Astrofotografie von Andromeda Galaxie

Valentin Fadler

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Liebe Community,

Ich hätte da ein paar Fragen an euch. Letztens habe ich in einer klaren Nacht 42 Fotos von der Andromeda Galaxie mit meiner Lumix Kamera bei ISO 6300 gemacht(Foto im Anhang).
Dabei habe ich leider wiedermal kein wirklich gutes Ergebnis erzielt. Fairerweise muss man sagen, dass ich die Fotos an einem Standort mit hoher Lichtverschmutzung gemacht habe. Allerdings glaube ich, dass dies nicht das einzige Problem ist. Daher möchte ich euch fragen, ob ihr gute Tipps habt, um die Qualität und sichtbarkeit wesentlich zu verbessern. Die 42 Bilder habe ich mithilfe von Adobe Lightrroom bearbeitet und dann mithilfe von Sequator gestacket. Allerdings hilft das Stacking ja nicht sehr viel, wenn auf den einzelnen Bildern schon nicht viel zusehen ist. Auf dem Bild sieht man, das nicht mehr als das Zentrum der Galaxie sehr verpixelt und schlecht erkennbar ist. Was kann ich besser machen bzw. gibt es Einstellungen in der Kamera oder techniken, die unbedingt beachtet werden müssen? Ist RAW oder jpg für solche Fotos besser?

Ich bedanke mich jetzt schon für eure Hilfe und stehe jederzeit für Fragen zur Verfügung.

MfG

Valentin

(Bin schon seit 2 Jahren an Probieren und verzweifle langsam am ausbleibenden Erfolg...)
 

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Hallo Valentin,

42 Fotos von der Andromeda Galaxie mit meiner Lumix Kamera bei ISO 6300 gemacht
Könntest du genauere Angaben machen ?
Welche Kamera genau ?
Objektiv ?
Blende ?
Einzelbelichtungszeit ?
Nachführung ?

Die 42 Bilder habe ich mithilfe von Adobe Lightrroom bearbeitet und dann mithilfe von Sequator gestacket.
Ich würde die Bilder erst stacken und dann das Summenbild bearbeiten.
Wahrscheinlich wird die Gesamtbelichtungszeit bei 42 Bildern noch sehr gering sein.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

Hier die Daten:

Kamera: Lumix Panasonic DMC-FZ1000
Objektiv: Leica DC Vario-Elmarit 1:2.8-4.0/9.1-146 ASPH. (400mm max zoom ausgenutzt)
Blende: 8.0
Belichtungszeit: 2sek (Teils auch mit 4sek probiert)
Keine Nachführung

"Ich würde die Bilder erst stacken und dann das Summenbild bearbeiten.
Wahrscheinlich wird die Gesamtbelichtungszeit bei 42 Bildern noch sehr gering sein."

Ja das stimmt, nur ist auf den Einzelbildern so wenig zusehen, dass ich angst hatte, dass das Stacking nichts bewirken würde. Würden da einfach mehr Bilder helfen?
 
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Hallo Holger,

Hier die Daten:

Kamera: Lumix Panasonic DMC-FZ1000
Objektiv: Leica DC Vario-Elmarit 1:2.8-4.0/9.1-146 ASPH. (400mm max zoom ausgenutzt)
Blende: 8.0
Belichtungszeit: 2sek (Teils auch mit 4sek probiert)
Keine Nachführung

"Ich würde die Bilder erst stacken und dann das Summenbild bearbeiten.
Wahrscheinlich wird die Gesamtbelichtungszeit bei 42 Bildern noch sehr gering sein."

Ja das stimmt, nur ist auf den Einzelbildern so wenig zusehen, dass ich angst hatte, dass das Stacking nichts bewirken würde. Würden da einfach mehr Bilder helfen?

Ja, mehr Bilder helfen natürlich. Allerdings wirst Du bei zwei bis vier Sekunden natürlich kaum Signal auf den Sensor bekommen, bei F/8 wird das sicherlich noch schwieriger. Du müsstest also sehr viele Einzelbilder machen und die dann stacken. 42 Bilder sind ja gerade mal 80 Sekunden Gesamtbelichtung, wenn Du einige Bilder mit 4 Sekunden hast, dann sind es vielleicht 100 Sekunden. Das wäre bei mir eine Einzelbelichtung, aber bei F5-7.

Die Andromeda ist groß und hell, da sind schon nach 10 Minuten große Teile zu sehen. Du wirst um eine Nachführung und längere Einzelbelichtungen nicht herumkommen, wenn Du ein halbwegs vernünftiges Bild der Andromeda haben möchtest, ohne jedes Maß an Datenvolumen zu sprengen. Bei tausenden von Bildern, die Du mit Deiner aktuellen Vorgehensweise benötigst, wird das Stacking ja dann auch zur Qual.

LG Olaf
 
ISO zu hoch...
runter auf 1600-3200 max
Blende ganz auf..
und Brennweite erstmal runter max 50- 80mm erstmal...
und dann versuchen 10-15-20-30sek....
Ohne Nachführung hast du mit 400mm keine Chance... und 1-2sekunden ist nix
42xnix drauf bleibt nix. drauf... wie konntest überhaupt stacken? Sternerkrannung liegt da wahrscheinlich bei Null... (DSS)
 
Hallo Valentin

Für Bilder, ohne eine gute Nachführung + besser mit Guiding + passiert nicht viel, wenn Brennweite ab 50mm und mehr sind.
Für schnelle Mondbilder noch OK oder für Milchstraßenbilder mit 14mm - 30mm.

Für den Anfang würde ich mit sowas wie Seestar s30 oder s50er oder ein ähnliches Smart Teleskop anfangen.
Diese fahren selbst nach vorgaben über eine APP die Ziele an und machen dann Bilder. Die Kamerasensoren sind besser als von einer normalen Kamera.

Dann kommt eigentlich die meiste Arbeit, die Bearbeitung der Daten zum Bild.

Grüße Dirk
 
Hallo Valentin,

Ja das stimmt, nur ist auf den Einzelbildern so wenig zusehen, dass ich angst hatte, dass das Stacking nichts bewirken würde. Würden da einfach mehr Bilder helfen?
Ich bin auch eher Low Budget unterwegs und habe die Andromeda Galaxie z.B. mit einem alten 55mm M42 Objektiv und Astrokamera (Asi462mm) aufgenommen.
Hier ein 15 Sek. Einzelframe:
m31gelb-171023a0000.jpg

Über einen längeren Zeitraum habe ich fleißig Einzelbilder gesammelt und bin auf ca. 9 Std. Gesamtbelichtungszeit gekommen.
Das Endergebnis nach meiner Bearbeitung:
m31-051024-55mm-best-c.jpg


Du kannst erste Erfahrungen über den gesamten Worklflow / die Nachbearbeitung usw..., auch erst einmal ohne Nachführung mit dem vorhandenen Equipment sammeln.
1. weniger Brennweite, Blende offen, falls die Sterne nicht gut aussehen, eine Stufe abblenden.
2. Einzelbelichtungszeit erhöhen, so dass die Sterne noch punktförmig bleiben. Einfach austesten, 5 bis 10 Sek. sind eventuell möglich.
3. Viele Einzelbilder sammeln, vielleicht reicht erst einmal 1 Stunde Gesamtbelichtungszeit.

Gruß,
Holger
 
1750437805197.png

Ist das die Zwo Seestar S50?

Ich will mich schnell für die ganzen Antworten bedanken. Habe echt nicht mit so viel hilfe gerechnet. Man sieht ja an meinen Versuchen, dass ich ein blutiger Anfänger bin, aber ich versuche zu lernen. Eure Tipps klingen alle sehr logisch und ich werde die Seestar S30/S50 mal im Auge behalten. Dennoch probiere ich zuerst eure Tipps aus. Wenn ich richtig verstehe:

Geringe Brennweite --> Dafür längere Belichtungszeit
Blende ganz öffnen --> Für mehr Licht
ISO-Zahl testweise auf hälfte reduzieren

Ich freue mich diese Tipps so früh wie möglich an der Andromeda-Galaxie auszuprobieren. Wenn mir jemand noch eine gute Nachführung empfehlen kann und/oder eine besser geeignete Kamera, dann wäre dies natürlich ebenfalls hilfreich.

Doch voher will ich euch für eine bessere Einschätzung noch einen genaueren Überblick über mein Arsenal an Equipment geben:

Lumix (Daten von Oben)
Nikon D5100 mit Tamron HA022 Objektiv (Abnehmbar)
Samsung Galaxy S24
Solomark Teleskop 650mm Brennweite 130mm Öffnung
Celestron NexStar 6SE Teleskop 1500mm Brennweite 150mm Öffnung
Beide Teleskope für Okulare von 1.25 Zoll grösse
Kamera und Handy-adapter im Besitz
25mm, 20mm, 10mm und 4mm Okular im Besitz

Durch das bereits bestehende Equipment wäre es für mich finanziell praktisch, es so gut wie möglich zu nutzen. Eure Tipps werden mir helfen und ich hoffe, dass durch die Einsicht im mein Equip noch eine bessere Hilfe möglich ist.

Im Anhang noch 2 Bilder von mir, die meine geringe Erfahrung zeigen:

Orion-nebel: Celestron-Teleskop kombiniert mit der Nikon. belichtung war definitiv zu lange. Mit kürzerer und mehr einzelbildern wäre das Ergebnis vermutlich besser?

Milchstrasse: Stark nachbearbeitet und rein mit der Lumix aufgenommen. Besteht aus circa 5 Einzelbildern mit etwa 30 Sekunden belichtung. Zeigt, dass sich da schon was verändern kann.

Hoffe die 2 Bsp geben ein besseres Verständnis dafür, auf welchem Wissensstand ich ungefähr bin.
Ich hoffe ich bring meine Situation so gut wie möglich rüber und freue mich weiter über Tipps und Nachfragen zu meinem Equipment ;)
 

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Wir haben mal alle so ähnlich angefangen :)

Wenn du deine Kamera nutzen möchtest dann besorge dir einen kleinen Nanotracker
so etwas ähnliches wie von Sightron NanoTracker Reisemontierung für Astrofotografie mit Nachführung.
Sowas aufs kleine Stativ + Kamera geht bis 2kg. Dann nach Norden ca Polaris ausrichten.
Dazu noch ein Funkauslöser für die Kamera *damit keine Erschütterungen passieren*

Oder halt fürn Anfang mit ein Smart Teleskop. Über ne APP kannst die Objekte anfahren und wenn es Bilder mach auch gleich sehen.
 
Guten Tag.
Das ist bestimmt alles wichtig und interessant, aber ihr seid hier im Forum Radioastronomie.
Liebe Grüße
Wilhelm
Stimmt schon. Bin neu auf dieser Seite und hab mich bei den 2000 Auswahlmöglichkeiten nicht ausgekannt. Wollte mir schnell ein paar gute Tipps holen und bis jetzt bin positiv überrrascht, wie viel und schnell man hilfe bekommt, auch wenn das Forum in der falschen Kategorie ist...
 
( sorry, daß ich hier antworte, obwohl der thread im falschen board (Radioastronomie) ist. ev. kann ja ein Mod den thread mal an eine passende stelle verschieben. )

@Valentin Fadler: falls dich interessiert, wie Andromeda mit dem S50 aussieht, wenn ein -ebenfalls anfänger- sie ablichtet, ich hab das zufällig gerade diese Nacht gemacht:
M31-Andromeda (S50, 2h18m, med.edit+AI).jpg

sind 2h und 18 Minuten Belichtungszeit in 10 sekündigen sub-frames, welche das S50 regulär in seiner Standardbetriebsweise macht (also kein EQ-mode). weil die Andromeda-Galaxie deutlich größer ist, als der Bildbereich des S50, habe ich das erste mal den Mosaik-Mode verwendet. ist zudem ist es auch noch das erste mal gewesen, daß ich mit dem Luminanzfilter fotografiert habe, statt des Dual-Narrowbandfilters.

leider sind zwei meiner Nachbarn fans davon ihre häuser (der eine) bzw. Grundstücke (der andere) bis Mitternacht großzügig zu beleuchten. ich bitte sie dann idR. etwas früher (22uhr) abzuschalten. blöderweise war der eine gestern noch auf verlängertem Wochenendausflug und bei Aufnahmebeginn stand Andromeda genau in Richtung über seinem grundstück. :cry:

stacking und Nachbearbeitung sind auf dem S50 erfolgt. also die Einzelbilder wurden nicht separat runtergeladen und mit 3rd-party Software bearbeitet. ist also alles sehr einsteigerfreundlich und man hat sofort ein Erfolgserlebnis. ich kann das Seestar S50 nur empfehlen.

BTW: ich glaube derzeit wird im Marktplatz sogar eins angeboten, zu einem wirklich super fairen Preis. war glaube inkl. Versand und inkl. der zusätzlichen (und sehr zu empfehlenden) Dreipunkt-feinnivellierung unter 500€.


gruß Obel
 
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