Mittenmarkierung auf dem Fangspiegel - Offset oder geometrische Mitte?

Hallo Leute!
Ich möchte den Fangspiegel meines Skywatcher 150P Quattro in möglichst exakter Höhe unter dem OAZ justieren. Bislang hat das weder mit Cheshire oder REEGO-Universalkollimator und auch nicht mit SharpCap+Kamera zuverlässig geklappt, weil es bei einem F/4-Newton eben nicht so ist, dass alles konzentrisch zum OAZ und kreisrund aussieht. Daher möchte ich jetzt eine Mittenmarkierung anbringen, die ich dann genau auf die Mitte des Fadenkreuzes (=optische Achse) ausrichten kann.

1. Frage: Welches ist dafür die richtige Markierung: die geometrische Mitte oder der Offsetpunkt? (Der Fangspiegel ist bereits mit Offset aufgeklebt.)
2. Frage: Wie gross genau ist der Offset bei einem F/4 600 mm, 150mm Öffnung Teleskop und einem Fangspiegeldurchmesser (kleine Achse) von 64mm, den ich gemessen ab geometrischer Mitte auf der langen Achse Richtung Hauptspiegel auftragen muss?
 
Hallo
1) nicht auf die geometrische Mitte, sondern um den Offset versetzt. Die optische Achse (des Hauptspiegels) soll auf den um den Offset versetzten Punkt auf den Fangspiegel treffen. Dieser Punkt entspricht dann der Mitte des Okulars res. Kamera
2) Der Offset beträgt ca. 4mm. Das ist der achsparallele Abstand. Auf dem Spiegel - unter 45° - sind es dann 5.7mm

CS David
 
Hallo @dave
DANKE für deine exakte Antwort!!
Ich hatte mich durch falsche bzw missverständliche Aussagen im Internet verleiten lassen (chatgpt war auch dabei), die 4mm aufzutragen.
Und viele Justieranleitungen benennen die Zusammenhänge mit dem Offset für schnelle Newtons sträflicherweise gar nicht oder nur mangelhaft. Von wegen, der FS muss zentrisch unter dem OAZ zu sehen und kreisrund sein … mit SharpCap und Weitwinkelkamera erst recht nicht.
 
Mal eine Frage in die Runde, wie kann ich den Offset bei einem Skywatcher 200PDS ermitteln?

Vielen Dank und viele Grüße,

Günther
 
Hallo zusammen, gute Info gibt es dazu auch im ausgezeichneten Buch von David Kriege( Gründer von Obsession Telescopes): "The Dobsonian Telescope". Mit vielen Tabellen, Formeln und ganz konkreten Bauanleitungen.
CS Mike
 
... Offset ..., den ich gemessen ab geometrischer Mitte auf der langen Achse Richtung Hauptspiegel auftragen muss?
Hallo @dave und Profis, da kommt mir noch was komisch vor.
Ich habe das so versucht, aber dazu musste ich die Mittenschraube fast bis zum Anschlag reinschrauben und die HS-Reflektion ist bis ganz an den Rand des FS gerückt.
Muss ich das nicht GENAU UMGEKEHRT machen?! Also auf der langen Achse Richtung Öffnung auftragen!
Das ist dann genau die Stelle, an der auch die Halterung den mit Offset aufgeklebten FS von hinten hält.
 
Hallo Andreas
Hier eine kleine Skizze - die geometrischen Verhältnisse sind nich ganz masstäblich, der Grundgedanke ist jedoch gut zu sehen:

1779218400998.png


Die geometrische Mitte des Fangspiegels ist der Punkt 3 (die Streckenabschnitte s sind identisch). Dieser Punkt liegt um den Offset versetzt - weg vom OAZ - von der optischen Achse des Hauptspiegels. In deinem Fall sind es die 4mm. Im Normalfall ist der Spiegel um diesen Betrag versetzt auf dem Spiegelträger montiert. Punkt 2 ist die optische Mitte des Fangspiegels (Schnittpunkt der beiden optischen Achsen). Die Differenz von a-b ergibt Wurzel von 2 mal den Offset ( 1.414*4=5.7). Der längere Teil (a) schaut in Richtung Hauptspiegel, da der Durchmesser des fokussierten Strahls in Richtung HS immer grösser wird. Wenn vom Punkt 1 auf den Fangspiegel geschaut wird, erscheint (bei korrekter Ausrichtung - korrekt heisst in diesem Fall: Einblick um 45° auf den FS und nicht um die Achse des HS verdreht) der Fangspiegel immer als Kreis. Im Fangspiegel sieht du den Hauptspiegel als kleineren Kreis konzentrisch angeordnet. Wäre kein Offset vorhanden, dann erscheint der HS exzentrisch im FS. Solange er nich abgeschnitten wird, wäre das eigentlich kein Problem. Die Obstruktion wird blöderweise unnötig zu gross.....
Du kannst im Punkt 2 eine Markierung setzten (schwarzer Punkt mit Filzstift). Du schiebst den FS so weit in Richtung HS, bis die Markierung mittig OAZ erscheint. Das kann mit Konzenter oder Kamera (zB Ocal oder GuidingCam mit Objektiv) gemacht werden. Wenn du zwischen HS und FS ein weisses Blatt Papier einbringst, dann ist die Mittenmarkierung auf dem FS einwandfrei zu sehen.
Wenn du schreibst, dass du die Mittenschraube ganz eindrehen musst, dann wandert der FS nach rechts (die Fangspinne ist ja fix angeordnet) und du blickst eher auf die geometrische als auf die optische Mitte.
Ich hoffe, das hilft weiter.

CS David
 
Kleiner Nachtrag: optische Achse FS ist nicht ganz korrekt. Das ist die durch den FS umgelenkte optische Achse des HS.....
 
Hallo @dave ! Ja besonders deine Skizze hat mir sehr weitergeholfen. Da sieht man alles zweifelsfrei! So war es leicht, die korrekte Höhe des FS zu erreichen. Und die nachfolgenden Kollimationssschritte waren auf einmal schnell und leicht zu erledigen. :love:
 
Hallo,

Ich muss jetzt hier auch mal nachhaken, da jede Justageanleitung die es irgendwo gibt was anderes sagt.

Seeing1: Soweit ich verstanden habe kann der Fangspiegel NICHT rund justiert werden aufgrund des Offset sofern dieser am FS angebracht ist. Sollten die FS streben nicht mit Cheshire / Justierkamera übereinander liegen ist wohl die optische Achse verkippt.

Aber wie löst man das?


Backyarduniverse / Ocal: Alles wird zentrisch und möglichst deckungsgleich justiert. Fangspiegelspinne mit Fadenkreuz deckungsgleich, FS rund.

Bisher habe ich nach Backyarduniverse / Ocal justiert. Problem die Justage sieht nach jeder Nachjustage "anders" aus. Fangspiegel ist mal mehr rund mal weniger.

Die FS Spinne mit den Fadenkreuz vom Cheshire / Justagekamera deckungsgleich zu bekommen war bisher schlicht unmöglich bei mir.

Woran erkennt man eine Verkippte optische Achse und was macht man dagegen?

CS Vincent
 
Hallo!

Bin eigentlich Linsenfan, arbeite aber auf der Astrostation mit einem schnellen ASA Astrografen.

Mit dem Fangspiegel war es immer simpel, man benötigt eine billige Schublehre (duck und weg) alle 3 Justageschrauben mit dem selben Abstand, Fangspiegel um 90° drehen; Laser in den Okularauszug und Fangspiegel soweit verschieben nach vorne oder hinten bis der Laserstrahl über den Spiegel streift und als zarte Linie erkennbar ist. Danach wieder zurückdrehen und normal mit Laser justieren.
Absolut perfekte Ausleuchtung und punktförmige Sterne bis in die Ecken damit gehabt und nie Probleme mit Flats.

Bild mit ASA Astrograph!
 
Die FS Spinne mit den Fadenkreuz vom Cheshire / Justagekamera deckungsgleich zu bekommen war bisher schlicht unmöglich bei mir.
Hallo Thomas,

dann scheint die FS-Position in Längsrichtung nicht zu passen.
Die Methode von Josef finde ich gar nicht mal so schlecht wenn man keine Mittenmarkierung (Offset) hat. Setzt aber voraus das der FS beim Drehen um 90° keine Verkippung hat. Das Ausmessen der Länge über die Justageschrauben muss dann schon sauber passen.
Habe ich noch nicht probiert, aber einen Versuch wert.

CS,
Franz
 
Hallo zusammen,

die geometrischen Verhältnisse sollten ja jetzt klar sein. Eine entsprechende, richtig gesetzte Markierung auf dem FS unter Berücksichtigung des stimmigen Offsetwertes kann hilfreich sein, allerdings im Grunde nur bei offenen Systemen. Bei Newtonsystemen mit geschlossenem Tubus hilft einem diese Markierung kaum weiter, v.a. dann nicht, wenn man mit einem Laser diesen Punkt erwischen möchte.

In diesem Fall stellt ein Concenter o.ä. die Lösung für eine korrekte FS-Positionierung dar. Fehlerquellen:

- falsches oder kein Offsetmaß berücksichtigt (Auswirkungen v.a. bei schnellen Systemen)
- FS-Spinne oder FS-Halterung schlecht ausgeführt, d.h. es kann zu unerwünschten Verkippungen oder Verdrehungen kommen
- OAZ sitzt sichtbar schief auf dem Teleskoptubus und läßt sich nicht korrekt positionieren
- Justagetools sind fehlerhaft bzw. dezentriert
- OAZ-Hülsen oder Adapter sind unrund

Viele Grüße
Werner
 
Hallo noch mal!

Wie Franz es beschrieben hat, das mit den Schrauben, deshalb auch mein 1. Hinweis auf die Schublehre die ich dazu brauche! ;)
 
Ich Reihe mich mal in die Diskussion mit ein :)
Ich habe einen Lacerta 200/800 und möchte gern auch noch etwas optimieren. Bislang habe ich immer mit nem ocal justiert, was auch mehr oder weniger geklappt hat- aber Luft nach oben ist ja immer ;)

Nun die erste Frage : was genau bringt es mir, wenn die FS schon mit Offset aufgeklebt ist ? Wenn ich mir eine FS-Mittenmarkierung mache, orientiere ich mich beim Justieren an der, dann spielt es doch keine Rolle ob der FS mit offset aufgeklebt ist, oder ? Was bringt es mir aber, es zu wissen wenn ich keine Markierung habe ?


Nun zur anderen Frage - da habe ich mit einem Freund letztens auch bei seinem PDS gegrübelt, als wir mit den „Nimmervoll‘schen“ Justagewinkeln und ocal justieren wollten :
Muss der Fs mittig und kreisrund im Bild des Ocal (also diesen farblichen Kreisen) und die Spiegelung des HS ebenfalls mittig und kreisrund im ocal zu sehen sein?
Für unser Verständnis hätten wir in diesem Fall eigentlich den Offset „wegjustiert“ und in den Ecken keine schönen Sterne.

Ich hätte gesagt der FS muss exzentrisch, aber kreisrund im ocal zu sehen sein, die FS-Mittenmarkierung muss mittig im ocal sein, die Reflexion des HS muss mittig ind kreisrund sein?

Vielleicht kann mich einer aufklären
 
Nun zur anderen Frage - da habe ich mit einem Freund letztens auch bei seinem PDS gegrübelt, als wir mit den „Nimmervoll‘schen“ Justagewinkeln und ocal justieren wollten :
Muss der Fs mittig und kreisrund im Bild des Ocal (also diesen farblichen Kreisen) und die Spiegelung des HS ebenfalls mittig und kreisrund im ocal zu sehen sein?
Für unser Verständnis hätten wir in diesem Fall eigentlich den Offset „wegjustiert“ und in den Ecken keine schönen Sterne.
Jup die frage stelle ich mir ebenfalls.

Wenn ich bei mir mit Winkeln justiere ist der Fangspiegel alles, aber nicht rund.
 
Kurz zu den Winkeln: wenn der Newton (mechanisch) sehr präzise ist, dann funktioniert das. Leider sieht es in den meisten Fällen etwas anders aus: rechtwinklig ist nicht rechtwinklig, parallel ist nicht parallel, plan ist nicht plan usw.
Ich hab's bei meinem UNC 8-Zöller einmal mit der Schiebelehre gemacht. Meine Mittenmarkierung des Fangspiegels war dann markant nicht in OAZ-Mitte (seitlich versetzt zur optischen Achse). Der Carbontubus ist wohl das hochwertigste Teil an diesem Newton.... Die Blechspinne macht keinen wirklich vertrausnswürdigen Eindruck - das gefräste Teil liegt in Reichweite. Leider passt der Aussendurchmesser noch nicht ganz. Zurück zur Spinne: ist die wirklich mittig? Ist die Achse parallel zur Tubusachse? Wenn das Teil also irgendwie schräg im System ist, dann ist das für mich eine schlechte Ausgangslage, das als Basis für die eine fixe Distanz für den Fangspiegelträger zu nehmen. Die Höhe des Fangspiegels stelle ich auf die Mitte des OAZ ein (mit der Zentralschraube und den beiden Einstellschrauben, die den gleichen Abstand zum OAZ haben). Der OAZ ist ja das Teil, wo das Okular oder die Kamera drauf kommt und das ist ein realer Fixpunkt. Ob man diese Justage mit Ocal, Konzenter, Filmdosendeckel mit Loch, Laser usw macht, spielt grundsätzlich fast keine Rolle. Ok, die Filmdosendeckel-Varaiante würde ich jetzt nicht bevorzugen.... Mit dem Laser geht das natürlich auch. Es erfordert einen geübten Blick. Ich bevorzuge die Kameravariante. Ok, das ist der Grund, dass ich keine Einstellplättchen für den FS verwende.
BTW: der OAZ kann auch schief auf dem Tubus sein, das funktioniert auch - das muss nicht senkrecht justiert werden. Nachteil: der FS kann geometrisch nicht optimal genutzt werden - er erscheint als Ellipse und der HS als Kreis. Wenn man einen (zu) grossen FS hat, ist das (fast) kein Problen. Nachteil: zu grosse Obstruktion. Das will man ja auch nicht haben.
Ok - soweit so gut... Weiteres wird (vermutlich) noch folgen.

CS David
 
Ich Reihe mich mal in die Diskussion mit ein :)
Ich habe einen Lacerta 200/800 und möchte gern auch noch etwas optimieren. Bislang habe ich immer mit nem ocal justiert, was auch mehr oder weniger geklappt hat- aber Luft nach oben ist ja immer ;)

Nun die erste Frage : was genau bringt es mir, wenn die FS schon mit Offset aufgeklebt ist ? Wenn ich mir eine FS-Mittenmarkierung mache, orientiere ich mich beim Justieren an der, dann spielt es doch keine Rolle ob der FS mit offset aufgeklebt ist, oder ? Was bringt es mir aber, es zu wissen wenn ich keine Markierung habe ?


Nun zur anderen Frage - da habe ich mit einem Freund letztens auch bei seinem PDS gegrübelt, als wir mit den „Nimmervoll‘schen“ Justagewinkeln und ocal justieren wollten :
Muss der Fs mittig und kreisrund im Bild des Ocal (also diesen farblichen Kreisen) und die Spiegelung des HS ebenfalls mittig und kreisrund im ocal zu sehen sein?
Für unser Verständnis hätten wir in diesem Fall eigentlich den Offset „wegjustiert“ und in den Ecken keine schönen Sterne.

Ich hätte gesagt der FS muss exzentrisch, aber kreisrund im ocal zu sehen sein, die FS-Mittenmarkierung muss mittig im ocal sein, die Reflexion des HS muss mittig ind kreisrund sein?

Vielleicht kann mich einer aufklären
Ich kann dir hier das Manual zum OCAL empfehlen. Download über die Nocutec Seite. Hierin wird sehr schön Schritt für Schritt erklärt wie man vorgeht und auf was zu achten ist und auf was weniger.

CS,
Franz
 
Ich kann dir hier das Manual zum OCAL empfehlen. Download über die Nocutec Seite. Hierin wird sehr schön Schritt für Schritt erklärt wie man vorgeht und auf was zu achten ist und auf was weniger.

CS,
Franz
Die Anleitung kenne ich, habe mich bislang auch grob an diese gehalten. Einige Punkte finde ich dabei jedoch unverständlich und habe ich bislang immer etwas "abgewandelt"._affeaugen:
In der Anleitung wird z.B in Schritt 9 der Winkel des FS geändert, um ihn kreisrund abbilden zu können.
Wenn man sich diverse andere Anleitungen ansieht, z.B. Von Nimmervoll , braucht - und soll- man aber den Winkel gar nicht verstellen, da der FS ja bereits im korrekten Winkel von 45° aufgeklebt ist. Würde ich den Winkel erneut verstellen, würde ich ja da den Offset herausjustieren - oder verstehe ich das falsch ?:unsure:

Oder ist das genau dass, was @dave oben meinte, dass die mechanische Fertigung nicht zu 100% stimmen könnte und man dass dann mit der Einstellung des Winkels korrigieren muss ?

CS
Patrick
 
Die Anleitung kenne ich, habe mich bislang auch grob an diese gehalten. Einige Punkte finde ich dabei jedoch unverständlich und habe ich bislang immer etwas "abgewandelt"._affeaugen:
In der Anleitung wird z.B in Schritt 9 der Winkel des FS geändert, um ihn kreisrund abbilden zu können.
Wenn man sich diverse andere Anleitungen ansieht, z.B. Von Nimmervoll , braucht - und soll- man aber den Winkel gar nicht verstellen, da der FS ja bereits im korrekten Winkel von 45° aufgeklebt ist. Würde ich den Winkel erneut verstellen, würde ich ja da den Offset herausjustieren - oder verstehe ich das falsch ?:unsure:

Oder ist das genau dass, was @dave oben meinte, dass die mechanische Fertigung nicht zu 100% stimmen könnte und man dass dann mit der Einstellung des Winkels korrigieren muss ?

CS
Patrick
Hallo Patrick,

das ist meiner Meinung nach schon korrekt beschrieben. Je nach Öffnungsverhältnis mag das nicht immer so feingranular notwendig sein.
Die kleinen Winkelanpassungen am FS werden den Offset nicht ändern. Der ist ja mechanisch durch den Versatz beim Aufkleben des FS auf dem FS-Träger fest vorgegeben.
Letztendlich ist es ein iterativer Prozess zwischen FS und HS Justage der schon mal 3 Loops benötigen kann bis es passt.
Wie gesagt bei einem entspannteren Öffnungsverhältnis von f5 oder höher ist das wesentlich einfacher.

CS,
Franz
 
Nun die erste Frage : was genau bringt es mir, wenn die FS schon mit Offset aufgeklebt ist ? Wenn ich mir eine FS-Mittenmarkierung mache, orientiere ich mich beim Justieren an der, dann spielt es doch keine Rolle ob der FS mit offset aufgeklebt ist, oder ? Was bringt es mir aber, es zu wissen wenn ich keine Markierung habe ?
Hi Patrick,
mit dem Offset wird lediglich deine Bildausleuchtung optimiert. Wäre der Fangspiegel exakt mittig auf die FS Halterung angebracht, hättest du eine sehr unausgeglichene Vignette deines Rohbildes: Ein Seite wäre am Rand gut ausgeleuchtet, der andere Seite am Rand dunkel. Wäre der Fangspiegel auf einer Schiene am FS Halter befestigt, könnte man so die Ausleuchtung variabel verändern, ohne dass sich die Justage verändert.
Zu deiner Frage zur Mittenmarkierung (mit Offset) und zum bereits mit Offset aufgeklebtem Fangspiegel...Beides gleichzeitig hebt sich dann wieder auf. Bei aufgeklebtem Offset sollte die Mittenmarkierung auf der FS Mitte liegen. Ist der FS ohne Offset aufgeklebt, muss die Mittenmarkierung den Offset bekommen.

Zur Justage.
Wie Dave schon geschrieben hat, ist das mit Justagewinkeln zwar eine schöne Idee, setzt aber voraus, dass alles mechanisch einwandfrei, mittig und wo notwendig rechtwinklig ist. Sobald bspw. das Auszugsrohr in deinem Octo minmal schräg läuft, hast du eine Ablage. Diese Ablage justierst du ja durch eine minimale Schrägstellung des FS wieder raus. Mit Justagewinkeln ist dieser Freiheitsgrad starr, so dass gar keine Chance hast, die mechanischen Unzulänglichkeiten über die FS Justage auszugleichen.

Ich justiere mit dem Ocal (Version3) wie folgt:
1. Sicherstellen, dass der Ocal wirklich zentrisch eingestellt ist. Sehr gut geht das bspw. mit dem SH Col Rotator (falls du den nicht hast, kann ich dir gern leihen). Wichtig ist, hier den Ocal inkl. Koma Korrektor zu justieren.

2. Den Ocal mit Korrektor in den OAZ einsetzen. Den Ocal so rotieren, dass du mit der FS Schraube, die den FS auf der Längsachse kippt, dein Ocal Bild auf dem Monitor nach links oder nach rechts "verschiebst". Genaugenommen die Mittenmarkierung des Hauptspiegels. Ich hoffe, das ist verständlich ausgedrückt.
Ziel ist es, möglichst definiert und reproduzierbar bei der Justage vorzugehen. Und das du direkt siehst, welche Schraube welchen Effekt hat.

3. Nun richtest du den ersten Ocal Kreis an der Innenkante des Korrektors aus. Im Idealfall musst du die hierfür nicht die x,y Werte für den Ocal Offset verstellen, sondern bei 0 lassen. +/- 1 oder 2 ist auch noch ok.

4. Anschließend stellst du die Höhe des FS korrekt ein. Wenn vorhanden, Höhe auf die FS Mittenmarkierung einstellen.
Zur besseren Sichtbarkeit legst du ein Stück Papier in den Tubus. Zweiten Ocal Kreis einblenden und auf die Größe der FS Spiegelfläche einstellen. Anschließend über die 3 FS Schrauben den FS justieren, bis der FS kreisrund erscheint. Durch den FS Offset, fluchtet der Ocal Kreis nur seitlich mit der FS Spiegelfläche. Oben bzw. unter steht der Ocal Kreis über die FS Spiegelfläche (bzw. es fehlt etwas). Nun einfach den Ocal Ofset verstellen, bis die FS Spiegelfläche komplett kreisrund erscheint.
Falls das noch nicht der Fall ist, minimmal nachjustieren.
Ocal Offset wieder auf den Ausgangswert zurückstellen!

5. Papier aus dem Tubus nehmen. Ocal Fadenkreuz einblenden. Jackpot, wenn Ocal Fadenkreuz, FS Mittenmarkierung und HS Mittenmarkierung bereits fluchten.
Wahrscheinlich musst du aber Punkt 4 wiederholen und die FS Höhe nochmal verändern. Hier am besten ohne Papier im Tubus, damit du die HS Markierung im Blick behälst. Wenn dann die Höhe passt:
Nach Möglichkeit jetzt nur noch mit der FS Schraube für die Längsachse justieren und versuchen, die HS Mittenmarkierung über Drehen des FS Sockels in die Deckung mit dem Ocal Fadenkreuz zu bekommen. Damit du den Sockel rotieren kannst, musst du die anderen beiden FS Justageschrauben minimal lösen.
Vorteil dieser Methode ist, dass du den FS nicht mehr seitlich verkippst, sondern nur noch minimal über die Längsachse. Wichtig ist, dass der FS nach Punkt 5 immer noch kreisrund erscheint (wenn du hierbei nochmal kurz ein Stück Papier in den Tubus hälst).

6. Nun noch den HS justieren, bis der Ocal Sensor mit der HS Mittenmarkierung fluchtet.

Noch eine Anmerkung: Bei meinem Lacerta fluchten die FS Spinnenbeine nicht mit Ocal Fadenkreuz. Lediglich eine der beiden Achsen. Ich habe dennoch runde Sterne
:)

Viele Grüße,
Tobias
 
Zuletzt bearbeitet:
Zu deiner Frage zur Mittenmarkierung (mit Offset) und zum bereits mit Offset aufgeklebtem Fangspiegel...Beides gleichzeitig hebt sich dann wieder auf. Bei aufgeklebtem Offset sollte die Mittenmarkierung auf der FS Mitte liegen. Ist der FS ohne Offset aufgeklebt, muss die Mittenmarkierung den Offset bekommen.
Das klingt für mich verwirrend, wenn nicht sogar falsch. Mit der Skizze von @dave in Post #9 wird es klar: für die Kollimation relevant ist in jedem Fall die optische Achse des Fangspiegels, nicht seine geometrische Mitte! Denn die optische Achse des FS bei einem schnellen Newton wird immer bewusst um den Offset versetzt, um eine optimale Ausleuchtung zu erhalten. Es ist egal, ob der FS schon so aufgeklebt wird, oder durch Versatz der Fangspiegel-Halterung entsprechend versetzt wird. Als Referenz für die Mittigkeit (Konzentrizität) zum OAZ (auch als korrekte Höhe bezeichnet) wird immer der Offset-Punkt genommen!
 
Und auch dies habe ich gelernt: Die Fangspinnenarme können wegen des Offset nicht beide vollständig mit dem Fadenkreuz in Deckung gebracht werden! Der Fangspinnenarm auf der kleinen Achse des FS ist am Ende um den Offset versetzt zum Fadenkreuz zu sehen!
 
Hallo Andreas,

sorry, ich möchte natürlich keine zusätzliche Verwirrung reinbringen. Dave hat das in der Tat super aufgemalt.
Denn die optische Achse des FS bei einem schnellen Newton wird immer bewusst um den Offset versetzt, um eine optimale Ausleuchtung zu erhalten.
Korrekt. Wie oben geschrieben, optimierst du mit dem Offset die Ausleuchtung.
Als Referenz für die Mittigkeit (Konzentrizität) zum OAZ (auch als korrekte Höhe bezeichnet) wird immer der Offset-Punkt genommen!
Ebenfalls korrekt.
Entscheidend sind dann die nachfolgenden Justageschritte, um in allen Ecken Runde Sterne zu erhalten.
Zum Thema Newton Design hat Mel Bartels eine schöne dynamische Website entwickelt. Dort kann man mit verschiedenen Fangspiegelgrößen, Brennweiten, F-ratio etc. spielen.
Ist ganz interessant. Auf der Basis habe ich auch den Offset Punkt für meinen nachgerüsteten Antares Fangspiegel festgelegt.
Hier der Link: Newtonian Reflecting Telescope Designer (dort unter dem Menüpunkt "Diagonal").

Viele Grüße,
Tobias
 
Und auch dies habe ich gelernt: Die Fangspinnenarme können wegen des Offset nicht beide vollständig mit dem Fadenkreuz in Deckung gebracht werden! Der Fangspinnenarm auf der kleinen Achse des FS ist am Ende um den Offset versetzt zum Fadenkreuz zu sehen!
Der Meinung war ich bis vor kurzem auch. Allerdings bin ich mir da nicht mehr so sicher
:)
Folgender Gedanke:
1. Ich schaue mittig durch den OAZ des justierten Newton. Dann sehe ich die HS Mittenmarkierung, in der sich wiederum die Pupille meines Auges spiegelt.
2. Wenn ich anschließend die Höhe des Fangspiegels ändere (und damit den Offset verschiebe) - ohne die Justage zu verändern - sehe ich immer noch mittig die HS Mittenmarkierung in der sich die Pupille meines Auges spiegelt.

Zurück zu den Fangspiegelstreben. Wenn ich mit dem obigen Gedankenexperiment den Offset verändere, sollte das keine Auswirkung auf die Spiegelung der Fangspiegelbeine haben.
Ich würde daher mittlerweile auf eine mechanische Ungenauigkeit im Newtonsystem tippen, wenn Fadenkreuz und Fangspiegelspinne nicht vollständig fluchten.

Die anderen Newtonexperten hier im Forum haben dafür sicher auch eine gute Erklärung.
 
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