Celestron C6 und C8 vs. Refraktoren

monica

Aktives Mitglied
Guten Abend,

welche Refraktor-Öffnungen würden, bezüglich der Abbildungsleistung, den Celestron-C6 und -C8 entsprechen?
Kann man die Celestron- Optiken mit der Abschattung durch den Sekundär-Spiegel, mit Refraktoren vergleichen?

Grüsse Monica
 
Hallo Monica,

das lässt sich berechnen, was der Sekundärspiegel an Fläche wegnimmt.

Ich hoffe das ich jetzt nicht mit den Formeln daneben liege:

- Obstruktion (Fläche in %) = (Sek / Haupt)² × 100
- Obstruktion (Durchmesser in %) = Sek / Haupt × 100

Es ist aber auch zu beachten, das es mit den bis jetzt besprochenen Montierungen nicht mehr so ganz hin kommt. Je nach Baulänge kann das sehr eng werden. Dazu kommt dann noch der zu adaptierende Zenitspiegel.

Gruß
Mathias
 
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Hallo Monica,

So wie die Obstruktion durch den Sekundärspiegel bei Katadioptern ein Nachteil ist, haben Refraktoren den Nachteil, dass durch den unterschiedlichen Brechungsindex von Licht in Glas, der Lichtstrahl aufgefächert wird.

Dadurch entsteht, vor allem bei hohen Vergrößerungen, ein Farbsaum und eine gewisse Unschärfe. Um das zu umgehen, hat man Apochromaten erfunden, bei denen korrigierende Glassorten diesen Effekt ausgleichen. Man unterscheidet daher in Fraunhofer Achromaten mit einer Linse und Apochromaten mit mehreren Linsen, die, je nach Qualität, als farbreIn bezeichnet werfen.

Katadiopter haben keinen oder sehr geringe Farbfehler, da das Licht ja vom Spiegel reflektiert wird.

Du siehst also: jedes System hat seine Vor- und Nachteile! Wichtig ist: wenn Du mehr Kontrast und Bildschärfe in einem Refraktor suchst, dann aber bitte mit einem Apo. Apos sind natürlich deutlich teurer als Fraunhofer Achromaten.

CS.Oli

PS.: statt jedes Thema hier einzeln abzufragen, könntest Du Dir ein Buch über Astronomie besorgen wo alles genau erklärt wird :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier übrigens ein Thread mit einem praktischen 'Test' zu dem Thema:

 
Durch die zentrale Obstruktion verliert man etwas Licht, aber auch Kontrast, was sich vor allem an kontrastarmen Objekten wie Planeten auswirkt. Dieser Effekt kann aber durch eine größere Optik kompensiert werden.

Die Zmeck'sche "Bauernregel" besagt, dass eine obstruierte Optik kontrastmäßig mit einer effektiv reduzierten Öffnung D_eff = D - d performt, wobei D und d den Durchmesser der Optik und deren Obstruktion bezeichnen.

Für die Celestron SCTs mit einer typischen Obstruktion von 35% ergibt sich damit:

Code:
          D       d      D_eff
        (mm)     (mm)    (mm)
 
 C5      127      44      83
 C6      152      53      99
 C8      203      71     132
 C9,25   235      82     153
 C11     279      98     182
 C14     356     124     231

Demzufolge sollte ein C6 kontrastmäßig also etwa wie ein 4" APO performen.

Naja, dabei sollte man bedenken, dass es nur eine "Bauernregel" ist. Die Wirklichkeit ist natürlich komplizierter.

Siehe dazu auch:

Noch mal Obstruktion

The Effects of Aperture Obstruction

Gruß, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Morgen Monica,
guten Morgen zusammen,

es sind jetzt mehrere Threads gelaufen, deren Zusammenhänge ich, kann da nur von mir ausgehen, die ich nicht mehr vollkommen zusammen bringe.
So letztendlich sind wir aber bei der Beratung/Erklärung für das erste Teleskop um den Nachthimmel zu beobachten.
Da greift für mich als erstes das:
PS.: statt jedes Thema hier einzeln abzufragen, könntest Du Dir ein Buch über Astronomie besorgen wo alles genau erklärt wird :)
also, Grundlagenwissen und Grundinformationen beschaffen.
Bevor hier jetzt argumentiert wird, 'aber dafür ist doch ein Forum da', ja, gut und richtig, aber ohne eine gewisse Basis laufen wir Gefahr jedes spezifische Thema durch zu diskutieren und es wird nicht zeitnah zu einer Entscheidungsfindung kommen.
Wenn Verständnisprobleme bei der Beschaffung des Basiswissen auftauchen, kann man natürlich hier im Forum Fragen stellen und diese werden dann auch gut und sinnvoll erklärt.

Grundsätzlich kann mit jedem Teleskop begonnen werden.
Aus dem Basiswissen heraus erklärt sich dann, das Teleskop X gut bis sehr gut für eine bestimmte Objektgruppe geeignet ist, was aber nicht ausschließt, das man damit eine andere Objektgruppe nicht beobachten kann. Aber eben nicht so gut wie dann Teleskop Y.
Da sind wir dann beim "Lehrsatz" ;) , die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht.
Desweiteren kann man Teleskop und Montierung, m.E., nicht so einfach trennen. Das System muss in sich stimmig sein.
Fange ich mit der Montierung an und entscheide mich z.B. für ein manuelle EQ3-2 (die Originale von Sky Watcher) limitiert sich das ganze auf kleinere Teleskope.
Fange ich mit dem Teleskop an und entscheide mich z.B. für einen 150/750 Newton, bewegt man sich in Richtung EQ5.
Jetzt ist da nur das reine Gewicht berücksichtigt worden. Jetzt kommen weitere Faktoren dazu, die berücksichtigt werden müssen.

Es müsste mal aufgeführt werden was denn so für Vorgaben da sind.
- das Budget - es macht keinen Sinn über Einzelelement des Systems zu reden, die nicht in den Geldbeutel passen. Dazu kommen dann noch die Folgekosten, die zwangsläufig auftauchen werden
- der Beobachtungsort - z.B. Balkon oder Garten/Terrasse. Machbar, aber, wo befindet sich dieser Beobachtungsort ? Auf dem Dorf, Stadtrand, Stadt, ... ... ...
- der Transport - wenn der vor Ort Platz nicht so der Knaller ist, da muss man sich überlegen, was man gewillt ist zu "schleppen". Was dann doch sehr individuell ist. Auch sind gute Beobachtungsplätze nicht immer einfach zu erreichen. Autofahrt, evtl. noch Fußweg, ... ... ... . Da auch nicht vergessen, das ganze Geraffel muss auch zurück.
- die Zeit - wie passt das alles in mein berufliches Umfeld, das private Umfeld ?
Es gibt sicherlich noch weitere Faktoren.
All diese Faktoren bedingen sich aber :unsure:.

Das jetzt mal rein auf das visuelle Beobachten bezogen. Natürlich spielen manche Faktoren auch bei den anderen Beobachtungsmethoden ein Rolle, aber diese bringen dann andere Voraussetzungen mit sich, was das ganze dann noch komplexer macht.

Wat tun ?
Ist so einfach nicht zu klären.
Leider weiß man am Anfang nicht wo die Reise hin geht. Vielleicht war am Anfang "nur" die Idee ein bisschen Planeten guggen da. Aber in so manchen Nächten wandert man einfach mal so über den Himmel. 'Hui, was war das denn, gefällt mir... ' tja und schon geht es los.

Aber letztendlich sollte man auch nicht zu Kopflastig an die Geschichte ran gehen.
Nur theoretisieren ist auch nicht hilfreich.
Es müssen Erfahrungen gesammelt werden, Wissen angeeignet werden, 'Aha Effekte' müssen kommen, ... ... ...
Das geht mit jedem Teleskop und jeder Montierung drunter. Das ganze schließt auch ein, das man Kompromisse schließen muss. Die eigene Situation ist ausschlaggebend und innerhalb dieser kann dann optimiert werden.

Die beobachtende Astronomie ist eher ein Marathon, denn ein Sprint.
Wobei die Entwicklung recht individuell ist. Mal dauert es länger, mal geht es schneller.
Ich habe acht Jahre gebraucht, um jetzt schlussendlich bei EAA zu landen. Teleskope sind gekommen und auch wieder gegangen, ebenso Montierungen, da zum Glück nicht so viele, Preis.
Mir macht EAA Spaß, erreiche das was ich will und es ist meiner Situation angepasst. OK, ein, zwei Ideen spuken noch im Kopf rum, aber eher 'nice to have', als absolut zwingend notwendig.

In diesem Sinne :coffee::teleskop:
Gruß
Mathias
 
Hallo zusammen,

im Werdegang unseres schönen Hobbys werden so gut wie immer individuelle Fehler gemacht. Geht glaube ich fast allen so. Das läßt sich kaum vermeiden und sollte m.E. mit der nötigen Lockerheit betrachtet werden. Meist zeigt es sich erst nach einigen Monaten (oder noch länger), dass die eigene Entscheidung evtl. nicht ganz so durchdacht war. Macht aber nix. Ist eh sozusagen „im Fluss“ und aus diesen Gründen ein dynamischer Prozess.

Man lernt dann einfach dazu. :giggle: :coffee:

Viele Grüße
Werner
 
Und genau deshalb hat man ja, wenn einem die Astronomie Spaß macht, auch nicht nur ein Teleskop, sondern mit der Zeit viele :)

Man oder Frau muss halt mal irgendwo anfangen und Erfahrungen sammeln.

CS.Oli
 
Man braucht sich ja nur das „Bieteforum“ anzuschauen. Wenn jeder von Anfang an alles quasi „richtig“ machen würde, dann käme kaum das enorme Angebot an Geräten und Zubehör zustande… ;) :coffee:

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Monica,

ich möchte noch einen bisher nicht genannten Aspekt ansprechen. Damit eine Optik optimal funktioniert, muss sie auf Umgebungstemperatur sein. Je nach Öffnung und Bauart dauert es unterschiedlich lang, bis ein Teleskop abgekühlt ist (die umgekehrte Situation wäre viel seltener: das Teleskop wurde kühler gelagert als es aufgestellt wird).

Hier ist der Refraktor im Vorteil, weil der Tubus geschlossen ist und Objektive meistens aus Kostengründen kleiner sind als andere Bauarten wie das angesprochene Schmidt-Cassegrain. Beim SC hat man ziemlich viel Glas in der Korrekturplatte. Also muss das SC seine Zeit zum Abkühlen haben, bis es stabile Bilder liefert. Ist kein Problem, wenn man es rechtzeitig (1-2h) vor der Beobachtung schon mal raus stellen kann. Einen Refraktor kann man dagegen nach dem Aufstellen sofort benutzen.

Ein Newton-Spiegelteleskop liegt von der Abkühlzeit dazwischen.
 
Einen Refraktor kann man dagegen nach dem Aufstellen sofort benutzen.
Jein...ich habe die Erfahrung gemacht daß auch relativ leichte Refraktoren wie 80/600 Volksapo oder 90/900 ED Acuter ganz ohne Auskühlzeit zu Beginn ordentlich eigenes Seeing zeigen können, beim 125 SD APO dauert es entsprechend länger. Halt nicht so lange und auffällig wie bei Newtons oder erst recht SCs und MAKs da stimme ich zu.

Ein guter Hinweis wenn spontaner Einsatz gefragt ist.


Viele Grüße Felix
 
Jein...ich habe die Erfahrung gemacht daß auch relativ leichte Refraktoren wie 80/600 Volksapo oder 90/900 ED Acuter ganz ohne Auskühlzeit zu Beginn ordentlich eigenes Seeing zeigen können, beim 125 SD APO dauert es entsprechend länger. Halt nicht so lange und auffällig wie bei Newtons oder erst recht SCs und MAKs da stimme ich zu.

Ein guter Hinweis wenn spontaner Einsatz gefragt ist.
:y:
und das zeigt recht gut, wie wichtig es ist Erfahrung zu sammeln. Das gewisse "pauschal" Aussagen zu relativieren sind.
Wobei die Tendenz stimmt.

Gruß
Mathias
 
Demzufolge sollte ein C6 kontrastmäßig also etwa wie ein 4" APO performen.
Das kann ich leider nicht bestätigen, wenn ich einen Blick durch mein C8 EHD werfe und dann durch den TV NP101 oder den TS102/11SD schaue.
Von der Vergrößerung her hat das C8 Vorteile, bei der Bildschärfe, Defintion, Kontrast schauts hingegen ganz anders aus.
 
Die gemachten Aussagen sind alle gut und richtig.
Auch wurde Frage danach explizit von Monica gestellt.

Aber ich denke, dass man sich noch in der Findungsphase befindet. Auch denke ich, das man somit etwas langsamer vor gehen sollte.

Gruß
Mathias
 
Hallo zusammen,
Man muss auch noch den Lichtverlust durch
die Reflexion bei Spiegelteleskopen berücksichtigen. Die Firma Baader Planetarium hat da mal eine Rechnung veröffentlicht, bei der beim C8 herauskam, dass es in etwa einem 140 mm Refraktor entspricht, was die Bildhelligkeit angeht.
Der Beitrag hieß: Abenteuer im Refraktorland; soweit ich mich erinnere. Ist schon lange her.
Bei den modernen Beschichtungen und Vergütungen mag der Verlust etwas geringer sein.
Gruß Michael
 
Guten Morgen,

vielen Dank für die Reaktionen.
Ich taste mich an die Entscheidung heran, mit welchem Instrument ich künftig visuell beobachten möchte:

1. Mein C5-Spektiv plus Kauf einer passenden Montierung. Das wurde schon diskutiert.
oder:
2. Kauf eines NexStar C6
oder:
3. Kauf eines NexStar C8
oder:
4. Kauf eines C8 auf einer Fusion-Montierung von Skywatcher. Die Montierung Evolution ist mir zu kostspielig.

Die Entscheidung hierüber, lieber Mathias, findes Du in keinem Astronomiebuch.
Da bin ich doch sehr dankbar für die Kommentare, die Erfahrungen aus der Praxis schildern.
Die Tabelle, die Peter gepostet hat, sehe ich so zum ersten Mal und ist sehr hilfreich. Diese Information
habe ich auch gesucht. In welchem Astronomiebuch ist die zufinden? Bei Thalia habe ich dieses Buch noch nicht gesehen.
Astronomiebücher gleichen sich wie ein Ei dem Anderen. Theorie ist unerläßlich und macht Spaß sie zu lesen, kann aber
die Erfahrungen aus der Praxis nicht ersetzen. Zur Zeit lese ich das Buch "Licht vom Rande der Welt" von Rudolf Kippenhahn.
Die Astrophysik ist eine spannendes Thema.

Der Tabelle von Peter entnehme ich:
Ein C6 entspricht einem Refraktor mit einer Öffnung von 99mm.
Ein C8 entspricht einer Refraktoröffnung von 132 mm.

Das ist eine theoretische, rein rechnerische Betrachtung. Welcher Bildeindruck würde ein Vergleich
der Instrumente, z. B. am Kugelsternhaufen M13, ergeben?
Welches der genannten Instrumente liefert den Anblick mit dem Wow-Effekt?
Refraktor oder die Celestron-Spiegelteleskope C6 bzw. C8?

Ich wohne am Rand einer Großstadt am linken Niederrhein. Die Milchstrasse kann ich nur erahnen.
Das Sommerdreieck und die hinteren Sterne des Schwans sehe ich auch noch. Um Albireo zu finden
muß ich mich schon anstrengen. Deshalb soll es eine AZ-GoTo-Montierung sein.
Saturn habe ich gestern Abend gesehen. In dem C5-Spektiv sehe ich ein rundes Scheibchen und die Ringe
als kleine weiße Striche links und rechts.
Hilft bei solch einem Himmel ein C6 oder ein C8? Oder soll ich das visuelle Beobachten bei diesen Bedingungen
doch lieber abhaken und mich auf das C5 beschränken?

Besser sieht es mit den Bedingungen am Tegernsee aus. Damit würde ich mich aber auf das Beobachten
während eines 3-wöchigen Urlaub beschränken. Auch dort muß das Wetter mitspielen.

Nehme jetzt mal an, dass das Diskutieren in diesem Forum eine Freizeitbeschäftigung ist.
Ich möchte niemandem die Zeit stehlen. Wer nicht antworten möchte, muß es doch nicht machen.
Jedenfalls habe ich von Euren Berichten schon vieles mitnehmen können und komme einer Entscheidung
immer näher. Dafür bedanke ich mich sehr herzlich!

Grüsse von Monica
 
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Hallo Monica,

unabhängig von der Bauart des Teleskops gilt immer "Aperture rules" - je mehr Öffnung, desto besser. Davon profitieren sowohl die Anblicke von Planeten, weil das Auflösungsvermögen der größeren Optik besser ist als auch Deep Sky Objekte, weil mehr Licht gesammelt werden kann.

Praktisch bedeutet das: besorge Dir das größte Teleskop, das Du bequem transportieren und handhaben kannst.
Bedenke dabei, das Budget für Zubehör wie vor allem gute Okulare einzuplanen.

Ich kann zuhause im Garten die Milchstraße meistens nicht sehen, aber die visuelle Beobachtung macht mir trotzdem Spaß. Allerdings habe ich gute Auswahl: ein 80/600 Refraktor, ein C8 und ein 12" Dobson sind schnell parat. Das C8 benutze ich hauptsächlich für Aufnahmen (Mond, Planeten, Deep Sky). Visuell könnte ich darauf verzichten, weil sich der 80er und der "große Eimer" hervorragend ergänzen.

Vielleicht wäre das C5 auf einer kleinen Montierung sehr gut mit einem größeren Dobson zu ergänzen, wenn Du überwiegend schauen möchtest. Aber ich würde erst mal mehr mit dem C5 machen und mit der gewonnenen Erfahrung wirst Du dann auch rausfinden, ob/was Du mehr möchtest. Ein wirklich gutes Fernglas ist z.B. auch immer ne coole Sache.

Wenn Du an Fotos denkst: da steckt wesentlich mehr dahinter als "nur" die passende Ausrüstung. Die notwendige Bildverarbeitung mit allem Drum und Dran zu verstehen, ist eine ernstzunehmende Herausforderung. Bis man fotografisch zu "schönen" Ergebnissen kommt, muss man viel lernen und meistens auch ziemlich viel Geld ausgeben. Will sagen, das will überlegt sein. Ich bin erst nach mehr als 30 Jahren visueller Beobachtung ins "Fotogeschäft" eingestiegen. Wenn man sich reinfuchst, macht es aber auch ne Menge Spaß! Sonst wäre es auch nix für mich ;-)

Hier ist auch immer der "Standard-Ratschlag" sinnvoll: suche Kontakte zu Volkssternwarten oder Leuten mit Teleskopen in Deiner Gegend und schaue durch, löchere sie mit Fragen und bewerte das ganz in Ruhe für Dich.

Viele Grüße
Tom
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Monica,

Sehr schön, dass du dich mit der Materie so eingehend beschäftigst. Das hilft eventuellen (gravierenden) Fehlentscheidungen vorzubeugen.

In welchem Astronomiebuch ist die zufinden? Bei Thalia habe ich dieses Buch noch nicht gesehen.

Diese Formel (neben anderen) findest du eher in Büchern zu Fernrohroptiken und Teleskopen. Beispiel „Star Testing Astronomical Telescopes“ von H.R. Suiter.
Ist aber keine ganz einfache „Kost“.

Welcher Bildeindruck würde ein Vergleich
der Instrumente, z. B. am Kugelsternhaufen M13, ergeben?
Welches der genannten Instrumente liefert den Anblick mit dem Wow-Effekt?
Refraktor oder die Celestron-Spiegelteleskope C6 bzw. C8?

Ehrlich gesagt am Stadtrand gibt es bei M13 mit keinem der Teleskope einen wirklich fantastischen Wow-Effekt. Den bekommst du visuell nur mit deutlich größeren Teleskopen. Ist aber Ansichtssache. Verglichen mit einem sehr kleinen Teleskop oder Fernglas hast du mit einem ausgekühlten, optisch sehr guten C8 durchaus so etwas wie einen Wow-Effekt, der begeistern kann. Hier gilt: Je mehr Öffnung und je dunkler der Himmel desto mehr „wow“.

Der Tabelle von Peter entnehme ich:
Ein C6 entspricht einem Refraktor mit einer Öffnung von 99mm.
Ein C8 entspricht einer Refraktoröffnung von 132 mm.

Hierbei handelt es sich um den sogenannten „Kontrastdurchmesser“, der aber nur einen ungefähren Anhaltspunkt beim Vergleich von Spiegelteleskopen mit Obstruktion und Refraktoren ohne Obstruktion liefert. Dies wird meist zur Planetenbeobachtung herangezogen. Ein C8 hat mit Abzug der Obstruktion durch den FS und der Reflexionsverluste einen effektiven Durchmesser von ca. 170 mm (je nach Reflexionsfähigkeit der Spiegelvergütung).

Hilft bei solch einem Himmel ein C6 oder ein C8? Oder soll ich das visuelle Beobachten lieber abhaken und mich auf das C5 beschränken?

Bezüglich der Planetenbeobachtung steht und fällt die Beobachtung mit dem Seeing. Bei sehr gutem Seeing zeigt ein C8 beispielsweise schon einiges an Saturn.

Viele Grüße
Werner
 
Welcher Bildeindruck würde ein Vergleich
der Instrumente, z. B. am Kugelsternhaufen M13, ergeben?
Welches der genannten Instrumente liefert den Anblick mit dem Wow-Effekt?
Refraktor oder die Celestron-Spiegelteleskope C6 bzw. C8?
Bei Kugelsternhaufen zählt vor allem die Auflösung und die schiere Öffnung. Je größer, desto besser. Da sind Spiegeloptiken einem kleinen Refraktor allemal haushoch überlegen. Aber einen Wow-Effekt liefert der Sprung vom C5 zum C6 sicher nicht, eher schon das C8.

Gruß, Peter
 
Hallo Monica,

da waren andere schneller :), mit den Erklärungen :y:.

Die Entscheidung hierüber, lieber Mathias, findes Du in keinem Astronomiebuch.
hat auch niemand so gesagt.
Es geht um das Grundwissen, was ein Teleskop, eine Monierung, ein Okular usw. aus macht. Das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten.
Da gibt es einiges an Literatur. Kann da mal meine Liste durchforsten.

Zur Zeit lese ich das Buch "Licht vom Rande der Welt" von Rudolf Kippenhahn.
Die Astrophysik ist eine spannendes Thema.
dieses und auch andere Themen gehören auch zur Astronomie. Unbesehen, aber bei der Entscheidung ein Teleskop für seine Ansprüche zu finden ...

Das ist eine theoretische, rein rechnerische Betrachtung. Welcher Bildeindruck würde ein Vergleich
der Instrumente, z. B. am Kugelsternhaufen M13, ergeben?
Welches der genannten Instrumente liefert den Anblick mit dem Wow-Effekt?
da hast Du vollkommen recht, eine theoretische, rein rechnerische Betrachtung.
Was jetzt, um bei M13, den Wow- oder Aaahaaa- Effekt angeht, nun, da werden Dir sehrwahrscheinlich die unterschiedlichsten Schilderungen gegeben.
Von 'boah wie fad', bis 'hat mich vom Hocker gehauen' und das obendrein noch durch verschiedene Teleskope.
Das gleiche bei Planeten. Der eine harkt die recht schnell ab und der Nächste beschäftigt sich ein Leben lang damit.
Ich persönlich fand anfangs offene Sternhaufen arg fad. Änderte sich mit der Anschaffung eines anderen Teleskop, war aber für was anderes geplant. Mittlerweile lichte ich die mit EAA recht häufig ab.
Natürlich spielt das verwendete Teleskop eine Rolle, aber den Wow-Effekt empfindet jeder anders.

Alles andere ist erklärt worden.

P.S.
Ich bin mit meinem 150/750-er Newton und meinem C8 plus 0.63 Reducer auf Alt/AZ GoTo für EAA zufrieden.
Balkon, drei Laternen vor der Nase, Bortle 4 bis 5.
Kleiner Apo wäre noch schick, aber das wird sich noch was hin ziehen.

Gruß
Mathias
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Monica,

Meinen ersten persönlichen WOW-Effekt hatte ich bei der Beobachtung von Saturn und Jupiter mit einem 4" MAK. Dann kam lange nichts mehr. Das nächste was mich begeisterte war eine M 81 Beobachtung mit dem C8, mit dem ich auch einmal das Glück hatte, den Mars bei sehr gutem Seeing zu erwischen. Noch einmal Glück hatte ich mit der Beobachtung von M 31 in Südfrankreich mit einem 120/600 Achromaten von Skywatcher.

Dazwischen war eigentlich immer die Suche nach dem was mich befriedigt, denn so richtig zufrieden wurde ich mit der visuellen Astronomie nicht. Erst EAA hat bei mir wirklich den WOW Effekt ausgelöst, der mich nun seit einigen Jahren bei der Stange hält. Ein WOW-Effekt, der seither ungebrochen anhält.

Das soll keine Werbung für EAA sein, sondern der Hinweis, dass Du Deinen Lieblingsbereich in der Astronomie selbst finden musst. Öffnung ist zwar hilfreich aber nicht unbedingt das entscheidende Kriterium, um die eigene Leidenschaft zu wecken.

Manche hier freuen sich an Starhopping, andere daran, mit möglichst großen Spiegeln an dunklen Standorten schwache DSO auszumachen. Dann gibt es die Astrofotografen, die sich mit 'Projekten' beschäftigen und die tollsten Fotos zustande bringen. Und neuerdings eben auch die EAAler, die irgendwo dazwischen 'Schappschüsse' machen oder nächtelang den Himmel mit der Kamer nach Objekten abgrasen.

Egal wie gründlich Du recherchierst, erst der Blick durchs Okular oder der Umgang mit dem Gerät wird Dir zeigen, ob Dir die Sache mit dem gewählten Setup liegt oder nicht.

CS.Oli
 
Übrigens: visuelle Beobachtung ist auch eine Übungssache! Ich sehe heute mit dem 80 mm Apo Refraktor mehr als früher mit dem C8. Auch das solltest man bedenken!
 
Hallo Monica,

lange habe ich hier nur mitgelesen und mich aus der Diskussion herausgehalten. Jetzt rate ich dir, erst ein mal dein C5 weiter auszunutzen.

Vorteile:
Du hast es bereits.
In Bezug auf Okulare ist es mit seinem Öffnungsverhältnis völlig gutmütig; es gibt also keinen Grund hunderte Euro in Okulare zu stecken.
Es ist kompakt; meines betreibe ich meistens auf einer Porta Montierung.
Durch die Art der Fokussierung kommt man mit allem möglichen (2 Zoll Zenit Prisma, Bino Ansatz etc.) an das scharfe Bild.

Nachteil: Man muss sich ein wenig rechtzeitig überlegen, dass man beobachten will, damit es Zeit zum Auskühlen bekommt.

In meiner Jugend habe ich eigentlich immer aus der Wiesbadener Innenstadt mit 60mm oder weniger Öffnung beobachtet. Trotzdem habe ich ein halbes Jahrhundert später noch immer Bildeindrücke von damals als unvergesslich im Kopf. Das heißt, auch von deinem Standort aus ist Freude an visueller Beobachtung möglich. Das hängt nicht primär vom ausgegebenen Geld ab!

CS und weiter viel Freude an unserem schönen Hobby Gerhard
 
Hallo Monica.

Weil du gefragt hast mit welchem der Teleskope du am meisten "Wow Effekt" bekommst, und auch weil bisher vor allem technische Zusammenhänge erörtert wurden, möchte ich aus Sicht der Beobachtungs-Einflüsse ergänzen....

Den "Whow Effekt " nur an der Öffnung und der Auflösung festzumachen greift aus meiner Sicht zu kurz.
Am Beispiel Planetenbeobachtung bei Sternführungen in den ersten Abend- Nachtstunden zeigt sich immer wieder das auch mit großen Teleskopen die Besucher zwar zufrieden, aber nicht unbedingt geflasht sind vom Anblick.

Kaum einer ist aber bereit, wenn man darauf hinweist: " in ein / zwei Stunden werden die Bedingungen besser, und es lässt sich dann mehr erkennen", da drauf zu warten....

In der selben Nacht, um ca 3 Uhr, ist man aber schon vom Bild in einem 75mm Refraktor erstaunt, hat ein "Whow Erlebnis " erster Güte.
Weil hier plötzlich die Luft extrem ruhig und klar ist, und man bis 0,5mm AP vergrößern kann, und plötzlich im kleinen Teleskop schöne Strukturen am Saturn und messerscharf die Ringe sichtbar sind..

Ist mir heuer im September mehrfach am Morgen zw. 3 und 5 Uhr passiert, und die Antwort von Vereinskollegen auf meinen Hinweis war durch die Bank "um die Zeit schlafe ich doch".

Will sagen: zum größten Teil hängt ein Whow Erlebnis auch von der Geduld und Ausdauer ab, auf die richtigen Bedingungen und Beobachtungszeiten zu warten bzw. sie zu nutzen.
Und da muss sich jeder selber einschätzen ob er / sie das machen möchte.

Sicher bin ich aber, man kann sich diese Erlebnisse nicht mit besserer / größerer Ausrüstung kaufen.
Meiner Meinung nach eins der wenigen "gerechten Dinge" im Leben ;-)

VG Hermann
 
Bei Kugelsternhaufen zählt vor allem die Auflösung und die schiere Öffnung. Je größer, desto besser. Da sind Spiegeloptiken einem kleinen Refraktor allemal haushoch überlegen.

Die Auflösung ist hier nicht das Problem.
Kugelsternhaufen sind durchaus groß genug um auch von kleiner Öffnung vollständig aufgelöst zu werden.
Was visuell ein Problem ist ist die Helligkeit und da hilft dann in der Tat mehr Öffnung.
Das die Auflösung selbst von recht kleinen 60mm Öffnung für Kugelsternhaufen völlig ausreicht beweisen Fotos wie dieses.


Wer also auch mit kleiner Öffnung einen Wow Effekt bei DS möchte der muss Fotos machen.
Besonders einfach geht das mit Smartteleskopen wie dem Seestar S50.

Grüße Gerd
 
'kontrastmäßig performed' müsste man korrekterweise sagen. Das Auflösungsvermögen wird nur durch die Öffnung bestimmt.

Das stimmt nur für einen 100% Kontrast zb. am Doppelstern.
Für schwächere Kontraste wie wir sie am Planeten vorfinden wird das Auflösungsvermögen vom Objektkontrast, der Kontrastübertragung der Optik (MTF) und der Kontrastschwelle unserer Augen bestimmt.
Sinkt der Bildkontrast für ein Detail bestimmter Größe unter die Kontrastschwelle unserer Augen dann können wir es nicht mehr erkennen und die Auflösungsgrenze ist für dieses Detail erreicht.
Die Auflösungsgrenze ist immer dann erreicht, wenn der Kontrast verlorengeht.

Die Kontrastübertragung ist für die Auflösung kontrastschwacher Details am Planeten also extrem wichtig.
Die Kontrastübertragung einer Optik mit Obstruktion ist für niedrige bis mittlere Ortsfrequenzen vergleichbar mit der Kontrastübertagung einer Obstruktionsfreien Optik welche um den Durchmesser der Obstruktion kleiner ist.
Damit ist hier auch das Auflösungsvermögen der Optik mit Obstruktion für schwache Kontraste am Planeten mit dem der entsprechend kleineren Obstruktionsfreien Optik vergleichbar.
Dieses Auflösungsvermögen ist nicht zu verwechseln mit dem Auflösungsvermögen bei 100% Kontrasten und dem Trennen von Doppelsternen.

Grüßen Gerd
 
Kugelsternhaufen sind durchaus groß genug um auch von kleiner Öffnung vollständig aufgelöst zu werden.
Was verstehst du denn unter "vollständig aufgelöst"?

Das erinnert mich an einen alten Beitrag zu M13 hier im Forum, in welchem die Erkennbarkeit von "Griesel" bis ins Zentrum als "vollständig aufgelöst" interpretiert wurde. Dabei handelt es sich aber nur um die Wahrnehmung einiger weniger Riesensterne. Das Gros der insgesamt 300 000 Sterne ist weit unterhalb der visuellen Grenzmagnitude typischer Amateuroptiken und im Zentrum stehen sie mit einem typischen Abstand von weniger als 1".

Heart_of_M13_Hercules_Globular_Cluster.jpg

Wikipedia

Ich zitiere mal meinen Kommentar von damals:

Trotzdem sind wohl einige Caveats bzgl. der Erkennbarkeit einzelner Sterne und zur Qualifizierung 'Auflösung bis ins Zentrum' angebracht:

(1) Wie aus dem bereits gezeigten photometrischen Plot hervorgeht, sind gerade mal 14 Riesensterne heller als mag 13, und etwa 40 sind heller als mag 14. Das ist dann im wesentlichen das Material, welches in kleinen und mittleren Optiken als Sternengriesel wahrgenommen oder sogar aufgelöst werden kann. Wenn in den Beobachtungsberichten teilweise von einer Auflösung bis ins Zentrum die Rede ist, dann handelt es sich immer um solche besonders hellen Riesensterne.

(2) Das Gros der insgesamt etwa 300 000 Sterne hat dagegen nur eine mittlere Magnitude von 18.5, also weit jenseits der visuellen Grenzmagnitude typischer Amateuroptiken. Außerdem stehen sie sehr dicht zusammen mit einem typischen Abstand von weniger als 1" im Zentrum. In kleinen Optiken erscheinen diese Sterne dann tatsächlich als diffuser akkumulierter Hintergrund. Eine visuelle Auflösung und Wahrnehnmung sämtlicher Sterne würde im Zentrum wohl schon eine Öffnung von 50" erfordern. Photographisch würde eine etwas kleinere Optik reichen, aber ein exzellentes Seeing von besser als 1" wäre in jedem Fall dafür nötig. Oder eben ein Space Telescope wie Hubble.

Es erscheint mir deshalb angebracht, etwas vorsichtiger und differenzierter mit solchen scheinbar selbstverständlichen Qualifizierungen wie 'aufgelöst bis ins Zentrum' zu verfahren, sonst redet man immer nur aneinander vorbei.


Gruß, Peter
 
Was verstehst du denn unter "vollständig aufgelöst"?

Das muss ich doch jetzt nicht wirklich erklären oder?
Auch wenn die Sterne 1“ Abstand haben reichen vergleichsweise kleine 138mm Öffnung um
das aufzulösen.
Es ist und bleibt die Helligkeit das Problem und nicht die Auflösung wie du behauptest.
Das bestätigt auch noch mal dein Zitat.

(2) Das Gros der insgesamt etwa 300 000 Sterne hat dagegen nur eine mittlere Magnitude von 18.5, also weit jenseits der visuellen Grenzmagnitude typischer Amateuroptiken. Außerdem stehen sie sehr dicht zusammen mit einem typischen Abstand von weniger als 1" im Zentrum. In kleinen Optiken erscheinen diese Sterne dann tatsächlich als diffuser akkumulierter Hintergrund. Eine visuelle Auflösung und Wahrnehnmung sämtlicher Sterne würde im Zentrum wohl schon eine Öffnung von 50" erfordern.

Die dort erwähnten 50“ also 1270mm Öffnung fürs visuelle sind wegen der Sternhelligkeit von 18,5 mag nötig und nicht wegen der 1“ Distanz für die wie gesagt das Auflösungsvermögen von lediglich 138mm also fast nur 1/10 der Öffnung völlig ausreichen würde.

Ich denke anhand dieser eindrucksvollen Zahlen sollte nun wirklich jedem klar sein das hier bei der Helligkeit der Sterne und nicht bei der Auflösung der Flaschenhals liegt.

Grüße Gerd
 
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