Hallo Wolfgang
wie forscht man nach was Astronomieprodukte vor, sagen wir mal 5 Jahren, gekostet haben?
das habe ich mich auch schon öfter gefragt, scheint schwierig, weil die Astroshops hier kein Archiv anbieten. Arikel, die sie nicht mehr im Sortiment haben findet man dann nicht mehr. Insbesondere bei Astrokameras finde ich das oft sehr schade, da man nicht mehr vergleichen kann. Astroshop und Teleskop-Experten machen da oft eine Ausnahme, da findet man auch ausgelaufene Artikel noch im Shop mit dem Hinweis "langfristig nicht mehr lieferbar". Finde ich gut.
Ich stelle manchmal fest, daß Gebrauchtwaren hier am aktuellen Neupreis angeboten werden.
Naja, die Frage mit den Preisen für gebrauchte Astrosachen ist ja auch schon in diversen Threads hitzig diskutiert worden, aber letztlich der Streit um des Kaisers Bart. Wie überall in Marktplätzen versucht jeder, seinen angebotenen Artikel gegen soviel Geld einzutauschen, wie es geht. Oft soll ja auch was Neues angeschafft werden und das Geld wird halt benötigt.
Ich staune manchmal aber auch, was einige für Preisvorstellungen haben. Da ich mein Equipment seit meinem Astroeinstieg sehr oft "umgebaut" habe, habe ich ganz viel gekauft und wieder verkauft um Neues zu kaufen. Meine Erfahrung ist halt: Glaubt man, sein (was auch immer) nach 2 Jahren für 80% vom aktuellen NP verkaufen zu können, so wird man schnell eines Besseren belehrt. Insbesondere in der aktuellen Situation sieht man in den Angeboten, dass viele Sachen seit Monaten angeboten werden, ohne einen Käufer zu finden. Derzeit sind meiner Erfahrung nach realistische Verkaufspreise eher zwischen 60 und 70% vom aktuellen NP anzusiedeln. Also um 70% zu bekommen muss man schon Glück haben.
Die derzeitige Absatzflaute scheint aber auch bei den Händlern angekommen zu sein, gibt es doch mittlerweile die Schnäppchen-Aktionen nicht mehr nur nuch zum ATT oder am Black Friday, sondern durchgängig. Und die Nachlässe sind inzwischen auch höher als vor 5 Jahren. Von daher ist der aktuelle NP eigentlich nicht mehr der "normale" Shop-Preis sondern eher 10% darunter anzusetzen.
Die Strategie beim Verkauf hängt dann aber auch noch davon ab, ob man das Geld braucht, also schnell verkaufen möchte oder ob man es vielleicht sogar behalten würde, ehe man es unter dem Wert weggibt, den es für einen selbst noch hat (gemäss der Devise "Haben ist wichtiger als Brauchen").
Meiner Meinung nach wird jeder ja wissen, ob er eine "Schmerzgrenze" hat und wenn ja, wo sie liegt. Welche Strategie er dann verfolgt, muss er selbst entscheiden. Er kann es natürlich gleich für diesen Wert einstellen und ist das Angebotene vielleicht schnell los. Er kann natürlich auch mit 80% vom aktuellen NP anfangen und dann täglich oder wöchentlich 5-10% runtergehen. Das Eine ist so legal, wie das Andere. Beides hat Vor- und Nachteile.
Ich selbst setze die Sachen eigenlich immer gleich mit meiner "Schmerzgrenze" ein. (Aktuell z.B. ein Skymax127, vor 2 Jahren gekauft mit dem Telrad-Sucher für ca 450,- Euro, ca 4-5x benutzt für 299,- Euro, das sind genau 57% vom aktuellen Neupreis und 2/3 von dem, was ich vor 2 Jahren tatsächlich bezahlt habe). Das ist ganz knapp über meiner Schmerzgrenze, für jemanden, der gerade plant sich das anzuschaffen, meiner Meinung nach ein echtes "Schnäppchen". Geht es dafür nicht weg, ist einfach aktuell niemand da, der es sich kaufen möchte. Und dann bleibt es halt im Schrank liegen, muss ja nicht gefüttert werden.
CS
und viele Grüße
Jürgen