Euclid

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Ihr bekommt so lange bis alle großen Fragen der Kosmologie geklärt sind! )*

Thomas
)* wenn‘s nach mir geht
 
Vermutlich damit nicht am Projekt beteiligte "Wissenschaftler" aus Ländern und Einrichtungen wo kopieren und stibitzen zum guten Ton gehört bei der Bildauswertung temporär Nachteile haben. :p
Gruss, Thorsten
 
Genauso ist es. Wir haben mittlerweile gut 1500 Quadratgrad beobachtet. 50 davon werden Ende des Jahres intern freigegeben, und dann im März 25 weltweit. Ein halbes Jahr später ca 2500 Quadratgrad wenn alles nach Plan geht. Ein Jahr intern, danach ist alles in der public domain.
 
Hab grad nachgesehen, 1513 Quadratgrad bisher. Ein Quadrat entspricht 0.7x0.7 Grad :)
 

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Hab grad nachgesehen, 1513 Quadratgrad bisher.
1513 wären bislang etwa 4% von ~41.253 Quadratgrad für den gesamten Himmel.

Mit einem Feld von 0,91 deg² würde das für den gesamten Himmel dann 45.000 Pointings erfordern, mit Überlappung sogar ein gutes Stück mehr.

Vermutlich gibt es aber auch Exklusionszonen im Bereich der Milchstraße und an den Magellanschen Wolken.

Gruß, Peter
 
Hi Peter, die "region-of-interest" (RoI) für Kosmologie ist ca 16000 deg2 groß.
15000 können wir in die von der ESA budgetierten 6 Jahre reinbringen.
Wegen Streulicht müssen wir Euclid auf jedem Feld um ein paar Grad verdrehen, um eine beleuchtete Steuerdüse in den Schatten zu bringen. Das erhöht den Überlapp zwischen den Feldern und reduziert uns auf 14000 deg2.
Wegen hellen Sternen (4 mag oder weniger) verschwinden noch mal ein paar hundert Quadratgrad und es bleiben 13400.
Die kleine Magellansche Wolke wird beobachtet, die große ist außerhalb der RoI.

Screenshot_20241016_114742.png

Credit: EC, Mellier+ (2024)
Kannst du alles in unserem overview paper nachlesen, daraus ist auch obenstehende Figur:

https://arxiv.org/pdf/2405.13491

Wir haben Treibstoffreserven für insgesamt ca 14 Jahre. Im 5. und 6. Jahr taucht "unallocated time" auf, das heißt da geht uns der Himmel in der RoI aus. Diese Zeit wird dann benutzt werden, um Lücken zu füllen, die aus technischen Gründen entstanden sind (Eis, Sonnenstürme, safe modes, etc), aber auch für kleinere "community proposals", zum Beispiel die Grosse Magellansche Wolke. Was in einer möglichen "extended mission" passiert ist unklar, hängt auch davon ab ob uns die ESA Geld dafür gibt.
 
Hallo Mischa, besten Dank für die Erklärungen zu den Auswahlkriterien für die kosmologische RoI.

Außer der galaktischen Ebene bleibt also auch die ekliptische Ebene außen vor, mit ihrem Zodiakallicht und sonstigen lokalen Störfaktoren. Die technische Prozedur, wie man diese RoI dann im Jahresverlauf entlang dem voranschreitenden Meridian abarbeitet, wird ja in eurem Overview Papier gut beschrieben.

Anscheinend waren auch noch andere Kriterien bei der Auswahl der RoI im Spiel, wie die Überlappung mit der sky coverage vom LSST = Vera C. Rubin Observatory.

Gruß, Peter
 
Ja, wir brauchen gute photometrische Rotverschiebungen über die gesamte RoI hinweg. Dazu werden zahlreiche bodengebundene Daten mit eingebunden, z.B. Dark Energy Survey am CTIO (bis LSST online kommt), HyperSuprimeCam/Subaru, PanSTARRS, JPASS, usw usw.
Wir wollten unseren zeitlichen Beobachtungsplan natürlich nicht an den bodengebundenen Fortschritt koppeln. Letzterer ist zu ungewiss aus vielerlei Hinsicht, bei LSST haben wir aber eine Ausnahme gemacht.
 
Hallo Mischa
Das LSST Vera Rubin wird ja dann den kompletten Himmel regelmäßig kartiern, auch quer durch die Milchstraße?
Ausserdem will ich Dir noch eine PN schreiben.
Gruß Felix, von den Sternfreunden Furth
 
Wow :oops: Das es dort oben mehr Strahlung gibt ist klar, aber die Menge an Cosmics in den Bildern ist doch beeindruckend.
Das Zeugs gibt es natürlich auch beim Hubble:

Using Cosmic Rays detected by HST as Geophysical Markers I: Detection and Characterization of Cosmic Rays

Die dominierenden Protonen haben im spektralen Maximum einen Fluss von ~3000 Teilchen / (m² sr s GeV), wobei die solare Komponente mit dem Sonnenzyklus schwankt:

Proton Fluxes Measured by the PAMELA Experiment from the Minimum to the Maximum Solar Activity for Solar Cycle 24

Gruß, Peter
 
Uns gehts bestens :)
Im März gibt es als Schmankerl unseren ersten kleinen "quality data release", Q1, von "nur" 50 Quadratgrad. Nur zum Vergleich, das ist mehr Fläche, als Hubble in seiner ganzen Lebenszeit beobachtet hat. Intern wurde der im November 2024 zugänglich, und es sind eine ganze Reihe Publikationen dazu in Vorbereitung. Es wird seitens der ESA dazu auch einen press release geben, und auch unsererseits wird es ab dann deutlich mehr regelmässiges Bildmaterial geben. Mehr kann und darf ich hier jetzt noch nicht sagen.

Im Oktober 2025 haben wir dann intern den ersten grossen data release, DR1, ca 2000 Quadratgrad, der dann 1 Jahr später öffentlich wird. Da werden dann auch die ersten Kosmologie-Resultate kommen. Für DR1 werden die ganzen 2000 Quadratgrad neu prozessiert, mit den aktuellsten Pipeline-Versionen und besten Kalibrationsdateien. Das wird ca 3 Monate dauern (also ab Juni). Den "software-freeze" für DR1 hatten wir vor kurzem, jetzt kommt dann das regression-testing, wo wir 500 Quadratgrad prozessieren, um zu sehen, ob wir irgendwo noch was falsch machen oder bugs neu einfgeführt haben.
 
Man sieht: Wenn‘s ruhig wird (nach außen) in einem Projekt, dann wird hart und produktiv gearbeitet. :y:

Thomas
 
Eine Übersicht gibt's auch bei S&T:

EUCLID OBSERVATORY OPENS COSMIC TREASURE TROVE
  • The heart of today’s release are mosaics of the three fields on the sky where Euclid will eventually provide the deepest observations of its mission. The fields, “North”, “South” and “Fornax”, cover a total area of 63 square degrees, the equivalent of more than 300 full Moons. With one scan of each region so far, Euclid has spotted 26 million galaxies up to 10.5 billion light-years away. Complementing these images, the team released 34 scientific papers on various topics including galaxy clusters, gravitational lenses, and quasars.
 
Darf ich euch mal ganz unbedarft um eure ehrliche Meinung fragen:
Was haltet ihr von dem Bildmaterial, welches die ESA aus den Euclid Daten erzeugt?
 
Was haltet ihr von dem Bildmaterial, welches die ESA aus den Euclid Daten erzeugt?

Hi Mischa,

also die ersten Bilder, vor einigen Monaten, fand ich merkwürdig. Ich fand die Zuweisung der Kanäle komisch. Ich finde, dass man die IR Daten ganz gut mappen kann, also zu RGB, aber was man mit den Vis Daten machen soll, vor allem bei den Galaxien, schwierig.

Den Katzenaugennebel, da muss man sich mit dem Hubble Bild messen, und das ist schon ein kleines Meisterwerk.

CS Frank
 
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