Hallo Viviane,
auch von mir erstmal ein herzliches Willkommen.
Du hast hier ja schon viele Meinungen und Tipps von Leuten bekommen, die allesamt weitaus mehr Ahnung von Astronomie und erst recht von Astrofotografie haben als ich. Und ich kann gut nachempfinden, dass Dich all das verunsichert. Es ist noch gar nicht so lange her, da ging es mir selbst ähnlich wie Dir.
Mein Rat an Dich: Lass Dich nicht verschrecken und fang klein und erst mal ohne große Investitionen an. Das gesparte Geld kannst Du dann, wenn Du klarer weißt, wohin die astronomische Reise gehen soll, gezielter investieren. Such Dir Gleichgesinnte, denen Du Löcher in den Bauch fragen kannst und bei denen Du durch unterschiedliche Teleskope blicken darfst. Oder das mit der Astrofotografie kennenlernen.
Nutze das, was Du schon an Gerätschaften besitzt: Deine Kameraausrüstung, evtl. ein Fernglas - am besten (aber nicht zwingend) mit Stativ, oder einfach Deine Augen und eine Sternkarte samt Rotlichtlampe (oder entsprechende App) und schau Dir den Sternenhimmel an. Es gibt schon ohne Teleskop (oder gar Astrofoto-Ausrüstung) so viel zu entdecken.
Lern den Nachthimmel, seine Bewegungen und die Sternbilder kennen. Mit einem Fernglas kannst Du schon eine ganze Reihe Sternhaufen und Sternmuster erkennen oder auch bereits einige größere Details auf dem Mond. Geh einfach raus, schau und genieße.
Bei dieser Gelegenheit kannst Du ausprobieren, wie Dir das nächtliche Draußensein über einen längeren Zeitraum behagt. Da kann es ziemlich kalt, einsam und gruselig werden. Vor allem, wenn Du außer Deinem Balkon noch andere, dunklere Beobachtungspläzte außerorts kennenlernen möchtest (was ich Dir sehr empfehle). Im Sommer wird es erst zu später Stunde astrotauglich dunkel. Im Winter schon früh, aber dafür ist es zapfig kalt. Es gibt lange Strecken ohne klare Nächte, die dann auch nicht unbedingt aufs Wochenende fallen, wenn man am nächsten Tag ausschlafen könnte.
Probier das alles doch einfach mal über eine längere Weile mit einem Fernglas oder ganz ohne Gerät aus und lerne auch das "Drumrum" kennen. Lass Dir Zeit und das Ganze in Ruhe wachsen. Das hilft Dir auch dabei, Dir selbst klarer zu werden, wie tief Du in das Hobby Astronomie einsteigen möchtest - und was Du bereit bist, dafür am Ende zeitlich, vom Aufwand her und finanziell wirklich zu investieren. Und lass Dich bitte nicht verschrecken. Ich selbst bin der lebende Beweis dafür, dass man auch als Dauer-Astro-Dilettantin mit einem (finanziell) sehr überschaubaren Equipment über Jahre hinweg eine Menge Freude mit dem Sternenhimmel haben kann.
Ich wünsch Dir viele schöne Stunden mit den Sternen & Co. Lass Dich von ihnen immer wieder aufs Neue verzaubern und finde mit viel Freude (und gemeinsam mit all den netten, hilfsbereiten Astroleuten innerhalb und außerhalb unseres Forums) Schritt für Schritt Deinen eigenen Weg hin zur Astronomie (oder Astrofotografie).
Herzliche Grüße
Sabine