Hallo.
1. Für meine Begriffe ist das blassere Doppelbild auch etwas unschärfer. Man mag darüber ja geteilter Meinung sein. Aber einfach zu behaupten, es sei definitiv gleich scharf, und daraus zu schließen, es könne das Filter nicht sein, ist ein schlechter Witz. Eine so weit gehende Schlußfolgerung gibt der geringere Kontrast des Doppelbildes m.E. auf keinen Fall her.
2. Die Verschiebung der Konturen tritt anscheinend zum Rand hin zunehmend stärker in Erscheinung (umgekehrt scheint die Granulation zur Mitte hin definierter), ich vermute : sie tritt überhaupt erst zum Rand hin Erscheinung. Auch das wäre typisch für eine Doppelreflexion an einer planparallelen 2. Grenzschicht, durch die die Strahlen randnah zu schräg laufen. Pieter, das bitte mal testen: einen Sonnenfleck in die Bildmitte verschieben und darauf achten ob die Doppelkonturen dort verschwinden. Ich könnte wetten dass das so ist. Und vermute, dass wir in Deinen Beispielbildern nur Ausschnitte vom Rand eines viel größeren Bildfeldes sehen - ist das so?
3. Wenn es das Filter ist, aber definitiv nicht seine Orientierung, könnte man auch vermuten, dass dieses Filter auf seiner unverspiegelten Rückseite nicht vergütet ist (evt. versehentlich, oder vielleicht ältere Version etc.). Oder es wäre dort nur eine schwächere Vergütung aufgebracht, die die durch den Brewsterwinkel deutlich höhere Lichtintensität des Lacertakeils nicht genügend unterdrücken kann. Denn die reflexionsunterdrückende Wirkung von Vergütungsschichten ist ja bekanntermaßen stark winkelabhängig, so dass es zum Rand hin bei der viel höheren Helligkeit des Lacertakeils dann einfach nicht mehr reichen könnte, das Doppelbild genug abzuschwächen. Also vielleicht mal einen anderen/neueren Solarcontinuum testen, oder die Helligkeit am Lacerta mit dem Polfilter (bei anderer fotograf. Belichtung) mal so weit reduzieren, dass sie der "normaler" Keile, wie des Intes, entspricht.
Gruß,
Mathias