Quanten
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
da ich nun schon öfters zu dem Thema "ADC mit Bino am Newton" angeschrieben worden bin, habe ich mir gedacht ich mach mal einen Beitrag zu dem Thema auf.
Achtung: Alle hier genannten Angaben ohne Gewähr, Irrtümer und Änderungen vorbehalten!
Warum?
Weil je nach Konfiguration des Newton, man die Brennweite seines Hauptspiegels kennen muss, auch gebe ich hier subjektive Sinneseindrücke wieder die der Einzelne vielleicht anders sehen kann.
Am Newton trifft man ja öfters auf das Problem, dass der Backfokus, also die Brennebene über dem eingefahrenen Okularauszug nicht besonders lang ist.
Den richtigen Backfokus zu finden war daher ein kleines Puzzlespiel welches man entweder über "Versuch und Irrtum" herausfinden kann, in dem man den Hauptspiegel verschiebt, oder man berechnet sich seinen Newton mit diversen Programmen wie "myNewton", wenn man alle Daten kennt.
Die Folgende Konfiguration funktioniert mit einem Backfokus von ca. 55mm hinter dem OAZ, je nach Okular hat man dann noch ca. 10mm intrafokalen Fokussierweg.
Als Versuchskaninchen musste mein 10" Skywatcher Newton herhalten, mit folgenden Änderungen:
- Fangspiegel Ø 56mm = 22% Obstruktion
- FTF2008BCR-OAZ mit 40mm Bauhöhe, von innen gefasst daher eben mit Tubuswand
- Tubusverlängerung
- Brennebene über OAZ = ca. 55mm
- 100% Ausgeleuchtetes Feld ca. 4mm
Die weiteren Komponenten (siehe Bild weiter unten):
- TS-Optics Adapter von 2" auf 1,25" und T2 Gewinde (abgedreht)
- APM/Düring 2.7x Komakorrigierende Barlow
- ADK von Great Star
- Baader Großfeldbino
Die APM/Düring Barlow ist dabei quasi der Schlüssel zum Erfolg bzw. zum nötigen Backfokus für das Ganze.
Mit der TeleVue 3x Barlow funktioniert das ganze genauso, jedoch korrigiert diese nicht gleichzeitig die Koma des Newton.
Das Barlowelement der TeleVue 3x Barlow passt übrigens genau in die Fassung der Baader-GWKs...
Interessant ist natürlich zu wissen wie groß dabei der Verlängerungsfaktor der APM/Düring Barlow wird.
Dazu hat Gerd Düring hier Angaben gemacht.
forum.astronomie.de
Ich bin mal so frei und Zitiere den Gerd:
Gegeben
f b……..Brennweite Barlow ………-62,9mm
d2 alt…. Sekundärfokusabstand alt……105mm
d2 neu…Sekundärfokusabstand neu……ca. 167mm (ADK/35mm, T2 Schnellwechsler/12mm, Bino 110-120mm)
M alt …Verlängerungsfaktor alt……….2,67 fach
Gesucht
Delta d2 ………..Differenz der Sekundärfokusabstände
Delta M…………Differenz der Verlängerungsfaktoren.
M neu…………..Verlängerungsfaktor bei neuem Sekundärfokusabstand
Delta d2 = d2alt –d2 neu
= 105mm-167mm = 62mm
Delta M = Delta d2 /fb
= 62mm/62,9mm = 0,985
M neu = M alt + Delta M
= 2,67 + 0,985= 3,65
Der neue Verlängerungsfaktor bei ca. 167mm Sekundärfokusabstand beträgt also ca. 3,65x
Bei einer Teleskop Brennweite von ca. 1200mm x 3,6= 4320mm, kommt man so mit einem 40mm Plössl noch auf eine Vergrößerung von ca. 108x
Für die Detailbeobachtung an Sonne, Mond und Planeten also noch eine gute Startvergrößerung.
Wer Sonne und Mond in der Übersicht, also mit etwas schwarz drum rum, beobachten möchte, kann die APM/Düring Barlow auch direkt ins Bino schrauben und den ADC/ADK weglassen, damit kommt man in etwa auf ca. 80x Vergrößerung, womit man im 40mm Plössl glaube ich gerade so noch den Mond hineinbekommen würde.
Oder man bräuchte dann den Baader 2" 1.7x GWK für Newtons?
Das Ganze funktioniert wunderbar auf der optischen Achse, dabei ist es immer wieder ein vergnügen die Atmosphärische Dispersion einfach weg zu drehen und schwubs hat man weiße farbreine Bilder.
Bei langbrennweitigen Weitwinkelokularen um 20mm, kann sich jedoch vom Rand her Farbe breit machen, also ein Farbquerfehler, welcher vermutlich durch die Prismen des ADC/ADK eingeführt wird.
Jedoch spielt das bei höheren Vergrößerungen keine Rolle mehr.
Wichtig ist ja, dass man für die Detailbeobachtung auf der Achse ein farbreines Bild bekommt.
Auch kommt die APM/Düring Barlow bei diesem Abstand langsam an ihre Grenzen, bewegt man den Mond durch das Okulargesichtsfeld so kann man je nach Okular und Brennweite schon eine Verzeichnung feststellen.
Tests mit einer Telezentrischen Barlow stehen noch aus.
Das Bild bleibt jedoch Scharf und Kontrastreich, was für die Qualität der einzelnen Komponenten spricht.
Hier noch ein paar Impressionen:
P.S. der ADK funktioniert auch prima an der Sonne mit Refraktor und Herschelkeil.
Entweder man verwendet dazu einen 2.6x GWK, dann bekommt man jedoch bei 1200mm Brennweite keine Übersichtssonne mehr hin, oder man verwendet den 1.7x GWK, dazu muss man jedoch das Linsenelement in der Fassung drehen (konkave/hole Seite zum Bino).
Ich habe meinen Refraktor Tubus so gekürzt, damit ich mit Bino und Herschelkeil auch ohne GWK in den Fokus komme, so kann ich durch das Baader Schnellwechselsystem schnell und einfach den ADC herausnehmen und die Sonne in einer schönen Übersicht beobachten und wenn es an die hohen Vergrößerungen geht, ist der ADC auch schnell wieder zwischen Bino und Herschelkeil.
Dies ist möglich durch den langen Fokussierweg des OAZ von 110mm und weil der GWK/Barlow am ADC verbleibt.
Bei der Übersichtssonne mit 50-60x Vergrößerung ist die Atmosphärische Dispersion noch nicht sehr störend, als das man diese korrigieren müsste.
Jedoch bei hohen Vergrößerungen von Sonnenflecken ist die Atmosphärische Dispersion an einer sehr blöden Stelle zu erkennen, nämlich genau am Übergang von Umbra zu Penumbra.
Dies hat dann zur Folge das die zackigen und spitz zulaufenden Ausläufer der Penumbra durch den Farbschleier der AD deutlich an Kontrast verlieren, auch ist der Blick ins innere der Umbra verwaschener, so das Umbraldots schwer bis gar nicht zu erkennen sind, von der Ästhetik ganz zu schweigen.
Die Wirkung des ADC ist hier fantastisch, man dreht die Farbe einfach weg und wenn man gutes Seeing hat, kann man richtig in die Sonnenflecken hineinsehen, manchmal ergibt sich sogar ein räumlich wirkendes Bild, dann sieht es so aus als würden die Zacken und Spitzen der Penumbra über den Umbraldots stehen und die Umbra sieht aus wie ein Loch in der Sonne.
Farbreine Grüße und CS
da ich nun schon öfters zu dem Thema "ADC mit Bino am Newton" angeschrieben worden bin, habe ich mir gedacht ich mach mal einen Beitrag zu dem Thema auf.
Achtung: Alle hier genannten Angaben ohne Gewähr, Irrtümer und Änderungen vorbehalten!
Warum?
Weil je nach Konfiguration des Newton, man die Brennweite seines Hauptspiegels kennen muss, auch gebe ich hier subjektive Sinneseindrücke wieder die der Einzelne vielleicht anders sehen kann.
Am Newton trifft man ja öfters auf das Problem, dass der Backfokus, also die Brennebene über dem eingefahrenen Okularauszug nicht besonders lang ist.
Den richtigen Backfokus zu finden war daher ein kleines Puzzlespiel welches man entweder über "Versuch und Irrtum" herausfinden kann, in dem man den Hauptspiegel verschiebt, oder man berechnet sich seinen Newton mit diversen Programmen wie "myNewton", wenn man alle Daten kennt.
Die Folgende Konfiguration funktioniert mit einem Backfokus von ca. 55mm hinter dem OAZ, je nach Okular hat man dann noch ca. 10mm intrafokalen Fokussierweg.
Als Versuchskaninchen musste mein 10" Skywatcher Newton herhalten, mit folgenden Änderungen:
- Fangspiegel Ø 56mm = 22% Obstruktion
- FTF2008BCR-OAZ mit 40mm Bauhöhe, von innen gefasst daher eben mit Tubuswand
- Tubusverlängerung
- Brennebene über OAZ = ca. 55mm
- 100% Ausgeleuchtetes Feld ca. 4mm
Die weiteren Komponenten (siehe Bild weiter unten):
- TS-Optics Adapter von 2" auf 1,25" und T2 Gewinde (abgedreht)
- APM/Düring 2.7x Komakorrigierende Barlow
- ADK von Great Star
- Baader Großfeldbino
Die APM/Düring Barlow ist dabei quasi der Schlüssel zum Erfolg bzw. zum nötigen Backfokus für das Ganze.
Mit der TeleVue 3x Barlow funktioniert das ganze genauso, jedoch korrigiert diese nicht gleichzeitig die Koma des Newton.
Das Barlowelement der TeleVue 3x Barlow passt übrigens genau in die Fassung der Baader-GWKs...
Interessant ist natürlich zu wissen wie groß dabei der Verlängerungsfaktor der APM/Düring Barlow wird.
Dazu hat Gerd Düring hier Angaben gemacht.
Gerd Düring Komakorregierende Barlow
wie viele wissen hat Gerd Düring für uns 3 varianten komakorregierender Barlowlinsen 1.25" gerechnet. Wir liesen uns eine Standartglas version anbieten , eine FPL53 Version und eine China ED -FK61 Version. Die FK 61 version war nur etwas teurer als die Standartglas barlow, sodaß wir uns für...
Ich bin mal so frei und Zitiere den Gerd:
Gegeben
f b……..Brennweite Barlow ………-62,9mm
d2 alt…. Sekundärfokusabstand alt……105mm
d2 neu…Sekundärfokusabstand neu……ca. 167mm (ADK/35mm, T2 Schnellwechsler/12mm, Bino 110-120mm)
M alt …Verlängerungsfaktor alt……….2,67 fach
Gesucht
Delta d2 ………..Differenz der Sekundärfokusabstände
Delta M…………Differenz der Verlängerungsfaktoren.
M neu…………..Verlängerungsfaktor bei neuem Sekundärfokusabstand
Delta d2 = d2alt –d2 neu
= 105mm-167mm = 62mm
Delta M = Delta d2 /fb
= 62mm/62,9mm = 0,985
M neu = M alt + Delta M
= 2,67 + 0,985= 3,65
Der neue Verlängerungsfaktor bei ca. 167mm Sekundärfokusabstand beträgt also ca. 3,65x
Bei einer Teleskop Brennweite von ca. 1200mm x 3,6= 4320mm, kommt man so mit einem 40mm Plössl noch auf eine Vergrößerung von ca. 108x
Für die Detailbeobachtung an Sonne, Mond und Planeten also noch eine gute Startvergrößerung.
Wer Sonne und Mond in der Übersicht, also mit etwas schwarz drum rum, beobachten möchte, kann die APM/Düring Barlow auch direkt ins Bino schrauben und den ADC/ADK weglassen, damit kommt man in etwa auf ca. 80x Vergrößerung, womit man im 40mm Plössl glaube ich gerade so noch den Mond hineinbekommen würde.
Oder man bräuchte dann den Baader 2" 1.7x GWK für Newtons?
Das Ganze funktioniert wunderbar auf der optischen Achse, dabei ist es immer wieder ein vergnügen die Atmosphärische Dispersion einfach weg zu drehen und schwubs hat man weiße farbreine Bilder.
Bei langbrennweitigen Weitwinkelokularen um 20mm, kann sich jedoch vom Rand her Farbe breit machen, also ein Farbquerfehler, welcher vermutlich durch die Prismen des ADC/ADK eingeführt wird.
Jedoch spielt das bei höheren Vergrößerungen keine Rolle mehr.
Wichtig ist ja, dass man für die Detailbeobachtung auf der Achse ein farbreines Bild bekommt.
Auch kommt die APM/Düring Barlow bei diesem Abstand langsam an ihre Grenzen, bewegt man den Mond durch das Okulargesichtsfeld so kann man je nach Okular und Brennweite schon eine Verzeichnung feststellen.
Tests mit einer Telezentrischen Barlow stehen noch aus.
Das Bild bleibt jedoch Scharf und Kontrastreich, was für die Qualität der einzelnen Komponenten spricht.
Hier noch ein paar Impressionen:
P.S. der ADK funktioniert auch prima an der Sonne mit Refraktor und Herschelkeil.
Entweder man verwendet dazu einen 2.6x GWK, dann bekommt man jedoch bei 1200mm Brennweite keine Übersichtssonne mehr hin, oder man verwendet den 1.7x GWK, dazu muss man jedoch das Linsenelement in der Fassung drehen (konkave/hole Seite zum Bino).
Ich habe meinen Refraktor Tubus so gekürzt, damit ich mit Bino und Herschelkeil auch ohne GWK in den Fokus komme, so kann ich durch das Baader Schnellwechselsystem schnell und einfach den ADC herausnehmen und die Sonne in einer schönen Übersicht beobachten und wenn es an die hohen Vergrößerungen geht, ist der ADC auch schnell wieder zwischen Bino und Herschelkeil.
Dies ist möglich durch den langen Fokussierweg des OAZ von 110mm und weil der GWK/Barlow am ADC verbleibt.
Bei der Übersichtssonne mit 50-60x Vergrößerung ist die Atmosphärische Dispersion noch nicht sehr störend, als das man diese korrigieren müsste.
Jedoch bei hohen Vergrößerungen von Sonnenflecken ist die Atmosphärische Dispersion an einer sehr blöden Stelle zu erkennen, nämlich genau am Übergang von Umbra zu Penumbra.
Dies hat dann zur Folge das die zackigen und spitz zulaufenden Ausläufer der Penumbra durch den Farbschleier der AD deutlich an Kontrast verlieren, auch ist der Blick ins innere der Umbra verwaschener, so das Umbraldots schwer bis gar nicht zu erkennen sind, von der Ästhetik ganz zu schweigen.
Die Wirkung des ADC ist hier fantastisch, man dreht die Farbe einfach weg und wenn man gutes Seeing hat, kann man richtig in die Sonnenflecken hineinsehen, manchmal ergibt sich sogar ein räumlich wirkendes Bild, dann sieht es so aus als würden die Zacken und Spitzen der Penumbra über den Umbraldots stehen und die Umbra sieht aus wie ein Loch in der Sonne.
Farbreine Grüße und CS