Anfängerfrage zur Beobachtung von Jupiters Großem Rotem Fleck | Seite 2 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Anfängerfrage zur Beobachtung von Jupiters Großem Rotem Fleck

Guten Morgen allerseits!

Bitte entschuldigt, dass ich mich erst jetzt wieder zu Wort melde. Gestern Abend nach der Arbeit war ich so platt, dass ich nicht mehr geradeaus denken konnte. Für meinen ersehnten Kaffe war keine Zeit. Dieser Umstand half aber auch, die Müdigkeit irgendwann nicht mehr zu spüren. Und heute erst mal ausschlafen! :)

Wo fang ich denn jetzt an?

Leute, ihr seid einfach der Hammer!

gar nicht. Ich sitz auf der Couch und poste im Forum. Und tu so... :D
Bitte genau so weitermachen! ;)

Bei euch Astro-Fotografen hab ich sowieso manchmal das Gefühl, dass ihr es ganz schön komfortabel habt: Abends aufbauen, im richtigen Moment auf den Start-Knopf drücken und dann ab ins Bett. Am nächsten Morgen ausgeschlafen und nach dem Frühstück den Stopp-Knopf drücken. Und dann ein wenig Computerbastelei, und schwuppdiwupp ist das Foto fertig.

Nein, im Ernst: Ich hab größten Respekt vor euerem Wissen und Können und dass es nicht so einfach ist, ist sogar mir klar!
Danke für das Foto! Wenn ich es noch ein wenig verkleinere, kommt es dem, was ich in meinem Teleskop von Jupiter sehe, schon recht nahe.

Aaalso, ich war letzte Nacht wie angekündigt mit mehreren "Rohren" am Start:
Reinhard, bist Du sicher, dass das, was Du da in Deinem Garten astronomisch betreibst, noch immer im Hobby-Bereich liegt? Drei Teleskope, eines davon in einer eigenen kleinen Sternwarte mit Dach. Und diese seltsame "Schüssel" am rechten Bildrand hat bestimmt nichts mit Fernsehen oder so zu tun...

Auch bei uns war der Himmel sehr verzirrt und der Mond stand so nahe, dass er die Zirren stark aufhellte. Das ging dann visuell auf Kosten des Kontrastes. Visuell hatte ich in allen Optiken Probleme auch nur die Wolkenbänder auf dem Planeten zu erahnen.
So kann man das also fachlich korrekter beschreiben. Ja, so war die Sicht bei mir auch - plus Tau. :)

Hier mal eine Aufnahme von dieser Nacht um 1h40
Dann war der rote Fleck also um 1 Uhr 40 schon ein Stück über den Meridian hinaus. Das sehe ich doch jetzt richtig? Der Fleck bewegt sich im seitenumkehrenden Teleskop (wie meines eins ist und vermutlich Deines ebenso) von rechts nach links im Bild (das mit den Himmelsrichtungen verschieben wir auf später, ja?).

Dann wäre ja die Zeitangabe aus dem Buch, laut der damals der Meridiandurchgang um 1:11 Uhr sein sollte, doch ganz realistisch? Und wenn er etwa 100 Minuten lang sichtbar ist, dann ist er etwa 50 Minuten nach dem Meridiandurchgang (in diesem Fall etwa um 2 Uhr) wieder weg. Da wird es dann mit den Zeitangaben aus Peters Tabelle und Stellarium wieder schwierig. Denn danach war der Meridiandurchgang für kurz vor halb drei angekündigt.

Sehe ich das jetzt richtig oder hab ich da wieder einen Knoten im Hirn?? Es wäre schon hilfreich, einigermaßen zu wissen, wann der Fleck wo in etwa grad zu sehen sein könnte. (Mit dieser Frage möchte ich jetzt nicht nur Dich allein martern, lieber Reinhard. Vielleicht hat auch von den anderen hier noch jemand Nerven dafür :oops:. Oder zumindest eine Meinung dazu. Hoffe ich mal.)

es hat mir keine Ruhe gelassen, so habe ich heute den 60mm/f15 FH auf die Montierung der Sternwarte adaptiert und eben mal damit und der ASI224mc Planetenkamera auf Jupiter gehalten. Das ist dabei raus gekommen:
Du entwickelst da ja jetzt richtig Ehrgeiz. Danke für die Bilder! Die machen die Sache ganz anschaulich.

recht nass um die Blase ähhh "blass um die Nase"
Kein Problem! Ich komm - solange es nicht grad Jupiters roten Fleck betrifft - mit beidem klar, gern auch in Kombination! :ROFLMAO:

Fazit:
- Ein Okular mit gutem Kontrast verwenden.
- Gute Bedingungen (Seeing / Durchsicht).
- Nochmal probieren wenn der GRF wieder intensivere Farbe zeigt.
- Im Netz habe ich noch gelesen, dass ein Grün-Filter am GRF gut wirken soll. Das erscheint mir plausibel, habe ich selber aber noch nicht probiert.
Ich hab vor, mir alle euere guten Tipps, die ich inzwischen zu diesem Thema bekommen hab, nochmal zu ordnen und das Wichtigste in meinem Beobachtungs-Tagebuch zu notieren. Damit ich dann nachts vor Ort nachschauen kann, wenn ich mal wieder nicht weiß, ob es die Okulare lieber warm als kalt mögen und ob unser Fluss in Sachen Planetenbeobachtung eher gut oder schlecht ist. Und so weiter.

Einen Grünfilter hab ich nicht. Ich werd es wohl mal mit meinem roten probieren. Aus dem Bauchgefühl heraus. Und, wenn ich sie schon beide dabei hab, vielleicht auch mit dem blauen.

Nochmal probieren wenn der GRF wieder intensivere Farbe zeigt.
Es besteht schon Hoffnung, dass der wieder dunkler wird? Oder löst er sich langsam auf? Falls man das überhaupt weiß.

Moin Sabine,
die Versuche von Dir und Reinhard, den GRF mit 60mm Öffnung zu erhaschen, haben mich angestachelt, es auch mal zu versuchen. Leider hat mir meine Altersschusseligkeit einen Streich gespielt. Die Tabelle weiter oben zeigte für den 25. zwei Durchgänge an. Ich hatte mich für 2.22 Uhr entschieden, da zu dieser Zeit mit klarem Himmel zu rechnen war. Ich war heute morgen auch rechtzeitig am Teleskop, und das dunklere nördliche sowie ein schwächeres südliches Band waren zu erkennen. Vom GRF keine Spur:(. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: heute ist ja schon der 26. _jungeschlagen: Ich werde es weiter versuchen , muss aber verstärkt auf das Datum achten!:jupiter:

Schusselige Grüße aus Schleswig-Holstein
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

dann hab ich also noch jemanden angesteckt! :D
Oh, ich kann Dir nachfühlen, wie bitter es ist, zu nachtschlafener Zeit den Jupiter anzustarren und den erhofften roten Fleck nicht zu sehen...

Wir werden es wieder versuchen!

ich streu' mal ein bisschen Salz in die Wunde, äh Suppe. ;)

Ach, Peter, muss das jetzt sein?! ;)
Es war grad so schön...
Du kennst meinen Ehrgeiz noch nicht, wenn ich mir mal was in den Kopf gesetzt habe!
Es wird passieren, ganz bestimmt, irgendwann!!

Und wenn es soweit ist, werdet ihr meinen Jubelschrei nicht überhören können...

Herzliche Grüße an alle, die hier dabei sind. Und vielen vielen Dank für euere tatkräftige Unterstützung!!
Nun wünsch ich uns allen - vor allem denjenigen, die jetzt ihre kleinen Refraktoren rausholen und diese Herausforderung genauso wie ich annehmen - möglichst bald wieder brauchbare Nächte dafür. Sieht leider die nächsten Tage bei uns gar nicht danach aus.

Bis bald!
Sabine
 

Lloyd69

Mitglied
die Begeisterung von Dir, Sabine, ist wirklich ansteckend. Ich habe mir gestern in den Wolkenlücken auch wieder mal den Jupiter visuell geschnappt :) Ohne GRF da vor dem "zu Bett" gehen aber trotzdem erstaunlich gutem Himmel ^^
 
Hallo schon wieder,

hier mal ein Link zu einem interessanten Beitrag zum Thema im Nachbarforum:
GRF mit dem 50/540 Zeiss FH

Bei meinem visuellen Test des 4mm Kellners letzte Nacht konnte ich deutlich Strukturen in den Wolkenbändern erkennen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich den GRF unter den recht guten Seeing-Bedingungen erkannt hätte, wenn er denn etwas farbintensiver gewesen und ich ein Stündchen früher dran gewesen wäre, wenn...

Viele Grüße & CS, Reinhard
 
Zuletzt bearbeitet:
die Begeisterung von Dir, Sabine, ist wirklich ansteckend. Ich habe mir gestern in den Wolkenlücken auch wieder mal den Jupiter visuell geschnappt :) Ohne GRF da vor dem "zu Bett" gehen aber trotzdem erstaunlich gutem Himmel ^^
Hallo Dietmar!
Schön, dass es hier immer mehr Leute werden, die ebenfalls nach dem GRF schauen.
Vielleicht wird das ja zu einer neuen Pandemie: Holt euer kleinstes Gerät raus und sucht den roten Fleck!
Diese Art von Viren verstreue ich gern... ;)

hier mal ein Link zu einem interessanten Beitrag zum Thema im Nachbarforum:
GRF mit dem 50/540 Zeiss FH
Hallo Reinhard,
es gibt noch ein anderes Astronomie-Forum??
Danke für den Link! Die erste Seite mit den Zeichnungen hab ich schon angeschaut, die sind wirklich beeindruckend. Den Rest nehm ich mir in einer ruhigen Minute auch noch vor.

Viele Grüße!
 
Hi nochmal,

Dann war der rote Fleck also um 1 Uhr 40 schon ein Stück über den Meridian hinaus. Das sehe ich doch jetzt richtig? Der Fleck bewegt sich im seitenumkehrenden Teleskop (wie meines eins ist und vermutlich Deines ebenso)
Nein das war nicht so. Ich hatte die Kamera ohne Zenitspiegel direkt am Okularauszug. In dieser Konfiguration ist das Teleskop sozusagen das Objektiv der Kamera, wie bei einem Fotoapparat. Das Bild ist dann aufrecht und seitenrichtig, die Kamera berücksichtigt die Drehung. Du merkst ja auch nicht, dass das Bild auf der Netzhaut Deiner Augen auf dem Kopf steht ;). Der GRF war also noch ein Stück vor dem Meridian.

Drei Teleskope, eines davon in einer eigenen kleinen Sternwarte mit Dach. Und diese seltsame "Schüssel" am rechten Bildrand hat bestimmt nichts mit Fernsehen oder so zu tun...
Naja, die "Sternwarte" ist eher ein Provisorium. Ein Dachlattengestell, bespannt mit Abdeckfolie aus dem Baumarkt und ein selbstgebasteltes "Cabrio-Dach" bespannt mit leichter LKW-Plane, also eher sowas wie ein Zelt. Das Teil ist aber sowas an nützlich, praktisch, alltagstauglich, unwetterfest... und und und, ich wundere mich, dass ich sowas noch sonst noch nirgendwo gesehen habe. Mehr dazu findest Du unter:
https://skyviewer.de/selbstbau/zelt-sternwarte-2/zelt-sternwarte-2.htm
Eigentlich ist was Anderes in der Mache, aus "organisatorischen Gründen" aber leider noch nicht fertig gestellt:
https://skyviewer.de/selbstbau/kuppel-2/kuppel-2.htm

Bei der Schüssel liegst Du schon ganz richtig, die war einmal für Sat-TV im Einsatz aber das war in den Anfangszeiten dieser Technik und ist jetzt schon bestimmt mehr als 20 Jahre her. Bei mir werkelt sie nun als Antenne in einem Radioteleskop zur Beobachtung der 21cm-Linie des neutralen Wasserstoffs in unserer Galaxie. Mehr dazu findest Du hier:
https://skyviewer.de/radioastronomie/21cm-radioteleskop-2/21cm-radioteleskop-2.htm

Jetzt hast Du erst mal wieder Lesestoff :giggle:.

LG & CS, Reinhard
 
Hallo nochmal!

Nun hab ich mir die wichtigsten Punkte in mein Beobachtungs-Buch notiert. Da dachte ich mir, dass es vielleicht noch irgend jemanden, der dieses Thema mitliest und der auch etwa auf meinem Wissensstand ist (einen oder zwei wird es doch noch geben, oder??), freuen könnte, wenn ich diese Zusammenfassung mal hier herein schreibe.

Jupiters Großen Roten Fleck im 60 mm Refraktor beobachten

> Es ist theoretisch machbar, für erfahrene Planetenbeobachter sogar ganz gut, für unerfahrene kann es schwierig werden.
> Der Beobachtungsort hat in Bezug auf die vorhergesagte Zeit der Meridianpassage keinen nennenswerten Einfluss, so lange man nicht in eine andere Zeitzone wechselt.
> Der Fleck erscheint etwa knapp alle 10 Stunden und bleibt für ungefähr 100 Minuten sichtbar. Aufgrund der Dynamik in Jupiters Wolkenbändern kann er seine Position verändern und Vorhersagen über seine Sichtbarkeit ein wenig daneben liegen.
> Im oben genannten Refraktor wird der GRF einem orangefarbenen Stecknadelkopf ähneln.
> Das benutzte Okular sollte eine Brennweite von 5 - 10 mm besitzen und Kontraste gut darstellen können.
> Ein Farbfilter (bevorzugt grün) könnte eventuell den Kontrast verbessern.

günstige Voraussetzungen für die Planetenbeobachtung:
> wenig Luftunruhe (heißen Asphalt, warme Gebäude meiden)
> Horizontnähe meiden (Jupi sollte möglichst hoch stehen)
> Dunstschleier stört nicht sehr, kann sogar gutes Zeichen für das "Seeing" (Luftunruhe) sein; Fluss und Feld sind gut


Tja, und nun die Sache mit der Vorhersage der Meridianpassage des GRFs

> Stellarium zeigt im herangezoomten Jupiter auch die Passage seines Großen Roten Flecks an. Um eine Verfälschung aufgrund des langen Wegs, das das Licht von dort zu uns benötigt, zu vermeiden, sollte die Einstellung "Lichtlaufzeiten berücksichtigen" im Register "Himmels- und Anzeigeoptionsfenster" unter dem Reiter "SSO" ausgewählt sein.

> Links zur Berechnung der Sichtbarkeit des Flecks:

Tabelle auf Himmelszelt.at
Galilean Moons of Jupiter
Transit Times of Jupiter's Great Red Spot von Sky & Telescope

> Und dann gibt es da noch dieses Jahrbuch "Der Sternenhimmel", das irgendwie anderer Meinung ist, was die Zeiten für die Sichtbarkeit des GRF ist. Warum auch immer.

Die Angaben der verlinkten Berechnungs-Tools und von Stellarium stimmen bei einem Vergleich, den ich gerade mit der vorausgesagten Sichtbarkeit am 27.8.21 um etwa 4:00 Uhr soeben gemacht habe, im Großen und Ganzen überein. Nur das Buch meint, die Meridianpassage sei an dem Tag um 2:49 Uhr. Was davon wirklich stimmt, kann ich nicht sagen.

Nun hoffe ich, dass ich hier nicht an irgend einer Stelle groben Unsinn reingeschrieben hab oder etwas Wesentliches vergessen.

Herzliche Grüße und gutes Gelingen!
Sabine
 

Ehemaliges Mitglied (32090)

Jupiter hatte am 20. August mit 600,367Mio km seine größte Erdnähe und entfernt sich wieder. Ich informiere mich deshalb immer auf
Entfernung der Planeten ob eine Beobachtung für meine kleine Öffnung noch erfolgsversprechend ist.

Grüße
 
Guten Morgen zusammen!

Nein, ich kann auch heute keine Erfolgsmeldung berichten. Die vorausgesagte Sichtbarkeit des GRF heute um ca. 4 Uhr hätte ich sowieso ausfallen lassen - wegen der Uhrzeit.

Aber es regnete heute Nacht bei uns auch, nachdem es abends zwischenzeitlich aufgeklart war und ich gern auch ohne roten Fleck noch kurz meinen speziellen Freund Jupiter mit dem Teleskop besucht hätte. Um ihm Gute Nacht zu sagen. Und um seine Oberfläche etwas besser kennen zu lernen.

Wenn ich meine Erfahrungen nehme und die obigen Lucky-Imaging Bilder sehe, dann denke ich, dass es echt schwer wird mit dem "60er Röhrchen" den GRF zu sehen.
Peter, Dein Einwand macht mir doch mehr zu schaffen, als mir lieb ist.

Ich glaub, als "Vorarbeit" ist es auf jeden Fall nicht schlecht, wenn ich versuche, überhaupt einen Blick für Jupiters Oberfläche zu bekommen. Das ist schon was, das man trainieren kann. Ich schau ja inzwischen auch andere Objekte am Nachthimmel nicht mehr so an, wie noch vor 2 Jahren, als ich anfing.

Bei Jupiter hab ich mich bis jetzt eher auf das Spiel seiner Monde konzentriert. Sicher, ihn selbst und seine Bänder hab ich schon auch mal angestarrt, um dort vielleicht mal den roten Fleck zu erkennen. Aber bisher eher mit dem Gefühl, dass das doch keine realistische Chance hat.

Und das sehe ich nun etwas anders. Denn, Peter, Du hast schon auch recht. Einfach wird es nicht und vielleicht irgendwann auch nur noch frustrierend. Wir werden sehen.

Angeregt durch Reinhards Link zu den Zeichnungen, möchte ich versuchen, Jupiters Oberfläche auch mal zu zeichnen. Um einen Blick dafür zu bekommen. Auch wenn der Fleck grade nicht sichtbar ist.

Wenn auf diesen Zeichnungen mal mehr als ein Kreis mit zwei Querstrichen zu sehen ist, von denen einer dicker ist als der andere, zeige ich sie euch hier. Das kann aber dauern. Denn so ein Blick für Jupiter entsteht nicht von heute auf morgen. Und das Wetter hat grad auch was gegen mich.

Aber dranbleiben werd ich auf alle Fälle! Ich bin stur, das weiß Jupiter nur noch nicht. ;)

Herzliche Grüße
und klare Nächte!
Sabine
 

Wolfgang-F

Mitglied
Moin Sabine,
Einfach wird es nicht und vielleicht irgendwann auch nur noch frustrierend.
als kleinen Mutmacher hier mal ein Link von einer Jupiterbeobachtung mit einem 63mm- Refraktor, sogar mit Zeichnung des GRF (ganz unten auf der Seite). Die Beobachtung liegt zwar schon 20 Jahre zurück, zeigt aber, dass es machbar ist. Ob der GRF damals besser zu sehen war als heute, weiss ich allerdings nicht.

LG
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,
als kleinen Mutmacher hier mal ein Link von einer Jupiterbeobachtung mit einem 63mm- Refraktor, sogar mit Zeichnung des GRF (ganz unten auf der Seite). Die Beobachtung liegt zwar schon 20 Jahre zurück, zeigt aber, dass es machbar ist. Ob der GRF damals besser zu sehen war als heute, weiss ich allerdings nicht
Das ist sehr nett von Dir, vielen Dank!
Liebe Grüße
Sabine
 

flamsteed_19

Mitglied
Hallo Sabine,

noch eine Bemerkung bezüglich der Filter. Nach meiner Erfahrung ist ein Hellblaufilter oder der Baader Skyglow (heißt jetzt Neodymium) sehr gut um die blasse Farbe des GRF gut hervorzuheben. Da Du schon einen Blaufilter besitzt: Nur Mut und rauf das Ding ;-).

CS Jochen
 
Hallo Jochen,

Da Du schon einen Blaufilter besitzt: Nur Mut und rauf das Ding ;-)
Dann also lieber den blauen als den roten als erste Wahl! Na, der wird sich freuen, wenn er auch mal aus seinem Döschen raus darf. :D
Vielen Dank, dass ihr mich wieder aufbaut!
Aber ein paar mahnende Worte zwischendurch, die mich mal wieder auf den Boden zurück holen, weiß ich schon auch zu schätzen. ;)

Liebe Grüße
Sabine
 

Antares

Mitglied
Hi Sabine
fürs Handy gibts ne App, JoveMoons. Da sieht man die wichtigsten Details der aktuellen Juppiansichten.
Vllt ist das was für Dich

Und Thema kleine und einfache Geräte:
Früher habe ich vielfach mit meinem LIDL Skylux 70/700 geschafft.

Mit einem Tak FS60c vom Kollegen war es auch möglich.

CS
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo in die Runde,

die letzte Nacht war für mich wie ein "kleiner Krimi". Nach einem regnerischen Tag war es bei uns abends zunächst schön klar. Der 60/f15 war noch auf der Montierung in der Sternwarte und Jupiter kam gegen 22:30 hinter Nachbars Haus hervor. Also eine gute Gelegenheit noch ein wenig zu testen.

Meinen Grün-Filter hatte ich auch schon rausgesucht, aber erst mal Jupiter ohne Filter. Beim ersten Schauen konnte ich schon erkennen, dass das Seeing für meine Verhältnisse hier sehr gut war, der Planet stand im 4mm Kellner Okular wie angenagelt. Also erst mal schauen was geht.

Mit etwas Ausdauer konnte ich die beiden äquatorialen Bänder mit Verdickungen, das nördliche natürlich deutlich kontrastreicher, und die polaren Bereiche als gräuliche Kappen erkennen. Das 4mm Okular ergibt bei 900mm Brennweite des Teleskops eine heftige Übervergrößerung, aber wie ich schon schrieb ist das bei meinen Augen von Vorteil und Jupiter ist ja hell genug.

So, nun den Grün-Filter rein. Hm, das Gewinde ist aber hakelig, ich habe ihn aber dann doch einschrauben können. Hui, der schluckt aber Licht, da muss man sich erst mal drauf einstellen. Nach intensiverem Schauen kann ich aber sagen, dass die Detailwahrnehmung zumindest nicht schlechter wurde. Das machte neugierig auf den GRF, aber der sollte ja erst gegen 4:00 Uhr in seiner günstigen Position sein, ob ich so lange durchhalte...

Ich habe dann erst mal geschaut was das TV so hergibt, nichts was mich vom Hocker haut, aber auf der Festplatte der TV-Box waren ja noch ein paar Beiträge "Männer-Fernsehen"... Nein nicht was Ihr jetzt denkt, das wäre ja schlecht für den Blutdruck ;). Ich habe mir dann zum Zeitvertreib zwei Folgen von DMAX über Goldschürfer in Alaska angeschaut, grade richtig um das Einschlafen zu verhindern und nicht zu anspruchsvoll.

Gegen 3:00 Uhr habe ich dann mal raus geschaut... dichte Wolkenschicht :(. Ein Blick ins Netz auf die aktuelle IR-Wolken Animation lies dann aber etwas Hoffnung auf eine temporäre Wolkenlücke in absehbarer Zeit aufkommen. Jetzt hatte ich schon so lange durchgehalten, also abwarten und Daumen drücken.

Kurz vor 4:00 bin ich dann wieder raus und es gab schon ein paar kleinere Wolkenlücken, genau richtig um die Zentrierung des Planeten im Okular zu kontrollieren. So eine gut eingenordete Montierung in einer Sternwarte ist schon was Feines, Jupiter war nach den etwa 2 Stunden "Blindflug" bei 225-facher Vergrößerung immer noch im Gesichtsfeld, sehr schön. Für mehr reichte es aber erstmal nicht.

Gegen 4:15 zog dann aber ein größeres wolkenfreies Feld rein und ich konnte los legen. Die Bedingungen waren etwas schlechter als am Abend, leichter Dunst und der Mond hellte diesen ziemlich auf, schlecht für den Kontrast. Außerdem stand Jupiter schon deutlich tiefer im Südwesten und lief auf einen Baukran zu, der unverschämter Weise genau im Wege stand. Das Seeing war aber sehr gut, der Planet zuckte im Okular nicht mal mit der Wimper, außer wenn ich das Röhrchen berührte.

Der Grün-Filter war noch im 4mm Kellner, also mit Ruhe die Details studieren. Bei der kleinen Austrittspupille gaukelten mir die kleinen Schwebeteilchen in meinen Augen sowie das eine oder andere Staubkorn im Okular einige nicht reale Details vor. Mit Ausdauer, langsamem Scannen mit der Nachführung und wanderndem Fixierpunkt beim Schauen, konnte ich ein dunkles Fleckchen in etwa der Mitte des südlichen äquatorialen Bandes mit Sicherheit ausmachen. Das muss der GRF gewesen sein, wobei besser gesagt der "kbGRF" (kleiner, blasser GRF). Zumindest mit Grün-Filter konnte ich ihn also mit 60mm Öffnung bei sehr gutem Seeing aber sonst mäßigen Bedingungen erkennen, auch wenn er dabei nicht rot erschien.

Zum Abschluss habe ich dann nochmal ohne Filter geschaut, den GRF konnte ich so aber nicht ausmachen. Jupiter erschien jetzt natürlich gleißend hell gegenüber der vorherigen Beobachtung, das war dann bestimmt auch nicht förderlich.

Das war nun der richtige Zeitpunkt das Faltdach zu schließen und den Hauptschalter umzulegen. Es war schon nach halb-Fünf als ich schließlich müde aber zufrieden unter die Bettdecke kroch. Zum Einschlafen brauchte ich aber noch eine Weile, ich war einfach noch zu aufgekratzt.

Fazit: Der GRF ist auch, trotz momentaner Farbschwäche, visuell mit 60mm Öffnung zu sehen, zumindest mit Filter.


@ Wolfganfg: Auf Deine interessante Seite zum Telementor bin ich bei der Recherche zum Thema auch schon gestoßen, sehr schön!


So, jetzt konnte ich zeigen, dass auch ich zu etwas längeren Berichten fähig bin :giggle:.

Viele Grüße, CS und viel Erfolg bei der GRF-Jagd,
Reinhard
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Abend!

die letzte Nacht war für mich wie ein "kleiner Krimi"
Du hast schon wieder eine Nacht durchgemacht?!
Brauchst Du keinen Schlaf?
Und mit Deiner Frau werd ich auch bald Ärger bekommen, weil ich Dich dazu angestiftet habe. :eek:

Danke für diesen ausführlichen und sehr lesenswerten Krimi-Bericht!
Und mit der Länge bekomme ich hier Konkurrenz, wie es aussieht. ;)

Ach, ich möchte auch so gerne Jupiter und seinen Fleck sehen!!
Aber bei uns ist der Himmel dicht, es zeigt sich nicht ein einziges Sternchen.

Herzliche Grüße und gute Nacht!
(Reinhard, heute wird nachts mal geschlafen!)
Sabine
 
Hallo zusammen!

Letzte Nacht konnte ich unerwarteterweise bei insgesamt schlechten Bedingungen ein wenig Jupiter beobachten. Der GRF war zu dieser Zeit nicht sichtbar, und es gibt keine spektakulären Neuigkeiten. Trotzdem möchte ich euch davon erzählen.

Hier die (überwiegend) sachliche Kurzversion:

> Zeitraum: ca. 0.30 Uhr bis 2.00 Uhr
> Ort: Balkon
> Bedingungen: ca. 12 Grad Lufttemperatur (ungemütlich kalt); sehr viele Wolken unterschiedlicher Höhe und Dicke; sehr feuchte Luft; nach Schließen der Balkontür weniger Luftunruhe als vorher; Mondlicht hell, aber durch die Bewölkung gedämpft
> Gerätschaften: natürlich mein 60 mm Refraktor; ein 20 mm Okular zum Auffinden und Zentrieren Jupiters, Verdopplungslinse plus 10 mm Okular für die Detailbetrachtung; Versuch mit Verdopplungslinse plus 6 mm Okular; Versuch mit Blaufilter
> Papier und Bleistift zum Zeichnen

Beobachtungen
> aufgrund der Bewölkung insgesamt schwierig, auch nur ein halbwegs scharfes oder gar kontrastreiches Bild zu bekommen
> Verdopplungslinse mit 10 mm Okular: die beiden Äquatorbänder deutlich sichtbar, wenn auch unscharf; ein drittes feines Band zwischen dem unteren Äquatorband und dem unteren Pol (keine Ahnung, ob das der Nord- oder der Südpol war) ebenfalls ganz gut erkennbar.
> der Versuch mit dem Blaufilter brachte ein "interessantes" Bild; könnte bei insgesamt besseren Bedingungen schon was mit dem Kontrast verbessern, muss mich insgesamt aber noch etwas "einsehen" in diese Darstellung
> der Versuch mit Vergrößerungslinse plus 6 mm Okular brachte auch nicht mehr Details oder eine andere Verbesserung; stattdessen wurde die Beobachtung insgesamt schwieriger aufgrund des winzigen "Durchgucklochs" (entschuldigt, mir fehlen noch grundlegende Vokabeln :oops:)
> Zeichnung: Kreis mit DREI Querstrichen..., lohnt sich nicht, sie hier zu zeigen!

Fazit: schlechte Bedingungen, aber insgesamt das Gefühl, mit meiner momentanen Strategie in Richtung GRF-Beobachtung auf dem richtigen Weg zu sein

(Grüße und Verabschiedung holen sich bitte alle, die es bei dieser Kurzdarstellung belassen wollen, am Ende des Beitrags ab) _maedchenhier:

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Ausführlichere Erzählung für alle, die sowas mögen ;)

Letzte Nacht, als ich gegen halb eins eigentlich schon zu Bett gehen wollte und bereits entsprechend gekleidet war, schaute ich aus Gewohnheit nochmal kurz auf den Balkon hinaus. Da waren unerwarteterweise Sterne zu sehen. Und als ich ganz an die Brüstung herantrat, sah ich, dass Jupiter schon so weit über das Hausdach herübergekommen war, dass ich ihn sogar vom Balkon aus ins Teleskop bekommen konnte - wenn ich dieses auf den Tisch stellte.

Also zog ich mir Winterpulli, Jacke, Mütze und ein weiters Paar Socken an (das Thermometer zeigte 12 Grad), ergriff mein bereits aufgebautes Teleskop samt Okular- und Filterschachtel und ging nach draußen. Im 20 mm Okular konnte ich Jupiter einfangen, wenn auch sehr unscharf aufgrund der Wolken, die mal dichter, mal dünner durchs Bild zogen.

Mir fiel ein, dass ich Jupiters Oberfläche ja zeichnen wollte. Deshalb ging ich nochmal rein, um Stift und Papier zu holen. Als ich wieder rauskam, war Jupiter weg. Die Wolken waren so dicht geworden, dass auch kaum noch ein Stern zu sehen war. Ich wollte nicht schon aufgeben. Deswegen holte ich mir Kissen und Decke und Musik samt Kopfhörer und machte es mir draußen bequem.

Nach ein paar Runden "Stella mystica" (mit wenig "Stellas" am Himmel und viel "Wolken-mystica) und noch einigen anderen Liedern wurde es kalt. Ich wollte schon aufgeben, da erschien Jupiter plötzlich wieder. Nix wie ran ans Teleskop!

Die Wolken wurden mal dünner, mal dichter, aber im 10 mm Okular mitsamt Verdopplungslinse konnte ich die beiden Äquatorbänder gut erkennen und auch noch ein drittes auf halber Höhe zum unteren Pol. Es dauerte jedoch nicht lange, da war Jupiter wieder völlig hinter Wolken verschwunden. Also wartete ich wieder. Und fror.

Saturn war da. Also gut, wenn Jupiter herumzickte, dann eben Saturn. Der wird sowieso langsam eifersüchtig - falls Planeten sowas werden. Aber vielleicht, wenn sie doch irgendwie ein Bewusstsein haben, dann sollte ich nicht einen von den beiden so offensichtlich vernachlässigen. Nicht, dass die beiden dort oben Zoff miteinander bekommen. Auch wenn, naja, ich erwähnte es schon. Für meinen Freund Jupiter tu ich so einiges. Für Saturn würde ich mich nicht so lange in die Kälte hinaus stellen. Er ist halt eher sowas wie "der Nachbar". Und Jupiter, ja Jupiter, ... Uns verbindet schon etwas Besonderes.

Nachdem Saturn etwas Pflicht-Aufmerksamkeit bekommen hatte (und ein guter Lückenfüller war), tauchte Jupiter wieder hinter den Wolken hervor. Da musste Saturn wieder zurückstecken. Der Arme, ich behandle ihn wirklich nicht gut...

In Verbindung mit der Verdopplungslinse probierte ich auch mal mein 6 mm Okular aus. Aber das war nicht wirklich besser. Es war - trotz des geringen Unterschieds zum 10 mm Okular doch viel schwieriger, Jupiter im Bild zu behalten bzw. ihn überhaupt rein zu bekommen. Deshalb wechselte ich wieder zum 10 mm Okular.

Das mit dem Blaufilter wollte ich auch ausprobieren. Ich schraubte ihn drauf und sah mir die Sache an. Naja, interessant schaute Jupiter jetzt schon aus. Und schön blau. Aber durch die Wolken war die Beobachtung insgesamt schwierig und das Bild unscharf. Ich kann mir allerdings wirklich vorstellen, dass der Filter bei besseren Bedingungen etwas am Kontrast verbessern kann. Wenn ich diese Art, Jupiter zu sehen, auch etwas besser kennengelernt habe.

Ich nahm den Filter wieder heraus und zeichnete noch ein wenig das, was ich auf Jupiters Oberfläche gesehen hatte. Naja, es wurde ein Kreis mit drei anstelle der früher mal vermuteten zwei Querstriche. Nichts, was sich lohnen würde, euch zu zeigen. Aber immerhin!

Eine Uhr schlug zwei. Höchste Zeit fürs Bett! Das mit den Wolken würde nicht mehr besser werden. Und durchgefroren war ich auch. Außerdem fühlten sich Teleskop, Kissen und meine Kleidung feucht an. Also räumte ich alles rein, machte mir eine Wärmflasche und packte mich im Bett gut ein. Dort notierte ich meine Beobachtungen noch, und als alles fertig war, ging es schon auf drei Uhr zu. Natürlich konnte ich auch nicht gleich einschlafen.

Bin gespannt, wie die Mission GRF und ihre Vorarbeiten weitergehen. Das mit dem langsamen Herantasten und "Einsehen" ist, glaub ich, eine ganz gute Strategie. Es war auch ein besonderes Erlebnis, mal über längere Zeit und in Ruhe Jupiters Oberfläche zu studieren. Das ist anders, als nur einen schnellen Blick darauf zu werfen und dann mit einem anderen Objekt weiter zu machen. Da kommt irgendwie Ruhe rein, Entspannung, ein Sich-aufeinander-einlassen. Es war etwas Besonderes, Jupiters Bänder immer wieder in den irdischen Wolken auftauchen und verschwinden zu sehen. Und so lange und innig mit meinem speziellen Freund verbunden gewesen zu sein. Auch wenn er zeitweise etwas herumzickte.

Das Vorhaben GRF werde ich auf alle Fälle fortsetzen. Und da Jupiter nun endlich halbwegs zeitig auf meinem Balkon erscheint, wird es nun immer einfacher, abends noch schnell (oder langsam) einen Blick auf ihn zu werfen.

So, nun bin ich gespannt, wie das mit der Müdigkeit heute Nachmittag auf der Arbeit wird. Naja, aber für Jupiter... ;)

Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag!

Herzliche Grüße
Sabine
 

AstroPZ

Mitglied
Hi Sabine,

zeichnen ist eine der besten Methoden die Beobachtungsfähigkeiten zu verbessern, aber halt sehr anstrengend und mühsam.
Also weiter so, wenn du überhaupt die Chance hast den GRF im 60er zu sehen, dann mit solchen (Vor-)Übungen.

Aber bei den Filtern bin ich mir nicht sicher.
Von der Theorie her müsste man eigentlich einen Farb-Filter nehmen der das Rosa/Rot des GRF sehr gut duchlässt.
Das ist dann ein Rosa/Rot-Filter.

"Eigentlich" deswegen weil ich kein guter Planeten Beobachter bin und da nicht viel Erfahrung habe.

Gruß
Peter
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Aber bei den Filtern bin ich mir nicht sicher.
Von der Theorie her müsste man eigentlich einen Farb-Filter nehmen der das Rosa/Rot des GRF sehr gut duchlässt.
Das ist dann ein Rosa/Rot-Filter.
Zur Kontraststeigerung empfiehlt sich eher ein Filter in der Komplementärfarbe, also Cyan- oder Blau/Grün:

S&T - Jupiter: The Ultimate Observing Guide

As a general rule, choose a filter with a color opposite that of the feature you want to observe. For example, the Great Red Spot (GRS) and reddish brown belts are best seen with blue filters such as Wratten 82A (light blue), 80A (medium blue), or 38A (blue).

Wie gut das aber funktioniert, hängt dann sehr von der tatsächlichen Farbe und Helligkeit des Flecks selbst und der des umgebenden südäquatorialen Gürtels ab und diese unterliegen erheblichen Schwankungen:

Great Red Spot

The Great Red Spot varies greatly in hue, from almost brick-red to pale salmon or even white. The spot occasionally disappears, becoming evident only through the Red Spot Hollow, which is its location in the South Equatorial Belt (SEB). Its visibility is apparently coupled to the SEB; when the belt is bright white, the spot tends to be dark, and when it is dark, the spot is usually light. These periods when the spot is dark or light occur at irregular intervals; from 1947 to 1997, the spot was darkest in the periods 1961–1966, 1968–1975, 1989–1990, and 1992–1993.

Wikipedia
 

CHnuschti

Mitglied
Nun für sowas im kleinen Gerät oder aber sowieso, empfehle ich grundsätzlich, es sich ohne Vorkenntnis anzuschauen, sich ein Urteil bilden, was man gesehen hat, und danach in Stellarium usw. nachzusehen, ob es stimmt. ;) Die genaue Vorkenntnis ist IMO eher hinderlich bzw. begünstigt, etwas gesehen zu haben, das man sehen will. ;)

Mit meinen KOSTBAREN 88mm, aber ohne Filter-Chichi, kann ich Folgendes bestätigen. Bei SEHR guten Bedingungen. Ausgehend vom aktuellen Bild von @Reinhard_Lauterbach in #26, das zweite, ist ersichtlich, wie das untere Band beim GRS beinahe endet in Sachen Dunkelheit. Das konnte ich nun -unvoreingenommen- bei der Betrachtung in 143x, das höchste der Gefühle hier, eindeutig feststellen visuell. Die Aufmerksamkeit auf das Gebiet erbrachte aber keine weitere Feststellungen. Nachträglich nachgeprüft war es tatsächlich die Stelle mit dem GRF.

Insofern kann ich bestätigen, gesehen zu haben, dass der GRS nicht zu sehen war. ;)

Gruss
 
Guten Abend liebe Peters
und genauso an alle anderen!

Wenn wir die Farbe des Flecks jetzt mal als rötlich definieren, dann wäre der von Reinhard erwähnte Grünfilter einer in der Komplementärfarbe. Grün ist eine Mischung aus Gelb und Blau.

Nehmen wir nun mal an, ich hätte einen Grünfilter, dann würden durch das Grün alle Farb-Anteile im Bereich von Gelb über Grün bis einschließlich Blau herausgefiltert. Hindurchgelassen würden nur noch die rötlichen Anteile (die möchten wir in Sachen GRF ja sehen). Diese liegen im Farbkreis Grün gegenüber und sind also dessen Komplementärfarbe.

Da ich keinen Grün-, aber einen Blaufilter habe, ist dieser in meinem speziellen Fall also die zweitbeste Wahl. Denn der filtert zumindest die Blauanteile heraus.

Wäre jetzt mal meine Logik dazu.

Was haltet ihr bezüglich des GRF von einem OIII-Filter? So einer langweilt sich bei mir ebenfalls.

Der Mondfilter kann höchstens die Helligkeit etwas dämpfen. Aber vielleicht hilft auch das, wenn Jupiter zu sehr blendet und es deshalb schwierig ist, Details auf seiner Oberfläche zu erkennen. Denke ich.

Werd auf jeden Fall dranbleiben!

Vielen Dank für euere Hilfestellungen und Ideen zu dem Thema!

Herzliche Grüße
Sabine
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Nehmen wir nun mal an, ich hätte einen Grünfilter, dann würden durch das Grün alle Farb-Anteile im Bereich von Gelb über Grün bis einschließlich Blau herausgefiltert. Hindurchgelassen würden nur noch die rötlichen Anteile (die möchten wir in Sachen GRF ja sehen). Diese liegen im Farbkreis Grün gegenüber und sind also dessen Komplementärfarbe.
Nein, ein Grünfilter lässt Grün durch und dämpft Rot. Damit würde der GRF, soweit er wirklich rötlich ist, abgedunkelt.

Man sollte von solchen Farbfiltern keine Wunder erwarten. Das folgende Youtube-Video gibt eine Vorstellung davon:

Jupiter mit Farbfiltern

Viele Sternfreunde bevorzugen anstelle von Fabfiltern Neutraldichtefilter zur Dämpfung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo in die Runde,

machen wir zur Wirkung des Filters mal ein kleines Gedankenexperiment:

Nehmen wir mal an, der Jupiter wäre total weiß und hätte nur den knallroten Fleck.

Das Grün-Filter lässt nur grünes Licht durch und blockt alle anderen Farben total ab.

Was sehen wir nun?

Wir sehen einen grünen Jupiter mit tief schwarzem Fleck.

Nun ist der reale rote Fleck recht blass, er hat also auch noch andere Farbanteile außer Rot. Trotzdem ist das Verhältnis von Rotanteil zu den restlichen Farben größer als auf dem Rest Jupiters. Das führt dazu, dass die Gesamtintensität im GRF stärker gedämpft wird als im Rest Jupiters, was sich als dunkler Fleck auf dem sonst grünen Jupiter mit seinen dunkler grünen Wolkenbändern abzeichnet. Die Dämpfung ist im Bereich des GRFs also stärker als auf dem restlichen Planeten, was einen Kontrastgewinn und somit eine höhere Chance bei der Erkennung des GRFs bewirkt.

Ich hoffe, dass ich das jetzt einigermaßen verständlich habe rüber bringen können.

Bei meiner Beobachtung konnte ich den dunklen Fleck eindeutig erkennen, auch wenn das nicht einfach war.
Die Bedingungen waren nicht optimal und der GRF ist zur Zeit eher blass.
Bei besseren Bedingungen und farbintensiverem GRF sollte er mit einem Grün-Filter also leichter zu erkennen sein.

Er ist so natürlich nicht rot, aber trotzdem eindeutig zu sehen.


Ich habe den kleinen Refraktor mittlerweile wieder abgebaut, da für mich die Frage geklärt und die Angaben im Netz bestätigt sind.

Viele Grüße & CS,
Reinhard
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen!

Nein, ein Grünfilter lässt Grün durch und dämpft Rot. Damit würde der GRF, soweit er wirklich rötlich ist, abgedunkelt.
Das Grün-Filter lässt nur grünes Licht durch und blockt alle anderen Farben total ab.

Was sehen wir nun?

Wir sehen einen grünen Jupiter mit tief schwarzem Fleck.
Dann war ich da gestern gedanklich auf dem Holzweg. Danke für die Klarstellung! :y:

machen wir zur Wirkung des Filters mal ein kleines Gedankenexperiment:

Nehmen wir mal an, der Jupiter wäre total weiß und hätte nur den knallroten Fleck.

Das Grün-Filter lässt nur grünes Licht durch und blockt alle anderen Farben total ab.

Was sehen wir nun?

Wir sehen einen grünen Jupiter mit tief schwarzem Fleck.

Nun ist der reale rote Fleck recht blass, er hat also auch noch andere Farbanteile außer Rot. Trotzdem ist das Verhältnis von Rotanteil zu den restlichen Farben größer als auf dem Rest Jupiters. Das führt dazu, dass die Gesamtintensität im GRF stärker gedämpft wird als im Rest Jupiters, was sich als dunkler Fleck auf dem sonst grünen Jupiter mit seinen dunkler grünen Wolkenbändern abzeichnet. Die Dämpfung ist im Bereich des GRFs also stärker als auf dem restlichen Planeten, was einen Kontrastgewinn und somit eine höhere Chance bei der Erkennung des GRFs bewirkt.

Ich hoffe, dass ich das jetzt einigermaßen verständlich habe rüber bringen können.
Ja, zumindest mir wurde die Wirkungsweise von Farbfiltern - hier im Bezug auf Jupiter und seinen Fleck - nun klarer. :)

Ich habe den kleinen Refraktor mittlerweile wieder abgebaut, da für mich die Frage geklärt und die Angaben im Netz bestätigt sind.
Lieber Reinhard,

ja, meine Ausgangsfrage wurde inzwischen geklärt. Vielen Dank nochmal für Deine engagierte Unterstützung hierbei. Vor allem auch Deine Fotos konnten mir einen Eindruck davon vermitteln, was ich in meinem Teleskop in Sachen GRF erwarten kann. Sie bieten mir auch weiterhin eine gute Orientierungshilfe, um das Gesehene mit der "Lage vor Ort" vergleichen zu können. Auch die zeitlichen Vorhersagen für die Sichtbarkeit des GRF der weiter oben verlinkten Quellen im Netz konntest Du so bildhaft bestätigen.

Dann viel Spass und Erfolg bei Deinen weiteren astronomischen Beobachtungen! Und bis vielleicht bald mal wieder an anderer Stelle hier im Forum - würde mich sehr freuen!
______________________________________________________________

Und nun wende ich mich nochmal an alle.

Meine Frage wurde mit der Hilfe von vielen von euch facettenreich beantwortet. Dafür auch an euch alle ein ganz herzliches Dankeschön! :y:
Aus der anfänglichen Fragestellung hat sich für mich inzwischen ein Projekt "Kennenlernen von Jupiters Oberfläche mit vielleicht irgendwann einer Sichtung bzw. Identifizierung des GRF als Krönung" entwickelt.
Deshalb denke und hoffe ich, dass es thematisch schon in Ordnung ist, wenn sich die Dinge hier in diese Richtung vorangearbeitet haben und dies vielleicht auch noch ein wenig weiter tun. :unsure:

Da von einigen das Interesse an meinem Fortschreiten in diesem Projekt bekundet wurde, werde ich hier auch weiterhin immer wieder mal davon berichten - von meinen Erfahrungen auf diesem Weg, den (zu erwartenden) Enttäuschungen, und vielleicht kommt auch irgendwann der erhoffte Jubelschrei, wenn es soweit ist.

Es wäre schön, wenn ihr mich auf diesem Weg zu Jupiters GRF hier auch noch ein wenig weiter begleiten würdet! Wenn ihr mich bei zu euphorischen Höhenflügen in die Realität zurückholen, mich von gedanklichen Holzwegen wieder in die Spur bringen oder auch einfach mal ein wenig anfeuern oder voranschubsen würdet, wenn es zu steinig wird. Und falls mal jemand einen konkreten Tipp hat - wird immer gern genommen! :)

Ebenso würde ich mich freuen, auch noch weiter von eueren eigenen Erfahrungen zum Beobachten des GRF mit kleinem Teleskop hier zu lesen. Falls noch jemand etwas dazu sagen möchte. Jeder sieht die Sache etwas anders, und durch jede dieser Schilderungen wird für mich (und hoffentlich auch für andere, die hier mitlesen und ein ähnliches Interesse haben) plastischer, was in dieser Hinsicht erwartet werden kann. Genauso lieferten mir (und hoffentlich auch einigen Anderen) euere Berichte hier schon viele neue Impulse, wie man an das Beobachten des GRF mit kleiner Optik herangehen könnte.

In diesem Sinne sage ich nun:
Bis vielleicht bald wieder hier an dieser Stelle!
Und noch einmal danke für euere Beiträge! Euer vielfältiges Fachwissen ist unglaublich! Danke, dass ihr mir damit hier schon so großzügig zur Seite gestanden habt!! :y::y::y:

Herzliche Grüße
Sabine
 
Hallo an alle!
Und schon wieder mal ich... :eek:

Der September steht vor der Tür und Peters Liste mit den GRF-Meridiandurchgängen endet demnächst. Deshalb brütete ich gerade über der Seite von S & T und begann damit, die Termine für September in mein "Sternenhimmel"-Jahrbuch zu schreiben. Das wurde mir schnell zu verwirrend. Peters Liste war da viel übersichtlicher. Also schrieb ich mir selbst eine solche Liste für die erste Hälfte des Septembers.

Diese Terminliste möchte ich gern hier mit euch teilen. Denn ich denke, das interessiert nicht nur mich allein. :)

@P_E_T_E_R
Peter, ich weiß nicht, wie Du es geschafft hast, diese schöne und übersichtliche Liste hier herein zu bekommen, die man zwischen all den Beiträgen auch schnell wiederfinden kann, um darauf nachzuschauen, wann denn der nächste günstige Termin ist. Ich hab es nur zu einer PDF-Datei geschafft, die ich unten anhänge. Hoffentlich klappt das alles und ihr könnt damit auch wirklich etwas anfangen.

Liebe Grüße und einen schönen Abend
Sabine
 

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  • GRF erste Hälfte September.pdf
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