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Anschaffung einer neuen Ausrüstung

Henning_

Mitglied
Hallo Leute,

nach vielen, vielen Jahren Abstinenz von der Astronomie möchte ich nun wieder einsteigen. Da ich großes Interesse an der Fotografie habe, würde ich mir gerne wieder eine Ausrüstung anschaffen, die primär auf die Astrofotographie ausgerichtet ist. Bin erstaunt was sich da technisch in den letzten Jahren getan hat. Komme aus einer lichtverschmutzen Umgebung, bin also mit dem Thema Deep Sky eher etwas vorsichtig, aber schwerpunktmäßig sehr daran interessiert.
Aber zurück zum Thema: Ich habe an eine kleine, feine und ausbaufähige Ausrüstung gedacht. Im Blick habe ich dabei folgende Gerätschaften:

Optik:
1. William Optics AP 61/360 bzw.
1. William Optics, AP 73/430 oder AP 71/420

Kleines Leitrohr:
50 mm o.ä.

Guiding:
ZWO ASI 120MM Mini Mono

Unklar sind bei mir auf jeden Fall noch die Hauptkamera (habe noch eine alte Canon 450d hier rumliegen, lohnt sich da heute noch ein Astro-Umbau?) bzw. die passende Montierung. Insbesondere die Montierung soll natürlich ausbaufähig, auch im Hinblick auf etwas größere Gerätschaften sein.
Was meint ihr zu der Auswahl, was fehlt (auch an kleinerem Zubehör, Software usw.) und worauf sollte ich außerdem noch achten? Und falls die Frage nach dem Budget aufkommt. Ich bin flexibel, will aber nicht gleich viele Tausend Euro ausgeben. Was sollte ich ungefähr an Budget einplanen?

Grüße
Henning
 

maximilian

Mitglied
Hallo!

Hier: Was haltet ihr von folgender Kombination: gibt es gerade einen sehr ähnlichen Thread von jemandem, der mit einem kleinen (Öffnung, nicht Preis...) APO Refraktor vorzugsweise Astrofotografie betreiben will. Vielleicht lässt sich da ja eine gemeinsame Lösung finden?

Wie dort schon möchte ich auch hier eine gute Montierung als Basis der ganzen Aktivität empfehlen. Ohne die macht es keine Freude. Solide, tragfähig, zukunftssicher. Vielleicht nicht gleich ein Kauf fürs Leben, aber ein paar Jahre sollte man damit schon zurechtkommen. So ein William und eine Prismenschiene und ein Sucher und ein Leitrohr und Kamera(s) und Kabel und Kleinkram kommen zusammen irgendwo zwischen 5 und 10kg raus. Brauchst Du also eine Montierung, die 20 kg für visuelle Beobachtungen tragen kann, um ausreichende Reserven zu haben. Besser gleich eine bis 30kg, dann trägt sie auch das nächste Fernrohr noch. iOptron CEM60 oder sowas.

Viele Grüße
Maximilian
 

Henning_

Mitglied
Hallo Maximilian,

danke für den Hinweis auf den Nachbar-Thread. Du hast recht, im Prinzip ist die Ausgangslage vergleichbar.

Also ich finde auch, dass die Montierung eine solide Basis sein muss. Daher ja auch meine etwas offene Fragestellung. Habe mich schon ein wenig umgesehen, da war auch die iOptron CEM60 dabei. Mit Encoder aber neu bei 3000€, das ist eine Ansage. Wie siehts mit einer Skywatcher EQ6-R oder HEQ5 aus? Was gibt es noch an Alternativen? Celestron vieleicht, CGEM?

Vielleicht auch noch ergänzend: Gibt der Gebrauchtmarkt was her?
 

Der_Peter

Mitglied
...
Komme aus einer lichtverschmutzen Umgebung, bin also mit dem Thema Deep Sky eher etwas vorsichtig, aber schwerpunktmäßig sehr daran interessiert.
...

Hallo Henning,

mir geht es ähnlich. Der Nachteil an jeder DSLR / DSLAM ist, dass sie mit einem Color-Chip arbeiten und auch nach Astromodifikation i.d.R. nicht gekühlt sind.

Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, in DSLR-Technik nichts mehr zu investieren, sondern irgendwann wg. der Lichtverschmutzung und thermisch immer gleichen, kontrollierten Aufnahmebedingungen gleich zu einer gekühlten Mono-Kamera mit Filterrad und Schmalbandfiltern "zu greifen".

Ich liebäugele mit einer lt. Foren vielfach bewährten ZWO ASI 1600 MM Pro oder gleich einer Kamera mit integriertem Filterrad, ZWO hat vor ein paar Tagen eine ASI 1600GT angekündigt.

Hier kannst Du schon mal Preise checken:

Zu den feinen, kleinen Teleskopen:
Immer gleich nach einer Lösung mit Flattener (bereits eingebaut oder additiv zu adaptieren) sehen, denn sonst schlägt die Bildfeldwölbung zu. Wenn Du es noch "edler" als WO haben möchtest, wären für Dich auch die Instrumente von Takahashi hochinteressant, je nach Anspruch und Geldbeutel... ;)
 
Zuletzt bearbeitet:

Der_Peter

Mitglied
Nachtrag: Die rel. neue EQ6-R, nach der Du gefragt hast, wäre auch was, ist aber sauschwer, zumindest meine. :D
Eine HEQ5 würde sicher reichen; ein Bekannter setzte die mit einem 6" Newton fotografisch erfolgreich ein. Sie hat aber keinen Riemenantrieb.

Zu iOptron gibt es seeeeehr unterschiedliche Erfahrungsberichte; ich trau' mich hier kein Urteil abzugeben.
 

maximilian

Mitglied
Hallo Henning,

Vielleicht auch noch ergänzend: Gibt der Gebrauchtmarkt was her?

Die einfache CEM60 (ohne Encoder) soll im Sommer hier wieder lieferbar sein und kostet nur knapp über 2000 Euro. Bei iOptron jetzt schon im Sonderangebot für 2200$ auf der Webseite.

Und ja, der Gebrauchtmarkt gibt einiges her. Ich habe letztes Jahr eine iEQ45 pro hier im Bieteboard für unter 1000 Euro gefunden mit der ich sehr zufrieden bin und die für mein C8 vollkommen ausreicht. Diese Woche noch ein Stativ fürs Leben dazugekauft, das allerdings fast nochmal so viel gekostet hat. Ein Kollege hat neulich eine EQ6 sehr günstig verkauft, so weit ich weiß für weniger als 500 Euro. Mit der kann man natürlich auch schon viel machen, aber die iOptrons sind deutlich rückenschonender im Einsatz.

Viele Grüße
Maximilian
 

Henning_

Mitglied
Ich liebäugele mit einer lt. Foren vielfach bewährten ZWO ASI 1600 MM Pro oder gleich einer Kamera mit integriertem Filterrad, ZWO hat vor ein paar Tagen eine ASI 1600GT angekündigt.

Hier kannst Du schon mal Preise checken:

Zu den feinen, kleinen Teleskopen:
Immer gleich nach einer Lösung mit Flattener (bereits eingebaut oder additiv zu adaptieren) sehen, denn sonst schlägt die Bildfeldwölbung zu. Wenn Du es noch "edler" als WO haben möchtest, wären für Dich auch die Instrumente von Takahashi hochinteressant, je nach Anspruch und Geldbeutel... ;)

Nachtrag: Die rel. neue EQ6-R, nach der Du gefragt hast, wäre auch was, ist aber sauschwer, zumindest meine. :D
Eine HEQ5 würde sicher reichen; ein Bekannter setzte die mit einem 6" Newton fotografisch erfolgreich ein. Sie hat aber keinen Riemenantrieb.

Zu iOptron gibt es seeeeehr unterschiedliche Erfahrungsberichte; ich trau' mich hier kein Urteil abzugeben.

Hallo Peter,

danke für Deine Meinung bzgl. DSLR vs. Mono CCD. Die ZWO Kameras sind ja im Vergleich preislich durchaus attraktiv, wo kommen die eigentlich her? China? Guider gibt es von ZWO auch, dann hätte man ja direkt die passende Kombi ;).

Was WO und die Foto-APO's betrifft: Ich bin jetzt nicht zwangsläufig auf WO festgelegt, aber die machen wirklich Geräte, die offensichtlich eine anständige Qualität bieten. Habe bisher jetzt noch nichts negatives über WO gefunden, eher immer nur Lob. Aber da ist der Flattener optional, also kann ich locker noch mal 200 € drauf rechnen. Takahashi ist interessant, aber vor dem Hintergrund meiner Gesamtanschaffung etwas über dem Budget.

EQ6-R erscheint mir von Preis-/Leistungsverhältnis interessant. Was ist die Problematik bei iOptron, kannst Du mich auf die Spur schicken?

Hallo Henning,

Die einfache CEM60 (ohne Encoder) soll im Sommer hier wieder lieferbar sein und kostet nur knapp über 2000 Euro. Bei iOptron jetzt schon im Sonderangebot für 2200$ auf der Webseite.

Und ja, der Gebrauchtmarkt gibt einiges her. Ich habe letztes Jahr eine iEQ45 pro hier im Bieteboard für unter 1000 Euro gefunden mit der ich sehr zufrieden bin und die für mein C8 vollkommen ausreicht. Diese Woche noch ein Stativ fürs Leben dazugekauft, das allerdings fast nochmal so viel gekostet hat. Ein Kollege hat neulich eine EQ6 sehr günstig verkauft, so weit ich weiß für weniger als 500 Euro. Mit der kann man natürlich auch schon viel machen, aber die iOptrons sind deutlich rückenschonender im Einsatz.

Viele Grüße
Maximilian

Hallo Maximilian,

ich würde natürlich den Gebrauchtmarkt im Auge behalten, einfach um vielleicht das eine oder andere Schnäppchen machen zu können, klar. Von den iOptrons sind mir bisher noch sehr wenige aufgefallen. Aber ich bin ja auch erst gerade angefangen mich zu orientieren. Und die Entscheidung für eine Montierung werde ich nicht ad hoc treffen. Was meinst Du mit dem Punkt "rückenschonender"? Geht's um die Arbeitshöhe?
 

Der_Peter

Mitglied
Hallo Henning,

ZWO ist "natürlich" China-Ware, aber nach meinen Erfahrungen "recht gute". Wenn was nicht gut funktioniert, bringen sie ziemlich schnell eine neue Version. Ob sie die alten dann günstig tauschen, keine Ahnung...

iOptron: Natürlich auch China-Ware. Bei uns offenbar nicht so verbreitet wie die China-Ware von Syntha (= Celestron, Skywatcher...) und m.E. nicht so lange am Markt, wie die Teile von Skywatcher oder Celestron.
Manche sind von iOptron begeistert und das Marketing-Material liest sich auf dem Papier immer hervorragend. Sieht - zumindest auf dem Papier - so aus, als würde iOptron bei geringerem Gewicht als Skywatcher das Gleiche tragen => scheinbar rückenschonender???.
Aber da habe ich keine Vergleichs-Erfahrung und kann nicht sagen, ob das eine Marketing-Ente ist oder nicht.

Nachtrag: Ich habe als simple Foto-Montierung den iOptron Skyguider Pro ("SGP") und nicht den Skywatcher Star Adventurer und der SGP scheint gut zu funktionieren. Das lässt mich aber nicht auf die erwachsenen Montierungen schließen.

Wenn Du europäische oder US-Ware haben willst, musst Du Dich z. B. bei Fornax, Losmandy, 10Micron, Avalon Instruments, PlaneWave, Astro-Physics etc. umsehen.
 
Zuletzt bearbeitet:

maximilian

Mitglied
Hallo!

Was meinst Du mit dem Punkt "rückenschonender"?

Peter hat es ja schon geschrieben, die iOptrons haben bei gleicher Tragfähigkeit ein deutlich geringeres Eigengewicht als die Konkurrenz. Die grundlegende Konstruktion ist deutlich moderner, die neueren „großen“ Montierungen, z.B. von Celestron, sind inzwischen ähnlich aufgebaut. Wie bei allem anderen auch ist es natürlich am besten, wenn man es sich selbst im Betrieb anschaut. Ich hatte jahrelang eine Synta Montierung (EQ-5) und bei Kollegen EQ-6 im Einsatz gesehen und selbst auch noch eine NexStar Montierung von Celestron und würde meine iOptron für sowas nicht mehr hergeben wollen. Der Firmensitz ist in den USA, die Fertigung aber in China - so wie auch bei Apple :)

Grüße
Maximilian
 

Henning_

Mitglied
Wenn Du europäische oder US-Ware haben willst, musst Du Dich z. B. bei Fornax, Losmandy, 10Micron, Avalon Instruments, PlaneWave, Astro-Physics etc. umsehen.

Ich bin nicht prinzipiell der China-Ware abgeneigt, zumal man ja auch viel gutes von Skywatcher usw. hört. Was ich nicht bedacht habe ist, dass davon natürlich auch das Budget beeinflusst wird. Wenn ich das mal so überschlage, dann liege ich mit dem kleinen WO, iOptron CEM60, Guidesscope, Guidecam, Mono CCD plus diverse Kleinteile (und Stativ natürlich) sogar schnell bei (neu!) über 5000€ :eek:. Ähm, das ist ne Ansage!

Die grundlegende Konstruktion ist deutlich moderner, die neueren „großen“ Montierungen, z.B. von Celestron, sind inzwischen ähnlich aufgebaut. Wie bei allem anderen auch ist es natürlich am besten, wenn man es sich selbst im Betrieb anschaut.

Worauf bezieht sich das "moderner"? Einfach nur im Hinblick auf die Konstruktionsweise oder auch auf die damit verbundene grundlegende mechanische Stabilität bzw. Genauigkeit der Nachführung?
 

Der_Peter

Mitglied
Ich bin nicht prinzipiell der China-Ware abgeneigt, zumal man ja auch viel gutes von Skywatcher usw. hört. Was ich nicht bedacht habe ist, dass davon natürlich auch das Budget beeinflusst wird. Wenn ich das mal so überschlage, dann liege ich mit dem kleinen WO, iOptron CEM60, Guidesscope, Guidecam, Mono CCD plus diverse Kleinteile (und Stativ natürlich) sogar schnell bei (neu!) über 5000€ :eek:. Ähm, das ist ne Ansage!
...

Nein, das ist normal. Aus den 5.000,- können auch leicht 10.000,- werden; je nach Anspruch. Aber hier geht's ja um Hobby und nicht um effizienten Ressourcen-Einsatz. Hobby darf beliebig viel Zeit und Geld kosten und dieser Einsatz wird von Außenstehenden sowieso nicht verstanden... :D

Wenn Du große Turbinen-getriebene Modelle fliegen, Rennen fahren und Dein Auto / Motorrad tunen würdest, wäre es finanziell ähnlich - dramatisch.
 

Henning_

Mitglied
Nein, das ist normal. Aus den 5.000,- können auch leicht 10.000,- werden; je nach Anspruch. Aber hier geht's ja um Hobby und nicht um effizienten Ressourcen-Einsatz. Hobby darf beliebig viel Zeit und Geld kosten und dieser Einsatz wird von Außenstehenden sowieso nicht verstanden... :D

Wenn Du große Turbinen-getriebene Modelle fliegen, Rennen fahren und Dein Auto / Motorrad tunen würdest, wäre es finanziell ähnlich - dramatisch.

Klar, keine Frage. Meine Erwartungshaltung war etwas anders, da ich dachte: "Okay, schraub Deine Ansprüche im Hinblick auf Größe der Optik herunter, setze eher auf Qualität mit einer kleinen, feinen Gerätekombination. Dann hast Du lange daran Spaß." Letzteres wird sicherlich auch der Fall sein.

Trotzdem, es wird wohl wirklich Sinn machen, einen Blick auf den Gebrauchtmarkt zu werfen. Lassen sich damit ggf. noch mal ein paar Euros sparen?! Zumal ich ja auch in Richtung Astrofotografie noch eine steile Erfahrungs- und Frustkurve hinzulegen habe. Euer Tipp wäre dann wohl: Etwas Zeit lassen, schauen was sich im Bereich "Biete" tut und dann suksessive aufrüsten. Richtig?
 

Optikus

Mitglied
Moin,

ich wäre mit der "Vermeidung von China-Ware" sehr vorsichtig. Ich bin der ziemlich festen Ansicht, dass nahezu ALLE Anbieter zumindestens im Lohnfertigungsbereich wie heute üblich auf China zurückgreifen, zumal bei entsprechender Qualitätssicherung dabei auch keine großen Risiken mehr eingegangen werden. Vielleicht leisten sich die absoluten HighEnd-Anbieter noch eine Komplettfertigung in Europa - aber dann auch zu Preisen, die ganz andere Budgets aufrufen - und man sich ernsthaft überlegen muss ob das Not tut.

Man muss sich die Sachen, die man kaufen möchte ansehen, das ist des Pudels kern, dann sieht man was man vor sich hat, wenn man die Gelegenheit hat, z.B. bei einem Kollegen oder bei einem Teleskoptreffen, die Geräte in Aktion zu erleben um so besser, letztlich sagt ein Name auch nur wenig. Die wenigsten von uns sind so situiert, das Wunschkonzert angesagt ist. Und unter realistischen Bedingungen, wie Henning richtiger Weise anmerkt, gibt der Markt eine Menge zu akzeptablen Bedingungen her, man sammelt Erfahrungen, ändert, baut aus usw.

Der erste Wurf kann und muss auch nicht die finale Lösung bringen. Dazu ist das Investitionsrisiko meistens einfach zu hoch.

CS
Jörg
 

Der_Peter

Mitglied
Gebraucht sollten um 30% drin sein; allerdings schließen manche Händler / Hersteller Gewährleistung ggü. Zweit-Besitzern aus; die privaten Verkäufer sowieso. Eine bei Gebrauchtkauf mit übergebene Rechnung kann, muss aber nicht helfen.
Das Neueste wird man selten bekommen und wenn ja, frage ich mich schon, warum das ach so tolle, neue Equipment nach kurzer Zeit wieder verkauft wird.
... und eine Montierung, die jahrelang überlastet und runtergenudelt wurde, möchte ich auch nicht.
Aber es gibt auch Händler, die geteste Gebrauchtware mit einer "bestimmten Garantie" verkaufen.

Nachtrag: Das Neueste ist automatisch ja immer auch das Noch-nicht-Bewährte. Ich erinnere mich an eine neu eingeführte Montierung einer bekannten Marke im 2.500-3.000,- Bereich, zu der es bei Cloudy-Nights schwer frustrierte Anwender gab, weil sie für Astrofotografie unbrauchbar war und die konstruktiv offenbar erst Monate später nachgebessert wurde. Glücklicherweise hatte mich ein Händler damals mit den Worten "ich weiß nicht mal, wie und ob ich sie reparieren kann" vor diesem Modell gewarnt und mir dann die deutlich günstigere EQ6-R verkauft.
 
Zuletzt bearbeitet:

maximilian

Mitglied
Hallo!

Worauf bezieht sich das "moderner"? Einfach nur im Hinblick auf die Konstruktionsweise oder auch auf die damit verbundene grundlegende mechanische Stabilität bzw. Genauigkeit der Nachführung?

Mit moderner meine ich mehrere Sachen. Die Montierungen von vor 35 Jahren, Vixen, Synta, Astro Physics (und viele andere auch) bestehen im wesentlichen aus zwei großen, ausgehöhlten Eisenwürfeln, die über ein verstellbares Gelenk mit einer Basis verschraubt sind. Drin ist jeweils ein Zahnrad und eine Schnecke und ein paar mehr oder weniger gute Wälzlager. Die Größe der Eisenblöcke ergibt sich aus dem Durchmesser der Zahnräder. (Losmandy hat das schon immer besser gelöst.) Die Motoren sind irgendwie drangefrickelt, die Steuerungen oft zugekauft, weil die originalen gar nichts können.

Dagegen sind die Montierungen der letzten 10 Jahre in deutlicher leichterer Bauweise konstruiert. Der „Polblock“, der früher diesen Namen auch verdiente, ist bei iOptron oder einer Celestron CGX ein schönes Teil aus Leichtmetall, die Gehäuse sind um ihr Innenleben herum konstruiert und damit nur so groß wie nötig, Motorisierung und Steuerung entsprechen dem aktuellen Stand der Technik und Softwareentwicklung. Die Montierungsteile sind durchdacht zusammengesetzt, so dass man sie draussen im Dunklen einfach auf- und abbauen kann. Die dazu verwendeten Schrauben haben ergonomische Knöpfe und lassen sich ohne Werkzeug bedienen.
Sachen die man früher zu Apothekenpreisen dazukaufen musste (z.B. ein GPS Empfänger) sind schon dabei ebenso wie einige Softwarefunktionen (z.B. periodische Fehlerkorrektur), für die man einen externen Rechner brauchte, die in die serienmässig mitgleieferte Steuerung integriert sind. Sowas meine ich mit „modern“.

Viele Grüße
Maximilian
 

maximilian

Mitglied
Nachtrag: Den Polsucher habe ich auch noch vergessen. Der ist bei den „modernen“ Montierungen kein Zukaufteil mehr sondern serienmässig. Im Fall von iOptron hat er eine wirklich schöne Dunkelfeld-Strichplatte und das grafikfähige Display des Handcontrollers zeigt an, wie das Bild im Polsucher aussehen muss. An diesem Standort und zu dieser Uhrzeit. Da wird präzises Einnorden zur Minutensache.
 

Henning_

Mitglied
Man muss sich die Sachen, die man kaufen möchte ansehen, das ist des Pudels kern, dann sieht man was man vor sich hat, wenn man die Gelegenheit hat, z.B. bei einem Kollegen oder bei einem Teleskoptreffen, die Geräte in Aktion zu erleben um so besser, letztlich sagt ein Name auch nur wenig. Die wenigsten von uns sind so situiert, das Wunschkonzert angesagt ist. Und unter realistischen Bedingungen, wie Henning richtiger Weise anmerkt, gibt der Markt eine Menge zu akzeptablen Bedingungen her, man sammelt Erfahrungen, ändert, baut aus usw.
Hallo Jörg,

danke für Deinen Input. Ja, ich glaube ein ausgiebiges Testen bzw. die Schaffung eines eigenen Eindrucks ist (gerade auch vor dem Hintergrund der Investitionshöhe) mehr als angebracht. Das unbeschränkte Wunschkonzert gibt es bei mir auch nicht, daher ist für mich das Abwägen möglicher Montierungsalternativen auch ein wichtiger Aspekt. Mitte Mai ist doch in Essen wieder das ATT, dahin ist mein Fahrtweg nicht allzu weit. Je länger ich mich mit iOptron auseinandersetze, desto interessanter werden die Montierungen. Problem ist, dass während meiner Abstinenz von der Astronomie der Markt sehr vielfältig geworden ist. Schwierig da durchzublicken. Aber lieber mehr Zeit für die Entscheidung lassen, begutachten und abwägen. Das wäre auch Dein Tipp, oder? Hast Du selber Erfahrungen, auch mit iOptron oder ZWO?

Und noch was: Welche Teleskoptreffen usw. lohen sich, um in einen Austausch mit den Nutzern verschiedener Montierungen/Systeme zu kommen?

Gebraucht sollten um 30% drin sein; allerdings schließen manche Händler / Hersteller Gewährleistung ggü. Zweit-Besitzern aus; die privaten Verkäufer sowieso. Eine bei Gebrauchtkauf mit übergebene Rechnung kann, muss aber nicht helfen.
Das Neueste wird man selten bekommen und wenn ja, frage ich mich schon, warum das ach so tolle, neue Equipment nach kurzer Zeit wieder verkauft wird.
... und eine Montierung, die jahrelang überlastet und runtergenudelt wurde, möchte ich auch nicht.
Aber es gibt auch Händler, die geteste Gebrauchtware mit einer "bestimmten Garantie" verkaufen.

Nachtrag: Das Neueste ist automatisch ja immer auch das Noch-nicht-Bewährte. Ich erinnere mich an eine neu eingeführte Montierung einer bekannten Marke im 2.500-3.000,- Bereich, zu der es bei Cloudy-Nights schwer frustrierte Anwender gab, weil sie für Astrofotografie unbrauchbar war und die konstruktiv offenbar erst Monate später nachgebessert wurde. Glücklicherweise hatte mich ein Händler damals mit den Worten "ich weiß nicht mal, wie und ob ich sie reparieren kann" vor diesem Modell gewarnt und mir dann die deutlich günstigere EQ6-R verkauft.
30% wären ja schon was. Aber Du sprichst schon einen wichtigen Aspekt an. Inwieweit bekommt man dafür "aktuelle" Technologie auf dem Gebrauchtmarkt? Welche Händler bieten überprüfte Ware, dürft ihr das hier angeben?

Dagegen sind die Montierungen der letzten 10 Jahre in deutlicher leichterer Bauweise konstruiert. Der „Polblock“, der früher diesen Namen auch verdiente, ist bei iOptron oder einer Celestron CGX ein schönes Teil aus Leichtmetall, die Gehäuse sind um ihr Innenleben herum konstruiert und damit nur so groß wie nötig, Motorisierung und Steuerung entsprechen dem aktuellen Stand der Technik und Softwareentwicklung. Die Montierungsteile sind durchdacht zusammengesetzt, so dass man sie draussen im Dunklen einfach auf- und abbauen kann. Die dazu verwendeten Schrauben haben ergonomische Knöpfe und lassen sich ohne Werkzeug bedienen.
Sachen die man früher zu Apothekenpreisen dazukaufen musste (z.B. ein GPS Empfänger) sind schon dabei ebenso wie einige Softwarefunktionen (z.B. periodische Fehlerkorrektur), für die man einen externen Rechner brauchte, die in die serienmässig mitgleieferte Steuerung integriert sind. Sowas meine ich mit „modern“.

Ah, danke. Das macht Sinn ;).

Da Du das Thema Software ansprichst. Was wird an lizenzpflichtiger Software denn so benötigt bzw. was ist empfehlenswert. APT habe ich schon genutzt, ist ja auch vergleichsweise günstig. DeepSkyStacker ist kostenlos soweit ich weiß. Photoshop nutze ich auch beruflich, also ebenfalls kein Problem. Wie sieht es mit Guiding-Software und anderen "hilfreichen" Tools aus?
 

maximilian

Mitglied
Hallo!

Da Du das Thema Software ansprichst. Was wird an lizenzpflichtiger Software denn so benötigt bzw. was ist empfehlenswert. APT habe ich schon genutzt, ist ja auch vergleichsweise günstig. DeepSkyStacker ist kostenlos soweit ich weiß. Photoshop nutze ich auch beruflich, also ebenfalls kein Problem. Wie sieht es mit Guiding-Software und anderen "hilfreichen" Tools aus?

Man bekommt im Jahr 2019 alle Software umsonst (das meiste als Open Source Projekt), die man braucht, um APODfähige Astrofotos zu machen. Die gekaufte Software ist lediglich bedienungsfreundlicher, schneller und hat die eine oder andere Zusatzfunktion. Wieviel einem das im einzelnen Wert ist kann man nur durch Ausprobieren herausbekommen. Es hängt natürlich auch vom eingesetzten Rechner ab, was überhaupt möglich ist (mit meinem Macintosh bin ich da bei der Auswahl etwas eingeschränkt).

Die modernen (meine persönliche Definition siehe oben) Montierungen kommen erstaunlich lange ohne Guiding aus. Da der Trend sowieso von den langen Belichtungen weg und hin zu vielen kurzen Belichtungen geht, die dann am Rechner kombiniert werden, braucht man eigentlich fast keine Guiding Software mehr. Das (nach der Auffassung derer die ich kenne und die es nutzen) bei weitem hilfreichste Tool ist derzeit ein Standalone-Guider wie z.B. der Lacerta MGEN (falls es überhaupt noch andere gibt). Das ist eine tolle Sache mit der auch sehr lange Belichtungen gelingen, allerdings nicht ganz billig.

Viele Grüße
Maximilian
 

Optikus

Mitglied
Hallo Maximilian,

PHD2 ist m.E. einem MGEN, wenn einmal richtig eingestellt und mit einer ordentlichen Guiding-Cam verbunden, durchaus gleichwertig und preiswerter zu haben, aber das ist Geschmacksache, da man einen Rechner braucht. Ansonsten gebe ich Dir Recht, wenn man mit der einen oder anderen Einschränkung leben kann, geht 90% aller Aufgaben mit Freeware.

CS
Jörg
 

maximilian

Mitglied
Hallo!


Und mit dem Rechner eine große Stromversorgung und einen dicken Kabelbaum. Das ist für mich einer der großen Vorteile bei iOptron (nein, ich bin kein Händler oder Importeur :sneaky:), dass deren Montierungen vergleichsweise wenig Strom brauchen. Mein keiner PowerCube vom Lidl hält viele viele Stunden. Wenn man dann noch eine Kamera mit eigenem Akku und Speicher hat spart man sich die ganze Verkabelung. Aber wie Du schreibst, für den Preis von einem MGEN bekommt man einen guten gebrauchten Laptop, eine Autobatterie und die Softwarelizenzen. Vielleicht ist es an der Zeit, über einen Open Source MGEN Klon auf Arduino oder Raspberry Pi Basis nachzudenken. Mehr als 100 Euro würden die benötigten Teile nicht kosten.

Grüße
Maximilian

PS: Hier habe ich noch ein Bildchen gefunden, wie einfach iOptron die Polausrichtung gemacht hat:
Link zur Grafik: https://www.altairastro.com/images/D/ioptron-polar-scope-reticule-handset.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:

Der_Peter

Mitglied
Hallo Maximilian:

das gibt's schon:




Besonders Indigo ist interessant, weil auch APT mit Indigo kooperiert (siehe Ivos Beiträge vom 19.04. ff.): 3.70 Development log - APT Forum

Noch haben diese Lösungen für mich alle kräftige Vor- aber auch kräftige Nachteile, (wie auch PHD2) und in der Kalkulation darf man nicht vergessen, dass man zumindest noch eine Kamera, siehe ASIAIR Paket, benötigt. Die Kamera ist beim MGEN immer dabei. Nachtrag: APT unterstützt schon jetzt den MGEN und Lacerta hat mit MGEN-Firmware 2.61 die "Interoperability" mit APT nachgebessert.
 
Zuletzt bearbeitet:

Henning_

Mitglied
Das ist für mich einer der großen Vorteile bei iOptron (nein, ich bin kein Händler oder Importeur :sneaky:), dass deren Montierungen vergleichsweise wenig Strom brauchen.

Interessanter Aspekt. Ist der Stromverbrauch in den technischen Beschreibungen der Montierungen mit angegeben? Ich habe es bisher noch nie gesehen und/oder überlesen.


Das sieht nach einer sehr cleveren Lösung aus. 30mm Leitrohr ist jetzt vielleicht nicht gerade der Kracher, aber sollte in den meisten Fällen anwendbar sein. Also um ausreichend Leitsterne zur Auswahl zu haben. Auch aus einer städtischen Umgebung heraus?
 

Der_Peter

Mitglied
Es ist ja nur ein mögliches Set. Alles gibts auch einzeln, dann kannst Du beliebige Leitrohre adaptieren.
Zu ASIAIR gibt's hier im Forum einen längeren Thread, wo neben dem Spaß der zu kleinen, mitgelieferten Speicherkarte und dem Umkopieren des Systems unter Linux auf eine größere auch alles zu unterstützten Kameras beschrieben wird.

Link zum Hersteller:

Im zugehörigen Forum sieht man, dass auch hier nicht alles rund läuft, aber auch laufend weiterentwickelt wird;
 
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MeisterDee

Mitglied
Euer Tipp wäre dann wohl: Etwas Zeit lassen, schauen was sich im Bereich "Biete" tut und dann suksessive aufrüsten. Richtig?

Hallo Henning,
bei der Zusammenstellung einer solchen Ausrüstung ist der Blick in den Biete-Bereich
immer eine gute Idee. Hast Du Geduld, und bist auch nicht auf ganz bestimmte Produkte fixiert,
dann bekommst Du über kurz oder lang eine deutlich bessere Ausstattung für Dein Budget.

Und was sind schon € 5K für ein gutes Foto-Setup? Damit ist zwar sicher Einiges realisierbar,
aber es werden nur wenige „Top“-Komponenten dabei sein.

Wenn ich das richtig gesehen habe, dreht es sich bei Deinen angedachten Optiken
eher um Leichtgewichte mit relativ kurzen Brennweiten.
In dieser Klasse siehst Du hier regelmäßig Leckerbissen z.B. von Takahashi ,
die gebraucht nicht viel mehr kosten als ein neues Pendant von Williams & Co,
Dich aber direkt in eine andere Qualitätsebene katapultieren würden.

Untenrum sehe ich bei diesen Optiken -wie Peter- eher eine Montierung wie die H-EQ5.
Die kommt mit 60, 70 oder 80mm Teleskopen spielend zurecht, und hat Reserven.
Unsere trägt aktuell einen 80mm APO, hat aber auch mit dem 8“ RC und dem
107mm APO eine sehr gute Figur gemacht.

Wenn Du vorhast, in der besagten Gewichtsklasse zu bleiben , halte ich eine Montierung,
die 27 Kg zu tragen vermag, schlichtweg für unnötig. Da wären mindestens 2,5Kg Mehrgewicht
und 1000 - 2000 € höhere Kosten, ohne einen entscheidenden Vorteil.
Klar, das sehr innovative Konzept der iOptrons ist schon sehr reizvoll
und vor Allem wenn Du auch an größere Optiken denkst, wären die eine Überlegung wert.

Keinesfalls kann ich Dir eine ältere EQ6 empfehlen. Die gibt’s zwar schon mal für € 500 und weniger,
jedoch kaufst Du Dir damit eine Baustelle. Eine EQ6 fängt für mich erst an Sinn zu machen,
wenn mindestens Polachse, Polschrauben, Polblock und die Lager modifiziert / erneuert wurden.
Aber das ist ohnehin nicht die Tragfähigkeitsklasse für kleine Refraktoren........

Noch schnell etwas zum Thema Guiding:
Kurze Brennweiten sprechen fotografisch für Große Felder, Tiefen Himmel , lange Belichtungen
und in jedem Fall für ein zuverlässiges Guidingsystem an der Montierung.
Das unkomplizierteste Guiden das ich kenne, ist das Guiden mit dem Lacerta MGEN.
Einschalten - Leitstern auswählen (Kalibrieren) - Guiding starten - und das Ding läuft die ganze Nacht.
Einfacher geht es meines Erachtens nicht. Und Du kannst auch mal ohne großes Besteck
einfach mit einer Spiegelreflex oder so, ganz schlank fotografieren, weil MGEN eben eigenständig arbeitet.
MGEN hat zwar seinen Preis, ist aber jeden Cent wert.

CS

Dietmar
 

Henning_

Mitglied
Im zugehörigen Forum sieht man, dass auch hier nicht alles rund läuft, aber auch laufend weiterentwickelt wird;

Das immer alles rund läuft, ist wahrscheinlich nur bei sehr etablierten Herstellern mit vielen Jahren an Erfahrung der Fall. Aber immerhin werden Probleme aufgegriffen und Lösungen forciert. Das ist ja schon mal was.

Hallo Henning,
bei der Zusammenstellung einer solchen Ausrüstung ist der Blick in den Biete-Bereich
immer eine gute Idee. Hast Du Geduld, und bist auch nicht auf ganz bestimmte Produkte fixiert,
dann bekommst Du über kurz oder lang eine deutlich bessere Ausstattung für Dein Budget.

Und was sind schon € 5K für ein gutes Foto-Setup? Damit ist zwar sicher Einiges realisierbar,
aber es werden nur wenige „Top“-Komponenten dabei sein.

Wenn ich das richtig gesehen habe, dreht es sich bei Deinen angedachten Optiken
eher um Leichtgewichte mit relativ kurzen Brennweiten.
In dieser Klasse siehst Du hier regelmäßig Leckerbissen z.B. von Takahashi ,
die gebraucht nicht viel mehr kosten als ein neues Pendant von Williams & Co,
Dich aber direkt in eine andere Qualitätsebene katapultieren würden.

Untenrum sehe ich bei diesen Optiken -wie Peter- eher eine Montierung wie die H-EQ5.
Die kommt mit 60, 70 oder 80mm Teleskopen spielend zurecht, und hat Reserven.
Unsere trägt aktuell einen 80mm APO, hat aber auch mit dem 8“ RC und dem
107mm APO eine sehr gute Figur gemacht.

Wenn Du vorhast, in der besagten Gewichtsklasse zu bleiben , halte ich eine Montierung,
die 27 Kg zu tragen vermag, schlichtweg für unnötig. Da wären mindestens 2,5Kg Mehrgewicht
und 1000 - 2000 € höhere Kosten, ohne einen entscheidenden Vorteil.
Klar, das sehr innovative Konzept der iOptrons ist schon sehr reizvoll
und vor Allem wenn Du auch an größere Optiken denkst, wären die eine Überlegung wert.

Keinesfalls kann ich Dir eine ältere EQ6 empfehlen. Die gibt’s zwar schon mal für € 500 und weniger,
jedoch kaufst Du Dir damit eine Baustelle. Eine EQ6 fängt für mich erst an Sinn zu machen,
wenn mindestens Polachse, Polschrauben, Polblock und die Lager modifiziert / erneuert wurden.
Aber das ist ohnehin nicht die Tragfähigkeitsklasse für kleine Refraktoren........

Noch schnell etwas zum Thema Guiding:
Kurze Brennweiten sprechen fotografisch für Große Felder, Tiefen Himmel , lange Belichtungen
und in jedem Fall für ein zuverlässiges Guidingsystem an der Montierung.
Das unkomplizierteste Guiden das ich kenne, ist das Guiden mit dem Lacerta MGEN.
Einschalten - Leitstern auswählen (Kalibrieren) - Guiding starten - und das Ding läuft die ganze Nacht.
Einfacher geht es meines Erachtens nicht. Und Du kannst auch mal ohne großes Besteck
einfach mit einer Spiegelreflex oder so, ganz schlank fotografieren, weil MGEN eben eigenständig arbeitet.
MGEN hat zwar seinen Preis, ist aber jeden Cent wert.

CS

Dietmar

Moin Dietmar,

bei mir waren derzeit auch noch Zweifel, ob es wirklich die Gewichtsklasse einer iOptron CEM 60 sein muss. Habe jetzt schon einige Informationen zu der Montierung gelesen, sie macht wirklich einen soliden Eindruck und ist ausbaufähig, also für größere Optiken. Problem ist wohl eher, dass es die kaum (noch nicht) gebraucht gibt. Oder irre ich mich da, selbst hier im Biete Forum ist auch im Hinblick auf die Vergangenheit nichts zu finden? Die dann ca. 2500€ (also Montierung und Stativ) sind schon happig.

Interessant finde ich Deine Aspekte bzgl. EQ6. Du beziehst Dich auf eine alte Version, also nicht die EQ6-R? Ist grundsätzlich für das Guiding was an der Montierung zu beachten? Autoguider-Port haben Sie ja grundsätzlich alle. Insbesondere auch im Hinblick auf das Leitrohr. Gibt es da Deinerseits Empfehlungen bzgl. Größe, Brennweite usw.?
 

nobby

Mitglied
Hallo Henning,

Oder irre ich mich da, selbst hier im Biete Forum ist auch im Hinblick auf die Vergangenheit nichts zu finden? Die dann ca. 2500€ (also Montierung und Stativ) sind schon happig.
Wie man´s nimmt, die Montierung war früher ja erheblich teurer (2.700 € ohne Stativ), da überlegt man sich zweimal, ob man sie jetzt anbietet und einen entsprechend großen Verlust realisiert.
Verglichen mit EQ5/6 und deren Klone ist aber die Stückzahl anderer Montierungen einfach viel, viel kleiner.

Gruß
Norbert
 

MeisterDee

Mitglied
Hallo Henning,
meine Äußerungen über die EQ6 beziehen sich nur auf die alten Geräte.
Nicht auf die neue Version EQ6-R. Diese bekommt auch von deren Nutzern
regelmäßig Lob. Unsere EQ6 ist noch eine Schwarze, und nach ziemlich extremem
Umbau (Polachse, Polblock, Polschrauben, Gewindeinserts, SKF-Lager,
20mm Gegengewichtstange, Geoptik-Kopf, Upgrade V4...........) endlich eine
wirklich gute und zuverlässige Montierung geworden Der Aufwand war erheblich,
hat sich aber gelohnt, und vor Allem Spaß gemacht.

Die meisten Montierungen lassen sich über den ST4-Eingang ganz einfach guiden.
Selten müssen mit dem Handcontroller Anpassungen gemacht werden,
das ist aber total einfach.

Die Optik für die Guidingkamera sollte ein ausreichendes Feld abbilden,
Leitsterne aber auch in brauchbarer Größe. Der MGEN ist bereits mit einer
Öffnung von 50mm zufrieden. So wird er auch beworben.
Unsere MGENs haben Sucherfernrohre mit 60mm Öffnung und 240mm Brennweite.
Mit Helical-Okularauszügen bzw. mit einem Schiebeauszug.
Das Fokussieren ist natürlich mit dem Helical deutlich komfortabler,
aber auch der Schiebeauszug funktioniert gut,
denn die Guidingkameras werden nicht mehr abgenommen, Fokussierung
ist daher nicht mehr nötig. Mit 50 oder 60mm Sucher findest Du immer einen Leitstern.
Ein 30mm Leitrohr kann ich mir nicht vorstellen, zumal diese Sucher nur selten über
1,25“ Okularaufnahmen oder T2-Gewinde für Kameras verfügen.

Allerdings könnte es merkwürdig aussehen, wenn auf einem 60mm Teleskop
ein 50 oder 60mm Leitrohr sitzt. Je nach verwendeter Aufnahmekamera
könnte für Dich auch Off-Axis-Guiding zu empfehlen sein.
Das ist kompakter, leichter und möglicherweise auch etwas ästhetischer.

CS

Dietmar
 

openfuture

Mitglied
Hallo Henning,
wenn Du wirklich erst mal mit einem kleinen Refraktor anfangen willst, dann bist Du mit einer CEM60 oder einer EQ6-R schon sehr gut dimensioniert. Persönlich finde ich sie zum Einstieg aber fast schon zu groß - insbesondere wenn Du mit einem kleinen Refraktor starten willst.

Meine Empfehlung wäre eine Nummer kleiner: die AZ-EQ5GT. Ich hatte sie eine Weile und war mit ihr sehr zufrieden. Auf der Montierung habe ich fotografisch auch meinen TSA-120 draufgehabt. Einen Refraktor in der 80mm-Klasse trägt die locker fotografisch. Am besten in Kombination mit einem Berlebach-Stativ, denn das Säulenstativ ist die Schwachstelle an der Kombination.

Als Leitrohr verwende ich für mein FSQ-85 einen normalen 10x50-Sucher in Kombination mit einer ASI-120mm-s. Das Guiding läuft mit PHD2 super. Noch einen kleinen Hinweis: ich würde die ASI-120mm-s zum Guiding nehmen. Die hat USB-3, was für Planetenaufnahmen viel besser ist.

Beim Guiding gibt es bei den genannten Montierungen nicht viel zu beachten. Sie haben alle einen ST4-Port, in der Regel funktioniert auch Pulse-Guiding, d.h. Du brauchst keinen zusätzlichen Anschluss.

Ach ja, noch was: wenn Du einen kleinen Refraktor nimmst, dann solltest Du beim Fotografieren auch gleich einen Ha-Filter einsetzen. Im Sommer sind viele tolle Nebel zu fotografieren, und dort ist Ha ein wichtiger Kanal.

VG
Wolfgang
 

Henning_

Mitglied
Hallo Henning,

Wie man´s nimmt, die Montierung war früher ja erheblich teurer (2.700 € ohne Stativ), da überlegt man sich zweimal, ob man sie jetzt anbietet und einen entsprechend großen Verlust realisiert.
Verglichen mit EQ5/6 und deren Klone ist aber die Stückzahl anderer Montierungen einfach viel, viel kleiner.

Gruß
Norbert

Hallo Norbert,

gibt es einen Grund dafür, dass die Basisversion bei derzeit knapp 2000€ liegt. Also im Angebot, siehe die einschlägigen Shops. Produktupgrade o.ä. in Aussicht?

Hallo Henning,
wenn Du wirklich erst mal mit einem kleinen Refraktor anfangen willst, dann bist Du mit einer CEM60 oder einer EQ6-R schon sehr gut dimensioniert. Persönlich finde ich sie zum Einstieg aber fast schon zu groß - insbesondere wenn Du mit einem kleinen Refraktor starten willst.

Meine Empfehlung wäre eine Nummer kleiner: die AZ-EQ5GT. Ich hatte sie eine Weile und war mit ihr sehr zufrieden. Auf der Montierung habe ich fotografisch auch meinen TSA-120 draufgehabt. Einen Refraktor in der 80mm-Klasse trägt die locker fotografisch. Am besten in Kombination mit einem Berlebach-Stativ, denn das Säulenstativ ist die Schwachstelle an der Kombination.

Als Leitrohr verwende ich für mein FSQ-85 einen normalen 10x50-Sucher in Kombination mit einer ASI-120mm-s. Das Guiding läuft mit PHD2 super. Noch einen kleinen Hinweis: ich würde die ASI-120mm-s zum Guiding nehmen. Die hat USB-3, was für Planetenaufnahmen viel besser ist.

Beim Guiding gibt es bei den genannten Montierungen nicht viel zu beachten. Sie haben alle einen ST4-Port, in der Regel funktioniert auch Pulse-Guiding, d.h. Du brauchst keinen zusätzlichen Anschluss.

Ach ja, noch was: wenn Du einen kleinen Refraktor nimmst, dann solltest Du beim Fotografieren auch gleich einen Ha-Filter einsetzen. Im Sommer sind viele tolle Nebel zu fotografieren, und dort ist Ha ein wichtiger Kanal.

VG
Wolfgang
Hallo Wolfgang,

auch Dir vielen Dank für Deine Rückmeldung! Der Start mit einem kleinen Refraktor und anständigem Guiding-System ist sicherlich vom Gesamtgewicht her locker für die CEM60 zu handhaben. Aber ich glaube, dass das Gesamtgewicht und das Schwungverhalten schon deutlich anders wird, wenn ich Richtung 4 oder 5 Zöller weiterdenken möchte. Also jetzt nur rein perspektivisch gesprochen. Aber es wäre ein Aspekt, den ich in meine Überlegung mit einbeziehen würde. Da Du die Stative ansprichst. Stahlrohr, Holz oder Säulenstativ. Was ist hier die beste Wahl bzw. wo liegen für Astrofotografie die jeweiligen Vor- und Nachteile?

H-Alpha und Nebel? Klingt gut, auch aus der städtischen Umgebung heraus machbar? Ist ein H-Alpha Filter mit einem UHC Filter kombinierbar?

Habt ihr vielleicht auch noch ein paar Info's zum Thema Meridian Flip? Inwieweit sollte der bei der Astrofotografie automatisch von der Montierung erfolgen, wie verhält es sich dabei generell mit dem ganzen angehängten Zubehör?
 
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