötig. Das einfache Setup ist doch gerade der Witz.
Wenn ich den Aufwand fürs Guiden reinstecken würde, dann würde ich gleich Langzeit-AF machen. Wäre ja dann alles da.

Es zeichnet sich auch ab, dass das Guiden bei den neuen Sensoren immer unnötiger wird und eher Techniken mit Kurzbelichtungen Bedeutung gewinnen, da man so das Seeing etwas reduzieren kann.

Dithern kann man doch auch ohne Guiden, oder?
Ohne jetzt genau recherchiert zu haben, kann man doch in SharpCap mit dem Sequenzer die Position mit Plate-Solve und einem move immer wieder leicht verschieben.
Würde dann auch die Drift reduzieren.

Oder ist in SharpCap nicht sogar etwas eingebaut?

Gruß
Peter
 
Guten Morgen,

Die beiden Programme AstroDMX und CCDciel arbeiten ähnlich wie SharpCap unter Windows.
Bei AstroDMX, habe ich bis jetzt nur kurz angeschaut, hat sich einiges getan.
CCDciel ist an sich recht gut, aber stretching, Histogramm lassen zu wünschen übrig. Geht zwar, aber umständlich.
Ich würde auch lieber über INDI arbeiten, läuft m.E. stabiler als ASCOM.
Weiterer Knackpunkt unter Linux, auch wenn man das RDP-Protokoll nutzen kann, man kann Remote keine Sitzung übernehmen. RDP ist einfach das schnellste für mich, um Remote zu arbeiten. VNC ist ja ganz nett, aber einfach lahm, egal welche Einstellungen man vor nimmt oder in den ini-Dateien rumstrickt.
Das ganze proprietäre Zeugs, X2Go und ähnliches ist meist recht umständlich.
Nutze selbst draußen (Terrasse) nur Linux. Laptop 1 ist mit den Geräten verbunden und hat den Indiserver laufen. Laptop 2 steht da, wo ich will (wird bald auch drinnen sein) und da verbindet CCDciel und verbindet mit dem Inidiserver. Das klappt remote.
Für die Live-Stack-Software probiere ich noch, brauche ich mal wieder dunkel, klar und Zeit.
Viele Grüße,
Dennis
 
Moin zusammen!
Mehr können die beim Militär auch nicht machen. Zaubern können die nicht. Die nehmen einen Chip mit hoher QE, niedrigem Rauschen und in dem Fall vermutlich mit hoher Nah IR Empfindlichkeit und drehen die Verstärkung hoch.
Für Militär und Forschung kommt es zwar durchaus vor, dass sich aus dem Consumerregal bedient wird, oft kommt aber Technologie zum Einsatz, welche für den Privatanwender weder erhältlich noch bezahlbar ist. Wärmebildgeräte beispielsweise basieren meist nicht auf „einfachen“ CCD oder CMOS-Chips sondern sind aktiv gekühlte ( 77 K!) Mikrobolometerarrys. Vor längerer Zeit war mal glaube auch hier im Forum ein Astrokollege unterwegs, der eine Andor Luca- EMCCD- Kamera, welche eigentlich für Mikroskopie gedacht ist, erfolgreich für EAA eingesetzt hat. Die Kamera kostet allerdings bei weitem mehr als das komplette Equipment der meisten hier.

Beste Grüße,
Micha
 
Hallo Peter @AstroPZ , @joetaiga ,
die Grösse des FS bestimmt die ausgeleuchtete Fläche, bzw. der Feldbereich der im Fokus ist
Die größe des Fangspiegels definiert zusammen mit der Höhe des Fokuspunkts und der Blendenzahl des Systems die größe des voll ausgeleuchteten Feldes.
wir sind uns über die technischen Grundlagen schon einig. Beim Selbstbau eines Newtons hat man mehr Möglichkeiten Dinge von Grund auf zu überlegen und für den gewünschten Zweck zu beeinflussen. Ich selber habe weder die Zeit noch Muße und schon gar nicht die Geduld einen Newton selbstzubauen. Da bleibt dann nur die richtige Wahl eines fertigen Kauf-Instruments zu treffen. Dabei muss man die oben diskutierten Faktenlage berücksichtigen. Bei meinem Irrweg über einen visuell ausgelegten Celestron 130 für EAA habe ich eben lernen müssen, dass ein späterer Umbau eines visuelles Instruments, also Änderung Fangspiegel, Hauptspiegel versetzen, OAZ aufrüsten etc. so aufwändig ist und sogar teurerer ist als gleich der Neukauf einen Skywatchers 130PDS der dann gleich serienmäßig statt eines wackeligen 1,25" OAZ einen verschraubbaren 2" OAZ mitbringt.

Aus dem Blickwinkel des Käufers eines für EAA gedachten Instruments bleibt eigentlich nur auf einen möglichst hoch gelagerten Fokuspunkts zu achten, damit man möglichst viel mechanisches Zubehör zwischen Kamera und OAZ bekommt. Das bekommt man halt quasi dann bauseits geliefert wenn ein großer Fangspiegel verbaut ist. Es kann dann trotzdem schon sein, dass man nicht jeden beliebig großen Sensor vignettierungsfrei betreiben kann. Das ist dann immer auch die Frage nach Pest und Cholera. Was nützt es wenn man zwar eine Vollformat-Sensor Kamera verwenden könnte, aber Zubehör wie OAG, Filter/Filterrad, Rotator auch wegen des großen Auflagemaß der Kamera nicht mehr unterbringt.

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Guten Morgen auch :D,

also ich würde bei EAA nicht Guiden, ist doch unnötig. Das einfache Setup ist doch gerade der Witz.
so bin ich auch an die Sache ran gegangen, als ich anfing.
Das einfache Setup hat mich überzeugt.
OK, das Remote-Geraffel. Wenn man da in der Windows-Welt ist, was die Meisten ja sind, ist das alles auch kein Hexenwerk, zumal im eigenen Netzwerk.
Aber sonst ist der Aufwand doch überschaubar.
Das was man sich dann sonst noch gönnt, ist doch optional und jedem selbst überlassen.
Optimierungspotenzial dann eher in Richtung Kamera oder Teleskop.

über die einzelnen Tabs im Stacking-View, schaue ich immer mal wieder drüber und solange sich da alles in den grünen Balken bewegt... ... ...

@defox42 / Dennis
da verbindet CCDciel und verbindet mit dem Inidiserver. Das klappt remote.
Für die Live-Stack-Software probiere ich noch, brauche ich mal wieder dunkel, klar und Zeit.
CCDciel ist doch die EAA- und Knipssoftware. Im Zusammenspiel mit Skychart (Carts du Ciel) funktioniert das prima. Skychart kann ich direkt in CCDciel hinterlegen.
Beim kurzen drüber schauen von AstroDMX, das ist jetzt auch über INDI machbar. Wie gesagt, da hat sich was getan.
Diese Variante mit INDI, Clien/Server, ist für mich die eleganteste Lösung.
Ja, mag man da sagen, was ist wenn die Verbindung abreist? Blöd, OK, ist bei mir aber nicht mehr vorgekommen, seit ein Repeater und eine Teilstrecke LAN-Kabel eingebaut wurden. In dem Stahlbetonbunker, in dem ich wohne, nicht anders lösbar gewesen.

Mir schwebt vor einen Pi zu nehmen, den ohne Desktop einzurichten, INDI-Server drauf, das wars dann. Das einzige was eben extrem nervt ist das schlappe WLAN vom Pi. OK, LAN-Kabel könnte man vorschlagen, aber der Pi soll ja an der Montierung pappen und mit reisen. WLAN wäre da scho schön ;).
Ein Mini-PC wäre für mich Overkill, nur um den INDI-Server laufen zulassen.

Somit bin ich bei SharpCap und Windows, RDP gelandet.
Muss da aber doch wieder an CCDciel und AstroDMX ran.

P.S.
was mir dazu noch einfällt, es gibt für Windows den WinINDI-Server. Habe das aber nicht mehr weiter verfolgt. Irgendwas war da, was mir nicht gefallen hat :unsure:.
 
Zuletzt bearbeitet:
100 x 10 Sekunden. Das Feld gefällt mir sehr gut, Nordamerika geht komplett drauf, leider ist viel walking Noise drin, aber das hab ich erwartet. Ich hab keine Idee, wie ich das setup guiden kann. Mal eine Konstruktion überlegen, dass ich ein guidescope parallel betreiben kann.
Die Rohrschelle(n) des Samyang oben auf die Rohrschellen eines deiner Teleskope montieren und durch das Teleskop guiden.
Oder eine Doppelbefestigung verwenden. Sie kann je nach Ausführung nicht zu knapp wiegen, aber zum Guiden muss dann kein "schweres" Teleskop zum Einsatz kommen. Kann Walking Noise bei der ASIAir und LiveStack durch dithern praktisch komplett beseitigt werden ? Würde mich schon stark stören.
 
Hi,

in SharpCap müsste man das Walking Noise auch durch die Option "Banding Suppression" im Tab Preprocessing reduzieren/eliminieren können.

Einfach mal ausprobieren.

Gruß
Peter
 
Hi,

so, ich habe das Dithern in SharpCap ohne Guiding gefunden.

In den Settings auf dem Tab Guiding gibt es die Option "Dither only (no guiding) using ASCOM mount pulse guiding".
Man muss dann noch die Dither Parameter eingeben. Statt ASCOM ist auch reines ST4 möglich.

Es gibt sogar "Dither in RA only". Da wäre in Kombination mit ST4 dann sogar Dithern mit einer Selbstbau EQ-Plattform (zB meiner ;) ) möglich.

Gruß
Peter
 
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