APM 106/700 - Ein kleines Review

GroßA'Tuin

Aktives Mitglied
Hallo Zusammen,
nachdem ich längere Zeit auf der Suche nach einem Partner Teleskop für meinen Askar PHQ 107 war, es jedoch fest stand, dass auf Grund meines Anspruchs an die Abbildung kein zweiter PHQ 107 werden sollte, habe ich mich auf die Suche nach einem Teleskop gemacht, das in Sachen Öffnung und Brennweite zum Askar passt, als Triplet eine besser Abbildung bzgl. Farbkorrektur verspricht und preislich bezahlbar ist.
Ich bin auf den oben genannten APM - Teleskop APO FPL 53 Refraktor 106mm F/6.6 mit 2.5" ZTA gestoßen und habe mich lange nach Erfahrungsberichten umgehört, dazu aber leider rein gar nichts gefunden. Das Teleskop ist wohl recht neu auf dem Markt und der inoffizielle Nachfolger des APM 107/700 wobei es als "erstklassiger Ersatz zu unserem bekannten LZOS 105 F/6.2 Apo" beworben wird. Das macht doch neugierig und stutzig, da die LZOS Optiken ja bekannt sind für Ihre erstklassigen Optiken.
Auf kritische Nachfrage wurde mir versichert: "Die neuen 106 sind auf LZOS Niveau , dafür garantieren wir mit Geldzurück Garantie". Das war eine Aussage, welche ich von einem Teleskop Händler und Entwickler, welchen ich für durchaus seriös halte sehr dankend gehört habe.
Ich war jedoch ertsmal weiter ein bisschen kritisch und habe hin und her überlegt, bis ich von einem Kollegen einen APM 107/700 zum testen überlassen bekommen habe. Den 107er habe ich fotografisch mit APSC auf Herz und Nieren getestet und war sehr angetan, sowohl von der Abbildungsleistung, der Farbkorrektur und der Bildfeldebnung in Kombination mit einem TS-Flat 2,5, als auch von der Mechanik des guten Stücks. Das ganze hat mich überzeugt dem neuen APM 106/700 eine Chance zu geben, zumal ich Ihn ja zurück hätte geben können, wenn mich die Abbildung nicht überzeugt (Spoileralarm: Ich hab ihn nicht zurück gegeben).
Ich hatte Herr Ludes um einen Zygo Test des neuen Teleskops bei Wellenform gebeten (ich hätte das auch bezahlt), wobei Herr Ludes erklärte, dass Jörg Kneip leider langzeitkrank ist und er keinen Test in dieser Form anbieten könne. Er bot mir an den Apo bei sich vorab einem Sterntest zu unterziehen, wenn dieser fertig zusammengebaut und kollimiert ist und mir die Ergebnisse fotografisch zukommen zu lassen.
Am 05.08.2024 habe ich via Email direkt bei Herrn Ludes bestellt (nach längerem hin und her erstmal ohne Feather-Touch Upgrade). Am 09.08.2024 habe ich die Sterntestbilder erhalten, welche mich zugegebenermaßen erstmal nicht wirklich überzeugt haben...hinsichtlich Kollimation ja....hinsichtlich Farbkorrektur...für mich nicht wirklich zur beurteilen. Die Bilder erreichten mich mit folgendem Zitat: "Alles sehr gut. Die Bilder im Anhang sind mit Über Vergrößerung von ca. 300 Fach entstanden, eine tolle Optik"
APM 106 extrafokal.JPG
APM 106 intra.JPG

Zugegebenermaßen war ich ein bisschen enttäuscht von dem Sterntest. Herr Ludes versicherte mir jedoch folgendes auf kritische Nachfrage:
"Ich mache die Sterntestbilder immer mit Handy und Okularprojektion. Die Optik ist sehr gut, hat keinen Randabfall und ist im Fokus Farbrein und sphärisch genauso gut wie meine LZOS
Beim Übertragen von JPG Bildern geht einiges an Info verloren, ist leider so
Würde ich einen Grünfilter einschalten, ob die spherochromasie aus zu schalten, währen die beiden Bilder spiegelbildlich gleich. Die Fresnelringe sind visuell mit dem Auge sehr gut zu sehen. Würde ich die Bilder abdunkeln kämen die besser raus, aber ich habe die Helligkeit bewusst hoch gehalten um alles zu zeigen
Am Sterntest werden sie nahezu keinen Unterschied sehen und das ist sehr sehr gut . Auch sieht man das die Optik extrem Glas ist, kein Ausgefranse
Meine Bedingungen waren sehr gut, die Optik war den ganzen Abend draußen. Um solche saubere Bilder am Sterntest zu bekommen, muss das Seeing auch sehr gut sein.
Diese Optik dürfte sich bei ca. 98 % strehl und 1/6 bis /8 p.t.v. einrehen, was für solche eine schnelle Optik weltklasse ist
Ich bin zu 100% überzeugt, sie werden begeistert sein vom Sterntest"

Nun ich konnte den Bildern alleine auf Grund der Dateigröße von ca. 11 kB keinen wirklichen Informationsgehalt abgewinnen, aber die Aussagen von Herrn Ludes habe ich so erstmal hingenommen und mir gedacht: "ich habe ja im Zweifel ein Rückgaberecht".
Wenige Tage später kam das gute Stück sehr schön verpackt in einem ordentlichen Koffer, samt Riccardi Reducer (den TS Falt 2,5 hatte ich gebraucht geschossen), bei mir zuhause an.
20240812_180241.jpg
20240812_180421.jpg

Mechanisch macht das Teleskop einen sehr wertigen Eindruck! Die Rohrschellen sind richtig ordentlich verarbeitet, der OAZ läuft sauber und ohne erkennbares Spiel. Allgemein ist das Teleskop sehr Kopflastig und der Tubus für ein Teleskop mit 700 mm Brennweite sehr kurz (das führt auch zu einem meiner wenigen Kritikpunkte - später mehr)! Die Taukappe wird über zwei Madenschrauben und eine Randelschraube gehalten, wobei die zwei Madenschrauben für die "Vorspannung" sorgen und die Randelschraube für die Fixierung. Die Taukappe wirkt im ersten Moment etwas überdimensioniert bzgl. der Durchmessers, tut aber Ihren Dienst nach Einstellung der Vorspannung ganz ordentlich. Der mitgelieferte Okular-Klemmadapter für 1,25" und 2" ist ordentlich (keine Einzelschrauben) und funktioniert tadellos - eine Okularklemmung im Stile einer Baader Klicklock oder Artesky Centerlock halt. Da ich jedoch hauptsächlich fotografisch unterwegs bin und ich das Teleskop dafür gekauft habe, habe ich den Klemmadapter jetzt auch keinen Härtetest unterzogen.
Der Okularauszug hat gute 90 mm Auszugs-Travel, wirkt Robust und ist ebenfalls justierbar. Der Rotationsmechanismus funktioniert sehr "smoothe" und hält ordentlich wenn geklemmt. Ich finde um ehrlich zu sein in diesem Fall die Lösung meines Askars schöner, bei der nicht der ganze Auszug rotiert wird, sondern nur an einem separeten Adapter am Ende des Auszugs der Imagetrain. Aber das ist wahrscheinlich Geschmackssache.
20240812_180628.jpg

Die Linsenzelle ist massiv und komplett einstellbar über entsprechende Justageschrauben - das Glas schimmert schön grünlich ;). Ein kleiner Wehrmutstropfen war etwas Staub auf der Innenseite der Linse, welchen ich allerdings leicht mit einem Staubsauger aus dem Tubus saugen konnte. Ansonsten war das Glas sauber und ohne jedwede Verschmutzung.
20240812_180454.jpg

Alles in allem war ich sehr angetan, allerdings immernoch ein bisschen skeptisch...zum Teil wegen des schwammigen Sterntests, zum anderen auch gerade wegen der so selbstsicheren Aussagen von Herrn Ludes. Ich beschloss das Teleskop auch noch von unabhängiger Seite checken zu lassen und habe mit dem Teleskop einen kleinen Ausflug gemacht. Hier wurde mir jedoch bei einem Sterntest am künstlichen Stern genau das bestätigt, was Herr Ludes versprochen hat. Die Optik zeigt eine absolut farbreine Abbildung am künstlichen Stern. Der Ronchi Test sieht quasi Perfekt aus, sowohl Intra-, wie auch Extrafokal. Keine erkennbare Unter-oder Überkorrektur und auch kein Randabfall. Ich war sehr erleichtert und konnte es kaum erwarten das gute Stück auch draußen zu testen.
Also alles fertig gemacht für die erste Foto-Session - TS-Flat dran, Kamerar dran, Taukapppe usw. und alles fertig machen um das gute Stück auf die Montierung zu setzen.
20240816_160702.jpg

Die erste klare Nacht lies zum Glück nicht lange auf sich warten und ich setzte den APM voller Begeisterung neben meinen Askar PHQ107 auf die EQ8r. Und nun kommt einer der größten Kritikpunkte an dem Teleskop: Durch den "extrem" kurzen Tubus, war ich nicht in der Lage, selbst mit komplett ausgefahrenem OAZ mit dem TS Flat 2,5 in den Fokus zu kommen!! Das hat mich dann doch überrascht! Zum Glück hatte ich hier noch den APM 107 von meinem Kollegen rum liegen und dabei war ein Verlängerungsadapter, welcher ca. 10 mm Aufbaut. Das hat dann gelangt. Also dann aber die ersten Tests...und was soll ich sagen. Fotografisch bildet das Teil tatsächlich richtig sauber ab....und man bedenke: das bei voll ausgefahreneme OAZ:
Tilt Analyse_Compress.jpg

Mehr im ersten Kommentar....
 
Zuletzt bearbeitet:
2024_08_20_23_07_55_LIGHT_120_00__2_16_0_41_RGB_VNG_mosaic.jpg

Die Aufnahmen entstanden mit einem IMX 571 APSC Sensor und dem TS Flat 2,5. Es ist für mich kein bisschen CA erkennbar, das Bild ist super Flach und der OAZ induziert offensichtlich selbst vollständig ausgefahren kein bisschen Tilt! Die Aufnahmen sind allerdings bei quasi Vollmond am 20.08.2024 entstanden.
Hier noch ein einzelner 120 s Einzelframe (HGC Mode, Offset 300).
 
2024_08_20_23_07_55_LIGHT_120_00_HGT_Compress.jpg

Und ein Stack aus 371x120 s welche zwischen dem 20.08. und 24.08. bei Mond aufgenommen wurden - Die Sättigung ordentlich erhöht um ggf. CAs usw. sichtbar zu machen. Ansonsten wurde auf den Stack nur Graxpert angewendet um den Gradienten des Mondes zu entfernen. Mir persönlich gefällt die Sternabbildung extrem gut! Die Sterne sind super definiert, die Farben klasse und es zeigen sich keine Halos, Reflexionen oder Zeichen von Verspannung an der Linsenzelle.
VDB14_TestAPM_RGB_session_1_GraXpert_HGT_Compress.jpg

Nun wollte ich aber noch ein bisschen weiter gehen und auch selber lernen Optiken "testen" zu können...auch wenn ich wirklich überhaupt kein Spezialist für Optiken oder die Physik des Lichtes bin, treibt mich meine Neugier als Ingenieur die Technik zu verstehen dann doch dazu sachen einfach auch selber probieren zu wollen. Also habe ich mir einen künstlichen Stern und ein Ronchi Okular (die fotografische Version von Gern Neumann) besorgt und damit angefangen Sterntests zu machen und mir die Optik anzuschauen. Der nachfolgender Sterntest wurde wie folgt gemacht: Sony Alpha 6000 an einem Baader Hyperion 8 mm an einem Künstlichen Stern in ca. 11 m Entfernung (leider lässt mein Keller nicht mehr zu und für draußen hat sich das Wetter noch nicht ergeben). Von Intrafokal (links) zu Extrafokal (rechts). Ich bin mir nicht sicher ob diese aussagekräftig sind und freue mich über Kommentare und Bewertungen von Leuten mit mehr Erfahrung als ich!
Startest_CC.jpg

Zudem habe ich mit dem Handy noch ein Bild vom Ronchi Test gemacht. Leider konnte ich hier die Kamera samt Objektiv noch nicht an das Ronchi Okular adaptieren, weshalb mir nur der Freihand Schuss durch das Okular blieb:
20240905_211753.jpg

Aus dem Ronchi lässt sich ggf. eine leichte sphärische Unterkorrektur ableiten. Ich werde hier weiter versuchen noch bessere Bilder vom Ronchi generieren zu können.

Es bleibt zusammenfassend zu sagen: Das Teleskop ist aus meiner Sicht in Bezug auf Optik und Eignung für Astrofotografie ein absolutes Sahnestück in der 4" Kategorie! Bei leichtem Abzug in der B-Note bzgl. "zu kurzem" Tubus und damit verbundenem Bedarf eines Verlängerungsadapters und der aus meiner Sicht etwas zu groß (im Durchmesser) geratenden Taukappe. Preis-Leistung past in jedem Fall absolut und das Teleskop fühlt sich sehr wohl bei mir und ich mit Ihm (siehe meine ersten Bilder damit)! Auch ist es eine optimale Ergänzung zum Askar PHQ 107 welcher Luminanz und Schmalband aufnimmt, während der APM 106 parallel RGB Aufnahmen macht und mit seiner erstklassigen Sternabbildung und Schärfe für die passende Ergänzung sorgt! Mich hat er so überzeugt, dass ggf. sogar irgendwann der Askar gehen darf und vielleicht ein zweiter APM 106 einziehen darf.

Zudem muss ich hier jetzt auch nochmal ein großes Lob für den Service und die Geduld von Herrn Ludes aussprechen, der mir in sage und schreibe 52 Emails bei der Kaufberatung, der Interpretation von Sterntests oder der Rückmeldung und den Fragen zu kleinigkeiten wie "kann ich einen Pegasus Astor Fokus Cube V2 adaptieren" jederzeit und teilweise auch am Wochenende zu Seite stand und dabei niemals pampig oder ungeduldig wurde.

Ich hoffe mit dem oben geschriebenen ein umfassendes Bild zu dem Teleskop geben zu können.

Viele Grüße und CS Ben
 
Hallo Ben,

Jetzt würde mich tatsächlich noch deine Beurteilung gegenüber dem 107/700 interessieren. Weil den besitze ich selber und setze ihn auch nur photografisch ein.
Damit war ich bisher mehr als zufrieden. CA kenne ich damit auch keine.

CS
Franz
 
Auch ist es eine optimale Ergänzung zum Askar PHQ 107 welcher Luminanz und Schmalband aufnimmt, während der APM 106 parallel RGB Aufnahmen macht und mit seiner erstklassigen Sternabbildung und Schärfe für die passende Ergänzung sorgt!

Ein schönes Instrument hast Du Dir da zugelegt und danke für den ausführlichen Bericht.
Wenn der APM so gut abschneidet, würde ich ihn neben RGB auch L machen lassen. Luminanz profitiert erheblich von nicht vorhandener CA und scharfer Abbildung. Aber vermutlich hast du deine OSC am APM und eine Mono für Schmalband und L am PHQ oder ?

Grüße,
Alex
 
Moin,
hast Du geprüft, ob durch die Verlängerungshülse die volle Ausleuchtung evtl. beschnitten wird? Das kann man zeichnerisch lösen oder mit einer Formel.
In Deinem Foto mit der montierten Kamera sieht die Taukappe sehr schief aus. Ich nehme an, die war nicht richtig fixiert, oder?
Das Gerät ist zumindest mal farbrein, wenn die Fokalaufnahme am künstlichen Stern nicht bearbeitet wurde, das gefällt mir!
Grüße
Andreas
 
Hallo Ben,

Jetzt würde mich tatsächlich noch deine Beurteilung gegenüber dem 107/700 interessieren. Weil den besitze ich selber und setze ihn auch nur photografisch ein.
Damit war ich bisher mehr als zufrieden. CA kenne ich damit auch keine.

CS
Franz
Hallo Franz,
rein mechanisch gefällt mir der 107er sogar einen kleinen ticken besser. Der größere OAZ wirkt einfach noch solider, die Taukappe wirkt passender in der Größenrelation und lässt sich besser fixieren, da anstatt der zwei Madenschrauben gleich drei Randelschrauben verwendet wurden. Zudem hat der 107er den schicken Griff ;)....da hab ich mir einen eigenen konstruiert und von einem Freund drucken lassen.
20240815_170919.jpg
20240815_171053.jpg

Was die optische Abbildung angeht, fällt es mir schwer einen direkten Vergleich zu ziehen, da die Linsenfassung des 107ers den ich hier habe leicht verspannt ist. Hinsichtlich CA konnte ich nicht wirklich einen Unterschied feststellen und da spielt der 107er sicher in der selben Liga. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass der 106er minimal kompaktere Sterne zeigt. Aber das ist eine rein subjektive Empfindung und kann von mir so nicht durch Zahlen gestützt werden.
Wenn ich einen gebrauchten 107er zu einem ordentlichen Preis finden würde, würde ich den mit sicherheit als Gleichwertigen Partner neben den 106er hängen ;).
Viele Grüße Ben
 
Ein schönes Instrument hast Du Dir da zugelegt und danke für den ausführlichen Bericht.
Wenn der APM so gut abschneidet, würde ich ihn neben RGB auch L machen lassen. Luminanz profitiert erheblich von nicht vorhandener CA und scharfer Abbildung. Aber vermutlich hast du deine OSC am APM und eine Mono für Schmalband und L am PHQ oder ?

Grüße,
Alex
Hallo Alex,
es ist genau so wie du sagst. Die Mono hängt am Askar und deswegen macht auch der die Luminanz. Die Sterne verarbeite ich folglich immer ohne Luminanz ;). Aber du hast recht hinsichtlich dessen, dass die Luminanz ganz erheblich von einer scharfen Abbildung profitiert, weshalb ich schon mit dem Gedanken spiele irgendwann den Askar auszutauschen gegen einen zweiten APM 106 oder einen gebrauchten APM 107, falls mir mal einer über den Weg läuft ;).
Viele Grüße
 
[IMG alt="Startest_CC.jpg"]https://forum.astronomie.de/attachments/startest_cc-jpg.435048/[/IMG]
Zudem habe ich mit dem Handy noch ein Bild vom Ronchi Test gemacht. Leider konnte ich hier die Kamera samt Objektiv noch nicht an das Ronchi Okular adaptieren, weshalb mir nur der Freihand Schuss durch das Okular blieb:
Hallo,

Gratuliere zum neuen Fernrohr.
Was den Sterntest anbelangt: Hier ist wohl die Vergrößerung etwas zu gering gewählt. Dass im Unschärfebereich die Beugungsringe quasi nicht sichtbar sind ist ein Hinfweis darauf. Hier wäre besser mit einem 3mm Okular oder mit dem vorhandenen 8mm Okular plus Barlow das Experiment zu wiederholen. Wobei, dann stellt sich natürlich die Frage, welche "Optikfehler" stammen jetzt vom Teleskop selber und was wird durch Barlow und Okular hinzugefügt?
Nun, die Testerei ist ja sowieso einerlei. Deine Sternfeldaufanhme schauen ja sehr gut aus, da kannst dich echt freuen. Wobei der Tubus ist ja anscheinend doch etwas knapp in der Länge. Hier wäre eine anschraubbare Tubusverlängerung gut brauchbar. Mein TS 102/f11 hat so etwas fix verbaut, d.h. diese Verlängerung ist bei Bedarf abschraubbar und erhöht somit die Flexibilität. Vielleicht gibts ja sowas auch bei APM.

LG Walter
 
Moin,
hast Du geprüft, ob durch die Verlängerungshülse die volle Ausleuchtung evtl. beschnitten wird? Das kann man zeichnerisch lösen oder mit einer Formel.
In Deinem Foto mit der montierten Kamera sieht die Taukappe sehr schief aus. Ich nehme an, die war nicht richtig fixiert, oder?
Das Gerät ist zumindest mal farbrein, wenn die Fokalaufnahme am künstlichen Stern nicht bearbeitet wurde, das gefällt mir!
Grüße
Andreas
Hallo Andreas,
ich habe das nicht errechnet, aber ich habe mir eine Hülse mit M63 Innengewinde drehen lassen, welche noch vor dem Flattener/Reducer geschraubt wird.
Screenshot 2024-09-30 091809.jpg

Beim Einsatz des Flatteners zeigt sich keine Vignettierung. Seit gut zwei Wochen habe ich allerdings den Riccardi Reducer im Einsatz und hier zeigt sich mit der Hülse eine deutliche Vignette. Da werde ich nochmal probieren ob ich auch ohne die Hülse in den Fokus komme und den obigen Bericht auch erweitern bzgl. Abbildung usw..
Ich habe die Sterntestaufnahmen nur insofern bearbeitet, dass ich eine ColorCallibration in Siril durchgeführt habe. Da die Aufnahmen mit der Sony als .jpeg durchgeführt wurden, waren diese allesamt blau:
Original
Startest.jpg

ColorCallibratet:
Startest_CC.jpg

Ich gehe allerdings davon aus, dass das Blau aus der Bayermatrix der Kamera kommt, da ich das visuell nicht sehen konnte. Deswegen auch die ColorCallibration. Anderweitig wurden die Bilder nicht angefasst.
Viele Grüße
 
Hallo Franz,
rein mechanisch gefällt mir der 107er sogar einen kleinen ticken besser. Der größere OAZ wirkt einfach noch solider, die Taukappe wirkt passender in der Größenrelation und lässt sich besser fixieren, da anstatt der zwei Madenschrauben gleich drei Randelschrauben verwendet wurden. Zudem hat der 107er den schicken Griff ;)....da hab ich mir einen eigenen konstruiert und von einem Freund drucken lassen.
Den Anhang 435088 betrachtenDen Anhang 435089 betrachten
Was die optische Abbildung angeht, fällt es mir schwer einen direkten Vergleich zu ziehen, da die Linsenfassung des 107ers den ich hier habe leicht verspannt ist. Hinsichtlich CA konnte ich nicht wirklich einen Unterschied feststellen und da spielt der 107er sicher in der selben Liga. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass der 106er minimal kompaktere Sterne zeigt. Aber das ist eine rein subjektive Empfindung und kann von mir so nicht durch Zahlen gestützt werden.
Wenn ich einen gebrauchten 107er zu einem ordentlichen Preis finden würde, würde ich den mit sicherheit als Gleichwertigen Partner neben den 106er hängen ;).
Viele Grüße Ben
Danke Ben für den schnellen Vergleich.
Vermutlich verwendet APM sogar das selbe Objektiv für den 106er. Gibt es ja häufig wie z.B. bei William Optics wo gerne 71, 81, etc. verwendet wird, es sich aber um eine Optik handelt die in anderen Brands gerundet verwendet werden.
Bei mir liegt allerdings auch eine kleine Verspannung vor. Zum Glück lässt sich die Optik auch beim 107er bzgl . Tilt und Linsenfassung einstellen.

CS
Franz
 
Danke Ben für den schnellen Vergleich.
Vermutlich verwendet APM sogar das selbe Objektiv für den 106er. Gibt es ja häufig wie z.B. bei William Optics wo gerne 71, 81, etc. verwendet wird, es sich aber um eine Optik handelt die in anderen Brands gerundet verwendet werden.
Bei mir liegt allerdings auch eine kleine Verspannung vor. Zum Glück lässt sich die Optik auch beim 107er bzgl . Tilt und Linsenfassung einstellen.

CS
Franz
Hey Franz das glaube ich nicht....die Linsenfassungen sehen gänzlich anders aus. Es kann natürlich sein, dass es grundsätzlich das selbe optische Design ist, das nur von jemand anderem umgesetzt wurde. Der 107er wurde glaube ich in China gefertigt und hat das gleiche Design wie der Sharpstar 107 PH der gerade im Marktplatz angeboten wird. Der 106er wird glaube ich in Japan gefertigt.
Viele Grüße Ben
 
Hallo,

Gratuliere zum neuen Fernrohr.
Was den Sterntest anbelangt: Hier ist wohl die Vergrößerung etwas zu gering gewählt. Dass im Unschärfebereich die Beugungsringe quasi nicht sichtbar sind ist ein Hinfweis darauf. Hier wäre besser mit einem 3mm Okular oder mit dem vorhandenen 8mm Okular plus Barlow das Experiment zu wiederholen. Wobei, dann stellt sich natürlich die Frage, welche "Optikfehler" stammen jetzt vom Teleskop selber und was wird durch Barlow und Okular hinzugefügt?
Nun, die Testerei ist ja sowieso einerlei. Deine Sternfeldaufanhme schauen ja sehr gut aus, da kannst dich echt freuen. Wobei der Tubus ist ja anscheinend doch etwas knapp in der Länge. Hier wäre eine anschraubbare Tubusverlängerung gut brauchbar. Mein TS 102/f11 hat so etwas fix verbaut, d.h. diese Verlängerung ist bei Bedarf abschraubbar und erhöht somit die Flexibilität. Vielleicht gibts ja sowas auch bei APM.

LG Walter
Hallo Walter, vielen Dank für den Hinweis mit der Tubusverlängerung!! Dem werde ich definitiv mal nachgehen, denn das verhinder garantiert die Vignette beim Einsatz des Reducers und ist nochmal stabiler als meine m63 Verlängerung.
Liebe Grüße Ben
 
Guten Tag,

die 106mm Optik hat nichts mit der 107er zu tun und die 106mm ist nochmals deutlich besser in der sphärischen Korrektur. Den 106er Tubus können wir für größere Chips gerne auch mit größeren Auszügen ausstatten.
Wir halten den Backfokus stets sehr groß weil es bei diesem Widefield Apo user gibt die gerne Bino ohne GWK nutzen möchen. Auf Wunsch könnn wir aber auch andere BF liefern , einfachst du einen Adapter um zu setzen.
Wir könnten auch mehrere Adapter liefern, treibt dann aber die grundkosten wieder in die Höhe :-(
 
Hallo Herr Ludes,

@MLudes
vielleicht wäre es in der Zukunft wieder möglich bei Ihren Teleskopen gute Schiebetuben (überdimensioniert) anzubieten?
Askar hat beim 185er APO einen extrem großen Schiebetubus bei ca. 90mm Verstellweg, inkl. Rotator und dem großem Fokussierer mit 3,5".
Leider werden derzeit keine Varianten aus großen Schiebetuben/Rotator und Fokussierern einzeln angeboten. Eine Marktlücke!

@GroßA'Tuin
Sehr kurze Teleskoptuben sind generell vielseitiger, wegen Backfokus, visuellem Einsatz mit Zenitspiegeln/Binoviewern oder einfach wegen des Transportes. Verlängerungsadapter oder Hülsen gibt es relativvgünstig.
Wer mit Prismen/Zenitspiegeln arbeiten möchte spart schon mal schnell über 10cm Auszugsrohr.
Das ist nicht unwesentlich auf einem Balkon oder im Reisegepäck.
 

Anhänge

  • Screenshot_20241003-231608.jpg
    Screenshot_20241003-231608.jpg
    468,9 KB · Aufrufe: 99
Guten Morgen

wie Askar dies gelöst hat und ob es tatsächlich funktioniert das es zu keinerlei Verkippung führt, was bei den heutigen Sensoren tödlich ist, weiss ich nicht, weil es aktuell keinerlei Erfahrungsberichte dazu gibt.
Ich kenne aktuell noch keinen Schiebetubus der absolut null Veränderung der optischen Achse erlaubt.
 
Mir wäre hier eine verschraubte Tubusverlängerung auch deutlich sympathischer. Aber das sollte ja eigentlich unproblematisch sein sowas als Zubehör für den fotografischen Einsatz mit anzubieten. Die 40 mm meiner Verlängerungshülse mit m63 haben sich bewährt um den OAZ massiv zu entlasten und nur noch ca. Halb ausfahren zu müssen mit dem Flattener...mit dem Riccardi Reducer nur noch ca. 30 mm...der scheint die Fokusebene weiter "rein" zu legen.
Viele Grüße Ben
 
Guten Morgen


Ich kenne aktuell noch keinen Schiebetubus der absolut null Veränderung der optischen Achse erlaubt.


Da haben Sie Recht.


Ganz so übel wird es nicht sein.
Es sind in den letzten Jahrzehnten viele tausend Teleskope mit Schiebetuben ausgeliefert worden.

Bei meinem 130er APM gibt es da auch keine Probleme (nutze allerdings keinen Reducer und sehr große Pixel bei Vollformat).

Viele Tubusadapter/Okularauszüge mit Rotator und Klemmungen am OAZ oder Zubehör sind da sicher größere Fehlerquellen.
 
Ich sehe das wie Markus und Ben, lieber ein Tubus Zwischenstück mit Schraubgewinde, als ein Schiebetubus.
LG
 
Keine Frage eine feste Verbindung ist immer besser allerdings auch weniger komfortabel.

Bleibt abzuwarten ob es irgendwelche negativen Erfahrungsberichte gibt vom Askar 185/140 bezüglich des Schiebetubuses.

@TS-Wolfi
Sie wollten damals zur Markteinführung die Schiebetuben noch einmal prüfen auf ihre Funktionalität und Genauigkeit.
Was ist ihr Fazit bezüglich Tilt?

Ist es möglich den Fokussierer samt Schiebetubus einzeln zu erwerben?
Bisher habe ich nirgendwo Angebote hierzu finden können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Manfred Pieper hatte früher einen sehr aufwendig gestalteten Schiebefokusierer mit Teflonbuchsen und massiver Zentrierungsklemme aus dem Militärbereich im Angebot
 
Zurück
Oben