14" f3.8 Astrograph Projektvorstellung

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astro_alex80

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Hallo miteinander,

Achtung langer Text :)

Nachdem ich im Januar einen 10“ f4 Lacerta Fotonewton bestellt hatte, kam immer mehr der Gedanke auf, dass auch dieser - konzeptionell sehr gut gemachte Newton - kaum mein finales Teleskop sein wird. Kürzlich hatte ich dann einen 16“ f4 in der Hand, der mir aber mit 1.600mm Brennweite etwas zu lang und sperrig war.

Kurzum die Lacerta Bestellung storniert und jetzt also doch das Wagnis eines Selbstbau.

Hier wollte ich ursprünglich erst das fertige Teleskop vorstellen, da es jetzt jedoch in einiger Hinsicht ans Eingemachte geht, ist mir Eure Expertise und Feedback zum Design wichtig, zumal ich Teile, wie z.b. den Tubus, ja nicht beliebig oft nachordern kann/möchte, im Falle von irgendwelchen Schnitzern.

Hier die Rahmenparameter / Hardware soweit:
  • 14“ f3,8 (355mm, 1.350mm) Hauptspiegel, bestellt bei Astroreflect
  • 4“ (101,6 mm) 1/20λ Fangspiegel, bestellt bei Antares Optics
  • 2,5“ CRL Moonlite, liegt schon hier
Der Moonlite um einen stabilen, größeren OAZ zu haben, wo die Korrektor-Kameraeinheit, dank M68 Gewinde, verschraubt werden kann.

Primäre Nutzung mit einem 2“ Televue Paracorr, zusätzliche Tubuslöcher für die HS-Zelle (wie bei der TS ONTC Serie) um auch den TS M68 Wynne Korrektor oder den neuen Nexus 0,75x Reducer von Starizona verwenden zu können.

Die HS Zelle habe ich letzte Woche bei einem CNC-Zerspanungsmechaniker in Auftrag gegeben (Bild vom finalen Design unten).

Beim Tubus (1.300-1.350 mm lang) schwanke ich gerade zwischen dem Angebot von Klaus Helmi mit ID 390mm, 11mm Wanddicke aus Carbon oder einem ID 400mm, Wandstärke 6mm Tubus aus Krüpax, den ich jetzt bei Krüger&Sohn in Landshut angefragt habe. Der Krüpax-Tubus, da fehlt mir noch der Preis, dürfte wahrscheinlich gut 50% günstiger sein.
Regelmäßig nachfokussieren, je nach FWHM/HFD Werten, kann man mittlerweile ja sehr gut automatisch machen lassen, dadurch dürfte das bessere Ausdehnungsverhalten von Carbon doch nicht mehr so schwer wiegen oder.

Wie ist hier Eure Meinung? Besser Carbon, wenn man sich einmal so ein Projekt antut oder so ziemlich egal, solange stabil genug?
Sind darüber hinaus 6mm Wandstärke bei Krüppax bei der Größe okay oder besser mehr?


Die HS-Zelle wird aktuell für den Carbontubus mit ID 390mm gefertigt.
Ich müsste also für den Krüpax-Tubus die hintere Tubusaufnahme nochmal fräsen lassen, was aber okay wäre. Der etwas weitere Tubus würde zudem mehr Platz für die laterale Spiegellagerung schaffen, was von Vorteil wäre.

Fokuslage in Standardkonfiguration 15mm über dem eingefahrenen OAZ (84mm) für den Paracorr, gemäß diesem Link zu TeleVue.

Diese Fokuslage sollte auch gleichzeitig für den visuellen Einsatz geeignet sein.

Zur Verwendung anderer Korrektoren oder Reducer sollte der Fokus etwa 60 mm über dem OAZ liegen, richtig?
Ich müsste also weitere Bohrungen für die HS Zelle 45 mm weiter vorn ggü. Standardkonfiguration anbringen.


Ein weiterer Punkt, der noch nicht final ist.
Mittelachse OAZ zum vorderen Tubus-Ende sind aktuell 200 mm, kann das ruhig kürzer, bsp. 150 mm ?

Der Abstand vom Mittelpunkt des Fangspiegels bis zur Mitte der Fangspiegelspinne sind etwa 90mm.

Vorne soll, in jedem Fall, noch eine ca. 30cm breite flexible Tauschutzkappe ran.

Die FS-Spinne wollte ich mit 1,5mm dicken Streben auch feinfräsen lassen (Bild unten).

Anbei auch ein Screenshot vom Design in MyNewton. Fällt Euch irgendwas auf, was ich anders/besser machen sollte?

Berichte ansonsten gerne in regelmäßigem Abstand über den Fortschritt des Projekts.


Viele Grüße,
Alex

finale 18-Punkt Spiegelzelle mit Blendring
MirrorCell3D_18P_final.PNG


MyNewton Design
Design MyNewton 355_1350.PNG


Fangspiegeleinheit
Fangspiegelspinne.PNG
 
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Tolles Projekt. Ich freue mich drauf, die Ergebnisse zu sehen. Gute lichtstarke Newtons gibt es viel zu wenige.
 
Hi Alex,
spannendes Projekt.
Mal so in die Runde gefragt, hast Du mal ueber einen Truss nachgedacht?
14" Volltubus ist schon ein schoener Brocken ...
Falls Du das gute Stueck ab und zu mal transportieren moechtest, ist ein Truss schon klasse.
Ich hab' meinen 12" Lomo in einem Martini Truss gesetzt ( Astro Optik Martini ) und bin damit sehr zufrieden. Fotografisch uneingeschraenkt nutzbar und haelt sich gewichtsmaessig (und preislich) noch schoen im Rahmen.
In jedem Fall, halt uns auf dem Laufenden...
Gruss & CS
 
Danke Dir - bin auch gespannt was rauskommt. Ein Highlight wird auf jeden Fall, wenn ich den Spiegel abhole.
Habe zum Glück öfter geschäftlich in Varna/Bulgarien zu tun, wo die Jungs von Astroreflect sitzen, werde den Spiegel also persönlich abholen und gut eingepackt im Handgepäck transportieren.

Ich hab' meinen 12" Lomo in einem Martini Truss gesetzt ( Astro Optik Martini ) und bin damit sehr zufrieden.

Ja habe ich auch immer mal wieder überlegt, aber eine Gitterrohr-Konstruktion ist mir schlussendlich zu aufwendig,.

Der Vollltubus wird zwar in der Tat ein Brummer, aber ein paar Mal transportieren, zum ausgiebig testen, geht damit schon okay.

Hab schon vor ein paar Monaten einen Platz auf einer Hosting-Facility in Extremadura angezahlt - da soll der Brocken zusammen mit dem Monti-Brocken - nach ausführlichen Tests - in ein paar Monaten hin, wenn alles fertig. Daher versuche ich das möglichst so umzusetzen, dass möglichst kaum - ideal kein - Eingreifen von außen nötig wird, wenn einmal gut justiert.

Aber bis dahin ist noch ein (sehr) langer Weg. Im Lauf der Woche kommen die ersten Frästeile der HS-Zelle. Habe die Lagerung der Dreiecke und Streben zwischen den Dreiecken mit sphärischen Lagern gelöst, bin mal gespannt wie sich das ausgeht.
 
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Hab schon vor ein paar Monaten einen Platz auf einer Hosting-Facility in Extremadura angezahlt - da soll der Brocken zusammen mit dem Monti-Brocken - nach ausführlichen Tests - in ein paar Monaten hin, wenn alles fertig.


Ich lach' mir einen Ast...
Tja, das Wetter (Seeing) scheint nicht nur dir auf's Gemuet geschlagen zu haben. Ich habe vor zehn Tagen auch einen Platz bei denen angezahlt.
Da kommt aber erst mal nur ein C9 und ein 80/480 als Tandem hin, muss dass alles erst mal sachte beschnuppern. Wenn sich das bewaehrt, wird da langfristig noch mal nachgelegt.
Der 80er bekommt auf deine Empfehlung hin uebrigens einen Falcon Rotator ... ;)
Gruss & CS

PS: Trevinca liegt aber in Nordspanien (Ourense) und nicht in Extramadura. Extramadura sind die e-eye Leute, dass wird dann schon etwas teurer.
 
Hallo Alex,

sehr spannendes Projekt und ich bin neugierig, wie sich alles entwickelt bis die ersten Bilder im Kasten, bzw. auf Festplatte und hier bei uns im Forum sind.
Freue mich drauf! Ich hoffe du berichtest fleißig!
Ich habe einige Tuben aus Krüpax verarbeitet und finde das Material optimal zum Eigenbau. Es lässt sich einfach bearbeiten und die von dir angedachten 6mm sind aus meiner Sicht ausreichend. Allerdings bringt der Tubus dann auch was auf die Waage. Mein erstes Bauprojekt hatte 6mm Wandung (10Zoll F/6) und war ein Schwergerwicht. Beim letzten Eigenbau ( 10Zoll f/5) habe 3mm genommen und dann an den entscheidenden Stellen noch Ringe mit 2K Kleber eingesetzt. Die 4 Ringe hatte ich gleich mitbestellt und sie sind mit dem Rohr gefertigt und geliefert worden. Damit war dann mein Tubus ausreichend stabil. Lackierung habe ich mir gespart und die Oberfläche einfach mit Hartwachs versiegelt. Nachts ist es völlig egal ob Sichtcarbon oder mein gewachster brauner Tubus. Ich habe allerdings auch gelesen, daß die Preise bei Krüger&Sohn ordentlich angezogen haben.
Carbon sieht edler aus, ist leichter bei gleicher Festigkeit und leider teurer. Das Bearbeiten ist nicht so einfach und es gibt schöne schwarze Hände.
Zum Thema Längenausdehnung und Fokusdrift Krüpax vs. Carbon gab es einige gute Themen im Forum. Zusammengefasst liegt Carbon bei der Spiegeloptik vorn. Solltest du aber sowieso vorhaben den Fokusdrift automatisiert zu kompensieren, ist das dann auch egal.

Gruß Thomas
 
Wie witzig. Glückwunsch ! In der Tat erhoffe ich mir da bessere Wetterbedingungen, als hier in D und 0,5“ Seeing.
Da können wir ja eine Fahrgemeinschaft gründen :)
Entweder das, und/oder ab und zu gegenseitig mal nach dem Rechten schauen, irgendwas 'is ja immer.
Ja, Ich habe noch von frueher Bekannte in Bordeaux und in San Sebastian und mache sozusagen eine Stippvisite aus der Sache. Ich habe Juli/August im Auge, je nachdem wie Ich mein Geraffel auf die Reihe bekomme. Wie Du muss Ich auch erst mal alles noch gruendlich durchtesten. Verschlussklappe fuer den 80er fehlt noch, die zweite Kamera und ein paar kleinere Dinge.
Wie willst Du den 14er dichtmachen?
 

Ich habe zwar zwei High-Torque Digitalservos hier, die angeblich bis 35kg oder so schaffen.
Mittels der CoverCalibrator Class und Template habe ich sogar schon einen ASCOM Treiber.
Nun, vermutlich werde ich das Scope aber erstmal waagerecht parken, ohne weiteren Öffnungs-/Schließmechanik dazu. Der kommt dann vielleicht im Winter nach.

Mein Plan war auch mindestens ein Zwischenstopp, eher zwei.

Pablo macht einen sehr engagierten Eindruck und da die Jungs selbst oft genug da sind, helfen sie auch wenn nötig.
 
Ich habe zwar zwei High-Torque Digitalservos hier, die angeblich bis 35kg oder so schaffen.
Mittels der CoverCalibrator Class und Template habe ich sogar schon einen ASCOM Treiber.
Nun, vermutlich werde ich das Scope aber erstmal waagerecht parken, ohne weiteren Öffnungs-/Schließmechanik dazu. Der kommt dann vielleicht im Winter nach.
Ja, Ich mache eine aehnliche Bastellei, aber Ich lasse das C9 auch fuer den Anfang auch erst mal offen (mit langer Taukappe).
Pablo macht einen sehr engagierten Eindruck und da die Jungs selbst oft genug da sind, helfen sie auch wenn nötig.
In der Tat. Bist Du schon auf dem Trevinca Discord Server?
 
Beim letzten Eigenbau ( 10Zoll f/5) habe 3mm genommen und dann an den entscheidenden Stellen noch Ringe mit 2K Kleber eingesetzt. Die 4 Ringe hatte ich gleich mitbestellt und sie sind mit dem Rohr gefertigt und geliefert worden.

Hallo Thomas,

danke für deine Nachricht. In der Tat, ein durchgängiger 6mm Volltubus wird gut 14 kg auf die Waage bringen.

Tubus14 kg
Spiegel5,0 kg
Spiegelzelle4,0 kg
FS-Einheit1,5 kg
OAZ1,3 kg
Kamera, FiRa, Rotator, Korrektor2,0 kg
Summe27,8 kg

Knapp 28kg ist schon ordentlich aber noch okay und das Teleskop soll ja am Ende auch stationär betrieben werden.
Kommen aber noch Rohrschellen und zwei lange Prismenschienen on top, also am Ende gut +/- 33kg.

Ein dünnerer Tubus mit Verstärkungen an der Spiegelzelle, OAZ und zwei weiteren Ringen zwischen Spiegelzelle und OAZ, am besten wo die Rohrschellen hinkommen, klingt gut und würde das Tubusgewicht auf 10kg inkl. Ringen drücken. Danke für den Tipp. Würde die Ringe jeweils so ca. 150mm breit gestalten. Mal sehen, wie sich das Angebot vom Hersteller ausgeht.

Wie sind deine Erfahrungen zur Maßhaltigkeit des Materials, insbesondere des Innendurchmessers?

Grüße,
Alex
 
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Ich habe zwar zwei High-Torque Digitalservos hier, die angeblich bis 35kg oder so schaffen.
Mittels der CoverCalibrator Class und Template habe ich sogar schon einen ASCOM Treiber.
Nun, vermutlich werde ich das Scope aber erstmal waagerecht parken, ohne weiteren Öffnungs-/Schließmechanik dazu. Der kommt dann vielleicht im Winter nach.
Obwohl du da natuerlich jetzt erst mal mit dem Tubus beschaeftigt bist, mein Tip in Sachen Verschlussklappe waere dieser:
Es gibt ja mehrere Laeden, wo man Kunststoffe laserschneiden lassen kann, Ich lasse z.B. oefter bei denen hier was machen, die sind i.d.R. gut (Schablone hochladen und man bekommt einen Online-Kostenvoranschlag und los geht's):

mit 3mm Polyazetal in Mattweiss wird es noch leicht genug, um es mit einer (Einzel-)Klappe gewichtsmaessig zu packen. Die ist optisch transparent und gleichmaessig genug, um bei Tageslicht fuer Flats zu dienen. Pablo macht auf Anfrage das Dach kurz vor Sonnenuntergang dazu kurz auf.
Mal schauen ob Ich das noch vor'm Sommer fuer's C9 gebacken bekomme und vielleicht ist das ja auch eine Idee fuer dein 14-Zoll Monster...
Falls Ich Zeit habe das noch zusammenzubasteln, werde Ich es hier als Anregung posten.

Ich habe uebrigens bei snijlab aus mattschwarzem Polyaethylen u.a. auch groessere Blendenringe fertigen lassen. Fuer solche Sachen, die dann doch ueber die Bemassung von Amateur-3D Druck ein gutes Stueck hinausgeht, aber praezise sein sollen, ist das ideal. Wenn Du schon einen Volltubus baust und Verstaerkungen einkleben willst, dann wuerde Ich den (mindestens vor dem Hauptspiegel) sauber verblenden und eventuell vor die Verstaerkungen sauber gerechnete Innenblenden anbringen. Auch fuer eine Endkappe, die sich schoen mit der Hauptspiegelhalterung und dessen Justageschrauben integriert ist, ist sowas meiner Erfahrung nach ideal.
Wenn schon Foto-Newton, dann aber richtig ...

Wie willst du uebrigens schwaerzen, Farbe, Samt, Filz?

Und nochwas: Falls Du einen eher duennen Tubus waehlst, auf jeden Fall unter dem Moonlite und "nach hinten" den Tubus auch verstaerken. Mit Kamera, Filterrad, dickem Komakorrektor und schwerem Auszug kommt da ein schoener Hebel zustande. Am besten von der Statik her gleich in Vorlage gehen, denn sonst gibt's bei f < 3.8 je nach Horizontlage variable Verkippung.
Anyway, Newton basteln macht Spass ... ;)
Gruss & CS
 
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Habe vorhin das Angebot für den Hartpapier/Krüpax-Tubus mit 6mm Wandstärke bekommen. Weniger als 1/3 des Carbontubus.

Muss mal schauen, ob ich das Material in FreeCad simuliert bekomme für eine FEM Analyse. Zur Not bleibt’s beim 6mm Volltubus.

Für innen habe ich mit Black 3.0 geliebäugelt, außen weiß.
 
Hallo Alex,

zur Frage der Maßhaltigkeit. Beim Durchmesser kann ich es dir nicht sagen, da ich keinen Meßschieber größer 250mm zuhause habe. Schätzungsweise war die Abweichung unter 0,5mm, hat perfekt gepasst. Die Abweichung der Wandungsstärke war immer unter 0,1mm. In der Firma wird ein Kern mit deinem Maß gefertigt und der Außendurchmesser wird geschliffen. Die vier eingeklebten Ringe habe ich plaziert, wie du es beschrieben hast, allerdings waren die Ringe 60mm breit. Ich habe um jedes Gramm gekämpft, aber bei deiner Verwendung ist es egal, obwohl das auch alles auch Masse ist, die runterkühlen muss. Ohne Not muss du dir die Arbeit mit den Ringen nicht machen.
1/3 vom Preis für einen Carbontubus ist ein mächtiger Argumentationsverstärker.

Gruß Thomas
 
Die vier eingeklebten Ringe habe ich plaziert, wie du es beschrieben hast, allerdings waren die Ringe 60mm breit. Ich habe um jedes Gramm gekämpft, aber bei deiner Verwendung ist es egal, obwohl das auch alles auch Masse ist, die runterkühlen muss. Ohne Not muss du dir die Arbeit mit den Ringen nicht machen.

Gerd Neumann bietet keine HP-Tuben mehr an, hat aber noch alle wertvollen Infos auf seiner Seite.
Dort wird empfohlen, ohne Verstärkungsringe, ein Verhältnis von 1/50 zum Durchmesser als Wandstärke zu wählen, also 8 mm in meinem Fall.
Mit Verstärkung 1/80 also 5 mm. Daher habe ich jetzt folgendes angefragt:
1x 406mm ID, 5 mm Wandstärke, 1.350mm lang = 11,3 kg.
3 x 400 mm ID, 3mm Wandstärke, 150 mm lang = 0,74 kg x 3 = 2,22 kg, also gesamt 13,5 kg.

Habe dem Hersteller, war mit einem der GF in Kontakt, aber mal den Einsatzfall und Gewichtsverhältnisse der einzelnen Komponenten geschildert, mit der Bitte um eine Empfehlung zur Vermeidung von Durchbiegung, mal sehen was da kommt. Ich unterschätze eventuell die Stabilität des Materials, weil irgendwie hat man halt immer das "Papier" von Hartpapier im Hinterkopf. Wobei das Material sicher so wenig mit normalem Papier zu tun hat, wie Carbon von einem Sack Briketts :)

Ja, das Preisargument schlägt - mit der Ersparnis ist der Paracorr ggü. ursprünglicher Planung, schon so gut wie bezahlt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Alex,

ich wollte mal fragen, ob du bereits ein Teleskop konstruiert hast? Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, Erfahrungswerte zu haben, wie sich Durchbiegung / Temperaturdehnung etc. der verschiedenen Materialpaarungen auswirkt. Die Theorie ist eine Sache, die Praxis ja womöglich eine ganz Andere. Wer weiß, wie viele Versuche die professionellen Hersteller so benötigen, bis es wirklich passt. Wenn jetzt direkt in die Vollen gegangen wird, ist es die Frage, ob das beim ersten Schuss alles so passt. Hast du die Möglichkeit, im Nachhinein die ein oder andere Baugruppe zu überarbeiten, falls irgendwas doch nicht so perfekt funktioniert, wie man sich das im Vorfeld überlegt? Wäre halt sehr ärgerlich, wenn man tausende Euros ausgibt und es dann irgendwo hakt. Ansonsten finde ich das Projekt natürlich sehr spannend. Wenn der Newton gelingt und es nirgends Probleme gibt, hast du zweifelsohne ein tolles Gerät. Ich drücke die Daumen.

CS Johannes
 
Habe dem Hersteller, war mit einem der GF in Kontakt, aber mal den Einsatzfall und Gewichtsverhältnisse der einzelnen Komponenten geschildert, mit der Bitte um eine Empfehlung zur Vermeidung von Durchbiegung, mal sehen was da kommt. Ich unterschätze eventuell die Stabilität des Materials, weil irgendwie hat man halt immer das "Papier" von Hartpapier im Hinterkopf. Wobei das Material sicher so wenig mit normalem Papier zu tun hat, wie Carbon von einem Sack Briketts :)

Na dann verwende halt den Industrienamen: Phenolharz-Komposite.
Erfunden und patentiert unter dem besser bekannten Markennamen "Bakelit" vor ueber 110 Jahren und dann auch gerne mal leicht veraendert wieder neu erfunden, z.B. als Kruepax. Ist auch heute noch ein sehr gutes Komposite-Material mit sehr guter Biegefestigkeit. Mit Carbonfasern kann man zwar leichter bauen, aber nach DIN 53452 liefern Phenolharz-Composites eine Biegefestigkeit von bis zu 220 MPa ab. Das ist schon eine Ansage (Mal zum Vergleich: Aluminium-Legierungen haben so 300 bis 700 MPa). Es gibt auch Phenolharz-Komposites, die nicht Papier als Zellulose Faser verwenden, sondern Baumwolle, die halten sogar noch etwas mehr. von der Statik ist das Material her gut.
Etwas kritischer ist bei so einem grossen und schnellen Rohr dagegen der Laengenausdehnungskoeffizient (nach VDE 0304) der liegt bei Phenolharz-Kompositen so bei 60 - 80*10^-6 m/(m °C). Der von Aluminiumlegierungen liegt dagegen bei 21-25 schon wesentlich guenstiger. Und Carbonfiber (1,5 longitudinal und 5,5 transversal zur Fiber-Richtung) ist da natuerlich schon noch eine ganz andere Liga.
Deine Fokustiefe duerfte bei den Rahmendaten so um die +-8um betragen. Bei schon 1°C Temperaturunterschied bist Du mit dem Rohr 4-5x die Fokustiefe defokussiert. Das geht schon mit viel AF, aber ideal ist anders ...
Ich weise noch mal ganz vorsichtig darauf hin, dass in der Kalliber- und Oeffnungsverhaeltnis-Klasse von den professionellen Anbietern von Astrographen eigentlich nur noch (wenige) Alu und (dagegen viele) Carbon-Truss Konstruktionen unterwegs sind. Das hat schon seine Gruende.
Vielleicht selber noch mal etwas nachrecherchieren und ueber die Zahlen gehen. ;)
Gruss & CS
 
Hallo Johannes,

da hast du völlig Recht, zumal das ganze ja nicht mal eben für ein paar Euros zusammen gebaut ist.

Habe einen kompletten 12“ Gitterrohr-Dobson von Null, im gleichen Verfahren/Software/Planung erfolgreich gebaut. Das Gerät läuft super und macht Spaß.

Weiterhin einen 8“ f4 Newton, hier aber ausschließlich auf käufliche Komponenten (Doppelspider, OrionUK HS-Zelle) plus Carbontubus zurück gegriffen.

Traue mir das Ganze also zu, die HS-Zelle und der Spiegel sind ja auch schon in der Mache - also kein zurück.

Dem sind natürlich unzählige Ausdrucke, teils auf A2, um sich die Dimensionen zu vergegenwärtigen, etc. voraus gegangen. Hab auch immer ein paar Teile (Alu in verschiedenen Stärken, Schrauben, etc.) zuhause um das Ganze auch mal in der Hand zu haben. Ich finde man kann so schon ganz gut abschätzen, ob etwas stabil ausfällt. Vielleicht nicht die „most sophisticated“ Rangehensweise, aber fahre damit eigentlich immer sehr gut und im Zweifelsfall lege ich ein paar Millimeter Materialstärke drauf oder gehe von M5 auf M6 etc. Leichtbau steht hier zum Glück nicht im Vordergrund.

On top umfangreiche FEM-Analysen, wie ganze Spiegelgewicht auf einem Dreieck oder einer lateralen Wippe (was in Echt ja nicht vorkommt), um wirklich zu sehen, dass man dort auf der sicheren Seite ist und Reserven hat.

Das das alles natürlich nicht 1:1 in die Praxis übertragbar ist, ist klar, daher auch der großzügige Sicherheitszuschlag.

Trotz aller Sorgfalt, wird es bestimmt das ein oder andere Hindernis geben, dessen bin ich mir bewusst und das wird im Zweifel einiges Lehrgeld kosten (10-20%) und etwas wehtun, da habe ich keine Illusionen.

Wo ich, aktuelle Diskussion, halt etwas ins Stocken gekommen bin, wenn man das so sagen kann, ist halt der Tubus.

Hatte den Gedanken Hartpapier zu verwenden direkt verworfen, als ich von Gerd Neumann erfahren habe, dass er keines mehr anbietet. Der Gedankengang direkt an den Hersteller ranzugehen, brauchte einen Moment.

Bin auf die Ergebnisse vom Fräsen gespannt.
 
Laengenausdehnungskoeffizient (nach VDE 0304) der liegt bei Phenolharz-Kompositen so bei 60 - 80*10^-6 m/(m °C)

Anfängerfehler :(

Das habe ich völlig vergessen auf die Länge (1.350mm) in Betracht zu ziehen. Critical Focus Zone sind 36 Mikrometer. 1°C Temperaturänderung macht 80-108 Mikrometer.

Das wird nichts. Wird also bei Carbon bleiben müssen. Schade.

Ausdrücklichen Dank für den Gedankenanstoß!
 
Hallo Alex!

Aus der remote-Erfahrung empfehle ich dir, gleich von Anfang an einen Staubschutzdeckel einzusetzen. Spinnen lieben offene Tuben...
Damit einher geht die Empfehlung, den Tubus vorne gleich als Taukappe zu verlängern, so hast du bis zum vorderen Ende genug Stabilität, um den / die Motoren für den Deckel auch wo befestigen zu können.

LG, Markus
 
Hallo Alex,

vielleicht solltest Du darüber nachdenken die Fangspiegelhalterung über Invar-Stäbe zu befestigen. Invar hat eine Wärmeausdehnung von nur etwa 2 Mikrometer/Grad.
Der Tubus außen rum wäre dann nur stützend und muss dann nicht aus besonders teurem Material sein. Das hat Celestron für bei den Schmidt-Kameras so konstruiert und hält super den Fokus.

CS
Sven
 
Carbontubus ist geordert.
Hallo Alex!

Aus der remote-Erfahrung empfehle ich dir, gleich von Anfang an einen Staubschutzdeckel einzusetzen. Spinnen lieben offene Tuben...
Damit einher geht die Empfehlung, den Tubus vorne gleich als Taukappe zu verlängern, so hast du bis zum vorderen Ende genug Stabilität, um den / die Motoren für den Deckel auch wo befestigen zu können.

LG, Markus

Danke Markus.
Habe heute Abend noch final den Carbontubus bestellt (autsch), 1.350mm lang mit einem Abstand von 175mm vom vorderen Tubusrand bis Zentrum OAZ Bohrung.
Damit verbleiben etwas mehr als 110 mm vom Ende der OAZ Grundplatte bis zum Tubusende, das sollte für eine Deckelmechanik reichen.

Was nutzt du? Nur Deckel oder gleich mit integrierter Flatfolie?
 
Hallo Alex,

vielleicht ist es ja auch ein Ansatz, einen Deckel ohne Flatfolie zu entwerfen. Vielleicht kann man dazu ja einen Fokussiermotor nehmen, der den auf und zuklappen. Dann hätte man zumindest die Ascom Anbindung. Frage ist nur, ob das Drehmoment ausreicht für einen >14 Zoll-Deckel. Wenn du vor Ort eine horizontale Parkposition realisieren kannst, könntest du den Deckel natürlich auch so gestalten, dass das Drehgelenk vertikal sitzt. Dann müsstest du nicht gegen die Schwerkraft arbeiten.
Vielleicht kann man ja bzgl. der Flats ja auch Skyflats ohne Alles machen oder eine Tafel vor Ort aufstellen, falls Pablo da mitspielt.

CS Johannes
 
Hallo Alex,

ich habe einen Deckel ohne Flatfolie gewählt. Meine Bedenken waren, dass die Folie ja doch irgendwann schmutzig wird - schließlich ist der Deckel oft geöffnet und damit liegt die Folie außen. Für die Flats mache ich einfach skyflats.
Bei 14" könnte man überlegen, den Deckel zweizuteilen, dann ginge eine Flatfolie ohnehin nicht mehr.

LG, Markus
 
Pablo sagte mir neulich eine Flatbox auf einem Stativ aufstellen oder an die Wand hängen geht prinzipiell.
Ansonsten ist das mit der Mechanik oder Ansteuerung eines motorisierten Deckels kein Riesenthema. Fokussiermotor ist prinzipiell keine schlechte Idee. Bei 0 Schritten zu und bei 1.000 Schritten offen oder so. (Muss man aber die Temperaturkompensation deaktiviert lassen) ;)

So weit ich weiß, lässt sich, in die gängigen Programme, aber nur ein Fokussierer einbinden, was einer solchen Umsetzung im Weg steht.

Dank der ASCOM Klasse CoverCalibrator lässt sich jedoch relativ einfach, gewisse Programmierkenntnisse vorausgesetzt, ein ASCOM konformer Treiber stricken, der ein Servo oder Schrittmotor ansteuert und eine Flatfolie oder -panel steuern oder auch dimmen kann. Ein paar fertige Lösungen, Beispiel ASCOM DarkLight Cover/Calibrator auf Basis von Arduinos gibt es dazu auch schon. Hier wurde neulich mal ein ähnliches, gut gemachtes Projekt vorgestellt. Habe einen solchen Treiber über den Winter gestrickt.

Wahrscheinlich wird es erstmal auf eine Nur-Staubdeckel Lösung hinauslaufen und tatsächlich macht es Sinn das gleich mit einzuplanen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier ein kurzes Update.

Gestern auf der ATT (war als Helfer von der WHS dort) konnte ich nun auch den geplanten Paracorr-Komakorrektor zum Messepreis kaufen.

Ansonsten ist gerade etwas Stillstand, da ich auf die Fertigung der Teile warte.
Habe das zum Anlass genommen, mich etwas mit der Staubdeckelthematik zu beschäftigen.

Aktueller Stand in Originalmaßen hier als 3D-Modell.
- Nema 14 Stepper als Antrieb
- M6 (eventuell M8) Gewindestange als Verbindung zwischen Deckel und Schwenkhebel
- M6 Gelenkkopf als Verbindung zwischen Deckel und Gewindestange
- 10mm breiter und starker Schaumstoffring am äußeren Rand des Rings um einen bündigen Verschluss herzustellen
- Ansteuerung des Steppers mittels eines Arduino+Motorshield via ASCOM

Befestigung am Tubus entweder als Verschraubung oder mittels zweier Rohrschellenbänder was es auch als Meterware gibt. Das würde ich dann noch in Schrupfschlauch packen, um Kratzer auf dem Tubus zu vermeiden. Der Deckel selbst aus 5 mm starken ABS, das kann man so als Kreiszuschnitt bestellen, direkt auch mit zentraler Bohrung.

Endschalter wären auch nicht schlecht, habe in der Hinsicht aber noch nichts passendes gefunden, vielleicht kennt ja jemand von Euch was passendes.

Klar das ist erstmal nur ein Modell und muss jetzt noch in die richtige Welt, das sollte so aber funktionieren.

Grüße,
Alex

 
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