Ich habe mich am Wochenende mit der Kollimation per Kamera beschäftigt und dachte mir meine Erkenntnisse hier zu teilen.
Insbesondere hatte ich mir das Video von Daniel Nimmervoll (
Newton Teleskop kollimieren / justieren mit Hilfe einer OCAL oder EasyCol Kamera) angesehen in dem mittels Ausrichtung auf die Fangspiegelspinne die richtige Position des Fangspiegels bestimmt wird. Ich konnte zunächst nicht nachvollziehen wie das Verfahren funktioniert, also fängt man an zu malen. Man kennt das Bild aus anderen Publikationen bereits. Hier möchte ich lediglich derauf hinweisen, dass die optische Achse des HS durch die Mitte der Fangspinne verläuft, so denn der FS mit dem korrekten Offset auf seiner Halterung sitzt. Zur Verdeutlichung habe ich den geometrischen Mittelpunkt des FS mit einem roten Punkt markiert.
Sitzt nun der FS nicht an der richtigen Position ergibt sich nach Kollimation z.b. per Laser folgendes Bild.
In diesem Fall habe ich das Zentrum des OAZ auf das geometrische Zentrum des FS fallen lassen.
Eine Laser trifft nun den FS zu tief, unterhalb der optischen Achse des HS.
Man wird während der Kollimation nun den FS verkippen um mit dem Laser das Zentrum des HS zu treffen.
Der HS wird ebenso verkippt um dem Laser exakt auf dem gleichen Weg zurück zu schicken.
Die Ausrichtung des optischen System (Sensor, Korrektor, FS uns HS) ist untereinander perfekt.
Lediglich verläuft die optische Achse des HS weder mittig durch den Tubus, noch wird die Mitte der Fangspiegelspinne getroffen.
Daher dürften in diesem Zustand sehr gute Abbildungsleistungen möglich sein.
Evtl. ergebt sich eine minimale Vignetierung.
Die ich mitlerweile aber schon recht viel am FS rumgefummelt hatte, wollte ich dessen Position wieder einrichten.
Mit den mir gegebenen Mitteln scheint mir die Justage per Kamera am genauesten.
Ich wollte den FS nicht ausbauen um ihn zu vermessen und eine Makrierung darauf anzubringen.
Zumal die Markierung, die der Laser treffen muss, nicht in der geometrischen Mitte liegt.
Also fing ich an den Abstand zwischen Fangspiegelhalterung und Fangspiegelspinne zu variieren bis ich nach Kamera-Kollimatiom folgendes Bild ergab.
Die Spinnenarme treffen die Mittenmarkierung der Kamera.
Ein Blick auf den Fangspiegel selbst zeigt, dass der er bei diesem Kollimationsverfahren nicht kreisrund im OAZ/Kamerabild erscheint.
Ich habe durchaus versucht ihn kreisrund zu positionieren, dann ist aber eine Kollimation nicht möglich.
Ach ja, der der Backfokus meines Komakorrektors wird mit 55 +-1 mm angegeben.
Ich nutze derzeit eine Canon Kamera mit EF-Flansch, der 44mm Auflagemaß hat.
Es bleiben also noch 11mm für den Adapter.
Mein Adapter ist der von Omegon mit einer optischen Länge von 9,8 mm.
Damit bin ich also leicht "out of spec".
Habt ihr Erfahrungen wie stark sich hier Abweichungen auswirken?
Kommt es auf ein Zehntel an?
Abhilfe wurde bestellt und ist bereits unterwegs ;-)
Da ich nun denke eine gute Grobjustage erreicht zu haben, warte ich die nächste klare Nacht für weitere intra- und extrafokale Aufnahmen eines Sternenfeldes.
Ich bin gespannt auf die Ergebnisse...