Kaufempfehlung Teleskop für Astrofotografie und Beobachtung

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Das sind zum Beispiel die Bilder mit der Pentax
Das Teleobjektiv scheint ja ordentlich Brennweite zu haben. Was ist das für eins? Vielleicht würde das schon reichen mit dem richtigen Unterbau.

Ich denke, das Problem bei den meisten Anfängern ist, dass sie noch gar nicht ahnen können, was mit ihrem vorhandenen Equipment alles möglich wäre, wenn sie wüssten wie es geht. Um ansprechende Deepsky- und Mondaufnahmen zu machen, braucht es keine großen Teleskope. Man muss nur wissen, wie man aus seinem Equipment das maximale Ergebnis herausholen kann. Für Planeten braucht es halt Brennweiten >1m. Das lässt sich aber mit jedem Teleskop mittels einer Barlowlinse einfach erreichen.

Deine Bilder sind beide verwackelt und sehr wahrscheinlich auch nicht optimal scharf gestellt. Das Jupiterbild ist überbelichtet, beide sind offenbar nicht wirklich bearbeitet. Stelle dir einfach vor, du hättest ein stabiles Stativ mit einem kleinen Skytracker, einen Funkfernauslöser und deine Aufnahme mit einer Bahtinov-Maske perfekt scharf gestellt. Das kostet zusammen unter 600€. Das Bild wackelt nun nicht mehr und ist optimal scharf. Jetzt machst du von Mond oder Jupiter mit der richtigen Belichtungszeit je ein paar 100 Aufnahmen und addierst die mit Autostackkert. Das ganze Rauschen ist nun weg. Nun gehst du nach Registax, machst dort einen automatischen Weißabgleich und wirst überrascht feststellen, dass du deine Aufnahme schärfen kannst bist zum Gehtnichtmehr. Nach dem Schärfen gehst du in irgendein Bildbearbeitungsprogramm und machst das Feintuning, Gimp, Photoshop, egal welches. Autostakkert, Registax und Gimp sind alle Freeware, die kosten nichts. Du würdest staunen, was da raus kommt.

Ähnlich ist es mit Deepskyaufnahmen. Zuerst den Tracker auf den Himmelsnordpol ausrichten, mit der Bahtinov Maske an einem hellen Stern scharf stellen, dann ausrichten. Danach ausprobieren wie lange man belichten kann, sodass die Sterne rund bleiben, ISO einstellen um die Dynamik der Belichtungszeit optimal auszunutzen und draufhalten so lange es geht. Evlt. findest du sogar einen ASCOM Treiber für deine Kamera und kannst die Aufnahme bequem über ein Laptop steuern. Das dann in Siril stacken und vorbearbeiten, danach wieder feintuning in Gimp oder PS.

Du würdest staunen, was geht, wenn man weiß wie. Sogar mit stehender Kamera kann man wunderbare Astrofotos mit den einfachsten Kameras machen. Das ist einfach Erfahrungssache und die Erfahrung kommt mit der Zeit. In Astrofotografie kann man natürlich Geld versenken ohne Ende und ja, das macht das Ganze viel einfacher. Aber auch da kommen nur gute Bilder raus, wenn man weiß was man tut. Selbst aus den Vollkaskosystemen wie Seestar kommt am Ende kein gescheites Bild raus, wenn man's nicht hinterher selber macht.

Zur Veranschaulichung habe ich mal ein Bild genommen, dass ich durch das winzige Spielzeugteleskop meines Sohnes mit einer alten Guidingkamera gemacht habe. Links nach dem Stacken in Autostackert, rechts das fertige Bild. Die Einzelbilder sind nochmal deutlich schlechter als der Stack links.
1710094617072.png


Einfach mal machen, Guides durchlesen und ausprobieren. Auch mit stehender Kamera. Das kommt mit der Zeit.

Grüße,
Joachim
 
Hi,
ein Seestar ... pah o_O .. @BackyardImaging .. und das ausgerechnet von dir .... :LOL: . Ich sach' nur: no risk, no fun. Dem Post #29 zum Thema Seestar gibts ansonsten nix hinzuzufügen.
Was die Astronomie anbelangt, denkt dabei jede/r automatisch gleich an ein Teleskop, aber in Wirklichkeit ist das aber ein viel weiteres Feld. Ich empfehle daher, wenn dich die Astronomie interessiert, einfach loszulegen, auch ohne Teleskop. Versuche z.B. mal, Merkur morgens od abends zu erwischen (warum sieht man den eigentlich nie um Mitternacht?). Oder , warum geht eine Sonnenuhr immer falsch? Und was ist eigentlich ganz weit draussen los, ausserhalb unseres Systems, was schwirren da für Nebelfetzen durchs All, die hier immer für so viel bunte Bilder sorgen. Das sind jetzt willkürlich herausgegriffene Beispiele, mit denen man sich einfach ohne viel Equipment schonmal befassen kann, seis draussen in der Natur od. mit Literatur / Online. Und dabei entsteht dann - hoffentlich - nach und nach eine genauere Vorstellung, was von dem ganzen einen dann am meisten interessiert.
Eine andere Frage, die von Bedeutung ist: wie gut ist man/frau im Frickeln, sich durchbeissen, irgendwelchen :poop: Softwarekram zum Laufen zu bringen, oder Technik, die nicht auf Anhieb das tut, was man will. Es gibt beides zugleich, nix geht über den Anblick mit eigenen Augen, aber heutzutage, landet man/frau unausweichlich hinterm Computer, wenn man tiefer einsteigen will. Aber das ist ein längerer Weg.
Also auch unbedingt mal in einer Veranstaltung (Sternwarte, Führung, Teleskoptreffen, etc.) vorbeischauen, die Leutz kräftig mit Fragen löchern und sich mal zeigen lassen, mit was die sich alle abmühen, um dem Himmel entweder Geheimnisse, oder zumindest bunte Bildchen zu entlocken. Und wenn das noch immer nicht abschreckt :devilish:, dann kann man vieeeeelleicht mal über den Kauf von Astro-Geraffel nachdenken :cool:
Greetz
-Cpt,B,
 
Trau dich, du wirst mit etwas solidem, einfachen, ohne Elektronik und Schnickschnack viel Freude haben.
Sehe ich exakt genauso. (Wer hätte es gedacht?!)
Lass' Dich nicht kirre machen von dem ganzen Bling-Bling in der Werbung und der Elektronik.

Willst Du Sterne gucken? - dann guck Sterne!

Und wenn Dir das so gefällt, dass Du dranbleibst, kommt der Rest - sowohl was das Wissen, als auch weitere Ausrüstung inklusiver optischer und elektronischer Updates angeht - ganz von selbst. Zum Beispiel das Fotografieren. Das wäre sinnvollerweise einer der nächsten Schritte - nicht nur rein technisch, sondern auch ausbildungs- und wissensmäßig.

Schöne Grüße,
Urs
 
Vieleicht sowas?? wäre im Budget

150mm

Übersicht
 
Das Teleobjektiv scheint ja ordentlich Brennweite zu haben. Was ist das für eins? Vielleicht würde das schon reichen mit dem richtigen Unterbau.

Ich denke, das Problem bei den meisten Anfängern ist, dass sie noch gar nicht ahnen können, was mit ihrem vorhandenen Equipment alles möglich wäre, wenn sie wüssten wie es geht. Um ansprechende Deepsky- und Mondaufnahmen zu machen, braucht es keine großen Teleskope. Man muss nur wissen, wie man aus seinem Equipment das maximale Ergebnis herausholen kann. Für Planeten braucht es halt Brennweiten >1m. Das lässt sich aber mit jedem Teleskop mittels einer Barlowlinse einfach erreichen.

Deine Bilder sind beide verwackelt und sehr wahrscheinlich auch nicht optimal scharf gestellt. Das Jupiterbild ist überbelichtet, beide sind offenbar nicht wirklich bearbeitet. Stelle dir einfach vor, du hättest ein stabiles Stativ mit einem kleinen Skytracker, einen Funkfernauslöser und deine Aufnahme mit einer Bahtinov-Maske perfekt scharf gestellt. Das kostet zusammen unter 600€. Das Bild wackelt nun nicht mehr und ist optimal scharf. Jetzt machst du von Mond oder Jupiter mit der richtigen Belichtungszeit je ein paar 100 Aufnahmen und addierst die mit Autostackkert. Das ganze Rauschen ist nun weg. Nun gehst du nach Registax, machst dort einen automatischen Weißabgleich und wirst überrascht feststellen, dass du deine Aufnahme schärfen kannst bist zum Gehtnichtmehr. Nach dem Schärfen gehst du in irgendein Bildbearbeitungsprogramm und machst das Feintuning, Gimp, Photoshop, egal welches. Autostakkert, Registax und Gimp sind alle Freeware, die kosten nichts. Du würdest staunen, was da raus kommt.

Ähnlich ist es mit Deepskyaufnahmen. Zuerst den Tracker auf den Himmelsnordpol ausrichten, mit der Bahtinov Maske an einem hellen Stern scharf stellen, dann ausrichten. Danach ausprobieren wie lange man belichten kann, sodass die Sterne rund bleiben, ISO einstellen um die Dynamik der Belichtungszeit optimal auszunutzen und draufhalten so lange es geht. Evlt. findest du sogar einen ASCOM Treiber für deine Kamera und kannst die Aufnahme bequem über ein Laptop steuern. Das dann in Siril stacken und vorbearbeiten, danach wieder feintuning in Gimp oder PS.

Du würdest staunen, was geht, wenn man weiß wie. Sogar mit stehender Kamera kann man wunderbare Astrofotos mit den einfachsten Kameras machen. Das ist einfach Erfahrungssache und die Erfahrung kommt mit der Zeit. In Astrofotografie kann man natürlich Geld versenken ohne Ende und ja, das macht das Ganze viel einfacher. Aber auch da kommen nur gute Bilder raus, wenn man weiß was man tut. Selbst aus den Vollkaskosystemen wie Seestar kommt am Ende kein gescheites Bild raus, wenn man's nicht hinterher selber macht.

Zur Veranschaulichung habe ich mal ein Bild genommen, dass ich durch das winzige Spielzeugteleskop meines Sohnes mit einer alten Guidingkamera gemacht habe. Links nach dem Stacken in Autostackert, rechts das fertige Bild. Die Einzelbilder sind nochmal deutlich schlechter als der Stack links.
Den Anhang 392763 betrachten

Einfach mal machen, Guides durchlesen und ausprobieren. Auch mit stehender Kamera. Das kommt mit der Zeit.

Grüße,
Joachim
Das Objektiv ist Folgendes:
Hersmay 420-800 mm F/8.3-16 Teleobjektiv
+ Telekonverter 2fach Vergrößerung
+ Stativ Rollei c5i
Kameras: K-3 und K-10D
 
Vielen Dank echt, für diese tollen Tipps :)
Ich find's echt Klasse.
Ich werde mich definitiv in das Thema Astronomie einlesen :) da bin ich gespannt ob ich was zum Geburtstag bekomme, habe mir da einiges gewünscht - wenn nicht werde ichs mir selbst kaufen :)

Denke aber ich werde dann mit meinem Freund, sobald wir Zeit haben am Wochenende mal zur Sternwarte Stuttgart gehen :)


Habe viel Input bekommen, und hoffe auf ich noch mehr :) echt danke danke danke! :)
 
Hab noch eine Kodak PixPro AZ252 mit der ich diese Fotos geschossen habe
 

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Hallo Vivi,

in Stuttgart gibt es Anfang jeden Monats einen Astrostammtisch. Bitte schick mir eine PN, dann kriegst Du die Details.

Ausserdem gibt es in der Osterwoche das STT (Schwäbische Teleskoptreffen) in Römerstein auf der Schwäbischen Alb. Termin: 4.4. - 7.4.2024 Teleskoptreffen: nun auch eines auf der schwäbischen Alb

Da kannst Du jeweils mit Leuten sprechen und beim Teleskoptreffen auch Geräte live erleben.

Bis dahin am besten noch garnichts kaufen oder schenken lassen! Edit: ausser vielleicht einem guten Buch über Astronomie.

CS.Oli
 
Zuletzt bearbeitet:
Denke aber ich werde dann mit meinem Freund, sobald wir Zeit haben am Wochenende mal zur Sternwarte Stuttgart gehen :)
Das ist sicher eine gute Idee.

Das Objektiv ist Folgendes:
Hersmay 420-800 mm F/8.3-16 Teleobjektiv
+ Telekonverter 2fach Vergrößerung
+ Stativ Rollei c5i
Kameras: K-3 und K-10D
Ich kenne das Objekt und die Kameras selbst nicht. Das Objektiv hat schon extrem Brennweite für die Preisklasse.

Du kannst ja mal probieren, in welchem Brennweitenbereich das Objektiv die größte Auflösung liefert. Den 2x Telekonverter brauchst du mit dem Objektiv eigentlich nicht, wenn du die größte Brennweite verwenden kannst. Die theoretische Auflösung der 50mm Öffnung ist hier mit deiner Kamera schon ausgeschöpft. Weiter zu vergrößern macht nur das Bild dunkler und die Aufnahme schwieriger. Beides sind nicht grad Highendoptiken. Wenn du von denen zwei kombinierst multiplizieren sich die Fehler. Da kann eigentlich prinzipiell nichts Gutes raus kommen. Von daher würde ich den Konverter für sowas nicht verwenden. Viel hilft in der Astrofotografie nicht immer viel.

Die K3 scheint einen Chip zu haben, der ganz ok ist. Wenig rauschen, gute Empfindlichkeit. Damit sollte sich etwas machen lassen. Das Objektiv hat minimal f/8,3. Das ist schon dunkel. Deepsky wird damit seine Grenzen haben. Grob driftet ein Objekt am Himmelsäquator alle 4min 1°. Deine Kamera liefert dir bei 800mm ca. 2° Diagonale. D.h. der Mond driftet ohne Nachführung in 8min einmal quer durch, bei 420 braucht er schon eine viertel Stunde. Ein Pixel driftet aber schon in ca. 0,2s bei 420mm und ca. 0,1s bei 800mm durch. Das ist jeweils deine maximale Belichtungszeit für Mond und Planeten mit feststehender Kamera. Die Hälfte ist eher besser. Zumindest der Mond sollte so auch ohne Nachführung keine Probleme machen.

Bei Deepsky siehst du nun vermutlich schon selbst das Problem. In einer Sekunde driftet das Bild auch mit minimaler Brennweite 5 Pixel weit. Das fängt dann schon an Strichspuren zu machen. Man kann zwar so kurz belichten, aber das funktioniert nur bei hellen Objekten wie dem Orionnebel, da alles andere im Kamerarauschen untergeht. Zudem ist so ruckzuck deine Speicherkarte voll und du kriegst extrem viele Auslösungen auf den Verschluss. Wenn deine Kamera einen elektronischen Verschluss hat, solltest du den nehmen. Evtl. kannst du auch mit reduzierter Auflösung aufnehmen. Bei Deepsky kommt man ohnehin nicht an die theoretisch möglichen Werte.

Eine Nachführung wäre aber generell sinnvoller. Auch eine geringere Brennweite bzw. höhere Lichtstärke wäre sehr hilfreich. Selbst mit einem Skytracker. Ich habe selbst so ein Teil zwar nicht, aber so aus dem Bauch raus würde ich denen eher so 200mm Brennweite zutrauen, wenn man etwas länger belichten will. Aber da können andere sicher bessere Auskunft geben. Bei Objektiven würde ich generell eher zu Festbrennweiten raten. Mit den billigen Zoomteilen kann ich von keinen guten Erfahrungen berichten. Da sind die Sterne in den Ecken schon extrem verzogen und man muss so viel wegschneiden, dass nicht viel übrig bleibt. Heißt nicht, dass es nicht geht, es hat aber seine Grenzen. Das Bild hier habe ich z.B. ohne Nachführung mit einer billigen Systemkamera auf einem wackeligen Stativ mit dem beiliegenden Plastik Setzoomobjektiv gemacht. Das ist die Milchstraße im Schwan. Belichtet habe ich nur wenige Minuten. Immer so 2-3s pro Bild. Das sieht am Rand schon arg wüst aus, obwohl ich da gut weggeschnitten habe. Wenn man noch weiter bescheidet, fängt das Bild an nicht mehr scharf zu wirken.

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Hi,
ein Seestar ... pah o_O .. @BackyardImaging .. und das ausgerechnet von dir .... :LOL: . Ich sach' nur: no risk, no fun. Dem Post #29 zum Thema Seestar gibts ansonsten nix hinzuzufügen.
Ich will den (oder das?) Seestar ja nicht für mich, sondern denke im Sinne der Anfrage. Für mich wäre das nix, ich bin hoffnungslos im Rabbit Hole gefangen. Umso mehr sollte man andere davor bewahren, zumindest dann, wenn deren Frustrationstoleranz und das Budget nicht so hoch sind :). Und die Voraussetzungen sind unterschiedlich. Für manche gehört es dazu, abends am Equipment zu fluchen, weil nichts funktioniert und sich dann von den wenigen Nächten zu zehren, wo alles glatt läuft. Ist aber nicht jedermanns Sache.

CS,
Ulrike
 
Hi nochmal,
nun, der Vergleich ist jetzt etwas weit gefasst, aber im erweiterten Sinne erinnert mich die Frage Seestar od. nicht ein wenig an die Diskussion, die vor vielen Jahren mal im Schul-Unterricht gab, ob man Taschenrechner benutzen darf od. nicht. In der Vergangenheit hängen zu bleiben bringt nix. Keiner würde heute ja einem Neueinsteiger in der Astronomie mehr empfehlen, sich einen Mauerquadranten zu bauen um Tycho Brahes Beobachtungen nachzuempfinden. Es macht schon Sinn, m.o.w. auf dem aktuellen Stand der Technik einzusteigen. Aber andererseits ist ein Mindestmass an Background Wissen schon nötig, vor allem wenn's um ein Hobby mit Bezug zur Naturwissenschaft geht. Wo da jeder seinen 'level' sieht, ist , nun, ja jedermans/fraus Entscheidung.

Für manche gehört es dazu, abends am Equipment zu fluchen, weil nichts funktioniert und sich dann von den wenigen Nächten zu zehren, wo alles glatt läuft.
Tja, wenn das Verhältnis von Fluch-Nächten zu Freude-Nächten > 1 ist, manch man/frau 'was verkehrt ...:LOL:

VG Cpt.B.
 
Es macht schon Sinn, m.o.w. auf dem aktuellen Stand der Technik einzusteigen.
Eine moderne, nachgeführte Montierung mit einer aktuellen Kamera und AI in der Bildbearbeitung IST der aktuelle Stand der Technik, nicht der Seestar. Mein eigenes Fotosteup, das sicher nicht der letzte Schrei ist, rammt alles was der Seestar liefert unangespitzt in Grund und Boden und das in jeder Beziehung. Das Signal ist besser, die Abbildung ist besser, das Rauschen niedriger. Es ist einfach alles besser. Und das um Lichtjahre.

Der Seestar nimmt dir halt den Großteil der Arbeit ab, liefert dafür aber auch das unterlegene Resultat. Die Technik da drinnen ist aber nicht moderner als in einem normalen Setup.

Das kann man eher analog zum Vergleich zwischen einem Formel 1 Rennwagen und einem normalen Auto sehen. Der Formel 1 Rennwagen ist sicher technologisch weiter vorne, obwohl da alles von Hand gebaut und getunt wurde. In dein normales Auto steigst du halt ein, der Sitz ist weich, die Klimaanlage schnurrt, du drückst auf den Knopf und es fährt. Das ist deswegen aber nicht moderner. Der Seestar wäre in dem Vergleich ein schwach motorisierter Kleinwagen.
 
Der Seestar nimmt dir halt den Großteil der Arbeit ab, liefert dafür aber auch das unterlegene Resultat.
:y:
Und das schlimme meiner Meinung noch dazu, das man mit einem Seestar nix über Astrofotografie, deren Ablauf, Herangehensweise und Technik lernt. Wenn man sich dann später steigern möchte, fängt man von vorne an. Für Einsteiger ein NoGo, weil sie vorher schon sehr viel Geld reingeschmissen haben, das sie besser für eine "normale" Ausrüstung investiert hätten und einen Lehrneffekt hätten.
 
Hi, nur nochmal kurz angemerkt: ich wollte jetzt keineswegs den / das Seestar als State of the Art der modernen Technik darstellen. Es ging mir dabei mehr um die generelle Frage, inwieweit man sich moderne Gadgets zu Hilfe nimmt, darunter fällt für mich alles mögliche, Goto, Platesolving, Starsense, oder eben auch Seestar.
Grundsätzlich wird man bei jedem ersten Schritt in ein neues Betätigungsfeld vermutlich Dinge kaufen, die mal schneller, mal später den spezifischen Nutzen verlieren, entweder, weil man mehr will und tiefer einsteigen will, oder weil's einen doch nicht so packt. D.h. ein bisschn "rausgeschmissenes Geld' wird sich nie vermeiden lassen. Wir hattens doch grade in einem anderen Thread, wie sich die Keller langsam mit Astro-Geraffel füllen :LOL:
Und die Wege des Einstiegs können ganz unterschiedlich sein, auch wenn's z.B. nicht mein Weg ist, kann es ja durchaus sein, dass jemand anders gerade über solche automatische Gadgets den Weg findet, sich über die schnellen Erfolge out of the box freut und währendessen sich dann tiefer einarbeitet, sich eine bessere Ausrüstung zulegt. Das Seestar kann er/sie ja dann verschenken an den/die nächste/n.
Ich denke mal, viele hier im Forum kommen eher aus der "Frickler" Ecke, sind eben versiert in allem technischen Belangen, und stöpseln vielerlei Equipment weitgehend erfolgreich zusammen (also Fluch/Freude Faktor < 1 :LOL:), aber sind sich genrell weniger bewusst, wie viel Erfahrung -auch aus anderen Bereichen - sie dabei mit reinstecken, die jemand ,der/die ganz neu einsteigt einfach nicht hat. Von daher kann ich BYIs Einwurf schon nachvollziehen, wenn das drumherum einem für den Anfag zuviel abverlangt, und der Fluch/Freude Faktor deutlich > 1 wird, bedeutet das schnell das aus.
 
Hi!

Das sind halt drei weitestgehend unterschiedliche Gebiete.
  • Visuell: Da geht es darum, selbst was zu sehen. Da ist der aktuelle Stand der Technik vernünftige Okulare mit gutem Einblickverhalten und Augenabstand. Da steht das selbst Erleben im Vordergrund - und das Wissen, was sich hinter diesen kleinen Nebelfleckchen verbirgt. Wenn einem klar ist, was man da eigentlich sieht, kann man auch mit kleiner Öffnung Spaß haben – sogar mit einem Fernglas geht dann sehr viel! Ich bin mal so frei: Astronomie mit dem Fernglas / Astronomy on a Budget with Binoculars | Alexander Kerste
    Die moderne Technik rundrum – von Leuchtpunktsucher/Telrad zum Selbersuchen (Erfolgserlebnis und Himmel kennenlernen) bis Goto (recht viel Technik, weil man sich in die Bedienung der Montierung einarbeiten muss, aber dann auch den Luxus einer Nachführung hat) bis StarSense-Pushto per Platesolving (mit dem man alles findet und auch noch die Sternkarte auf dem Display hat, sodass man die Sternbilder angezeigt kriegt, statt nur einer Liste wie bei einem Goto-Handcontroller) erleichtert nur das Finden.
  • Fotografie: Vom einfachen Handy-Bild vom Nachthimmel bis zur Materialschlacht für das perfekte Bild ist das auch ein weites Feld. Da muss man bereit sein, nicht nur etwas über das Universum zu lernen (wobei man das eigentlich nicht mal braucht, außer um abzuschätzen, ob die Ziele überhaupt gerade zu sehen sind und welche Filter man ggf. braucht), sondern vor allem über die Technik, mit der man arbeitet. Wenn man richtig gut ist, schaltet man dann abends das Teleskop an, und das arbeitet vollautomatisch die Skripte ab, sodass man am nächsten Tag dann mit der Bildbearbeitung starten kann. Da ist das perfekte Bild das Ziel.
  • EAA: Ist so ein Zwischending, bei dem es nicht darum geht, das perfekte Bild zu machen (obwohl man aus den Daten viel machen kann, wenn sie wie bei richtiger Astrofotografie nachbearbeitet), sondern mehr zu sehen als den Nebelfleck wie beim Blick ins Okular. Durchaus eine faszinierende Sache, aber man hat halt noch eine Schicht mehr zwischen dem Objekt und dem Auge – das Handy/Laptop-Display. Man sieht mehr, aber man ist schon wieder weiter vom Objekt entfernt. Ich sag's ganz offen: Wenn ich zum Beobachten raus gehe, will ich mich auch entspannen. Ich schaue den ganzen Tag auf einen Computermonitor und bin schon von dem $%&§$% Touchscreen-Fernseher in modernen Autos genervt, der ständig um Aufmerksamkeit heischt.
    Wenn man so ein System selbst aufbaut (was aber nichts für den Anfang bei Null ist), lernt man einiges und hat immerhin "eigene" Bilder. Mit einem Fertig-System (Seestar, eVscope und wie sie alle heißen) sehen halt irgendwie alle Bilder gleich aus. Je vollautomatisierter, desto mehr wird nur konsumiert, und man lernt nichts dabei. Kann aber wunderbar nebenher laufen – das Teleskop auf dem Balkon, während man auf der Couch im warmen Wohnzimmer ist. Das macht es für mich langweilig, auch wenn ich die Technik zu schätzen weiß, um bei öffentlichen Führungen den Unterschied zu zeigen zwischen dem, was das Auge sieht, und dem, was die Kamera an einem viel kleineren Teleskop zeigt. Aber es ersetzt weder den Blick ins Okular noch die aufwändige Astrofotografie.
    Im Idealfall greift man dann aus Langeweile zu einem Fernglas oder einem kleinen Teleskop, um selbst zu beobachten, während der Astrofoto-/EAA-Setup mit sich selbst beschäftigt ist :)
Was einem Spaß macht, muss man selbst herausfinden. Da kommt dann der Besuch bei der Sternwarte zum Einsatz. Ich weiß nicht, was Stuttgart mittlerweile alles hat; in Heilbronn haben wir ein eVscope, das gut genutzt wird, und einen kleinen EAA-Setup am C14 als Ergänzung zum Blick durch das große Teleskop. Mit einem Besuch einer Sternwarte oder eines Teleskoptreffens (das TTS wurde ja auch schon erwähnt) kann man eher einen Eindruck gewinnen, in welche Richtung es einen treibt.

Beste Grüße,
Alex
 
Zuletzt bearbeitet:
:y:
Und das schlimme meiner Meinung noch dazu, das man mit einem Seestar nix über Astrofotografie, deren Ablauf, Herangehensweise und Technik lernt. Wenn man sich dann später steigern möchte, fängt man von vorne an. Für Einsteiger ein NoGo, weil sie vorher schon sehr viel Geld reingeschmissen haben, das sie besser für eine "normale" Ausrüstung investiert hätten und einen Lehrneffekt hätten.
Sehe ich etwas anders. Hier geht es darum, dein EINSTIEG zu erleichtern. Ich bin sehr wohl dafür, den so elegant und einfach wie möglich zu gestalten, denn so hält man die Leute bei der Stange. Genau das hat ZWO sehr richtig erkannt und daher mit der ASIair so viel Erfolg. Und wir wünschen den Einsteigern doch allen, dass sie möglichst lange Freude am Hobby haben, oder?

In der Regel ist es ja so, dass man sich später weiterentwickeln möchte und dann folgt auch ganz automatisch die Lernkurve. Sieht man auch daran, dass es bereits wieder einige Seestar auf dem Gebrauchtmarkt gibt. Und wenn man sich nicht weiterentwickeln möchte oder das Interesse verliert, hat man den Verlust aus Kauf und Verkauf für den Seestar in den Sand gesetzt. Dürfte immer noch deutlich geringer ausfallen, als eine gesamte Ausrüstung zu kaufen, die dann im Keller verstaubt.
 
Oder die sind durchgespielt und langweilig geworden. Man weiß es nicht.
Natürlich ist das genauso möglich. Kommt aber am Ende auf's Gleiche raus. Die, die das Interesse am Seestar verloren haben, weil zu langweilig, werden kein Geld in teures Astroequipment stecken. Dann gibt es jene, die der Seestar ausreicht und dann noch die, die sich weiterentwickeln.

Die Einstiege in's Hobby sind ja sehr vielfältig. Auch wenn ich gerne propagiere, eher klein anzufangen, stellen sich manche trotzdem gleich eine EQ6 und einen dicken Newton den Garten und es klappt trotzdem.
 
Ich sehe den Seestar nicht als Anfängergerät. Es mag viele geben, die sich ein solches Teil aus Neugier kaufen, um „mal Fotos“ zu machen, aber wer echtes Interesse an Astronomie hat, der wird sich ein richtiges Teleskop kaufen, und dazu würde ich auch raten. Ob in großer oder kleiner Ausführung ist Geschmacksache, beides funktioniert. Denn die Funktionsweise ist ja größenunabhängig gleich.

Wie man hier und im Astrotreff lesen kann, haben sich den Seestar mehrheitlich erfahrene User gekauft, die einfach fasziniert von der Technik sind und neugierig, wie smart so ein Gerät sein kann. Dazu kam der attraktive Preis, der zum Ausprobieren einlud. Ich hab ihn mir genau deshalb auch gekauft. Würde ich erst heute anfangen, könnte es sein, dass ich damit aber tatsächlich beginnen würde, aber sehr bald schon ein richtiges Teleskop anstreben würde. Und da ist dann die Frage, ob ich bei diesen Überlegungen dann 700 - 800 Euro für den Seestar ausgeben würde. Wahrscheinlich nicht. Ich hab 500 bezahlt, mehr hätte ich auch nicht hingelegt.

Mein Tipp an Anfänger mit Interesse an Fotografie: Kleiner 80mm Apo, taugt auch für Beobachtung, (500) auf Skywatcher SA GTI (600). Dazu Asiair Mini (300) und eine ZWO Kamera (400-500). Kostet rund 2000 Euro neu, inkl. Stativ. Gebraucht ist das für 1200 -1500 Euro zu bekommen, wenn man etwas Geduld hat. Statt ASiAir geht auch Laptop und Gratissoftware, dann spart man durch die dann möglichen günstigeren Kameras rund 500 Euro, hat aber etwas mehr Unbequemlichkeit. Geht natürlich.

Wenn es nur visuell sein soll, führt kein Weg am Dobson vorbei. Das sage ich als jemand, der nie einen benutzt hat.

LG Olaf
 
Schade auch, dass seitens Seestar-Fraktion meist nur Snap-Shots ersichtlich sind, 6- , 8- oder 10-Stunden Belichtungen sieht man leider nur eher selten...

Mein Tipp an Anfänger ist:

Gebrauchter Skywatcher PDS 130 mit Coma-Corrector (etwa 300€), taugt auch für Beobachtung, gebrauchte motorisierte NEQ-5 mit justiertem :) Polsucher (etwa 300€), gebrauchte Canon EOS 1000Da, 100Da, oder 600Da mit Adapter (< 200€) und direkt loslegen, völlig computerunabhängig, inkl. Stativ....

Wir Astronomiebegeisterten behandeln unser Equipment relativ gut, warum nicht gebraucht kaufen?

Mit Geduld sicherlich < 1000€...

Viele Grüsse

Markus
 
nein, der Astrotacer ist definitiv nicht das richtige Tool!

Denn der Astrotracer ist nur für Brennweiten unter 50 mm geeignet und beschränkt auch die gesamte Belichtungszeit, dann muss die Kamera neu auf das Objekt ausgerichtet werden, wenn ich die Beschreibung richtig verstanden habe.

Ein richtiger Astrotracker ist hier die bessere Wahl. Allgemein gilt allerdings: je kürzer die Brennweiten und je lichstärker das Objektiv (f/4 oder besser bei DSLR Kameras), desto leichter tut man sich gerade beim Einstieg in die Astrofotografie.

Bitte nicht wahllos Dinge kaufen, sondern erstmal kundig machen! Sonst ist der Frust vorprogrammiert!

CS.Oli

edit: sowas zum Beispiel
 
Zuletzt bearbeitet:
Würde ich heute das gleiche nochmal machen mit der Anschaffung, nur gebräuchlichere Maks (wie RC) fliegen da gleich raus bei der Auswahl.

Eine tragbare stabile Säule mit "T" Montierung, und rechts und links zwei Tele's drauf und dahinter bequem sitzen. Fotografie dabei ist ein anderes Geschäft beiseite.

Ansonsten wer mag den Einblick stehend oder seitlich oben ist ein Gitterohr Dobson auch eine sehr gute definitive Wahl.
Ich stehe schon den ganzen Tag schwer aktiv, und beim Beobachten will ich dann als alter Seppl entspannt sitzen am Abend hinterm Rohr....

Clear skies,
- Martin
 
Hey, also wir haben schon einen Astrotracer für die K-3 gekauft. Ist das schon mal das richtige Tool?
Ich kann den Tatendrang durchaus verstehen. Aber bitte wenigstens vor dem Kauf kurz hier nachfragen.
Wir helfen gerne weiter und wie du bestimmt schon bemerkt hast wird hier auch schnell geantwortet.
Es ist also nicht einmal viel Geduld / Warten nötig.

Gruß,
Holger
 
Für das Modell K-3 Jahr 2016 haben wir den...
Hallo Viviane,

Die lange Diskussion hier habe ich gar nicht vollständig gelesen, zugegeben. Seit mehr als 40 Jahren habe ich den Himmel visuell beobachtet und dabei nach und nach größeres und besseres Equipment angeschafft. Hierzu muss man verstehen, dass es kein wirkliches Allround-Teleskop gibt. Obwohl ich größere Optiken besitze, benutze ich einen 80mm Refraktor auf einer azimutalen Montierung und einem Fotostativ am häufigsten. Einfach hinstellen statt aufbauen. Für Sonne, Mond und Planeten ist das ganz OK, bei Deep Sky sieht man natürlich nur wenig von den hellsten Objekten. Da darfst Du nicht zuviel erwarten. Und meine beiden Lieblingsokulare am 80er (und auch sonst) sprengen bereits das 600 Euro Limit.

Nachdem ich im Laufe der Jahre ca. 2000 Deep Sky Objekte am Nord- und Südhimmel beobachtet hatte und die Gelegenheiten zur Beobachtung unter dunklem Himmel für mich eher weniger werden (zuhause ist es das Wetter, ansonsten die Skepsis gegenüber klimaschädlichen Fernreisen), stand für mich die Entscheidung an, das Hobby aufzugeben oder den Schwerpunkt zu verlagern. Dass ich hier noch schreibe zeigt, wofür ich mich entschieden habe ;-)

Vor etlichen Jahren wollte ich wieder das Interesse für die Fotografie aufnehmen. Pentaxianer seit den 80ern wurde es dann eine K3-II mit eingebautem Astrotracer. Damit habe ich etliche ganz erstaunliche Fotos machen können. Also erstaunlich, was Pentax da hinbekommen hat. Und die Bilder waren ganz OK. Allerdings nicht beim Verwenden sehr kurzer Brennweiten wie 15 mm. Dann sind die Verzeichnungen zu den Rändern zu groß, als dass der Astrotracer damit gut zurecht käme. Für mittlere Brennweiten und auch das 70-200mm in Maximalstellung kann man schon mal 30s belichten und es passt ganz gut.

Aber bald war das ausgeschöpft und es sollte weitergehen. An "richtige" Astrofotografie traute ich mich immer noch nicht heran...

Nächste Ausbaustufe war dann ein StarAdventurer. Klasse Sache, damit gelingen mir auch mit dem 300mm f/4 von Pentax saubere Fotos. Und mit Weitwinkel oder Normalbrennweiten sowieso. Du wirst dann schnell merken, dass es neben der Mechanik und Optik noch eine ganz eigene Baustelle gibt, die Bildverarbeitung ;-)

Was kam danach? Die Pandemie. Für 2020 hatte ich mit Freunden eine Reise nach Namibia geplant. Um mit dem Frust besser zurechtzukommen, habe ich mir ein Celestron C8 auf einer AVX Montierung angeschafft, mit Zubehör fünfmal die 600 Euro. Ich wollte ein Fernrohr, dass gutr zu transportieren ist, das man schnell aufbauen kann und das deutlich mehr zeigen kann als der schöne 80mm. Das C8 hat meine Erwartungen diesbezüglich voll erfüllt. Da nun eine parallaktische Montierung da war, habe ich "natürlich" versucht, sowohl mit dem 80mm als auch dem C8 darauf Mond und Planeten, aber auch Deep Sky zu fotografieren. Mit unterschiedlichem Erfolg: die 2000mm Brennweite des C8 überfordern eine AVX bei längeren Belichtungszeiten durchaus und mein Autoguider bekam die mechanisch nicht so dolle billige Montierung nicht wirklich in den Griff. Aber die Mond- und Planetenbilder mit dem C8 und einer QHY 5III 462c Kamera (das halbe Budget...) waren wirklich vorzeigbar. Deep Sky mit dem 80/600 bei 1min Belichtungszeit für Einzelframes geht auch klar.

Was tun mit "ernsthafter" Deep Sky Fotografie? Ich wollte auch mal kleine Objekte erkennbar aufs Bild bringen können. Kürzen wir es ab: seit kurzem habe ich eine Celestron CGX Montierung. Die ist weder preisgünstig (aber ihren Preis wert) noch kompakt noch leicht, aber trägt das C8 (oder später mal mehr....??) problemlos und mit dem Autoguider kann ich nun belichten, solange der Himmel das mitmacht.

Gesamtinvestition: ca. zehnmal Dein Budget, verteilt über 4 Jahre. Und wie gesagt, angefangen hat es mit dem Astrotracer! Der war "ehda".

Diese Geschichte habe ich erzählt, weil es dabei m.E. auf folgendes ankommt: es gibt keinen Einstieg, wo man sofort am Ziel ist. Ich habe einfach begonnen und heruasgefunden, wieweit ich damit komme und stets darauf Wert gelegt zu verstehen, was man da macht. Die Fehlerbehebung, die Bildverarbeitung, das Einschätzen der Ergebnisse hinsichtlich der Erwartungen - da hat man Stoff zum Lernen und Nachdenken. Erst wenn es sitzt, sollte man weitermachen. Oder sich entscheiden, auf der erreichten Stufe erst mal zu bleiben. Ich hätte anfangs nicht einschätzen können ob das, was ich heute mache für mich überhaupt erstrebenswert gewesen wäre, also Spaß macht und nicht nur Bemühungen zu Erlangung der Tapferkeitsmedaille...

So gesehen wäre mein Rat, mit dem StarAdventurer weiter zu machen. Und vielleicht das Teleskop zunächst nur für die visuelle Benutzung zu planen. Ein Dobson macht Spaß, auch später noch, wenn Du Deine perfekte fotografische Ausrüstung nach Jahren des Lernens zusammen hast. Schau' Dich um, wo immer sich die Gelegenheit bietet (Sternwarten, Teleskoptreffen, andere Sternfreunde in der Nähe) und finde heraus, was Du möchtest. Meiner Ergfahrung nach stellen sich die meisten Einsteiger sowohl das Beobachten als auch die Astrofotografie einfacher vor, als es ist. Das braucht niemanden abschrecken, es ist ja auch schön, wenn man sich Herausforderungen stellt und sich entwickelt dabei. Vielleicht ist der Schlüssel zum Spaß am Hobby Astronomie, neugierig zu sein, aber mit realistischen und nicht überzogenen Erwartungen ranzugehen.

Clear skies
Tom
 
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