Sonden zum Mond

Danke für den Link, ein aufschlussreiches Dokument. :y:
Dabei ist zu beachten, dass (wie du korrekt schreibst) die dort auf Seite 5 angegebenen Zeiten tatsächlich die Zeit im jeweiligen Orbit sind, was nicht gleichbedeutend ist mit der Zeit für einen Umlauf! Die kann kürzer sein, dann macht die Sonde halt zwei oder mehr Runden bevor der Orbit geändert wird. Das ist logisch bein zweiten Orbit (35 Tage!), aber ich denke auch, dass der erste Orbit ("33 Stunden") mehrfach durchflogen wird.

Wikipedia weiß von irgendwoher, dass der Eintritt in den Mondorbit zwischen dem 25. und 27. Januar erfolgen soll
Haha! Ich hatte (ausnahmsweise) mal nur in der englischen Wikipedia nachgeschaut, und ausgerechnet jetzt steht in der deutschen mal mehr. So kann's gehen... _jungeschlagen:

Grüssle und schönen Montag allerseits!
Thorsten
 
Hoppela, es geht schon los.
Sie scheinen Schwierigkeiten zu haben, die Sonde stabil zur Sonne auszurichten... :unsure:

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Thorsten
 
Problem scheint zumindest im Moment im Griff... o_O

Update 2:
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Update 3:
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Also, nach einem eilig improvisierten und vermutlich durchaus gewagten(*) Manöver scheint die Sonde erfolgreich korrekt ausgerichtet zu sein. Und die Batterien werden jetzt laden.
(*) gewagt im Sinne von dass keine Zeit war, die Kommandosequenz großartig zu verifizieren bevor sie an die Sonde ging.

Hoffen wir jetzt, dass das Problem mit dem Antrieb nicht die Landung vermasselt.

Thorsten
 
Es gibt ein Foto einer Engineering Camera...

...und ein weiteres Update.
1704786103100.png


Also... Satz mit X.

Ein Treibstoffleck, welches wohl ein Drehmoment auf die Sonde erzeugt und deshalb das Lagekontrollsystem weit über Gebühr stresst. Sie schätzen, dass das Lagekontrollsystem, wenn es so weiter geht, noch rund 40 Stunden durchhalten kann. Danach verliert die Sonde ihre stabile Ausrichtung zur Sonne, was wiederum dazu führt, dass die Batterien entladen werden.

Und
dann
bleibt
sie
stumm. :affemund:

Schade. :(

Was das Treibstoffleck verursacht hat ist (zumindest mir) bisher noch nicht bekannt.

Gruss
Thorsten
 
Schade,

für den Jungfernflug der Rakete ein toller Erfolg, um so mehr ärgerlich dass die Sonde ihr Ziel nicht erreichen wird...

:(

CS
Jörg
 
Hallo!
für den Jungfernflug der Rakete ein toller Erfolg, ...
Wenn die erfahrensten Raketenhersteller der USA gemeinsam keine funktionierende Rakete hinbekommen, dann können wir uns auch gleich den Vogonen ergeben.
...um so mehr ärgerlich dass die Sonde ihr Ziel nicht erreichen wird...
Und hier umgekehrt: Wenn eine kommerzielle Start-Up Firma gleich beim ersten Versuch einen Erfolg landet, dann würde das ja alles auf den Kopf stellen, was wir während der letzten 10 Jahre gepredigt bekommen haben: Raumfahrzeuge werden am besten per trial and error entwickelt :p

Grüße
Maximilian
 
Geht das Teil nun auf die Reise in's Unendliche, oder fällt es noch auf Mondoberfläche?
Grüße
Dietrich
 
....oder auf die Erde?
 
Peregrine hat ja auch noch einige Reste irdischer Lebewesen mit an Bord. Wäre ja tragisch, wenn die wieder zuhause vom Himmel rieseln. Da wäre es doch sinniger, wenn die in die Unendlichkeit eingehen würden.
 
:rolleyes:Schade, waere für Unendlichkeit. Habe selber einen kleinen Behälter (DHL Moonbox) mit an Bord mit Fotos von mir kleinen Zettel handgeschrieben damit man weiss wer der Eierkopf auf den
Fotos ist und ja auch ein paar ausgerupfte Haare. Falls die Aliens kommen und klonen wollen..:( Naja in den Weltraum haben die Sachen es ja geschafft was mich schon happy macht. Komisches Gefuehl irgendwie. Schade nur das es mit Landung nix wird. Denke das der Speed nicht reichen wird das Erde/Mond System zu verlassen. Wäre dann doch für ne Notlandung auf dem Mond statt Rückkehr und vergluehen in der Erdatmosphäre.IMG_2598.jpegIMG_2597.jpeg
 
Wenn die erfahrensten Raketenhersteller der USA gemeinsam keine funktionierende Rakete hinbekommen

Der umtriebige ULA-Chef, Tory Bruno, meint dazu:
Amazing.

Clean, quiet count.
Launched at the open.
Dead nominal flight.
Bullseye insertion.

Felt like the 90th mission, not the first flight.
I’ve done around 3 dozen first flights. This was amongst the smoothest ever.
Er war also wohl selber (positiv) überrascht, wie problemlos das alles ging.
:y:

Gruss
Thorsten
 
Wenn die Fehlfunktion wirklich so abgelaufen ist, wie in dieser vorläufigen Hypothese von Astrobotic spekuliert wird, dann wäre das ja ein niederschmetterndes Eingeständnis über den technischen Sachverstand der Leute, die sowas entwickelt haben.
 
Vorallem ein solches Statement zu äußern, ehe der ganze Sachverhalt untersucht und vernünftige Ergebnisse/ Schlussfolgerungen daraus geschlossen werden.
Sehe das wie Peter, das ist unprofessionell! Wenn man sich den Wiki Eintrag über Astrobotic ansieht, frage ich mich ernsthaft wer diesen Unfug genehmigt hat!
VG Frank
 
Wenn die Fehlfunktion wirklich so abgelaufen ist, wie in dieser vorläufigen Hypothese von Astrobotic spekuliert wird, dann wäre das ja ein niederschmetterndes Eingeständnis über den technischen Sachverstand der Leute, die sowas entwickelt haben.
Das würde ich so nicht sagen. Die Treibstofftanks brauchen Druck und der wird aus dem Heliumtank über ein Ventil aufgebaut. Das wird bei fast jeder Raumsonde seit 60 Jahren so gemacht. Ist also grundsätzlich nicht falsch und auch nicht frei von technischem Sachverstand… Wie jedes andere elektromechanische Teil kann so ein Ventil versagen, oder wie hier vermutet wird, teilweise versagen, indem es nicht vollständig schliesst. Dagegen könnte nur vollständige Redundanz helfen, für die man vier Ventile bräuchte, jeweils zwei parallel und zwei in Serie. Das kann man bei einen Kernkraftwerk so machen, wo es auf zwei oder drei Tonnen nicht ankommt, bei einer Raumsonde eher weniger. Das ist eben eines von den Teilen, die einfach nicht versagen dürfen. Warum dieses trotzdem versagt hat, wird wahrscheinlich schwer zu klären sein. Da genügt ein einzelner Metallspan, der bei der Herstellung oder Montage seinen Weg in eine Heliumleitung gefunden hat und dann bei einem der Tests in das Ventil gedrückt wurde.

Grüße
Maximilian
 
Hatten die Apollo Lunar Modules auch dieses Konzept ohne jede Redundanz bei diesen kritischen Komponenten?
Ja. Siehe Apollo 13: Ein Tank geplatzt wegen eines defekten Heizthermostaten und schon war das ganze Servicemodull tot. Wäre dasselbe bei einem Lunar Module passiert, dann wären die Astronauten heute noch auf dem Mond. Je nach Flugphase entweder atomisiert oder mumifiziert.

Grüße
Maximilian
 
Bei Apollo haben Treibstoff Ventile nie Probleme gemacht.
Apollo 11 wäre wegen der Fehlfunktion eines Wasserstoffventils fast nicht gestartet (Apollo 11's Launch to the Moon: An Interview with a NASA Engineer). Und die Weise, in der das Problem damals gelöst wurde, wäre heute ein absolutes no-go. Man hat drei Mechaniker zur Startrampe mit der halb betankten Rakete geschickt, um an einem aktiv durchströmten Ventil für flüssigen Wasserstoff zu schrauben... Wäre das schiefgenagen, dann hätte es wahrscheinlich bis heute keine bemannte Mondlandung gegeben. Weil alle Verantwortlichen den Rest ihrer Tage hinter Gittern verbracht hätten...

Grüße
Maximilian
 
Ja beim Tankvorgang entstand eine riesige weiße Wolke! Und? Mythen, der schreibenden Zunft!
 
Apollo 11 wäre wegen der Fehlfunktion eines Wasserstoffventils fast nicht gestartet (Apollo 11's Launch to the Moon: An Interview with a NASA Engineer).
So dramatisch, wie das in dem Interview rüberkommt, war es aber wohl gar nicht.

Das Leck trat auch nicht an der prinzipiellen LH2 Hauptversorgung auf, die zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschaltet war, sondern an der sog. "Replenish" (Auffüll) Versorgung. Und keine Sorge, bevor die Techniker an dem Teil rumschrauben durften, war die Zufuhr von LH2 in diese Auffüllleitung abgestellt und die Leitung anscheinend mit Helium gespült. Leider hat das nichts gebracht, auch der Versuch mit warmem Wasser war vergeblich, das Ventil ließ sich danach nicht mehr öffnen. Der "geniale" Einfall zur Lösung des Problems war dann, die Auffüllung über die Replenish Versorgung abzubrechen und stattdessen die Hauptversorgung dafür zu benutzen!

Gerade dieser Vorfall zeigt ja sehr eindringlich, wie wichtig redundante Komponenten und alternative Lösungen bei so komplexen Systemen wie Mondraketen sein können.

Und die Weise, in der das Problem damals gelöst wurde, wäre heute ein absolutes no-go. Man hat drei Mechaniker zur Startrampe mit der halb betankten Rakete geschickt, um an einem aktiv durchströmten Ventil für flüssigen Wasserstoff zu schrauben...
Wie bereits gesagt, da war kein LH2 in der Leitung, als die Techniker da ran durften. Genau so wenig wie neuerdings, als solche Lecks bei den Vorbereitungen zum Start von Artemis I ebenfalls auftraten:

US Rückkehr zum Mond

Die wollen jetzt also zwei Techniker (Red Crew) zum leckenden LH2-Ventil schicken, die dann versuchen sollen, die Schrauben am Flansch anzuziehen.
Dass die die Undichtigkeiten nicht in den Griff bekommen wundert mich langsam ernsthaft. Wie machen das denn die anderen?
Tja, wenn man das mit der Geschichte zum Apollo-11 Start vergleicht - déjà vu ...

Übrigens, der "offizielle" Bericht zu dem LH2-Leck beim Apollo-11 Start liest sich wesentlich harmloser als das Interview:

From: SATURN V LAUNCH VEHICLE FLIGHT EVALUATION REPORT-AS-506 APOLLO 11 MISSION

George C. Marshall Space Flight Center

September 20, 1969

On page 3-3

Section 3.4.3 LH2 Loading

During LH2 replenish operations at about -3 hours 20 minutes, a leak developed in the S-IVB stage replenish valve located on LUT level 200. The LH2 system was drained and purged, and the valve bonnet and packing gland bolts were retorqued. No further leakage was detected when LH2 loading operations were resumed at about -2 hours. However, to prevent problem recurrence that could cause countdown delay, the replenish valve was closed and subsequent S-IVB replenishment accomplished manually using the main fill valve in the reduced position.


Da hat man die Dramatik, nach dem Motto "Ende gut alles gut" wohl absichtlich etwas runtergefahren.

Gruß, Peter
 
Die haben jetzt wohl Pech, dass das Dingens auf den Mond fällt und nicht auf die Erde.

Keine Ahnung wie gut sie die Sonde noch kontrollieren können, aber durch nur eine klitzekleine Bahnkorrektur nahe beim ersten Apogäum denke ich dass sie das Schicksal der Sonde festlegen könnten, incl. weiter Erdorbit der für Jahrhunderte stabil sein könnte (Purus Spekulazius).

Thorsten
 
Es scheint wohl doch der Mond zu werden!
Impakt am 23. Januar um 06:33:42 mit 2,5km/s.

Nun, auch das ist eine, nur leicht pathologische, Beobachtungsmöglichkeit.
23.01.2024 06:33 MEZ ist der Mond oben hier. Leider fast 100%. Wenn es in die sichtbare Nachtseite fiele wäre es (wenn überhaupt) vielleicht sichtbar gewesen.

Gruss
 
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