Druckbetthaftung muss gewährleistet sein (evtl. nachhelfen...)
Hallo an die Runde,
ich bin seit den ersten Chinabausätzen auch im 3D-Druck Hobby dabei und erinnere mich noch, wie bei einer Messe in Leipzig, auf den 3D-"Druckbetten"(?) der aufgestellten Drucker, die Muster abgelöster unfertigen Bauteile herumrutschten. Bis heute habe ich dafür leider noch keine brauchbare Lösung gesehen und sehe das als Killerproblem für Leute ohne sehr viel Geduld.
Die Heiztischvariante ist zwar praktisch zur abschließenden Ablösung vom Drucktisch, aber mal mehrere Stunden einen Tisch auf 60° halten, ist eine ziemliche Energieverschwendung. Für eine halbwegs zuverlässige Haftung muss bei neu gekauften Material auch noch umständlich mit den Parametern zur Haftung experimentiert werden. PLA ist bei der Haftung nicht gleich. Mir scheint Weichmacher und Füllstoffe sind hier das Problem.
Die kalten Drucktische sparen Energie, aber halten das Druckobjekt entweder nicht, oder eben so gut, dass es es kaum zerstörtungsfrei herunter zu bekommen ist (z.B. bei Glasstaubbeschichtung).
Andere Vorschläge wie Krepp und Klebestifte waren bei mir wenig wirksam. Krepp war bei mir leider immer antihaftbeschichtet.
Da ich mir bei diesem Teil des 3D Drucks wie ein Anfänger vorkommen, möchte ich gern mal erfragen, ob und wie ihr das Problem der Druckbetthaftung frustfrei gelöst habt, wenn es denn zuverlässig gelöst wurde.
Zum Thema PLA kann ich nur den hier gegebene Hinweis bzgl. der Wärmeempfindlichkeit bestätigen. Sonnenlicht im Sommer reicht aus, um das Material weich zu machen und zu verformen. Beim Blendschutz eines Navis im Auto reichte schon das Eigengewicht des PLA zur selbständigen Verformung. Also eine Halterung für ein Sonnenteleskop würde ich damit nicht drucken.
Von Wasserlöslichkeit lese ich hier auch zum ersten mal und die "BIO-Werbung" PLA sei verrottbar macht keine Angabe, wie viele Jahrhunderte das im Kompost liegen muss. Da Teleskope gewöhnlich nicht im Kompost liegen, würde ich mir da aber keine Sorgen machen.
ABS könnte beide Bedenken ausräumen, aber die Druckparameter sind nach meiner Erfahrung viel kritischer um Pyrolyse zu vermeiden. ABS stinkt dann erheblich mehr und riecht gefühlt deutlich giftiger als PLA. Grundsätzlich würde ich aber nicht in Wohnräumen drucken.
Als Software nutze ich vorzugsweise FreeCAD für maßhaltige Bauteile und Blender für "Freestyle". Beide haben gute Tutorials, benötigen aber auch Zeit.
Eine Rohrschelle habe ich als Befestigung eines 50er Sucherfernrohrs (für Kameraguiding) gedruckt. Bereits die Spannung des USB Kabels erinnert mich immer mal daran, das die Schrauben regelmäßig nachgezogen werden müssen. Dann habe ich Bahtinovmaske für den C11 gedruckt. Die hat sich im Sommer selbständig verbogen. Beim C11 habe ich noch eine 4-teilige Schelle als Anschlag und zum Anhaken für die Tauschutzkappe gedruckt. Das nutze ich immer noch.
Ob PETG soviel besser ist, kann ich aber nicht beurteilen. Bei mir wollte das Probematerial leider nie so richtig haften.
Gruß
thomas314