Ausgewählte Optik? Selektiert? Handverlesen? ... Und der Rest?

Andimaterie

Aktives Mitglied
Hi,
ich bin gerade an einem Ausbau meines Equipmentes und ohne ins Detail zu gehen stolpere ich beim Recherchieren, speziell Erfahrungsberichten, über "selektiertes Gerät", 'konnte mir den besten von 15 aussuchen' usw. Ich fände das, wenn es stimmen würde, eine fragwürdige Praxis. Hiesse dass nicht im Umkehrschluss, wenn ich dann nicht als persönlicher Buddy des freundlichen Händlers, sondern ab Lager bestelle, speziell wenn nur noch wenige vorrätig sind, dass ich dann in das untere 25. Perzentil Topf greife, was halt noch über ist? Wäre das aus HÄndlersicht nicht auch kritisch wenn sowas im RAume stünde? Was meint Ihr dazu? Oder habt Ihr alle einen 'Auserlesenen'? ;):cool:.
Lasst uns Händlernamen bei der Diskussion bitte außen vor, mit geht es ums - ja - Prinzip.
Und wie Ihr damit umgeht.
CS
Andreas
Verstehe auch nicht wie das eigentlich gehen soll wenn die ja ungeöffnet versandt werden....
 
Hi Andreas,
der Gedanke ist nicht abwägig. Ich persönlich würde daraus schließen, eine "ausselektierte" Optik zu bekommen, wäre ich nicht bereit, den Aufpreis für eine "selektierte" zu zahlen.
Oder?

CS Markus
 
Hi Andreas,

ich nehme nicht an, dass du meine Anzeige meinst, da ich nichts davon geschrieben habe, dass ich mir die beste Optik aussuchen durfte. Aber das kann natürlich schon Sinn machen; es ist ja kein Geheimnis, dass es bei den Geräten zu Qualitätsschwankungen kommt. Insofern kaufe ich dann gerne bei einem Händler, der "selektiert". Man müsste natürlich genau wissen, was dieses "selektieren" umfasst. Bestenfalls war das Teleskop auf der optischen Bank bzw hat der Händler selbst noch einmal alles kontrolliert und "Hand angelegt", wenn nötig. So bei meinem Skywatcher Esprit geschehen.

CS,
Ulrike
 
Hallo!

Mir wurde auch schon erzählt, dass Optiken aber auch Kameras selektiert werden und man als 'normaler' Kunde nur das bekäme was übrig bleibt.

Für mich klingt das ein wenig nach Urban Legend, denn als Händler mit kleiner Zielgruppe hätte ich (gerade in Zeiten von social Media) ein großes Problem, sollte eine derartige Praxis publik werden. Auch sind die Qualitätsunterschiede bei der heute vorherrschenden Massenfertigung, meiner Meinung nach, nicht mehr so groß als dass sich solch eine Praxis auszahlen würde. Einige Händler testen aber zum Beispiel Daystar Produkte vor dem Versand weil es anscheinend günstiger ist als sich mit Rückläufern herum zu schlagen. Aber das ist sicher nicht die Regel.

Beim Verkauf von gebrauchten Optiken ober Kameras fallen die vielen selektierten Geräte aber schon auf. Aber gutes Marketing ist ja auch bei Second Hand wichtig ;)

Viele Grüße
Michael
 
Hi, nein, bezog sich nicht auf Dich. Was Du beschreibst finde ich eigentlich gut: Wenn der Händler 'Dein Teleskop' aus dem Lager holt und DIESES vor Versand nochmal sich anschaut ob alles passt und nur dann versendet. Das ist Endkontrolle und nicht Selektion, finde ich kundenfreundlich, sicherzustellen, dass der Kunde damit Freude haben wird.
Michael - ich hoffe Du hast recht (und möchte es gerne glauben ;-).
CS
Andreas
 
Ob sich zu dieser Frage hier auch mal die Händler melden? Hallooo!
 
Ich weiß garnicht ob da jetzt jeder 'die Hosen runterlassen muss', gehen wir erstmal davon aus dass viele vieles richtig machen.
Formuliert meine Erwartung - aus persönlicher Kundensicht möchte ich:
- Erwarten können dass keine Selektion stattfindet die 'speziellen Kunden spezielle Geräte zuleitet'
- Erwarten können dass nicht für gut befundene Geräte nicht wieder im Pool landen sondern entweder zum Hersteller gehen oder mit Erklärung als B Ware verkauft werden (das ist vermutlich so geregelt)
Und wenn ein HÄndler sich die Mühe macht mein Gerät vor Versand für mich zu testen - finde ich das natürlich super, das gibt mir Zutrauen und Freude am Gerät. Die ersten beiden Punkte behalten Gültigkeit.

Von UNSERER Seite (KUnden, Anwender) könnte die Community-Etikette verlangen, dass wir solche Spielchen auch nicht verlangen und mitmachen.
 
Im Versand erwarte ich von Neuware dass diese auch in der ungeöffneten Originalverpackung bei mir ankommt. Im Ladengeschäft handhabe ich es wenn möglich genau so - schön wenn es Ausstellungsstücke zum anfassen gibt, wenn dann nehme ich aber lieber ein ungeöffnetes Exemplar mit.
 
...mehr muss man dazu nicht sagen:

 
"Selektiert" wäre für mich wenn ich zwischen mehreren Strehls zwischen 0.95 und 0.99 wählen könnte. ;)
Alles andere liegt mehr oder weniger im Auge des Betrachters.
LG
 
Hallo Andreas,

ich persönlich bevorzuge in der Tat, bei einem lokalen Händler eine hochwertige Optik - wir sprechen immerhin über 4-5 stellige Werte- zu beziehen und diese vorher auch prüfen zu können.

Eben dies ist der Unterschied zum Direktimport aus Fernost.

Zumal ich für den Service (Justage, Kollimation, Garantiefall uvm.) dann auch einen kompetenten Anprechpartner habe.

In der Tat kann ich beim Händler meines Vertrauens aus mehreren Optiken auswählen.

CS Thomas
 
Ja das ist teilweise wahr, aber keine Regel, bei einem oder anderen, bei spezifischen Modellen wo das nachgeprüft wird ne kleine Serie, das ist halt hinter geschlossener Tür für die Eingemachten.
Das sollte doch eigentlich schon relativ gut bekannt sein.

Bei Foto Objektiven in Pro Laden für Pro`s darf man danach umtauschen problemlos. Bei Nikon habe ich diese Erfahrung gemacht, aber nicht in Deutschland.
Das ist recht gängig gewesen bei kleineren Sachen, die halt nicht so geprüft werden. Grosse schwere Kanonen kommen eh gut. Zooms sind da schon mal nicht drin gewesen, früher.
Normalerweise beziehte sich das eher auf Optiken, Kameras war niemals die Frage.

Clear skies,
- Martin
 
Alles schön und gut, was hier wieder drumherum diskutiert wird. Es bleibt die Frage, was mit den Optiken passiert, die durchs Raster gefallen sind. Gibt es die überhaupt? Ist der Aufpreis gerechtfertigt? Falls es sie gibt, wer bekommt die nicht so guten? :) Das wollte der Fragesteller ja wissen.
 
Tja, wenn ich das wüsste, würde ich es vermutlich für mich behalten :LOL:

Aber im Ernst, solange sich hier kein Händler outet werden wir das nicht erfahren. Und ich bezweifle stark, dass dies passiert. Es macht aber ein mulmiges Gefühl. Bei Optiken >5000€ würde ich wohl auch auf einem Messprotokoll oder einem ähnlichen Nachweis bestehen. Aber da ich in solchen Preisregionen nicht unterwegs bin, bleibt mir nichts anderes übrig als auf die Durchschnittsqualität der Massenfertigung zu vertrauen.

Ist halt alles irgendwie Psychologie _affeaugen: Aber wie sagte Adi Preißler so schön : 'Wichtig is aufm Platz!'

Viele Grüße
Michael
 
Hallo,
Aber im Ernst, solange sich hier kein Händler outet werden wir das nicht erfahren.
Dieses Thema gibt es schon, seit ich hier bei astronomie.de bin, was fast 30 Jahre sein dürften, denn die „handverlesenen“ bzw. „selektierten“ Optiken und Montierungen sind keine neuzeitliche Erfindung. Ab und zu hat sich ein Händler dazu geäußert, und immer hieß es sinngemäß: „Instrumente, die unseren Qualitätsanforderungen nicht entsprechen, gehen zum Hersteller zurück“. Was sollen sie auch sonst sagen? Im Supermarkt legt man die weniger schönen Erdbeeren unten in die Verpackung und die schönen obendrauf, aber das geht mit Fernrohren nicht so leicht.

Grüße
Maximilian
 
Da kaufe ich lieber ein geprüftes zum normalpreis und habe die Chance ein sehr gutes Exemplar zu erwischen als bei einem selektierenden Shop ein ausselektiertes zum Normalpreis zu bekommen.
Ich weiß natürlich nicht, ob es so ist aber das ist mein Gedanke.

CS Markus
 
Mein Senf dazu:
selektiert heißt immer "unter den vorhandenen Optiken" ausgesucht. Wenn dann nur noch ein Bodensatz von "schlechten" Geräten übrig ist, bekomme ich dann "das Beste" der "Schlechten"???
Auch "selektiert" ist also "relativ" :)

VG & CS

Stefan
 
Hallo zusammen,

aus meiner Sicht wäre es doch wünschenswert, wenn man für eine spezifische Qualität inkl. eindeutigem Nachweis (glaubwürdige interferometrische Auswertung) einen dafür vorgesehen Preis bezahlen muss. Dann gibt es eben Staffelungen im Strehl, sagen wir besser als ca.: 0.8, 0.9, 0.95, 0.99
Würde ab eines gewissen Grundpreises für ein Fernrohr gelten (lassen wir hierbei mal die ganz preiswerten Angebote außen vor).

Natürlich steigen die Aufwände mit zunehmender Präzision/Größe der Optik bei der Herstellung an. Das muss sich dann im Preis widerspiegeln und der Kunde kann selbst auswählen was er bereit ist zu bezahlen. Soweit vollkommen o.k.

Beim zuverlässigen Fertigen einer Optik nach modernen Methoden wird doch ohnehin interferometrisch gemessen. Es gibt aber leider (selbst Premium-) Hersteller, die sich beharrlich weigern, die (vorhandenen) Protokolle weiterzugeben.

Hält man sich an obige vorgeschlagenen Vorgaben, wäre es m.E. schwieriger, sogenannte B-Ware beispielsweise als Premiumprodukt weiterzuveräußern. Ein als B-Ware gekennzeichnetes/ausgewiesenes Produkt zu einem entsprechenden günstigeren Preis zu veräußern ist natürlich auch o.k. Man kann darüber diskutieren, ab wann man ein Produkt als eindeutig „B-Ware“ bezeichnen könnte. Dies ist selbstverständlich auch abhängig von der Öffnung, der Komplexität und dem Öffnungsverhältnis der jeweiligen Optik. Ich würde einen 1 Meter Spiegel F3.5 mit Strehl knapp besser als 0.8 kaum als B-Ware bezeichnen wollen.

Tja, leider sieht die Praxis anders aus, und man erhält nicht immer die Qualität, für welche man bezahlt. ;) Aus diesem Grund ist die angelaufene Diskussion oben schon berechtigt.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo zusammen,
selektiert heißt immer "unter den vorhandenen Optiken" ausgesucht
:y::y::y:
Solange nicht gesagt wird, was die Selektion beinhaltet, ist die Aussage wertlos.

Ich wollte einen Esprit kaufen speziell für die h-alpha Beobachtung und habe bei Teleskop Austria gefragt, ob es möglich ist , den Esprit auf rot zu trimmen. Antwort : ja, durch Änderung der Abstandsringe. Dann würde er aber nicht mehr für den normalen Sternhimmel taugen. Das wollte ich nicht. Also haben wir uns darauf geeinigt, daß er sich einige Esprits anschaut, mir dasjenige gibt, das am besten im roten performt.

Mein Teleskop ist also auch selektiert. Nicht nur ich habe davon einen Vorteil, sondern alle anderen auch weil ich innerhalb der Serienstreuung das Modell habe, das weniger gut auf der Farbe grün ist.;)

Gruß Uwe
 
Mein Apo ist z.b auch Selektiert.
Mit Nachweis und habe ein Strehl von 0.97

CS Vincent
 
Gute Frage. Manchmal hat man Glück und bekommt zum halben Preis etwas, was der Kunde zurückgesendet hat wegen Nichtgefallen. Das hat aber mit der Qualität nicht unbedingt etwas zu tun.
Ich habe einen SQA106 ergattert, den ein Kunde schlicht nicht in den Griff bekommen hat. Angeblich ein verkipptet OAZ. Dem ist aber nicht so. Ja sowas gibt's! :)

Hat aber nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun.
 
Also die Diskusssion ist wirklich schon recht alt, aber bevor China mit seinen Geräten auf den Markt kamen war das nach meiner Erinnerung nicht so.
Mitte der 90iger gab es dann Lichtenknecker, Zeiss, Astrophysics, Takahashi und vixen. Es gab keine Meßßprotokolle zu den Optiken, aber die Serienstreuung z.B. bei Takahashi oder Zeiss war wohl auch gering.
Dann kam TMB mit den russischen LZOS Optiken und die mussten sich erstmal für die Preise einen guten Namen erarbeiten und legten deshalb Messprotokoll dabei.

Tja und dann kam verstärkt China, zunächst auch mit vielen Gurken und der Mythos der selektierten Optiken war auf einmal da, mit ganzen vielen Strehwerten von mindestens 0,99. Bei Celestron auch schon früher, weil es da auch immer große Qulitätsschwankungen gab.

Mir persönlich ist es eigentlich lieber wie bei z.B. Takahashi, oder früher Zeiss, die grundsätzlich keine Protokolle dazu legen, die Optiken sind einfach immer richtig gut und das seit 40 Jahren. Da braucht man dann auch dieses ganze "selektierte" Optik Gequatsche nicht, was in vielen Fällen auch noch gelogen ist. Denn machen wir uns nichts vor ein Messprotokoll ist auch nur ein Stück Papier und muss nicht unbedingt etwas mir der vorliegenden Optik zu tun haben... ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe einen Newton "von der Stange" und musste feststellen, dass das Teil immer besser wurde, je besser ich es kollimieren konnte. Will damit sagen, dass (lassen wir die Riesengurken mal außen vor) der Einfluss vom Seeing und der Kollimation größer sind als die 1 aus 5 selektierte Optik.

LG
Thomas
 
Mein Apo ist z.b auch Selektiert.
Mit Nachweis und habe ein Strehl von 0.97
Hallo Vincent,
das ist dann eher "optimiert" statt selektiert, was den Themenkomplex meiner Meinung nach noch mal erweitert.
Dabei geht es ja um eine spezielle Dienstleistung die Zusatzkosten verursacht bzw. der Kunde ist dann bereit für eine höhere evtl. garantierte Qualität auch mehr zu bezahlen.
Der Knackpunkt der "Selektion" liegt doch in der Definition von Garantierter Qualität bzw. welche Qualität wird dabei konkret garantiert?
Ist das dann ein "gut, schön, prima, wunderbar" oder eine Strehl Angabe?
Letzteres wäre halt nachprüfbar.
LG
 
Vom Händler wurde es als Selektiert betitelt.
Optimiert ist er zusätzlich.
Gruß Vincent
 
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